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Die Couchingzone

13.08.2010 - 13:19 Uhr
Die Couchingzone |#2051
09.09.2017 - 12:02 Uhr
Lieber Devil,

dein Beitrag liest sich so, als ob der kaputt vermarktete Ex-Volkssport Fußball noch zu retten sei. Da glaub ich zwar nicht mehr dran. Aber das macht ein wenig Mut fürs Wochenende. Danke dir dafür! smile

Und Johann, lieber But, ist doch selber schuld, wenn er jetzt fliegt. Chef-orientiert zu antworten, das lernt man doch schon als Azubi. ugly

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"And what can I tell you, my brother, my killer?
What can I possibly say?
I guess that I'll miss you. I guess, I'll forgive you.
I'm glad you stood in my way.
If you ever come by here for Jane or for me -
Well, your enemy's sleeping. And his woman is free.
Yes, and thanks for the trouble you took from her eyes.
I thought it was there for good - so I never tried."
(Leonard Cohen)
Die Couchingzone |#2052
11.09.2017 - 14:53 Uhr
Es ist leider nur ein Traum, denn was scheren sich denn die UEFA, die ECA oder die europäischen Ligenvertreter um die europäischen Konsumenten in Stadion und vorm TV, wie Johann einer war? Viel wichtiger erscheinen doch süd-ost-asiatische oder nordamerikanische Zuschauer, wo noch dicke Wachstumsraten zu erzielen sind, wogegen hier der Grenzerlös hierzulande sich langsam gen 0 bewegt...

Um so wichtiger, steht's die Fackel hoch zu halten, danke Devil! LET IT BURN!

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Nichts ersetzt die Romantik eines Flutlichtspiels im Regen... ...und siegen!!

Wir denken nur noch von Grätsche zu Grätsche!

Hate the Game, not the Player!

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Hegermeister am 11.09.2017 um 14:54 Uhr bearbeitet
Die Couchingzone |#2053
11.09.2017 - 15:06 Uhr
Anzeige:

Warte nur, Du roter Devil, am Freitag kriegst Du hier Couching-Contra von mir! angry Ganz im Sinne der politischen Ausgewogenheit! Das wird richtig übel, also zieht euch warm an, Mit-Couchistos and friends! Unschuldigoopsgrins

Nur 1 Werbespot bis zum nächsten Couching

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Die Couchingzone |#2054
14.09.2017 - 18:12 Uhr
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Jahrgang 8, Ausgabe 7

DIE GEGENREDE: BUILD IT UP

von Newtrial
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„BURN IT DOWN“ titelte der Couching-Pate in der vergangenen Woche und ließ Herrn Infantino einen Angsttraum erleben, der mit dem Aufwachen nicht weichen wollte. "Es ist As it is" würde so mancher resignierte FCK-Fan antworten: "Winter's coming!"

Oder als die vom Devil angebotene Couch-Alternative zur Resignation: Die Revolution als Ventil für all jenen angestauten Frust, welcher möglicherweise ebenso viel mit dem kontinuierlichen Niedergang des FCK wie mit den Neymar-Millionen und der Katar-WM zu tun hat. Würde der FCK in der internationalen Fußballsuppe als Fettblase oben schwimmen, hielte sich die antikapitalistische Empörung womöglich in etwas engeren Grenzen. Aber immerhin hat sich die von mir ausdrücklich geteilte Couchisten-Wut über die gesellschaftlichen Verhältnisse mit der FIFA eine würdige Projektionsfläche ausgesucht. In dieser Hinsicht kann der hundsgemeine Wut-Bürger in diesem Land noch eine Menge von uns Couchistos lernen.

Verhältnisse aber gründen sich auf Verhalten. In Führungspositionen (jedenfalls in meinem beruflichen Feld) gilt es als geradezu unprofessionell, Misserfolge auf Verhältnisse zu schieben. Vielleicht habe ich deshalb immer so allergisch auf das Kuntzsche Standortnachteil-Lamento reagiert. Und bis zu einem gewissen – allerdings eng definierten – Punkt ist ja auch tatsächlich jeder seines Glückes Schmied. Im Fußball zeigen uns das all die Clubs, die in den letzten Jahren ohne großes Geld im Hintergrund an uns vorbeigezogen sind – und weiter vorbeiziehen. Der FCK wurde und wird nicht von den Plastik-Clubs dieser Welt fertiggemacht, er schafft das von ganz alleine! Und so fahren wir anno 2017 mit Außenseiterchancen in die Weltmetropole Sandhausen. Da kann man schon mal verlieren, schon klar…

Und noch etwas kann man sich vom Leistungethos in Führungspositionen abgucken: Wer sich in den Schlammassel reinreitet, kann sich daraus auch wieder selbst befreien! Klar braucht es dafür neben Geschick auch Glück, aber das hat halt auch wiederum nur der Tüchtige. Derjenige, der sich permanent Chancen erarbeitet, anstatt darauf zu hoffen, dass mal ein Ball glücklich ins gegnerische Tor abgefälscht wird, wenn man nur scharf und flach genug in den gegnerischen 16er passt. Das nämlich ist zwar EIN probates Mittel unter vielen, aber halt auch bloßes Roulette-Spiel, keineswegs aber ein ausreichender Offensivplan! Nichts, das man sich kontinuierlich erarbeitet hätte. Eben keine "Tüchtigkeit".


BUILD IT UP! – AUFBAUEN IST GEILER ALS NIEDERBRENNEN

Das In-Gang-Setzen der Aufwärtsspirale ist möglich! Das Klagelied über die „schwierigen Verhältnisse“ ist etwas für Weicheier! Um dagegen zu halten und wieder nach oben zu kommen, empfiehlt es sich tunlichst, an den eigenen Stärken anzusetzen. Was gelingt uns richtig gut? Nichts, antwortet der enttäuschte Fan! Aber das ist nicht richtig: Bei all dem jahrelangen Niedergang und all dem eklatanten Versagen von Vereinsverantwortlichen und Spielern – es gibt uns noch! Noch sind wir da! Noch sind wir nicht insolvent, sportlich oder zwangsabgestiegen, perspektivlos und mit einer überdimensionalen Betonschüssel an den Knöchel gekettet am Boden des Pfälzer Meeres der Tränen langsam vor uns hin verfaulend. Kann ja dieses Jahr alles noch kommen! Noch aber ist es nicht so weit, gibt es noch viele Punkte in dieser Saison zu verteilen, wurde die Investorensuche noch nicht offiziell als gescheitert erklärt, lassen sich Zuschauer durch gute Leistung auch wieder zurückgewinnen und können wir weiterhin Talente entwickeln und teuer verkaufen um Zeit zu gewinnen.

Und genau letzteres gelingt uns gut! Wie viele in unserem Verein ausgebildete Jungs bevölkern eigentlich die deutschen Profi-Ligen?! All die Spieler, die mit oder ohne Söldner-Begleitgeschrei von uns Fans in die Ferne gezogen sind, dem Verein dabei aber wenigstens zum Teil lebensrettende Ablösesummen eingebracht haben. All die Jungs, die auch jetzt wieder nachkommen, teilweise schon mit Profiverträgen ausgestattet in den Startlöchern sitzen und kopfschüttelnd zusehen müssen, wie ihnen Woche für Woche Spieler vorgezogen werden, deren Leistung sie vermutlich problemlos aus dem Stand heraus toppen könnten. Und die langsam ins Grübeln kommen, ob sie unter Meier noch jemals auf dem Rasen stehen werden. Diese Jungs sind unser Kapital, sie müssen wir großmachen, ihnen – lieber Norbert Meier – müssen wir Spielpraxis verschaffen! Und da ist es halt eben KEIN ausreichendes Gegenargument, dass die bei den Amas oder in der A-Jugend derzeit auch keine Bäume ausreißen, denn Fußball ist nun mal ein Mannschaftssport und der ein oder andere würde diese große Chance im A-Kader – mit qualitativ besseren Mitspielern an seiner Seite – vielleicht am Schopfe packen. Da muss man den Jungs dann aber auch mal so viel Vertrauen schenken, wie es ein Osawe aus mittlerweile unerfindlichen Gründen Woche für Woche erhält. Und wir Fans müssen gute Jungs dann am Saisonende auch ohne Verratsgeschrei für gutes Geld ziehen lassen, solange der Verein halt aufgrund des Mühlsteins FWS nicht in der Lage ist, kostendeckend zu arbeiten.

Womit könnten wir außerdem noch punkten? Nun, die Antwort mag angesichts der aktuellen Situation fast schon zynisch klingen, aber sie ist dennoch korrekt: Mit Zusammenhalt! Wir sind eine über viele Jahrzehnte hinweg zutiefst fußballgeprägte Region, deren Menschen zwar keine unbegrenzte, aber doch imponierende Leidensfähigkeit in Sachen IHRES FCK aufweisen. Klar ist es irgendwann zu spät und wenden sich die Jungen lieber gleich den Määnzern zu, aber noch lebt die Erinnerung an diesen ganz anderen FCK! Und ließe sich auch eine bereits verloren geglaubte Generation wieder für den Verein zurückgewinnen.

Unsere Verantwortlichen haben durchaus erkannt, dass es mit genau diesen beiden Pfunden – der Entwicklung junger Spieler und dem alten Glanz dieses großen Traditionsvereins – zu wuchern gilt. Das Mosaiksteinchen, das uns dazu noch fehlt, hätte auf der Trainerbank Platz zu nehmen. Jemand, der einen verschworenen Haufen aus elf Grillwürsten zusammenschweißt. Noch immer habe ich die Hoffnung nicht ganz aufgegeben, dass der kauzige Nobbie genau dieser Mann sein könnte. Doch wenn ihr diese Zeilen verspätet lesen solltet, haben wir uns vielleicht schon von der Sandhäuser Übermannschaft abkochen lassen und ist Meier möglicherweise schon Geschichte. Und wer bitte soll es dann richten?

Wer auch immer, er sollte wissen: Da steht in dieser Saison kein minderbegabter, perspektivloser Haufen auf dem Platz! Wir mögen ein nur allzu kleines Rädchen in der internationalen Kommerzmaschine Fußball sein. Aber dieses Rädchen ist UNSER Rädchen! Und das sollten wir bestmöglich reparieren und schmieren! Denn eines sollte doch klar sein: Wir leben in dieser Saison auch noch deshalb, weil wir trotz des Verlustes im Ranking mehr Fernsehgelder bekommen haben als vorher! Und weil der Wahnsinn in Sachen Ablösesummen uns bei den Transfers von Polle und Robin geholfen hat. Das hilft uns zwar nicht in der Relation zur Konkurrenz, aber unsere finanziellen Verbindlichkeiten im außersportlichen Bereich (vor allem in puncto FWS) wachsen EBEN NICHT mit den Erträgen des Systems Fußball mit! Und genau deshalb ist die Kommerzmaschine unser Rettungsstrohhalm und nicht unser Untergang: Bei einem immer noch in Reichweite liegenden, bescheidenen sportlichen Erfolg (z.B. wieder ein Plätze rauf in der Fernsehgeldtabelle durch etwas bessere Platzierungen) bieten uns diese steigenden Erträge perspektivisch nämlich einen realistischen Ausweg aus der Schuldenfalle. Der Moloch kann daher unsere Rettung sein! Denn sonst brauchst Du eigentlich keinen Investor, sondern eher einen guten Samariter. Und die sind rar gesät.

Ob für Meier oder seinen Nachfolger: Da geht noch was mit diesem Kader. Build it up!

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Tja, lieber Todes-Devil: Da hattest Du Dir von dem Bahli einreden lassen, die Couch stünde links vom Kühlschrank. Und dann haut Dir der Newtrial – zu allem Überdruss auch noch einen Tag zu früh – hier die liberale „Jeder ist seines Glückes Schmied“-Phrase um die roten ideologischen Ohren. Und tritt mit einem „Glück hat nur der Tüchtige!“ noch mal kräftig nach. Hoffe, Du zeigst mir dafür jetzt nicht gleich die Schwarz-Gelbe Karte. Und bitte keinesfalls Blau zücken, Du Kartenspieler – das wäre dann ja wirklich komplett überzogen! Ein bisschen Fingerspitzengefühl bitte, schließlich war es mein erstes ideologisches Foul in der Kolumne. Und es ist noch früh in der Saison. --- Tja, so bitter kann es halt sein, das Couchisten-Leben! Und Butduma, Hegermeister, Vic Dorn und Werschtche sitzen angesichts dieses konterrevolutionären Pamphlets entgeistert und mit offenem Mund sabbernd stumm daneben auf der Couch. Weiß ich auch nicht, ob das der angespannten Situation so angemessen ist. Doch bin ich mir wenigstens in einem sicher: Bei unserem Glück spielen wir just in jenem Jahr erstmals wieder CL, in dem die Kommerzblase endlich geplatzt ist und es in diesem Wettbewerb nichts mehr Nennenswertes zu verdienen gibt. So kommen Revolution und FCK am Ende doch noch zusammen. Nicht umsonst sind wir schließlich die ROTEN Teufel.

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Die Couchingzone |#2055
18.09.2017 - 10:33 Uhr
Championsleague, oh mann, wie weit wir aktuell davon entfernt sind grinsWeinendgrinsWeinend

Wir haben uns gerade wirklich von Sandhäusern abkochen lassen...

Gutes, ernstes, positives Couching!
(ärgerlich, dass es so wenige Wertungen bekommen hat)

Deine Kernaussagen sind völlig richtig, widerspechen aber @Devil_till_Death gar nicht wirklich.
Der TV-abhängige Profi-Fussball ist aktuell eine Blase. D_t_D sieht sie platzen bzw. will sie platzen sehen.
Du sagst, wir müssen die Inflation im Fussballsystem nutzen, um unsere Verbindlichkeiten außerhalb der Blase abzubauen, damit wir - wenn sie platzt - wieder parat stehen können.

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Nichts ersetzt die Romantik eines Flutlichtspiels im Regen... ...und siegen!!

Wir denken nur noch von Grätsche zu Grätsche!

Hate the Game, not the Player!

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Hegermeister am 18.09.2017 um 10:37 Uhr bearbeitet
Die Couchingzone |#2056
18.09.2017 - 19:01 Uhr
Jahrgang 8, Ausgabe 8

Die sieben Todsünden

von werschtche

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Dienstag, 19. September 2017, gegen 17:00 Uhr

„Sinnjohre...“

„...im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen!“

„Sinnjohre...“

„Mein Sohn, ich bin ein einfacher Pfarrer, einer kleinen Gemeinde, sag Herr Pfarrer zu mir.“

„Sinnjohre...“

„Wie eben schon gesagt, ihr braucht mich nicht Signore zu nennen.“

„Jetzt loss misch doch emool ausredde, sinn Johre her, dass isch es letschte mool bei de Beicht war.“

„Dann, mein Sohn, sprich hochdeutsch, dann versteht man dich auch. Aber kommt nun zu eurem eigentlichen Anliegen, mich drängt die Zeit!““

„Herr, vergebb mir, denn ich hab gsündigt!“

„Fahrt fort, mein Sohn, beichtet! Meine Aufmerksamkeit sei euch gewiss. Wessen Sünde habt ihr euch schuldig gemacht?“

Die siwwe Todsünde, Herr Parre!“

„Welcher? Ihr müsst schon ein wenig genauer werden! Führt eure Vergehen ein wenig aus. War es Superbia, Avaritia oder Luxuria? Oder war es Ira, Gula, Invidia oder vielleicht Acedia? Sprecht frei!“

Hää? Was? Ich sprech kää italienisch, ich versteh sie net, Herr Pfarrer!“

Italienisch... tzz, das war Latein, die Sprache der Gelehrten, Du Holzkopf! Verzeiht!...“

„Traudel, bischt Du's?“

„Wie meinen, mein Sohn?“

„Ich dacht ewei, moi Fraa hockt do, an ihrer Stell', die nennt mich aach immer en Holzkopp.“

„Seid gewiss, euer Weib sitzt nicht hier. Ich zählte Euch die sieben Sünden des Lebens auf und werde Sie euch übersetzen, zu eurem Verständnis, beginnend mit
Superbia, die Sünde des Hochmuts, auch Stolz, Eitelkeit oder Übermut benannt.
War es Avaritia?, die Sünde des Geizes oder auch Habgier benannt.
Büßt ihr für Luxuria, die Sünde der Wollust, auch Ausschweifung, Genusssucht oder Begehren benannt?
Kann es Ira gewesen sein?, die Sünde des Jähzorns, oder auch Wut oder Rachsucht benannt.
Bekennt ihr euch schuldig in Gula, der Völlerei?, auch die Sünde der Gefräßigkeit, der Maßlosigkeit oder der Selbstsucht benannt.
Vielleicht Invidia, die Sünde des Neides, auch Eifersucht oder Missgunst benannt, oder als letzte Möglichkeit
Acedia, die Sünde der Faulheit, auch Feigheit, Ignoranz oder Trägheit des Herzens genannt.
Nun mein Sohn, wessen seid ihr schuldig und verlangt deswegen hier nach Absolution?“

„Mmhh... Wenn ich so recht überleg..., alle siwwe!“

„Waaas? Jesus, Maria und Joseph! Alle sieben? Dann wart ihr lange nicht mehr zur Beichte und es ist nur richtig, dass ihr heute hier seid. Wann geschah dieses?

„So lang, is des noch gar net her, dass des Ganze bassiert is. Wenn ich recht überleg', sinds grad emol drei Woche her. Bassiert ist des Ende Auguscht, mondaachs owends und es waren werklich alle siwwe - uff äämool.

„Waaas? Gleichzeitig? Wehe! Dreimal Wehe!“

„Jetzt loss mich doch emool vezeehle…“

„Aber bitte in Hochdeutsch! Und, wie ich schon sagte, mich drängt die Zeit, also macht es so kurz, wie möglich.“

„Isch gebb mein Beschtes! Also, des war so. Am Montag owend bin ich um halb fünf von de Arbeit kumm, hab mich dehääm umgezoo, moin Schal geschnappt und bin uff de Betze nuff. Unnerwäägs bin ich in de Mall noch in de Fanshop gegange und hab mich e bissje umgeguckt. Awwer des Zeich hat mer alles net gebasst oder war mer alles zu deier, ich mään, ich krie aach net so viel Geld, dass ich des zum Fenschter naus schmeisse kann. Do bin ich zu geizich! Und schunn hammer die Nummer ääns. Drowwe, uffem Betze hab ich mir erscht, also nochenanner, zwää Brotworscht und drei Bier geholt und hab mich, so denk ich, de Völlerei hingeb. Do hammer schun die zwätt. Wie ich mir es neggschde Bier hole wollt, hat neber mir so en uffgebloosener Lackaff gestande und hat seim Kumpel gsaa, dass er in de letschte Zeit als bei Määnz 05 im Stadion war. Do hann ich e Wut krieht, also Nummer drei, und honn denne Grumbeerjean gefroot, warum er dann heit hier uffem Betze is. Do hat der sich rumgedreht und hat mich middem bleede Zahnpastalächele angeguckt, die Schullere gezuckt und gsaa: ‚Freikarte!‘, hat sich widder rumgedreht un is fort. Übermütig, wie ich war, üwwerichens simmer do schunn bei de vier, bin ich dem hinnerher, hab ne am Arm gepackt und hab gsaa: ‚Was issen dort annerschd? Hä?‘ Do hat er mich mit so nem komische Daggelblick angeguckt und gsaa: ‚Tja, mein Freund, die spielen halt erst Liga!‘ Do war ich schunn e bissje neidisch, uff die Määnzer, ah, Nummer fünf. Ja, die hanns gschafft, sich kontinuierlich do owwe feschtzubeiße. Awwer, wie ich so drüwwer nochdenk, da hats mich gepackt. Des Begehr, die sechst Sünd, aach emool widder erschte Liga zu spiele, des wäär schunn schää. Net geeche Aue oder Regensburch. Dortmund odder Bayern, des wärs doch emool widder. Awwer, wann die Trauwetreeder do uffem Platz es net ball schaffen, sich emool e bissje de Bobbes uffzureise und weiter so en Murks zamme spiele, glaab ich net, dass des nochemool ebbes werd, mit deere erschte Liga, eher geht’s ääns runner in die dritt. Awwer waade mer mool ab, was im November bei de Jahreshauptversammlung bassiert… In de Halbzeit hat mich dann moin Nachbar gefroot, ob ich mittem nunner geh, noch ebbes zu trinke hole. Aus lauter Faulheit, und do war dann Nummer siwwe, hann ich em gsaa, er soll mir noch ä Bier mitbringe. Jo, so war des. Ich hanns ihne doch gleich gesaa, Herr Parre, alle siwwe uff äämool!“

„Gnade sei mit dir und euch allen, und Friede in Gott, unser aller Vater, und in unserem Herrn Jesus Christus. Amen! Mein Sohn, auch wenn es hoffnungslos zu sein scheint, mit euch in verständlichem Hochdeutsch zu sprechen, ihr braucht euch für nichts zu schämen. Das, was ihr mir eben berichtet habt, sind keine Sünden, ihr seid einfach mit Leib und Seele ein Fan des FCK. Lasst mich es so erklären, manche sehen in ihrem Fußballverein eine Religion, so wie ihr. Dort wird ein neuer Spieler als der neue Messias gefeiert und dann verflucht, wenn dieser zum Judas wird. Einer Sünde habt ihr euch dennoch nicht schuldig gemacht, seid versichert! Außerdem, was ist dabei, ihr kauft euch ein paar Fan-Artikel, wenn ihr das Geld dazu habt und, wenn ich das richtig verstanden habe, besitzt ihr eine Dauerkarte für den Verein Eures Herzens. Löblich, dass ihr jedes Heimspiel auf den Betzenberg pilgert, gerade jetzt in dieser schweren Zeit, wo es mal nicht so läuft, wie es laufen soll oder kann. Ihr stärkt euch nach getaner Arbeit und ihr verteidigt Euren Verein. Ihr träumt von besseren Zeiten und dass ihr euch etwas zu trinken bringen lässt, ist keine Faulheit, sondern dem Spielverlauf geschuldet gewesen. Wie ich euch schon sagtet, alles ist gut! Der Friede Gottes sei mit euch und begleite euch alle Tage. Amen! Wäre es euch angenehm, wenn ich euch bitten würde, mich ein wenig zu begleiten, dann könnten wir unser Gespräch noch ein wenig vertiefen.“

Oh, Herr Parre. Des geht net! Ich muss dann aach so langsam. Heit oowend is doch e Spiel uffem Betze, des wollt ich mir schunn angugge.“

„Dann schließt euch mir an, wir haben denselben Weg.“, sprach der Pfarrer, trat aus seinem Beichtstuhl heraus, legte den weißen Kragen neben das Taufbecken, zog unter dem Altar den roten Fan-Schal hervor und ging mit mir in Richtung Stadion.


Auf der Couch sitzen, neben mir, Butduma, Devil_till_Death, Hegermeister, Newtrial und Vic Dorn. Alle sind wir vom Heiligen Geist des Bahli gesegnet und erleuchtet, so dass wir Woche für Woche unsere Gedanken niederschreiben zum Wohle der Gemeinde!

•     •     •

„Das Größte, was man erreichen kann, ist nicht, nie zu straucheln, sondern jedes Mal wieder aufzustehen.“ (Nelson Mandela)
„Am Ende wird alles gut. Wenn es nicht gut wird, ist es noch nicht das Ende.“ (Oscar Wilde)
„Ein Spiel zu gewinnen ist leichter, wenn man gut spielt, als wenn man schlecht spielt.“ (Johan Cruyff)
„Wir kaufen Dinge, die wir nicht brauchen, um Leute zu beeindrucken, die wir nicht mögen, mit Geld, das wir nicht haben.“ (Richard David Precht)
Die Couchingzone |#2057
18.09.2017 - 20:21 Uhr
Ganz große Klasse, muss ich neidlos anerkennen, Werschtche.

Das ist der Antipode zur Leistung der Mannschaft.

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SAPERE AUDE
- Wage es, weise zu sein -

oder nach Immanuel Kant
"Habe Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen!“
Die Couchingzone |#2058
18.09.2017 - 21:25 Uhr
Tja, das wär doch mal was: ein Gottesmann als FCK-Präsident. Ääh, hoppla …


Einwandfrei gecoucht, wertes Werschtche. daumen-hoch

•     •     •

Autoritäre Herrschaft braucht keine Superschurken, die sie von langer Hand planen. Sie ist schlichtweg die bequemste Art, Komplexität zu reduzieren.
•••
Das Leben ist die Schule, der Schmerz ist der Lehrer.
Die Couchingzone |#2059
18.09.2017 - 23:48 Uhr
Nachdem hier in den letzten Wochen mit Feuer gewärmt wurde, spendiert Bruder @werschtche nun eine beeindruckende Portion Opium oben drauf.

In der Allegorie des Dorfpfarrers, der zum Betze pilgert, findet sich viel Trost, danke dafür!

Daumen hoch für ein atmosphärisches und gewitztes Couching daumen-hoch

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Hate the Game, not the Player!
Die Couchingzone |#2060
21.09.2017 - 22:21 Uhr
Jahrgang 8, Ausgabe 9: HELLER SEHEN DANK VISIONEN

Früher, also im Mittelalter und im Alter davor, da hatten die Leute ganz andere Hobbies als heute. Manche fanden das Verbrennen von Frauen mit roten Haaren dufte, andere hauten sich im Schatten der Burgen in die zahnlosen Fratzen und ein paar zottelige alte Männer sahen hell. Ihre Zukunftsvisionen schrieben sie dann so auf, dass es keiner mehr lesen kann - so mit Abstraktionen und Hieroglyphen. Ein ganz bekannter davon war der Franzose Nosferatu. Wegen dem haben jetzt viele Leute regalmäßig Angst, weil der den Adolf und so vorhergesehen hat. Jedenfalls kann der Nosferatu da mehr als ich, weshalb das jetzt ein wenig problematisch ist. Manchmal muss man das Couching nämlich früher verfassen als in der Regel, also vor dem Eintritt der Ereignisse.

Dieser Fall ist jetzt Realität geworden. Beim FCK ist im Laufe dieser Woche ganz bestimmt was passiert, aber ich war da nicht abkömmlich, um es in Worte zu hüllen. Das schreibe ich jetzt in der Vergangenheitsform, obwohl es beim Schreiben noch die Zukunft ist. Lasst euch nicht verwirren von diesem Zeitenspiel. Es wäre also praktisch, wenn ich in die Helle sehen könnte, um bereits jetzt richtig zu liegen. Kann ich aber nicht. So muss ich mich zu Nosferatu greifen. Der hat immer so neunmalklug geschaut, der Franzose. Da haben alle Respekt bekommen von dem Blick und seinem Gewand mit Hut. Sein Buch liegt vor mir, schön eingebunden in Kalbsleder und mit Edding geschrieben, damit nichts verwischt. In Kapitel 1909 Vers 2017 steht geschrieben:

„Diese Zeit wird eingeläutet durch den Griff der Sandmänner nach der begehrten Kugel, während der Pfiff ungehört verhallt. Zahlreiche Tore werden Fallen im Reich des Mammons. Kurz darauf wird der Diabolus vom Berg und in den Auen sein wahres Gesicht enthüllen. Angst und Panik verwirren, doch der Schein weist dem Narren der Stadt des Rotbarts den besseren Weg.“

Es liegt also auf der Hand und das ist auch gut so. Zukunft passiert jetzt und vorher war ja auch schon nicht alles schlecht. Erst knallt es und dann wird es besser, das war schon immer so – oder mindestens oft. Diese Hoffnung soll man für den FCK pflegen, vielleicht ist aber auch alles so richtig im Eimer. Den Eimer kann man dann zumindest über den Kopf machen, wenn man sich schämt, weil man Fan ist. Jeder Nachteil gebiert zum Vorteil mit Kreativität und Esprit. Also macht euch nicht in die Hosen. Wenigstens passiert etwas. Das befriedigt schon die meisten, auch ohne sexuelle Komponenten.

Was will ich auch damit sagen? Das weiß ich selbst nicht so genau, das kann man als Visionist aber ohne Gewissensbisse so machen. Die Leute mögen das. Selbst Profitrainer greifen auf diese Taktik zurück. Machen lassen, interpretieren, Freiraum für Geist und Ball. Vielleicht ist es genau so richtig, wie es ist. Nicht planen und nicht mit dem Schicksal hadern.

Jedenfalls werden nach der teuflischen Enthüllung bzw. dem Knall viele auf den Mann mit Sandalen, den Erlöser, den Messias warten. Kommt er oder kommt er nicht? Das hängt meistens vom Busfahrplan ab. Der Messias fährt nämlich Bus, weil ihm die Bahn zu unpünktlich ist und er keine Fluglizenz hat. Da kommt er also zum Bus rein:

„Hallo Busfahrer!“

„Hallo Messias, alter Sandalenträger.“

„Einmal zum Betze.“

„Geht nicht. Die Luft für die Reifen ist aus.“

„Schade.“

„Ja, kann man nichts machen, Messi.“

„Na gut.“

„Grüß Gott.“

„Mach ich.“

Und er geht wieder raus. Das kann immer passieren. Man sieht es tagtäglich auf den Straßen. Dann kommt keiner und alle gucken in die Röhre. Manchmal kommt auch der Busfahrer selbst und gibt sich für den Messias aus, denn die Luft war in Wirklichkeit gar nicht aus.

Aber zurück zum vorausschauenden Rückblick. Es wird was passieren bzw. es ist schon passiert, je nach Zeit und Dimension der Sichtweise. Das ist wieder einmal eine wichtige Woche für den FCK, so viel kann man jetzt schon danach sagen. Da werden letzte Kugeln verschossen, obwohl seit Jahren immer noch eine weitere Patrone im Lauf ist. Das sind nun mal so Redensarten, die man bei allerlei Gelegenheiten bemüht. Jedenfalls muss man sich nicht sorgen, denn am Samstag knallt eh der Planet Nibelschuh auf die Erde drauf und dann ist eh alles wumpe – zumindest sagen das ein paar Hellseher. Damit wäre dann auch dem FCK geholfen. Der ist dann nur noch Pulver und Staub im wilden Vakuum des Weltalls.

In diesem Sinne!

Ba beneen
Butduma

Die Visionen auf der Couch beschränken sich in der Regel auf Televisionen mit fußballerischem Inhalt, wobei manche Couchisten gerne mit ein paar Bierchen nachhelfen und anschließend mit fremden Zungen sprechen, doch das ist eine andere Geschichte für einen anderen Spieltag und dann bis spätestens Freitag um 12:00 Uhr.

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SAPERE AUDE
- Wage es, weise zu sein -

oder nach Immanuel Kant
"Habe Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen!“

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Butduma am 21.09.2017 um 22:23 Uhr bearbeitet
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