Osteuropa

Shakhtar Donezk Teil 2 [UKR]

17.09.2009 - 23:20 Uhr
Shakhtar Donezk Teil 2 [UKR] |#2051
29.12.2021 - 08:20 Uhr
Zitat von WhiteRodman
Zitat von Zehner_UK

Grundsätzlich gebe ich dir Recht. Allerdings wäre es für Mudryk nicht schlecht, wenn er in Donezk noch ein Jahr reifen könnte. Erstmal Stamm in Donezk, erste Einsätze in der Nationalmannschaft und wenn die Entwicklung dann weiter so geht wird es auch Interessenten aus den großen Ligen geben.

Wobei, ein Club wie Brentford schon ziemlich ideal ist für einen Schritt ins Ausland. Stärkste Liga der Welt bei einem Verein w seriös gearbeitet wird.


Ich glaube, ein Klub wie Brentford wäre auch jetzt schon ideal für ihn. Dadurch, dass Brentford kein Top-Verein im jeweiligen Land ist, ist der Druck nicht ganz so hoch, als wenn er jetzt bei City oder Real oder so signen würde. Aber alleine in der PL zu spielen ist sicherlich ein riesiger Vorteil in seiner Entwicklung, da spielt er gegen absolute Weltklassespieler, die es so in der Ukraine nicht gibt. Ich würde es mir sehr wünschen, wenn der Wechsel passiert.


Mudryk " Vor einem Jahr hätte ich dieses Angebot angenommen und den Präsidenten gebittet mich gehen zu lassen. Aber seitdem Srna und De Zerbi im Klub sind spüre ich die Unterstützung und kann mich unter diesem Umständen bei Schachtar weiterentwickeln. Ich bedanke mich für das Interesse von Brentford aber nur der Präsident entscheidet, wer den Klub verlassen darf". https://sportarena.com/football/upl/mudrik-esli-by-predlozhenie-postupilo-god-ili-poltora/
Shakhtar Donezk Teil 2 [UKR] |#2052
03.01.2022 - 11:04 Uhr
Zitat von WhiteRodman
Zitat von Zehner_UK

Grundsätzlich gebe ich dir Recht. Allerdings wäre es für Mudryk nicht schlecht, wenn er in Donezk noch ein Jahr reifen könnte. Erstmal Stamm in Donezk, erste Einsätze in der Nationalmannschaft und wenn die Entwicklung dann weiter so geht wird es auch Interessenten aus den großen Ligen geben.

Wobei, ein Club wie Brentford schon ziemlich ideal ist für einen Schritt ins Ausland. Stärkste Liga der Welt bei einem Verein w seriös gearbeitet wird.


Ich glaube, ein Klub wie Brentford wäre auch jetzt schon ideal für ihn. Dadurch, dass Brentford kein Top-Verein im jeweiligen Land ist, ist der Druck nicht ganz so hoch, als wenn er jetzt bei City oder Real oder so signen würde. Aber alleine in der PL zu spielen ist sicherlich ein riesiger Vorteil in seiner Entwicklung, da spielt er gegen absolute Weltklassespieler, die es so in der Ukraine nicht gibt. Ich würde es mir sehr wünschen, wenn der Wechsel passiert.

Nach nem halben Jahr anständiger Leistungen in der ukrainischen Liga ist die Premier League ein absolutes No Go für einen sehr fragilen Spieler und es ist sehr gut, dass er das wohl versteht. So könnte er seine Karierre sehr schnell in den Sand setzen, wovor er schon vor paar Jahren schon ganz nah war, als er zu schnell und mit zu großen Hoffnungen mit 17 an die erste Mannschaft herangeführt wurde.
Ich schätze die Entwicklung von Mudryk selbst auf das Niveu der Stammelf von Shakhtar als noch deutlich sensiblere Angelegenheit ein, als es bei den meisten Brasilianern der Fall ist. Er braucht noch sehr viel spielerische und psychologische Stabilität, körperliche Stärke und physische Weiterentwicklung, um dauerhaft zu performen. Talent ist zweifellos da, aber z. B. einen Sudakov würde ich als deutlich stabiler einschätzen.

Ziemlich unverständlich finde ich, dass man Mampassi gehen ließ. Die Innenverteidigung ist eine große Baustelle. Bei Bondar und Vitao merkt man so langsam, dass sie eher nicht die Anlagen haben, um sich kurzfristig zu Stammspielern zu entwickeln. Vom Nachwuchs war Mampassi mit Abstand der Vielversprechendste. Und da Marlon die heilige Kuh ist, braucht man eigentlich auch zwangläufig Ukrainer im Aufgebot in der Innenverteidigung. Meiner Meinung nach hätte man sehr viel tun müssen, um Mampassi zu halten und aufzubauen. 3 Mio für nen 18-järigen nachwuchsspieler ist zwar ein Batzen Kohle, aber es kann in der Zukunft viel teurer werden, diesen Verlust nachzuholen.

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Pro: Shakhtar, LFC, ACM, ATM

Contra: Klopp, Dynamo Kiew, Bayern, Energy Drinks-Marketing-Buden
Shakhtar Donezk Teil 2 [UKR] |#2053
04.01.2022 - 22:27 Uhr
Zitat von WhiteRodman

Zu Mampassi: Ich bin kein Shakhtar-Fan, aber ich habe riesigen Respekt vor der Entscheidung von Shakhtar. Besonders nach den letzten Aussagen seitens Familie Mampassi dürfte die Tür in der Ukraine zu sein für ihn, seine Mutter hat gesagt, man schließe nicht aus, dass er irgendwann für Russland spielt. Dementsprechend bin ich froh, dass er bereits so früh gezeigt hat, dass der Tryzub nur auf seinem Pass existiert. Ich hoffe, man sieht ihn im Ukrainischen Fussball nie wieder, solche Wechsel sind ein Tritt ins Gesicht für jede Person, die von dem Krieg indirekt oder direkt betroffen ist. Fussball ohne Politik geht eben nicht, und besonders nicht in einem Land, das seit acht Jahren im Kriegszustand ist. Gerade im Ostblock sind Politik und Fussball so eng verwickelt, dass man sie nicht trennen kann, und das weiß auch jeder, der im osteuropäischen Fussball involviert ist. Wir haben es ohne Khlusevich, Yakitskiy und Ordets geschafft, wir schaffen es auch ohne einen Mampassi. Große Fussballvereine sind eben zum großen Teil auch Wirtschaftsorganisationen, daher kann man im Fussball nicht unpolitisch denken. Mampassi sollte bewusst sein, dass er mit dem Wechsel nicht den netten russischen Gemüsehändler im Vorort von Moskau unterstützt hat.

Wie immer muss ich anmerken, dass dieses patriotisch-nationalistische Geschwafel bei mir einen riesigen Würgereiz auslöst und gönne Mampassi diesen Tritt in jedes Gesicht, welches ihm vorschreiben will, was er mit seiner Karriere zu tun hat.
Den gleichen Würgereiz verspüre ich auch, wenn jemand mal wieder schreibt, dass Sport aus irgendeinem Grund ohne Politik nicht geht und diese als Anlass sieht, den Sport auch gleich mal für jeden politischen Dreck zu missbrauchen.
Zitat von WhiteRodman
Ein Kauf mit anschließender Rückleihe nach Shakhtar für ein oder zwei Jahre würde ich allerdings auch begrüßen. Es scheint ja, als wolle Brentford ihn um jeden Preis

Glücklicherweise ist Shakhtar noch nicht so schlecht dran, um solche Modelle mitzumachen.
Ganz nebenbei, wie soll man sich ne Arbeitserlaubnis für Mudryk vorstellen? Klar, es gibt auch Außnahmen, aber bei Mudryk sind dazu kaum Anhaltspunkte vorhanden.

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Shakhtar Donezk Teil 2 [UKR] |#2054
05.01.2022 - 15:17 Uhr
Zitat von WhiteRodman

In erster Linie ist das ein Tritt ins Gesicht für jeden Ukrainer, der aus den besetzten Gebieten flüchten musste. Ich kenne mehrere davon, vielleicht kannst du ja mal einem davon erklären, dass der Mampassi ein toller Typ ist. Und nein, Sport ohne Politik geht nicht, denn ALLES um dich herum ist Politik. Und gerade in Osteuropa sind Sport und Politik NICHT zu trennen, wie gesagt, das Land ist seit acht Jahren im Kriegszustand. Alleine dadurch sind mehrere Fussballvereine nicht nur indirekt, sondern DIREKT betroffen. Zudem kommt noch, dass auf beiden Seiten Politiker DIREKT in die Vereine involviert sind. Das sind nur zwei Punkte von vielen. Selbst in der Bundesliga siehst du Politik, sei es die Sache mit Kimmich und dem Impfen oder auch die Anti-Rassismus-Kampagnen, die auch in einer lobenswerten Weise DIREKT politisch sind. Politik und Sport direkt zu trennen ist eine absolut kindliche Denkweise mMn, und ich bin froh, dass man das in der Ukraine erkannt hat. Weder Rakitskiy noch Mampassi oder Ordets werden so schnell noch mal ein Länderspiel für uns machen.


Ich kenne sicherlich deutlich mehr geflüchtete Personen aus Donetsk und der Umbebung als du (übrigens, mindestens die Hälfte davon legte den Weg für Mampassi vor). Ich werde sie aber doch lieber nicht danach fragen, ob sie die berufliche Entscheidung eines 18-jährigen als einen Tritt ins Gesicht bewerten. Das würde wohl dazu führen, dass die Leute sich auch noch Sorgen um mein geistiges Wohlbefinden machen müssen.
Hanebüchene Beispiele wie die Impfdiskussion um Kimmich zeigen übrigens perfekt, dass lobenswert, Sport und Politik nie in einen vernünftigen Satz passen können. Wer tatsächlich Wert auf die Meinung von Profifußballern über Impfstoffe legt, sollte doch lieber erst einmal den Tassensatz im eigenen Schrank auf Vollständigkeit prüfen.
Dass diverse Parteien Sport für ihre politische Agenda missbrauchen, ist keineswegs ein Indiz dafür, dass es eine gute Idee ist. Eher jedes mal ein erneuter Beweis dafür, dass Politik in Sport nichts zu suchen hat.
Zitat von WhiteRodman

ansonsten hoffe ich, dass er, sobald er kann, ablösefrei geht. Mir gehts mehr um die Entwicklung der ukrainischen Spieler und um die Nationalmannschaft, als um die Vereine

Am liebsten dann so früh wie es nur geht. Möglichst noch vor dem Abschluss der Ausbildung. Dann könntest du dich ja um die Ausbildung der Talente für die Zbirna kümmern als jemand, der Wert darauf legt und nicht der blöde Verein, dem es um blöde Vereinssachen geht.

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Dieser Beitrag wurde zuletzt von shachtyor am 05.01.2022 um 15:24 Uhr bearbeitet
Shakhtar Donezk Teil 2 [UKR] |#2055
07.01.2022 - 11:05 Uhr
Zitat von WhiteRodman

Das bezweifele ich zwar, dass du mehr Leute kennst, die geflüchtet sind, als ich, aber ich lasse dir diesen Glauben gerne.

15 Jahre meines Leben habe ich in der Region immerhin verbraucht und war bis 2014 immerhin jedes Jahr paar Monate da. Und ein wesentlicher Teil meiner Verwandtschaft ist entweder noch vor Ort oder nach 2014 weggezogen. Also habe ich eher keine Zweifel daran, dass ich mehr als genug Geflüchtete aus Donbass kenne. Und mindestens die Hälfte davon hat inzwischen den selben Pass, den Mampassi wohl bald beantragen wird.
Glaubst du tatsächlich, dass dieser riesiger Anteil der Geflüchteten so komisch drauf ist, um hier den Tritt ins Gesicht zu sehen? Oder kannst du einfach so diese (mindestens) 50% wegstreichen, damit dein Weltbild nicht daran zerbricht?
Zitat von WhiteRodman
Ein Profifussballer hat auch eine gewisse Vorbildfunktion, daher ist es schon gefährlich, wenn ein Kimmich Desinformationen über eine Impfung verbreitet, und ich bin froh, dass er zur Vernunft gekommen ist. Genau durch solche Desinformationen fühlen sich dann die Querdenker angespornt.

Sorry, aber ich bleibe dabei. Für wen ein Profifußballspieler ein Vorbild/eine Authorität in medizinischen, in Sport in keinem Zusammenhang stehenden Fragen, ist, dem ist einfach nicht mehr zu helfen.
Zitat von WhiteRodman
Natürlich kann man die Augen verschließen, wenn die russische Politik Teile fremder Länder annektiert, offen LGBT-Leute diskriminiert und sich ganz offen nicht um Menschenrechte schert, das ändert aber nicht, dass man Politik in keinem Bereich umgehen kann. In keinem einzelnen Bereich im Leben. Alleine dadurch, dass Profifussballer logischerweise auch Privatpersonen mit einer politischen Meinung sind. Wenn man dann noch den Fakt hinzunimmt, dass wir immer noch seit 8 Jahren im Kriegszustand sind und gerade in der Ukraine viele Politiker in SPortvereine direkt involviert sind, kann man diese Sache nicht mehr trennen. Das gleiche gilt mit den, wie ich schon sagte, ebenfalls politischen Anti-Rassismus-Kampagnen. Natürlich kann man wegsehen, und sagen, das ist politisch und gehört nicht ins Stadion, so wie es einige machen, aber es ändert das Problem nicht, dass immer noch Spieler rassistisch beleidigt werden in den Stadion.

Ich habe auch mal 'ne Frage an dich: Wenn Fussball nicht Politisch ist, warum spielt denn dein Lieblingsverein nicht in Donetsk, sondern in Kyjiw?

Ich behaupte doch nicht, dass Sport in einem anderen Universum existiert und komplett von der Realität abgekoppelt ist. Aber was hat der Einfluß der Außenwelt auf Sport damit zu tun, dass politische Propadanda nix bei Sport verloren hat.
In anderen Worten: Wenn Fussball nicht medizinisch ist, warum hat Covid dann einen so großen Einfluß auf Sport? (Nur mal als eine ähnliche Äpfel-Birnen-Eselbsbrücke).

Und bitte, der Vergleich parteiischer politischer Propaganda mit der allgemeinen Förderung der Menschenrechte ist enorm weit hergeholt. Rassismus und weitere Diskriminierungsarten sind Bestandsteile zahlreichen internationaler Normen und Konventionen, wie z. B. der AEMR. Diese Werte sind zumindest auf Papier in der ganzen Welt anerkannt und da kann man kaum davon sprechen, dass ein Fußballverband Partei ergreift, wenn er sich für den Kampf gegen den Rassismus einsetzt. Eine andere Partei kann man in der Frage eigentlich kaum definieren. Bei politischen Konflikten wie in Donbass sind Parteien jedoch ganz klar und wenn eine dieser Parteien ergriffen wird, wird es in einer Art politisch, die nix mit Sport zu tun haben soll. Die UEFA, FIFA, Fußballverbände und Vereine dürfen sich doch sehr gerne gegen Rassismus, Kinderarbeit, Hunger, für die Gleichberechtigung usw. „politisch“ engagieren. Aber da, wo die Werbung für politische Parteien oder einzelne Staate beginnt, sollten Stränge gezogen werden. Solche Werbung kann, unabhängig davon, ob die geworbene Partei Recht hat oder nicht, höchstens spalten und Konflikte vertiefen.
Zitat von WhiteRodman
Zu dem Mudryk-Part von dir muss ich gar nichts mehr sagen, was das passiv-aggressive von dir in diesem Teil soll, weiß ich absolut nicht, aber es lässt dich auch ehrlich gesagt nicht gerade reif aussehen. Es ist doch klar, dass ich, als Zbirna-Fan mir die bestmögliche Entwicklung Mudryks wünsche und dies über das Wohlbefinden Shakhtars stelle, und es ist auch klar, dass du das als Shakhtar-Fan anders siehst, aber mit so einer passiv-aggressiven Stimmung kann man auch eher schlecht diskutieren.

Ähm, dann ist dein Wunsch nach einem ablösefreien Abgang von Mudryk also darauf zurückzuführen, dass du ihn mindestens weitere 3.5 Jahre lang bei Shakhtar sehen möchtest, damit er ablösefrei gehen darf, und nicht auf irgendwas passiv-aggressives gegenüber dem Verein? Dann ist ja gut, hätte auch nichts dagegen, dass Mudryk seinen Vertrag erfüllt und dann die Kariere nach dem Belieben fortsetzt.

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Pro: Shakhtar, LFC, ACM, ATM

Contra: Klopp, Dynamo Kiew, Bayern, Energy Drinks-Marketing-Buden
Shakhtar Donezk Teil 2 [UKR] |#2056
08.01.2022 - 09:54 Uhr
Zitat von WhiteRodman
Zitat von shachtyor

Zitat von WhiteRodman

Das bezweifele ich zwar, dass du mehr Leute kennst, die geflüchtet sind, als ich, aber ich lasse dir diesen Glauben gerne.

15 Jahre meines Leben habe ich in der Region immerhin verbraucht und war bis 2014 immerhin jedes Jahr paar Monate da. Und ein wesentlicher Teil meiner Verwandtschaft ist entweder noch vor Ort oder nach 2014 weggezogen. Also habe ich eher keine Zweifel daran, dass ich mehr als genug Geflüchtete aus Donbass kenne. Und mindestens die Hälfte davon hat inzwischen den selben Pass, den Mampassi wohl bald beantragen wird.
Glaubst du tatsächlich, dass dieser riesiger Anteil der Geflüchteten so komisch drauf ist, um hier den Tritt ins Gesicht zu sehen? Oder kannst du einfach so diese (mindestens) 50% wegstreichen, damit dein Weltbild nicht daran zerbricht?
Zitat von WhiteRodman

Ein Profifussballer hat auch eine gewisse Vorbildfunktion, daher ist es schon gefährlich, wenn ein Kimmich Desinformationen über eine Impfung verbreitet, und ich bin froh, dass er zur Vernunft gekommen ist. Genau durch solche Desinformationen fühlen sich dann die Querdenker angespornt.

Sorry, aber ich bleibe dabei. Für wen ein Profifußballspieler ein Vorbild/eine Authorität in medizinischen, in Sport in keinem Zusammenhang stehenden Fragen, ist, dem ist einfach nicht mehr zu helfen.
Zitat von WhiteRodman

Natürlich kann man die Augen verschließen, wenn die russische Politik Teile fremder Länder annektiert, offen LGBT-Leute diskriminiert und sich ganz offen nicht um Menschenrechte schert, das ändert aber nicht, dass man Politik in keinem Bereich umgehen kann. In keinem einzelnen Bereich im Leben. Alleine dadurch, dass Profifussballer logischerweise auch Privatpersonen mit einer politischen Meinung sind. Wenn man dann noch den Fakt hinzunimmt, dass wir immer noch seit 8 Jahren im Kriegszustand sind und gerade in der Ukraine viele Politiker in SPortvereine direkt involviert sind, kann man diese Sache nicht mehr trennen. Das gleiche gilt mit den, wie ich schon sagte, ebenfalls politischen Anti-Rassismus-Kampagnen. Natürlich kann man wegsehen, und sagen, das ist politisch und gehört nicht ins Stadion, so wie es einige machen, aber es ändert das Problem nicht, dass immer noch Spieler rassistisch beleidigt werden in den Stadion.

Ich habe auch mal 'ne Frage an dich: Wenn Fussball nicht Politisch ist, warum spielt denn dein Lieblingsverein nicht in Donetsk, sondern in Kyjiw?

Ich behaupte doch nicht, dass Sport in einem anderen Universum existiert und komplett von der Realität abgekoppelt ist. Aber was hat der Einfluß der Außenwelt auf Sport damit zu tun, dass politische Propadanda nix bei Sport verloren hat.
In anderen Worten: Wenn Fussball nicht medizinisch ist, warum hat Covid dann einen so großen Einfluß auf Sport? (Nur mal als eine ähnliche Äpfel-Birnen-Eselbsbrücke).

Und bitte, der Vergleich parteiischer politischer Propaganda mit der allgemeinen Förderung der Menschenrechte ist enorm weit hergeholt. Rassismus und weitere Diskriminierungsarten sind Bestandsteile zahlreichen internationaler Normen und Konventionen, wie z. B. der AEMR. Diese Werte sind zumindest auf Papier in der ganzen Welt anerkannt und da kann man kaum davon sprechen, dass ein Fußballverband Partei ergreift, wenn er sich für den Kampf gegen den Rassismus einsetzt. Eine andere Partei kann man in der Frage eigentlich kaum definieren. Bei politischen Konflikten wie in Donbass sind Parteien jedoch ganz klar und wenn eine dieser Parteien ergriffen wird, wird es in einer Art politisch, die nix mit Sport zu tun haben soll. Die UEFA, FIFA, Fußballverbände und Vereine dürfen sich doch sehr gerne gegen Rassismus, Kinderarbeit, Hunger, für die Gleichberechtigung usw. „politisch“ engagieren. Aber da, wo die Werbung für politische Parteien oder einzelne Staate beginnt, sollten Stränge gezogen werden. Solche Werbung kann, unabhängig davon, ob die geworbene Partei Recht hat oder nicht, höchstens spalten und Konflikte vertiefen.
Zitat von WhiteRodman

Zu dem Mudryk-Part von dir muss ich gar nichts mehr sagen, was das passiv-aggressive von dir in diesem Teil soll, weiß ich absolut nicht, aber es lässt dich auch ehrlich gesagt nicht gerade reif aussehen. Es ist doch klar, dass ich, als Zbirna-Fan mir die bestmögliche Entwicklung Mudryks wünsche und dies über das Wohlbefinden Shakhtars stelle, und es ist auch klar, dass du das als Shakhtar-Fan anders siehst, aber mit so einer passiv-aggressiven Stimmung kann man auch eher schlecht diskutieren.

Ähm, dann ist dein Wunsch nach einem ablösefreien Abgang von Mudryk also darauf zurückzuführen, dass du ihn mindestens weitere 3.5 Jahre lang bei Shakhtar sehen möchtest, damit er ablösefrei gehen darf, und nicht auf irgendwas passiv-aggressives gegenüber dem Verein? Dann ist ja gut, hätte auch nichts dagegen, dass Mudryk seinen Vertrag erfüllt und dann die Kariere nach dem Belieben fortsetzt.


Zum ersten Teil: Seitdem ich fünfzehn bin, trainiere ich ehrenamtlich Flüchtlingskinder im Fußball, alleine daher kenne ich eine ganze Menge, auch aus den besetzten Gebieten. Zudem kommen mehrere meiner Freunde aus diesen Gebieten, eingeschloßen meiner Ex-Freundin von der Krim. Unter diesen Leuten sind einige, die den Weg von Mampassi unterstüzen würden, und das leugne ich auch gar nicht, allerdings sind die meisten davon doch eher enttäuscht, wenn sie solche Wechsel mitbekommen.

Zum zweiten Teil: Dann ist mir eben nicht mehr zu helfen, damit kann ich leben. Allerdings habe ich viele Familienmitglieder in der Hochrisikogruppe (aka Infektion würde zu 99% ihren Tod bedeuten) und dementsprechend ein riesiges Problem mit jedem, der sich aus niederträchtigen Gründen nicht impft und noch ein größeres mit jedem, der seine Bekanntheit dazu nutzt, Falschinformationen zu verbreiten. Ich habe leicht das Gefühl, du unterschätzt die Strahlkraft von Profifussballern und Prominenten im allgemeinen. Man sieht an Wendler und Hildmann, was passieren kann, wenn Prominente ihre Berühmtheit dafür nutzen, gezielte Falschinformationen und Verschwörungstheorien zu verbreiten, da haben sich potentiell hochgefährliche und radikale Gruppierungen gebildet, die zum Teil eine Gefahr für die Demokratie darstellen. Zudem durfte die Bundesliga von Anfang an nur dann stattfinden, wenn alle Beteiligten verantwortungsbewusst und vorsichtig agieren, das heißt, sozusagen stehen zu mindest die Profifussballer in Deutschland krass gesagt in der PFLICHT, keine Falschinformationen zu verbreiten und sich zu impfen. Natürlich war Kimmich nie eine solche Gefahr und ich bin sehr froh, dass er die Kurve bekommen hat, allerdings sind das Szenarien, die gar nicht mal so unrealistisch sind. Man kann das ja gut an einem Novak Djokovic sehen, der rein durch seine Strahlkraft und durch seinen Ruhm die einen großen Teil der serbischen Bevölkerung hinter sich hat. Das ist ganz klar problematisch. So werden Impfgegner geboren, durch sowas holen sich radikale Verschwörungstheoretiker ihre Bestätigung. Abgesehen davon, dass Australien gerade einen Shitstorm ertragen muss, dafür, dass sie das gemacht haben, was ihre Pflicht ist - ihre Bürger schützen. Abgesehen davon, dass gerade Profifussballer, die alleine durch ihren Beruf deutlich mehr Wissen über ihre Körper haben als der Durchschnittsbürger, von deswegen erwarte ich da schon eine zumindest annährend fundamierte Meinung zu gesundheitlichen Themen.
Inwiefern meinst du das mit "Fussball ist nicht medizinisch"? Natürlich spielt Medizin eine riesige Rolle im Fussball. Die Medizin im Fußball ist auf einem deutlich höheren Niveau wie beim Durchschnittsbürger, Spieler überwinden große Verletzungen in Rekordzeit. Fussball ist sowohl politisch als auch medizinisch.

Zum dritten Teil: Du hast recht, die Menschenrechte sind auf der ganzen Welt anerkannt und ich finde es nicht nur gut, sondern ich ERWARTE auch, dass sich Organisationen wie die FIFA, die UEFA und der DFB für Menschenrechte einsetzen. Allerdings kann man nicht dort den Cut machen, wo man vermeindlich einzelnen Staaten oder Parteiien widersprechen muss, ansonsten kann man es auch gleich sein lassen. Dieses Verhalten kann man z.B. bei der kommenden WM in Katar sehr gut sehen. All die Phrasen und (Möchtegern-)Aktionen, wie z.B. diese T-Shirt-Aktionen nützen absolut nichts, wenn es nur bei diesen bleibt, es müssen richtige Konsequenzen her. Du kannst keine WM in Katar spielen, dich allerdings dann für Gleichberechtigung einsetzen. Das gleiche gilt mit der WM in Russland damals. Selbst wenn wir den Punkt der Annektion ukrainischer Landteile mal wegnehmen, haben wir in Russland immer noch ein RIESIGES Problem mit LGBT-Rechten, teilweise mit Frauenrechten und im allgemeinen mit Menschenrechten. Das Hochhalten von Schildchen bei uns Zuhause nützt absolut nichts, wenn man dann gegen solche Parteien den Mund hält. Zum Beispiel gegen Ungarn, da hat man es ja auch geschafft, mit dem beleuchten des Stadions in Regenbogenfarben, klare Partei zu ergreifen, in diesem Fall gegen Ungarn. Auch da war ein Konfliktpotential, aber dieses hat man in Kauf genommen, und das ist auch gut so. Nicht nur muss man die Reichweite, die der Fussball hat, nutzen, man muss auch dafür einstehen. Man muss KLARE Kante gegen jegliche Art der Diskriminierung zeigen. Abgesehen davon, dass ein Fussballverband doch schon Partei ergreift, wenn er sich gegen Rassismus einsetzt. Wie wenig anerkannt diese Werte sind, kannst du sehen, wenn du beim nächsten Mal, wo ein solches Zeichen gesetzt wird, auf eine beliebige Fussballseite in Facebook gehst und dir dort die Kommentare durchließt. Wie wenig anerkannt diese Werte sind, siehst du an der Behandlung von Moukoko. Es ist sehr wichtig, zu jeder Gelegenheit politisch Partei zu ergreifen für die Menschenrechte. Auch, wenn man sich da verschiedene demokratiefeindliche Gruppierungen zum Feindbild macht, seien es Rassisten, Querdenker, oder die russische, katarische oder chinesische Regierung. Verstehe mich bitte nicht falsch, ich will damit ja auch nicht ausdrücken, alle Russen sind böse, im Gegenteil! Wenn jetzt z.B. Malinovskyi ankommen würde und sagen würde, er weigert sich mit Miranchuk zusammen zu spielen, würde ich das verurteilen. Genau das gleiche hat Mohammed Salah ja z.B. gemacht, sowas ist zu verurteilen, da es keine politische Partei trifft, sondern eine Einzelperson.

Zum Mudryk-Part noch einmal: Mein Wunsch, dass Mudryk wechselt hat überhaupt nichts mit irgendeiner passiven Aggressivität gegenüber Shakhtar zu tun. Ich leugne nicht, dass ich Dynamo-Fan bin, allerdings wünsche ich auch Shakhtar nur das beste im Sinne des ukrainischen Fussballs. In erster Linie bin ich Fan des ukrainischen Fussballs und der Zbirna. Daher würde ich mich auch als Dynamo-Fan sehr freuen, wenn Shakhtar sich gut schlägt, gute Transfers macht und vielleicht sogar International ein bisschen Wirbel macht. Allerdings wünsche ich mir so schnell wie möglich einen Mudryk-Abgang, so wie ich mir auch einen Zabarnyi-Abgang, einen Shaparenko-Abgang, einen Yarmolyuk-Abgang und einen Dovbyk-Abgang wünsche. Das hat absolut nichts mit den Vereinen zu tun, allerdings denke ich einfach, dass sich die besten Talente for the sake of Zbirna im Ausland besser entwickeln können wie hier in der Ukraine, da die UPL einfach eine der schwächeren Ligen in Europa ist. Meiner Meinung nach sind Dnipro-1, Kyiv und Shakhtar momentan die einzigen Vereine, die halbwegs konkurrenzfähig sind, vielleicht noch Zorya, obwohl die ja nach den Abgängen, die schon kamen und denen die noch kommen werden, deutlich geschwächt sind. Und Talente wie die oben genannten brauchen eben einen anderen Spielplan als drei Mal im Jahr gegen halbwegs konkurrenzfähige Teams zu spielen und ansonsten gegen FK Lviv, Vorskla und Rukh zu kicken. Daher kommt mein Wunsch eines Abganges, meine persönliche Priorität ist die bestmögliche Entwicklung ukrainischer Talente.


Den Zustand der Liga ist doch verleichbar mit anderen Ländern. Wie viele Teams aus Polen, Kroatien, Tschechien oder Serbien sind denn konkurrenzfähig auf europäischer Ebene? Da ist das doch genauso. Könnte noch etliche andere Länder nennen. Wichtig ist, dass die Talente zum spielen kommen in der Liga.

Shakthar und Dynamo Kiew sind halt momentan nicht mehr so stark wie vor ein paar Jahren. Aber das finde ich überhaupt nicht schlimm. Vielen Spitzenteams aus kleineren Ligen geht es so. Da gibt es gute und schlechtere Jahre.

Rüstet Metalist so auf fürs nächste Jahr. Könnten die direkt ein Anwärter auf die Meisterschaft nach dem Aufstieg sein?
Shakhtar Donezk Teil 2 [UKR] |#2057
08.01.2022 - 12:34 Uhr
Zitat von WhiteRodman
Zitat von Zehner_UK

Den Zustand der Liga ist doch verleichbar mit anderen Ländern. Wie viele Teams aus Polen, Kroatien, Tschechien oder Serbien sind denn konkurrenzfähig auf europäischer Ebene? Da ist das doch genauso. Könnte noch etliche andere Länder nennen. Wichtig ist, dass die Talente zum spielen kommen in der Liga.

Shakthar und Dynamo Kiew sind halt momentan nicht mehr so stark wie vor ein paar Jahren. Aber das finde ich überhaupt nicht schlimm. Vielen Spitzenteams aus kleineren Ligen geht es so. Da gibt es gute und schlechtere Jahre.

Rüstet Metalist so auf fürs nächste Jahr. Könnten die direkt ein Anwärter auf die Meisterschaft nach dem Aufstieg sein?


Ja, genau das meine ich ja. Die großen Talente verlassen diese Ligen alle auch schon in sehr jungen Jahren, das sind zu 90% reine Ausbildungsligen, wenn man sich die Nationalmannschaften dieser Länder anschaut sind die meisten und besten Spieler Legionäre. Noch sehe ich die ukrainische Liga ein Stück über jede von diesen Ligen, aber wenn die UPL weiter so abbaut, dauert es auch nicht mehr lange, bis man dort angekommen ist, was absolut traurig ist, wenn man bedenkt, dass die gleiche Liga vor ein paar Jahren daran gekratzt hat, sich als eine Top-Liga zu etablieren.

Zorya ist nur ein Beispiel von vielen, man muss sich das nur mal anschauen. Der Drittplatzierte und Pokalfinalist des letzten Jahres musste eine ganze Weile ums Überleben bangen, alleine das sollte zum Denken anregen. Große Vereine bzw. Traditionsvereine sterben nach und nach weg oder spielen irgendwo in den unteren Ligen. Karpaty, Dnipro, Hoverla um nur einige zu nennen. Desna wird dieses Jahr vermutlich auch nicht überleben. Währenddessen spielen in der ersten Liga des Landes irgendwelche Dorfklubs, die krass gesagt eigentlich nur ein Spielzeug ihres Investors sind und denen ich keine 10 Jahre gebe, dann sind die auch wieder weg im Fenster, denn erstens hat ein Verein aus einer 1000-Seelen-Gemeinde null komma null Ausstrahlungskraft, zudem sehe ich bei den meisten dieser "neuen" Klubs kein Plan, allerdings sehr viel fragwürdige Entscheidungen, wenn man sich z.B. mal Minaj anschaut. Von diesen Vereinen sehe ich nur bei Rukh und Dnipro einen wirklichen Plan, die anderen dümplen da so vor sich her. Rukh sehe ich tatsächlich als sehr interessantes Projekt an. Auch wenn mir Karpaty und FC Dnipro alleine wegen der Tradition natürlich 1000 mal lieber wären, denke ich, dass solche Vereine, wo man einfach einen Plan sieht, die Liga eventuell noch retten können. Ansonsten sehe ich momentan wirklich schwarz, da ich mittlerweile wirklich das Gefühl habe, die UPL ist ein Sammelbecken für Investoren ohne Plan geworden, alleine was Surkis da in den letzten Jahren veranstaltet hat ist schrecklich, und die anderen Vereine machen es auch nicht besser.

Ich hoffe wirklich, dass Vereine wie Metalist, aber auch Rukh und Dnipro-1 die Liga zusammen mit Shakhtar und Dynamo noch etwas am Leben halten können.


Ja, aber wie gesagt die Situation in der Ukraine ist halt seit Jahren eine besondere. Viele andere Länder haben eine "Ausbildungsliga". Selbst die Bundesliga ist ja mittlerweile eine.

Talenteförderung von Seiten des Verbands und der Clubs sind das A und O. Ich sehe nicht so schwarz was die ukrainische Liga angeht.
Shakhtar Donezk Teil 2 [UKR] |#2058
09.01.2022 - 07:46 Uhr
Zitat von Zehner_UK
Zitat von WhiteRodman

Zitat von Zehner_UK

Den Zustand der Liga ist doch verleichbar mit anderen Ländern. Wie viele Teams aus Polen, Kroatien, Tschechien oder Serbien sind denn konkurrenzfähig auf europäischer Ebene? Da ist das doch genauso. Könnte noch etliche andere Länder nennen. Wichtig ist, dass die Talente zum spielen kommen in der Liga.

Shakthar und Dynamo Kiew sind halt momentan nicht mehr so stark wie vor ein paar Jahren. Aber das finde ich überhaupt nicht schlimm. Vielen Spitzenteams aus kleineren Ligen geht es so. Da gibt es gute und schlechtere Jahre.

Rüstet Metalist so auf fürs nächste Jahr. Könnten die direkt ein Anwärter auf die Meisterschaft nach dem Aufstieg sein?


Ja, genau das meine ich ja. Die großen Talente verlassen diese Ligen alle auch schon in sehr jungen Jahren, das sind zu 90% reine Ausbildungsligen, wenn man sich die Nationalmannschaften dieser Länder anschaut sind die meisten und besten Spieler Legionäre. Noch sehe ich die ukrainische Liga ein Stück über jede von diesen Ligen, aber wenn die UPL weiter so abbaut, dauert es auch nicht mehr lange, bis man dort angekommen ist, was absolut traurig ist, wenn man bedenkt, dass die gleiche Liga vor ein paar Jahren daran gekratzt hat, sich als eine Top-Liga zu etablieren.

Zorya ist nur ein Beispiel von vielen, man muss sich das nur mal anschauen. Der Drittplatzierte und Pokalfinalist des letzten Jahres musste eine ganze Weile ums Überleben bangen, alleine das sollte zum Denken anregen. Große Vereine bzw. Traditionsvereine sterben nach und nach weg oder spielen irgendwo in den unteren Ligen. Karpaty, Dnipro, Hoverla um nur einige zu nennen. Desna wird dieses Jahr vermutlich auch nicht überleben. Währenddessen spielen in der ersten Liga des Landes irgendwelche Dorfklubs, die krass gesagt eigentlich nur ein Spielzeug ihres Investors sind und denen ich keine 10 Jahre gebe, dann sind die auch wieder weg im Fenster, denn erstens hat ein Verein aus einer 1000-Seelen-Gemeinde null komma null Ausstrahlungskraft, zudem sehe ich bei den meisten dieser "neuen" Klubs kein Plan, allerdings sehr viel fragwürdige Entscheidungen, wenn man sich z.B. mal Minaj anschaut. Von diesen Vereinen sehe ich nur bei Rukh und Dnipro einen wirklichen Plan, die anderen dümplen da so vor sich her. Rukh sehe ich tatsächlich als sehr interessantes Projekt an. Auch wenn mir Karpaty und FC Dnipro alleine wegen der Tradition natürlich 1000 mal lieber wären, denke ich, dass solche Vereine, wo man einfach einen Plan sieht, die Liga eventuell noch retten können. Ansonsten sehe ich momentan wirklich schwarz, da ich mittlerweile wirklich das Gefühl habe, die UPL ist ein Sammelbecken für Investoren ohne Plan geworden, alleine was Surkis da in den letzten Jahren veranstaltet hat ist schrecklich, und die anderen Vereine machen es auch nicht besser.

Ich hoffe wirklich, dass Vereine wie Metalist, aber auch Rukh und Dnipro-1 die Liga zusammen mit Shakhtar und Dynamo noch etwas am Leben halten können.


Ja, aber wie gesagt die Situation in der Ukraine ist halt seit Jahren eine besondere. Viele andere Länder haben eine "Ausbildungsliga". Selbst die Bundesliga ist ja mittlerweile eine.

Talenteförderung von Seiten des Verbands und der Clubs sind das A und O. Ich sehe nicht so schwarz was die ukrainische Liga angeht.


Ich schließe mich @WhiteRodman an. Die Zbirna steht über dem Klubfussball und deswegen wünsche ich mir,dass alle Talente bereits im Alter von 18-22 in Topligen wechseln anstelle in der UPL zu degradieren wie ein Tsyhankov. Für Letzteren ist ein Transfer in diesem Sommer die allerletzte Chance was in seiner Karriere zu erreichen und sich weiterzuentwickeln. Shakhtar verkauft leider keine Ukrainer mehr in die Topligen seit dem Chygrinsky Fiasko bei Barcelona. Deswegen stehen in Zukunft die Chancen für Matvienko und Mudryk sehr schlecht. Aber im Sommer hoffe ich,dass es dann bei Dovbyk und Zabarnyi/Shaparenko/Tsyhankov endlich klappt. Dovbyk wird definitiv wechseln und hoffentlich noch 1-2 Spieler von Dynamo.
Shakhtar Donezk Teil 2 [UKR] |#2059
10.01.2022 - 11:00 Uhr
Zitat von WhiteRodman

Zum ersten Teil: Seitdem ich fünfzehn bin, trainiere ich ehrenamtlich Flüchtlingskinder im Fußball, alleine daher kenne ich eine ganze Menge, auch aus den besetzten Gebieten.

Ich nehme an, es hadelt sich um nach Deutland geflüchtete Kinder?
Na, wenn du geschrieben hättest
Zitat von usernick

In erster Linie ist das ein Tritt ins Gesicht für jeden jugendlichen ukrainischen Fußballfan, der aus den besetzten Gebieten in die EU flüchten musste.

hätte ich absolut nichts einzuwenden, für diese Personengruppe (die einen verschwindend geringen Ausschnitt aus allen von Donbass Geflüchteten darstellt) mag das durchaus gelten.

Zitat von WhiteRodman

Zum zweiten Teil: Dann ist mir eben nicht mehr zu helfen, damit kann ich leben. Allerdings habe ich viele Familienmitglieder in der Hochrisikogruppe (aka Infektion würde zu 99% ihren Tod bedeuten) und dementsprechend ein riesiges Problem mit jedem, der sich aus niederträchtigen Gründen nicht impft und noch ein größeres mit jedem, der seine Bekanntheit dazu nutzt, Falschinformationen zu verbreiten. Ich habe leicht das Gefühl, du unterschätzt die Strahlkraft von Profifussballern und Prominenten im allgemeinen. Man sieht an Wendler und Hildmann, was passieren kann, wenn Prominente ihre Berühmtheit dafür nutzen, gezielte Falschinformationen und Verschwörungstheorien zu verbreiten, da haben sich potentiell hochgefährliche und radikale Gruppierungen gebildet, die zum Teil eine Gefahr für die Demokratie darstellen. Zudem durfte die Bundesliga von Anfang an nur dann stattfinden, wenn alle Beteiligten verantwortungsbewusst und vorsichtig agieren, das heißt, sozusagen stehen zu mindest die Profifussballer in Deutschland krass gesagt in der PFLICHT, keine Falschinformationen zu verbreiten und sich zu impfen. Natürlich war Kimmich nie eine solche Gefahr und ich bin sehr froh, dass er die Kurve bekommen hat, allerdings sind das Szenarien, die gar nicht mal so unrealistisch sind. Man kann das ja gut an einem Novak Djokovic sehen, der rein durch seine Strahlkraft und durch seinen Ruhm die einen großen Teil der serbischen Bevölkerung hinter sich hat. Das ist ganz klar problematisch. So werden Impfgegner geboren, durch sowas holen sich radikale Verschwörungstheoretiker ihre Bestätigung. Abgesehen davon, dass Australien gerade einen Shitstorm ertragen muss, dafür, dass sie das gemacht haben, was ihre Pflicht ist - ihre Bürger schützen. Abgesehen davon, dass gerade Profifussballer, die alleine durch ihren Beruf deutlich mehr Wissen über ihre Körper haben als der Durchschnittsbürger, von deswegen erwarte ich da schon eine zumindest annährend fundamierte Meinung zu gesundheitlichen Themen.

Die Ungarn-Aktion ist für mich ein Paradebeispiel dafür, wie man es nicht machen sollte. Ich hätte gar kein Problem, wenn sich Fußballorganisationen den Kampf gegen die LGBT-Diskriminierung neben den Kampf gegen Rassismus auf die Fahnen schreiben und generell dafür werben. Aber dann bitte auch flächendeckend und neutral und nicht nach Bequemlichkeit und politischer Agenda ausgesucht. Sollte die Allianzarena bei jedem Spiel regenbogenfarben leuchten, und dann, ein Jahr später, auch das al-Bayt-Stadion, würde ich das durchaus begrüßen. Aber inwiefern die Einflussnahme auf ungarische Politik zum Zuständigkeitsbereich der UEFA gehört, entzieht sich meinem Verständnis.
Den Fall Djokovic finde ich genauso komisch und maßlos medial aufgebläht wie Kimmich. Djokovic kann man was vorwerfen, wenn er falsche Angaben gemacht haben sollte, und der Rest ist einfach sein gutes Recht. Sollte der Gesetzgeber eine Notwendigkeit darin sehen, die Bevölkerung veröffentlich geäußerter Impfskepsis zu schütze, müsste er das erstmal gesetzlich verankern. Und solange Djokovic gegen keine Rechtsvorschriften verstößt, kann man ihm auch nicht sonderlich viel in Bezug auf seine medizinische Ansichten als Tennisspieler vorwerfen.

Inwiefern meinst du das mit "Fussball ist nicht medizinisch"? Natürlich spielt Medizin eine riesige Rolle im Fussball. Die Medizin im Fußball ist auf einem deutlich höheren Niveau wie beim Durchschnittsbürger, Spieler überwinden große Verletzungen in Rekordzeit. Fussball ist sowohl politisch als auch medizinisch.

Vielleich dann noch kulinarisch (weil die Ernährung für die Spieler wichtig ist), musikalisch (die Champions-League Hymne klingt ja toll und ansonsten wird auch bei jedem Profi-Fußballspiel irgendwas Musikalisches gespielt), geschichtlich (weil es die Fuballgeschichte gibt) und grün (weil der Rasen grün ist)? Ich meine, so ziemlich jedes Adjektiv lässt sich an den Haaren herbeiziehen, wenn man möchte. Heißt aber nicht immer, dass Fußballballfunktionäre sich der Aufgabe widmen sollten, Einfluss auf jedes Substantiv zu nehmen, von dem ein Adjektiv abstammt, dass sich irgendwie mit Fußball logisch verbinden lässt.

Zitat von WhiteRodman

Zum dritten Teil: Du hast recht, die Menschenrechte sind auf der ganzen Welt anerkannt und ich finde es nicht nur gut, sondern ich ERWARTE auch, dass sich Organisationen wie die FIFA, die UEFA und der DFB für Menschenrechte einsetzen. Allerdings kann man nicht dort den Cut machen, wo man vermeindlich einzelnen Staaten oder Parteiien widersprechen muss, ansonsten kann man es auch gleich sein lassen. Dieses Verhalten kann man z.B. bei der kommenden WM in Katar sehr gut sehen. All die Phrasen und (Möchtegern-)Aktionen, wie z.B. diese T-Shirt-Aktionen nützen absolut nichts, wenn es nur bei diesen bleibt, es müssen richtige Konsequenzen her. Du kannst keine WM in Katar spielen, dich allerdings dann für Gleichberechtigung einsetzen. Das gleiche gilt mit der WM in Russland damals. Selbst wenn wir den Punkt der Annektion ukrainischer Landteile mal wegnehmen, haben wir in Russland immer noch ein RIESIGES Problem mit LGBT-Rechten, teilweise mit Frauenrechten und im allgemeinen mit Menschenrechten. Das Hochhalten von Schildchen bei uns Zuhause nützt absolut nichts, wenn man dann gegen solche Parteien den Mund hält. Zum Beispiel gegen Ungarn, da hat man es ja auch geschafft, mit dem beleuchten des Stadions in Regenbogenfarben, klare Partei zu ergreifen, in diesem Fall gegen Ungarn. Auch da war ein Konfliktpotential, aber dieses hat man in Kauf genommen, und das ist auch gut so. Nicht nur muss man die Reichweite, die der Fussball hat, nutzen, man muss auch dafür einstehen. Man muss KLARE Kante gegen jegliche Art der Diskriminierung zeigen. Abgesehen davon, dass ein Fussballverband doch schon Partei ergreift, wenn er sich gegen Rassismus einsetzt. Wie wenig anerkannt diese Werte sind, kannst du sehen, wenn du beim nächsten Mal, wo ein solches Zeichen gesetzt wird, auf eine beliebige Fussballseite in Facebook gehst und dir dort die Kommentare durchließt. Wie wenig anerkannt diese Werte sind, siehst du an der Behandlung von Moukoko. Es ist sehr wichtig, zu jeder Gelegenheit politisch Partei zu ergreifen für die Menschenrechte. Auch, wenn man sich da verschiedene demokratiefeindliche Gruppierungen zum Feindbild macht, seien es Rassisten, Querdenker, oder die russische, katarische oder chinesische Regierung. Verstehe mich bitte nicht falsch, ich will damit ja auch nicht ausdrücken, alle Russen sind böse, im Gegenteil! Wenn jetzt z.B. Malinovskyi ankommen würde und sagen würde, er weigert sich mit Miranchuk zusammen zu spielen, würde ich das verurteilen. Genau das gleiche hat Mohammed Salah ja z.B. gemacht, sowas ist zu verurteilen, da es keine politische Partei trifft, sondern eine Einzelperson.

Ich habe die UEFA und FIFA irgendwie immer als Fußballorganisationen wahrgenommen und nicht als einen weltweiten Moralposten für ethische Fragen. Vielleicht liege ich da falsch, der Schwerpunkt ist die Verbesserung der Welt und Fuball läuft nebenbei.
Zitat von Shakhtar1936

Ich schließe mich @WhiteRodman an. Die Zbirna steht über dem Klubfussball

Ich liebe es einfach, wenn ihr solche urkomische Auffassungen so darstellt, als ob das etwas Allgemeingültiges sei. Die Meinung von Ostap ist ja fast genauso repräsentativ, wie die Meinung der jugendlichen aus Donbass in die EU geflüchteten Fußballfans.
Übrigens, du solltest vielleicht manchmal daran denken, dass der von dir genutzte Account in Verbindung mit dem, was du unter diesem Accountnamen schreibst, unglaublich komisch aussieht ugly

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Contra: Klopp, Dynamo Kiew, Bayern, Energy Drinks-Marketing-Buden

Dieser Beitrag wurde zuletzt von shachtyor am 10.01.2022 um 11:04 Uhr bearbeitet
Shakhtar Donezk Teil 2 [UKR] |#2060
11.01.2022 - 13:26 Uhr
Zitat von WhiteRodman
Mit welchem Recht stellt er sich über die australischen Gesetze?

Der gute Djokovic ist doch gar nicht befugt, irgendwas bezügluc der Einreise nach Australien zu entscheiden. Alles liegt in den Händen der australischen Behörden und der Justiz. Sollte er einreisen (und eventuell auch spielen) dürfen, müsste sich der empörte Australier auch bei den Entscheidungsträgern bedanken und nicht bei der Person, welche die Einreise gewährt oder verwehrt werden kann. Mehr als herumtwittern und Rechtshilfe bezahlen kann Jokovic gar nicht.

Ansonsten hast du Recht, zusammenkommen werden wir nicht.
1) Du meinst, dass politische Konflikte schwarz-weiß gefärbt seien, mit einer guten und einer bösen Seite. Die eine habe Recht, die andere sei im Unrecht
2) Du meinst, dass außenstehende nicht-politische Organisationen in der Lage (oder gar in der Pflicht) sind, im Rahmen ihrer nicht in Politik in Verbindung stehenden Tätigkeit, sich in politische Sachverhalte einzumishce und für eizelne Seiten der politischen Koflikte zu propagieren.

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