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Emanuele Lulli
Geburtsdatum 17.08.2007
Alter 19
Nat. Italien  Italien
Größe 1,84m
Vertrag bis 30.06.2027
Position Rechter Verteidiger
Fuß rechts
Akt. Verein AS Rom

Leistungsdaten: 26/27

Wettbewerbwettbewerb
Insgesamt 1--
1--

Emanuele Lulli [77]

24.08.2026 - 16:11 Uhr
Automatisch generierter Diskussionsthread
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Sonntagsschuss am 24.08.2026 um 16:15 Uhr bearbeitet
Emanuele Lulli [77] |#1
26.08.2026 - 01:24 Uhr
Spieler im Fokus – Emanuele Lulli

Saisonvorschau 2026–27

Die Sensation schlechthin

Es gibt Transfers, die eine Mannschaft verändern können.

Es gibt etablierte Stars, von denen man große Leistungen erwartet.

Und dann gibt es diese Geschichten, mit denen vor wenigen Wochen noch niemand gerechnet hat.

Emanuele Lulli ist eine solche Geschichte.

19 Jahre alt. Aus der eigenen Jugend. Marktwert: gerade einmal 500.000 Euro. Bis zum vergangenen Sommer ohne eine einzige Minute im Profifußball.

Und plötzlich steht er am ersten Spieltag der Serie A in der Startelf der Roma.

Nicht in irgendeinem Spiel.

Nicht als kurzfristiger Einwechselspieler bei einer längst entschiedenen Partie.

Lulli begann gegen Fiorentina, spielte die kompletten 90 Minuten und war Teil einer Mannschaft, die den Gegner mit 4:0 aus dem Stadio Olimpico schoss.

Auf der Bank saß mit Nahuel Molina ein Weltmeister, für den die Roma im Sommer eine beträchtliche Ablöse investiert hatte. Auch wenn Molina nach seiner Vorbereitung noch nicht vollständig bei 100 Prozent war, blieb Gasperinis Entscheidung ein starkes Signal.

Der Trainer hätte Erfahrung wählen können.

Er wählte Lulli.

Und der Junge zahlte dieses Vertrauen eindrucksvoll zurück.

Vom unbekannten Primavera-Spieler zum Serie-A-Starter

Noch vor wenigen Monaten war Emanuele Lulli hauptsächlich denjenigen bekannt, die sich intensiv mit der Primavera und dem Nachwuchs der Roma beschäftigen.

Er war kein international gefeiertes Supertalent.

Kein Spieler, um den sich bereits im Alter von 16 Jahren die europäischen Spitzenklubs versammelt hatten.

Kein Jugendspieler, dessen Name regelmäßig in den großen italienischen Sportzeitungen auftauchte.

Lulli entwickelte sich abseits des großen Scheinwerferlichts.

Schritt für Schritt.

Beharrlich, körperlich und ohne den Anspruch, dass ihm irgendetwas geschenkt werden müsste.

Genau deshalb wirkt sein plötzlicher Aufstieg so außergewöhnlich.

Innerhalb weniger Wochen wurde aus einem Primavera-Außenverteidiger ein ernsthafter Kandidat für den Profikader. Aus einem möglichen Leihspieler wurde eine echte Alternative für Gasperini. Aus einem Talent wurde ein Spieler, der am ersten Serie-A-Spieltag über 90 Minuten bestehen musste.

Und bestand.

Ein Römer durch und durch

Lulli wurde am 17. August 2007 in Palestrina geboren, rund 35 Kilometer östlich von Rom.

Dort begann seine Geschichte.

Bereits im Alter von sechs Jahren spielte er für seinen Heimatverein. Seine damalige Mannschaft erhielt aufgrund ihres enormen Ehrgeizes und ihrer ausgeprägten Siegermentalität den Spitznamen „I Dannati“ – die Verdammten.

Der Name klingt dramatisch.

Doch er beschreibt ziemlich gut, was Lulli bis heute auszeichnet.

Er ist kein Spieler, der sich auf seinem Talent ausruht. Er lebt von seiner Energie, seiner Bereitschaft zu laufen, seiner körperlichen Intensität und dem Willen, jeden Zweikampf anzunehmen.

Nach seinen ersten Jahren in Palestrina wechselte er zu Tor Tre Teste, einer der wichtigsten Nachwuchsadressen im Großraum Rom. Dort verbrachte er fünf Jahre und machte mehrere italienische Klubs auf sich aufmerksam.

Auch Lazio soll Interesse gezeigt haben.

Doch für Lulli gab es nur einen Klub.

Die Roma.

2021, im Alter von 14 Jahren, schloss er sich dem Nachwuchs der Giallorossi an.

Für einen Jungen aus Palestrina war das kein gewöhnlicher Vereinswechsel. Es war die Chance, für den Klub zu spielen, mit dem er sich identifizierte.

Heute steht dieser Junge im Stadio Olimpico auf dem Platz.

Der Weg war nicht immer gerade

Der Aufstieg wirkt rückblickend beinahe perfekt.

Doch Lullis Entwicklung verlief keineswegs ohne Rückschläge.

2023 gewann er mit der Roma die italienische U16-Meisterschaft. Besonders passend: Im Finale setzte sich die Mannschaft gegen Fiorentina durch – jenen Gegner, gegen den Lulli später sein Serie-A-Debüt geben sollte.

In der folgenden U17-Saison geriet seine Entwicklung jedoch ins Stocken. Lulli kam lediglich auf wenige Einsätze und spielte innerhalb der Mannschaft zeitweise nur eine untergeordnete Rolle.

Für viele Jugendspieler ist genau das der gefährlichste Moment.

Andere Spieler entwickeln sich schneller. Trainer treffen neue Entscheidungen. Die körperlichen Voraussetzungen verändern sich. Aus einem wichtigen Talent kann innerhalb weniger Monate ein Ergänzungsspieler werden.

Lulli gab nicht auf.

In der U18 kämpfte er sich zurück, absolvierte 26 Partien und steuerte zwei Tore sowie drei Vorlagen bei. Im entscheidenden Abschnitt der Saison gehörte er wieder zu den Spielern, auf die sich die Mannschaft verlassen konnte.

Sein Comeback war geschafft.

Im Oktober 2024 folgte gegen Lecce schließlich das Debüt in der Primavera.

Danach gab er seinen Platz auf der rechten Seite nicht mehr her.

Der Durchbruch in der Primavera

In der vergangenen Primavera-Saison entwickelte sich Lulli zu einem der produktivsten Außenverteidiger des italienischen Nachwuchsfußballs.

In 28 Ligaspielen erzielte er zwei Tore und bereitete acht weitere Treffer vor.

Für einen rechten Außenverteidiger sind das bemerkenswerte Zahlen.

Sie zeigen, dass Lulli nicht nur ein laufstarker Defensivspieler ist. Sein größter Einfluss entsteht häufig in der gegnerischen Hälfte.

Er sucht den Weg nach vorne.

Er trägt den Ball über längere Distanzen.

Er läuft nicht nur an der Seitenlinie entlang, sondern erkennt auch Räume im Halbfeld. Er kann bis zur Grundlinie durchbrechen und besitzt die Technik, seine Hereingaben nicht einfach blind in den Strafraum zu schlagen.

Gerade seine präzisen Flanken mit dem rechten Fuß wurden zu einem wichtigen Bestandteil des Primavera-Spiels.

Lulli war nicht der Spieler für spektakuläre Tricks oder lange Sololäufe durch vier Gegner.

Seine Aktionen waren direkter.

Ball annehmen. Raum erkennen. Tempo aufnehmen. Gegenspieler binden. Den richtigen Moment für den Pass oder die Flanke wählen.

Effizient statt verspielt.

Das ist ein Profil, das hervorragend zu Gian Piero Gasperini passt.

Gasperini und die Kunst, Flügelspieler zu entwickeln

Kaum ein italienischer Trainer hat in den vergangenen Jahren so viele Außen- und Flügelverteidiger entwickelt wie Gasperini.

Andrea Conti, Robin Gosens, Hans Hateboer, Matteo Ruggeri oder Marco Palestra sind nur einige Beispiele.

Gasperinis System stellt enorme Anforderungen an diese Position.

Seine Flügelspieler müssen die komplette Seite bearbeiten. Sie müssen im Pressing nach vorne verteidigen, im richtigen Moment einrücken, Tiefe geben und nach Ballverlust sofort zurückarbeiten.

Ein klassischer Außenverteidiger ist dafür häufig zu defensiv.

Ein klassischer Flügelstürmer oftmals nicht stabil genug.

Gesucht wird eine Mischung aus beidem.

Genau diese Mischung bringt Lulli mit.

Mit seinen 1,84 Metern besitzt er gute körperliche Voraussetzungen. Er ist schnell genug, um Räume entlang der Linie zu attackieren, und robust genug, um sich in direkten Duellen zu behaupten.

Seine technischen Anlagen ermöglichen es ihm außerdem, nicht nur als Absicherung zu fungieren. Er kann im Angriffsdrittel aktiv werden und Chancen vorbereiten.

Im Nachwuchs durfte ein Fehler gelegentlich noch folgenlos bleiben.

Bei den Profis wird jede falsche Bewegung bestraft.

Gasperini erkannte dennoch früh, dass Lulli körperlich bereits näher an der Serie A war, als viele vermutet hatten.

Taktisch musste er lernen.

Physisch war er bereit.

Der Sommer, der alles veränderte

Lulli hatte bereits in der vorherigen Saison mehrfach zum erweiterten Profikader gehört.

Er saß bei Serie-A- und Europapokalspielen auf der Bank, wurde aber nicht eingesetzt. Er durfte die Atmosphäre erleben, blieb sportlich jedoch weiterhin ein Primavera-Spieler.

Im Sommer 2026 änderte sich die Situation.

Gasperini nahm mehrere Talente unter die Lupe. Lulli nutzte nahezu jede Gelegenheit, sich anzubieten.

Er wirkte nicht eingeschüchtert.

Er versteckte sich nicht hinter den etablierten Spielern.

Und er spielte nicht so, als müsse er lediglich vermeiden, einen Fehler zu machen.

Besonders in den Testspielen wurde sichtbar, dass er nicht nur als Trainingsspieler dabei war. Gegen Cardiff bereitete er einen Treffer von Paulo Dybala vor – mit genau jener Aktion, die zu seinem Profil passt: Vorstoß über die rechte Seite, Übersicht und eine kontrollierte Hereingabe in den richtigen Raum.

Auch gegen Borussia Dortmund erhielt Lulli 76 Minuten.

Gasperini testete ihn nicht mehr für ein paar bedeutungslose Schlussminuten.

Er bereitete ihn vor.

Während des Sommers wurde deshalb immer deutlicher, dass Lulli nicht sofort zurück zur Primavera geschickt werden würde.

Der Trainer sah in ihm eine echte Option für die erste Mannschaft.

Der Moment der Wahrheit

Dann kam der 24. August 2026.

Erster Spieltag.

Roma gegen Fiorentina.

Devyne Rensch stand aufgrund muskulärer Probleme nicht zur Verfügung. Neuzugang Nahuel Molina saß zwar auf der Bank, war nach Beschwerden und einer nicht optimalen Vorbereitung jedoch noch nicht bei vollständiger Fitness.

Die logische Entscheidung wäre trotzdem Molina gewesen.

Ein Weltmeister.

Ein Spieler mit internationaler Erfahrung.

Ein Neuzugang, von dem erwartet wird, dass er auf der rechten Seite sofort eine wichtige Rolle übernimmt.

Gasperini entschied anders.

Als die Aufstellung veröffentlicht wurde, stand dort der Name Emanuele Lulli.

Für Außenstehende war es eine Überraschung.

Für Gasperini offenbar nicht.

Der Trainer hatte vor dem Spiel bereits erklärt, dass Lulli zur Mannschaft gehören und seine Entwicklung bei den Profis fortsetzen würde. Der junge Außenverteidiger habe während der Vorbereitung gezeigt, dass er Teil des Roma-Kaders sein könne.

Das waren keine leeren Worte.

Gasperini ließ ihn von Beginn an spielen.

90 Minuten ohne Angst

Lulli versuchte gegen Fiorentina nicht, der Held des Spiels zu werden.

Das war vielleicht seine reifste Leistung.

Viele junge Debütanten wollen in ihren ersten Minuten zu viel beweisen. Sie suchen komplizierte Aktionen, verlassen ihre Position und versuchen, mit einem spektakulären Moment auf sich aufmerksam zu machen.

Lulli tat das Gegenteil.

Er spielte klar.

Konzentriert.

Diszipliniert.

Er absolvierte die kompletten 90 Minuten und beendete die Partie mit einer FotMob-Bewertung von 7,78.

Von seinen Pässen kamen 86,5 Prozent beim Mitspieler an. Er gewann sieben seiner zehn direkten Duelle und entschied vier Tacklings für sich.

Dazu kamen fünf Defensivaktionen, drei Balleroberungen und eine Klärung.

Lulli wurde während der gesamten Partie kein einziges Mal vom Ball getrennt.

Das ist für einen 19-Jährigen bei seinem Serie-A-Debüt eine bemerkenswerte Statistik.

Auch offensiv blieb er beteiligt. Er hatte drei Ballkontakte im gegnerischen Strafraum, kreierte eine Torchance und gewann sein einziges Dribbling.

Sein Kopfballabschluss mit einem Expected-Goals-Wert von 0,12 führte zwar nicht zum Tor, zeigte aber, dass er sich bei Angriffen bis in gefährliche Räume bewegte.

Die Roma gewann 4:0.

Lulli stand über die gesamte Spielzeit auf dem Feld.

Kein Gegentor.

Keine Panik.

Kein Moment, in dem Gasperini gezwungen gewesen wäre, seinen jungen Spieler zu schützen.

Warum dieses Debüt so wichtig war

Eine gute Partie macht noch keinen Stammspieler.

Lulli ist nach 90 überzeugenden Minuten nicht automatisch die neue langfristige Lösung auf der rechten Seite.

Aber sein Debüt veränderte die Ausgangslage.

Vor dem Spiel war er ein talentierter Primavera-Spieler, der von einer überzeugenden Vorbereitung profitierte.

Nach dem Spiel ist er ein Spieler, von dem die Roma weiß, dass sie ihn in der Serie A einsetzen kann.

Dieser Unterschied ist gewaltig.

Ein Trainer kann im Training von einem Talent überzeugt sein. Er kann dessen körperliche Werte und technischen Fähigkeiten kennen.

Doch erst ein Pflichtspiel im ausverkauften Stadio Olimpico zeigt, wie ein junger Spieler unter echtem Druck reagiert.

Lulli reagierte mit Ruhe.

Er ließ sich weder von der Kulisse noch von der Bedeutung des Spiels überwältigen.

Damit hat er sich weitere Chancen verdient.

Seine ideale Position

Lulli wurde im Nachwuchs hauptsächlich als rechter Außenverteidiger eingesetzt.

Unter Gasperini ist er jedoch für die Rolle des rechten Flügelverteidigers vorgesehen.

Diese Position kommt seinen Stärken entgegen.

In einer Viererkette müsste Lulli häufiger aus einer tieferen Ausgangsposition verteidigen. Seine Vorstöße wären stärker davon abhängig, ob ein offensiver Mitspieler die Seite absichert.

Als Flügelverteidiger besitzt er mehr Freiheit.

Er darf hoch stehen, den gegnerischen Außenverteidiger binden und bei Ballbesitz sofort die Tiefe attackieren. Hinter ihm sichern normalerweise drei Innenverteidiger ab.

Das bedeutet allerdings nicht, dass er weniger verteidigen muss.

Im Gegenteil.

Gasperinis Flügelspieler gehören zu den laufstärksten Akteuren der Mannschaft. Sie müssen ständig zwischen Angriff und Verteidigung wechseln.

Genau dort liegt Lullis große Chance.

Er verfügt über die Energie und die Mentalität für diese Aufgabe.

Taktisch befindet er sich noch in der Ausbildung.

Manchmal muss er den richtigen Zeitpunkt für sein Vorrücken besser erkennen. Gegen Gegner, die schnell umschalten, darf er keine unnötigen Räume in seinem Rücken öffnen.

Auch sein Verhalten bei hohen Diagonalbällen wird gegen körperlich starke Serie-A-Gegner noch häufiger geprüft werden.

Doch die Grundlage ist vorhanden.

Seine größten Stärken

Lullis auffälligste Qualität ist seine Dynamik mit dem Ball.

Er kann offene Räume schnell überbrücken und den Ball aus der eigenen Hälfte weit nach vorne tragen. Diese Läufe zwingen den Gegner zu einer Reaktion und schaffen Platz für die offensiven Mittelfeldspieler.

Auch seine Flanken gehören zu seinen stärksten Waffen.

Lulli schlägt den Ball nicht bei jeder Gelegenheit sofort in die Mitte. Er hebt den Kopf und sucht gezielt nach Mitspielern.

Gerade bei flachen Rückpässen von der Grundlinie kann er gefährlich werden.

Hinzu kommt seine körperliche Widerstandsfähigkeit.

Sieben gewonnene Duelle gegen Fiorentina waren kein Zufall. Lulli geht entschlossen in Zweikämpfe und lässt sich durch Körperkontakt nicht leicht aus der Aktion bringen.

Seine vielleicht wichtigste Stärke ist jedoch seine Mentalität.

Er hat bereits erlebt, wie schnell ein Jugendspieler seinen Platz verlieren kann. Statt sich davon brechen zu lassen, hat er sich zurückgekämpft.

Diese Erfahrung kann in seiner ersten Profisaison wertvoll werden.

Denn auch 2026–27 wird nicht jede Woche so verlaufen wie sein Debüt.

Woran er noch arbeiten muss

Die Erwartungen sollten trotz aller Begeisterung realistisch bleiben.

Lulli hat eine starke Partie in der Serie A absolviert.

Nicht zehn.

Nicht fünfzig.

Eine.

Sein taktisches Positionsspiel wird gegen stärkere Gegner härter geprüft werden. Besonders Teams mit schnellen Flügelstürmern werden versuchen, den Raum hinter ihm zu attackieren.

Auch im letzten Drittel kann er noch konsequenter werden.

Eine kreierte Chance gegen Fiorentina war ordentlich, aber Lulli wird langfristig mehr Offensivaktionen benötigen, wenn er in Gasperinis System regelmäßig spielen möchte.

Er muss lernen, wann er bis zur Grundlinie durchstarten kann und wann er den Angriff lieber absichert.

Seine Hereingaben sind technisch gut, doch die Präzision unter höherem Zeitdruck muss weiter wachsen.

Ebenso wird entscheidend sein, wie er auf Fehler reagiert.

Gegen Fiorentina verlief fast alles perfekt. Der wahre Test kommt häufig erst nach einer schwierigen Partie, einem verlorenen Zweikampf vor einem Gegentor oder mehreren Wochen ohne Einsatz.

Dann zeigt sich, ob aus einem sensationellen Debüt eine nachhaltige Profikarriere entsteht.

Die Konkurrenz ist enorm

Auf der rechten Seite besitzt die Roma eigentlich viel Qualität.

Nahuel Molina wurde nicht verpflichtet, um dauerhaft auf der Bank zu sitzen. Der argentinische Weltmeister bringt Erfahrung aus der Serie A, La Liga und der Champions League mit.

Auch Devyne Rensch ist nach seiner Rückkehr eine Alternative.

Lulli wird deshalb nicht plötzlich in jeder Partie beginnen.

Das muss er auch nicht.

Sein Ziel sollte zunächst darin bestehen, dauerhaft bei der ersten Mannschaft zu bleiben. Er muss im Training zeigen, dass sein Debüt keine einmalige Ausnahme war.

Gasperini wird rotieren.

Die Roma spielt in mehreren Wettbewerben, und gerade in intensiven Wochen werden verschiedene Optionen benötigt.

Lulli kann Serie-A-Minuten sammeln, im Pokal beginnen und abhängig von der Kaderregistrierung auch international eine Rolle erhalten.

Als im Klub ausgebildeter Spieler besitzt er zusätzlich einen strategischen Wert.

Die Roma benötigt nicht nur teure Neuzugänge.

Sie braucht Spieler aus der eigenen Akademie, die den Kader ergänzen können, ohne Qualität und Identifikation zu verlieren.

Was passiert mit Molina?

Lullis Aufstieg ist keine Kampfansage an Molina.

Der Argentinier bleibt aufgrund seiner Erfahrung und seiner Fähigkeiten der natürliche Favorit auf die meisten Einsätze.

Doch Lulli verändert die Hierarchie.

Molina kann nicht davon ausgehen, dass ihm sein Stammplatz allein aufgrund seines Namens oder seiner Ablöse gehört. Gasperini hat bereits am ersten Spieltag demonstriert, dass er nach Leistung und Fitness entscheidet.

Für die Roma ist das eine ideale Situation.

Molina erhält Konkurrenz.

Rensch muss sich ebenfalls anbieten.

Lulli kann ohne den Druck wachsen, sofort jede Woche liefern zu müssen.

Wenn der junge Italiener weiterhin überzeugt, könnte Gasperini je nach Gegner unterschiedliche Profile einsetzen.

Molina bringt internationale Erfahrung und offensive Qualität mit.

Rensch ist technisch sauber und taktisch flexibel.

Lulli bietet Energie, Geradlinigkeit und den kompromisslosen Hunger eines Spielers, der gerade erst seine Chance bekommen hat.

Der Marktwert

Transfermarkt taxiert Lulli derzeit auf 500.000 Euro.

Dieser Wert wurde noch vor seinem Serie-A-Debüt festgelegt und beschreibt deshalb eher seinen bisherigen Status als Primavera-Spieler.

Sollte er regelmäßig bei den Profis eingesetzt werden, dürfte diese Bewertung schnell überholt sein.

Junge italienische Außenverteidiger mit Tempo, körperlicher Stärke und offensivem Potenzial sind auf dem Transfermarkt äußerst gefragt.

Schon wenige überzeugende Serie-A-Auftritte können den Wert eines solchen Spielers deutlich erhöhen.

Für die Roma wäre Lullis Durchbruch deshalb auch wirtschaftlich ein großer Erfolg.

Der Klub müsste nicht jede Position durch einen teuren Transfer besetzen. Gleichzeitig würde ein Spieler aus der eigenen Akademie einen erheblichen Marktwert entwickeln.

Doch genau deshalb muss die Roma früh handeln.

Die Vertragsfrage

Transfermarkt führt Lullis aktuellen Vertrag bis zum 30. Juni 2027.

Sollte diese Angabe weiterhin dem tatsächlichen Vertragsstand entsprechen, befindet sich die Roma in einer Situation, die zeitnah geklärt werden muss.

Ein Talent mit Serie-A-Potenzial darf nicht mit nur noch wenigen Monaten Vertragslaufzeit in die entscheidende Phase der Saison gehen.

Lulli hat durch sein Debüt Interesse geweckt.

Weitere gute Leistungen würden zwangsläufig auch andere Klubs auf ihn aufmerksam machen.

Die Roma sollte deshalb nicht warten, bis aus einer positiven Geschichte ein Vertragsproblem entsteht.

Eine langfristige Verlängerung wäre ein klares Signal.

An den Spieler.

An Gasperini.

Und an die gesamte Akademie.

Wer sich in Trigoria entwickelt und seine Chance nutzt, erhält bei der Roma eine echte Perspektive.

Was wäre eine erfolgreiche Saison?

Niemand sollte von Lulli unmittelbar 30 Startelfeinsätze erwarten.

Eine erfolgreiche Saison muss anders bewertet werden.

Wenn er dauerhaft bei der ersten Mannschaft trainiert, regelmäßig in den Spieltagskader berufen wird und in verschiedenen Wettbewerben auf echte Einsatzzeit kommt, wäre bereits viel erreicht.

Zehn bis fünfzehn Profieinsätze könnten für seine Entwicklung wertvoller sein als eine komplette Primavera-Saison.

Entscheidend ist die Qualität dieser Minuten.

Lulli benötigt keine symbolischen Einwechslungen in der 89. Minute. Er braucht Partien, in denen er Verantwortung übernehmen muss.

Sein Startelfdebüt gegen Fiorentina war dafür der perfekte Anfang.

Nun muss die Roma eine Balance finden.

Er darf nicht überfordert werden.

Aber er darf nach dieser Leistung auch nicht wieder monatelang verschwinden.

Die Gefahr des plötzlichen Hypes

In Rom können sich Stimmungen extrem schnell verändern.

Ein junger Spieler absolviert eine starke Partie und wird sofort zum kommenden Nationalspieler erklärt.

Nach dem ersten Fehler entstehen ebenso schnell Zweifel.

Lulli muss vor beiden Extremen geschützt werden.

Er ist nicht die fertige Lösung.

Aber er ist auch nicht nur eine schöne Geschichte aus der Vorbereitung.

Sein Debüt hat gezeigt, dass seine Fähigkeiten auf diesem Niveau funktionieren können.

Nun beginnt die schwierigere Aufgabe: diese Leistung zu bestätigen.

Gasperini besitzt genügend Erfahrung, um den jungen Spieler richtig einzuschätzen. Er hat in seiner Karriere mehrfach bewiesen, dass er Talente entwickeln kann, ohne ihnen ihren Platz zu schenken.

Wer bei ihm spielt, muss arbeiten.

Lulli scheint genau dafür gemacht zu sein.

Kann er der nächste große Gasperini-Flügelspieler werden?

Die Vergleiche mit Marco Palestra sind nachvollziehbar.

Beide Spieler stammen aus dem italienischen Nachwuchs, besitzen enorme Dynamik und wurden von Gasperini früh für eine anspruchsvolle Flügelrolle vorgesehen.

Doch Lulli muss seine eigene Geschichte schreiben.

Er ist körperlich robust, geradlinig und in seinen Aktionen häufig sehr klar. Wenn er sein taktisches Verständnis weiterentwickelt und seine offensive Produktion aus der Primavera auf die Profis übertragen kann, besitzt er ein hochinteressantes Gesamtpaket.

Die Voraussetzungen sind vorhanden.

Der Trainer vertraut ihm.

Die Mannschaft nimmt ihn an.

Das System passt zu seinen Stärken.

Und sein erster großer Test hätte kaum besser verlaufen können.

Die Roma suchte auf dem Transfermarkt – und fand Lulli

Im modernen Fußball wird häufig außerhalb des eigenen Klubs nach Lösungen gesucht.

Neue Spieler wirken spannender.

Teure Transfers erzeugen größere Schlagzeilen.

Doch manchmal trainiert die Antwort bereits seit Jahren in der eigenen Akademie.

Die Roma investierte in ihre rechte Seite und verpflichtete mit Molina einen prominenten Namen.

Am ersten Spieltag spielte trotzdem Emanuele Lulli.

Ein Junge aus Palestrina.

Ausgebildet in Trigoria.

Marktwert 500.000 Euro.

Ohne vorherige Serie-A-Minute.

90 Minuten später hatte er sieben Duelle gewonnen, vier Tacklings gesetzt, eine Passquote von 86,5 Prozent erreicht und mit der Roma 4:0 gewonnen.

Das ist die Sensation dieser Saisonvorschau.

Nicht weil Lulli schon ein Star wäre.

Sondern weil innerhalb weniger Wochen aus einer möglichen Randnotiz eine echte sportliche Option geworden ist.

Vielleicht wird Molina die meisten Partien bestreiten.

Vielleicht wird Lulli zwischendurch wieder auf der Bank sitzen.

Vielleicht erlebt er schwierige Spiele und typische Rückschläge eines jungen Profis.

Doch eines kann ihm niemand mehr nehmen.

Emanuele Lulli hat seine Gelegenheit bekommen.

Und er hat sie genutzt.

Fazit

Emanuele Lulli beginnt die Saison 2026–27 als eine der faszinierendsten Geschichten im Kader der Roma.

Er bringt Dynamik, körperliche Stärke, präzise Hereingaben und eine bemerkenswerte Mentalität mit. Seine Entwicklung von Palestrina über Tor Tre Teste und die Roma-Akademie bis in die Serie-A-Startelf zeigt, wie viel Beharrlichkeit hinter seinem Aufstieg steckt.

Gasperinis System könnte ideal für ihn sein.

Gleichzeitig bleibt Geduld notwendig.

Lulli muss taktisch lernen, seine Leistungen bestätigen und mit der starken Konkurrenz auf der rechten Seite umgehen.

Die Roma wiederum muss dafür sorgen, dass sein Vertrag rechtzeitig verlängert und seine Entwicklung sinnvoll gesteuert wird.

Aus einem einzigen starken Spiel darf noch kein endgültiges Urteil entstehen.

Aber manchmal reicht ein Spiel, um zu erkennen, dass ein Spieler bereit für mehr sein könnte.

Gegen Fiorentina hat Lulli genau das bewiesen.

Die Roma hat auf der rechten Seite einen Weltmeister.

Vielleicht hat sie dort gleichzeitig ihr nächstes großes Eigengewächs gefunden.

Video

Emanuele Lulli – Gasperinis neueste Entdeckung

Das Video zeigt Lulli als eines der jüngsten Talente, die unter Gasperini den Sprung in den Profifußball geschafft haben. Besonders interessant sind seine Dynamik auf der rechten Seite, sein mutiges Vorrücken und die Ruhe, mit der er trotz seiner geringen Erfahrung agiert.
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