Die Couchingzone
13.08.2010 - 13:19 Uhr
14.08.2011 - 11:00 Uhr
In Gottes Namen:
Willst du Kohli hier nicht missen
musst du bahlis Füsse (couchings) küssen.
Dabei würde sich 'dissen' viel besser reimen ... :rolleyes
Willst du Kohli hier nicht missen
musst du bahlis Füsse (couchings) küssen.
Dabei würde sich 'dissen' viel besser reimen ... :rolleyes
15.08.2011 - 07:36 Uhr
Hab grad festgestellt, dass mein gestern geschüttelter Reim einen Versmaß-Fehler enthält. Das ist bei Morgenstern-geschulten Mitlesern wie Co natürlich nicht entschuldbar.
Hier die upgedatete Version:
"Wer de bahli tut nett cligge,
dem soll de Ramzy grad die Fraa figge."
Und als selbstauferlegte Wiedergutmachung gibt´s die nächste Bahli-Promo gleich hinterher:
CLICKST DU BAHLI NOCH - ODER BIST DU SCHON FCK-FAN ?
20 Clicks für bahli
Kohlmeyer
Hier die upgedatete Version:
"Wer de bahli tut nett cligge,
dem soll de Ramzy grad die Fraa figge."
Und als selbstauferlegte Wiedergutmachung gibt´s die nächste Bahli-Promo gleich hinterher:
CLICKST DU BAHLI NOCH - ODER BIST DU SCHON FCK-FAN ?
20 Clicks für bahli
Kohlmeyer
15.08.2011 - 08:16 Uhr
KOHLIS GROßER PROMO-TROUBLE,
LÄUFT AB HEUTE IM GEBABB'L.
Gruß Berti
LÄUFT AB HEUTE IM GEBABB'L.
Gruß Berti
15.08.2011 - 09:07 Uhr
Statt zu markieren hier den Hirni,
soll Bert heiraten den Ernie.
soll Bert heiraten den Ernie.
15.08.2011 - 16:23 Uhr
Jungs, wenn euch der Blick auf die Tabelle - besser gesagt den Tabellenführer - völlig aus dem Konzept gebrettert hat, dann lasst euren Wahnsinn doch besser an exponierter Stelle raus.
Kohlmeyer, ich glaube, du hast mich total missverstanden. Ich wollte den Couchkumpanen mit meiner weinerlich mimosenhaften Replik doch nur meinen Respekt zollen für die ersten Kolumnen. Und sind wir doch mal ehrlich: Je höher die Latten hängen, desto besser kommt unsere Kolumne doch an. Und das ist doch im Grunde unser Hauptanliegen - die Unterhaltung der Mitleser in diesem Forum.
Der Bahli schreibt übrigens ausschließlich für seine Frau (Kohlmeyer, das ist das Natascha-McElhone-Double ... ;-)). Wenn es ihr gefällt, dann ist meine Welt in Ordnung. Wenn noch der eine oder andere mehr unterhalten wird - umso besser.
Und jetzt langsam zurück zur Tagesordnung.
Cheers
Bahli
Kohlmeyer, ich glaube, du hast mich total missverstanden. Ich wollte den Couchkumpanen mit meiner weinerlich mimosenhaften Replik doch nur meinen Respekt zollen für die ersten Kolumnen. Und sind wir doch mal ehrlich: Je höher die Latten hängen, desto besser kommt unsere Kolumne doch an. Und das ist doch im Grunde unser Hauptanliegen - die Unterhaltung der Mitleser in diesem Forum.
Der Bahli schreibt übrigens ausschließlich für seine Frau (Kohlmeyer, das ist das Natascha-McElhone-Double ... ;-)). Wenn es ihr gefällt, dann ist meine Welt in Ordnung. Wenn noch der eine oder andere mehr unterhalten wird - umso besser.
Und jetzt langsam zurück zur Tagesordnung.
Cheers
Bahli
18.08.2011 - 20:52 Uhr
Jahrgang 2 – Ausgabe 4
Von besonders freundlichen Zollbeamten, besonders kuriosen Schallattacken und meinem Opa
Es gibt ein Alter, da kommt man schon des Öfteren ins Grübeln, wie das früher so alles war. Der Verfasser dieser Zeilen hat sich selbst früher einen feuchten Scheiß darum gekümmert, was an diesem Früher so interessant gewesen sein soll. In die Erinnerung eingebrannt haben sich natürlich die Geschichten des Großvaters, der die legendäre Walter-Elf noch live im Stadion gesehen hat. Auch, wenn sie heute alten Hüten gleich in der Mottenkiste eingestaubt sind. Ich kann mich aber auch noch gut daran erinnern, wie mein Großvater sich von seinem FCK entfremdet hat. Mit zunehmendem Alter konnte er der rasanten Entwicklung im Fußball nicht mehr folgen. Die Mitte der neunziger Jahre eingeführte Drei-Punkte-Regel hat er nicht mehr verstanden - wollte sie einfach nicht mehr verstehen. Früher verstand ich nicht, wie man sich nicht für so etwas Neuartiges und Modernes wie die Drei-Punkte-Regel interessieren konnte. Heute weiß ich, dass ich meinen Großvater völlig falsch eingeschätzt habe. Je weniger man über die heutigen Trends weiß, je weniger man Neuerungen versteht, umso mehr wird einem bewusst, dass man ohne das entsprechende Hintergrundwissen einem fußballerischen Außenseiter, einem Einsiedler verdammt nahe kommt. Und das war es, zu was mein Großvater geworden war - zu einem Außenseiter, der den großen Veränderungen im Fußball hilflos gegenüberstand, weil er sie einfach nicht mehr verstand. Trotzdem wird er in meiner Erinnerung immer derjenige bleiben, der mich zum ersten Mal mit auf den Betzenberg genommen hat, und so meine Sozialisation maßgeblich prägte. Danke Opa!
Unheimliche Begegnung der dritten Art, Teil eins
Kehren wir zurück in die Gegenwart. Und damit zu richtig fiesen Erlebnissen. Am vergangenen Montag musste ich ein Päckchen im Zollamt Heidelberg abholen. Als Sammler von selteneren Schallplatten und CDs konnte ich mir vorstellen, welcher Art das Päckchen sein würde. Hätte ich aber gewusst, was für eine Art Zollbeamter meinen "Fall" behandeln würde, ich hätte dieses Zollamt nie und nimmer betreten. Aber wer kann schon voraussagen, wie etwas kommt, und so betrat ich es natürlich doch. "Der nägschde biddä!" - ich trat ein und wäre am liebsten sofort wieder getürmt. Vor mir stand ein Zollbeamter - geschätzte 1,65 "groß", aber ungefähr auch einen Meter breit - mit einem T-Shirt seines Lieblingsvereins. "achtzehn99" prangte weiß auf blau darauf. Ich hielt mich aber zurück, was meinem Naturell entspricht. Freundlich grüßte ich und bemerkte ebenso freundlich, dass ich gerne ein Päckchen abholen würde. Ohne zurückzugrüßen raunzte mich der Zollbeamte an "Reschnungg, aber äh bissel pletzlisch!". Von einer derartigen Freundlichkeit völlig irritiert, hauchte ich belehrend zurück, dass dies eine Internet-Bestellung sei und die Rechnung sicherlich im Päckchen zu finden sei. Der "Beamte" ging an seinen Computer (natürlich mit Desktop-Hintergrund von 1899 Hoffenheim), schaute sich etwas an und schlabberte mich an "Kääh Reschnungg, kääh Päggel!". Kennt ihr dieses Gefühl, wenn ihr ungeahnte Kräfte in euch spürt. Bahli blieb nämlich die Ruhe selbst. Er fragte weiterhin freundlich, aber schon ein wenig bestimmter, ob es nicht doch möglich sei, das Päckchen zu öffnen und in seinem Inneren nach einer Rechnung zu forschen. Glücklicherweise kam mir der Zimmerkollege des "Zollbeamten" zu Hilfe. Er gab mir eine Schere und riet mir, das Päckchen vorsichtig zu öffnen. Gesagt getan, gefunden. Die Rechnung wies einen Betrag aus, die eine Zuzahlung meinerseits nicht notwendig machte. Und das brachte den 1899-Zollbeamten-Hooligan wohl so richtig in Rage. Ich solle beim nächsten Mal darauf achten, dass die Rechnung außen angebracht sei. So ginge das nämlich überhaupt nicht. Und sein tätowierter Arm deutete gestenreich auf mein Päckchen. Ich erwiderte, dass ich den nächsten CD-Versand an mich selbst vermeiden, und die CD direkt an mich aushändigen würde. Eine Verabschiedung war in diesem Fall unnötig. Auf der Fahrt zurück ins Büro musste ich lange darüber nachdenken, ob das das Schicksal eines Vereins wie 1899 Hoffenheim ist, dass man bei einer geringen Anzahl noch unentschiedener Fans zwischen Heidelberg und Sinsheim, das nehmen muss, was man eben kriegt. Und sei es eben einen Vorzeigebeamten mit perfekten Umgangsformen beim Zoll.
Unheimliche Begegnung der dritten Art, Teil zwei
Im Laufe des Montags hörte ich dann von einer weiteren "netten" Bereicherung der Fußball-Historie durch den "Traditionsclub" aus dem Kraichgau. Da soll der Vorzeigeverein aus dem Nachbardorf der Metropole Sinsheim tatsächlich die Anhänger von Borussia Dortmund mit dem Einsatz von Hochfrequenz-Tönen mundtot gemacht haben. Die erwarteten Schmähgesänge gegen 1899 Hoffenheim und seinen uneigennützigen Mäzen Dietmar Hopp blieben weitestgehend aus. Eigentlich unglaublich - zunächst einmal. Wir müssen hier nicht darüber diskutieren, dass derlei Schmähgesänge überflüssig und der Inhalt niveaulos ist. Man muss aber darüber nachdenken, welches Bild eine derartige Aktion nach außen vermittelt. Bei diesen Gedanken gehe ich einfach einmal davon aus, dass diese Beschallung nicht von einer einzigen Person und einem möglichen Helfer initiiert wurde. Es ist sicherlich keine Neuigkeit, dass Dietmar Hopp mit Kritik an seiner Person nur schwer umgehen kann. Im Streit mit 05-Manager Christian Heidel sprach Hopp sogar von Diskriminierung durch den Mainzer. Dieser hatte in einem Interview Hopp und Hoffenheim kritisiert und es als schade bezeichnet, dass die (damalige) TSG nur durch die Hopp-Millionen einen der 36 Plätze im deutschen Profi-Fußball wegnehme. Hopp schaltete ob derartiger Diskriminierung und Diffamierung umgehend DFB-Präsident Theo Zwnaziger ein. Nun trifft es eben die Masse der "Tribünenkritiker". Und wie man am heutigen Dienstag gelesen hat, war dies wohl kein Einzelfall. Auch in der vergangenen Saison sollen in den Spielen gegen Borussia Dortmund, Mainz 05, den 1. FC Köln und Eintracht Frankfurt die Fangesänge übertönt worden sein. Die Schallwerfer-Anlage, 1,30 Meter groß, rollbar und mit 60 Metern Kabel ans Stromnetz angeschlossen, erzeugt hochfrequente, extrem störende Geräusche, wurde gegen die Dortmunder Gästefans immer dann hochgefahren, wenn Schmährufe gegen den Mäzen Dietmar Hopp oder gegen den Klub 1899 Hoffenheim aufkamen. Fernbedient wurde die Anlage übrigens von einem Laptop, und zwar von einer Position hinter dem Tor in der Nähe des Gästeblocks. Die Hoffenheimer Verantwortlichen bestritten jedoch erst einmal, dass sie Kenntnis vom Betrieb der Anlage gehabt haben. Besonders abstrus mutete eine erste Einschätzung der Beschallung durch 1899 Hoffenheim an. Man sprach davon, dass die Aktion gegen die BvB-Fans einen eher scherzhaften Charakter gehabt hätte. Lärm? Scherzhaft? Wenn der Einsatz von Lärm gegen unliebsame Sprechchöre von offizieller Seite als scherzhaft bewertet wird, können wir dann sicherlich auch bald mal über den scherzhaften Gebrauch von Pyrotechnik und Bierbechern diskutieren. Dass das Ganze ein juristisches Nachspiel haben wird, gewährleisten schon die Stapel von Anzeigen, die bei der Heidelberger Polizei eingegangen sind. Ich bin gespannt, wie die DFL die Beschallung bewerten und sanktionieren wird. Dass hier Sanktionen angebracht sind, sollte schon vor dem Hintergrund von Trittbrettfahrern in anderen Stadien klar sein. Aber zurück zur zur Kritik an Dietmar Hopp. Ein wirklich großer seiner Zunft, der seit jeher bei Auswärtsspielen seines FC Bayern sein Fett abbekommt, ist Uli Hoeneß. Was dem jetzigen Bayern-Präsident alleine bei den Auswärtsspielen auf dem Betzenberg entgegenschallte, reduziert die Schallattacke in Hoffenheim zu einem heiseren Piepser. Uli Hoeneß ist eine Person, die seit jeher polarisert. Man muss aber auch festsstellen, dass Hoeneß immer cool über den Dingen stand und heute noch steht - selten ausfällig wurde. So, wie er austeilte, konnte er auch einstecken. Und dies verdient höchsten Respekt. Dagegen ist Dietmar Hopp die beleidigte Leberwurst in Reinkultur. Und genau dieses Verhalten wird ihm den Respekt verwehren, dessen er so dringend bedarf, um im Umfeld der Fußball-Fans ernst genommen zu werden. Und, noch schlimmer: Das Dilemma des Retortenvereins aus Hoffenheim könnte ab sofort darin bestehen, dass er nach der Schallattacke erst Recht als Retortenverein wahrgenommen wird.
Unheimlich schöne Begegnung der netten Art
Dass jeder Verein seinen Angstgegner hat, ist hinlänglich bekannt. Manche Angstgegner verlieren im Lauf der Zeit ihre Ausstrahlung, oder werden von anderen Vereinen ersetzt. Oder sagen wir es so: Angstgegner sind mittlerweile einer starken Fluktuation unterworfen. Dies trifft aber sicherlich nicht auf den 1. FC Kaiserslautern aus Sicht des 1. FC Köln zu. In Köln haben sie schon die Hosen voll, wenn sie nur hören, dass sie gegen den Pfälzer Bundesligisten ranmüssen. Und auch auf den Betzenberg fahren die Domstädter ungern. Wurden sie zu Beginn der vergangenen Saison in Köln gleich mal eiskalt von den Pfälzern erwischt, ergatterten sie immerhin im Rückspiel einen glücklichen Punkt. Trotzdem lässt ein Blick auf die Statistik den Kölner erbleichen und den Pfälzer frohlocken - der letzte Sieg der Geißböcke in der Bundesliga datiert vom 16. August 1989 (4:1 durch einen Doppelpack von Uwe Rahn sowie Pierre Littbarski und Thomas Häßler, bei einem Ehrentreffer von Frank Hartmann). Damals spielte noch der aktuelle FCK-Vorstandsvorsitzende Stefan Kuntz im Sturm an der Seite des aktuellen VfB-Trainers Bruno Labbadia. Lange ist es her. Natürlich gab es da die einzige Ausnahme in der Saison 2007/08 als der FC den FCK zu Hause mit 2:1 besiegte. 1989/90 und 1990/91 gewann der FC noch zwei Mal im DFB-Pokal gegen den FCK. Aber ansonsten - Ernüchterung! Der 1. FC Köln hat seit mehr als 20 Jahren in der Bundesliga nicht mehr gegen den 1. FC Kaiserslautern gewonnen. Fast man die Begegnungen in der Bundesliga seit der Saison 1990/91 statistisch zusammen, könnte einem Angst und Bange um die Kölner werden - 18 Siege für den FCK, 6 Unentschieden, 48:17 Tore. Auf dem Papier wird das also eine richtig schöne Angelegenheit. Die Kölner haben einen glatten Fehlstart hingelegt, scheinbar versteht man den neuen Trainer Stale Solbakken nicht und dann werfen die Kölner Anhänger auf Schalke im wahrsten Sinne des Wortes noch mit Scheiße um sich. Ich fahre aber - wenn ich ehrlich bin - ungern zu einem nach zwei Spieltagen angezählten Verein zu einem Auswärtsspiel. Zu was ein angeknockter Boxer im Stande ist, haben uns die Bremer ja zum Saisonstart eindrucksvoll vorgeführt. Also, lieber Marco Kurz, bläue deinen Jungs in jeder freien Sekunde ein, dass sie so einen Lieblingsgegner wie den FC gefälligst ernst nehmen sollen. Wenn sie dann noch rennen, Gras fressen und ein Tor mehr als die Kölner schießen, dürfte das kommende Wochenende zu einem vollen Erfolg für jeden FCK-Fan werden.
Cheers
Bahli
In der Couchingzone befinden sich neben Berti und Bahli auch noch Kohlmeyer und Butduma. Die Kolumne erscheint spätestens jeweils Freitag um 12:00 Uhr oder an Spieltagen zur gleichen Zeit bei allen Pflichtspielen.
Von besonders freundlichen Zollbeamten, besonders kuriosen Schallattacken und meinem Opa
Es gibt ein Alter, da kommt man schon des Öfteren ins Grübeln, wie das früher so alles war. Der Verfasser dieser Zeilen hat sich selbst früher einen feuchten Scheiß darum gekümmert, was an diesem Früher so interessant gewesen sein soll. In die Erinnerung eingebrannt haben sich natürlich die Geschichten des Großvaters, der die legendäre Walter-Elf noch live im Stadion gesehen hat. Auch, wenn sie heute alten Hüten gleich in der Mottenkiste eingestaubt sind. Ich kann mich aber auch noch gut daran erinnern, wie mein Großvater sich von seinem FCK entfremdet hat. Mit zunehmendem Alter konnte er der rasanten Entwicklung im Fußball nicht mehr folgen. Die Mitte der neunziger Jahre eingeführte Drei-Punkte-Regel hat er nicht mehr verstanden - wollte sie einfach nicht mehr verstehen. Früher verstand ich nicht, wie man sich nicht für so etwas Neuartiges und Modernes wie die Drei-Punkte-Regel interessieren konnte. Heute weiß ich, dass ich meinen Großvater völlig falsch eingeschätzt habe. Je weniger man über die heutigen Trends weiß, je weniger man Neuerungen versteht, umso mehr wird einem bewusst, dass man ohne das entsprechende Hintergrundwissen einem fußballerischen Außenseiter, einem Einsiedler verdammt nahe kommt. Und das war es, zu was mein Großvater geworden war - zu einem Außenseiter, der den großen Veränderungen im Fußball hilflos gegenüberstand, weil er sie einfach nicht mehr verstand. Trotzdem wird er in meiner Erinnerung immer derjenige bleiben, der mich zum ersten Mal mit auf den Betzenberg genommen hat, und so meine Sozialisation maßgeblich prägte. Danke Opa!
Unheimliche Begegnung der dritten Art, Teil eins
Kehren wir zurück in die Gegenwart. Und damit zu richtig fiesen Erlebnissen. Am vergangenen Montag musste ich ein Päckchen im Zollamt Heidelberg abholen. Als Sammler von selteneren Schallplatten und CDs konnte ich mir vorstellen, welcher Art das Päckchen sein würde. Hätte ich aber gewusst, was für eine Art Zollbeamter meinen "Fall" behandeln würde, ich hätte dieses Zollamt nie und nimmer betreten. Aber wer kann schon voraussagen, wie etwas kommt, und so betrat ich es natürlich doch. "Der nägschde biddä!" - ich trat ein und wäre am liebsten sofort wieder getürmt. Vor mir stand ein Zollbeamter - geschätzte 1,65 "groß", aber ungefähr auch einen Meter breit - mit einem T-Shirt seines Lieblingsvereins. "achtzehn99" prangte weiß auf blau darauf. Ich hielt mich aber zurück, was meinem Naturell entspricht. Freundlich grüßte ich und bemerkte ebenso freundlich, dass ich gerne ein Päckchen abholen würde. Ohne zurückzugrüßen raunzte mich der Zollbeamte an "Reschnungg, aber äh bissel pletzlisch!". Von einer derartigen Freundlichkeit völlig irritiert, hauchte ich belehrend zurück, dass dies eine Internet-Bestellung sei und die Rechnung sicherlich im Päckchen zu finden sei. Der "Beamte" ging an seinen Computer (natürlich mit Desktop-Hintergrund von 1899 Hoffenheim), schaute sich etwas an und schlabberte mich an "Kääh Reschnungg, kääh Päggel!". Kennt ihr dieses Gefühl, wenn ihr ungeahnte Kräfte in euch spürt. Bahli blieb nämlich die Ruhe selbst. Er fragte weiterhin freundlich, aber schon ein wenig bestimmter, ob es nicht doch möglich sei, das Päckchen zu öffnen und in seinem Inneren nach einer Rechnung zu forschen. Glücklicherweise kam mir der Zimmerkollege des "Zollbeamten" zu Hilfe. Er gab mir eine Schere und riet mir, das Päckchen vorsichtig zu öffnen. Gesagt getan, gefunden. Die Rechnung wies einen Betrag aus, die eine Zuzahlung meinerseits nicht notwendig machte. Und das brachte den 1899-Zollbeamten-Hooligan wohl so richtig in Rage. Ich solle beim nächsten Mal darauf achten, dass die Rechnung außen angebracht sei. So ginge das nämlich überhaupt nicht. Und sein tätowierter Arm deutete gestenreich auf mein Päckchen. Ich erwiderte, dass ich den nächsten CD-Versand an mich selbst vermeiden, und die CD direkt an mich aushändigen würde. Eine Verabschiedung war in diesem Fall unnötig. Auf der Fahrt zurück ins Büro musste ich lange darüber nachdenken, ob das das Schicksal eines Vereins wie 1899 Hoffenheim ist, dass man bei einer geringen Anzahl noch unentschiedener Fans zwischen Heidelberg und Sinsheim, das nehmen muss, was man eben kriegt. Und sei es eben einen Vorzeigebeamten mit perfekten Umgangsformen beim Zoll.
Unheimliche Begegnung der dritten Art, Teil zwei
Im Laufe des Montags hörte ich dann von einer weiteren "netten" Bereicherung der Fußball-Historie durch den "Traditionsclub" aus dem Kraichgau. Da soll der Vorzeigeverein aus dem Nachbardorf der Metropole Sinsheim tatsächlich die Anhänger von Borussia Dortmund mit dem Einsatz von Hochfrequenz-Tönen mundtot gemacht haben. Die erwarteten Schmähgesänge gegen 1899 Hoffenheim und seinen uneigennützigen Mäzen Dietmar Hopp blieben weitestgehend aus. Eigentlich unglaublich - zunächst einmal. Wir müssen hier nicht darüber diskutieren, dass derlei Schmähgesänge überflüssig und der Inhalt niveaulos ist. Man muss aber darüber nachdenken, welches Bild eine derartige Aktion nach außen vermittelt. Bei diesen Gedanken gehe ich einfach einmal davon aus, dass diese Beschallung nicht von einer einzigen Person und einem möglichen Helfer initiiert wurde. Es ist sicherlich keine Neuigkeit, dass Dietmar Hopp mit Kritik an seiner Person nur schwer umgehen kann. Im Streit mit 05-Manager Christian Heidel sprach Hopp sogar von Diskriminierung durch den Mainzer. Dieser hatte in einem Interview Hopp und Hoffenheim kritisiert und es als schade bezeichnet, dass die (damalige) TSG nur durch die Hopp-Millionen einen der 36 Plätze im deutschen Profi-Fußball wegnehme. Hopp schaltete ob derartiger Diskriminierung und Diffamierung umgehend DFB-Präsident Theo Zwnaziger ein. Nun trifft es eben die Masse der "Tribünenkritiker". Und wie man am heutigen Dienstag gelesen hat, war dies wohl kein Einzelfall. Auch in der vergangenen Saison sollen in den Spielen gegen Borussia Dortmund, Mainz 05, den 1. FC Köln und Eintracht Frankfurt die Fangesänge übertönt worden sein. Die Schallwerfer-Anlage, 1,30 Meter groß, rollbar und mit 60 Metern Kabel ans Stromnetz angeschlossen, erzeugt hochfrequente, extrem störende Geräusche, wurde gegen die Dortmunder Gästefans immer dann hochgefahren, wenn Schmährufe gegen den Mäzen Dietmar Hopp oder gegen den Klub 1899 Hoffenheim aufkamen. Fernbedient wurde die Anlage übrigens von einem Laptop, und zwar von einer Position hinter dem Tor in der Nähe des Gästeblocks. Die Hoffenheimer Verantwortlichen bestritten jedoch erst einmal, dass sie Kenntnis vom Betrieb der Anlage gehabt haben. Besonders abstrus mutete eine erste Einschätzung der Beschallung durch 1899 Hoffenheim an. Man sprach davon, dass die Aktion gegen die BvB-Fans einen eher scherzhaften Charakter gehabt hätte. Lärm? Scherzhaft? Wenn der Einsatz von Lärm gegen unliebsame Sprechchöre von offizieller Seite als scherzhaft bewertet wird, können wir dann sicherlich auch bald mal über den scherzhaften Gebrauch von Pyrotechnik und Bierbechern diskutieren. Dass das Ganze ein juristisches Nachspiel haben wird, gewährleisten schon die Stapel von Anzeigen, die bei der Heidelberger Polizei eingegangen sind. Ich bin gespannt, wie die DFL die Beschallung bewerten und sanktionieren wird. Dass hier Sanktionen angebracht sind, sollte schon vor dem Hintergrund von Trittbrettfahrern in anderen Stadien klar sein. Aber zurück zur zur Kritik an Dietmar Hopp. Ein wirklich großer seiner Zunft, der seit jeher bei Auswärtsspielen seines FC Bayern sein Fett abbekommt, ist Uli Hoeneß. Was dem jetzigen Bayern-Präsident alleine bei den Auswärtsspielen auf dem Betzenberg entgegenschallte, reduziert die Schallattacke in Hoffenheim zu einem heiseren Piepser. Uli Hoeneß ist eine Person, die seit jeher polarisert. Man muss aber auch festsstellen, dass Hoeneß immer cool über den Dingen stand und heute noch steht - selten ausfällig wurde. So, wie er austeilte, konnte er auch einstecken. Und dies verdient höchsten Respekt. Dagegen ist Dietmar Hopp die beleidigte Leberwurst in Reinkultur. Und genau dieses Verhalten wird ihm den Respekt verwehren, dessen er so dringend bedarf, um im Umfeld der Fußball-Fans ernst genommen zu werden. Und, noch schlimmer: Das Dilemma des Retortenvereins aus Hoffenheim könnte ab sofort darin bestehen, dass er nach der Schallattacke erst Recht als Retortenverein wahrgenommen wird.
Unheimlich schöne Begegnung der netten Art
Dass jeder Verein seinen Angstgegner hat, ist hinlänglich bekannt. Manche Angstgegner verlieren im Lauf der Zeit ihre Ausstrahlung, oder werden von anderen Vereinen ersetzt. Oder sagen wir es so: Angstgegner sind mittlerweile einer starken Fluktuation unterworfen. Dies trifft aber sicherlich nicht auf den 1. FC Kaiserslautern aus Sicht des 1. FC Köln zu. In Köln haben sie schon die Hosen voll, wenn sie nur hören, dass sie gegen den Pfälzer Bundesligisten ranmüssen. Und auch auf den Betzenberg fahren die Domstädter ungern. Wurden sie zu Beginn der vergangenen Saison in Köln gleich mal eiskalt von den Pfälzern erwischt, ergatterten sie immerhin im Rückspiel einen glücklichen Punkt. Trotzdem lässt ein Blick auf die Statistik den Kölner erbleichen und den Pfälzer frohlocken - der letzte Sieg der Geißböcke in der Bundesliga datiert vom 16. August 1989 (4:1 durch einen Doppelpack von Uwe Rahn sowie Pierre Littbarski und Thomas Häßler, bei einem Ehrentreffer von Frank Hartmann). Damals spielte noch der aktuelle FCK-Vorstandsvorsitzende Stefan Kuntz im Sturm an der Seite des aktuellen VfB-Trainers Bruno Labbadia. Lange ist es her. Natürlich gab es da die einzige Ausnahme in der Saison 2007/08 als der FC den FCK zu Hause mit 2:1 besiegte. 1989/90 und 1990/91 gewann der FC noch zwei Mal im DFB-Pokal gegen den FCK. Aber ansonsten - Ernüchterung! Der 1. FC Köln hat seit mehr als 20 Jahren in der Bundesliga nicht mehr gegen den 1. FC Kaiserslautern gewonnen. Fast man die Begegnungen in der Bundesliga seit der Saison 1990/91 statistisch zusammen, könnte einem Angst und Bange um die Kölner werden - 18 Siege für den FCK, 6 Unentschieden, 48:17 Tore. Auf dem Papier wird das also eine richtig schöne Angelegenheit. Die Kölner haben einen glatten Fehlstart hingelegt, scheinbar versteht man den neuen Trainer Stale Solbakken nicht und dann werfen die Kölner Anhänger auf Schalke im wahrsten Sinne des Wortes noch mit Scheiße um sich. Ich fahre aber - wenn ich ehrlich bin - ungern zu einem nach zwei Spieltagen angezählten Verein zu einem Auswärtsspiel. Zu was ein angeknockter Boxer im Stande ist, haben uns die Bremer ja zum Saisonstart eindrucksvoll vorgeführt. Also, lieber Marco Kurz, bläue deinen Jungs in jeder freien Sekunde ein, dass sie so einen Lieblingsgegner wie den FC gefälligst ernst nehmen sollen. Wenn sie dann noch rennen, Gras fressen und ein Tor mehr als die Kölner schießen, dürfte das kommende Wochenende zu einem vollen Erfolg für jeden FCK-Fan werden.
Cheers
Bahli
In der Couchingzone befinden sich neben Berti und Bahli auch noch Kohlmeyer und Butduma. Die Kolumne erscheint spätestens jeweils Freitag um 12:00 Uhr oder an Spieltagen zur gleichen Zeit bei allen Pflichtspielen.
19.08.2011 - 09:14 Uhr
Respekt mein(e) Herr(en) Respekt. 3. Bundesligaspiel, 3. wunderbares Lümmeln auf der Couch. Wenn die Mannschaft morgen nur annähernd auf dem Niveau Eurer Beiträge spielt, wird das ein entspannter Abend.
Off Topic:
Man muss schon sehr musikaffin sein, um sich wegen 1(!) CD so was zu geben, aber Du bist nicht allein.
Off Topic:
Man muss schon sehr musikaffin sein, um sich wegen 1(!) CD so was zu geben, aber Du bist nicht allein.
19.08.2011 - 10:04 Uhr
Jetzt muss ich auch nochmal ausdrücklich ein Lob aussprechen!
Bahli's steht den bisherigen Kolumnen um nichts nach. Respekt für diese sehr gut zu lesenden Werke. Besonders der Vergleich Hopp vs. Hoeness gefällt mir sehr gut, denn genau SO ist es und nicht anders!
Macht weiter so!
Bahli's steht den bisherigen Kolumnen um nichts nach. Respekt für diese sehr gut zu lesenden Werke. Besonders der Vergleich Hopp vs. Hoeness gefällt mir sehr gut, denn genau SO ist es und nicht anders!
Macht weiter so!
19.08.2011 - 13:10 Uhr
So ,jetzt haben wir den Salat! Nach dem ganzen Promo-Gedöns staubt der bahli hier die guten Beitragsbewerbungen wie seine Wohnzimmerkommode ab. Halbwegs skandalös, wenn ich nicht so sozial eingestellt werden. So wie ich Hoffenheim ohne Neid kritisch sehe, muss ich auch ohne Neid gestehen, dass die Kolumne sehr gelungen ist. Wunderbar die Episode mit dem ZollBEAMTEN. Kann mir richtig vorstellen, welcher Film da vor Deinem inneren Auge abgelaufen ist. Ich sehe eine zerissenes T-Shirt ;)
Sehr schön! Weitermachen!
Sehr schön! Weitermachen!
19.08.2011 - 23:21 Uhr
Jawohl, so ist das richtig! Immer schön eins auf die Nüsse von Instant Football Hoffenheim und von Häuptling Dünnes Dietmarfell, auch wenn sie gar nicht unser nächster Gegner sind. Den Ehren-Zonk der Woche haben sie sich nach der Beschallungs- und Vertuschungsaffäre sowieso verdient. Und wenn der verbale Zonk dann auch noch so stilvoll verpackt ist, dann ist die "Gute-Beitrag"-Wertung sicher.
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