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Die Couchingzone

13.08.2010 - 13:19 Uhr
Die Couchingzone |#2101
26.01.2018 - 08:21 Uhr
Bäääh, das ist ja ekelhaft! Verschlossen So ein übelriechendes Gegurgel hat normalerweise nur in einem Darm statt - kurz bevor selbiger sich mit erlösendem Schiri-Dünnpfiff endlich Erleichterung verschafft. Die aber auch nicht lange währt, da man sich ja immer zweimal im Leben sieht. Das Leben ist halt ein Wiederholungsspiel!

Tja, da sieht der But jetzt aber mal richtig schlecht aus, denn nach der Klasse-Reaktion des Gegners auf den Spielabbruch hin, riechen dessen Fürze nun wohl eher wie Rosenwasser (wie riecht das eigentlich?). Gehen wir Fans mit denen also künftig durch Dick- und Dünndarm? Oder geben sie uns im Wiederholungsspiel den Rest und lassen uns den letzten übelriechenden wind of mist-ake ab?

EIN Ass haben wir aber noch im Ärmel: Die Bader-Drach-Bande könnte der Rote-Teufel-Fraktion (RTF) neue Gefährlichkeit einimpfen und ein "Kommando Jeff Strasser" aussenden, das den Gegner das Fürchten lehrt: HOCH! - DIE! - LETZEBURJA! - PÄÄLZER! - SOLIDARITÄT!

Dem Jeff auch an dieser Stelle die besten Genesungswünsche! Der FCK kann einem ja schon das Herz brechen, aber das solltest Du doch nicht so wörtlich nehmen, Trainer! Wenn sich die Truppe jetzt für Dich auch nur ansatzweise so zerreißt wie Du es für sie schon getan hast, dann schaffen wir sogar noch die Aufstiegsrelegation. Jetzt sind DIE mal dran, Leistung zu bringen, nicht Du!

Aber damit genug OT, hier geht es schließlich um Därme und Gestank! Also bitte bei der Sache bleiben! angry

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Dieser Beitrag wurde zuletzt von Newtrial am 26.01.2018 um 08:27 Uhr bearbeitet
Die Couchingzone |#2102
27.01.2018 - 11:39 Uhr
Jahrgang 8 - Ausgabe 21: HINTER DEM ABGRUND


Was bisher Geschah:
Der leidgeprüfte Couchist Butduma stand vor dem stinkigen, brodelnden, schwarzen Loch: Eingang - oder Ausgang - der Darmstätte. Die fauligen Gase an diesem gottverlassenen Ort ließen ihn mit seinem Brechreiz wie mit dem Wahnsinn ringen, kurz: er war am A*rsch. Aber er war nicht allein. Den Teufel und seine 11 apokalyptischen Reiter, vorneweg der gefallene St. Moritz, hatte es ebenfalls in dieses dunkle Tal verschlagen. Der Weg hinaus führte die Schicksalsgemeinschaft wie einst Lemmiwinks durch das mit Schling-Lilien bewehrte Loch und angrenzende Höhlen, wo absehbar Neandertaler warteten, soviel war ihnen klar.

Gerne hätte ich euch an dieser Stelle berichtet, wie die abenteuerliche Reise weiter ging, welchen Gefahren sich die tapferen Gestalten erwehren mussten. Dämonen und guten Geister erwarteten sie mit Prüfungen, die zu bestehen waren. Daher hatte ich mein Pferd Oktavia gesattelt und preschte los. Gerade hatte ich den Schauplatz erreicht und sah St. Moritz mit glänzendem Stollen in einen von Schusters Rappen fliegen. Doch noch bevor ich meine Feder zücken konnte, um von seinem heldenhaften Einsatz zu berichten, war das Spektakel auch schon wieder vorbei.

Zürck blieb die Schar von Schlachtenbummlern, zunächst still rätselnd und wundernd. Was war geschehen? Wer oder was gebot den Kombattanten des runden Leders Einhalt? Langsam, ausgehend von denen, deren Smartphone Internet empfing oder die von der Heimatfront mit Neuigkeiten gefüttert wurden, machte es die Runde. Die zu erzählende Geschichte wurde eine andere.

Es war das Leben, das in die Blase Fussball eingebrochen war. Normalerweise koexistieren diese Welten allenfalls. Es sind Momente wie vergangen Mittwoch, die die Schweinsblase Fussball, die sich gerne so wichtig nimmt und mit heißer Luft aufbläht, um sich in shenklyneske Sphären zu erheben, mit ihrer irdischen Inklusion konfrontiert.

Die ansonsten durchchoreogrfierte Maschinerie stand still. "Es ist nur Fussball" beteuert man sich. Als ob man sich dessen versichern müsste. Gegenseitig. Wir tun und taten dies meiner Meinung nach auch deshalb mit besonderer Inbrunst, weil ansonsten negative Empathien im Fussball eher nicht geduldet werden. Sie werden verdrängt und ausgesperrt. Als wäre die Angst des Torwarts vorm Elfmeter keine humane Gefühlsregung, die Empathie verdient. Im Gegenteil, Angst wird provoziert, der Schwäche des Gegners begegnet man mit Häme, eigener Schwäche mit einem Trainerwechsel.
Man sucht Hoch des Triumphes, will und soll es erzwingen. In seinen ganz großen Momenten kann das Spiel Fussball für die, die den Sport als Spieler oder Fan betreiben, Aufbauhelfer für ganze Staaten sein.

Bewusst oder unbewusst, man taucht in den Fussball - wie in jedes andere Hobby - um sich dem Alltag und seinen Regeln zu entziehen. Andererseits kann man sich selbst dem Fussball wieder entziehen, wenn einem seine Herzensmannschaft dort nur Ungemach beschehrt. Und dann gibt es eben jene Monente, in denen das Herz des Fussball schwächelt, die Maschinerie aussetzt und uns Fussball-Jünger in die Realität zurück katapultiert.

17.000 Menschen, geteilt in zwei Lager kamen am Mittwoch zusammen, um sich zu messen und die beinahe religiös verehrten eigenen Farben siegen und den Gegner am Boden zu sehen. Es ging um viel am Rande des Abgrunds. Doch dann kommt das Leben dazwischen und die Rivalität verblasst und offenbart die Gemeinsamkeit. Besonders das Verhalten des Darmstadter Lagers ist nicht selbstverständlich in einer Welt, wo voller Befindlichekeit und Suche nach Grenzverletzung nicht selten nachgetreten wird. Das verdient Anerkennung. Auch die Bekundungen von Fans anderer Vereine zeigen, dass man im Grunde eine Leidenschaftsgemeinschaft ist.

Diese Momente sind wichtig in einer Welt von Pseudogrenzen zwischen Fanblöcken. Sie offenbaren die pädagogische Kraft des Fussballs, des Sports. Diese liegt u.a. darin, für das Leben zu lernen, mit Rückschlägen fertig zu werden. Alleine für sich. Und in der Gruppe. Und über den Sport hinaus, erkennt man, dass es andere gibt, denen es in ihrem eigenen Leben auch so oder so ähnlich geht. Man lernt, Leid und Freude zu teilen, sich beizustehen - You'll never walk alone!

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Wie der Fussball ist auch die Couch mit dem Hereinbrechen des Lebens konfrontiert. Mal gewinnt die Couch, dann findet ihr das Ergebnis freitags oder an anderen Spieltagen um 12 Uhr - wenn nicht, dann hatte das Leben Vorrang. Aber das nächste Couching kommt bestimmt.

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Hate the Game, not the Player!

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Hegermeister am 27.01.2018 um 11:44 Uhr bearbeitet
Die Couchingzone |#2103
29.01.2018 - 14:10 Uhr
Werter Hegermeister, vielleicht hast Du nur Schatten gesehen oder Du berichtest von realen Vorgängen, die sich niemand vorstellen mag. Vielleicht hat letzte Woche aber auch der Jeff berichtet, denn immerhin verließen ihn kurz seine Lebensgeister im Angesicht monströser Dinge. Es ist wie immer unerheblich, denn einerseits geht es Jeff besser und erholt sich im Herrenhaus der Union der europäischen Staaten und auch Du bist wohlauf und verfasst lesenswerte Zeilen.

Ja, was ist schon Fußball? Schmuckwerk zum Leben oder Teil desselbigen? Es gibt so viele Fragen... und dabei wünschen wir uns als Antwort doch nur den Klassenerhalt.

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- Wage es, weise zu sein -

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Die Couchingzone |#2104
01.02.2018 - 23:04 Uhr
Jahrgang 8 – Ausgabe 22

HIMMELFAHRTSKOMMANDO AUF DEN SCHWINGEN DER SPIELER-LIEBE

von Vic Dorn

Liebe Freunde! Die Welt geht unter. Der Tag, von dem wir immer hofften, dass er niemals käme, aber von dem wir immer wussten, dass er uns doch irgendwann bevorsteht - Dieser Tag der Finsternis liegt nicht mehr verborgen im diffusen Zukunftsnebel ferner Galaxien. Er rückt näher und näher und bald schon ist er da. Sein unheilvoller Atem weht uns schon aus seinen Nüstern des Verderbens um die Nase. Während wir noch trotzig-tapfer singen „Der FCK wird niemals untergeh’n“ (was zumindest den Vorteil hätte, dass diese gruselige Song-Schmonzette endlich mal im Mahlstrom der Zeit verschwindet), tritt eben das gerade ein, was wir so vehement und ganz ungeniert falsch singend verneinen: Der FCK geht unter. Einfach so. Willkommen auf der pfälzischen Titanic. Our hearts will go on. Die pfälzische Antwort auf die Offenbarung des Johannes: Die Offenbarung des Fritz Walter. Elf Freunde seid ihr einst gewesen, elf Häufchen Asche müsst ihr werden. Als Trostpreis könnte man zum jetzigen Zeitpunkt schon mal mit den Stadionbratwurst-Verkäufern vereinbaren, dass die Stadionbratwurst dann künftig jeden Samstag auf dem Wochenmarkt verkauft wird. Unter genau diesem Namen. Stadionbratwurst. Als letztes, aber immerhin schmackhaftes Überbleibsel eines stiften gegangenen Identifikationsstifters der Region. Heute hier, morgen dort, war mal da, bin jetzt fort…

Oder doch nicht fort? Vielleicht kommt ja doch noch irgendwann inmitten unseres wolkendüsteren Abstiegs-Hades der lächelnde industrielle Retter mit seinem gönnerhaften Blendax-Lächeln, öffnet die Urne mit dem noch nicht ganz erkalteten rot-weißen Aschehäufchen drin und haucht uns neues Phönix-Feuer ein. Der FCK ist tot, es lebe das werbewirksam aufgepimpte FCK-Produkt.

Welchen neuen, dem Zeitgeist angepassten Vereinsnamen würdet ihr dann wählen?
Bosch-Bastarde Pfalz?
Red Coca Koffein-Boys Kaiserslautern?
Siemens Steeldevil-Surprise K-Town?
BASF „Hier stimmt die Chemie“ Betzeboys?

Oder doch:
SAP-Propheten Westpfalz United?
Na, Dietmar?

Aber das ist dissonante Zukunftsmusik.
Wenden wir uns lieber noch mal kurz der nicht weniger misstönenden Gegenwart zu.
In den Missklang der sportlichen Katastrophensituation mischt sich ja gerade ganz frech, unverschämt und ungefragt ein Klang der Harmonie und Herzenswärme hinein. Sogar Hoffnung schwingt da mit. Spinnt die, die Hoffnung? Was hat sie hier verloren an diesem trostlosen teufelsverlassenen Ort? Aber ja, sie ist da. Sie spinnt, aber sie ist da, die Hoffnung. Und sie trägt gleich zwei (altbekannte) Namen:

Nicht nur ein Ruben Jenssen hat bewiesen, dass ein FCK-Herz unter seiner nordisch-kühlen Brust schlägt. So deplatziert und schön. Nein, jetzt haben wir ja auch plötzlich wieder einen Halil.

Ja, wirklich. Halil ist zurück. Es ist wirklich kein feuchter präpubertärer Play-Station-Traum. Es ist wirklich – zwickt mich mal! – Realität. Halil, der bessere Miro, weil er gehalten hat, was man sich nie von ihm, aber umso mehr von eben jenem Miro stets versprochen hat. Das gallenbitter gewordene gallische Dorf ist plötzlich damit konfrontiert, dass es geliebt wird. Von Ex-Spielern, die zu Ex-Ex-Spielern geworden sind, weil sie wieder da sind und die damit alle Gesetzmäßigkeiten des Profit- und Karriere-orientierten Fußball-Business völlig dreist und regelunkonform mit Füßen treten.

Da lichten sich doch glatt für einen kleinen Augenblick die Lethargiewölkchen, die schon so tief über unserem schicken Kaiserslautern hängen. Wenn du denkst, es geht nicht mehr, kommt irgendwo ein Lichtlein her.

Aber wir wären nicht der FCK, wenn wir nicht im gleichen Augenblick imstande wären, dem kleinen Lichtlein fein sofort wieder den Batterie-Saft zu entziehen. Denn düster und drohend wie ein Fanal des Untergangs ist da plötzlich auch ein Herr Frontzeck da. Eben jener Herr Frontzeck, der als Trainer nie wirklich was gerissen hat. Ein Trainer, den auf den ersten Blick nichts für den Trainerjob am erdbebengeschüttelten Betze zu qualifizieren scheint, außer dass er bei „Drei“ nicht auf den Bäumen war. Klar, Handlung war geboten. Ging doch in den letzten Tagen der Steuermann von Bord, dieser sympathische Herzensmensch aus Luxemburg, dessen Punktebilanz sich zwar nicht so wirklich wie ne Offenbarung liest, aber der auf seine ehrliche und authentische Weise schlicht und ergreifend einfach passte. Einer, dem man das Wunder, an das keiner wirklich glaubt, gegönnt hätte. Und jetzt ausgerechnet Frontzeck? Welcome back, liebes Himmelfahrtskommando.

Aber darf man in der Hölle überhaupt von einem Himmelfahrtskommando sprechen?

Und wenn man davon sprechend darf:
Wer ist hier dann eigentlich wessen Himmelfahrtskommando?
Ist Frontzeck unseres?
Oder sind wir seines?
Oder sowohl als auch?
Ich schlage vor, wir einigen uns darauf, dass weder Frontzeck noch wir zurzeit besonders sexy sind. Gleich und Gleich gesellt sich ja bekanntlich gern.
Aber wenn wir schon beide so abtörnend sind – der FCK und Frontzeck, dann lasst uns doch einfach hoffen, dass er und unser rot-weißer Verein ganz dreckig Liebe miteinander machen werden. Dann gibt es nämlich hoffentlich bald wieder Höhepunkte auf dem grünen Rasen. Ja, ja, jaaa, Tooooor….

Die tollkühnsten Blockbuster Hollywoods basieren doch auch auf dem Erfolgsrezept, dass eine absolut hoffnungslose Situation mit einem nicht für möglich gehaltenen Happy End geendet hat. Mal im Ernst: Habt ihr beim Anschauen der Filme „Jäger des verlorenen Schatzes“ und „Tempel des Todes“ mal mitgezählt, wie oft Indiana Jones in diesen Filmen eigentlich hätte sterben müssen? Und: Ist er gestorben?

Damit, liebe Freunde mit den im Abstiegskampf zermahlenen Teufelshörnern, möchte ich für heute schließen. Wir schaffen das! Merkelt euch das!

Oh Graus, jetzt ist mir kurz vor Ende doch nochmal ne Anspielung auf meine allerliebste Herzensdame rausgerutscht. Ich bitte untertänigst um Verzeihung. Ganz ohne Kulturschock geht es bei mir eben nicht.

Dieses Couching wurde ohne den vorausgehenden Konsum von Alkohol, Drogen oder sonstiger bewusstseinsverändernder Substanzen verfasst. Die einzige Droge, die ich konsumiere, nennt sich Zuversicht. Alles wird gut. Egal wie scheizze es bis dahin noch wird. Aber am Ende wird es gut.

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Die Couch lebt es vor: Berti ist weg. Bahli ist weg. Kohlmeyer ist weg. Der Devil pausiert. Das KANN die Couch nicht überleben. Aber sie lebt. Butduma, Newtrial, Hegermeister, wertschche und Vic erfüllen sie immer und immer wieder mit Leben. Allen Gesetzmäßigkeiten zum Trotz. Und was eine stinkige, bierfleckige und durchgefurzte Couch schafft, das schafft auch der große FCK. Wetten?

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"And what can I tell you, my brother, my killer?
What can I possibly say?
I guess that I'll miss you. I guess, I'll forgive you.
I'm glad you stood in my way.
If you ever come by here for Jane or for me -
Well, your enemy's sleeping. And his woman is free.
Yes, and thanks for the trouble you took from her eyes.
I thought it was there for good - so I never tried."
(Leonard Cohen)

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Vic Dorn am 01.02.2018 um 23:08 Uhr bearbeitet
Die Couchingzone |#2105
02.02.2018 - 14:42 Uhr
Ja, genau diese Verrücktheit zeichnet uns gegenwärtig aus: Wir schaffen es problemlos und ohne jegliche Spur kognitiver Dissonanz, die ausweglose Apokalypse zu konstatieren und im selben Atemzug die Verpflichtung von Frontzeck zu kritisieren, weil der uns ja zwar vielleicht den Hintern rette, aber doch keine nachhaltige Lösung sein könne. Als müsste man sich um Letztere noch sorgen, wenn Ende der Saison eh die Lichter ausgehen.

Aber seit wann hält es das Fandasein denn auch mit der Logik? Wir dürfen widersprüchlich gestrickt sein! Alle Hoffnung fahren lassen und gleichzeitig unseren Halil feiern! Die Runderneuerung der letzten Wochen und die aktuell spürbare Belebung unserer Forumsdiskussionen hier zeigt doch, dass wir zumindest nicht mit einem Winseln abschenken wollen. Da ist noch Energie dahinter! Noch ist der Berg nicht abgetragen!

Lesenswertes Stimmungsbild, das ungeachtet des "großen Umbruchs" auf der Couch sowohl in kämpferischer wie spielerisch-stilistischer Hinsicht überzeugt! Die Tore müssen jetzt andere schießen, wir sind hier schließlich nur für verbale Fürze zuständig.

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Die Couchingzone |#2106
02.02.2018 - 15:20 Uhr
Zitat von Newtrial

Lesenswertes Stimmungsbild, das ungeachtet des "großen Umbruchs" auf der Couch sowohl in kämpferischer wie spielerisch-stilistischer Hinsicht überzeugt! Die Tore müssen jetzt andere schießen, wir sind hier schließlich nur für verbale Fürze zuständig.


Dem schließe ich mich an. Es ist Kunst, die aktuelle Situation darzustellen, ohne in Trüb- oder Wahnsinn zu verfallen. Hab's gerne gelesen.

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Wir denken nur noch von Grätsche zu Grätsche!

Hate the Game, not the Player!
Die Couchingzone |#2107
03.02.2018 - 11:18 Uhr
Zum Glück hat niemand anderes für Dich übernommen, Vic! Alleine dafür gebührt Dir ein Zehntel von einem Literaturnobelpreis:

Zitat von Dick Vorn
Aber wenn wir schon beide so abtörnend sind – der FCK und Frontzeck, dann lasst uns doch einfach hoffen, dass er und unser rot-weißer Verein ganz dreckig Liebe miteinander machen werden. Dann gibt es nämlich hoffentlich bald wieder Höhepunkte auf dem grünen Rasen. Ja, ja, jaaa, Tooooor….


Weitermachen und ja nicht abtörnen lassen.

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Die Couchingzone |#2108
08.02.2018 - 04:53 Uhr
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Jahrgang 8, Ausgabe 23

DER UNSINN DES LEBENS

von Newtrial
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Das kann man doch keinem mehr erzählen! Da kriegst Du von klein auf eingebleut, das Universum sei ein riesiges Uhrwerk, Atome funktionierten wie einander anstoßende Billardkugeln und die Entstehung des Lebens sei ein riesiger Zufall – eher Betriebsunfall – der in kosmischen zeitlichen Maßstäben aber auch nur ein Wimpernschlag lang währt. Und Dein vermeintlich "eigenes" Leben? Gerade scheizzt das irgendwas, das eines Tages Dein ICH sein wird, sich noch in die Windeln, bläht sich dann über ein paar durchaus unerfreuliche Kita- und Schuljahre hinweg zu einem – eher minder als mehr ausgeprägten – „Bewusstsein“ auf, und schon erlischt es wieder: entweder schnell, weil Du beim Überqueren der Straße diesen blöden Bus nicht gesehen hast oder aber quälend langsam, weil Du ja unbedingt so steinalt werden musstest, dass die Demenz gar nicht anders konnte, als Deine biologische Festplatte nach und nach zu löschen.

Was also soll dieser ganze Zirkus? Ich meine, verar.schen kann ich mich auch selbst! Dafür muss doch niemand ein so riesiges Universum mitsamt einer Evolution fingieren, die seit nunmehr 13,8 Milliarden Jahren genau dort ein zunehmend strukturiert erscheinendes Ganzes hat entstehen lassen, wo dem zweiten Hauptsatz der Thermodynamik zufolge lediglich zunehmende Langeweile und eine Strukturlosigkeit, die in etwa dem Spiel der Lauterer in der bisherigen Saison entspricht, vorherrschen sollten. Und anstatt sich nach dem Urknall – wie jede ordentliche Explosion – zuerst schnell und dann immer langsamer auszuweiten, beschleunigt sich die Ausdehnung eben dieses Alls immer stärker. Wohinein es sich da eigentlich ausdehnt, wenn es doch selbst alles ist, was ist? Weiß keiner! Das Ganze angetrieben von einer „Dunklen Energie“, die lediglich eine Metapher dafür ist, dass man keinen Schimmer hat, welche gewaltige Pumpe diesen Ballon immer schneller aufbläst – und wann der endlich platzt und uns in Frieden lässt!

Außerdem erzählen sie Dir, nix auf der Welt – nicht mal Osawe – könne schneller als das Licht sein, haben aber kein Problem damit, dass genau jene Quantenschar, aus der dieser ganze unglückliche Klumpen namens Universum besteht, über beliebige Entfernungen hinweg als ein jederzeit perfekt synchronisiertes Ball-ett orchestriert ist. Und dass jenes Elektron, das gerade noch Deine mehr als bescheidene Hirnfunktion elektrifiziert, eine Nanosekunde später mit einer Wahrscheinlichkeit größer Null im Andromedanebel spazieren geht. Und - Überraschung! - schon wieder zurück ist. Und dabei keine Flugbahn zurückgelegt hat, sondern Hannes Waders Heute hier, morgen dort-Losung gefolgt ist. Ich sage nur: "Time And Relative Dimension(s) In Space" - kurz: TARDIS!

Was sagt ihr? Ich soll mal auf dem Teppich bleiben! Ja genau, das ist auch so ein Ding: Die haben nämlich keinen Schimmer, was Gravitation eigentlich ist (nur, dass sie nicht immer so 'ne Welle machen soll). Und sobald sie mal einen winzigen Teil dieses Puzzles enthüllen – indem sie z.B. herausfinden, was Elementarteilchen überhaupt „Masse“ verleiht – schwafeln sie direkt dämlich vom „Gottesteilchen“ rum. Außerdem sind die Materie bildenden Arten von Teilchen auf allen messbaren Skalen ausdehnungslose Punktmassen – wie, zum roten Teufel, kann daraus dann der Betze (sowie der unbedeutende Rest des ja wohl doch ziemlich ausgedehnten Universums) zustande kommen? Wissen sie mal wieder nicht.

Und fragst Du sie, was denn eigentlich Zeit sei, sagen sie Dir, diese nun wieder sei vermutlich eine Erfindung der Uhren. Und nicken dabei relativ bedeutungsvoll, so als wären sie Einstein selbst. Andere wiederum schütteln darob gewichtig den Kopf: Nein, Zeit habe es wohl auch schon vor der Erfindung von Uhren gegeben, das beweise die kosmische Evolution. Materie fände es scheinbar geil, sich zu immer komplexeren Systemen zu formen - und dies benötige halt Zeit. Wenngleich, so wenden andere dagegen ein, alle basalen Prozesse auf Quantenebene (mit einer unbedeutenden Ausnahme) sich als zeitlich umkehrbar erweisen: Das heißt, könntest Du sie filmen und würdest anschließend den Film rückwärts ablaufen lassen, würde das genauso Sinn ergeben. Der Rest sei Statistik und Wahrscheinlichkeit: Zwar reiche die Existenzdauer des Universums dafür nicht aus, im Prinzip aber spräche kein Naturgesetz dagegen, dass die runtergefallene und zerbrochene Tasse sich wieder von selbst zusammensetzt und Du endlich Deinen wohlverdienten Tee genießen könntest. Damit ist es aber - dies als meine ausdrückliche Warnung an euch da draußen! - wie mit der Liebe einer Frau: Wenn Du vertrauensvoll darauf wartest, verdurstest Du unterdessen. Also kein guter Plan! Durchaus bestritten wird ja auch, dass es überhaupt einen Fluss der Zeit gibt: Vielleicht, so sagen manche, leben wir in einem „Blockuniversum“, in dem Zeit – objektiv betrachtet (was immer das in diesem Zusammenhang dann heißen mag) – nicht vergeht, sondern in dem einfach unendliche Schichten quasi eingefrorener Gegenwarten aufeinandergestapelt sind. Unsere Lebensgeschichte – vor allem aber die Abfolge von Spieltagen – wäre dann nur eine Art optischer Täuschung, die einfach daher rührt, dass unsere Wahrnehmung die vierte Raumdimension als "Verstreichen von Zeit" interpretiert. In etwa so, wie jeder stinknormale Film die Illusion fließender Abläufe erzeugt, obwohl er bloß aus Standbildern zusammengesetzt ist. Das einzige, was "wirklich" existiert, wären somit räumlich-vierdimensionale "Weltlinien". Im Falle des FCK halt krumm und krackelig dahingekritzelt, aber dennoch eine Linie. Mithin das, was Schiris vermissen lassen. (Womit dieser Ansatz dann auch schon wieder empirisch widerlegt wäre)

Lange Rede, kurzer Sinn: Wenn Du wissen willst, was die Welt im Innersten zusammenhält, bist Du bei Douglas Adams wohl besser aufgehoben als im CERN. Denn heutige Physiker interessiert dieser Unsinn des Lebens i.d.R. nicht - die sind meist einfach nur Nerds, die es geil finden, den ganzen Scheizz bis hinter die letzte Kommastelle zu berechnen. Allerdings war Douglas Adams wohl noch nicht verrückt genug, so wie es aussieht. Ich bin sicher, lebte er noch, so schriebe er als nächstes ein Buch über den FCK! Das wäre ein gefundenes Fressen für ihn, verfasste er doch auch ein grandioses Werk mit dem Titel „Die letzten ihrer Art“.

Ich jedenfalls halte es nicht für einen Zufall, dass seit Jahren wirklich alles gegen die Interessen des FCK läuft und jede 50:50-Situation zu unseren Ungunsten ausgeht. → Wir dann die allerletzten Kräfte bündeln. → Und mit einem neuen Trainer, der noch nirgendwo großartig was gerissen hat, plötzlich in Braunschweig gewinnen. → Und zwar nicht einfach so, sondern ungeachtet einer Reihe gegnerischer Großchancen in den letzten 20 Spielminuten, die uns in wirklich jedem Saisonspiel zuvor mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit noch das Genick gebrochen hätten.

Wie also bewirkt der „neue Schwung“ durch den Trainerwechsel, dass ein Ball, der praktisch immer in unserem Kasten landet, in so einem Spiel vom Gegner an die Latte gedonnert wird? Wurde der Ball abgelenkt, weil zuviele "seiner" Elektronen kurzzeitig im Andromeda-Nebel auf ein schnelles Bier unterwegs waren? Und wieso bekamen wir in dieser Phase des Spiels vorm eigenen Kasten genau da immer noch ein Bein dazwischen, wo sich sonst der Vucur seinen üblichen Blackout genehmigt? Was genau sind das eigentlich für "Kräfte", die sich nach einhelliger Wahrnehmung aller Beobachter gegen die Braunschweiger verschworen hatten? Und die sich sonst eher gegen uns verschwören?

Um hier kein Missverständnis aufkommen zu lassen: Fußball folgt mit Sicherheit keinem „intelligent design“ – das erkennt man zweifelsfrei an unserer Spielweise („intelligent“?) sowie an unseren Trikots („design“?). Aber mit Newtons mausetotem Uhrwerk-Universum hat Fußball halt auch nix gemein; jedenfalls noch nicht. Die viel bemühte „Fußball-Gott“-Metapher ist andererseits aber auch nicht viel dämlicher als die Begriffswahl „Dunkle Energie“ und „Dunkle Materie“. Für den Fußball, das Universum und den ganzen Rest sollte ehrlicher Weise zugegeben werden, dass wir das Spiel bislang nicht mal ansatzweise durchschauen! Um noch mal Douglas Adams zu zitieren: Die Entstehung des Universums wurde damals, vor 13,8 Milliarden Jahren, von den Leuten allgemein für eine weniger gute Idee gehalten. Galt einfach als zu verrückt! So geht manch einem das heutzutage mit Blick auf die ganze Kickerei auch.

Und damit komme ich zu meiner bahnbrechenden Schlussfolgerung: Es gibt da eine Dimension des Fußballs, die wir zwar wahrnehmen, aber i.d.R. nicht - wie es korrekt wäre - als Charakteristikum des Spiels, sondern wahlweise als "Glück/ Pech", "Schicksal", "DFL-Verschwörung" oder was-weiß-ich-noch-was. Unsere optische Täuschung besteht dabei präziser gesagt darin, dass es halt eben nicht die 22 Figuren auf dem Spielfeld – plus einem blinden Viererteam mit ausgemachter Pfeife an der Spitze – sind, die das Spiel spielen. Sondern dass sie alle - und wir! - von eben diesem SPIEL gespielt werden! Es ist das SPIEL selbst, das sich seine Dramaturgie schafft! So wie es vermutlich auch nur EIN menschliches Bewusstsein gibt, das als "verteiltes System" in einer Vielzahl individueller menschlicher Körper ressortiert. Auch da ist das ganze Gedöns von "Individualität" und "kultureller Vielfalt" wohl bloß eine optische Täuschung: Wir sind nur einfach zu nahe dran, um das GANZE Bild zu erkennen. Und sehen folglich haufenweise Unterschiede, wo die Gemeinsamkeiten, bei Licht betrachtet, doch in geradezu bestürzendem Umfang überwiegen. (Aber krämt euch deswegen nicht, denn zur Welterklärung habt ihr ja euren Newtrial. Immer gerne!)

Doch zurück zum SPIEL als dem eigentlichen Akteur: Dieses hat in Braunschweig dem guten Thorsten Lieberknecht halt eins in die Fres.se geben wollen – ohne deshalb zwangsläufig Sympathien für uns zu entwickeln. Ist das SPIEL also in der Tat ein missgünstiges Ar.schloch? Und wir haben diesmal nur zufällig davon profitiert?

Wenn dem aber so ist: Was sagt das dann über den (Un)Sinn des Lebens im Allgemeinen aus? Wenn sich das Leben durch uns hindurchbewegt und sich dabei eher unserer bedient, als dass wir selbst es gestalten würden – und zwar ganz grundsätzlich, nicht nur, weil Kapitalismus und Schiris das so bestimmen – wer agiert dann eigentlich? Wer zieht die Strippen? Irgendwelche Götter? Die „Natur“ als solche? Die Evolution? Oder am Ende halt eben doch die Frauen, wie die Besten unter uns ja schon immer vermutet haben? Wer oder was es auch immer sein mag, hat hiermit Folgendes zur Kenntnis zu nehmen: Ich möchte bitte nicht noch mal so an den Rand eines Herzinfarkts gebracht werden wie gegen Ende des Braunschweig-Spiels! Hast Du gehört, SPIEL? Eine stinklangweilige FCK-Siegesserie a’la Bayern München – ab sofort und bis Saisonende - geht für mich völlig in Ordnung! Du musst nicht immer die Drama-Queen mimen, SPIEL! Also reiß Dich künftig mal zusammen!

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Der Unsinn des Lebens erschließt sich einem nirgends so eindrücklich wie auf der Couch. Und doch: Trotz herber Verluste in ihren Reihen kämpfen sich die verbliebenen Gefährten Butduma, Hegermeister, Newtrial, Vic Dorn und Werschtche durch den universellen Quantenschaum und suchen Spieltag für Spieltag unverdrossen, das Spielglück zu erzwingen. Denn Lautrer geben niemals auf! Außer manchmal schon nach der Hinrunde.

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502 Bad Gateway
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Die Couchingzone |#2109
08.02.2018 - 09:48 Uhr
@Newtrial,

einmal mehr ein ganz wunderbarer Text von Dir.
Das hat schon eine Größe und Klasse, um das Ganze auf auch eine berufliche Ebene zu heben und weiter auszubauen.

Vielen Dank dafür.

Grüße vom DropKicker

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Die Euphorie vor dem ersten Spieltag muss von derartiger Größe sein, dass sie auch locker für die gesamte Saison ausreichen würde, nur dann ist ein maximales Maß an Subjektivität zu erreichen, wenn nicht sogar zu garantieren.
Die Couchingzone |#2110
08.02.2018 - 10:27 Uhr
Warum nur habe ich immer Kopfschmerzen nach dem Lesen von Newtrials texten? Warum nur?

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