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Die Couchingzone

13.08.2010 - 13:19 Uhr
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Die Couchingzone |#41
12.05.2011 - 21:34 Uhr
Ausgabe 38: Zum Abschluss etwas Vorbildung

von Butduma

Ein Kukuk zum Vorbild

Es ist wieder mal soweit: Die Bundesliga macht vorübergehend zu. Wie die allseits beliebten Ferrero-Produkte, geht auch die Liga in die Sommerpause. Doch anstatt der Frische aus diversen Kühlhallen, da wo die Schoki lagert, wird uns auf den Transfermärkten und in den Gerüchteküchen die Hitze der Diskussionen entgegenschlagen und bei Testspielen und unmenschlichen Trainingslagern (man denke nur an die ehrmannschen Leibesübungen mit Fahrrad in 100° C heißem Sand) wird geschwitzt bis zum Anschlag. Viele Männer müssen gerade in dieser Phase des Jahres sehr stark sein, um nicht depressiv oder paranoid zu werden bzw. unvermittelt ins Sommerloch zu fallen – wo unten drin bekanntlich der Schalk(er) sitzt. Fürsorgliche Partnerinnen haben bereits jetzt das Mega-Pack Taschentücher sowie diverse Biere besorgt, um die Not lindern und die Zeit überbrücken zu können. Grundsätzlich sollte man als FCK-Fan allerdings einen sehr entspannten Sommer verbringen können, auch wenn die Roten Teufel samstags nicht gegen den Ball treten. Nach dem furiosen Aufstieg als Meister der zweiten Fussball-Bundesliga hat man in einer sehr ausgeglichenen ersten Liga nicht nur die Klasse gehalten, sondern auch einige Glanzlichter setzen können – zudem besteht aktuell noch die Möglichkeit, die Spielzeit auf einem EINstelligen Tabellenplatz abzuschließen. Manch anderer mag sich sagen: „Weiß der KuKuk, was da auf dem Betzenberg los ist!“ Die Lauternfans, die wissen es. Mit Kuntz und Kurz, auch KuK genannt, hat der Verein ein Gespann am Ruder, das ruhig, sachlich und professionell arbeitet. Interna dringen kaum nach Außen, in sportlich unruhigeren Zeiten setzt man die Arbeit unbeirrt fort und mit einem kleinen Etat wurde eine gute Mannschaft aus fairen Sportsmännern geformt. Unerfreuliche Ausreißer wie die Lakic-Posse (es sei einfach mal dahingestellt, wer mehr und wer weniger geposst hat) oder das Gebaren einiger Dumpfbacken aus der West gehörten selbstverständlich auch zum Programm, allerdings ließen diese niemals das Gesamtgefüge zerbrechen. Was mich persönlich freut, ist dass wir mit Kurz einen glaubwürdigen Trainer haben, der zwar 110%ig mitgeht, wenn es aus dem Feld hoch her geht, der aber weder den Lautsprecher gibt noch euphorische Tänze auf Zäunen und diversen anderen Gegenständen durchführt… und ja, er sucht die Schuld für eigene Fehler nicht ständig bei anderen, sondern schaut sich zunächst im eigenen Lager um. Kurzum: Ein Vorbild!

Ein vorbildlicher Vorschlag

Zum Glück kann man so einen Kerl nicht kaufen, sondern nur mit feinem Gespür finden. Man stelle sich nur mal vor, die Kurzes dieser Welt würden nur bei Hoffenheim und Co. KG das Trainingszepter schwingen – das wäre nicht nur sportlich fatal, es würde auch überhaupt nicht passen. Doch nochmals zurück zur Sommerlethargie und den Glanzlichtern dieser Saison. Mein Vorschlag: Behandle ersteres mit letzterem. Unsere Jungs haben uns so viele Glanzlichter geliefert, dass man bei ausgewogener Dosierung (1 Mal pro Wochenende) die gesamte Sommerpause ohne Entzugserscheinungen rumbekommt. Zum Einstieg empfehle ich das 2:0 gegen die Bayern, andere Spiele könnten zu hart sein. Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Wirt oder Apotheker. Nur soviel: Manchmal geht’s ans Herz. Alternativ zum Fussball kann man sich in der Sommerpause auch dem weiblichen Geschlecht zuwenden… es ist Frauen-Weltmeisterschaft in Deutschland. Gespielt wird u.a. in dem Objekt, das zur Verschönerung der A 6 auf einem Acker bei Sinsheim angelegt wurde.

Vorbildhaftes Bremen

Bevor aber der Vorhang der Bundesliga-Saison 2010/2011 endgültig fällt, dürfen die Roten Teufel zum Abschluss ihre kickenden Freunde aus Bremen empfangen. Der Verein von der Weser kam diese Saison unerwarteterweise in Abstiegs-Prädulienzien (Danke, Co!), hat aber mit Ruhe und Besonnenheit die Kurve bekommen, ohne dass der Trainer dabei aus dem Wagen flog. Ich will es nicht verhehlen, ich hege große Sympathien für die Bremer. Sie spielen nicht nur seit Jahren einen begeisternden, ehrlichen Fussball und besitzen gesellige Fans, nein, sie sind auch in der Vereinsführung vorbildhaft – abgesehen von der Suche nach Außenverteidigern. In letzter Zeit höre und lese ich immer häufiger den Vergleich zwischen den Duos Allofs & Schaaf sowie Kuntz & Kurz… ein Vergleich, der mir sehr gut gefällt und bei dem Lautern zudem den Vorteil der stilistisch einwandfreien Alliteration auf seiner Seite hat. Einem großen Fest auf dem Berg sollte folglich nichts und niemand im Wege stehen. Es wurde außerdem zugesagt, dass Alkohol im Bier sein wird. Der richtige Rahmen, um unseren Toptorjäger Lakic gebührend zu verabschieden und die unsäglichen Szenen vom Hamburg-Spiel vergessen zu machen – wenn er schon wechseln will, dann soll er uns zumindest in guter Erinnerung behalten, auch wenn für uns das Argument „mehr Geld“ statt „viel Geld“ nicht uneingeschränkt nachvollziehbar ist. Das wird hoffentlich auch er verstehen. Ein versöhnlicher Ausklang dieser tollen Saison des 1. FC Kaiserslautern, das würde einfach ungemein gut tun.

Weder Ein- noch Vorbildung

Ach ja, eins noch zum Schluss: Als ich gestern meinen Ölball aus dem Orient drei Mal getreten habe, ist mir ein kleines dickes Ailton erschienen. „Du haben Wünsche frei für nächste Saison von die rote Satan FCK, oh Herr. Drei isse Kokolores, mache vier...“, sagte es. Nach einem kleinen Schreck - nach einer halben Stunde bin ich aus der Ohnmacht erwacht - habe ich folgende Wünsche zum Besten gegeben: Eine tolle Truppe (so klasse Jungs wie die jetzt), den erneuten Klassenerhalt verbunden mit dem Trainererhalt und die weitere Ignorierung durch die Medien, weil sich das Gegenteil ohnehin nur auf Negatives beschränken würde. Die Meisterschaft habe ich mir nicht gewünscht. Es war immerhin nur ein kleines dickes Ailton, das ich nicht überfordern wollte…

In diesem Sinne!

Be beneen,
Butduma

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SAPERE AUDE
- Wage es, weise zu sein -

oder nach Immanuel Kant
"Habe Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen!“
Die Couchingzone |#42
06.06.2011 - 16:29 Uhr
Berti, Bahli & Friends in der Couchingzone - Sonderausgabe


Erst wird gefeilscht, dann vielleicht unterzeichnet. Oder auch nicht ...

von Bahli


Einiges an dieser Transferposse um den isrealischen Nationalspieler Itay Shechter könnte aus der grandiosen Satire "Das Leben des Brian" der britischen Komikertruppe Monty Python stammen. "Er sagt elf? Hab ich richtig gehört, er sagt elf und mich hat er zwölf gekostet. Wollen sie mich ruinieren?" Martin Kind, der 96-Chef verkündete vor zwei Wochen, dass sich sein Verein nicht an diesem "türkischen Basar" beteiligen wolle. Das war wohl eine weise Entscheidung - sofern er sie überhaupt getroffen hat. Aber das ist ein anderes Thema. Das Thema rund um den 1. FC Kaiserslautern lautet anders. Auf der Wunschliste von Trainer Marco Kurz und dem Vorstandsvorsitzenden Stefan Kuntz steht ein gewisser Itay Shechter ganz oben. Ob er auf dieser Liste allerdings ganz oben steht oder doch "nur" an Nummer zwei oder drei, weiß man (zum Glück) nicht. Auf jeden Fall muss Stefan Kuntz sein ganzes Verhandlungsgeschick in die Waagschale werfen, um den beiden Vereinsbossen von Hapoel Tel Aviv das Wasser zu reichen. Und dann gibt es ja noch die wichtige Nebenrolle in Form des Spielerberaters Ronen Katsav, der wohl die Interessen des Spielers - neben seinen eigenen wohlgemerkt - vertritt. Kuntz ist nicht zu beneiden. Seit zwei Wochen ziehen sich die Verhandlungen hin wie Kaugummi. Jeden Tag erblickt ein neues Verhandlungsdetail das Tageslicht. Und scheint erst einmal die Sonne drauf, wird es von Horden hoffnungsvoller Fans durch den Kakao gezogen. Zwei Millionen, zweieinhalb Millionen, dann gibt es noch Gil Vermouth als Präsent für 750.000 oben drauf, dann erhält der FCK plötzlich nur 50 Prozent des Transfererlöses beim Weiterverkauf. Und nun droht sogar alles zu platzen. Ein Geschachere ersten Ranges ...

Früher war alles besser, früher war alles anders - zumindest beim FCK. Da stand plötzlich auf der Website der Lauterer, dass Spieler XY verpflichtet wurde. Einfach so - Stift, Unterschrift, Deal. Wir Fans erfuhren erst von dem Transfer als er in trockenen Tüchern war. Und das war auch gut so. Mittlerweile weiß schon jeder, wann und mit welcher Maschine Stefan Kuntz zu den Verhandlungen nach Tel Aviv fliegt. Man wundert sich nur, dass er nicht auch noch von Horden von Transferfans begleitet wird. Wobei die ja auch nicht wirklich notwendig sind. Für die wichtigen Verhandlungsdetails finden sich ja auch noch Überträger diverser Quellen im Internet. Ob diese Quellen seriös und damit glaubwürdig sind, ist dem Transferfan natürlich komplett egal. Hauptsache Informationen im Netz. Dem Ungläubigen erscheint diese Situation schon äußerst bizarr. In Palästina rannten vor über 2000 Jahren auch Massen von hoffnungsfroh Erleuchteten hinter einem Messias her. Aber den sah man wenigstens, mit dem konnte man sich unterhalten, ihn irgendwie einschätzen. Dem heutigen Transfermessias genügt ein Nickname, um die Transfermassen um sich zu scharen. Ich frage mich seit Tagen, wie die Situation umgekehrt aussehen könnte. Der Bahli kann ein wenig hebräisch und zitiert in Isreal allen, die es hören wollen, Zitate aus der "BILD", der "FAZ", von kicker online und aus der "Gala". In Ermangelung von Römern und Kreuzen würde er dann wahrscheinlich irgendwann von der CIA nach Guantanamo "überführt".

Zurück zum Verhandlungsführer des 1. FC Kaiserslautern. Zurück zu Stefan Kuntz. Ich hoffe inständig, dass er Hapoel Tel Aviv wirklich ein Ultimatum gestellt hat. Je zeitnaher, desto besser. Auch, wenn man einen Spieler gerne auf dem Betzenberg sehen möchte, darf man nicht aus dem Auge verlieren, dass dem FCK ein begrenztes Budget zur Verfügung steht. Verhandlungen, die nichts anderes beinhalten als den Preis in die Höhe zu treiben, sollten schnellstens beendet werden. Und Stefan Kuntz wäre nicht Stefan Kuntz, wenn er keine Alternative parat hätte. Dass er das Einmaleins des Fußballgeschäfts beherrscht, hat er bereits hinlänglich bewiesen. Und so bin ich gespannt, wer noch so alles in der Verlosung auftaucht. Wenn es Itay Shechter werden sollte, habe ich sicherlich nichts dagegen. Aber bitte schön nur zu FCK-Konditionen - rational mit Augenmaß, nicht emotional einfach so.

Cheers
Bahli

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You want it darker
We kill the flame

Leonard Cohen (1934-2016)
Die Couchingzone |#43
29.07.2011 - 11:13 Uhr
Jahrgang 2 - Ausgabe 1


Von Experten, Prognosen und wieder mal der Katze


Experten

Das mit dem Sommer funktioniert in diesem Jahr nicht unbedingt so wie es sollte. Da bekommt das Wort "Sommerpause" eine ganz neue Bedeutung. Gut also, dass die jetzt vorbei ist. Auf allen Ebenen wie ich hoffe. Der Sommer selbst ist eine Jahreszeit in der die Experten gern das Wort führen. Vielleicht liegt das daran, dass sie den Rest des Jahres  etwas anderes zu tun, oder vielleicht auch gar nichts zu sagen haben. Es blühen also nicht nur die Blumen, sondern auch die Vorhersagen. Schon immer hat der Mensch versucht in die Zukunft zu sehen. Da das drogenberammelte Orakel von Delphi nicht mehr in unsere aufgeklärte Zeit passt und die Wettervorhersage unterdessen von Satelliten und Computern gefertigt wird, gibt es nur noch wenige Bereiche in denen das Wort der Hellsichtigen so sehr gefragt ist wie im Profifußball - wenn man von der lokalen Ausgabe des Astrokanals und der Börse einmal absehen mag. Warum ist das so? Dass der Mensch die Zukunft nicht vorhersehen kann, hat vermutlich jeder von uns im Selbstversuch mit einem Lottoschein schon einmal festgestellt. Wenn man es also selbst nicht fertig bringt und der mystische Überbau schon seit der Nahtoderfahrung von Kohlmeyers Katze als nicht verlässlich zu klassifizieren ist - der regelmäßige Leser wird sich erinnern - bleibt nur der vermeintlich wissenschaftliche Unterbau als Lösung. Und da kommt dann gewohnheitsmäßig der Experte ins Spiel. Zunächst fällt allerdings folgendes auf: Während im Fall des Astrokanals die abendliche Beraterin nachmittags schon mal etwas Geld an der Supermarktkasse hinzuverdienen mag, sind viele Experten, wenn es um die lukrativen Posten in ihrer Branche geht, regelmäßig eher weniger gefragt. Offenbar Grund genug, bei den Prognosen deutliche Worte zu sprechen und ultimative Antworten zu geben. Und wie lautet die im Fall des 1. FC Kaiserslautern? Kurz und knapp: Die steigen ab. Da stellt sich der geneigte Leser doch die Frage: Haben die recht?


Tatsachen

Bevor wir uns damit befassen, kommen wir zu wichtigeren Dingen. Was ist passiert in diesem Sommer? Lakic hat uns verlassen, Shechter und vielleicht noch wichtiger, Vermouth sind gekommen, genau wie Olcay Sahan, Richard Sukuta-Pasu, ein Glücksgrieche namens Fortounis und schließlich zwei Talente aus der eigenen Jugend mit Namen Orban und Derstroff. Adam Nemec unglücklicher Sturz vom heimischen Kirschbaum brachte uns dann noch Dorge, genannt die "Dogge", Kouemaha in den Kader. Nebenbei wurde Jan Moravek nach Schalke zurückbeordert und Jimmy Hoffer kickt jetzt in der zweiten Liga. Für Eintracht Frankfurt. Spektakulär war, neben der Verhandlunsschlacht um die Spieler Shechter und Vermouth, vor allem eine Personalie: Die von Kevin Trapp. Schalke will nach eigenem Bekunden angeblich sieben Millionen Euro für unseren jungen Torhüter geboten haben. Gewöhnlich gut informierte Kreise behaupten hingegen, Teil des vermeintlichen Angebotes sei der Wechsel von Jan Moravek gewesen, den Schalke offenbar mit rund dreieinhalb Millionen Euro verrechnen wollte. Abgelehnt wurde diese Offerte von einem Mann, der unseren Verein wieder nach oben gebracht hat: Stefan Kuntz. Und damit kommen wir zur aus meiner Sicht wichtigsten Personalie des Sommers. Kuntz hat seinen Vertrag gestern bis 2015 verlängert. Das ist mehr als erfreulich. Und, soweit es mich betrifft, darf er ruhig noch viel länger bleiben. Wenn wir uns überlegen wie der FCK aussah, als Kuntz seinen Posten angetreten hat, ist es kaum begreiflich, dass das erst gut drei Jahre her ist. Gefühlt liegt der Zeitpunkt seiner Übernahme in einer fernen Vergangenheit. Dass die Konturen des präkuntz'schen Zeitalters mittlerweile weniger scharf in meinem Gedächtnis zu finden sind, liegt daher wohl daran, dass man Traumata gern schneller los wird, als die schönen Momente des Lebens. Wer möchte schon wirklich an Opara, Pavlovic, den wahren Borbeley und Hans A.-B. zurückdenken? Trotzdem gibt es noch viel zu tun. Der FCK ist immer noch bilanziell überschuldet. Wenn man bedenkt, dass dies nicht nur auf die Ära von Atze & Dr. Seltsam zurückgeht, sondern vor allem ein Versäumnis bei der angeblichen "Sanierung" darstellt, kommt mir jetzt noch die Galle hoch. Aber wozu in die Vergangenheit schauen, wenn der Blick in die Zukunft Zuversicht vermittelt.


Im Sternbild des Haustiers

Zurück in die Welt von Kohlmeyers Katze. Wie ich eingangs bereits erwähnte, ist unsere Fähigkeit in die Zukunft zu schauen sehr begrenzt. Was uns nicht davon abhält es trotzdem ständig zu versuchen. Während das bei Kurzzeitprognosen - man denke an einen Menschen der vom Dach eines Hochhauses stürzt und nüchtern feststellt, dass er diesen Freiflug wohl nicht überleben wird - schon ganz gut funktioniert, gerät die  Vorhersage einer ganzen Saison hingegen deutlich schwieriger. Um das zu verdeutlichen werfen wir einfach mal einen Blick auf die Prophezeiungen des letzten Jahres. Die Borussia aus Mönchengladbach habe sich klug verstärkt und spiele solide im oberen Mittelfeld. Die Eintracht aus Frankfurt könne in diesem Jahr das internationale Geschäft erreichen und beim VfL Wolfsburg stelle sich die Frage, ob sie nach dem Abrutschen auf Platz acht den Dreh zurück zur Tabellenspitze schaffen. Exemplarisch für die Prognose unseres Vereins mag ich gern den "Eurosport Teamcheck" aus dem Jahr 2010 zitieren. Der sagte für den FCK nicht weniger als Platz achtzehn vorher. Mit folgender Begründung: "Nach dem Wiederaufstieg werden die "Roten Teufel" nun erst einmal Lehrgeld bezahlen, zu viel, um die Klasse halten zu können." Dem FC St. Pauli hingegen gönnte man an gleicher Stelle sogar Platz vierzehn. Mit folgender Begründung:  "Ein charakterstarkes Team, ein kreativer Trainer und die Fans als Faustpfand im Rücken werden dafür sorgen, dass der FC St. Pauli nach einem aufopferungsvollen Abstiegskampf am Ende knapp über dem Strich landet." Wie es dann wirklich kam, ist bekannt. Und? Fragt sich der geneigte Leser, sind die lernfähig in der Eurosportredaktion? Ja das sind sie. Dieses Jahr wird uns nicht mehr Platz achtzehn prognostiziert. Sondern, kaum zu glauben, der Sprung auf Platz siebzehn zugetraut: "Der Aufsteiger der vergangenen Saison hat es in seinem zweiten Jahr viel schwerer. Am Ende reicht es nicht, Kaiserlautern steigt als 17. in die zweite Liga ab." Was soll's. Wir haben im Abstiegskampf erneut einen entscheidenden Vorteil. Wir wissen auch in diesem Jahr vom ersten Tag an, dass es bei uns nur ums Überleben geht, während viele unserer späteren Konkurrenten dies zunächst leugnen werden. Gehen wir es also an. Geschlossen. Zusammen. Und mit dem Willen niemals aufzugeben. So wie er wohl nur am Betzenberg zu finden ist. Und wenn Ruhe und Besonnenheit trotzdem nicht helfen mögen, können wir notfalls immer noch Kohlmeyers Katze opfern. 


Bis dahin.


Gruß Berti



In der Couchingzone befinden sich neben Berti und Bahli auch noch Kohlmeyer und Butduma. Die Kolumne erscheint spätestens jeweils Freitag um 12:00 Uhr oder an Spieltagen zur gleichen Zeit bei allen Pflichtspielen. 

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Bertikoks - Transfermarkt since 2003. Originalmitgliedsnummer 1686. Keine anonyme Kritik: FCK MGLD 2151

Dieser Beitrag wurde zuletzt von deuluxteufel am 29.07.2011 um 13:33 Uhr bearbeitet
Die Couchingzone |#44
05.08.2011 - 14:17 Uhr
Ausgabe 2 - Na, immer noch geil auf Fußball? Aber hallo!


In den Romanen von Helmut Krausser gibt es eine Episode, die von Walter Moers später zu einem unschlagbaren, eine Seite umfassenden Comic verarbeitet wurde. Der Erzähler sitzt in einem Park und beobachtet ein paar Stockenten, die es wüst miteinander treiben - ich weiß, das Verb "vögeln" hat hier ausnahmsweise mal doppelte Bedeutung. Eine Ente lässt sich nacheinander von vier Erpeln besteigen. Als der Gang Bang zu Ende ist, watscheln die Herrschaften davon, jede in eine andere Himmelsrichtung. Einem der vieren folgt die gevögelte Ente schließlich, und der Erzähler kommt zu dem Schluss:

"Das musste der gewesen sein, der es ihr am besten besorgt hatte."

Tja, Krausser, du alter Macho: Die Schlussfolgerung lässt zweifelsohne schmunzeln und scheint auf den ersten Blick logisch - aber eben nur auf den ersten Blick. Denn wer mit ein wenig Lebenserfahrung mal kurz über die erbauliche Episode nachdenkt, wird sich unweigerlich fragen: Laufen die Weiber tatsächlich immer nur hinter dem her, der es ihnen am besten besorgt? Das ist doch Kappes.

Möglicherweise watschelte die Ente am Ende hinter dem her, der ihr den seriösesten Eindruck als potenzieller Ernährer machte. Oder weil er das dickere Bankkonto hatte. Oder weil er ihr als der am leichtesten manipulierbare Erpel erschien - kein schlechtes Kriterium für eine dauerhafte Beziehung. Oder weil sie mit ihm schon drei Küken hatte, die sie nicht im Stich lassen wollte. Oder weil er ihr versprach, wenn sie ihm ansonsten eine gute Ente bliebe, hätte er nichts dagegen, wenn sie sich ab und an von seinen Skatbrüdern mal durchvögeln ließe.

Man sieht: Es gibt bei genauerer Betrachtung eine Vielzahl vernünftiger Gründe, die das Verhalten der durchgevögelten Stockente mndestens genauso schlüssig erklären wie der billige Verweis auf die sexuelle Bestleistung.

Da haben wir Fanenten es doch einfacher. Die neue Saison startet, und es gibt viele Vereinserpel, deren Fahnen wir folgen könnten, doch wir werden, wie schon seit Jahr und Tag, nur einem hinterlaufen. Und warum? Weil er einfach der geilste ist.

Brauchen wir dafür irgendwelche anderen Erklärungsansätze? Brauchen wir nicht. Würden wir denn irgendjemandem irgendetwas erklären wollen, so er uns denn fragte? Wollen wir nicht.

Wenn wir uns in diesem Punkt aber alle einig sind, warum brauchen wir dann eigentlich einen Forum zum Schwallen und Schwätzen? Ganz einfach: Weil die Geilheit auf Fußball im allgemeinen und den FCK im besonderen am besten kollektiv genossen werden will, während sich fürs Ausleben klassischer sexueller Geilheit ein intimer, zweisamer Rahmen ziemt. Außer natürlich für Zeitgenossen, die sich lieber wie Stockenten benehmen.

Insofern muss es einfach mal nachgesagt werden: In den vergangenen Wochen fand ich dieses Forum überwiegend ungeil.

Okay, es mag damit zusammenhängen, dass ich nun schon ein paar Jahre dabei und viele meine Mituser, mit denen ich jahrelang meine Geilheit teilte, sich mittlerweile verabschiedet haben oder dem merkwürdigen Wertesystem zweifelhafter Paten und Administratoren zum Opfer gefallen sind - hassa, basdri, bommber, udjat, I still remember you.

Und ich gehöre durchaus auch zu denen, die niemals mit der Leier kommen wollen "Früher war alles besser", aber so viel geredet und nichts gesagt wie in diesem Sommer wurde in diesem Forum noch nie. "Und täglich grüßt das Murmeltier" im Shechter-Thread, und das über Dutzende von Seiten. Man clickt sich in den "FCK im TV", weil man einen lapidaren Hinweis finden will, ob irgendwo Bilder von Testspielen laufen, und stößt auf eine seitenlange Diskussion darüber, ob ein solcher Thread denn sein muss, wo man sich doch eine solche Info doch schnell selbst googeln kann. Tz, tz, tz ...

Auf der anderen Seite wird im Pressethread ein Leserbrief zum gescheiterten Wechsel von Kevin Trapp veröffentlicht:

Zitat
Zitat
Pech gehabt! Die TuS aus Koblenz hat eben den gleichen Nachteil wie der FSV aus Oggersheim. Beiden wurde auf gut Deutsch gesagt zum Verhängnis, dass deren Sportplatz nicht auf dem Betzenberg liegt. Wären die Koblenzer dort beheimatet, würde man schon einen Weg finden, das ein oder andere Milliönchen irgendwo abzuzwacken.

Das hat auf dem Betzenberg inzwischen Tradition und dürfte bald wieder anstehen, denn man hat ja vor Kurzem darauf verzichtet, Kevin Trapp für viele Millionen nach Schalke abzugeben. Dabei gilt anzumerken, dass Vereinschef Kuntz sehr wohl sagen kann, wie viele Euro man als Stadionmiete nicht bezahlen will. Im Umkehrschluss sagt er aber nicht, wie viel Geld der FCK für den Transfer bekommen hätte.

Stimmt die im Raum stehende Zahl von sieben Millionen Euro auch nur annähernd, wäre das die Hälfte des letztjährigen Etats! Und dies wohlgemerkt für einen jungen Spieler, der erst einmal noch beweisen muss, dass er zu den Großen gehört. So geht das aber meiner Meinung nach nicht, wenn man wie der FCK am staatlichen Tropf hängt und weiterhin daraus bedient werden möchte.

Clemens Blau, Ludwigshafen


Und darunter steht der Kommentar eines Users, man solle doch so was nicht hierein stellen, weil es doch ach so provoziere ...

Hallo? Sind wir jetzt Geisteskinder des seligen 05-Paten Zarathustra geworden, der es Verwarnungen hageln ließ, wenn FCK-User den Schwachsinn, der im 05-Forum über unseren FCK verbreitet wurde, verbal in Grund und Boden stampften?

Solche Hirnis vorzuführen, hat dieses Forum doch großgemacht - und vielen jüngeren FCK-Fans, die rhetorisch noch nicht so fit sind, wertvolle Argumentationshilfen geliefert, wenn sie mit solchen Scheizzhausparolen konfrontiert worden sind.

So schwer ist das doch nicht.

Dieser Herr Blau beispielsweise - was will er denn eigentlich? Er mokkiert sich, dass SK für Trapp ein Angebot abgelehnt hat, dessen Höhe er zwar nicht kennt, er nichtsdestotrotz aber der Meinung ist, dass es "so nicht geht2, DA der FCK ja am "staatlichen Tropf" hinge, denn auch der notorische Herr R. so gerne zitiert.

Mal abgesehen davon, dass es nichts mit einem "staatlichen Tropf" zu tun hat, wenn der Lauterer Stadtrat - der im Sinne derer zu entscheiden versucht, die ihn gewählt haben, und das sind die Bürger der Stadt Kaiserslautern, keine Ludwigshafener, keine Mannheimer, keine Mainzer - dem FCK die Stadionmeite kürzt: Wie soll sich SK denn nach Ansicht von Herrn Blau verhalten, damit es "so geht"?

Soll er im Prinzip jedes Ablöseangebot, das ihm auf den Tisch flattert, herausposaunen, damit sich Herr Blau und Konsorten ihre Meinung darüber bilden können? Schalke, aber auch jeder andere Verein, der mit dem FCK Geschäfte machen will, wird sich bedanken.

Und selbst wenn die Zahlen bekannt wären - wer, bitteschön, soll entscheiden, ob ein Verein, der verminderte Stadionmieten bezahlt, ein Aböseangebot annehmen sollte oder nicht? Herr Blau? Der Lauterer Stadtrat? Der selige Zarathustra?

SK hat die Minderung der Stadionmiete seinerzeit damit begründet, dass sie benötigt wird, damit der FCK in Liga 1 wettbewerbsfähig wirtschaften kann. Vergangene Saison wurde der Verein mit dem kleinsten Lizenzspieleretat - nicht der Personaletat, Herr R. - Siebter in der Endabrechnung. Das ist wohl nicht das schlechteste Indiz dafür, dass SK mit den Rahmenbedingungen, die ihm geschaffen worden sind, wettbewerbsfähig zu wirtschaften versteht. Und das er nicht der schlechteste Mann für die Entscheidung ist, welche Ablöseangebote angenommen werden und welche nicht. Oder?

Anderes Beispiel: In einer Beilage der Mainzer Rhein-Zeitung werden heute alle 18 BL-Vereine vor dem Start beleuchtet. Zum FCK meinen die Autoren, es sei "merkwürdig", dass der finanziell klamme Verein 4,1 Mios für Transfers ausgegeben hat.

Ist es nicht eher merkwürdig, dass die Autoren dies lieber merkwürdig finden, statt sich dazu mal eine Stellungnahme des FCK zu besorgen? Oder dass sie, wenn sie sich schon in kicker- und TM-Datenbänken suhlen, nicht auch mal auf Zuschauerstatistiken schauen - und etwa feststellen, dass der FCK seine kalkulierten Zuschauerschnitt um sage und schreibe 11000 Zuschauer übertroffen hat - was entsprechende Mehreinnahmen beschert und eine großzügigere Planung für die neue Saison erlaubt?

Wo ist ein besserer Ort als hier, die Dummheit dieser Leute vorzuführen?

Also, Leute, lasst uns in Zukunft wieder ein geiles Forum machen. Ohne Angst vor Kontroversen, verbalen Gefechten - und auch mal einer Verwarnung.

In diesem Sinne: Auf eine geile Saison. Natürlich auch fußballerisch.

Gruß,
Kohlmeyer



In der Couchingzone befinden sich neben Berti und Bahli auch noch Kohlmeyer und Butduma. Die Kolumne erscheint spätestens jeweils Freitag um 12:00 Uhr oder an Spieltagen zur gleichen Zeit bei allen Pflichtspielen.

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"Du kannst auf deinen Verein stolz sein, aber eigentlich nicht auf die Tatsache, ein Fan dieses Vereins zu sein. Denn die Fan-Werdung vollzieht sich bekanntlich ähnlich wie die sexuelle Orientierung: Da kommt etwas über dich, das du nicht beeinflussen kannst. (...) . Du kannst deinem Verein nicht einfach die Gefolgschaft kündigen. Du kannst deinem Verein nicht den Tritt versetzen. (...) Du kannst deinen Verein nicht einfach loslassen, denn er hält an dir fest."
Thomas Brussig
Die Couchingzone |#45
06.08.2011 - 00:13 Uhr
Hallo Kohlmeier,

zunächst vorne weg:
Ich liebe diese Kolumne und ich lese Deine Texte regelmässsig mit grossem Vergnügen und Genuss. Sie geben zusammen mit den Texten der anderen Kolumnisten diesem Forum einen erheblichen Teil seiner Qualität und sind mit ein Grund für mich, immer wieder hier herein zu schauen.

In Deinem aktuellen Beitrag mokiere ich mich allerdings an dieser Stelle:

Zitat von Kohlmeyer:
Ausgabe 2 - Na, immer noch geil auf Fußball? Aber hallo!

...
Und darunter steht der Kommentar eines Users, man solle doch so was nicht hierein stellen, weil es doch ach so provoziere ...


Zufällig handelt es sich dabei um meinen Post:

Zitat von Mynona:
Ein Leserbrief wie dieser, der extrem kontrovers diskutiert werden kann und sich durch eine ziemlich einseitige und simple Sichtweise auf überaus komplexe Zusammenhänge auszeichnet - sollte nicht im Pressethread stehen.


Deine Interpretation meines Posts finde ich nicht zutreffend. Ich schreibe hier nur, dass dieser Leserbrief nicht im Pressethread stehen sollte. Denn in diesem sollen keine Diskussionen stattfinden. Zudem erwarte ich im Pressethread wenigstens halbwegs "objektive Artikel" oder interessante Berichte, aber keine "subjektiven Fürze" von einem komplett uninformierten Leserbriefschreiber.

Allerdings schmälert diese kleine Unstimmigkeit auf keinen Fall die Klasse Deines Beitrags.

Chapeau!

•     •     •

I tried the capsule and I tried the smoke
I tried to aid escape like normal folk
But I never seemed to get the joke
Die Couchingzone |#46
06.08.2011 - 09:04 Uhr
@mynona

Alles klar, ist angekommen ...

Anscheinend habe ich die Sache ein wenig um-, beziehungsweise überinterpretiert, um sie besser in den Gesamtenor meines Couchings einbinden zu können.

Sorry - und nix und für ungut.

Gruß,
Kohlmeyer

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"Du kannst auf deinen Verein stolz sein, aber eigentlich nicht auf die Tatsache, ein Fan dieses Vereins zu sein. Denn die Fan-Werdung vollzieht sich bekanntlich ähnlich wie die sexuelle Orientierung: Da kommt etwas über dich, das du nicht beeinflussen kannst. (...) . Du kannst deinem Verein nicht einfach die Gefolgschaft kündigen. Du kannst deinem Verein nicht den Tritt versetzen. (...) Du kannst deinen Verein nicht einfach loslassen, denn er hält an dir fest."
Thomas Brussig
Die Couchingzone |#47
11.08.2011 - 21:35 Uhr
Jahrgang 2 – Ausgabe 3
Teuflische Tiefenpsychologie

Vorbei die warmen Worte

Mit einem feuchten Puster in die Pfeife begann es und nun läuft sie schon seit einer Woche, diese Bundesliga-Spielzeit. Ja wo läuft sie denn hin, fragt da so manch einer. Jeder halbwegs vernünftige Mensch und Fussballfan, insofern dies überhaupt vereinbar ist, sieht ein, dass es darauf so früh in der Saison keine Antwort gibt. Nur die wahren Experten schätzen es sehr, sich abwechselnd ins Fettnäpfchen und in die Brennnesseln zu setzen. Der Bayern wird Meister und der Kaiserslautern steigt ab, ertönt es da aus dem bunten Blätterwald der Republik. Ein dubioser Sachverhalt, auf welchen dankenswerterweise bereits der gute Berti einging, so dass ich mir nun ein anderes Thema aus den Zehen saugen darf. Zum Glück ist der Fussball reich an Themen, fast so reich wie die Gespräche im Friseur-Salon um die Ecke, zumal von dem Gesagten ungefähr genau so viel stimmen dürfte. So will ich nun den ersten Spieltag und die Reaktionen darauf bemühen, um hier ein wenig zu parlieren. Was war das Geschrei im hiesigen Spieltags-Thread wieder groß als der ruhmreiche FCK in Bremen verloren hat… in BREMEN... wie kann man da nur verlieren? Vergessen waren die warmen Worte aus der Vorbereitung: Es geht nur um den Klassenerhalt, klar werden wir Niederlagen erleben, Kurz ist der Mann, sein Vertrag muss um 1000 Jahre verlängert werden, ja wir klonen ihn am besten gleich 100-fach auf dem Stadiondach etc. Aber in Bremen verlieren, das ging einigen dann doch zu weit über den Tellerrand hinaus. Schwupps hatten die Kinder dicke Krokodilstränen in den Augen, weil die famose 3-Punkte-Wurst auf dem Teppichboden lag und sich dort bewegungslos windete. À propos Boden, der Fußbodenbelag im Bremer Stadion war exquisit. Gras von högschder Güte, würde Jogi dazu sagen. Daran kann es nicht gelegen haben.

Alles ausschlaggebende Auffälligkeiten

Die Breitenpsychologie zum Bundesliga-Start ist ohnehin beeindruckend. Während die einen den neuen König des Fussballs auf eine Meisterschale aus Gold heben und durch die Pampa tragen, setzen sich andere ein brennendes Blaulicht auf den Kopf und rennen schreiend umher, hintendran die ebenso panischen Jungs mit dem Feuerlöscher in den Händen. Und dies nach 90 Minuten, also 5 400 Sekunden Fussball. Das ist nicht gut, meine ich. Dortmund ist nicht sicher Meister und Lautern ist nicht sicher Absteiger, weil ansonsten wären alle anderen zwischendrin und die Ergebnisse nur Makulatur – rein objektiv. Wir befinden uns nach so kurzer Spielzeit folglich auf sehr subjektivem Gebiet, das natürliche Mechanismen der wettbewerbspraktischen Einspielung außer Acht lässt, so Prof. Dr. Grützenstein von Affenbach. Ein anderes Phänomen ging am letzten Wochenende mit dem zuvor Beschriebenen einher, die Herausstellung von besonders unwertvollen Spielern (amerikanisch: MUP), im Bocksmund auch Sündenvolk genannt. Nach der Niederlage in Bremen - also man muss sich das mal vorstellen BREMEN - traf der Zorn des Volkes beim FCK insbesondere die Herren Sahan und Sukuta-Pasu. Gerade Letzterer soll nun nach Meinung einiger Taktikfüchse unehrenhaft aus der ersten Elf entlassen werden – Degradierung in die zweite Mannschaft, samt Entzug sämtlicher Orden. In diesem Kontext kam mir ein schöner Schreibetext aus dem Fachmagazin „11 Freunde“ wie gerufen. Es geht ums sogenannte Scouting, also die Suche von neuen Spielern durch Pfadfinder. Fähnlein Fieselschweif lässt grüßen, die blöde Kuh. Also da steht dann geschrieben, dass äußerlich auffällige Spieler zumeist strenger bewertet werden und folglich auch rapide verkacken, wenn’s sein muss. Begeht ein blonder Jüngling – und ich spreche nicht von Runström – oder ein dunkelhäutiger Ballartist einen Fehler, fällt dies dem ungeübten Auge eher auf, als wenn so ein 0815-Durchschnitts-1,78m-Braunhaar-Mitteleuropäer-Typ die Kugel verstolpert. Hiermit führe ich den Anstoß aus… zum Denken!

Druckvolles Dinner

Bei den Roten Teufeln hat der Oberteufel Stefan vor kurzem offiziell den Kampf gegen den Abstieg ausgerufen. Er soll den Eindruck haben man wolle ihn fressen, so der Boss. In der Kabine wurden bereits Messer und Gabeln ausgelegt, die Kragenmaße der Trikots werden von vietnamesischen Handarbeitern auf Serviettengröße erweitert. Lukullisches Großevent auf dem Betze. Auf diese Weise soll der zermürbende Druck von der Mannschaft ferngehalten werden, der einem in den untersten Tabellenregionen mit dem Zeigefinger droht. Auch zu dieser Problematik habe ich einen schlauen Lesetext studiert. Der Spiegel hat einen Mann interviewt, der Tiefseetauchen mit Luftanhalten macht. Der Tiefseetaucher kennt sich unten natürlich gut aus. Er bestätigt, dass in jenen Gefilden der Druck so groß ist, dass die Augen aus den Höhlen ploppen, wenn man eine Schwimmbrille trägt. Die Lungen sind nur noch Orangen, von der Größe, so der Taucher. Also wirklich schlimm das alles, da versteht man den Stefan, dass er seine Jungs davor beschützen will. Am Sonntag können unsere Roten Teufel sogleich einen eigenen Beitrag zur Vermeidung der unteren Tabellenplätze leisten. Wenn die Melodie ertönt und die Holzkiste der Augsburger Puppen ins Stadion gerollt wird, dann muss vollste Konzentration auf den Rängen und im Team herrschen. Die Puppenkistler darf man nicht unterschätzen, sind sie doch eine eingespielte Puppentruppe, die auch den berühmten Breisgau Brasilianern das Schwitzen gelehrt hat. Mit Leidenschaft und Kampf gilt es den Augsburgern den Schneider abzukaufen, danach wird dann zum Teufelstisch gebeten.

In diesem Sinne!

Ba beneen,
Butduma

In der Couchingzone befinden sich neben Berti und Bahli auch noch Kohlmeyer und Butduma. Die Kolumne erscheint spätestens jeweils Freitag um 12:00 Uhr oder an Spieltagen zur gleichen Zeit bei allen Pflichtspielen.

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SAPERE AUDE
- Wage es, weise zu sein -

oder nach Immanuel Kant
"Habe Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen!“
Die Couchingzone |#48
14.08.2011 - 11:00 Uhr
In Gottes Namen:

Willst du Kohli hier nicht missen
musst du bahlis Füsse (couchings) küssen.

Dabei würde sich 'dissen' viel besser reimen ... :rolleyes

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Nicht wir tragen euer Trikot - ihr tragt unseres!
Die Couchingzone |#49
15.08.2011 - 08:16 Uhr
KOHLIS GROßER PROMO-TROUBLE,
LÄUFT AB HEUTE IM GEBABB'L.

Gruß Berti

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Bertikoks - Transfermarkt since 2003. Originalmitgliedsnummer 1686. Keine anonyme Kritik: FCK MGLD 2151
Die Couchingzone |#50
15.08.2011 - 16:23 Uhr
Jungs, wenn euch der Blick auf die Tabelle - besser gesagt den Tabellenführer - völlig aus dem Konzept gebrettert hat, dann lasst euren Wahnsinn doch besser an exponierter Stelle raus.

Kohlmeyer, ich glaube, du hast mich total missverstanden. Ich wollte den Couchkumpanen mit meiner weinerlich mimosenhaften Replik doch nur meinen Respekt zollen für die ersten Kolumnen. Und sind wir doch mal ehrlich: Je höher die Latten hängen, desto besser kommt unsere Kolumne doch an. Und das ist doch im Grunde unser Hauptanliegen - die Unterhaltung der Mitleser in diesem Forum.

Der Bahli schreibt übrigens ausschließlich für seine Frau (Kohlmeyer, das ist das Natascha-McElhone-Double ... ;-)). Wenn es ihr gefällt, dann ist meine Welt in Ordnung. Wenn noch der eine oder andere mehr unterhalten wird - umso besser.

Und jetzt langsam zurück zur Tagesordnung.

Cheers
Bahli

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You want it darker
We kill the flame

Leonard Cohen (1934-2016)
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