Kaderplanung 2020/2021 - Gerüchte, Wünsche, Diskussionen
28.07.2020 - 10:47 Uhr
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27.08.2020 - 21:41 Uhr
Moin... Franz Gerber nutzt sicherlich auch die ein oder andere St. Pauli-Connection und überzeugt vielleicht noch mehr Spieler mit Erfahrung, nach Erfurt zu kommen...
Wie auch immer, der Transfer von Startsev tut dem RWE sehr gut. Und der Gerber-Franz sowieso
Wie auch immer, der Transfer von Startsev tut dem RWE sehr gut. Und der Gerber-Franz sowieso

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Liliom am 27.08.2020 um 21:42 Uhr bearbeitet
16.09.2020 - 11:58 Uhr
Zitat von teebee
...weil Franz Gerber im Gegensatz zu Rombach nicht nur Geld und Arroganz, sondern auch Sachverstand und ein Netzwerk hat. Was wäre die Alternative zu FG gewesen? Erklärt es mir, aber bitte ohne wieder den SC als einzige Alternative aufzuzeigen. Steiger, Kästner, Nowag oder Neumann? Die bekommen nicht mal die Containermiete geklärt und lästern viel lieber über Bild über den jeweils Anderen. Ich sehe FG als Chance um wieder auf die Beine zu kommen. Der ist mir lieber als ein Investor aus Belgien, Dubai oder 2. Kreisklasse.
...weil Franz Gerber im Gegensatz zu Rombach nicht nur Geld und Arroganz, sondern auch Sachverstand und ein Netzwerk hat. Was wäre die Alternative zu FG gewesen? Erklärt es mir, aber bitte ohne wieder den SC als einzige Alternative aufzuzeigen. Steiger, Kästner, Nowag oder Neumann? Die bekommen nicht mal die Containermiete geklärt und lästern viel lieber über Bild über den jeweils Anderen. Ich sehe FG als Chance um wieder auf die Beine zu kommen. Der ist mir lieber als ein Investor aus Belgien, Dubai oder 2. Kreisklasse.
An und für sich ist ein entlassener Trainer nichts sonderlich seltenes, auch kein 30-Mann-Kader, den wir momentan haben. Aber hier sind die Situation und die Umstände doch deutlich anders, als bei diesen gewöhnlichen Trainerentlassungen. Ich meine damit, dass
1) ein sportliches Ziel kommuniziert wurde, das absolut im erreichbaren Rahmen ist
2) ein Team zusammengestellt wurde, das dem Verein das Image von Regionalität und Bodenständigkeit bringen sollte: Ein Abwehrchef aus der 6. Liga, ein Staubsauger aus Nordhausen II, 20 Spieler, die in Thüringen geboren wurden oder mind. 3 Jahre sportlich hier ausgebildet wurden, dazu 9 "regionalexterne". Nach Krügers Entlassung spielten 7 aus der letzteren Kategorie. Versteh mich nicht falsch, natürlich muss der Leistungsaspekt der wichtigste Punkt sein, aus dem ein Spieler eingesetzt wird, oder nicht, aber wenn das die Marschrichtung ist, dann die stimmt die Kaderzusammenstellung nicht.
3) RK bei einem Verein/GmbH, der praktisch vor dem kompletten Neustart stand, keine 5 Wochen Zeit hatte, etwas aufzubauen, mit einem runderneuerten Team, vielen jungen Spielern, einem Kader, der noch ergänzt werden musste und Strukturen, an denen an allen Ecken und Enden fehlende Hände zu sehen waren.
4) Das Wort eines Mannes, der sich monatelang geziert hat, mit RWE ins Geschäft zu kommen, der mit dem Verein nichts weiter verbindet, als sein eingebrachtes Geld, für den RWE ein beliebig austauschbarer Club ist, für den lediglich das moderne Stadion und die Fanbasis mehr sprach, als z. B. für Goslar, gegen das Wort eines Mannes, der sich am 28.07. mit Worten, wie RWE-Familie, Freunde, mir tut es in der Seele weh, viele Menschen hängen mit dem Herzen am Verein, ich hätte gern beim Wiederaufbau geholfen, Danke an Co-Trainer und Geschäftsstellenmitarbeiter... verabschiedete, nachdem er die jungen Spieler bei der Stange gehalten hat, die ansonsten woanders unter Vertrag gekommen wären, wodurch ein halbwegs normaler Trainingsbetrieb erst möglich wurde, der auf der Baustelle gearbeitet hat, damit er in Erfurt und bei den Jungs bleiben konnte, der über 2 Jahre seine Qualitäten eingebracht hat, der einen bodenständigen Eindruck vermittelt, der unserem Chaosverein so gut getan hätte.
5) Krüger von Gerber medial angegriffen wurde, dass einem teilweise die Spucke weg bleibt. Wenn ich "ich wurde entlassen" und "ich bin nicht zurückgetreten" dermaßen aufbauschen muss, dass man Krüger unterstellt, er würde sich als "Märthyrer" darstellen, dann scheinen seine sachlichen Argumente auf dünnem Eis zu stehen. Die Zeugen... naja, dazu will ich lieber nichts schreiben.
Wenn ich das Ganze berücksichtige, insbesondere die Art und Weise und die Historie, dann ergibt sich für mich ein Bild, bei dem man eben nicht von einem Vorgang "wie überall sonstwo auch" sprechen kann.
Mir kommt es vor, als hätte man einen Konditor entlassen, nachdem er den Kuchen gerade in den Ofen schob und unter Bedingungen einer zugigen Backstube mit Vollkorn- statt Weizenmehl, abgelaufenen Eiern und ohne Zucker, weil man meinte, der Kuchen würde eh nicht schmecken und der Bäcker hätte doch lieber ein bisschen mehr Rosinen, Chiasamen und Zimt in den Kuchen mischen sollen, während man ihm als Alternative vorgeschlagen hat, den Bäckermeister aus dem Nachbarort zu holen, damit er ihm noch mal erklärt, wie man Teig knetet.
Ich habe mich am Wochenende mal mit Gerbers sporlichen Qualifikationen beschäftigt. Da wird Regensburg ja immer an vorderster Front genannt. Da kam er 08/09 hin, da waren die sportlich 15. In den Folgesaisons 16., 8., 3. Dann ging der über 4 Jahre dort amtierende Trainer Weinzierl nach Augsburg und Gerber war zum ersten Mal in Regensburg auf sich gestellt. Dort hat er dann Oscar Corrochano zum Karrierezenit verholfen, ein Trainer, der aus 3 Spielen 2 Punkte holte und anschließend nie wieder oberhalb der 4. Liga in tragender Verantwortung war. Dann hat er es selbst gemacht (4 Punkte aus 7 Spielen) und anschließend kam Smuda, der ganze 6 Punkte aus 15 Spielen holte. Regensburg stieg am Saisonende in Liga 3 und ein Jahr später in Liga 4 ab. Haut mich jetzt ehrlich gesagt nicht unbedingt vom Hocker, was sich da sportlich getan hat, insbesondere, wenn man die Rolle des späteren Bundesligatrainers Weinzierl versucht, einzuordnen.
Ich will das gar nicht ausweiten, aber so heroisch, wie Gerber hier von einigen verehrt wird, kann ich ihn nicht sehen. Insgesamt finde ich das erstaunlich, dass die Leute, die am meisten auf "Sonnengötter" und "Alleinherrscher" geschimpft haben, jetzt überhaupt nichts daran finden, dass (Co-)Trainer Gerber spieler aufstellen lässt, die Sportmanager Gerber eingekauft hat, deren Verträge von Gerber (oder dem von ihm eingestellten Geschäftsführer?) unterschrieben wurden, die Investor Gerber bezahlt.
Kurzum: ich will keine Alternative zu FG, ich bedauere, dass wir mal wieder eine große Chance vergeben haben, uns endlich mal von 99 % der anderen Vereine abzuheben.
Ich sehe, was wir die letzten Jahre gemacht haben: Geld in den Kader investiert, versucht, sportlich erfolgreich zu sein, zwei Mal knapp am Aufstieg gescheitert, sportlicher Downgrade durch finanzielle Überforderung. 1-2 Sponsoren, wie die TEAG oder König bringen uns nicht auf das selbe Niveau, wie die anderen Drittligisten - falls wir jemals wieder dahin kommen. Wenn ich mich richtig erinnere, war die Marketingerlöslücke zu anderen Vereinen, die RR mal auf einer MV dargestellt hat, im siebenstelligen Bereich. Und zahlreiche Vereine machen es ja vor, dass es nicht funktioniert, einen großen Batzen Geld in die Hand zu nehmen, um sportlichen Erfolg zu generieren. Trotz Millionen von Investoren gurken KFC, 1860 und Co nur durch die 3. Liga, von Kaiserslautern will ich gar nicht reden.
Wenn ich das richtig in meinen Erinnerungen rauskrame, braucht man für die 3. Liga 5-6 Mio € um nicht ganz unten rumzuschwimmen (und unsere "Freunde" haben eine hohe siebenstellige Summe Miese gemacht, bevor sie da ankamen). Da nützen 2-3 Großsponsoren, die mal nen niedrigen sechsstelligen Betrag geben, nicht viel. Da nützen aber auch 100 Kleinsponsoren, die 5.000 € geben, nicht so weit. Aber andere Sponsoringmöglichkeiten sehe ich in Erfurt & Umgebung nicht. Und wieso sollte ein regionaler Sponsor also nicht in Rudolstadt, Fahner Höhe oder Martinroda investieren? Wieso nicht in Halle, Zwickau, Auerbach, Meuselwitz aber bei RWE? Wir haben ein Pfund, das wir einbringen können: Das Stadion. Mehr gelitten, als geliebt. Und dann?
Internationale Sponsoren? Gern, aber wie kommt man an die? Weder die Marketingagentur noch unsere Marketingmitarbeiter haben das geschafft. Und wenn man den Kontakt hat - wieso Erfurt und nicht Kaiserslautern, Karlsruhe oder Köln?
Ich bin der Meinung, wir müssen uns von den 99% der anderen Vereine abheben. Von den 99 % der Vereine haben 80 % auch ein ruhiges, professionelles Arbeiten und Auftreten. Schauen wir doch mal 50 km ostwärts. Die haben ähnliche Bedingungen, wie wir. Die haben o. g. Miese gemacht, um überhaupt in die 3. Liga zu kommen. Trotz Investors. Trotz stabiler Zuschauereinnahmen. Trotz Marketingmöglichkeiten. Die haben ja zweitweise nicht mal nen Brustsponsor fürs Trikot gefunden. Die haben's nicht gepackt. Was machen wir besser als die?
Haben wir einen besseren Trainer? Vielleicht. Und wenn: Wie nachhaltig ist so eine Personalie?
Haben wir ein besseres Scouting? Würde ich derzeit ein Fragezeichen sehen.
Haben wir bessere Werbeflächen oder Reichweiten? Eher nicht.
Treten wir öffentlich souveräner auf? Teile der Antwort könnte die Bevölkerung verunsichern.
Wir haben keine Identität, keine DNA, außer unser Wappen und drei Worte. Niemand weiß, wofür RWE steht. Man kennt nur negatives über RWE und ich sehe nicht, wo und wie etwas dagegen getan wird.
Eine mögliche Antwort darauf, was RWE-DNA ist, hätte es gegeben: RWE ist ein Ausbildungsverein, der konsequent auf junge Spieler setzt, diese entwickelt und über Transfererlöse, Transferbeteiligungen und Ausbildungsentschädigungen Einnahmen erzielt. Freiburg hat sich so ein Image auf einem ganz anderen Niveau erarbeitet. Heidenheim und Unterhaching ebenfalls. Die holen Spieler aus der eigenen Jugend oder aus der Region, teils 1-2 Ligen unter der eigenen Spielklasse und machen die besser. Das ist ein Konzept, das funktionieren kann, auch in Erfurt.
Schau dir mal Heidenheim die letzten beiden Saisons an: Kleindienst für 3 Mio gekauft, 7 Monate später für 3,5 MIo verkauft. Dorsch ablösefrei geholt (Bayern II), für 3, 5 Mio € verkauft. Glatzel aus der 4. Liga geholt (Lautern II), für 6 Mio € verkauft, Dovedan aus Österreich für 1,75 Mio € gekauft, für 2,5 Mio€ verkauft, Andrich ablösefrei verpflichtet, für 1 Mio€ verkauft.
Oder Freiburg: 36 Mio € für 3 Spieler, für die sie 9 Mio€ bezahlt haben, bzw. einer kam aus der eigenen Jugend. Die Saison davor waren es rd. 6 Mio € Ertrag aus 2,5 Mio € Kosten
Und bei geschickter Ablösevereinbarungsgestaltung profitierst du noch am Weiterverkauf, wie es bei 1860 München des Öfteren der Fall ist. Das ist keine Romantik, das ist ein klares Profil und das Ausrichten des gesamten Vereins auf eine Philosophie.
Natürlich muss man da investieren, einiges richtig machen und auch Glück haben. Natürlich muss man erstmal in die höheren Ligen, um solche hohen Ablösen erzielen zu können. Aber die Grundlagen können oder müssen jetzt schon gelegt werden. Wenn Donny Bogicevic am Saisonende ablösefrei wechselt und irgendwann mal eine Ablösesumme generiert, bekäme RWE 3 % der Ablösesumme, bei Sivaci oder Mergel wären es nur 0,5 %, bei N'Diaye gäb es gar nichts.
Wenn man konsequent auf junge Spieler, möglichst aus dem eigenen Nachwuchs setzt, wird das eine stetige Einnahme. Sicher keine feste Größe, bei der man jedes Jahr mit Summe X planen kann. Aber DASS was reinkommt und eine Größe von x +- y% vorhanden sein wird, ist ja schon eine enorme Hilfe zur Absicherung des Vereins (und im Endeffekt auch der GmbH).
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