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Finanz-Thread

27.10.2005 - 00:06 Uhr
Finanz-Thread |#1461
21.06.2012 - 15:32 Uhr
Zitat von Grimir:
Zitat von Skydiver76:
Zum letzten Absatz aber noch eines, ich halte es für UNMÖGLICH die Vermögenssituation von Vereinen korrekt und vor allem SINNVOLL widerzugeben. Wenn nunmal 1 Tor, eine Verletzung, etc. den Wert innerhalb von Sekunden um viele Millionen verändern kann, geht das einfach nicht.

Erst ein mal: Alles sehr gut und (mMn auch) richtig beschrieben.

Dem zitierten Abschnitt möchte ich noch zustimmend hinzufügen, dass wir bei der Bilanz eine stichtagsbezogene Betrachtung haben. Dazu kommt, dass diese eben relativ spät veröffentlicht wird - beim FC ca. 1 Jahr nach Bilanzstichtag, wenn ich das richtig in Erinnerung habe. Beim schnelllebigen Geschäft Fußball ist es somit, wie du sagtest, unmöglich die Vermögenssituation adäquat widerzugeben. Und wenn doch, ist diese schon veraltet.


Die Fußball-AG Zahlen werden vom FC im Nov veröffentlicht, also 4-5 Monate nach dem Stichtag 30.06., die Konzernzahlen dagegen kenn ich nur aus dem Bundesanzeiger und die sind dann über 1 Jahr alt.
Finanz-Thread |#1462
21.06.2012 - 15:35 Uhr
Zitat von Skydiver76:
Bezogen auf den Fußball und die Versicheurngen im Fußball, kennst du Versicherungen gegen den Abstieg? Gegen den Formverlust? Gegen den Wertverlust wegen einer Verletzung?

Sprich fast alles Wertrelevante ist nicht absicherbar. Natürlich findest Du immer jemand, der bei hoher Prämie auch sowas absichert, das wäre dann aber in der Tat nichts anderes als eine Wette.

Hatte Hertha BSC beim letzten Abstieg nicht eine Abstiegsversicherung abgeschlossen? Ich meine mich daran erinnern zu können!
Finanz-Thread |#1463
21.06.2012 - 15:46 Uhr
Zitat von Ischas:
Zitat von Skydiver76:
Bezogen auf den Fußball und die Versicheurngen im Fußball, kennst du Versicherungen gegen den Abstieg? Gegen den Formverlust? Gegen den Wertverlust wegen einer Verletzung?

Sprich fast alles Wertrelevante ist nicht absicherbar. Natürlich findest Du immer jemand, der bei hoher Prämie auch sowas absichert, das wäre dann aber in der Tat nichts anderes als eine Wette.

Hatte Hertha BSC beim letzten Abstieg nicht eine Abstiegsversicherung abgeschlossen? Ich meine mich daran erinnern zu können!


Hab ich jetzt nichts im Kopf, aber mal rein theoretisch gedacht, was wäre nochmal der Unterschied zwischen einer Versicherung gegen den Abstieg und eine Wette auf den Abstieg? Und Wetten sind ja bekannt und nachvollziehbar verboten.

Es wäre dasselbe Geschäft, nur der Name für das Geschäft wäre ein anderer.
Finanz-Thread |#1464
21.06.2012 - 15:59 Uhr
Okay, es war nicht Hertha, sonder der HSV in der Saison 07/08.
http://www.abendblatt.de/sport/fussball/hsv/article976510/Abstiegsversicherung-war-Pflicht.html

Im Sinne von Versicherungen = Wette = Glücksspiel wäre dann ja theoretisch jede Versicherung verboten! ;)
Finanz-Thread |#1465
21.06.2012 - 16:26 Uhr
Zitat von Ischas:
Okay, es war nicht Hertha, sonder der HSV in der Saison 07/08.
http://www.abendblatt.de/sport/fussball/hsv/article976510/Abstiegsversicherung-war-Pflicht.html

Im Sinne von Versicherungen = Wette = Glücksspiel wäre dann ja theoretisch jede Versicherung verboten! ;)


Danke, das ist mal auch ein interessanter Artikel/Inhalt, den ich so noch nicht kannte. Vom HSV weiß ich leider relativ wenig, gerade auch, was das Stadion und die grundsätzlichen Finanzen angeht. Und genau darum scheint es ja zu gehen, den damaligen Umbau des HSV-Stadions. Der war noch lange vor der WM und die 80%-Bürgschaften wohl noch nicht üblich, also wollte die Bank eine Sicherheit haben.

Die 2,8 Mio jährliche Versicherungsprämie finde ich dann aber schon extrem happig bezogen auf die abgesicherte Höhe von 10 Mios.

Meine ursprüngliche Formulierung bzgl. Wette/Versicherung muss ich etwas abändern,

Versicherung = auf zum Vertragszeitpunkt vorhandenen Status Quo abgeschlossene Wette

Und auch hier gilt, wo kein Kläger, da kein Richter. Wer weiß, wie es ausgehen würde, wenn jemand dagegen klagen würde, dass auf der einen Seite Wetten grundsätzlich verboten sind, aber dann mit dem Deckmantel "Versicherung" ist's erlaubt. Wettet ein Spieler uf Niederlage seines Teams um sich die Höhe der Siegprämie zu sicher, so macht er unterm Strich nichts anderes. Daher würde ich sogar behaupten, dass eine Klage bei guter Formulierung klare Chancen auf Erfolg hätte.
Finanz-Thread |#1466
21.06.2012 - 16:36 Uhr
Zitat von Skydiver76:
Wettet ein Spieler uf Niederlage seines Teams um sich die Höhe der Siegprämie zu sicher, so macht er unterm Strich nichts anderes.

Das wäre doch eigentlich genial für Spieler mit hohem Prämienanteil im Vertrag. So könnten sie auf Kosten eines Abschlags des Versicherers ein gleichmäßiges Grundeinkommen absichern. :)

Edit: Ich habe mich oben vertan! Beim HSV ging es nicht um die Saison 07/08!
Hier wurde das Thema mMn gut von einem TM-User zusammengefasst: http://www.transfermarkt.de/de/neue-zahlen-finanzen-des-hsv/topic/ansicht_13_62574_seite60.html#p801414
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Ischas am 21.06.2012 um 16:46 Uhr bearbeitet
Finanz-Thread |#1467
21.06.2012 - 19:04 Uhr
Zitat von KSKChris:

Seh ich auch so. Hab ne interessante PDF gefunden:

http://www.arbeitskreis-sportoekonomie.de/HSB_Bewertung.pdf

http://www.haufe.de/finance/jahresabschluss-bilanzierung/humankapital-fussballspieler-als-wirtschaftsgut_188_76082.html

Interessant ist zudem auch, dass ja bspw. der BVB (börsennotiert) nach IFRS bilanzieren muss, der "normale" Verein denke ich nur nach HBG. Dieses ist im Gegensatz zu IFRS auf dem Vorsichtsprinzip aufgebaut. Heißt, angenommen der BVB und der FC hat den vollkommen identischen Kader müsste dieser beim BVB eigentlich mi thöherem Wert in der Bilanz stehen.

Wie Skydiver sagt sind ablösefreie Spieler nicht zu bilanzieren (abgesehen von Nebenkosten), weil nach IFRS und auch HGB der Wert des Vermögenswertes nicht objektiv bestimmbar ist, es gibt keinen fairen Preis. Trotz tm.de ;-)

Was mMn aber außer Frage steht ist, dass die Bilanz eines Fussballvereins die tatsächliche Vermögenssituation nicht korrekt wiedergibt. Gerade das sollen ja Rechnungslegungsvorschriften gewährleisten.


Auch der BVB muss zusätzlich nach dem HGB bilanzieren, da in Deutschland nur der HGB Jahresabschluss als steurliche Bemessungsgrundlage und Ausschüttungsbemesseungsgrundlage zu gelassen ist.

Auch die IFRS folgen dem Vorsichtsprinzip, dienen aber vor allem der Information interessierter Parteien, während dem HGB Gläubigerschutz als oberstes Gebot voransteht.

Ebenso unterscheiden sich HGB und IFRS sich seit dem letzten Bilanzierungsmodernisierungsgesetz so weit ich weiß, nicht mehr stark in der Bewertung von Vermögenswerten bezüglich der Anschaffunskosten.

Ich finde schon, dass die Bilanz eines Fussballvereins einen Überblick über die finanzielle Situtation eines Vereins gibt, gerade wenn man bedenkt wie schwierig es ist einen Preis für einen Spieler zu bestimmen und wie anfällig diese Preise sind.

Bezüglich des Hebens stiller Reserven bietet sich auch Sale and Lease Back Verfahren an, wie es Dortmund 2002 (?) mit dem Spieler Evanilson gemacht hat oder der HSV mit der Beteiligung Kühnes an bereits unter Vertrag stehender Spieler, wobei solche Sachen schon Richtung progressive Bilanzpolitik gehen und was am Ende bei rauskommen kann, hat man ja in Dortmund gesehen.
Finanz-Thread |#1468
21.06.2012 - 19:41 Uhr
Zitat von enjoy:
Auch der BVB muss zusätzlich nach dem HGB bilanzieren, da in Deutschland nur der HGB Jahresabschluss als steurliche Bemessungsgrundlage und Ausschüttungsbemesseungsgrundlage zu gelassen ist.

Auch die IFRS folgen dem Vorsichtsprinzip, dienen aber vor allem der Information interessierter Parteien, während dem HGB Gläubigerschutz als oberstes Gebot voransteht.

Ebenso unterscheiden sich HGB und IFRS sich seit dem letzten Bilanzierungsmodernisierungsgesetz so weit ich weiß, nicht mehr stark in der Bewertung von Vermögenswerten bezüglich der Anschaffunskosten.

Ich finde schon, dass die Bilanz eines Fussballvereins einen Überblick über die finanzielle Situtation eines Vereins gibt, gerade wenn man bedenkt wie schwierig es ist einen Preis für einen Spieler zu bestimmen und wie anfällig diese Preise sind.

Bezüglich des Hebens stiller Reserven bietet sich auch Sale and Lease Back Verfahren an, wie es Dortmund 2002 (?) mit dem Spieler Evanilson gemacht hat oder der HSV mit der Beteiligung Kühnes an bereits unter Vertrag stehender Spieler, wobei solche Sachen schon Richtung progressive Bilanzpolitik gehen und was am Ende bei rauskommen kann, hat man ja in Dortmund gesehen.


Haben wir in kleinem Umfang mit Geromel ja auch gemacht.

Klar bieten die Bilanzen einen Überblick, allerdings nur einen sehr schwierigen und für fast alle Fußballinteressierte definitiv keinen, weil es schlicht zu kompliziert für die meisten ist, ja selbst nahezu alle Journalien greifen in den Mülleimer, wenn sie mal was zu finanziellen Situationen von Vereinen schreiben. Es können nunmal nur wenige Bilanzen lesen, Verbindlichkeiten sind ein Begriff, werden gennant, selbst die aus dem täglichen Geschäft (kurzfritige), welchen auch entsprechende Forderungen (kurzfristig) gegenüberstehen, die werden bei Schulden immer schön mitgenannt, verkaufte zukünftige Einnahmen finden dagegen fast nie eine Berücksichtigung.

Oder noch schlimmer, wenn Gladbach in diesem Geschäftsjahr tortz eines Reusverkaufs nur ne schwarze Null oder nen minimalen Gewinn schreiben würde (theoretisch, wie es dann am Ende aussehn wird, weiß ich ja nicht), dann würde das in der Presse und überall als "gut" aufgenommen werden, weil keiner den Effekt der Abschreibung wirklich versteht, sprich 17 Mio von Reus sind auch mit 17 Mio in der GuV als Ausgabe drin, holt Gladbach für 17 Mios 3 Neue, die nen 4-Jahresvertrag unterschreiben, so stehen in der GuV nur Ausgaben von 2,125 Mios.
Finanz-Thread |#1469
22.06.2012 - 12:00 Uhr
Zitat
An ein vorzeitiges Ende der Partnerschaft denkt Caparros demnach nicht: „Wir haben unseren vertrag bis 2013/14 verlängert und ich freue mich jetzt, dass wir diesen erfüllen werden mit der Hälfte des Aufwands. Ich werde mich aber genauso freuen, wenn wir bei einem Aufstieg das Doppelte zahlen.“


http://www.express.de/fc-koeln/rewe-chef-caparros--beim-aufstieg-zahlen-wir-dem-fc-das-doppelte-,3192,16438548.html

REWE zahlt in der 2. Liga scheinbar die Häfte.

•     •     •

Es ist nicht Deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist.
Es wär nur Deine Schuld, wenn Sie so bleibt.
[Die Ärzte, Deine Schuld]
Finanz-Thread |#1470
22.06.2012 - 12:01 Uhr
Zitat von rudy dyer:
Zitat
An ein vorzeitiges Ende der Partnerschaft denkt Caparros demnach nicht: „Wir haben unseren vertrag bis 2013/14 verlängert und ich freue mich jetzt, dass wir diesen erfüllen werden mit der Hälfte des Aufwands. Ich werde mich aber genauso freuen, wenn wir bei einem Aufstieg das Doppelte zahlen.“


http://www.express.de/fc-koeln/rewe-chef-caparros--beim-aufstieg-zahlen-wir-dem-fc-das-doppelte-,3192,16438548.html

REWE zahlt in der 2. Liga scheinbar die Häfte.

Finde aber die Schlagzeile dazu großartig! Wenn man nur den Titel liest denkt man, dass wir bei Aufstieg einen satten Bonus an Einnahmen haben werden. Erst im Artikel wird verschlüsselt erwähnt ("halber Aufwand"), dass Rewe in Liga 2 einfach nur noch die Hälfte zahlt.
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