• Radsport
05.01.2014 - 18:45 Uhr
15.04.2025 - 12:26 Uhr
Bei Strade kann ich deine Einschätzung verstehen, in den 3 Monumenten gab es meines Erachtens mindestens einen Zweikampf, das ist für mich in Ordnung.
Ansonsten habe ich kein Problem damit, dass es Superstars gibt, die sich leistungstechnisch so deutlich abheben. Die Formel 1 war beliebt, als Schumacher alles dominiert hat, als Hamilton alles dominiert hat und auch jetzt unter Verstappen schalten regelmäßig Leute ein, um mitzufiebern, dass jemand anderes gewinnt.
Ähnlich war es auch bei der Tour 2022, als sehr viele Vingegaard die Daumen gedrückt haben, weil zu befüchten war, dass Pogacar 10 mal am Stück die Tour gewinnt. Ist relativ schnell verflogen, weil die meisten dann einfach Pogacar doch sympathischer fanden als Vingegaard.
Und wenn ich mir den Giro 2022 und 2023 ansehe, da gab es mehrere Normalsterbliche, die hätten gewinnen können. 2022 Hindley, Carapaz, Landa, Bardet und Almeida, die letzten beiden konnten leider nicht durchfahren, Landa hat sich irgendwann als schwächer herausgestellt, spannend war es bis zur 20. Etappe. War das eine gute Rundfahrt an die man sich noch lange erinnern wird? 2023 waren Roglic, Thomas und Almeida auf Augenhöhe. Hat es das Rennen attraktiver gemacht? Meines Erachtens war eher das Gegenteil der Fall.
Im Zweifelsfall sorgen die Topstars einfach für die besseren Storys, sowohl im Erfolgsfall als auch im Misserfolgsfall.
Und geile Rennen gibt es ja trotzdem noch, beispielsweise die erste Etappe von der Volta a Catalunya, als Matthew Brennan auf sehr beeindruckende Art gewinnt. Dann fragt man sich, wohin die Reise für den 19-jährigen gehen kann. Wird das der nächste Peter Sagan? Da kommt schon Freude auf. Sollte er es schaffen, der nächste Peter Sagen zu werden, dann ist er einer der Topstars, der die Rennen langweilig macht. Also so einfach ist es nicht.
Ansonsten habe ich kein Problem damit, dass es Superstars gibt, die sich leistungstechnisch so deutlich abheben. Die Formel 1 war beliebt, als Schumacher alles dominiert hat, als Hamilton alles dominiert hat und auch jetzt unter Verstappen schalten regelmäßig Leute ein, um mitzufiebern, dass jemand anderes gewinnt.
Ähnlich war es auch bei der Tour 2022, als sehr viele Vingegaard die Daumen gedrückt haben, weil zu befüchten war, dass Pogacar 10 mal am Stück die Tour gewinnt. Ist relativ schnell verflogen, weil die meisten dann einfach Pogacar doch sympathischer fanden als Vingegaard.
Und wenn ich mir den Giro 2022 und 2023 ansehe, da gab es mehrere Normalsterbliche, die hätten gewinnen können. 2022 Hindley, Carapaz, Landa, Bardet und Almeida, die letzten beiden konnten leider nicht durchfahren, Landa hat sich irgendwann als schwächer herausgestellt, spannend war es bis zur 20. Etappe. War das eine gute Rundfahrt an die man sich noch lange erinnern wird? 2023 waren Roglic, Thomas und Almeida auf Augenhöhe. Hat es das Rennen attraktiver gemacht? Meines Erachtens war eher das Gegenteil der Fall.
Im Zweifelsfall sorgen die Topstars einfach für die besseren Storys, sowohl im Erfolgsfall als auch im Misserfolgsfall.
Und geile Rennen gibt es ja trotzdem noch, beispielsweise die erste Etappe von der Volta a Catalunya, als Matthew Brennan auf sehr beeindruckende Art gewinnt. Dann fragt man sich, wohin die Reise für den 19-jährigen gehen kann. Wird das der nächste Peter Sagan? Da kommt schon Freude auf. Sollte er es schaffen, der nächste Peter Sagen zu werden, dann ist er einer der Topstars, der die Rennen langweilig macht. Also so einfach ist es nicht.
15.04.2025 - 21:15 Uhr
Zitat von Der_Runkler_Rote
Bei Strade kann ich deine Einschätzung verstehen, in den 3 Monumenten gab es meines Erachtens mindestens einen Zweikampf, das ist für mich in Ordnung.
Ansonsten habe ich kein Problem damit, dass es Superstars gibt, die sich leistungstechnisch so deutlich abheben. Die Formel 1 war beliebt, als Schumacher alles dominiert hat, als Hamilton alles dominiert hat und auch jetzt unter Verstappen schalten regelmäßig Leute ein, um mitzufiebern, dass jemand anderes gewinnt.
Ähnlich war es auch bei der Tour 2022, als sehr viele Vingegaard die Daumen gedrückt haben, weil zu befüchten war, dass Pogacar 10 mal am Stück die Tour gewinnt. Ist relativ schnell verflogen, weil die meisten dann einfach Pogacar doch sympathischer fanden als Vingegaard.
Und wenn ich mir den Giro 2022 und 2023 ansehe, da gab es mehrere Normalsterbliche, die hätten gewinnen können. 2022 Hindley, Carapaz, Landa, Bardet und Almeida, die letzten beiden konnten leider nicht durchfahren, Landa hat sich irgendwann als schwächer herausgestellt, spannend war es bis zur 20. Etappe. War das eine gute Rundfahrt an die man sich noch lange erinnern wird? 2023 waren Roglic, Thomas und Almeida auf Augenhöhe. Hat es das Rennen attraktiver gemacht? Meines Erachtens war eher das Gegenteil der Fall.
Im Zweifelsfall sorgen die Topstars einfach für die besseren Storys, sowohl im Erfolgsfall als auch im Misserfolgsfall.
Und geile Rennen gibt es ja trotzdem noch, beispielsweise die erste Etappe von der Volta a Catalunya, als Matthew Brennan auf sehr beeindruckende Art gewinnt. Dann fragt man sich, wohin die Reise für den 19-jährigen gehen kann. Wird das der nächste Peter Sagan? Da kommt schon Freude auf. Sollte er es schaffen, der nächste Peter Sagen zu werden, dann ist er einer der Topstars, der die Rennen langweilig macht. Also so einfach ist es nicht.
Bei Strade kann ich deine Einschätzung verstehen, in den 3 Monumenten gab es meines Erachtens mindestens einen Zweikampf, das ist für mich in Ordnung.
Ansonsten habe ich kein Problem damit, dass es Superstars gibt, die sich leistungstechnisch so deutlich abheben. Die Formel 1 war beliebt, als Schumacher alles dominiert hat, als Hamilton alles dominiert hat und auch jetzt unter Verstappen schalten regelmäßig Leute ein, um mitzufiebern, dass jemand anderes gewinnt.
Ähnlich war es auch bei der Tour 2022, als sehr viele Vingegaard die Daumen gedrückt haben, weil zu befüchten war, dass Pogacar 10 mal am Stück die Tour gewinnt. Ist relativ schnell verflogen, weil die meisten dann einfach Pogacar doch sympathischer fanden als Vingegaard.
Und wenn ich mir den Giro 2022 und 2023 ansehe, da gab es mehrere Normalsterbliche, die hätten gewinnen können. 2022 Hindley, Carapaz, Landa, Bardet und Almeida, die letzten beiden konnten leider nicht durchfahren, Landa hat sich irgendwann als schwächer herausgestellt, spannend war es bis zur 20. Etappe. War das eine gute Rundfahrt an die man sich noch lange erinnern wird? 2023 waren Roglic, Thomas und Almeida auf Augenhöhe. Hat es das Rennen attraktiver gemacht? Meines Erachtens war eher das Gegenteil der Fall.
Im Zweifelsfall sorgen die Topstars einfach für die besseren Storys, sowohl im Erfolgsfall als auch im Misserfolgsfall.
Und geile Rennen gibt es ja trotzdem noch, beispielsweise die erste Etappe von der Volta a Catalunya, als Matthew Brennan auf sehr beeindruckende Art gewinnt. Dann fragt man sich, wohin die Reise für den 19-jährigen gehen kann. Wird das der nächste Peter Sagan? Da kommt schon Freude auf. Sollte er es schaffen, der nächste Peter Sagen zu werden, dann ist er einer der Topstars, der die Rennen langweilig macht. Also so einfach ist es nicht.

Naja Sagan hat ja nie viel gewonnen in den großen Rennen (im Vergleich zu van der Poel und Pogacar) weil er nicht so überlegen war und es dort halt keinen Ehrenkodex gab miteinanderzuarbeiten wie es ih jetzt aktuell gibt. Die Sagan-Klassiker Ära fand ich mit am spannendesten. Das Quick-Step Wolfsrudel gegen mehrere überragende Einzelkämpfer.
Würde da tatsächlich eher den Boonen- Cancellara vergleich ziehen die zumindest auf dem Kopfsteinpflaster ähnlich überlegen ware in einigen Jahren.
Ein teil der Überlegenheit ist für mich auch (jedoch der kleinere, wir sehen hier ganz klar überragende physische Qualitäten), dass die meisten Teams/fahrer gar nicht mehr so richtig ans gewinnen denken/glauben. Ist in ner GT vollkommen normal denn über drei Wochen schlägst du als Fahrer aus der dritten Reihe keinen Fahrer auf dem Niveau Pogacar oder Vingegaard 2022/23. In den Klassikern gabs da aber mehrmals solche Geschichten. Das da Fahrer der marke Ganna und Pedersen mit jemanden wie Sagan kollaborieren wäre unvorstellbar gewesen mMn. Der hat nur einmal Hilfe bekommen und das war von Dillier in Roubaix für den der 2. Platz der Moment der Karriere war als letzter aus der frühen Fluchtgruppe. Der hatte Jahre lang die Quick-Step jungs bei sich drauf liegen oder Leute wie van Avermaet und Stuyven die jetzt auch nicht dafür bekannt waren sich früh exposen zu wollen. Da sind wir natürlich auch wieder beim Thema physische Möglichkeiten, da war die Lücke eben deutlich kleiner.
man siehts aber z.b auch bei den Frauen dass das auch bei klarer Überlegenheit anders geht. Ich mein Vollering und Kopecky (früher van Vleuten) sind ja auch haushoch über der Konkurrenz gewesen. zum teil waren die ja auch im gleichen (National-) Team. Trotzdem passiert es im Frauen-Radfahren ständig, dass das für die in die Hose geht. Auch das weiß ich kann man nicht 100% vergleichen meine Theorie ist aber schon, dass die anderen 20 Teams die z.b. neben nem van der Poel oder Pogacar am Start von Roubaix, Lüttich oder sonst wo stehen auch eine Dynamik entwickeln die da ganze noch weiter verstärkt.
In dem sie z.b. die Bildung der Ausreißergruppe unfassbar schwer machen und so auch das Tempo lange hoch halten für die großen Teams. Da ist denke ich mittlerweile der Druck halt auch wahnsinnig hoch in ne Ausreißergruppe zu kommen und das merkt man.
16.04.2025 - 08:19 Uhr
Ich würde schon behaupten, dass Sagan ähnlich physisch überlegen war, aber wie du sagst ein starkes Quickstep-Team taktisch hervorragend dagegen gearbeitet hat. Jetzt haben halt in der Regel die besten Fahrer auch die besten Teams im Rücken.
Meines Erachtens liegt das daran, dass früher der Radsport viel mehr auf Siege ausgerichtet war. Eigentlich zählte wirklich nur der Sieg, allen anderen wurden unabhängig ihres Eregbnisses Respekt für ihre Qualen entgegengebracht. Durch die gestiegene Wichtigkeit der UCI-Punkte haben meines Erachtens Topplatzierungen eine größere Bedeutung, obwohl es aus Fansicht irrelevant sein sollte, ob jetzt beispielsweise Lidl-Trek 3. oder 7. in der Wertung wird.
Für Fans ist diese Wertung eigentlich nur für abstiegsbedrohte Teams relevant. Ich kann mir aber vorstellen, dass es für Sponsorenverhandlungen (aus denen die Teams sich zu knapp 95% finanzieren, davon nochmal knapp 80% Werbewert nur aus der Tour) deutlich leichter gestalten, wenn man schwarz auf weiß vorzeigen kann, dass man ein Spitzenteam ist, gerade wenn es bei Grand Tours oder Monumenten mal ein Jahr nicht so gut läuft.
Das erklärt natürlich nicht, warum Ganna zwischen Cipressa und Poggio Führungsarbeit geleistet hat, aber allgemein erkenne ich eine Tendenz dahin. Kann aber auch kompletter Humbug sein.
Bleibt für mich trotzdem dabei, dass meine beiden Giro-Beispiele mich trotz Spannung nicht so catchen, weil man sich im Hinterkopf ja dessen bewusst ist, dass sich der Sieger nicht gegen die besten der Welt durchgesetzt hat, sondern gegen den "best of the rest". Dann warte ich lieber mal 2-3 Jahre darauf, dass ein van der Poel in einem Monument geschlagen wird oder dass Pogacar eine Rundfahrt nicht gewinnt. Ich habe aber Verständnis dafür, wenn man das anders sieht.
Mit Powless, der gegen die 3 Vismas Dwars door Vlaanderen gewonnen hat war ja auch schon ein erinnerungswürdiges Rennen für alle Radsportfans dabei dieses Jahr.
Meines Erachtens liegt das daran, dass früher der Radsport viel mehr auf Siege ausgerichtet war. Eigentlich zählte wirklich nur der Sieg, allen anderen wurden unabhängig ihres Eregbnisses Respekt für ihre Qualen entgegengebracht. Durch die gestiegene Wichtigkeit der UCI-Punkte haben meines Erachtens Topplatzierungen eine größere Bedeutung, obwohl es aus Fansicht irrelevant sein sollte, ob jetzt beispielsweise Lidl-Trek 3. oder 7. in der Wertung wird.
Für Fans ist diese Wertung eigentlich nur für abstiegsbedrohte Teams relevant. Ich kann mir aber vorstellen, dass es für Sponsorenverhandlungen (aus denen die Teams sich zu knapp 95% finanzieren, davon nochmal knapp 80% Werbewert nur aus der Tour) deutlich leichter gestalten, wenn man schwarz auf weiß vorzeigen kann, dass man ein Spitzenteam ist, gerade wenn es bei Grand Tours oder Monumenten mal ein Jahr nicht so gut läuft.
Das erklärt natürlich nicht, warum Ganna zwischen Cipressa und Poggio Führungsarbeit geleistet hat, aber allgemein erkenne ich eine Tendenz dahin. Kann aber auch kompletter Humbug sein.
Bleibt für mich trotzdem dabei, dass meine beiden Giro-Beispiele mich trotz Spannung nicht so catchen, weil man sich im Hinterkopf ja dessen bewusst ist, dass sich der Sieger nicht gegen die besten der Welt durchgesetzt hat, sondern gegen den "best of the rest". Dann warte ich lieber mal 2-3 Jahre darauf, dass ein van der Poel in einem Monument geschlagen wird oder dass Pogacar eine Rundfahrt nicht gewinnt. Ich habe aber Verständnis dafür, wenn man das anders sieht.
Mit Powless, der gegen die 3 Vismas Dwars door Vlaanderen gewonnen hat war ja auch schon ein erinnerungswürdiges Rennen für alle Radsportfans dabei dieses Jahr.
16.04.2025 - 09:16 Uhr
Es ist ein Backflash ca. 50 Jahre zurück, als Eddie Merckx, nicht zu unrecht der Kannibale genannt, den Radsport so total dominiert hat und zwar nicht nur die grossen Landesrundfahrten, sondern auch die grossen Eintagesklassiker. Er war über fast die gesamte Saison auf dem Toplevel um jedes Rennen zu gewinnen. In der Zwischenzeit, immerhin ca 50 Jahren finden sich in den Siegerlisten der 5 Monumente nur ganz selten die Namen von Tour de France Gewinnern. Lance Armstrong, Miguel Indurain, Contador, Chris Froom usw. auch Bernard Hinault hielt sich diskret zurück. Es verfestigte sich der Eindruck, die TdF kann man nur gewinnen, wenn man sich über die gesamte Saison nur auf dieses Rennen fokusiert.
Tadej Pogacar hat dies alles nun umgeschmissen und zeigt, dass man in einem Jahr sowohl die Frühjahrsklassiker, die Rundfahrten im Sommer als auch die Herbstklassiker auf allerhöchsten Niveau bestreiten kann. Andererseits ist die Wahrscheinlichkeit, dass auch einmal ein Aussenseiter bei den Eintagesklassikern gewinnt, ziemlich gering. Wäre ein Sieg von Gerald Ciolek bei Mailand San Remo heute noch möglich.
Der Kampf Pogacar gegen van de Poel hat auch einen gewissen Reiz. Eigentlich müsste Remco Evenepoel dabei noch mitmischen.
Neben den Seriensiegern der Tdf, die nie ein Monument gewannen, gibt es auch Roger DeVlaminck, der zwar 11 Monumente gewann, aber nie eine grosse Landesrundfahrt.
Tadej Pogacar hat dies alles nun umgeschmissen und zeigt, dass man in einem Jahr sowohl die Frühjahrsklassiker, die Rundfahrten im Sommer als auch die Herbstklassiker auf allerhöchsten Niveau bestreiten kann. Andererseits ist die Wahrscheinlichkeit, dass auch einmal ein Aussenseiter bei den Eintagesklassikern gewinnt, ziemlich gering. Wäre ein Sieg von Gerald Ciolek bei Mailand San Remo heute noch möglich.
Der Kampf Pogacar gegen van de Poel hat auch einen gewissen Reiz. Eigentlich müsste Remco Evenepoel dabei noch mitmischen.
Neben den Seriensiegern der Tdf, die nie ein Monument gewannen, gibt es auch Roger DeVlaminck, der zwar 11 Monumente gewann, aber nie eine grosse Landesrundfahrt.
16.04.2025 - 20:34 Uhr
Zitat von Der_Runkler_Rote
Ich würde schon behaupten, dass Sagan ähnlich physisch überlegen war, aber wie du sagst ein starkes Quickstep-Team taktisch hervorragend dagegen gearbeitet hat. Jetzt haben halt in der Regel die besten Fahrer auch die besten Teams im Rücken.
Meines Erachtens liegt das daran, dass früher der Radsport viel mehr auf Siege ausgerichtet war. Eigentlich zählte wirklich nur der Sieg, allen anderen wurden unabhängig ihres Eregbnisses Respekt für ihre Qualen entgegengebracht. Durch die gestiegene Wichtigkeit der UCI-Punkte haben meines Erachtens Topplatzierungen eine größere Bedeutung, obwohl es aus Fansicht irrelevant sein sollte, ob jetzt beispielsweise Lidl-Trek 3. oder 7. in der Wertung wird.
Für Fans ist diese Wertung eigentlich nur für abstiegsbedrohte Teams relevant. Ich kann mir aber vorstellen, dass es für Sponsorenverhandlungen (aus denen die Teams sich zu knapp 95% finanzieren, davon nochmal knapp 80% Werbewert nur aus der Tour) deutlich leichter gestalten, wenn man schwarz auf weiß vorzeigen kann, dass man ein Spitzenteam ist, gerade wenn es bei Grand Tours oder Monumenten mal ein Jahr nicht so gut läuft.
Das erklärt natürlich nicht, warum Ganna zwischen Cipressa und Poggio Führungsarbeit geleistet hat, aber allgemein erkenne ich eine Tendenz dahin. Kann aber auch kompletter Humbug sein.
Bleibt für mich trotzdem dabei, dass meine beiden Giro-Beispiele mich trotz Spannung nicht so catchen, weil man sich im Hinterkopf ja dessen bewusst ist, dass sich der Sieger nicht gegen die besten der Welt durchgesetzt hat, sondern gegen den "best of the rest". Dann warte ich lieber mal 2-3 Jahre darauf, dass ein van der Poel in einem Monument geschlagen wird oder dass Pogacar eine Rundfahrt nicht gewinnt. Ich habe aber Verständnis dafür, wenn man das anders sieht.
Mit Powless, der gegen die 3 Vismas Dwars door Vlaanderen gewonnen hat war ja auch schon ein erinnerungswürdiges Rennen für alle Radsportfans dabei dieses Jahr.
Ich würde schon behaupten, dass Sagan ähnlich physisch überlegen war, aber wie du sagst ein starkes Quickstep-Team taktisch hervorragend dagegen gearbeitet hat. Jetzt haben halt in der Regel die besten Fahrer auch die besten Teams im Rücken.
Meines Erachtens liegt das daran, dass früher der Radsport viel mehr auf Siege ausgerichtet war. Eigentlich zählte wirklich nur der Sieg, allen anderen wurden unabhängig ihres Eregbnisses Respekt für ihre Qualen entgegengebracht. Durch die gestiegene Wichtigkeit der UCI-Punkte haben meines Erachtens Topplatzierungen eine größere Bedeutung, obwohl es aus Fansicht irrelevant sein sollte, ob jetzt beispielsweise Lidl-Trek 3. oder 7. in der Wertung wird.
Für Fans ist diese Wertung eigentlich nur für abstiegsbedrohte Teams relevant. Ich kann mir aber vorstellen, dass es für Sponsorenverhandlungen (aus denen die Teams sich zu knapp 95% finanzieren, davon nochmal knapp 80% Werbewert nur aus der Tour) deutlich leichter gestalten, wenn man schwarz auf weiß vorzeigen kann, dass man ein Spitzenteam ist, gerade wenn es bei Grand Tours oder Monumenten mal ein Jahr nicht so gut läuft.
Das erklärt natürlich nicht, warum Ganna zwischen Cipressa und Poggio Führungsarbeit geleistet hat, aber allgemein erkenne ich eine Tendenz dahin. Kann aber auch kompletter Humbug sein.
Bleibt für mich trotzdem dabei, dass meine beiden Giro-Beispiele mich trotz Spannung nicht so catchen, weil man sich im Hinterkopf ja dessen bewusst ist, dass sich der Sieger nicht gegen die besten der Welt durchgesetzt hat, sondern gegen den "best of the rest". Dann warte ich lieber mal 2-3 Jahre darauf, dass ein van der Poel in einem Monument geschlagen wird oder dass Pogacar eine Rundfahrt nicht gewinnt. Ich habe aber Verständnis dafür, wenn man das anders sieht.
Mit Powless, der gegen die 3 Vismas Dwars door Vlaanderen gewonnen hat war ja auch schon ein erinnerungswürdiges Rennen für alle Radsportfans dabei dieses Jahr.
Ja definitiv das mit den UCI punkten stimmt. Da sind außerhalb den Top-Teams jetzt natürlich alle scharf drauf.
An sich sind das halt auch vorlieben. Ich sag ja immer Watts kann ich nicht sehen. Für mich war der Giro 22 halt echt ein schöner Giro auch wenn er passiv war. Es war aber sehr spannend und auch taktisch geprägt. Tour 2019 für mich eine All-time Tour. Alaphilippe der einfach nicht brechen will, Thomas-Bernal Dynamik, Crosswinds, irgendwie turnt Buchmann da vorne rum. Das Niveau war damals gar nichts im Vergleich zu heute.
Ich sehe das aber auch wie du, dass ich jetzt nicht denke, dass das eine 7-8 Jahren Serie wird die jetzt immer so läuft. Dafür ist dass was jetzt nachkommt ja auch interessant. Sei es ein Brennan, Nys oder Morgado bei den Klassikern. Oder ein Ayuso oder del Toro bei den Kletterern. Auch das sehe ich wie du: die Konzentration der Topfahrer auf wenige Teams ist ein Riesenproblem. Hätte man Interesse an einer Entwicklung im Sinne des Sports wäre ein Salary Cap richtig (den es aber nicht geben wird). Ich denke diese Entwicklung wird sich eher noch verschärfen leider.
31.05.2025 - 16:52 Uhr
@Schwabe_86 are you not entertained? 😂
01.06.2025 - 22:40 Uhr
Für mich die beste Grand Tour seit der Tour de France 2019. Konnte nicht alles sehen, aber das waren schon epische Ausmaße von den Storylines in der dritten Woche.
Steinhauser und Stork aus deutscher Sicht mit einem richtig starken Giro.
02.06.2025 - 11:07 Uhr
Zitat von Schwabe_86
Für mich die beste Grand Tour seit der Tour de France 2019. Konnte nicht alles sehen, aber das waren schon epische Ausmaße von den Storylines in der dritten Woche.
Steinhauser und Stork aus deutscher Sicht mit einem richtig starken Giro.
Für mich die beste Grand Tour seit der Tour de France 2019. Konnte nicht alles sehen, aber das waren schon epische Ausmaße von den Storylines in der dritten Woche.
Steinhauser und Stork aus deutscher Sicht mit einem richtig starken Giro.
Gerade im Rückblick auf 2018 als Simon Yates am Finestre 38 Minuten verloren hat und jetzt am gleichen Berg den Giro gewinnt ist natürlich der Wahnsinn. Solche Geschichten schreibt nur der Fußball. 😇
Von Steinhauser konnte man das in etwa so erwarten, soll aber seine Leistung nicht schmälern, Stork hat sein Leistungsvermögen immer wieder angedeutet, der Giro war echt klasse. Ich hoffe, dass er die nächsten Jahre endlich mal unverletzt bleibt. Brenner dafür leider enttäuschend. Kanter mit 3 Top 10 Platzierungen absolut im Soll, die Rundfahrt und LIDL-Trek war nicht unbedingt sprinterfreundlich. Alles in allem mit dem Etappensieg von Denz ein guter Giro aus deutscher Sicht.
02.06.2025 - 15:17 Uhr
Zitat von Der_Runkler_Rote
Gerade im Rückblick auf 2018 als Simon Yates am Finestre 38 Minuten verloren hat und jetzt am gleichen Berg den Giro gewinnt ist natürlich der Wahnsinn. Solche Geschichten schreibt nur der Fußball. 😇
Von Steinhauser konnte man das in etwa so erwarten, soll aber seine Leistung nicht schmälern, Stork hat sein Leistungsvermögen immer wieder angedeutet, der Giro war echt klasse. Ich hoffe, dass er die nächsten Jahre endlich mal unverletzt bleibt. Brenner dafür leider enttäuschend. Kanter mit 3 Top 10 Platzierungen absolut im Soll, die Rundfahrt und LIDL-Trek war nicht unbedingt sprinterfreundlich. Alles in allem mit dem Etappensieg von Denz ein guter Giro aus deutscher Sicht.
Zitat von Schwabe_86
Für mich die beste Grand Tour seit der Tour de France 2019. Konnte nicht alles sehen, aber das waren schon epische Ausmaße von den Storylines in der dritten Woche.
Steinhauser und Stork aus deutscher Sicht mit einem richtig starken Giro.
Für mich die beste Grand Tour seit der Tour de France 2019. Konnte nicht alles sehen, aber das waren schon epische Ausmaße von den Storylines in der dritten Woche.
Steinhauser und Stork aus deutscher Sicht mit einem richtig starken Giro.
Gerade im Rückblick auf 2018 als Simon Yates am Finestre 38 Minuten verloren hat und jetzt am gleichen Berg den Giro gewinnt ist natürlich der Wahnsinn. Solche Geschichten schreibt nur der Fußball. 😇
Von Steinhauser konnte man das in etwa so erwarten, soll aber seine Leistung nicht schmälern, Stork hat sein Leistungsvermögen immer wieder angedeutet, der Giro war echt klasse. Ich hoffe, dass er die nächsten Jahre endlich mal unverletzt bleibt. Brenner dafür leider enttäuschend. Kanter mit 3 Top 10 Platzierungen absolut im Soll, die Rundfahrt und LIDL-Trek war nicht unbedingt sprinterfreundlich. Alles in allem mit dem Etappensieg von Denz ein guter Giro aus deutscher Sicht.
Aus deutscher Fahrersicht sicher ein guter Giro, vor allem letztlich aufgrund des Etappensieges von Nico Denz. Wenn man jedoch die Performance seines Arbeitgeber betrachtet, dann war es erneut eine ernüchternde Leistung von RB-Bora. Martinez komplett außer Form, Tratnik kein Faktor, Roglic erneut auf Schotter alleine auf sich gestellt plus dem obligatorischen Sturz und dann auf der Etappe vor dessen Ausstieg noch Pellizzarri 1:30 Minuten mitgegeben, weil dieser zusammen mit Martinez Roglic ins Ziel begleiten musste.
Nachdem von den Fahrern für die Frühjahrsklassiker (van Gils, Lazkano, Pithie) kein einziger gute Form erreichte, steht mit Martinez ein wichtiger Helfer ohne Form im Giro, Hindley sah bis zu seinem Sturz auch nicht mega gut aus. UAE fährt trotz des Ausstiegs von Ayuso mit 4 Mann in die Top 15. Visma gewinnt den Giro mit seiner Nummer 3-4 ohne richtig guten Berghelfer. Denk muss sich Gedanken machen. Und dann muss im Herbst endlich Evenepoel verpflichtet werden.
02.06.2025 - 15:34 Uhr
Martinez war sicherlich enttäuschend, Tratnik war angeschlagen nach dem Sturz, der Hindley zum aufgeben gezwungen hat, aber den habe ich deutlich stärker gesehen als du (Bewertung natürlich schwierig in beide Richtungen). Der 6. Platz von Pellizari ist für ihn persönlich eine große Nummer, für RB Bora natürlich insgesamt ernüchternd. Am Ende wäre ohne die Arbeit für Roglic wohl Platz 5 rausgesprungen, ist auch nur ein marginaler Unterschied. Gee wirkte mir aber dennoch deutlich stärker über 3 Wochen.
Trotzdem würde ich das Rundfahrten-Team nicht auf die gleiche Stufe stellen wie das Klassiker-Team. Roglic hat Catalunya gewonnen, ist es jetzt auch nicht so, als würde RB Bora die einwöchigen Rundfahrten in Serie abschießen und Lipowitz hat einen starken 2. Platz bei Paris-Nizza geholt und wurde mit viel Pech nur vierter im Baskenland. Sollte Roglic die Tour oder ein anderer Fahrer die Vuelta auf dem Podium beenden, würde ich die Saison dennoch als Erfolg verbuchen. Das Team stellt sich erst seit 2021 richtig um einen deutlich höheren Fokus auf Rundfahrten zu legen und hat seitdem 2 Grand Tours gewonnen. Damit liegt man in diesem Zeitraum auf Platz 3 hinter Visma (2x Giro, 2x Tour, 2x Vuelta), UAE (3x Tour, 1x Giro) und vor Ineos (1x Giro) und Quickstep (1x Vuelta). Wobei beim Superteam von UAE alle Grand Tour Siege von Pogacar kommen.
Trotzdem würde ich das Rundfahrten-Team nicht auf die gleiche Stufe stellen wie das Klassiker-Team. Roglic hat Catalunya gewonnen, ist es jetzt auch nicht so, als würde RB Bora die einwöchigen Rundfahrten in Serie abschießen und Lipowitz hat einen starken 2. Platz bei Paris-Nizza geholt und wurde mit viel Pech nur vierter im Baskenland. Sollte Roglic die Tour oder ein anderer Fahrer die Vuelta auf dem Podium beenden, würde ich die Saison dennoch als Erfolg verbuchen. Das Team stellt sich erst seit 2021 richtig um einen deutlich höheren Fokus auf Rundfahrten zu legen und hat seitdem 2 Grand Tours gewonnen. Damit liegt man in diesem Zeitraum auf Platz 3 hinter Visma (2x Giro, 2x Tour, 2x Vuelta), UAE (3x Tour, 1x Giro) und vor Ineos (1x Giro) und Quickstep (1x Vuelta). Wobei beim Superteam von UAE alle Grand Tour Siege von Pogacar kommen.
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