El Salvador von FIFA suspendiert
12.05.2010 - 23:07 Uhr
Bananerepublik? Ja, verdammt, dieses Wort war selten so angebracht. Die FIFA hat die Fesfut El Salvadors bis zum 8 Juni suspendiert.
Was ist passiert? Die Fesfut - zerstritten, intransparent desorganisiert - war mal wieder Führungslos. Die FIFA hat einen Übergangsvorstand eingesetzt, der eine neue Satzung ausarbeiten sollte.
Dieser Übergangsvorstand war in den Verbandsstatuten von 2007 nicht vorgesehen. Die neuen Statuten von 2009 konnten beim Register der Gemeinnützigen Organisationen jedoch nicht registriert werden, da nach salvadorianischem Gesetz der Übergangsvorstand keine juristische Person vertreten kann, da sein Zustandekommen nicht gemäß der legal gültigen Statuten erfolgt ist.
Abgesehen davon sind die neuen Statuten auch innerhalb der Fesfut umstritten - angeblich widersprechen einige Artikel der Verfassung.
Die FIFA wiederum verlangt von den salvadorianischen Behörden wiederum die Statuten einzuschreiben, da die FIFA-Satuten ihreseits dem FIFA-Exekutivkomitee das Recht geben Übergangsvorstände einzusetzten. Die salvadorianischen Behörden argumentieren, dass die FIFA-Statuten nicht über den salvadorianischen Gesetzen stehen.
Einerseits ist es ohnehin problematisch, dass die FIFA meint, dass sie über dem Gesetz von Staaten steht. Nicht nur in diesem Falle. Es ist zwar gut Sportverbände vor (willkürlichen) staatlichen Eingriffen zu schützen, aber das gibt der FIFA kein Recht sich selbst über alle staatliche Autorität zu stellen.
Das Hauptproblem ist allerdings ein anderes. Die Fesfut ist nicht in der Lage sich zu organisieren. Die Funktionäre sind korrupt und feige.
Der recht erfolgreiche Nationaltrainer Carlos de los Cobos konnte nicht gehalten werden. Wieso genau ist nicht klar, wahrscheinlich hat er einige professionelle Regeln eingefordert. Z.B. keine Ligaspiele wenn Länderspiele sind (ja, ist leider wirklich so...)
Die Fesfut behautete einfach er habe ein Gehalt von USD 50 000 / Monat plus Haus, Auto, Reisekosten usw. gefordert. (in diesem Land ein gehalt, das wohl kaum machbar wäre) De los Cobos sagt, dass man zum Gehalt gar nicht gesprochen habe, und ich glaube ihm..... Hauptsache die Funktionäre haben nicht die Schuld, dass ein Traineridol verschwindet.
Die Vereine wollen nicht abstellen, Jugendarbeiteit? was ist das.... Die Plätze der Fesfut sehen zum heulen aus, und was mit dem Geld der Qualispiele geschehen ist? Wer weiss.....
Es ist übrigens nichts Neues. 2000 wurde von der FIFA schon einmal ein Übergangsvorstand eingesetzt, mit tollem Erfolg....
Wenn das so weiter geht wird uns Honduras nicht nur langfristig überholen, sondern bald auch Nicaragua. Es ist eine Katastrohe was aus einem Land, das an Talenten nicht ärmer ist las andere auch, geworden ist.
Was ist passiert? Die Fesfut - zerstritten, intransparent desorganisiert - war mal wieder Führungslos. Die FIFA hat einen Übergangsvorstand eingesetzt, der eine neue Satzung ausarbeiten sollte.
Dieser Übergangsvorstand war in den Verbandsstatuten von 2007 nicht vorgesehen. Die neuen Statuten von 2009 konnten beim Register der Gemeinnützigen Organisationen jedoch nicht registriert werden, da nach salvadorianischem Gesetz der Übergangsvorstand keine juristische Person vertreten kann, da sein Zustandekommen nicht gemäß der legal gültigen Statuten erfolgt ist.
Abgesehen davon sind die neuen Statuten auch innerhalb der Fesfut umstritten - angeblich widersprechen einige Artikel der Verfassung.
Die FIFA wiederum verlangt von den salvadorianischen Behörden wiederum die Statuten einzuschreiben, da die FIFA-Satuten ihreseits dem FIFA-Exekutivkomitee das Recht geben Übergangsvorstände einzusetzten. Die salvadorianischen Behörden argumentieren, dass die FIFA-Statuten nicht über den salvadorianischen Gesetzen stehen.
Einerseits ist es ohnehin problematisch, dass die FIFA meint, dass sie über dem Gesetz von Staaten steht. Nicht nur in diesem Falle. Es ist zwar gut Sportverbände vor (willkürlichen) staatlichen Eingriffen zu schützen, aber das gibt der FIFA kein Recht sich selbst über alle staatliche Autorität zu stellen.
Das Hauptproblem ist allerdings ein anderes. Die Fesfut ist nicht in der Lage sich zu organisieren. Die Funktionäre sind korrupt und feige.
Der recht erfolgreiche Nationaltrainer Carlos de los Cobos konnte nicht gehalten werden. Wieso genau ist nicht klar, wahrscheinlich hat er einige professionelle Regeln eingefordert. Z.B. keine Ligaspiele wenn Länderspiele sind (ja, ist leider wirklich so...)
Die Fesfut behautete einfach er habe ein Gehalt von USD 50 000 / Monat plus Haus, Auto, Reisekosten usw. gefordert. (in diesem Land ein gehalt, das wohl kaum machbar wäre) De los Cobos sagt, dass man zum Gehalt gar nicht gesprochen habe, und ich glaube ihm..... Hauptsache die Funktionäre haben nicht die Schuld, dass ein Traineridol verschwindet.
Die Vereine wollen nicht abstellen, Jugendarbeiteit? was ist das.... Die Plätze der Fesfut sehen zum heulen aus, und was mit dem Geld der Qualispiele geschehen ist? Wer weiss.....
Es ist übrigens nichts Neues. 2000 wurde von der FIFA schon einmal ein Übergangsvorstand eingesetzt, mit tollem Erfolg....
Wenn das so weiter geht wird uns Honduras nicht nur langfristig überholen, sondern bald auch Nicaragua. Es ist eine Katastrohe was aus einem Land, das an Talenten nicht ärmer ist las andere auch, geworden ist.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Fraenzi08 am 28.12.2011 um 15:22 Uhr bearbeitet Zeige Ergebnisse 1-3 von 3.
14.05.2010 - 16:09 Uhr
Das Ministerio de Gobernación (etwa Innenministerium) hat gestern den Übergangsvorstand als rechtliche Vertretung der Fesfut anerkannt, und damit die Weichen gestellt, dass die Suspendierung der Fesfut durch die FIFA aufgehoben werden kann.
Dennoch bleibt ein fader Beigeschmack. Die FIFA ist offenbar mächtiger als frei gewählte Regierungen, und steht über dem Gesetz. So sehr ich auch das ansinnen der FIFA unterstütze politische Einflussnahme aus Fussballverbänden herauszuhalten, so sehr kann dies auch zur Aushöhlung (rechts-)staatlicher Autorität führen. Natürlich muss ein Land ein Vereinsrecht haben, und natürlich müssen sich auch Sportverbände an das Vereinsrecht des jeweiligen Landes halten, und natürlich muss die FIFA akzeptieren, dass das Vereinsrecht des Landes angewendet wird, und darf nicht argumentieren, dass die FIFA-Satzung über dem nationalen Recht steht. In diesem Zusammenhang ist auch das Public-Viewing-Verbiot der FIFA zu sehen, die offenbar der Meinung ist, weltweit gültiges Recht setzen zu können.
Im konkreten Falle El Salvadors ist es allerdings ein Problem des Verbandes, dessen Funktionäre einfach entsetzlich sind. Und ich fürchte, dass der Verband auch aus dieser Krise nicht gesundet, sondern genauso krank hervorgeht wie er schon lange ist.
Dennoch bleibt ein fader Beigeschmack. Die FIFA ist offenbar mächtiger als frei gewählte Regierungen, und steht über dem Gesetz. So sehr ich auch das ansinnen der FIFA unterstütze politische Einflussnahme aus Fussballverbänden herauszuhalten, so sehr kann dies auch zur Aushöhlung (rechts-)staatlicher Autorität führen. Natürlich muss ein Land ein Vereinsrecht haben, und natürlich müssen sich auch Sportverbände an das Vereinsrecht des jeweiligen Landes halten, und natürlich muss die FIFA akzeptieren, dass das Vereinsrecht des Landes angewendet wird, und darf nicht argumentieren, dass die FIFA-Satzung über dem nationalen Recht steht. In diesem Zusammenhang ist auch das Public-Viewing-Verbiot der FIFA zu sehen, die offenbar der Meinung ist, weltweit gültiges Recht setzen zu können.
Im konkreten Falle El Salvadors ist es allerdings ein Problem des Verbandes, dessen Funktionäre einfach entsetzlich sind. Und ich fürchte, dass der Verband auch aus dieser Krise nicht gesundet, sondern genauso krank hervorgeht wie er schon lange ist.
14.05.2010 - 16:51 Uhr
Wuerde die FIFA so etwas wagen wenn es sich um einen Verband mit mehr finanziellen einnahmen (auch fuer FIFA) handelte?
14.05.2010 - 17:09 Uhr
Houston, schwer zu sagen.
Auch wenn beim DfB vielleicht nicht immer alles ganz super läuft, so glaube ich dennoch nicht, dass es beim DfB so weit kommen könnte. Dazu ist der Verband dann doch zu professionell.
Allerdings frage ich mich, ob ernsthaft jemand glaubt, dass in Nordkorea, Lybien oder von mir aus auch in Myanmar die Sportverbände keinem Einfluss der Regierung unterliegen? Dennoch ist soweit ich weiss keines der Länder suspendiert.
Auch wenn beim DfB vielleicht nicht immer alles ganz super läuft, so glaube ich dennoch nicht, dass es beim DfB so weit kommen könnte. Dazu ist der Verband dann doch zu professionell.
Allerdings frage ich mich, ob ernsthaft jemand glaubt, dass in Nordkorea, Lybien oder von mir aus auch in Myanmar die Sportverbände keinem Einfluss der Regierung unterliegen? Dennoch ist soweit ich weiss keines der Länder suspendiert.
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