1. FSV Mainz 05 1. FSV Mainz 05
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Christian Heidel
Geburtsdatum 02.06.1963
Alter 63
Nat. Deutschland  Deutschland
Funktion Vorstand Sport
Akt. Verein 1.FSV Mainz 05

Christian Heidel [Vorstand Sport]

22.12.2007 - 16:11 Uhr
Christian Heidel [Vorstand Sport] |#2461
15.11.2025 - 16:37 Uhr
Ich sehe das insgesamt anders und entspannter, kannste nix machen. Auch wenn wir in einigen Punkten übereinstimmen. Offensichtlich aber nicht in den Schlußfolgerungen daraus.
Natürlich würde ich mir mehr Punkte wünschen und hab schon die halbe Theke aufgefressen wenn mal wieder saudumme Fehler passiert sind, offensiv wie defensiv. Ich gehe aber anders damit um. Jedem das Seine. Was ich aber nicht mag sind sinnverdrehende oder manipulative , falsche oder verzerrende Darstellungen, wie es bei dem Heidel-Interview gemacht wurde. Und rein darauf bezog sich mein Beitrag.
Wie jemand anderes mit der Situation umgeht ist nicht mein Thema. Zu negativer Stimmungsmache beziehe ich aber auch weiterhin Stellung, wenn es mir danach ist.

Über Bo, bei dem man natürlich einiges hinterfragen kann, haben wir hier schon ausführlich gesprochen. Ich sehe auch einiges bei ihm kritisch, das war in der erfolgreichen Zeit so und das hat sich nicht geändert. Er hat positive und negative Seiten - auch letztes Jahr schon, als er von vielen gefeiert wurde. Damals Top-Trainer, jetzt Versager? Sorry, das ist mir zu einfach.
Intern wird man über und mit ihm sprechen und Kritik deutlich äußern, aber öffentlich eben nicht in der Form wie es hier tw. an den Tag gelegt wird (s. "Kredit"). Aber auch dieser Kredit ist intern irgendwann aufgebraucht. Bis dahin gibt man ihm aber kein Ultimatum oder sägt öffentlich an seinem Stuhl wie in anderen Clubs, und das finde ich eine gute Eigenschaft an der Mainzer Führung. Andere wünschen sich da mehr Aktionismus. Ist auch eine Möglichkeit, aber idR auf Dauer nicht zielführend. Wenige Ausnahmen bestätigen die Regel.
Die Wünsche nach früheren Auswechslungen wie in Ffm und personelle Umstellungen hatten wir schon, da muß er aktiver und möglicherweise mutiger werden. Ob das dann den erwünschten Erfolg bringt werden wir sehen. Ich möchte dann aber nichts von "wie konnte er nur xy einwechseln" lesen. Spielerisch braucht es Fortschritte - waren in den letzten Spielen phasenweise erkennbar. Die defensive Stabilität hat sich seit Saisonbeginn gebessert. Wille/Einsatz/Laufbereitschaft sind da. Leider aber auch immer wieder teils haarsträubende individuelle Fehler, und die gehen dann eben nicht nur auf die Kappe des Trainers sondern auch an die Adresse der erfahrenen Profis. Genau wie zu zögerliches Auftreten (s. SVW-Spiel). Möglicherweise auch eine Folge der gefeierten Europareise? Muß man dann eben zur Not in Kauf nehmen (Hallo Heidenheim!).

Die Mannschaft ist aber doch nicht nicht-BL-tauglich. Für einen MF-Platz reicht die Kaderqualität (Du verweist selber auf die Top-Stars) bei aller berechtigten Kritik eigentlich aus. Nur bringt man aktuell gerade zu wenig auf den Platz oder reißt es sich mit Unkonzentriertheiten wieder ein.
Keine einfache Situation, aber auch nicht unlösbar. Was genau, lieber @dommew , wünschst Du Dir denn? Neue Spieler und damit vlt. auch mehr Durchschlagskraft werden es bis zum Winter nicht werden. Die Führungsspitze rasieren? Was genau sollte das jetzt auf die Schnelle bringen?
Bleibt noch der Trainer. Was für ein Profil (einen Namen verlange ich ja schon gar nicht) würde denn besser passen? Ich bin da etwas ratlos. Wenn ich mir die letzten Trainer so anschaue dann braucht es im Grunde jemanden mit Charisma, der Mannschaft und Drumherum anzündet, der eine positive Dynamik reinbringt. Kurz jemand wie - Bo. Allerdings in (taktisch usw.) flexibler. Oder wie könnte eine bessere Lösung aussehen, abgesehen vom aktuellen Negativlauf?

Was genau meinst Du mit "billigen Ausreden"? Ausreden für was, um welche Nicht-Handlung gerade zu rechtfertigen? Mach doch mal konkrete Aussagen.
Wie Heidel schon sagte, die Kritiker urteilen NACH dem Ergebnis - da haben die Kritiker ggü. den Planern einen unschätzbaren Vorteil. Oder willst Du mir sagen daß Du im Sommer wußtest daß die 05er nach dem 10.ST so dastehen? Come on.

Die Sichtweise, bei guten 05-Spielen ständig schwache Gegner zu sehen, nervt mich ziemlich. Könnte ja auch sein daß die 05er durch entsprechendes Spiel und Auftreten den Gegner überhaupt erst so "schwach" gemacht haben? Daß die Gegner über die Stärken der 05er (da muß ich in Anbetracht der momentanen Situation gerade selbst ein wenig schmunzeln) wissen und entsprechend tief stehen?
Und gg. die SGE gab es keine eigenen Chancen, das stimmt. Aber es gab in HZ1 tw. sehr sehenswerte, direkte und schnelle Kombinationen. War doch mit ein Grund warum die Frankfurter sehr gebremst und kontrolliert aufgetreten sind und eben nicht ins offene Messer laufen wollten. War ähnlich auch schon bei überraschend defensiven/tief stehenden Leipzigern, Dortmundern usw. zu sehen.

Große Dichte an Top-Spielern? Wer ist denn das, in dieser Saison, für Dich? Außer Sano, der auch Wackler hatte, ist nach meiner Beobachtung keiner wirklich vorneweg gegangen oder hat durch starke Leistungen geglänzt und die anderen mitgezogen. Im Gegenteil wirkt ein Amiri auf mich etwas orientierungslos, Paul hat seine Ballsicherheit und Torgefahr verloren, Caci ist verletzt, Lee schwankt wie eh und je, die Abwehr ist fast in jedem Spiel neu zusammengesetzt und trifft abwechselnd falsche Entscheidungen.
Christian Heidel [Vorstand Sport] |#2462
15.11.2025 - 17:02 Uhr
Zitat von NurFussball
Zitat von dommew

Zitat von BennyFuchs

- eingeleitet wird das Interview mit diesen Aussagen von Heidel: "Wir wollen nichts schönreden. und wir sind total unzufrieden mit der Punkteausbeute, das mal vorweg. Fünf Zähler sind natürlich viel zu wenig. Aber man muss sich jedes Spiel einzeln anschauen (...)" und "Dass es kritische Stimmen gibt, das ist auch völlig in Ordnung. (...) Der Unterschied ist: Kritiker entscheiden, wenn sie das Ergebnis sehen. Wir müssen entscheiden, bevor wir Ergebnisse sehen."

Zitat von Deno91x

-Wenn doan nicht trifft, sprechen wir nicht von einer Krise.


"AZ: Was muss Henriksen in dieser Krise lernen?

Heidel: Darüber würden wir jetzt nicht sprechen, wenn Ritsu Doan (...) nicht das Tor gegen uns schießt und wir einen Punkt in Frankfurt holen. Bo weiß genau, was er machen möchte. Aber auch er ist abhängig davon, dass keine Fehler passieren oder dass Tore gemacht werden." und "Ohne die eine gute Szene von Doan geht das Spiel in Frankfurt 0:0 aus."

Heißt übersetzt: kommt man mit einem Punkt aus Ffm zurück, was auch von vielen, auch Frankfurter, Beobachtern als das "richtige" Ergebnis angesehen wurde, dann wird das Spiel anders bewertet und als Beleg für eine leichte Aufwärtsentwicklung gesehen. So steht ein weiteres verlorenes Spiel in der Statistik und lässt die positiven Ansätze verblassen.

Das ist doch genau die Schönrederei, die kritisiert wird? Am Frankfurtspiel war die Defensivleistung in HZ 1 zu Loben, sonst war das aber nix. Seit Beginn der 2. HZ war man am schwimmen, doch Bo reagierte darauf wie immer nicht. Offensiv blieb man bei keiner nennenswerten Aktion in 90 Minuten. Frankfurt hatte einen sehr miesen Tag und trotzdem waren sie uns fußballerisch klar überlegen. Die Art und Weise, wie das Tor fiel, ist zwar bitter, aber eine logische Konsequenz, wenn du tote Spieler nicht auswechselst und offensiv aufgibst, irgendwie ein Tor zu generieren und nur auf ein 0:0 pokerst (nur Bello stand einwechselbereit, als das Gegentor fiel).

Wir sind in einer massiven Krise, sowohl ergebnistechnisch als auch spielerisch:

- 19 Bundesligapartien, 2 Siege, 7 Unentschieden, 10 Niederlagen, 35 Gegentore, 23 Tore

- Offensiv generierst du keine Großchancen

- der Trainer hält stur an seinem Ideal fest, obwohl es seit x Spielen entzaubert wurde

- Selbst wenn mal gute Leistungen gezeigt werden (wie gegen Bremen, die aber auch sehr schwach waren), dann entscheidet man sich dazu, passiv zu werden (letzter Torschuss in der 57. Minute)

- außer lang und weit und beten ist keine Struktur erkennbar; bei Svensson hat man schon gesehen, dass dieses Abtrainieren vom Fußball in ein Desaster führt

- große Dichte an Top-Spielern, doch punktetechnisch schlechteste Saisonstart

Bitte nochmal überdenken, ob man billige Ausreden, um nichts zu ändern, zwingend rechtfertigen muss. Ich habe keine Lust, dass die tolle Entwicklung von Mainz 05 durch Blauäugigkeit verspielt wird und alle Warnhinweise als lächerlich dargestellt werden. Danke.


Hast du denn das Interview in Gänze gelesen?

Warum sollte denn ein Sportvorstand nichts ändern wollen? Weil er den guten Kumpel Bo nicht verärgern will, bedient er sich billiger Ausreden, um alles schön zu reden? Oder haben Leute wie du als einzige das Licht der Erkenntnis gesehen, hinter all der Blauäugigkeit der Profis, die das seit Jahrzehnten machen?

Also mich erstaunt es immer wieder aufs Neue, wie eingenommen Menschen von ihrer eigenen Wahrheit sein können und in keinster Weise in der Lage zu sein scheinen, zu erkennen, dass es auch andere Erklärungen für Krisen und andere Lösungsansätze gibt.

Bei Heidel wird nichts schöngeredet. Er bewertet Dinge eben anders als das der ein oder andere hier tut. Aber die Möglichkeit unterschiedlicher Interpretationen existiert bei manchen eben nicht. Liest man die Bewertungen der Mainzer Spiele in seriösen Medien mal nach und klammert social media Kanäle aus, findet sich vieles von dem, was Heidel sagt, wieder.

Er begründet auch, warum er weiter Vertrauen zu Trainer und Spielern hat. Man kann das anders bewerten, aber mit Blauäugigkeit hat das nichts zu tun. Er will den Handelnden den Rücken stärken, zumal in der Öffentlichkeit. Das ist auch sein Job. Solange er selbst die Situation so einschätzt, dass die Handelnden das Ruder wieder rumreißen können.

Und er erklärt auch gut, warum er jetzt nicht öffentlich über neue Spieler im Winter redet. Mit all seiner Erfahrung weiß er sicherlich, was es jetzt oder im Winter braucht. Aber dem jetzigen Personal in der Öffentlichkeit das Vertrauen zu entziehen, hieße, dieses zu demotivieren, was niemandem weiter hilft. Im Gegenteil. Wer erwartet, dass ein Verantwortlicher in der Öffentlichkeit"Klartext" redet und alle Schwachstellen aufzählt, versteht m. E. nichts davon, wie man in Krisenzeiten agiert.

Er macht mehr als deutlich, dass niemand mit der derzeitigen Situation auch nur ansatzweise zufrieden sein kann. Aber er stärkt allen den Rücken und fördert den Zusammenhalt. Der ist notwendig in solchen Zeiten. Und das wissen wir Mainzer sehr genau. Und dass er auch handelt, wenn er keine Basis zur positiven Wende mehr sieht, hat er oft genug bewiesen.

Natürlich erwarte ich nicht, dass Heidel Bo öffentlich in den Rücken fällt, solange er noch Trainer ist. Aber wer auf die Frage "Was muss Henriksen in dieser Krise lernen?" antwortet, dass diese Frage nicht berechtigt wäre, wenn man ein 0:0 ergaunert hätte, dem attestiere ich Schönrederei. Wir wären sogar noch in einer Krise, selbst wenn wir gewonnen hätten. Auch stellt Heidel die Trainerfrage ("Wie viel Zeit bekommt Trainer Bo Henriksen, das Ruder herumzureißen?") ins Lächerliche, weil er die Entwicklung seit Ende der letzten Saison verkennt. Und ja, es ist Heidels Art, sehr viel Geduld zu haben. Das hat sich auch in der Vergangenheit schon ausgezahlt. Aber wir sind an einem Punkt gelangt, wo das ganze groteske Züge annimmt: Es wird stets so lange gewartet, bis der Karren "unrettbar" scheint, bis gehandelt wird. In wie vielen Winterpausen in den letzten Jahren mussten wir panische, teure Transfers machen, weil im Sommer gepennt wurde? Wie oft wird ein spielerisches Loch bis zum Rosenmontag noch gut gehen, wonach ein Feuerwehr-Bo arrangiert wird? Wir sind hier in einem Kreislauf gefangen, den man doch anzuprangern hat. Und da muss man auch unseren Don in diesem Aspekt mal kritisieren, der in guten Zeiten zweifelsohne zu konservativ handelt, sodass schlechte Zeiten häufiger die Folge sind, als dass es uns lieb ist. Diese schlechten Zeiten schafft er es zwar stets, wieder in Gute umzuwandeln, doch das kann halt irgendwann mal schief gehen.

Was die "seriösen Medien" als Fazit nach einem Spiel schreiben, ist doch völlig uninteressant. Die allermeisten rattern eine Spielzusammenfassung (Ticker) runter, ohne auf die konkrete Spielweise der einzelnen Mannschaften, die spielerischen Abläufe oder konkrete Fehlentscheidungen des Trainerteams einzugehen, und bewerten das Spiel nach dem Ergebnis. Zudem will man sich doch auch nicht als "neutraler" Journalist großartig mit dem Verein anlegen, da dadurch möglicherweise gute Kontakte riskiert werden. Ich und die meisten anderen Fans bewerten die Spiele lieber mit meinem Auge und kauen nicht das wieder, was ein Magazin schreibt.
Christian Heidel [Vorstand Sport] |#2463
15.11.2025 - 17:26 Uhr
Zu Deinem letzten Absatz: Ja und Nein. Die meisten Journalisten von denen ich die Artikel lese haben idR das Spiel komplett gesehen, was man auch an erwähnten Spielsituationen erkennt. Zu unterstellen daß die "seriösen Medien" nur Agenturmeldungen wiedergeben finde ich schon gewagt. Stimmt sicher bei manchen, aber so pauschal? Nunja. Sind ja aber auch nicht meine Quellen, da versuche ich schon etwas mehr bei den Ursprüngen auf die sich manche beziehen zu bleiben.
Daß ich mir auch gerne mehr inhaltliche und gerne auch kritische Fragen wünschen würde steht auf einem anderen Blatt. Wenn die Kritik in der richtigen Form und mit Substanz geäußert wird spricht doch auch nichts dagegen, und dann wird mit Sicherheit niemandem das Fragerecht entzogen. Wenn die Form stimmt!

Aber daß User objektiver das Spiel bewerten willst Du jetzt nicht ernsthaft erzählen? Schau einfach mal was ein Tor für oder gegen das jeweilige Team (nicht nur in MZ) für einen Stimmungsumschwung bewirkt. Hat aber doch mit dem Auftreten auf dem Platz nur bedingt zu tun.
Das mag bei Dir anders sein, aber grundsätzlich ist gerade bei direkten Spielkommentaren mehr Subjektivität und Emotionen als alles andere, und meistens eben keine objektive Betrachtung. Das ist zumindest meine Wahrnehmung.

Wo zieht Heidel die Trainerfrage denn ins lächerliche? Im Ernst: er scheint Bo noch nicht so kritisch wie manch einer hier zu sehen. Ist sein gutes Recht. Wenns klappt klopfen die Kritiker ihm dann danach auf die Schulter (mit dem Beisatz "hätte aber auch schiefgehen können"), wenns schiefgeht hat man es vorher gewußt.

Zu welchem Zeitpunkt hätte oder sollte man denn reagieren? Nach dem schwächeren Saisonende, also in der Sommerpause? Vor der letzten LS-Pause? Jetzt, nach Ffm?
Er sagt im Interview "Wenn wir im Winter der Auffassung sind, dass wir nachjustieren müssen, werden wir entsprechend handeln. Jetzt gilt erst mal Fokus auf die verbleibenden acht Pflichtspiele". Er, und auch die anderen Verantwortlichen, haben die Lage im Blick und wollen sicher nicht wieder so eine Zitter-RR wie vor 2 Jahren. Mir scheint das wird von vielen Usern anders eingeschätzt.

Man kann btw. von der Finanzpolitik halten was man will. Sie hat den FSV im Guten wie im Schlechten dahin gebracht wo er steht. Mit eigenen Stadien, einem fortschrittlichen NLZ, 16 Jahre BL am Stück, dabei tabellarisch Ausreißer nach oben, aber sehr oft auch im gesicherten MF. An einem "jungen" Standort wie MZ schon nicht so schlecht. Mit mehr Risiko wäre vlt. mehr möglich gewesen, kann sein. Aber ich bin damit einigermaßen zufrieden. Andere nicht, das ist ok. Ich kenne 2.-BL-Abstiegskampf in wirklich tristem Umfeld, grottigen Kicks und der konkreten Gefahr des Club-Zerfalls bei Abstieg. Darum weiß ich das Hier und Jetzt, mit allen Negativläufen, trotz allem zu schätzen. Da habe ich einfach eine andere, gelassenere Sichtweise und Umgang - ohne die Fehler und Probleme auszublenden.

Und die größte Fehleinschätzung war ja wohl im Sturm, genauer gesagt beim MS. Hättest Du es also besser gefunden wenn man im Sommer für etliche Mio. einen neuen MS geholt hätte, und Nelly wäre dann im Zweifel gewechselt? Was, wenn der beim neuen Team dann auf einmal getroffen hätte? Den Shitstorm will ich mir nicht ausmalen. Weil, ganz klar: das war doch offensichtlich, der war schon immer so ein Riesentalent, nur hat das in MZ und v.a. Bo nicht gesehen. Oder?
Dieser Beitrag wurde zuletzt von BennyFuchs am 15.11.2025 um 17:35 Uhr bearbeitet
Christian Heidel [Vorstand Sport] |#2464
15.11.2025 - 17:37 Uhr
Zitat von BennyFuchs
Ich sehe das insgesamt anders und entspannter, kannste nix machen. Auch wenn wir in einigen Punkten übereinstimmen. Offensichtlich aber nicht in den Schlußfolgerungen daraus.
Natürlich würde ich mir mehr Punkte wünschen und hab schon die halbe Theke aufgefressen wenn mal wieder saudumme Fehler passiert sind, offensiv wie defensiv. Ich gehe aber anders damit um. Jedem das Seine. Was ich aber nicht mag sind sinnverdrehende oder manipulative , falsche oder verzerrende Darstellungen, wie es bei dem Heidel-Interview gemacht wurde. Und rein darauf bezog sich mein Beitrag.
Wie jemand anderes mit der Situation umgeht ist nicht mein Thema. Zu negativer Stimmungsmache beziehe ich aber auch weiterhin Stellung, wenn es mir danach ist.

Über Bo, bei dem man natürlich einiges hinterfragen kann, haben wir hier schon ausführlich gesprochen. Ich sehe auch einiges bei ihm kritisch, das war in der erfolgreichen Zeit so und das hat sich nicht geändert. Er hat positive und negative Seiten - auch letztes Jahr schon, als er von vielen gefeiert wurde. Damals Top-Trainer, jetzt Versager? Sorry, das ist mir zu einfach.
Intern wird man über und mit ihm sprechen und Kritik deutlich äußern, aber öffentlich eben nicht in der Form wie es hier tw. an den Tag gelegt wird (s. "Kredit"). Aber auch dieser Kredit ist intern irgendwann aufgebraucht. Bis dahin gibt man ihm aber kein Ultimatum oder sägt öffentlich an seinem Stuhl wie in anderen Clubs, und das finde ich eine gute Eigenschaft an der Mainzer Führung. Andere wünschen sich da mehr Aktionismus. Ist auch eine Möglichkeit, aber idR auf Dauer nicht zielführend. Wenige Ausnahmen bestätigen die Regel.
Die Wünsche nach früheren Auswechslungen wie in Ffm und personelle Umstellungen hatten wir schon, da muß er aktiver und möglicherweise mutiger werden. Ob das dann den erwünschten Erfolg bringt werden wir sehen. Ich möchte dann aber nichts von "wie konnte er nur xy einwechseln" lesen. Spielerisch braucht es Fortschritte - waren in den letzten Spielen phasenweise erkennbar. Die defensive Stabilität hat sich seit Saisonbeginn gebessert. Wille/Einsatz/Laufbereitschaft sind da. Leider aber auch immer wieder teils haarsträubende individuelle Fehler, und die gehen dann eben nicht nur auf die Kappe des Trainers sondern auch an die Adresse der erfahrenen Profis. Genau wie zu zögerliches Auftreten (s. SVW-Spiel). Möglicherweise auch eine Folge der gefeierten Europareise? Muß man dann eben zur Not in Kauf nehmen (Hallo Heidenheim!).

Die Mannschaft ist aber doch nicht nicht-BL-tauglich. Für einen MF-Platz reicht die Kaderqualität (Du verweist selber auf die Top-Stars) bei aller berechtigten Kritik eigentlich aus. Nur bringt man aktuell gerade zu wenig auf den Platz oder reißt es sich mit Unkonzentriertheiten wieder ein.
Keine einfache Situation, aber auch nicht unlösbar. Was genau, lieber @dommew , wünschst Du Dir denn? Neue Spieler und damit vlt. auch mehr Durchschlagskraft werden es bis zum Winter nicht werden. Die Führungsspitze rasieren? Was genau sollte das jetzt auf die Schnelle bringen?
Bleibt noch der Trainer. Was für ein Profil (einen Namen verlange ich ja schon gar nicht) würde denn besser passen? Ich bin da etwas ratlos. Wenn ich mir die letzten Trainer so anschaue dann braucht es im Grunde jemanden mit Charisma, der Mannschaft und Drumherum anzündet, der eine positive Dynamik reinbringt. Kurz jemand wie - Bo. Allerdings in (taktisch usw.) flexibler. Oder wie könnte eine bessere Lösung aussehen, abgesehen vom aktuellen Negativlauf?

Was genau meinst Du mit "billigen Ausreden"? Ausreden für was, um welche Nicht-Handlung gerade zu rechtfertigen? Mach doch mal konkrete Aussagen.
Wie Heidel schon sagte, die Kritiker urteilen NACH dem Ergebnis - da haben die Kritiker ggü. den Planern einen unschätzbaren Vorteil. Oder willst Du mir sagen daß Du im Sommer wußtest daß die 05er nach dem 10.ST so dastehen? Come on.

Die Sichtweise, bei guten 05-Spielen ständig schwache Gegner zu sehen, nervt mich ziemlich. Könnte ja auch sein daß die 05er durch entsprechendes Spiel und Auftreten den Gegner überhaupt erst so "schwach" gemacht haben? Daß die Gegner über die Stärken der 05er (da muß ich in Anbetracht der momentanen Situation gerade selbst ein wenig schmunzeln) wissen und entsprechend tief stehen?
Und gg. die SGE gab es keine eigenen Chancen, das stimmt. Aber es gab in HZ1 tw. sehr sehenswerte, direkte und schnelle Kombinationen. War doch mit ein Grund warum die Frankfurter sehr gebremst und kontrolliert aufgetreten sind und eben nicht ins offene Messer laufen wollten. War ähnlich auch schon bei überraschend defensiven/tief stehenden Leipzigern, Dortmundern usw. zu sehen.

Große Dichte an Top-Spielern? Wer ist denn das, in dieser Saison, für Dich? Außer Sano, der auch Wackler hatte, ist nach meiner Beobachtung keiner wirklich vorneweg gegangen oder hat durch starke Leistungen geglänzt und die anderen mitgezogen. Im Gegenteil wirkt ein Amiri auf mich etwas orientierungslos, Paul hat seine Ballsicherheit und Torgefahr verloren, Caci ist verletzt, Lee schwankt wie eh und je, die Abwehr ist fast in jedem Spiel neu zusammengesetzt und trifft abwechselnd falsche Entscheidungen.

Auf dem Papier haben wir so viele Top-Spieler wie noch nie: Amiri, Sano, Nebel, Caci, Zentner. In Normalform und ohne Verletzung gehören diese Spieler zu den Besten der Liga auf ihrer Position. Ich kann mich nicht an ein Mainz 05 erinnern, bei dem diese Dichte so groß war. Und doch läuft es sportlich nicht. Das war der Punkt.

Natürlich ist es billig, wenn man unbegründet bei Spielen gegen Mainz 05 behauptet, dass der Gegner das Spiel für sie durch ihre Verfassung gewonnen hat. Doch gegen Bremen war das doch ziemlich klar, dass da in den ersten 60 Minuten eine vergleichsweise gute Mainzer Mannschaft auf dem Feld stand, die gegen eine katastrophale Bremer Elf spielte. Ihre Abwehr hatte eine miserable Passquote, auch ohne gegnerischen Druck kam quasi jeder Progressivpass zu weit oder ins Seitenaus. Dieses Spiel kann man berechtigterweise als Mutmacher nennen, aber als Beweis, dass es klar aufwärts geht, reicht es nicht. Vor allem, weil Bo das Spiel ab der 60. Minute völlig vercoacht hat.

Als "billige Ausrede" meine ich eben genau das: Es wird sich an minimalen Erfolgen (man kassiert nur 1 bitteres Gegentor oder war die bessere Mannschaft gegen ein defensiv miserables Team aus Bremen) aufgehangen, um eine Kritik am Kurs bzw. die Notwendigkeit des mMn zwingend notwendigen Handelns zu umgehen ("Wenn ..., dann würden wir nicht darüber reden"). Natürlich kann man nur beurteilen, was in der Öffentlichkeit stattfindet. Deshalb kritisiere ich auch das, was öffentlich gesagt wird.

Wenn du mich nach meiner Forderung fragst, lieber @BennyFuchs, dann müssen wir natürlich vom Jetzt sprechen. Dass man im Sommer dringend die IV hätte verstärken müssen (und man mit Bello und Leitschi nicht planen darf), ist wohl zum Glück auch intern angekommen. Die "ALLE RAUS"-Rufe sind schwachsinnig. Aber alle im Vorstand müssen die ultrakonservative Strategie im Sommer hinterfragen. Bo Henriksen hätte seine spielerisch-taktische Herangehensweise, besonders ingame, schon lange hinterfragen und abwandeln müssen (zur Trainerthematik wurden die Gründe schon x mal dargestellt, das sparen wir uns hier besser). MMn scheitern wir derzeit nicht an fehlender Mentalität oder Kraft durch die Doppeltbelohnung. In dem Punkt bekommt es Bo gut hin. Wir scheitern an einer destruktiven Spielweise, die immer weiter vereinfacht wird, um zwingend notwendige taktische Veränderungen zu vermeiden. Bo hatte lange genug Zeit, seine Idee an den Kader anzupassen. Daher plädiere ich für eine Trennung, die mir menschlich Leid tut, aber im Sinne des Vereins ist. Als neuen Trainer dürfen wir auf keinen Fall einen "Feuerwehrmann" holen, sonst sind wir in 2 Jahren wieder an dieser Stelle, bei der wir durch eine personelle und taktische Sturheit von Bo1 und Bo2 gelandet sind. Optionen gibt es viele auf dem Markt. Diese gehen von Johannes Thorup (jung, klare Spielweise mit Ball) bis Erstliga-Rose. Oder man bleibt halt beim Mainzer Weg und zieht wie zu Tuchels Zeit Benni Hofmann hoch. Unter ihm würden die jungen Spieler im Kader aufblühen, die von Bo2 ignoriert werden.
Christian Heidel [Vorstand Sport] |#2465
15.11.2025 - 17:57 Uhr
Zitat von BennyFuchs
Zu Deinem letzten Absatz: Ja und Nein. Die meisten Journalisten von denen ich die Artikel lese haben idR das Spiel komplett gesehen, was man auch an erwähnten Spielsituationen erkennt. Zu unterstellen daß die "seriösen Medien" nur Agenturmeldungen wiedergeben finde ich schon gewagt. Stimmt sicher bei manchen, aber so pauschal? Nunja. Sind ja aber auch nicht meine Quellen, da versuche ich schon etwas mehr bei den Ursprüngen auf die sich manche beziehen zu bleiben.
Daß ich mir auch gerne mehr inhaltliche und gerne auch kritische Fragen wünschen würde steht auf einem anderen Blatt. Wenn die Kritik in der richtigen Form und mit Substanz geäußert wird spricht doch auch nichts dagegen, und dann wird mit Sicherheit niemandem das Fragerecht entzogen. Wenn die Form stimmt!

Aber daß User objektiver das Spiel bewerten willst Du jetzt nicht ernsthaft erzählen? Schau einfach mal was ein Tor für oder gegen das jeweilige Team (nicht nur in MZ) für einen Stimmungsumschwung bewirkt. Hat aber doch mit dem Auftreten auf dem Platz nur bedingt zu tun.
Das mag bei Dir anders sein, aber grundsätzlich ist gerade bei direkten Spielkommentaren mehr Subjektivität und Emotionen als alles andere, und meistens eben keine objektive Betrachtung. Das ist zumindest meine Wahrnehmung.

Wo zieht Heidel die Trainerfrage denn ins lächerliche? Im Ernst: er scheint Bo noch nicht so kritisch wie manch einer hier zu sehen. Ist sein gutes Recht. Wenns klappt klopfen die Kritiker ihm dann danach auf die Schulter (mit dem Beisatz "hätte aber auch schiefgehen können"), wenns schiefgeht hat man es vorher gewußt.

Zu welchem Zeitpunkt hätte oder sollte man denn reagieren? Nach dem schwächeren Saisonende, also in der Sommerpause? Vor der letzten LS-Pause? Jetzt, nach Ffm?
Er sagt im Interview "Wenn wir im Winter der Auffassung sind, dass wir nachjustieren müssen, werden wir entsprechend handeln. Jetzt gilt erst mal Fokus auf die verbleibenden acht Pflichtspiele". Er, und auch die anderen Verantwortlichen, haben die Lage im Blick und wollen sicher nicht wieder so eine Zitter-RR wie vor 2 Jahren. Mir scheint das wird von vielen Usern anders eingeschätzt.

Man kann btw. von der Finanzpolitik halten was man will. Sie hat den FSV im Guten wie im Schlechten dahin gebracht wo er steht. Mit eigenen Stadien, einem fortschrittlichen NLZ, 16 Jahre BL am Stück, dabei tabellarisch Ausreißer nach oben, aber sehr oft auch im gesicherten MF. An einem "jungen" Standort wie MZ schon nicht so schlecht. Mit mehr Risiko wäre vlt. mehr möglich gewesen, kann sein. Aber ich bin damit einigermaßen zufrieden. Andere nicht, das ist ok. Ich kenne 2.-BL-Abstiegskampf in wirklich tristem Umfeld, grottigen Kicks und der konkreten Gefahr des Club-Zerfalls bei Abstieg. Darum weiß ich das Hier und Jetzt, mit allen Negativläufen, trotz allem zu schätzen. Da habe ich einfach eine andere, gelassenere Sichtweise und Umgang - ohne die Fehler und Probleme auszublenden.

Und die größte Fehleinschätzung war ja wohl im Sturm, genauer gesagt beim MS. Hättest Du es also besser gefunden wenn man im Sommer für etliche Mio. einen neuen MS geholt hätte, und Nelly wäre dann im Zweifel gewechselt? Was, wenn der beim neuen Team dann auf einmal getroffen hätte? Den Shitstorm will ich mir nicht ausmalen. Weil, ganz klar: das war doch offensichtlich, der war schon immer so ein Riesentalent, nur hat das in MZ und v.a. Bo nicht gesehen. Oder?

Da stimme ich dir teilweise zu. Die Stürmerfrage ist mMn etwas komplexer:

Wenn Bo sagt, dass er - komme was wolle - ein 3421 durchrattern will, hätte man einen anderen Spielertypen im Sturm verpflichten müssen anstelle von Bøving, von dem ich zugegebenermaßen ein großer Fan bin. So hätte nämlich "Burkardt-Ersatz" Hollerbach im Halbraum spielen können und ein neuer Stürmer wäre vorne gelandet. Gleichzeitig hätte diese Entscheidung dann aber den Abgang von Nelly bedeutet, was vom Spielsystem her unumgänglich wäre.

Wenn Bo allerdings einen Faible für taktische Variabilität gezeigt hätte, so würden wir aktuell nicht über den Sturm reden. Weiper, Hollerbach und Bøving haben allesamt beim alten Club bzw bei der U21 Natio im Doppelsturm überzeugt, da das zu ihren Spielerprofilen passt. Was wird aber gemacht? Anstelle seinen Matchplan an die aktuellen Spieler anzupassen, werden sich Profile aus der letzten Saison (Burkardt) herbeigewünscht, die nicht mehr im Verein existieren. So muss dann ein engagierter Lee als Stürmer auflaufen, anstelle eine Alternative (3412/3322) mit Zukunft zu finden.

Unabhängig davon fehlt es an einem variablen IV (z.B. Spielertyp Arrey-Mbi) und einem Linksfuß auf der linken Schiene (z.B. Zehnter hätte es werden können). Bei diesen beiden Positionen herrscht mMn deutlich mehr Handlungsbedarf und das war auch schon im Sommer ersichtlich.

Natürlich ist meine Aussage, die die Wertigkeit von Spielberichten degradiert, nicht immer zutreffend. Aber es ist doch ziemlich klar, dass ein simpler Spielbericht keine taktischen oder spielerischen Analysen im Detail darstellt. Das wollte ich damit sagen. Konkrete Abläufe, aus denen sich das Spiel des Teams zusammensetzt, werden nicht aufgeschlüsselt. Das macht man selbst, wenn man darauf im Spiel achtet.
Christian Heidel [Vorstand Sport] |#2466
15.11.2025 - 18:37 Uhr
Zitat von dommew
Zitat von BennyFuchs

Zu Deinem letzten Absatz: Ja und Nein. Die meisten Journalisten von denen ich die Artikel lese haben idR das Spiel komplett gesehen, was man auch an erwähnten Spielsituationen erkennt. Zu unterstellen daß die "seriösen Medien" nur Agenturmeldungen wiedergeben finde ich schon gewagt. Stimmt sicher bei manchen, aber so pauschal? Nunja. Sind ja aber auch nicht meine Quellen, da versuche ich schon etwas mehr bei den Ursprüngen auf die sich manche beziehen zu bleiben.
Daß ich mir auch gerne mehr inhaltliche und gerne auch kritische Fragen wünschen würde steht auf einem anderen Blatt. Wenn die Kritik in der richtigen Form und mit Substanz geäußert wird spricht doch auch nichts dagegen, und dann wird mit Sicherheit niemandem das Fragerecht entzogen. Wenn die Form stimmt!

Aber daß User objektiver das Spiel bewerten willst Du jetzt nicht ernsthaft erzählen? Schau einfach mal was ein Tor für oder gegen das jeweilige Team (nicht nur in MZ) für einen Stimmungsumschwung bewirkt. Hat aber doch mit dem Auftreten auf dem Platz nur bedingt zu tun.
Das mag bei Dir anders sein, aber grundsätzlich ist gerade bei direkten Spielkommentaren mehr Subjektivität und Emotionen als alles andere, und meistens eben keine objektive Betrachtung. Das ist zumindest meine Wahrnehmung.

Wo zieht Heidel die Trainerfrage denn ins lächerliche? Im Ernst: er scheint Bo noch nicht so kritisch wie manch einer hier zu sehen. Ist sein gutes Recht. Wenns klappt klopfen die Kritiker ihm dann danach auf die Schulter (mit dem Beisatz "hätte aber auch schiefgehen können"), wenns schiefgeht hat man es vorher gewußt.

Zu welchem Zeitpunkt hätte oder sollte man denn reagieren? Nach dem schwächeren Saisonende, also in der Sommerpause? Vor der letzten LS-Pause? Jetzt, nach Ffm?
Er sagt im Interview "Wenn wir im Winter der Auffassung sind, dass wir nachjustieren müssen, werden wir entsprechend handeln. Jetzt gilt erst mal Fokus auf die verbleibenden acht Pflichtspiele". Er, und auch die anderen Verantwortlichen, haben die Lage im Blick und wollen sicher nicht wieder so eine Zitter-RR wie vor 2 Jahren. Mir scheint das wird von vielen Usern anders eingeschätzt.

Man kann btw. von der Finanzpolitik halten was man will. Sie hat den FSV im Guten wie im Schlechten dahin gebracht wo er steht. Mit eigenen Stadien, einem fortschrittlichen NLZ, 16 Jahre BL am Stück, dabei tabellarisch Ausreißer nach oben, aber sehr oft auch im gesicherten MF. An einem "jungen" Standort wie MZ schon nicht so schlecht. Mit mehr Risiko wäre vlt. mehr möglich gewesen, kann sein. Aber ich bin damit einigermaßen zufrieden. Andere nicht, das ist ok. Ich kenne 2.-BL-Abstiegskampf in wirklich tristem Umfeld, grottigen Kicks und der konkreten Gefahr des Club-Zerfalls bei Abstieg. Darum weiß ich das Hier und Jetzt, mit allen Negativläufen, trotz allem zu schätzen. Da habe ich einfach eine andere, gelassenere Sichtweise und Umgang - ohne die Fehler und Probleme auszublenden.

Und die größte Fehleinschätzung war ja wohl im Sturm, genauer gesagt beim MS. Hättest Du es also besser gefunden wenn man im Sommer für etliche Mio. einen neuen MS geholt hätte, und Nelly wäre dann im Zweifel gewechselt? Was, wenn der beim neuen Team dann auf einmal getroffen hätte? Den Shitstorm will ich mir nicht ausmalen. Weil, ganz klar: das war doch offensichtlich, der war schon immer so ein Riesentalent, nur hat das in MZ und v.a. Bo nicht gesehen. Oder?

Da stimme ich dir teilweise zu. Die Stürmerfrage ist mMn etwas komplexer:

Wenn Bo sagt, dass er - komme was wolle - ein 3421 durchrattern will, hätte man einen anderen Spielertypen im Sturm verpflichten müssen anstelle von Bøving, von dem ich zugegebenermaßen ein großer Fan bin. So hätte nämlich "Burkardt-Ersatz" Hollerbach im Halbraum spielen können und ein neuer Stürmer wäre vorne gelandet. Gleichzeitig hätte diese Entscheidung dann aber den Abgang von Nelly bedeutet, was vom Spielsystem her unumgänglich wäre.

Wenn Bo allerdings einen Faible für taktische Variabilität gezeigt hätte, so würden wir aktuell nicht über den Sturm reden. Weiper, Hollerbach und Bøving haben allesamt beim alten Club bzw bei der U21 Natio im Doppelsturm überzeugt, da das zu ihren Spielerprofilen passt. Was wird aber gemacht? Anstelle seinen Matchplan an die aktuellen Spieler anzupassen, werden sich Profile aus der letzten Saison (Burkardt) herbeigewünscht, die nicht mehr im Verein existieren. So muss dann ein engagierter Lee als Stürmer auflaufen, anstelle eine Alternative (3412/3322) mit Zukunft zu finden.

Unabhängig davon fehlt es an einem variablen IV (z.B. Spielertyp Arrey-Mbi) und einem Linksfuß auf der linken Schiene (z.B. Zehnter hätte es werden können). Bei diesen beiden Positionen herrscht mMn deutlich mehr Handlungsbedarf und das war auch schon im Sommer ersichtlich.

Natürlich ist meine Aussage, die die Wertigkeit von Spielberichten degradiert, nicht immer zutreffend. Aber es ist doch ziemlich klar, dass ein simpler Spielbericht keine taktischen oder spielerischen Analysen im Detail darstellt. Das wollte ich damit sagen. Konkrete Abläufe, aus denen sich das Spiel des Teams zusammensetzt, werden nicht aufgeschlüsselt. Das macht man selbst, wenn man darauf im Spiel achtet.


Nur mal zur Verdeutlichung meines letzten Postes in Reaktion auf deine Sichtweisen hier etwas aus dem letzten Absatz von dir:

Um die Aussagekraft objektiver Spielberichte in seriösen Medien - im Unterschied zu häufig emotional geprägten Posts in social media - zu entkräften, nennst du sie schon am Anfang des Satzes "simpel". Nur um dann folgerichtig zu schließen, dass diese keine detaillierte Analysen darstellen können. Das ist entweder bewusst polemisch oder ungewollt unfair argumentiert. Klassischer Zirkelschluss.

Wenn du Sportjournalisten taktische oder spielerische Analysen als Grundlage ihrer Berichterstattung absprichst (nur simple Berichte), machst du das Gleiche wie bei deinem Umgang mit Heidel. Jede anders gelagerte Argumentation im Keim ersticken und als unqualifiziert darstellen. Mir gefällt das nicht und ich finde es schade, da darunter die Offenheit für andere Sichtweisen leidet.

Es gibt hier ja viel Übereinstimmung dahingehend, dass Bo durchaus einige Dinge mal anders anpacken könnte. Aber man sollte sich immer die Offenheit bewahren, dass die eigene Sichtweise nicht das Maß der Dinge ist.
Christian Heidel [Vorstand Sport] |#2467
15.11.2025 - 18:58 Uhr
Zitat von NurFussball
Zitat von dommew

Zitat von BennyFuchs

Zu Deinem letzten Absatz: Ja und Nein. Die meisten Journalisten von denen ich die Artikel lese haben idR das Spiel komplett gesehen, was man auch an erwähnten Spielsituationen erkennt. Zu unterstellen daß die "seriösen Medien" nur Agenturmeldungen wiedergeben finde ich schon gewagt. Stimmt sicher bei manchen, aber so pauschal? Nunja. Sind ja aber auch nicht meine Quellen, da versuche ich schon etwas mehr bei den Ursprüngen auf die sich manche beziehen zu bleiben.
Daß ich mir auch gerne mehr inhaltliche und gerne auch kritische Fragen wünschen würde steht auf einem anderen Blatt. Wenn die Kritik in der richtigen Form und mit Substanz geäußert wird spricht doch auch nichts dagegen, und dann wird mit Sicherheit niemandem das Fragerecht entzogen. Wenn die Form stimmt!

Aber daß User objektiver das Spiel bewerten willst Du jetzt nicht ernsthaft erzählen? Schau einfach mal was ein Tor für oder gegen das jeweilige Team (nicht nur in MZ) für einen Stimmungsumschwung bewirkt. Hat aber doch mit dem Auftreten auf dem Platz nur bedingt zu tun.
Das mag bei Dir anders sein, aber grundsätzlich ist gerade bei direkten Spielkommentaren mehr Subjektivität und Emotionen als alles andere, und meistens eben keine objektive Betrachtung. Das ist zumindest meine Wahrnehmung.

Wo zieht Heidel die Trainerfrage denn ins lächerliche? Im Ernst: er scheint Bo noch nicht so kritisch wie manch einer hier zu sehen. Ist sein gutes Recht. Wenns klappt klopfen die Kritiker ihm dann danach auf die Schulter (mit dem Beisatz "hätte aber auch schiefgehen können"), wenns schiefgeht hat man es vorher gewußt.

Zu welchem Zeitpunkt hätte oder sollte man denn reagieren? Nach dem schwächeren Saisonende, also in der Sommerpause? Vor der letzten LS-Pause? Jetzt, nach Ffm?
Er sagt im Interview "Wenn wir im Winter der Auffassung sind, dass wir nachjustieren müssen, werden wir entsprechend handeln. Jetzt gilt erst mal Fokus auf die verbleibenden acht Pflichtspiele". Er, und auch die anderen Verantwortlichen, haben die Lage im Blick und wollen sicher nicht wieder so eine Zitter-RR wie vor 2 Jahren. Mir scheint das wird von vielen Usern anders eingeschätzt.

Man kann btw. von der Finanzpolitik halten was man will. Sie hat den FSV im Guten wie im Schlechten dahin gebracht wo er steht. Mit eigenen Stadien, einem fortschrittlichen NLZ, 16 Jahre BL am Stück, dabei tabellarisch Ausreißer nach oben, aber sehr oft auch im gesicherten MF. An einem "jungen" Standort wie MZ schon nicht so schlecht. Mit mehr Risiko wäre vlt. mehr möglich gewesen, kann sein. Aber ich bin damit einigermaßen zufrieden. Andere nicht, das ist ok. Ich kenne 2.-BL-Abstiegskampf in wirklich tristem Umfeld, grottigen Kicks und der konkreten Gefahr des Club-Zerfalls bei Abstieg. Darum weiß ich das Hier und Jetzt, mit allen Negativläufen, trotz allem zu schätzen. Da habe ich einfach eine andere, gelassenere Sichtweise und Umgang - ohne die Fehler und Probleme auszublenden.

Und die größte Fehleinschätzung war ja wohl im Sturm, genauer gesagt beim MS. Hättest Du es also besser gefunden wenn man im Sommer für etliche Mio. einen neuen MS geholt hätte, und Nelly wäre dann im Zweifel gewechselt? Was, wenn der beim neuen Team dann auf einmal getroffen hätte? Den Shitstorm will ich mir nicht ausmalen. Weil, ganz klar: das war doch offensichtlich, der war schon immer so ein Riesentalent, nur hat das in MZ und v.a. Bo nicht gesehen. Oder?

Da stimme ich dir teilweise zu. Die Stürmerfrage ist mMn etwas komplexer:

Wenn Bo sagt, dass er - komme was wolle - ein 3421 durchrattern will, hätte man einen anderen Spielertypen im Sturm verpflichten müssen anstelle von Bøving, von dem ich zugegebenermaßen ein großer Fan bin. So hätte nämlich "Burkardt-Ersatz" Hollerbach im Halbraum spielen können und ein neuer Stürmer wäre vorne gelandet. Gleichzeitig hätte diese Entscheidung dann aber den Abgang von Nelly bedeutet, was vom Spielsystem her unumgänglich wäre.

Wenn Bo allerdings einen Faible für taktische Variabilität gezeigt hätte, so würden wir aktuell nicht über den Sturm reden. Weiper, Hollerbach und Bøving haben allesamt beim alten Club bzw bei der U21 Natio im Doppelsturm überzeugt, da das zu ihren Spielerprofilen passt. Was wird aber gemacht? Anstelle seinen Matchplan an die aktuellen Spieler anzupassen, werden sich Profile aus der letzten Saison (Burkardt) herbeigewünscht, die nicht mehr im Verein existieren. So muss dann ein engagierter Lee als Stürmer auflaufen, anstelle eine Alternative (3412/3322) mit Zukunft zu finden.

Unabhängig davon fehlt es an einem variablen IV (z.B. Spielertyp Arrey-Mbi) und einem Linksfuß auf der linken Schiene (z.B. Zehnter hätte es werden können). Bei diesen beiden Positionen herrscht mMn deutlich mehr Handlungsbedarf und das war auch schon im Sommer ersichtlich.

Natürlich ist meine Aussage, die die Wertigkeit von Spielberichten degradiert, nicht immer zutreffend. Aber es ist doch ziemlich klar, dass ein simpler Spielbericht keine taktischen oder spielerischen Analysen im Detail darstellt. Das wollte ich damit sagen. Konkrete Abläufe, aus denen sich das Spiel des Teams zusammensetzt, werden nicht aufgeschlüsselt. Das macht man selbst, wenn man darauf im Spiel achtet.


Nur mal zur Verdeutlichung meines letzten Postes in Reaktion auf deine Sichtweisen hier etwas aus dem letzten Absatz von dir:

Um die Aussagekraft objektiver Spielberichte in seriösen Medien - im Unterschied zu häufig emotional geprägten Posts in social media - zu entkräften, nennst du sie schon am Anfang des Satzes "simpel". Nur um dann folgerichtig zu schließen, dass diese keine detaillierte Analysen darstellen können. Das ist entweder bewusst polemisch oder ungewollt unfair argumentiert. Klassischer Zirkelschluss.

Wenn du Sportjournalisten taktische oder spielerische Analysen als Grundlage ihrer Berichterstattung absprichst (nur simple Berichte), machst du das Gleiche wie bei deinem Umgang mit Heidel. Jede anders gelagerte Argumentation im Keim ersticken und als unqualifiziert darstellen. Mir gefällt das nicht und ich finde es schade, da darunter die Offenheit für andere Sichtweisen leidet.

Es gibt hier ja viel Übereinstimmung dahingehend, dass Bo durchaus einige Dinge mal anders anpacken könnte. Aber man sollte sich immer die Offenheit bewahren, dass die eigene Sichtweise nicht das Maß der Dinge ist.

Jetzt verheddern wir uns in der Semantik:

„Simpel“ kann umgangssprachlich auch für dumm oder primitiv eingesetzt werden. So hast du es hier wahrgenommen. In Wirklichkeit habe ich es hier einfach nur als Ausdruck für "einfach" (von der Weite des Berichts) bzw. "schlicht" verwendet. Das ist ein riesiger Unterschied. Da hätte ich ein anderes Synonym für nehmen können, ja. Aber ein Widerspruch ist da nicht vorhanden.
Christian Heidel [Vorstand Sport] |#2468
15.11.2025 - 19:19 Uhr
@dommew : zuerst mal Danke für die guten Beiträge!

Bei den Spielberichten gebe ich Dir recht, ich freue mich auch immer wenn mal etwas mehr in die Tiefe gegangen wird. Da unterscheiden sich die medialen Darstellungen aber sehr oft nicht von den Netz-Usern. Von, leider zu wenigen, Ausnahmen abgesehen.

Bei Bøving war ich vom Transfer auch überrascht weil er vom Profil mMn nicht passend war. Zumindest nicht als der letzte Transfer. Die Aussagen/Interviews von Bo bzgl. Bøving und jetzt die wenige Einsatzzeit wiederlegen auch nicht meinen Eindruck daß er nicht unbedingt ein Wunschtransfer von Bo war. Aber warten wir´s ab. Ich erhoffe mir ebenfalls noch was von ihm.
Wie er ins System oder überhaupt ins Team eingebunden werden sollte war und ist mir unklar, dafür gibt es mMn zu viele grundsätzlich ähnliche Spieler in der Mannschaft.

Die Topspieler rufen ihre Leistung aber auch nur bedingt ab, aus verschiedenen Gründen. Das hilft der Mannschaft nicht wirklich. Topspieler müssen mMn auch Führungsspieler sein. Daß ist Zentner auf dem Platz Positionsbedingt eher nicht, Nebel hat gerade mit seiner Entwicklung zu tun, Caci ist verletzt, Sano und Amiri hatten wir schon besprochen - da bleibt nicht mehr viel.
Bzgl. Amiri: Bo wurde kritisiert daß er Spieler schlechtreden würde. Bei Amiri wurde gefeiert daß endlich mal einer die Defizite anspricht - nämlich falsche Laufwege, schlechtes Positionsspiel, mangelnde Gier usw.. Ob das alle Mitspieler so super fanden (auch wenn er recht hatte, wie jetzt Bo anscheinend leider auch)?

Bei der Abwehr gehe ich z.T. mit, da hat mich die Verpflichtung von zwei Perspektivspielern und der Verzicht auf einen erfahreneren auch überrascht. Habe aber damals und sehe auch heute da nicht die ganz dringende Baustelle. Könnte man besser besetzen, sicher, ist aber für den FSV auch jetzt noch im Rahmen.
Aber bspw. Zehnter im Tauziehen mit WOB holen zu wollen ist schon ambitioniert. Das hat vor Jahren mit Rouisillon ebenfalls nicht geklappt. Kurios daß es auch da um einen LV ging.
Woher kommt eig. die Sicherheit daß der FSV sich zu keiner Zeit mit Zehnter beschäftigt oder gar ihm ein Angebot gemacht hat?

Zu der Antwort von Heidel bzgl. keine Krise wenn man in Ffm 1 Punkt geholt hätte: das fällt für mich in den typischen Heidel-Übertreibungs-Sprech. Er weiß selbst daß man auch mit 6 Punkten noch nicht aus der Krise, die es ist, raus ist. Vlt. einfach mal nicht ganz so sehr daran aufhängen. Im Kontext relativiert sich das Ganze, finde ich.

Spielerisch fand ich HZ1 gg. Ffm schon deutlich besser als vieles andere vorher, speziell zu Saisonbeginn. Ich hab es schon mal geschrieben: ich habe den Eindruck daß man damals quasi vorauseilend den Gasfuß hochgenommen hat und das Spiel zu sehr auf lang und weit gestalten wollte um kräftesparender durch die englischen Wochen zu kommen. Das sah für mich komisch aus, und auch anders als in der Vorsaison. Das hat man, wie die Position von Hollerbach, mittlerweile eingesehen und geändert. Ein Anfang, mehr nicht.

Einen Trainer mit nem spielerischen Ansatz? Sowas wie damals Hjulmand? Schwierig. Der müsste beides unter einen Hut bringen, Intensität und Spiel. Sehr anspruchsvoll, und, gerade jetzt unter diesen Bedingungen, eig. nicht einzustudieren. Das würde ich für extrem mutig halten und glaube nicht daß das Fanvolk dafür die notwendige Geduld hat, sollten die Ergebnisse und Leistungen nicht sofort stimmen (wieder: s. Hjulmand).
Bei Thorup bspw. lese ich "bevorzugt 4-3-3" - mit dem jetzigen Kader? Stößt er da nicht sehr schnell an seine Grenzen? Und Hoffmann? Der letztes Jahr nur haarscharf den RL-Abstieg vermieden hat, und dem gerade erst wieder ein fehlendes Offensiv-Konzept bescheinigt wurde?
Kann alles klappen, oder auch scheitern. Weiß man erst im Nachhinein. Aber falsch liegen kann man sich nicht erlauben. Solange das Team noch mitzieht sehe ich die Situation mit Bo noch nicht verloren. Aber spätestens im Winter muß man tabellarisch besser stehen, das ist klar, sonst wird er, falls er sich nicht deutlich bessert in seinen Defiziten, unhaltbar. Hoffen wir das Beste.



P.S.: "Doppeltbelohnung" hat mir sehr gut gefallen 😉😅
Christian Heidel [Vorstand Sport] |#2469
15.11.2025 - 20:10 Uhr
Zitat von BennyFuchs
@dommew : zuerst mal Danke für die guten Beiträge!

Bei den Spielberichten gebe ich Dir recht, ich freue mich auch immer wenn mal etwas mehr in die Tiefe gegangen wird. Da unterscheiden sich die medialen Darstellungen aber sehr oft nicht von den Netz-Usern. Von, leider zu wenigen, Ausnahmen abgesehen.

Bei Bøving war ich vom Transfer auch überrascht weil er vom Profil mMn nicht passend war. Zumindest nicht als der letzte Transfer. Die Aussagen/Interviews von Bo bzgl. Bøving und jetzt die wenige Einsatzzeit wiederlegen auch nicht meinen Eindruck daß er nicht unbedingt ein Wunschtransfer von Bo war. Aber warten wir´s ab. Ich erhoffe mir ebenfalls noch was von ihm.
Wie er ins System oder überhaupt ins Team eingebunden werden sollte war und ist mir unklar, dafür gibt es mMn zu viele grundsätzlich ähnliche Spieler in der Mannschaft.

Die Topspieler rufen ihre Leistung aber auch nur bedingt ab, aus verschiedenen Gründen. Das hilft der Mannschaft nicht wirklich. Topspieler müssen mMn auch Führungsspieler sein. Daß ist Zentner auf dem Platz Positionsbedingt eher nicht, Nebel hat gerade mit seiner Entwicklung zu tun, Caci ist verletzt, Sano und Amiri hatten wir schon besprochen - da bleibt nicht mehr viel.
Bzgl. Amiri: Bo wurde kritisiert daß er Spieler schlechtreden würde. Bei Amiri wurde gefeiert daß endlich mal einer die Defizite anspricht - nämlich falsche Laufwege, schlechtes Positionsspiel, mangelnde Gier usw.. Ob das alle Mitspieler so super fanden (auch wenn er recht hatte, wie jetzt Bo anscheinend leider auch)?

Bei der Abwehr gehe ich z.T. mit, da hat mich die Verpflichtung von zwei Perspektivspielern und der Verzicht auf einen erfahreneren auch überrascht. Habe aber damals und sehe auch heute da nicht die ganz dringende Baustelle. Könnte man besser besetzen, sicher, ist aber für den FSV auch jetzt noch im Rahmen.
Aber bspw. Zehnter im Tauziehen mit WOB holen zu wollen ist schon ambitioniert. Das hat vor Jahren mit Rouisillon ebenfalls nicht geklappt. Kurios daß es auch da um einen LV ging.
Woher kommt eig. die Sicherheit daß der FSV sich zu keiner Zeit mit Zehnter beschäftigt oder gar ihm ein Angebot gemacht hat?

Zu der Antwort von Heidel bzgl. keine Krise wenn man in Ffm 1 Punkt geholt hätte: das fällt für mich in den typischen Heidel-Übertreibungs-Sprech. Er weiß selbst daß man auch mit 6 Punkten noch nicht aus der Krise, die es ist, raus ist. Vlt. einfach mal nicht ganz so sehr daran aufhängen. Im Kontext relativiert sich das Ganze, finde ich.

Spielerisch fand ich HZ1 gg. Ffm schon deutlich besser als vieles andere vorher, speziell zu Saisonbeginn. Ich hab es schon mal geschrieben: ich habe den Eindruck daß man damals quasi vorauseilend den Gasfuß hochgenommen hat und das Spiel zu sehr auf lang und weit gestalten wollte um kräftesparender durch die englischen Wochen zu kommen. Das sah für mich komisch aus, und auch anders als in der Vorsaison. Das hat man, wie die Position von Hollerbach, mittlerweile eingesehen und geändert. Ein Anfang, mehr nicht.

Einen Trainer mit nem spielerischen Ansatz? Sowas wie damals Hjulmand? Schwierig. Der müsste beides unter einen Hut bringen, Intensität und Spiel. Sehr anspruchsvoll, und, gerade jetzt unter diesen Bedingungen, eig. nicht einzustudieren. Das würde ich für extrem mutig halten und glaube nicht daß das Fanvolk dafür die notwendige Geduld hat, sollten die Ergebnisse und Leistungen nicht sofort stimmen (wieder: s. Hjulmand).
Bei Thorup bspw. lese ich "bevorzugt 4-3-3" - mit dem jetzigen Kader? Stößt er da nicht sehr schnell an seine Grenzen? Und Hoffmann? Der letztes Jahr nur haarscharf den RL-Abstieg vermieden hat, und dem gerade erst wieder ein fehlendes Offensiv-Konzept bescheinigt wurde?
Kann alles klappen, oder auch scheitern. Weiß man erst im Nachhinein. Aber falsch liegen kann man sich nicht erlauben. Solange das Team noch mitzieht sehe ich die Situation mit Bo noch nicht verloren. Aber spätestens im Winter muß man tabellarisch besser stehen, das ist klar, sonst wird er, falls er sich nicht deutlich bessert in seinen Defiziten, unhaltbar. Hoffen wir das Beste.



P.S.: "Doppeltbelohnung" hat mir sehr gut gefallen 😉😅

Ein europäischer Wettbewerb ist doch für uns Mainzer ein Grund zur Freude. "Doppeltbelastung" klingt da immer etwas zu negativ 😅😆.

Zu Bøving: Ich habe auf Twitter sogar aktiv für seine Verpflichtung geworben, weil ich ihn spätestens nach einem Abgang von Paul Nebel als sehr sinnvoll erachte, da er auch laufstark, klein, beidfüßig und dribbelstark ist und sogar variabel eingesetzt werden kann. Zudem bringt er eine Stärke mit, die wir gar nicht im Team haben: Fernschussqualität. Dass Bo jetzt aber auf einmal gar nicht weiß, was er mit ihm anfangen soll, macht mich dann schon sehr stutzig. Zumal es in den Medien erst hieß, dass Bo seine Verpflichtung gebremst habe, und dann auf einmal sei er großer Fan von Bøving gewesen. Aktuell spricht vieles dafür, dass er ihn gar nicht wollte. Doch selbst dann sollte man nicht so mit ihm umgehen, wie er es gerade macht: Er bekommt quasi keine Chance, außer gegen Leipzig, wo er ins kalte Wasser geworfen wurde. Dann bezeichnet er ihn öffentlich als zu schwach für den Kader auf der PK ("Sind andere besser?" -> lange Stille -> "Ja"), wohlgemerkt bei einer generell katastrophalen Offensivleistung bislang. Und auch bei ihm sucht Bo erst gar nicht, wie man ihn in ein System einfügen kann, sondern gibt bei der Entwicklung auf - für einen Verein, der quasi nur "unfertige" Spieler kaufen kann, ist das grausam. Bøving würde in einem System mit Doppelsturm durch die Rotation das Team bereichern, da bin ich mir sicher. Ein Championsleague Spieler verlernt nicht auf einmal das fußballerische 1x1.

Zum öffentlichen Anprangern: Ich finde es gut, dass sich Bo auch kritisch gegenüber Spielern äußert. Dabei darf es aber nicht als xte Schlappe für diejenigen rüberkommen, die sowieso nie spielen dürfen. Und das ist genau der Punkt: Sobald du nicht zu den "Lieblingen" gehörst, musst du mit öffentlicher harter Kritik rechnen, obwohl du quasi kaum zu der Mannschaft gehörst, die gerade nur jämmerliche 5 Punkte hat. Da frage ich mich: Wie soll so die B-Elf noch motiviert bleiben? Daher mein Plädoyer: Wenn schon öffentlich, dann müssen alle kritisiert werden, die schlechte Leistungen zeigen, und nicht nur diejenigen, bei denen es am einfachsten ist.

Zum "spielerischen Ansatz": Bei Hjulmand scheiterte es am Kader, der nicht dafür gemacht war. Doch vergleichen wir mal das, was wir jetzt haben, mit den Spielern von damals. Qualitativ ist da ein großer Unterschied erkennbar. Johannes Thorup war jetzt auch nur ein in den Raum geworfener Vorschlag, der durch sein präferiertes System natürlich noch mindestens einen IV für die 4er Kette bräuchte. Davon haben wir aktuell eigentlich nur Potulski und Hanche-Olsen. Hofmann ist natürlich eine Wundertüte, bei der ich aber eine große Hoffnung sehe: Wie gesagt, es scheitert aktuell nicht am Wollen, sondern an der Idee mit dem Ball und der Fixierung auf ein Spielsystem, welches nicht mehr zu seinen förderungsbedürftigen Spielern passt. Und genau an diesem Punkt könnte man ansetzen. Benni Hofmann ist lernfähig (letztes Jahr 4er Kette -> lief schlecht -> jetzt 3er Kette -> läuft besser trotz Mängel) und WILL auch junge Spieler fest integrieren, etwas was uns derzeit völlig fehlt. Auch die Stürmerfrage könnte mit ihm "gelöst" werden, weil er genau weiß, wie Nelly einzubinden ist. Auch perspektivisch sehe ich bei ihm, wie Neuzugänge oder Talente aus der U23 nicht bloß aus Prinzip ignoriert werden.

Du hast völlig recht, dass da einige sehr ungeduldig werden, wenn es nicht von Tag 1 funktioniert, doch wir müssen uns aus diesem 2-Jahres-Kreislauf befreien. Noch haben wir einen technisch guten Kader, mit dem eine spielerische Wende angegangen werden kann. Doch je länger wir (wie aktuell) uns das Fußballspielen abtrainieren, desto geringer sehe ich eine Chance, diese Situation konstruktiv zu lösen. Wenn es zu einem Trainerwechsel kommt und die 3. Kopie eines Bos engagiert wird, wird sich strukturell tendenziell wenig ändern.
Christian Heidel [Vorstand Sport] |#2470
15.11.2025 - 21:08 Uhr
Das Interview ist doch weitestgehend das was man vom Vorstand Sport erwartet. Alles andere passt weder zu Heidel noch zu Mainz05 in der Außendarstellung.

Drei Punkte die mir aber aufstoßen bleiben halt leider unerwähnt:

1. "Wenn wir feststellen, dass wir im Winter nachjustieren müssen... " - Es ist nun wiederholt eine mehr als ungenügende Transferpolitik im Sommer gefahren worden. Und das ist nicht nur qualitativ sondern auch quantitativ (z.B. IV) belegbar. Und das mit absoluter Ansage

2. Der Königstransfer ist ein Spieler der weder in unsere Art von Fussball passt - noch die Position spielen kann, für die er bei uns eingeplant ist. Bei Ablösesummen ab 3 Mio ist unsere Trefferrate Abstiegsplatz

3. Wie Bo spielen will war absolut ersichtlich in der Vorbereitung. Selbst wenn alle Spieler in Form sind, ist der Kader dafür nicht geeignet. Weder Nelly, Hollerbach oder Sieb sind für dieses Mittelfeld überbrücken die richten Zielspieler, noch sind unsere IV in der Lage diese Bälle halbwegs in die gewünschte Zone zu bringen.

Ja, wir müssen die Spiele an sich differenziert betrachten. Und doch darf man auch festhalten das wir 2 Siege in 17 Spielen geholt haben. Unsere "Schwächephase" läuft schon seit Mitte der Rückrunde und die Antworten vom Trainer auf diese Entwicklung ist leider taktisch in meinen Augen ein Armutszeugnis. Ich messe Heidel nicht an so einem Interview, ich messe ihn an der Mitgliederversammlung. Und dort erwarte ich wieder einen oberlehrerhaften Auftritt - in dem er wieder die Sprüche wie beim letzten mal bringt: "Nach der Saison war doch so eine Vorrunde nicht erwartbar", "Wir haben gesehen was die Spieler leisten können, daher haben wir auf sie vertraut", "hinterher ist es immer einfach Kritik zu üben".

Ich plane zu fragen, ob wir im Scouting, in der Kaderanalyse und -planung Wyscout oder ähnliche Plattformen nutzen. Ich befürchte das wir das gar nicht so intensiv nutzen. Das würde einiges erklären.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Flankengott am 15.11.2025 um 21:17 Uhr bearbeitet
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