1. FC Kaiserslautern 1. FC Kaiserslautern
deadline-day banner

Good ol' times - Erinnerungen an den FCK

15.02.2008 - 13:27 Uhr
Gestern als ich schlaflos daniederlag schweiften meine Gedanken zurück über mein Fandasein und was ich schon alles als Fan erlebt habe. Da dachte ich mir das es vielleicht ganz spaßig, melancholisch und auch interessant werden könnte, wenn man seine Erinnerungen niederschreibt - quasi als lebendiges FCK-Fan-Archiv. Wer Lust hat, kann sich ja verewigen.
Ich fang auch mal an mit ein paar Geschichtlein, die mir in starker Erinnerung geblieben sind.
Natürlich waren Meisterschaften und Pokale Höhepunkte.
Aber meine erste intensive Berührung mit dem FCK und der "Bastion Betzenberg" hatte ich im zarten Alter von ca. 13. Ich war stark Fussballinteressiert und mein Dad meinte irgendwann das er mit mir auf den Betze gehen wollte. Schliesslich wohnten wir nur 32 km weg. Also machten wir uns an einem Freitagabend auf den weg. Flutlichtspiel - zu Fuss den Berg hoch - seeeeehr beeindruckend. Wir standen am Kartenhäuschen an - 2 Karten im 8er Block sollten es sein (tja, die gabs mal am Kassenhäuschen, man solls net glauben). Und rein. Die kommenden 2 Stunden war ich wie im Rausch, total gefesselt von der Atmosphäre - es war eng, neblig, laut - total irre. Und ich war infiziert. Lautern gewann 1:0 oder 2:1 gegen den FC Homburg, Zuschauer ca 24000. Seit diesem Tag trage ich den Virus in mir grins .
*************************************

Tottenham Hotspurs - UEFA Cup ca 1999? im November:
Strahlender Sonnenschein in London - und das im November. Wir hatten den ganzen Tag eine Menge Spaß in der Stadt - abends dann mit Eskorte nach Tottenham zum Stadion. Das Spiel und die Stimmung sensationell - trotz 0:1 Niederlage. Aber das eigentliche Sahnestück nach dem Spiel. Wir mussten im Block bleiben, bis das Stadion leer war. Doch als die Ordnungskräfte uns zum gehen aufforderten, wollte niemand gehen ohne zumindest noch einmal die Mannschaft gesehen zu haben. Nach mehrern Humbas mit den Ordnern und dem ganzen Block kamen nach ca 45 Minuten nochmal ein paar Spieler raus - Klasse Stimmung - ebenfalls unvergesslich m.E.
**************************************
**************************************

Auswärtsspiel: Wattenscheid 09 - FCK, ca. 1993/4.
Es war gegen Ende der Saison, wir waren noch gut im Rennen um die Meisterschaft und traten ebenfalls freitags auf der Loorheide an. Vom Spiel weiss ich eher wenig - wir gewannen 2:0 und der Platz wurde unmittelbar danach von feiernden Lauteren gestürmt. Totaler Ausnahmezustand. Zusammen mit einigen dutzend Fans kämpften wir uns zum Mannschaftsbus vor und umkreisten in. Die Mannschaft traf nach und nach im Bus ein. Die Stimmung war ausglassen - und so wurde der Bus durchgeschüttelt. Irgendwann gin die Dachluke auf und Ciri Sforza kletterte aufs Busdach und feierte mit den Fans als wären wir Meister geworden. Wunderschöne Bilder.
Auch im ZDF Archiv - Trainer Friedel Ruasch wurde im ZDF interviewt und ich hielt meinen Schal direkt dahinter ins Bild grins Das Video gibts heut noch grins
Mal schaun, da sollte doch noch was dazu kommen!

•     •     •

Echte Liebe kennt keine Liga - Nur der FCK!

Miro Klose Fußballgott!
Fan vom Funker!
Durli - Unvergessen... R.I.P.
"Lautern hat den geilsten Boss der Welt. Daran gibt es keine Zweifel."
laudere - im Mai 2011

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Administrator am 01.08.2024 um 20:42 Uhr bearbeitet
Zeige Ergebnisse 1-10 von 12.
Ich mach grad FIFA 2004 für Gameboy an,(Topspiel) da sehe ich, dass Kaiserlautern 5 Sterne hat, und der Fc Barcelona 4 Sterne. ;) auf die alten Zeiten !

•     •     •

Schalke 04
Sporting Clube de Portugal

Força Portugal !
Momente, die die Geschichte verändert haben

Der FC Hätte ist bekanntlich Rekordmeister fast jeder Liga. Doch warum so zynisch? Tatsächlich entscheiden oft winzige Momente nicht nur darüber, wie ein Spiel ausgeht - sondern wie die Zukunft eines ganzen Clubs aussieht. Wir wollen das in einer Serie dokumentieren - und stellen Ihnen heute zwei Tore vor, ohne die die Fußballwelt heute ganz anders aussähe.

Zitat

"Ob das passiert, oder in China fällt n Sack Reis um", sagte der Volksmund früher gerne und wollte damit zum Ausdruck bringen, wie folgenlos ein bestimmtes Ereignis für den Lauf der Welt sei. Ganz anders Ian Malcolm, der Chaostheoretiker in Michael Crichtons Roman Jurassic Park (in Steven Spielbergs Verfilmung gespielt von Jeff Goldblum), der anhand der Flügelschläge eines Schmetterlings demonstriert, dass die kleinsten Bewegungen das ganze Universum verändern können.

Irgendwo in der Mitte Michael J. Fox in der Back to the Future-Trilogie. Er reiste im komfortablen DeLorean in die Jugendzeit seiner Eltern, um einige Dinge zu begradigen, bekam dabei aber durch sich langsam verändernde Fotos immer rechtzeitig mitgeteilt, wenn seine anarchischen Handlungen massiv in die Zukunft einzugreifen drohten.

Wie dem auch popkulturellerweise sei, unbestritten ist, dass die Fußballgeschichte ganz anders hätte aussehen können, wenn bestimmte Tore nicht gefallen wären. Dem trägt der Fan gerne mit dem berüchtigten Fußballerkonjunktiv Rechnung ("Wenn er den reinmacht, dann wird es ganz schwer für uns"). Sie glauben uns nicht?

Damit Sie sehen, dass die heutige Fußballwelt ebenso anders aussehen würde wie Crichtons Isla Nublar, nachdem die Veloziraptoren vorstellig geworden sind, haben wir ein paar Beispiele für späte Tore ausgewählt, die unsere These belegen können. Hier sind die ersten beiden, die den Auftakt zu einer kleinen Serie bilden sollen.

1.) 6. November 1991: Kaiserslautern - Barcelona, Europapokal der Landesmeister 1991/92, 2. Runde, Rückspiel

Jüngere Zeitgenossen kennen den FC Barcelona als beste Mannschaft der Welt und den ewigen Clasico-Konkurrenten Real Madrid als von Minderwertigkeitskomplexen zerfressenen kleinen Bruder. Bis 1992 war das aber noch ganz anders. Da hatte Real Madrid nämlich schon sechsmal Europas höchsten Titel, den Landesmeisterpokal, gewonnen - Barcelona aber noch keinen einzigen. Zu allem Überfluss hatten die Blaugrana das Finale 1986 in Sevilla allen Ernstes gegen Steaua Bukarest verloren und dabei im Elfmeterschießen nicht einen Ball an Keeper Helmuth Duckadam vorbeigebracht.

Kurzum: Den Katalanen haftete der Mangel des ewigen Verlierers an, wenn es um den Titel der Titel ging. Heute weiß man: Johan Cruyffs Dream Team sollte all das ändern. Aber das Dream Team gewann nur einen einzigen Champions League-Titel - und den 1992. Um ein Haar jedoch wäre der FCB nicht einmal im Londoner Finale gewesen, das er dann in der Verlängerung dank Ronald Koemans Tor gegen Sampdoria gewann. Und das kam so...

Erstmals wurde der Landesmeistertitel 1991/92 im Gruppenformat ausgespielt, allerdings nicht von Beginn an, sondern erst nach der 2. Hauptrunde. In der 1. Runde konnte Barcelona sich gegen den letzten DDR-Meister Hansa Rostock durchsetzen, nicht ohne jedoch im Rückspiel im Ostseestadion mit 0:1 zu verlieren. Die Mannschaft um Josep Guardiola (heute Trainer des FC Barcelona) unterlag durch ein Tor von Michael Spies (heute Trainer des SSV Vorsfelde). Da das Hinspiel im Nou Camp jedoch mit 3:0 gewonnen worden war, zog Barcelona in die 2. Runde ein.

Dortselbst wartete die nächste deutsche Mannschaft, der Bundesligameister 1. FC Kaiserslautern. Das Hinspiel in Barcelona hatten Cruyffs Spieler mit 2:0 gewonnen, zweifacher Torschütze war Barcas späterer Sportdirektor Txiki Begiristain, durften sich dafür aber bei Guido Hoffmann bedanken, dessen Name in der Erinnerung der FCK-Fans immer mit der Szene verbunden bleiben wird, in der er beim Stand von 2:0 Andoni Zubizarreta umkurvte, nur um am leeren Tor vorbeizuschießen.

Nichtsdestoweniger lag es nicht nur an Hoffmann, dass Barcelona in die Gruppenphase einziehen durfte. Sondern auch an José Mari Bakero. Mit 3:0 führten die Roten Teufel bereits auf dem Betzenberg, in einer Atmosphäre, die von spanischen Medien als "feindselig" bezeichnet und von Lauterer Fans als "Nacht der 100 Bengalos" gefeiert wurde. So ändern sich die Zeiten. Damals galten bengalische Feuer in Deutschland als Zeichen für perfekte Europacupstimmung, heute als schwerer Verstoß gegen die Menschenwürde.

Auf dem Rasen brannte der FCK allerdigs auch so einige Feuer ab, und führte durch zwei Tore von Demir Hotic vor und nach der Pause sowie einen Treffer von Bjarne Goldbaek in der 76. Minute mit 3:0. Damit wäre der FCK in der Gruppenphase gewesen, Barcelona ausgeschieden. Doch in der 90. Minute trat Ronald Koeman einen Freistoß von kurz hinter der Mittellinie in den Strafraum, Bakero schraubte sich höher als der gerade erst eingewechselte Markus Kranz und Uwe Scherr und platzierte einen halb genialen, halb glücklichen Kopfball im langen Winkel.

FCK-Trainer Karl-Heinz Feldkamp schüttelte fassungslos den Kopf, Gerry Ehrmann - selbst schuld an einem Gegentor im Hinspiel - stauchte alles zusammen, was nicht niet- und nagelfest war. Kaiserslautern war in letzter Minute ausgeschieden, wurde am Saisonende Fünfter und stieg vier Jahre später erstmals in seiner Clubgeschichte in die 2. Liga ab.

Barcelona aber gewann am Saisonende zum ersten Mal den Europapokal, als erster spanischer Club überhaupt außer Real Madrid. Ronald Koemans toller Freistoß in der 111. Minute der Verlängerung gegen Sampdoria verhalf den Blaugrana zum größten Triumph ihrer Geschichte. Seither kamen drei weitere dazu, und heute stehen nur Madrid, Milan und Liverpool in der ewigen Bestenliste des Wettbewerbs vor dem FCB. Ob das auch so gekommen wäre, wenn Bakero besser gedeckt worden wäre? Wir werden es nie erfahren. Es sei denn, jemand hat einen Zeitreise-DeLorean zur Hand und ist wirklich kopfballstark.


http://www.stern.de/sport/fussball/momente-die-die-geschichte-veraendert-haben-1750569.html

•     •     •

Nicht wir tragen euer Trikot - ihr tragt unseres!
Ich war Mitte der 90er BVB-Fan. Da ich aus Luxemburg komme, war man entweder Bayern oder BVB-Fan, da ich die Bayern nicht so arg mag war es dann schwarz-gelb.

Mein Vater und Bruder waren und sind FCK-Fan, die schleiften mich also zum ersten Heimspiel auf den Betze. Es war gegen die Herta. 0-0 kein Heimsieg trotzdem war ich vom Fleck weg in das Stadion den Mythos und die Region verknallt. Obwohl der FCK in der zweiten Liga kickte war ich vom Fleck weg ein roter Teufel. Es ist nun so das ich extremer als Fan bin wie der Vater und Bruder. Den Wiederaustieg durfte ich im Stadion mitfeiern mit einem Schützenfest gegen Meppen :rolleyes In der Mythos-Saison 97/98 war ich an 16 Heimspielen auf dem Betze. Da war jedes Spiel ein Erlebnis. Höhepunkt war für mich das Ergebnis der Bayern gegen den MSV das Unentschieden bedeutete die Meisterschaft für den FCK. Und ich war da!

Ich wünsche dem FCK und der Region noch viele viele gute Zeiten in der Bundesliga und in Europa. Ein Verein mit dieser Tradition gehört in den Europa-Pokal!!!

Als FCK-Fan muss man leiden können. Es war nicht schön anzusehen wie der Verein nach dem Erfolg runtergewirtschaftet wurde Es schossen Vereine mit großen Geldgebern wie Leverkusen, Wolfsburg, Hoffenheim usw wie Pilze aus dem Boden und verdrängten Vereine mit Tradition für langere Zeit aus der Liga. Es ist manchmal schon Schade das kein Autohersteller (ausser Opel) oder andere Gesellschaften in der Region Kaiserslautern den FCK unterstützen kann. Ich hoffe das Kuntz das Ruder lange auf Kurs hält und er FCK wieder solche Zeiten erlebt wie sie hier zitiert wurden!

•     •     •

"Respekt"Leidenschaft"Tradition"
Da ich schon zu den "etwas" älteren FCK-Fans gehöre hier mal eine Anekdote aus der grauen Vorzeit.
Es war das Jahr 1953. Seit der Meisterschaft 1951, das Endspiel erlebte ich wie damals so üblich u.a. mit Vatter, Bruder und Onkel am guten alten Radio, war ich FCK-Fan. Im November spielten unsere Kicker bei Mainz 05. Gesehen hatte ich die Truppe noch nie. Hierzu fehlte einfach die Kohle und meine Eltern mussten zu dieser Zeit jede Mark zweimal umdrehen. Doch jetzt war die Gelegenheit gekommen. Ich lamentierte so lange, bis sich mein älterer Bruder bereit erklärte die 12 km mit dem Fahrrad (und ich auf dem Gepäckträger) zum Bruchweg zu strampeln. Bereits gegen 11 Uhr waren wir dort, zumal wir noch keine Eintrittskarten hatten und das Station gegen den FCK, wie immer brechend voll werden würde. Eine Stunde vor Spielbeginn standen noch hunderte vor den Toren. Es ging nichts mehr. Um noch etwas Platz zu schaffen wurde alle Kinder und Jugendlichen über die Barrieren gehoben. Wir saßen bis zum Spielfeldrand. Kurz vor Spielbeginn wurden von den FCK-Spielern sogar noch Autogramme verteilt. Ich habe heute noch das Orginal von Ottmar Walter. Endlich gings los. Die 05er rannten wie um ihr Leben. Ottmar musste beizeiten verletzt aus dem Spiel. Zum Schluss hatten wir 5:2 verloren. Von Mainz bis nach Hause flossen die Tränen und das nicht wegen Fahrtwindes auf dem Fahrrad... Zum Glück war es die einzige Niederlage für die nächsten Jahrzehnte in Mainz....
Immer wenn ich Martin Wagner sehe, wie etwa heute in Flutlicht, muss ich an folgendes, tatsächlich geschehenes Ereignis denken, das sich am späten Abend des 18. Mai 1996 in Hochspeyer ereignete:

Nach einem 2:0 Heimsieg gegen Hansa Rostock hatte sich der 1. FCK in seinem letzten Heimspiel die Chance auf ein echtes Abstiegsendspiel am letzten Bundesligaspieltag im Leverkusener Ulrich-Haberland-Stadion gesichert. Um den Klassenerhalt noch zu schaffen, mussten die Teufel allerdings gegen die Bayerelf an diesem Tag unbedingt gewinnen.

Nervös und aufgeregt machten wir uns an diesem Samstag im Mai aus unserer Südpfälzer Heimat auf den Weg über Johanniskreuz nach Lautern. Wie viele andere Teufelsanbeter wollten wir uns das Endspiel in der Halle der Nordtribüne uffem Betze anschauen. Nach dem uns Kuka in der 58 Minute mit 1:0 in Führung geköpft hatte, schoss uns dieser Herr Münch ganze 8 Minuten vor dem so herbeigesehnten Schlusspfiff doch noch ins Tal der Tränen. Lautern war zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte, nach 33 Jahren Erstligazugehörigkeit, abgestiegen. Unvorstellbar. Dennoch schworen wir uns damals direkt nach dem Spiel für die kommende 2. Ligasaison ein und versprachen uns gegenseitig wieder Dauerkarten zu bestellen und gemeinsam mit unseren Jungs den Betriebsunfall 2. Liga so schnell wie möglich zu korrigieren.

Nachdem wir mit einigen trotzigen „Und wir steigen wieder auf, Halleluja“ durch die Lauterer Altstadt gezogen waren und in der Fußgängerzone noch das ein oder andere Frustbier getrunken hatten, machten wir uns abgekämpft und immer noch völlig von der Rolle über den nun besiegelten Abstieg auf den Weg zurück in die Südpfalz. Irgendwie fuhren wir an diesem Abend allerdings nicht den direkten Weg über Johanniskreuz, sondern über Hochspeyer zurück. Als wir den Umweg bemerkten, waren wir schon zu weit gefahren, so dass wir uns entschlossen weiterzufahren und nicht mehr umzudrehen.

Als wir durch Hochspeyer fuhren glaubten wir zunächst unseren Augen nicht zu trauen: Mitten in diesem Nest im Pfälzer Wald stand auf der rechten Straßenseite gegenüber der Pizzeria „Da Rosario“ der Mannschaftsbus unserer gerade in die 2. Liga abgestiegenen Helden. Keine Frage, wir hielten direkt an, stiegen aus und machten uns auf den Weg zum Italiener, der uns vom Namen bereits durch die FCK-Berichterstattung der Rheinpfalz durch Peter Lenk und Horst Konzok als beliebte kulinarische Anlaufstelle der FCK-Mannschaft bekannt war. Wir gingen die Treppe hoch, als die Tür aufging und wir plötzlich unserem damaligen Präsidenten Norbert Thines gegenüberstanden. Der schickte uns nicht etwa weg, sondern begrüßte uns mit Handschlag und sagte: „Kommt rein Jungs, es hat leider nicht geklappt.“ Und so betraten wir das Restaurant und sahen rechts die Mannschaft sitzen. Ich sehe die Jungs noch heute vor mir: Hinten Gerry Ehrmann, der mit Pavel Kuka und Axel Roos am diskutieren war, daneben Kadlec, Reinke und Hengen, der eben noch von Weinkrämpfen geschüttelt, sein Gesicht im Trikot verhüllend, auf dem Rasen in Leverkusen gekauert hatte. Der damals noch nicht als Fußballgott titulierte Olf Marschall war ebenso mit dabei wie unser heutiger Fitnesscoach Oliver Schäfer. Ein gewisser Herr Greiner war auch zugegen, aber wesentlich bedeutender war, dass Martin Wagner, neben Miro Kadlec mein Idol der damaligen Zeit, auf uns zukam. Wir sprachen ihn an, quatschen über das Spiel, die vergebenen Chancen und baten ihn, doch bitte dem FCK auch in Liga 2 treu zu bleiben und nicht zu wechseln. Er sagte damals sinngemäß, dass es ihm gar nicht so sehr ums Geld ginge, beim FCK aber etwas passieren muss. Er könne sich aber vorstellen, unter gewissen Umständen dem FCK auch in Liga 2 treu zu bleiben und mitzuhelfen, den Karren wieder aus dem Dreck zu ziehen. Wir plauderten noch ein bisschen, tranken noch ein oder zwei Bier und machten uns dann – zwar immer noch traurig und frustriert über den Abstieg, aber doch auch etwas stolz wegen des unverhofften Zusammentreffens mit der FCK-Mannschaft – auf den Heimweg durch den Pfälzer Wald.

Heute wissen wir, dass in den Folgejahren gleich einiges außergewöhnliches auf dem Betzenberg geschah. Martin Wagner war aber einer der ersten Spieler, der sich sehr früh zum 1. FCK bekannte und der bereit war, mit in die 2. Liga zu gehen. Martin Wagner setzte damit ein deutliches Zeichen für den 1. FCK, andere folgten und so konnte das Wunder des direkten Wiederaufstiegs mit folgender Meisterschaft überhaupt gelingen.

Für mich hat sich dieses Ereignis am späten Abend des 18. Mai 1996 - emotional vielleicht nur noch übertroffen durch den 18. Mai 2008 oder dieses dämliche Glückstor eines gewissen Herrn Bakero - tief in mein Fanbewusstsein eingebrannt.

•     •     •

"Dieser Verein ist so sensibel wie ein Kind. Man muss ihn streicheln und gedeihen lassen. Zwingen geht nicht. Wir sind nicht Bayern München. Wir sind auch nicht Hoffenheim. WIR SIND LAUTERN!“
[Björn, Schmidt: Das Leben ist ein Fußballspiel"]
Da der Parallelthread im kicker sicher bald in der Versenkung verschwindet, muss der Verweis auf die 91er Meisterschaft unbedingt hier rein.

Hoffe, der Link wird noch lange funktionieren:

http://www.kicker.de/news/video/1249136/video_kuntz-und-der-fck-entthronen-die-bayern.html

Das waren Emotionen! Gänsehaut pur. Der Sieg gegen Bayern, die Niederlage gegen Gladbach und dann die Explosion nach dem Abpfiff (bzw. VOR dem Abpfiff und die Disziplin der auf dem Platz befindlichen Fans)!
Quelle: www.noz.de
Sensation in Kaiserslautern

Osnabrück. Die Meisterschaft ist den Bayern nach zwei Titeln nicht genug. Und so gibt der Trainer am 12. Mai 1990 Tausenden Fans ein Versprechen: „Wir holen den Europapokal!“ Jupp Heynckes hält Wort – allerdings erst 23 Jahre später. 1990/91 gewinnt der FC Ruhmreich nichts. Die Meisterschaft geht in die kleinste Bundesliga-Stadt, wo man den Titel noch zu würdigen weiß.

Aus dem Vorruhestand in Ägypten hatten sie Karl-Heinz Feldkamp zurückgeholt an den Betzenberg; „Monsieur 100000 Volt“ sollte wie in seiner ersten Amtszeit die alten Tugenden stimulieren. Der Altmeister schaffte die Rettung und streichelte die Pfälzer Fußball-Seele mit dem Gewinn des DFB-Pokals. Manager Reiner Geye nahm einen Wunsch mit in die neue Saison: „Wir wollen nicht mehr so zittern…“

An die Meisterschaft dachten sie nicht mal im Traum, und sie glaubten auch nicht daran, als der FCK hinter Herbstmeister Werder und vor Bayern die Vorrunde abschloss. Zu übermächtig schienen die Bayern, die sich mit Stefan Effenberg (Mönchengladbach), Michael Sternkopf (Karlsruhe) und Brian Laudrup (Uerdingen) enorm verstärkt hatten.

„Die anderen sind zu blöd, um Meister zu werden“, tönte Effenberg frech auf der Titelseite des „Kicker“, und selbst nach der 1:2-Niederlage am Betzenberg am 23. März 1991, als die Lauterer durch einen 2:1-Sieg die Spitze übernahmen, stellte Uli Hoeneß fest: „Jeder, der Ahnung hat, weiß, dass Kaiserslautern nicht Meister wird.“

Wurden sie aber doch. Zum ersten Mal in der Bundesliga, der die nicht mal 100000 Einwohner zählende Stadt von der ersten Stunde an angehörte. Und zum ersten Mal seit 1953, als die „Walter-Elf“ in ganz Deutschland, ja in ganz Europa bekannt war. Die Mannschaft um den legendären Fritz Walter war die Keimzelle der Nationalelf, die 1954 sensationell Weltmeister wurde.

„Bei uns lebt der Geist der Fünfzigerjahre, und darauf bin ich stolz“, sagte Fritz Walter während des unglaublichen Höhenfluges seiner Nachfolger. In der Kabine bildeten die Profis der frühen Neunzigerjahre auf Empfehlung vom „Alten Fritz“ vor wichtigen Spielen in der Kabine einen Kreis, fassten sich an den Händen und schauten sich in die Augen: Alle für einen, einer für alle.

Die Stimmung griff über auf die Ränge der engen Arena, das fanatische Publikum stand bedingungslos hinter dem Team. „Wenn wir rausgingen, wusste jeder Einzelne von uns, dass wir da draußen 30000 Freunde und Verbündete hatten“, erzählt Stefan Kuntz. „Kurfürst Kalli“, wie der autoritäre Feldkamp genannt wurde, weckte Ehrgefühl, Selbstvertrauen und Teamgeist in jedem. Marco Haber, einer der vielen jungen Spieler, die von Feldkamp zu einem frühen Leistungshöhepunkt gepusht wurden, den sie danach nicht mehr erreichten, staunte: „Jeder glaubt von sich, der wichtigste Mann zu sein.“

Fans und Mannschaft, von den Fußball-Snobs aus München als Provinzkicker über die Schulter angesehen, wuchsen in der Enge der kleinen Stadt zu einer Einheit. In die Endphase gingen Spieler und viele Zuschauer mit T-Shirts, die mit frechen Sprüchen bedruckt waren – eine Idee der Mannschaft als Antwort auf den Spott der Bayern. „Lieber Betzenberg als Effenberg“ hieß einer.

Doch es war nicht nur der Geist, sondern auch das Geld, das beflügelte. Mit extrem hohen Prämien – bei niedrigen Grundgehältern – setzte der FCK handfeste Reize; außerdem konnte Trainer Feldkamp immer zwei Reservisten mit in die Prämienränge nehmen. 2400 DM gab es pro Punkt; bei Heimspielen gab es 500 DM Zuschlag, wenn mehr als 28000 Zuschauer kamen. So brachte ein Heimsieg jedem Spieler 5300 DM, zusätzlich zum Grundgehalt.

Am 15. Juni 1991 war die Sensation perfekt. Eine Woche nach dem Schock einer 2:3-Heimniederlage gegen Mönchengladbach begleiteten 40000 Pfälzer ihren FCK nach Köln, wo der FC noch um seine UEFA-Cup-Chance spielte. Doch wie aufgedreht überrannten Kuntz und Co. die Kölner, das 6:2 war ein Triumph, den die Mannschaft auf einem Rheindampfer ausgiebig feierte.

Und zu Hause, im Vorort Alsenborn, öffnete Italia Walter die Tür zum Garten und rief ihrem Mann zu: „Schnuggolino, se habbe gewonne!“ Denn Fritz Walter, der Held von Bern, war zu nervös, um seinen Nachfolgern zuzuschauen.

40 Kisten des unter dem Namen des Weltmeister vertriebenen Sekts waren zwei Wochen vorher aus Kaiserslautern in einen Bochumer Stadtteil geschickt worden. Es war der Dank des FCK an die SG Wattenscheid 09, die am drittletzten Spieltag mit einem 3:2-Sieg gegen den FC Bayern München das Tor zum Titel für die Lauterer ein Stück weiter geöffnet hatten.
Die gute alte Zeit.
Zitat von FCK-Fan12345
Zitat von gariii

Zur Feier des 25jährigen Wunders aus Lautern hat der FCK ein Sondertrikot kreiert.

Persönliche Note: man hätte das doch ein wenig klassischer organisieren können, in weiß/silber wie das damalige Auswärtstrikot oder im Stile des Heimtrikots.

hier geht's zum Sondertrikot.


Sicher läßt sich mit diesem Trikot eine Menge Geld verdienen ! Trotzdem sehe ich diese Idee nicht als gelungen an. Es geht um das Jetzt , sprich die nächste Saison. Für eine Meisterschaft vor 25 Jahren kann sich niemand etwas kaufen !


Du bist ein notorischer Nörgler und könntest dich vielleicht wenigstens in einem Thread mit diesem tollen Namen zurückhalten.

Dieser Titel macht diesen Verein nach wie vor aus. Aufsteiger, Meister, bumms... dafür steht der FCK und das nicht zu nutzen wäre so unfassbar dumm, dass es mir schwer fällt, andere Worte dafür zu finden.

Dieser Titel hat nach wie vor einen Wert für den Verein. Auch einen finanziellen Wert bezüglich Vermarktung etc..
Ich habe mir jetzt den sehr gelungenen SWR-Podcast anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der 1998er-Meisterschaft angehört. Und die letzten Tage schon Ausschnitte aus den Live-Übertragungen von Premiere gesehen, die dieser Tage in YouTube eingestellt wurden. Und ich muss feststellen: Unbeschreiblich, was diese Meisterschaft immer noch emotional in mir auslöst. Wie gegenwärtig diese sensationelle Zeit immer noch ist. Und, nebenbei bemerkt, wie unheinlich es ist zu sehen, wie schnell ein Vierteljahrhundert vergeht.

Ich war damals 10/11 Jahre alt, bin nicht in der Pfalz aufgewachsen und trotzdem Fan unseres Vereins geworden, weil ich diese großartige Mannschaft und unseren Betze damals live auf Premiere erleben konnte und erleben durfte. Diese Begeisterung hat bis in die Niederungen der Dritten Liga, durch alle Täler und Katastrophen der letzten Jahre und Jahrzehnte getragen. Es ist unbeschreiblich auch zu sehen, wie dieser Verein in den letzten zwei Jahren wieder erwacht ist, den Turnaround geschafft hat und der Betzemythos wiederbelebt wurde. Wie auch neue Geschichten geschrieben werden, die unsere stolze Historie bereichern und die schönen Erinnerungen von morgen sein werden.

Schön, dass Otto mit seiner Truppe am Samstag auf dem Betze ist, im „Tempel der Glückseligkeit“, wie er unser Stadion einst nannte. Das ist für mich auch ein Stück Versöhnung mit der Geschichte, denn Ottos Abgang lief bekanntlich nicht so harmonisch ab. Und überhaupt: Schön, dass es den FCK noch gibt und immer geben wird, solange wir Fans leben!
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Kampfgeist am 10.05.2023 um 20:23 Uhr bearbeitet
Hallo zusammen - ich hoffe ich bin in diesem Thread bei euch mit meinem Thema richtig aufgehobenLächelnd

Ich bin Florian vom Podcast "Retrospieltag", den ich mit meinem Kumpel Willi im April 2021 ins Leben gerufen habe. In unserem Podcast sprechen wir über die letzten 23 Jahre im Fußball, mit dem Schwerpunkt Bundesliga. Aktuell haben wir gemeinsam mit eurem Fan Podcast „Unzerstörbar - der FCK Podcast“ einen Rückblick auf eure letzten 23 Jahre gewagt. Dabei sprechen wir über alle High- und Lowlights eurer jüngeren Vereinsgeschichte und küren die FCK Legendenelf des 21.Jahrhunderts!

Hört doch gerne mal rein und teilt die Folgen, damit möglichst viele Kaiserslautern Fans in den Genuss von ein bisschen Geschichte kommen Zwinkernd

Nachfolgend finden Ihr den ersten von drei Teilen, die aber allesamt schon erschienen sind:

https://open.spotify.com/episode/3Jr7Etsm0kX14Omrw6oP1Z?si=86c7072eaa264840

•     •     •

Petersen Fussballgott
  Post-Optionen
Den kompletten Thread wirklich löschen?

  Paten-Optionen
Möchtest Du den Beitrag wirklich löschen?
  Diesen Beitrag alarmieren
  Diesen Beitrag alarmieren
  Diesen Beitrag alarmieren
  Lesezeichen
  Abonnierte Threads
  Guter Beitrag
  Guter Beitrag
  Guter Beitrag
  Post-Optionen
Nutze die Thread-Suche, wenn Du diesen Post in einen anderen Thread verschieben möchtest. Drücke Thread erstellen, wenn aus diesem Post ein eigenständiger Thread werden soll.
Widerruf Tracking & Cookies

Du hast erfolgreich deine Einwilligung in die Nutzung unseres Angebots mit Tracking und Cookies widerrufen. Damit entfallen alle Einwilligungen, die du zuvor über den (Cookie-) Einwilligungsbanner bzw. über den Privacy-Manager erteilt hast. Du kannst dich jetzt erneut zwischen dem Pur-Abo und der Nutzung mit Tracking und Cookies entscheiden. Bitte beachte, dass dieser Widerruf aus technischen Gründen keine Wirksamkeit für sonstige Einwilligungen (z.B. in den Empfang von Newslettern) entfalten kann. Bitte wende dich diesbezüglich an datenschutz@transfermarkt.de.