1. FC Kaiserslautern 1. FC Kaiserslautern
deadline-day banner

Die Couchingzone

13.08.2010 - 13:19 Uhr
Die Couchingzone |#101
14.04.2011 - 22:02 Uhr
Ausgabe 34: Draußen, weit weg und doch so nah dran

Von Butduma

Der Weg, der in die Ferne führt

Auch ein Umweg ist ein Weg, deshalb möchte ich diesen heute gerne einschlagen, um zum letztendlichen thematischen Ziel, dem Fussball zu gelangen. Wie viele von euch wissen, tingelte ich schon etwas durch diese Welt und über den Globus und ich tingle immer noch, weil ich einfach gerne tingle. Bei dieser Tingelei, insofern sie sich nicht auf Pauschalurlaub an der Costa Brava und diversen Holiday-Ressorts beschränkt, stellt man so einige Dinge an den Anderen aber auch an sich selbst fest. Mit etwas Abstand scheint vieles einleuchtend, seltsam oder einfach nur anders – sei es unser Verhältnis zur Zeit, das Verhältnis zu seinen Mitmenschen oder das Verhältnis zu seinem Lebenspartner… nur um einige Beispiele zu nennen. Glückt diese „Entkoppelung“ vollends, dann wird man zuweilen Zuschauer und Beobachter des eigenen Lebens. Doch warum erzähl ich das hier alles? Nein, ich bin nicht unter die Esoteriker gegangen und auch die Psychopharmaka wirken immer noch wie am ersten Tag. Hier geht es mir um Fussball und die psysisch-geografische Entkoppelung. So manch einer wird gut nachvollziehen können, was ich jetzt sage, andere werden mir zukünftig den Eintritt zum Stadion verwehren wollen: Manchmal entkoppelt man sich auch vom FCK. Da liegt man dann abends irgendwo im Bett, hat einen Tag voller Menschen, Erfahrungen, Hitze und Essen hinter sich und dann fällt einem ein, dass heute ja der Betze gespielt hat, aber nun ja... morgen ist eben auch noch ein Tag. In Pfälzer Breitengraden (und da wo die Fans sonst so zuhause sind) eigentlich unvorstellbar.

Der Weg, den man einschlägt

Irgendwie begnügt man sich dann mit tristen Videotexten auf noch tristeren Röhrenbildschirmen, die ihrem Ableben entgegenflimmern oder mit Meldungen von Internetseiten, die man ab und an zu Gesicht bzw. zu Bildschirm bekommt. FCK-Fetzen so zu sagen, während man hier irritiert und manisch im Kreis herum rennt, wenn man das Spiel nicht im Stadion oder live und in HD auf Sky verfolgen kann. In jenen Momenten frage ich mich dann, was das eigentlich soll. Zuhause steigt mein Körpertemperatur beim Betrachten eines FCK-Spiels in unermessliche Höhen, das Bier schmeckt zuweilen nicht mehr, weil vom kleinen Finger bis zum Magen alle Körperteile angespannt sind und man frönt den seltsamsten Ritualen – nur links rum rasieren, oder gar nicht rasieren, erst die rechte Socke anziehen, die Frau nicht ins Wohnzimmer lassen oder dem Hamster den Scheitel neu ziehen… Verrücktheiten eben. Auf Reisen merkt man dann, dass der FCK genauso gewinnt, verliert und unentschieden spielt wie vorher, ob man nun guckt oder nicht guckt, ob man nun aufgeregt ist und Rituale praktiziert oder eben nicht. Oft reift dann die Erkenntnis in einem, dass man sich wegen diesem Verein das Leben nicht so schwer machen sollte, dass man diese Entkoppelei eigentlich auch zuhause, am heimischen Herd oder TV-Gerät fortsetzen will. Eine Erkenntnis, die beim ersten FCK-Kontakt schneller verpufft als die Liebe der Bâs, Gustavos und Eduardos zur TSG.

Der Umweg zum Ziel

Was habe ich mich schon gefreut, wenn ich irgendwo in Afrika auf einer staubigen Straße einen kleinen Jungen mit Kaiserslautern-Trikot gesehen habe. Gewundert habe ich mich natürlich auch, aber die Wege der Altkleidersammlung sind bekanntermaßen unergründlich. Wenn dieser Junge dann auch noch barfuss mit seinen Freunden zum sandigen Bolzplatz geht, um dort mit einem Ball aus zusammengewickelten Plastiktüten Fussball zu spielen, wird mir klar: Die Liebe zu diesem Sport nimmt zwar manchmal einen Umweg über den Verstand, sie führt aber jedes Mal geradewegs zum Herzen.

Folglich geht es zuhause mit dem 1. FC Kaiserslautern so weiter wie es bei der Abreise aufgehört hat: Bibbern, zittern, Hähne twittern.

Wir gehen nicht mehr weg

Ob auch gegen Nürnberg gezittert werden muss, steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest, das wird sich im Spielverlauf ergeben. Punktemäßig muss bei den Roten Teufeln keiner zittern. Nach drei Siegen aus vier Spielen kann man von einer kleinen Erfolgswelle sprechen, auf der Kurz und seine Mannen surfen. Nur der gute Sidney hat sich am SAMStag vor drei Wochen dazu entschlossen, uns die Bockwurst etwas zu versalzen. Unser nächster Gast, der Club aus Nürnberg, hat die Euro-League-Plätze im Visier und wird sicherlich eine harte Nuss darstellen, die für drei Punkte geknackt werden muss. Mit dem Rückenwind aus dem grandiosen Stuttgart-Spiel, dem Willen, den Klassenerhalt möglichst frühzeitig zu sichern und der feurigen Unterstützung von den Rängen sollte dieses Unterfangen allerdings gelingen. Dann kann der Stefan so langsam auf Einkaufstour gehen, manche haben ihn schon im Prospekt blättern sehen…

In diesem Sinne!

Ba beneen,
Butduma

In der Couchingzone befinden sich neben Berti und Bahli auch noch Kohlmeyer und Butduma. Die Kolumne erscheint spätestens jeweils Freitag um 12:00 Uhr oder an Spieltagen zur gleichen Zeit bei allen Pflichtspielen.

•     •     •

SAPERE AUDE
- Wage es, weise zu sein -

oder nach Immanuel Kant
"Habe Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen!“

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Butduma am 14.04.2011 um 22:03 Uhr bearbeitet
Die Couchingzone |#102
16.04.2011 - 10:03 Uhr
Butduma,

wo immer du dich gerade rumtreibst, vielen Dank für diese Zeilen, in denen ich mich voll wiederfinde.

Bom viagem e boa sorte!
Mineiro

•     •     •

"Es geht nicht darum, um jeden Preis zu siegen. Nur wenige gewinnen. Du musst so spielen, dass dich das Publikum bewundert. Dann kannst du auch verlieren."

(Johan Cruyff)

"Gehirn: ein Organ, mit dem wir denken, dass wir denken."

(Ambrose Bierce)
Die Couchingzone |#103
21.04.2011 - 09:53 Uhr
Ausgabe 35: Von Würsten, Trainern und Trainer-Würstchen

Von Kohlmeyer

"Rankings" sind schon nicht mehr "in", wir sind längst Ranking-Junkies geworden. Ständig wird in unserer Medienwelt irgendein andere Vergleichswettbewerb dargeboten: Ob´s nun die Liste der bestverdienendsten Menschen der Welt ist, des Sexiest Man alive, der besten Jamens Bonds aller Zeiten, des TM-Kolumnisten mit den meisten Positiv-Bewertungen oder die der strahlendsten AKW-GAUS alle Welt. Längst nerven uns alle damit, womit "Focus" uns einst exklusiv auf den Sack ging. Woran das liegt? Keine Ahnung. Möglicherweise an der tief im männlichen Bewusstsein verwurzelten, urinstinktiven Neigung zum Schwanzvergleich.

In der "MRZ", dem Zentalorgan für fundierte Fußballberichterstattung in seiner Wahlheimat an der Rhein-Main-Mündung, hat Kohlmeyer vor einigen Wochen DAS Ranking entdeckt, auf das die interessierte Weltöffentlichkeit wartete, seit die alten Ägypter zum ersten Mal wissen wollten, wer die höchsten Pyramiden bauen kann: Den ultimativen Stadion-Bratwurst-Vergleich. Okay, die verbissen der ultimativen Erkenntnis hinterher recherchierenden Journalisten waren nicht akribisch - oder nicht hungrig - genug, sich durch alle Wurstbuden der Liga zu fressen. Nein, nur die Frankfurter, die Lauterer und die Mainzer Stadionwurst wurden miteinander verglichen. Um zu dem Ergebnis zu kommen, das die Testerwürstchen schon kannten, noch bevor sie in die erste Wurst gebissen hatten.

Den wer wohl konnte dieses höchst anspruchsvolle Gourmet-Ranking einer MAINZER Tageszeitung nur gewinnen? Richtig.

Keine Angst. Kohlmeyer wird es hier nicht dem Klaus Kinski der Trainerbänke gleichtun, sich als schlechter Verlierer exzentrieren und dem Schiedsrichter die Schuld geben. Er wird auch kein Wort darüber verlieren, ob es nicht eventuell ein wenig blödsinnig ist, Schweinswürste mit Pferdewürsten zu vergleichen. Denn für die Pfalz war legendäre "Härding" am Start, was den dem Gutmenschentum verpflichtenden Vergleichstester natürlich ein pikiertes Naserümpfen entlockt ("Wer´s mag ..."), denn wie kann man nur so stolzes und edles Tier wie ein Pferd verspeisen? Okay, Schweine sind zwar intelligenter, putziger und überhaupt im Ganzen viel menschlicher als irgendwelche Klepper, aber lassen wir das.

Kohlmeyer wird sich hier auch nicht der zahlreichen 05-Dauerkarteninhaber erinnerin, die sich bei ihm schon beklagt haben, weil sie die exqusite Nummer 1-Stadionwurst nur ungefähr so kalt genießen konnten, wie das Bier, das sie mitorderten, warm war, da das Budenpersonal im Bruchweg-Stadion unzureichend ausgebildet und heillos überfordert ist. Was den Stadion-Caterer offenbar nicht weiter juckt, da alle Buden von nur einem Betrieber betrieben werden und dieser somit nicht zu fürchten braucht, dass seine Kundschaft einfach zu einer andere Bude geht - der Service ist schließlich überall gleich beschissen.

Und Kohlmeyer wird sich auch nicht darüber wundern, dass dieser Caterer nun auch im neuen Mainzer Stadion exklusiv catern darf. Obwohl sich viele seiner 05 besuchenden Bekannten sogar bei der 05-Geschäftsleitung beschwert hatte, worauf ihnen gesagt wurde, dass die sich angehäuften Beschwerden sicher bei der Vergabe der Gastro-Lizenz fürs neue Stadion eine Rolle spielen werden. Und Kohlmeyer wird auch keinen Zusammenhang darin sehen, dass diesem Caterer enge verwandschaftliche Bande zu einem gewissen Herrn Heidel nachgesagt werden, denn Vetternwirtschaft ist nunmal etwas, was der weltmännische Rhein-Main-Mündungsbewohner gerne dem provinziellen Hinterpfälzer zueignet, und dieses Päckchen trägt Kohlmeyer mit seinen Landsleuten doch nur allzu gerne.

Sondern Kohlmeyer wird die Sinnhaftigkeit dieses Bratwurst-Rankings nutzen, um sie in einen überspannenden Gesamtzusammenhang zu setzen, zum besseren Verständnis der Welt und das Weltgeistes.

Also los.

"Der Klassenerhalt wäre für Kaiserslautern eine Sensation", befand das linksintellektuelle Zentralorgan Spiegel online vor einigen Tagen, und rückt blitzlichtartig einen Übungsleiter in den Fokus, von dem normalerweise nie viel zu lesen ist, da er weder irre noch überlaut auftritt:

Zitat
Kurz hat enorm viel aus einem limitierten Team herausgekitzelt. Hinter Meistermacher Jürgen Klopp könnte er der Trainer der Saison sein - wäre da nicht Holger Stanislawski.



Hhm. Die Erhebnung Klopps zum Trainergott ist ja unvermeidlich - wer sein Team auf den Platz an der Sonne führt, soll sich auch darin sonnen. Aber Stanislawski? Natürlich, Kohlmeyer mag den Jungen auch und verzeiht ihm sogar, dass er einmal im Leben dem Lockruf des Geldes folgen will, schließlich wollen wir alle mal warm duschen. Auch wenn Stanislawski in Hoppenheim auf Kohlmeyer den Eindruck macht, als wolle da jemand einem Zombie eine Seele kaufen. Aber wie wird Stanis Einstufung vor Kurz fußballverstandestechnisch begründet?

Zitat
St. Paulis Trainer arbeitet mit einer Truppe, die es an Erstligatauglichkeit fehlen lässt, gerade in der Verteidigung und im Angriff. Es muss manchmal an Masochismus grenzen, mit diesem limitierten Kader arbeiten zu müssen, der kaum die Klasse halten dürfte. Beim FC St. Pauli gibt es dann nur einen Gewinner: Stanislawski, der weiter in der ersten Liga arbeiten wird.


Muss man das verstehen? Kuntz und Kurz haben mit eher noch bescheideneren Mitteln als St. Pauli einen halt nicht ganz so limitierten Kader zusammengestellt und ranken damit nun immerhin fünf Punkte vor den Kiez-Kickern, aber Stanislawski ist dennoch der bessere Trainer ...

Seltsamer noch: Einen kurzen Satz später ist Kurz schon vergessen:

Zitat
Es sind die jungen Konzepttrainer, die Klopps, Dutts, Tuchels und Stanislawskis, die das Bild der Liga zunehmend prägen.


Tja ... Kohlmeyer erinnert sich da spontan an eine Pressekonferenz zu Beginn der Saison. Nach dem Spiel Hoppenheims auf dem Betze geriet der Fußballprofessor Rangnick, damals noch Übungsleiter der Zombie-Kicker, über sich selbst ins Schwärmen, und wohl, weils ihm irgendwann selbst peinlich wurde, bezog er halt schnell noch ein paar Landsleute in seine Selbstbeweihräucherung ein: Neben Hoppenheim spielten gegenwärtig Dortmund und Mainz den modernsten, weil ballorientiertesten Fußball der Liga, erstellte Dr. Ralf mal schnell ein ganz persönliches Ranking, und alle drei hätten schwäbische Trainer - wäre das nicht bemerkenswert, um nicht zu sagen sonderschön?

Kohlmeyer nickte verständnisinnig. Rank-Nicks ohne Frage technisch hochbeschlagene Truppe hatte sich gerade mit einem Gegner, der etwa mit einem Viertel seines Etats aufgestellt war, ein fußballerisch absolut begeisterndes Duell auf Augenhöhe geliefert und der Underdog war am Ende dem Sieg ein ganzes Stück näher. Dafür verantwortlich war der stille Mann, der neben dem bebrillten Balldozenten saß, aber den ignorierte er einfach - obwohl er in Stuttgart geboren ist.

Und was sollen uns nun all diese Worte sagen? Und vor allen Dingen: Was haben sie mit Wurst-Rankings zu tun?

Nun, eine Empfehlung könnte sein: Marco, du solltest dich vielleicht mal medialer inszenieren, damit dir endlich mal die Aufmerksamkeit zuteil wird, die du verdienst. Leg´ dir doch mal einen Zwölftagebart zu, lass deine Jungs mal über heiße Kohlen laufen, male bescheuerte Fguren auf einen Monitor, nimm mal einen Torwartwechsel vor, den keiner versteht, leite mal ein paar bescheuerte Transfers in die Wege und versuchs mal mit einem markanten Akzent, italienisch oder holländisch vielleicht. Oder fang einfach mal an, vor laufenden Kameras vor Rührung zu flennen. Die Menschen werden dich dafür lieben.


Kohlmeyers Empfehlung dagegen ist: Marco, bleib´ einfach, wie du bist. Auch wenn dahinter in erster Linie Eigennutz steckt. Solange du nicht weiter auffällst als damit, dass du mit bescheidenen Mitteln Teams formst, die auch noch guten Fußball spielen, wird kein Hopp und kein Hoeneß, kein Hinz, sondern allenfalls ein Kuntz auf dich aufmerksam. Und du bleibst uns noch lange erhalten.

Und Rankings - Achtung, jetzt schließt sich der Kreis - sind zumindest Kohlmeyer sowieso wurst.

In diesem Sinne: Frohe Ostern, dicke Eier - und lasst Euch an kein Kreuz nageln
Kohlmeyer



In der Couchingzone befinden sich neben Berti und Bahli auch noch Kohlmeyer und Butduma. Die Kolumne erscheint spätestens jeweils Freitag um 12:00 Uhr oder an Spieltagen zur gleichen Zeit bei allen Pflichtspielen.

•     •     •

"Du kannst auf deinen Verein stolz sein, aber eigentlich nicht auf die Tatsache, ein Fan dieses Vereins zu sein. Denn die Fan-Werdung vollzieht sich bekanntlich ähnlich wie die sexuelle Orientierung: Da kommt etwas über dich, das du nicht beeinflussen kannst. (...) . Du kannst deinem Verein nicht einfach die Gefolgschaft kündigen. Du kannst deinem Verein nicht den Tritt versetzen. (...) Du kannst deinen Verein nicht einfach loslassen, denn er hält an dir fest."
Thomas Brussig

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Kohlmeyer am 21.04.2011 um 10:11 Uhr bearbeitet
Die Couchingzone |#104
22.04.2011 - 12:28 Uhr
Fantastisch gut, weil eben auch ein bisschen gemein! Tolle Wurst, werter Kohlmeyer! Weiter so...

•     •     •

SAPERE AUDE
- Wage es, weise zu sein -

oder nach Immanuel Kant
"Habe Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen!“
Die Couchingzone |#105
24.04.2011 - 14:17 Uhr
Klasse Idee der Thread!
Gefällt mir richtig gut, macht weiter so :)
Die Couchingzone |#106
29.04.2011 - 10:44 Uhr
Ausgabe 36: Schaschlik

Von Bertikoks



Bratwürste & Hotdogs

Nachdem Kohlmeyers Ausflug in die Welt des Okkultismus und, oder vielleicht oder, meine kleine Exkursion in die der Statistik mehr oder weniger Früchte getragen haben, hat mein werter Kollege mit Wahlheimat Rhein-Main-Mündung letzte Woche so freundlich aus der Welt der Würstchen berichtet. Dem möchte ich mich hier anschließen und ebenfalls noch ein paar in die Pfanne hauen. Denn die größten Würstchen auf dem Betze gibt's bekanntlich wo? Richtig. Im Stehplatzbereich. Und das nicht nur bei Heimspielen. Nein, auch und gerade bei Auswärtsspielen - Neudeutsch "Spiel im Away Shirt" - machen die gerne von sich reden. Denn dort führen sie schon mal Massenschlägereien durch oder zünden angetrunken und ohne Ausbildung einen Schweißbrenner - Verzeihung "Bengalo". Unfassbar sei es, sagte der Reporter beim Frankfurt Spiel, wieviel Dummheit da aus der Pfalz angereist sei. Unfassbar fand ich es, wieviel Dummheit dazugehört, wenn man einen Teenager auf Drogen mitten im dichtgedrängten Fanblock eine Waffe abfeuern - Verzeihung "Bengalo" zünden - lässt, nur damit er anschließend mit glasigen Augen und der Fackel herumhüpft, als wolle er noch ein paar Würstchen grillen. Unfassbar, allerdings endgültig, wie tief der Verstand - Verzeihung "Mikrobensteuerungseinheit 2.0" - gesunken sein muss, um nach dem Spielabbruch "auf" St. Pauli, einen Bierbecher in Richtung Spielfeld, nein - in Richtung Spieler (!) - zu werfen. Haben wir ein Glück, dass die Nase zu geizig war einen vollen zu nehmen und zudem offenbar zu betrunken um zu treffen. Irgendwo muss das Bier ja hin. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn der Becher das gewünschte Ziel erreicht hätte. Schön zu sehen, dass wenigstens ein identifizierter Täter abgeführt wurde. Ja auch unser Ordnungsdienst ist manchmal auf Zack. Ganz schön heiße Hunde, sorry, Hot Dogs sind das. Allerdings können die immer nur nach der Tat eingreifen. Was aber ist vorher möglich? In solchen Fällen bleibt den Vereinen als Veranstalter nur ein Mittel und genau das will unser FCK in Zukunft ergreifen. Das Zauberwort heißt Regress. Der 1. FC Kaiserslautern wird sich in Zukunft das Geld von den ermittelten Randalierern konsequent zurückholen. Und das ist gut so. Überlegt es sich doch jeder Vollpfosten in Zukunft dreimal, ob er so eine Rechnung wirklich bezahlen will. Aber, dass alles nutzt nichts ohne uns normale Fans. Wir müssen begreifen, dass da nicht die Vereinsoberen gegen die Anhänger vorgehen, sondern unser Verein gegen die, die den Verein angreifen und ihm Schaden zufügen. Wir sind also auf der selben Seite. Wenn wir sehen, dass ein Nebenmann werfen möchte, dann ist es zunächst unsere Aufgabe als Umstehende, demjenigen in den Arm zu fallen um unsere Roten Teufel zu schützen. Genug davon. Liegen ja noch ein paar andere Themen an.


Senf

Diese Woche fand ich zum Beispiel folgenden Vorgang recht interessant. Da haben sie in Köln mit einiger Mühe aber in gemeinsamer Aktion von Club Oberen, meint vor allem Sportdirektor, und Medienlandschaft den Trainer demontiert. Bis der aufgegeben hat. Wer Böses dabei denkt, der solle solches nicht vermuten, meint Herr Finke. Der Herr Sportdirektor, völlig unerfahren weil ja neu im Geschäft, hatte zwischenzeitlich viel dazu beigetragen, den guten Frank Schaefer aus dem Amt zu befördern. Indem er öffentlich seinen Senf dazu gab. Den scharfen wohlgemerkt. Natürlich sei ein Schelm, wer ihm hier Vorsatz unterstelle, ließ der liebe Volker sogleich erklären. Und zwar vom geschassten Cheftrainer selbst. Markant? Keineswegs, schließlich will der wieder Nachwuchstrainer werden und zwar, wie es sich praktischerweise so trifft, beim Verein aus der Domstadt. Und wer wäre auch in diesem Fall sein Chef? Richtig. Der nette Neujapaner Finke. Während Pädagoge Volker, ja der ist wirklich einer, demnach nicht nur den Fußballlehrer geben könnte und schon einmal auf der Bank Probesitzen wird, erklärte dieser Tage das manchmal gut informierte Blatt vom Boulevard, einer der Trainerkandidaten für die nächste Saison heiße Milan Sasic. Ich persönlich bin zwar der Meinung, dass Volker Finke, wenn er eine Ein-Mann-Trainerfindungskommission gründet, vermutlich sowieso Volker Finke als Idealbesetzung für den Posten  vorschlagen wird, aber bitte, springen wir auf den Zug auf. Also Sasic. Sasic? Das ist doch, genau. Eben der. Dieser Alleinherrscher soll in Köln "unter" Oberlehrer Finke den Übungsleiter geben? Das geht, so wage ich hier die Prognose, keinesfalls gut. Die ortsansässige Presse, allen voran die mit den vier Buchstaben, wird unseren Retter hochjubeln um ihn anschließend in die Pfanne hauen, bis er wie aussieht? Genau. Wie ein Würstchen. Womit wir wieder beim Thema wären. 


Wurst und Gewinn

Während Freund Milan also bleiben sollte wo die Zebras wachsen, schauen wir uns doch mal genauer um in der Metzgerei Betzenberg. Da geht es heute Abend nämlich zum Abstiegsendspiel. Halt! Wie haben wir das von Trainerguru und Verkaufstrainer Daum in der letzten Woche gelernt? Er mag das Wort Abstiegskampf nicht, denn, so der Wortakrobat, hier könne man ja nichts gewinnen. Positiv solle man die Ziele formulieren. Ist also kein Abstiegsendspiel, sondern ein "Klassenerhaltungsgewinnspiel". Der FC St. Pauli möchte nach einer Niederlagenserie die sich gewaschen hat gern die mehr oder weniger letzte Chance ergreifen um sich selbst aus dem Sumpf zu ziehen. Und es ist nicht so als wäre das nicht möglich. Betrachtet man unsere letzten beiden Heimspiele - unsere Jungs erinnerten da an Würstchen im Schlafrock - wird dem geneigten Beobachter leicht blümerant. Oder um es anders zu sagen, ein wenig unwohl. Toll hingegen, dass die Hütte in den letzten zwei Heimspielen mal wieder ausverkauft ist. Wir haben eben ein größeres Potential, als die Freunde von der Rhein-Main-Mündung oder das SAP Spielzeug. Damit es nicht nur beim Fanpotential bleibt, sondern auch die Mannschaft sportliche Perspektive entwickeln kann, bedarf es der ersten Bundesliga. Die können sich unsere Jungs heute Abend bereits sichern. Dem Chef Planungssicherheit, den Fans relaxte Wochenenden, und sich selbst gut dotierte Arbeitsplätze. Das alles kann die Mannschaft heute Abend schenken.Im Abstiegsendspiel, Verzeihung "Klassenerhaltungsgewinnspiel". Nummer Eins übrigens. Wenn wir es heute vergeigen, dürfen wir es noch zweimal versuchen. Vor ausverkauftem Betze. Aprospos vergeigen. Hoffentlich vergeigt unser Team diesmal nicht wieder die Seitenwahl. Nun denn. Es ist auf jeden Fall angerichtet. Und worum geht's da heute Abend? Genau. Um die Wurst.

Bis dahin. 

Gruß Berti



In der Couchingzone befinden sich neben Berti und Bahli auch noch Kohlmeyer und Butduma. Die Kolumne erscheint spätestens jeweils Freitag um 12:00 Uhr oder an Spieltagen zur gleichen Zeit bei allen Pflichtspielen. 

•     •     •

Bertikoks - Transfermarkt since 2003. Originalmitgliedsnummer 1686. Keine anonyme Kritik: FCK MGLD 2151
Die Couchingzone |#107
29.04.2011 - 12:10 Uhr
Ohne unsere Couching-Zone wäre es doch deutlich unattraktiver hier! Gerade in den letzten Wochen wieder klasse Einstimmungen von euch Vieren. Vielen Dank dafür!

•     •     •

SPORT1: Die besten Torhüter verlassen immer wieder den FCK. Gab es eigentlich auch mal eine Anfrage an Sie?

Ehrmann: Die gab es, aber ich bin 58 und schon so lange beim FCK, da müsste viel passieren, … Ich bin immerhin schon 34 Jahre dabei und ich identifiziere mich absolut mit der Region und dem Klub. Das gebe ich auch meinen Torhütern als Grundeinstellung mit. Herz und Leidenschaft zählen und der Wunsch, dem Verein etwas zurückzugeben anhand von Einstellung und Identifikation.
Die Couchingzone |#108
29.04.2011 - 12:50 Uhr
Zitat von danjo81:
Ohne unsere Couching-Zone wäre es doch deutlich unattraktiver hier! Gerade in den letzten Wochen wieder klasse Einstimmungen von euch Vieren. Vielen Dank dafür!

Vorallem kann nicht jeder Hans Wurst sowas schreiben!

•     •     •

Und dann lassen mers knacken!
HIER REGIERT DER FCK!
Die Couchingzone |#109
05.05.2011 - 22:35 Uhr
Ausgabe 37: "Alea iacta est" oder der Teufel ist ein Eichhörnchen.

Von Bahli


Zu Beginn der Saison 2010/11 gaben die Verantwortlichen und Fans des Bundesligisten 1. FC Kaiserslautern gemeinsam ein Ziel aus. Und dieses Ziel nannte sich "Mission 40 Punkte". Seit dem vergangenen Freitag sind die Würfel gefallen. Der FCK hat 40 Punkte auf seinem Konto. Klassenziel erreicht? Nein, eben noch nicht ganz iacta. Der Würfel schwebt noch über dem Boden, liegt eben noch nicht ganz auf demselben. Und wirbelt im Moment verdammt viel Staub auf. So weit ich mich erinnern kann, war bisher noch jede Mannschaft dem Abstieg entronnen, die die magischen 40 Punkte eingefahren hat. Der FCK hat drei Spieltage vor Schluss die 40 voll gemacht. Aber gerettet sind die Pfälzer noch nicht. Heute titelt der "kicker" in seiner Ausgabe: "7 müssen noch zittern" - scheinbar ist man sich beim Fußball-Fachblatt aus Nürnberg sicher: Der 1. FC Kaiserslautern darf sich galant zurücklehnen und den Rest der Saison als Schaulaufen betrachten. Es wäre mehr als fatal, würde man das im Herzen der Pfalz glauben und beherzigen.


Die halbe Liga im Existenzkampf

Genaugenommen müssen nicht sieben Bundesligisten zittern. Es sind deren zehn, die es immer noch erwischen kann. Selbst 1899 Hoffenheim auf Tabellenplatz 9 ist noch nicht gesichert. Der Teufel ist ein Eichhörnchen. Und auch der FCK kann sich noch nicht sicher wähnen. Zumindest der Relegationsplatz ist immer noch in "Reichweite". Sollten die Lautrer am Samstag beim VfL Wolfsburg verlieren und gleichzeitig die Eintracht aus Frankfurt gegen das Auswärtsmonstrum aus Köln drei Punkte einfahren, dann hätte zum Bundesligafinale am 14. Mai auch der Zuschauer Angst seine Karte auf dem Betzenberg im Spiel gegen den SV Werder Bremen sicher. Natürlich haben aktuell der FC St. Pauli, Borussia Mönchengladbach und Eintracht Frankfurt die denkbar schlechtesten Karten. Aber alles - bzw. vieles - ist noch möglich. Und der Teufel ist wie wir wissen ein Eichhörnchen. Durchhalteparolen behrrschen die Szenerie. Die verantwortlichen Trainer geben sich durchweg kämpferisch. Natürlich passend in einem Endspurt. Wer jetzt stehen bleibt, wird es schwer haben, sich noch erfolgreich über die Ziellinie zu schleppen.


Der FCK hält alle Trümpfe in der Hand

Was mir seit ein paar Tagen unangenehm auffällt, ist die Tatsache, dass sämtliche Darstellungen von Restprogrammen im Abstiegskampf ohne die vierzigpünktigen Lautrer auskommen. Zugegeben, der FCK hat in besagtem Endspurt mit die besten Karten. 40 Punkte und ein Restprogramm, das sogar noch den einen oder anderen Zusatzpunkt bringen kann. Selbst ein einstelliger Tabellenplatz ist bei diesem Restprogramm durchaus noch drin. Und sind wir einmal ehrlich: Der FCK kann von Glück sagen, dass der FC Schalke 04 eine derart großartige Runde in der Champions League spielte. Als die Pfälzer in Gelsenkirchen antraten, hatte die Elf von Ralf Rangnick nicht den FCK vor Augen, sondern bereits Manchester United. Unter dem Strich standen dann drei überraschende Punkte. Drei Zusatzpunkte im Abstiegskampf, die vieles einfacher machten. Drei Punkte, mit denen außer den rot-weißen Berufsoptimisten sicherlich kaum jemand rechnete. Der Sieg gegen Mitaufsteiger St. Pauli stand lange auf des Messers Schneide. Der grandios haltende Kevin Trapp hielt letztendlich auch die drei Punkte fest. Es ist definitiv beeindruckend, wie der durch die Bank als Abstiegskandidat Nummer eins titulierte 1. FC Kaiserslautern die Liga rockte. Zumindest bisher. Ein Punkt muss noch irgendwie her, um ganz sicher das Abschlusszeugnis "Klassenerhalt" in den Händen zu halten. Denn der Teufel ist ein Eichhörnchen. Aber hoffentlich in den kommenden Tagen ein rot-weißes.


Im Griff der Besserwisser

Viele Onliner wissen alles: Wer absteigt, wer Meister wird und wer sich Nils Petersen angelt. Das weltweite Netz ist voll gefühlter Experten - und die brauchen dringend Nachhilfe. Das Internet ist eine galaktische Wissensmaschine, deren Ausmaß jeden Superlativ ins Lächerlich zieht. Aber im Internet finden sich nicht bloß wahre oder falsche Informationen - es findet sich alles zu allem und auch das Gegenteil davon. Vermutlich ist manchmal auch die einigermaßen objektive Wahrheit darunter oder etwas, was ihr nach gegenwärtigem Erkenntnisstand nahekommen könnte. Und je nachdem, wie und wonach man sucht, finden sich auch genau die Informationen, die man finden möchte - bewusst oder unbewusst. In den letzten Tagen rückt - wie immer um diese Jahreszeit - die Bundesliga-Wechselbörse in den Fokus der Fans. Im Zuge der brodelnden Gerüchteküche entwickelt sich eines der gleichzeitig lästigsten und lustigsten Phänomene des Mitmach-Internets: das gefühlte Expertentum. Was auch immer die Bundesliga für Wechselgerüchte bereithält - im Netz finden sich sogleich Experten, die selbst den ausweglosesten Spekulationen so viel Leben einhauchen, dass selbst ausgewiesene Fachleute ins Grübeln geraten. "Hamit Altintop nach Lautern?", aber natürlich. Angeblich will der FCK ja seinen Bruder Halil. Und was läge näher, als dass Stefan Kuntz im Sinne einer Familienzusammenführung gleich seinen Bruder Hamit mitverpflichtet. Noch schmlimmer ist aber dieses Gefühl, das sich bei mir beim Lesen der Transferspekulationen rund um den FCK manifestiert. Scheinbar ist jeder Bundesligist hinter interessanten Spielern her. Nur der FCK nicht. Ich frage mich in dieser Woche wohl nicht alleine, was Stefan Kuntz eigentlich den ganzen lieben langen Tag so macht. Da bin ich doch froh, dass sich jetzt schon wieder die Experten zu Wort melden, die den FCK in der kommenden Saison schon wieder als den Abstiegskandidaten Nummer eins sehen. Ist ja auch kein Wunder, wenn der Vorstandsvorsitzende ausgerechnet jetzt wieder den Schlaf der Gerechten hält.


Cheers
Bahli


In der Couchingzone befinden sich neben Berti und Bahli auch noch Kohlmeyer und Butduma. Die Kolumne erscheint spätestens jeweils Freitag um 12:00 Uhr oder an Spieltagen zur gleichen Zeit bei allen Pflichtspielen.

•     •     •

You want it darker
We kill the flame

Leonard Cohen (1934-2016)
Die Couchingzone |#110
12.05.2011 - 21:34 Uhr
Ausgabe 38: Zum Abschluss etwas Vorbildung

von Butduma

Ein Kukuk zum Vorbild

Es ist wieder mal soweit: Die Bundesliga macht vorübergehend zu. Wie die allseits beliebten Ferrero-Produkte, geht auch die Liga in die Sommerpause. Doch anstatt der Frische aus diversen Kühlhallen, da wo die Schoki lagert, wird uns auf den Transfermärkten und in den Gerüchteküchen die Hitze der Diskussionen entgegenschlagen und bei Testspielen und unmenschlichen Trainingslagern (man denke nur an die ehrmannschen Leibesübungen mit Fahrrad in 100° C heißem Sand) wird geschwitzt bis zum Anschlag. Viele Männer müssen gerade in dieser Phase des Jahres sehr stark sein, um nicht depressiv oder paranoid zu werden bzw. unvermittelt ins Sommerloch zu fallen – wo unten drin bekanntlich der Schalk(er) sitzt. Fürsorgliche Partnerinnen haben bereits jetzt das Mega-Pack Taschentücher sowie diverse Biere besorgt, um die Not lindern und die Zeit überbrücken zu können. Grundsätzlich sollte man als FCK-Fan allerdings einen sehr entspannten Sommer verbringen können, auch wenn die Roten Teufel samstags nicht gegen den Ball treten. Nach dem furiosen Aufstieg als Meister der zweiten Fussball-Bundesliga hat man in einer sehr ausgeglichenen ersten Liga nicht nur die Klasse gehalten, sondern auch einige Glanzlichter setzen können – zudem besteht aktuell noch die Möglichkeit, die Spielzeit auf einem EINstelligen Tabellenplatz abzuschließen. Manch anderer mag sich sagen: „Weiß der KuKuk, was da auf dem Betzenberg los ist!“ Die Lauternfans, die wissen es. Mit Kuntz und Kurz, auch KuK genannt, hat der Verein ein Gespann am Ruder, das ruhig, sachlich und professionell arbeitet. Interna dringen kaum nach Außen, in sportlich unruhigeren Zeiten setzt man die Arbeit unbeirrt fort und mit einem kleinen Etat wurde eine gute Mannschaft aus fairen Sportsmännern geformt. Unerfreuliche Ausreißer wie die Lakic-Posse (es sei einfach mal dahingestellt, wer mehr und wer weniger geposst hat) oder das Gebaren einiger Dumpfbacken aus der West gehörten selbstverständlich auch zum Programm, allerdings ließen diese niemals das Gesamtgefüge zerbrechen. Was mich persönlich freut, ist dass wir mit Kurz einen glaubwürdigen Trainer haben, der zwar 110%ig mitgeht, wenn es aus dem Feld hoch her geht, der aber weder den Lautsprecher gibt noch euphorische Tänze auf Zäunen und diversen anderen Gegenständen durchführt… und ja, er sucht die Schuld für eigene Fehler nicht ständig bei anderen, sondern schaut sich zunächst im eigenen Lager um. Kurzum: Ein Vorbild!

Ein vorbildlicher Vorschlag

Zum Glück kann man so einen Kerl nicht kaufen, sondern nur mit feinem Gespür finden. Man stelle sich nur mal vor, die Kurzes dieser Welt würden nur bei Hoffenheim und Co. KG das Trainingszepter schwingen – das wäre nicht nur sportlich fatal, es würde auch überhaupt nicht passen. Doch nochmals zurück zur Sommerlethargie und den Glanzlichtern dieser Saison. Mein Vorschlag: Behandle ersteres mit letzterem. Unsere Jungs haben uns so viele Glanzlichter geliefert, dass man bei ausgewogener Dosierung (1 Mal pro Wochenende) die gesamte Sommerpause ohne Entzugserscheinungen rumbekommt. Zum Einstieg empfehle ich das 2:0 gegen die Bayern, andere Spiele könnten zu hart sein. Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Wirt oder Apotheker. Nur soviel: Manchmal geht’s ans Herz. Alternativ zum Fussball kann man sich in der Sommerpause auch dem weiblichen Geschlecht zuwenden… es ist Frauen-Weltmeisterschaft in Deutschland. Gespielt wird u.a. in dem Objekt, das zur Verschönerung der A 6 auf einem Acker bei Sinsheim angelegt wurde.

Vorbildhaftes Bremen

Bevor aber der Vorhang der Bundesliga-Saison 2010/2011 endgültig fällt, dürfen die Roten Teufel zum Abschluss ihre kickenden Freunde aus Bremen empfangen. Der Verein von der Weser kam diese Saison unerwarteterweise in Abstiegs-Prädulienzien (Danke, Co!), hat aber mit Ruhe und Besonnenheit die Kurve bekommen, ohne dass der Trainer dabei aus dem Wagen flog. Ich will es nicht verhehlen, ich hege große Sympathien für die Bremer. Sie spielen nicht nur seit Jahren einen begeisternden, ehrlichen Fussball und besitzen gesellige Fans, nein, sie sind auch in der Vereinsführung vorbildhaft – abgesehen von der Suche nach Außenverteidigern. In letzter Zeit höre und lese ich immer häufiger den Vergleich zwischen den Duos Allofs & Schaaf sowie Kuntz & Kurz… ein Vergleich, der mir sehr gut gefällt und bei dem Lautern zudem den Vorteil der stilistisch einwandfreien Alliteration auf seiner Seite hat. Einem großen Fest auf dem Berg sollte folglich nichts und niemand im Wege stehen. Es wurde außerdem zugesagt, dass Alkohol im Bier sein wird. Der richtige Rahmen, um unseren Toptorjäger Lakic gebührend zu verabschieden und die unsäglichen Szenen vom Hamburg-Spiel vergessen zu machen – wenn er schon wechseln will, dann soll er uns zumindest in guter Erinnerung behalten, auch wenn für uns das Argument „mehr Geld“ statt „viel Geld“ nicht uneingeschränkt nachvollziehbar ist. Das wird hoffentlich auch er verstehen. Ein versöhnlicher Ausklang dieser tollen Saison des 1. FC Kaiserslautern, das würde einfach ungemein gut tun.

Weder Ein- noch Vorbildung

Ach ja, eins noch zum Schluss: Als ich gestern meinen Ölball aus dem Orient drei Mal getreten habe, ist mir ein kleines dickes Ailton erschienen. „Du haben Wünsche frei für nächste Saison von die rote Satan FCK, oh Herr. Drei isse Kokolores, mache vier...“, sagte es. Nach einem kleinen Schreck - nach einer halben Stunde bin ich aus der Ohnmacht erwacht - habe ich folgende Wünsche zum Besten gegeben: Eine tolle Truppe (so klasse Jungs wie die jetzt), den erneuten Klassenerhalt verbunden mit dem Trainererhalt und die weitere Ignorierung durch die Medien, weil sich das Gegenteil ohnehin nur auf Negatives beschränken würde. Die Meisterschaft habe ich mir nicht gewünscht. Es war immerhin nur ein kleines dickes Ailton, das ich nicht überfordern wollte…

In diesem Sinne!

Be beneen,
Butduma

•     •     •

SAPERE AUDE
- Wage es, weise zu sein -

oder nach Immanuel Kant
"Habe Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen!“
  Post-Optionen
Den kompletten Thread wirklich löschen?

  Paten-Optionen
Möchtest Du den Beitrag wirklich löschen?
  Diesen Beitrag alarmieren
  Diesen Beitrag alarmieren
  Diesen Beitrag alarmieren
  Lesezeichen
  Abonnierte Threads
  Guter Beitrag
  Guter Beitrag
  Guter Beitrag
  Post-Optionen
Nutze die Thread-Suche, wenn Du diesen Post in einen anderen Thread verschieben möchtest. Drücke Thread erstellen, wenn aus diesem Post ein eigenständiger Thread werden soll.
Widerruf Tracking & Cookies

Du hast erfolgreich deine Einwilligung in die Nutzung unseres Angebots mit Tracking und Cookies widerrufen. Damit entfallen alle Einwilligungen, die du zuvor über den (Cookie-) Einwilligungsbanner bzw. über den Privacy-Manager erteilt hast. Du kannst dich jetzt erneut zwischen dem Pur-Abo und der Nutzung mit Tracking und Cookies entscheiden. Bitte beachte, dass dieser Widerruf aus technischen Gründen keine Wirksamkeit für sonstige Einwilligungen (z.B. in den Empfang von Newslettern) entfalten kann. Bitte wende dich diesbezüglich an datenschutz@transfermarkt.de.