Finanzlage der Eintracht
23.12.2006 - 12:55 Uhr
23.04.2012 - 17:35 Uhr
Zitat von esurio:
Diese Aussagen finde ich immer irgendwie seltsam. Nur 5 Mio. Eigenkapital, das kann ja eigentlich nicht sein.
...
Theoretisch hieße das also, dass man bei einem Verlust von mehr als 5 Mio. Insolvenz anmelden müsste, da dann ein negatives Eigenkapital vorliegen würde. Das kann ich aber nicht ganz glauben, die finanzielle Lage wäre dann ja schon dramatisch und dem sollte eigentlich nicht so sein.
Die gleich Frage habe ich mir auch schon oft gestellt. Aber solche Zahlen liegen dennoch in der passenden Region. Es gibt in der Bundesliga sogar ein paar Vereine, die ein negatives EK aufweisen (kann man in diversen Quellen nachlesen, z.b. aktueller Geschäftsbericht der Hertha, interessanterweise gilt man mit einem positiven EK oftmals als Gesund). Wie das möglich ist, ist mir aber prinzipiell auch schleierhaft! In einem normalen Unternehmen wäre die Geschäftsführung jedenfalls wegen Insolvenzverschleppung dran...
Diese Aussagen finde ich immer irgendwie seltsam. Nur 5 Mio. Eigenkapital, das kann ja eigentlich nicht sein.
...
Theoretisch hieße das also, dass man bei einem Verlust von mehr als 5 Mio. Insolvenz anmelden müsste, da dann ein negatives Eigenkapital vorliegen würde. Das kann ich aber nicht ganz glauben, die finanzielle Lage wäre dann ja schon dramatisch und dem sollte eigentlich nicht so sein.
Die gleich Frage habe ich mir auch schon oft gestellt. Aber solche Zahlen liegen dennoch in der passenden Region. Es gibt in der Bundesliga sogar ein paar Vereine, die ein negatives EK aufweisen (kann man in diversen Quellen nachlesen, z.b. aktueller Geschäftsbericht der Hertha, interessanterweise gilt man mit einem positiven EK oftmals als Gesund). Wie das möglich ist, ist mir aber prinzipiell auch schleierhaft! In einem normalen Unternehmen wäre die Geschäftsführung jedenfalls wegen Insolvenzverschleppung dran...
23.04.2012 - 17:47 Uhr
Zitat von eagle1978:
Aber solange sich die anderen ebenfalls nicht an die eigentlich klaren "Fair-Play-Regeln" halten, solange sehe ich auch keinen Grund, mich hier anders zu geben.
Und genau das ist das Problem: Eine Seite muss jetzt einfach mal ihren Stolz runterschlucken und das Thema ruhen lassen, egal wie sehr sie sich im Recht fühlt, sonst leidet der ganze Rest drunter
Der Klügere gibt nach - schon mal gehört?
Aber solange sich die anderen ebenfalls nicht an die eigentlich klaren "Fair-Play-Regeln" halten, solange sehe ich auch keinen Grund, mich hier anders zu geben.
Und genau das ist das Problem: Eine Seite muss jetzt einfach mal ihren Stolz runterschlucken und das Thema ruhen lassen, egal wie sehr sie sich im Recht fühlt, sonst leidet der ganze Rest drunter
Der Klügere gibt nach - schon mal gehört?
23.04.2012 - 18:17 Uhr
Zitat von esurio:
Zitat von Milhouse:
Bruchhagen sagte wir haben ein Eigenkapital von 5Mios. Das bestätigt weiter oben Pröckl bei HR-Online. Dann schreibt die Bild was von 5 Mio. Festgeld. Schon mal jemand gedacht, dass wir eventuell 5 Mio. Eigenkapital und 5 Mio. Festgeld haben?
Diese Aussagen finde ich immer irgendwie seltsam. Nur 5 Mio. Eigenkapital, das kann ja eigentlich nicht sein.
So wie ich das sehe (kein Bilanzierungsexperte, aber so ein zwei Vorlesungen dazu gehabt), bezeichnet das Eigenkapital die Differenz von Aktiva und Passiva. Also einfach gesagt: Was übrig bleibt, wenn der Verein alle Vermögensgegenstände (Spieler, Wertpapiere, Anlagen, Gebäude) verkauft und seine Schulden komplett tilgt, wird als Eigenkapital bezeichnet. Ist das Eigenkapital negativ muss Insolvenz angemeldet werden.
Desweiteren steigt bzw. schrumpft das Eigenkapital genau um den Gewinn bzw. Verlust eines Geschäftsjahres. Heißt also: Wenn Eintracht 2 Mio. Verlust macht, dann sinkt das Eigenkapital um 2 Mio. auf 3 Mio., wenn man von 5 Mio. ausgeht.
Da schrumpfen einem ja die die Ohren.. ;)
Also, die Bilanz unterteilt sich in die Aktiva, das heißt alle aktiven Posten wie Werte von Spielern, Warenbestände, Immobilien, Wertpapiere, Forderungen und Verbindlichkeiten, kurz und bündig, es stellt das Vermögen dar.
Die Passivseite stellt dar, wie die Aktivseite finanziert wird und wurde. Zum einen Teil aus Eigenkapital und zum anderen meist aus Fremdkapital. Welcher Posten der Aktivseite mit Eigen-oder Fremdkapital finanziert wurde, ist aus einer Bilanz nicht ersichtlich.
Wenn man von Festgeld spricht, so betrifft das die Aktivseite, könnte eine Bankbestand sein, der und jetzt kommts auch durch Fremdkapital (nämlich durch ein langfristiges Darlehen) gedeckt ist. Genauso gut kann es aber durch Eigenkapital gesichert sein.
Wenn das Eigenkapital alle ist, heißt das nicht, dass ein Betrieb oder Verein pleite ist. Erwirtschaft er nämlich mit dem Fremdkapital mehr, als er dafür Zinsen zahlt, dann nennt man diese Rendite Ertrag.
Alle, die noch mehr Interesse haben, den gebe ich gern ein Fernseminar für einen kleinen Obulus. ;)
Zitat von Milhouse:
Bruchhagen sagte wir haben ein Eigenkapital von 5Mios. Das bestätigt weiter oben Pröckl bei HR-Online. Dann schreibt die Bild was von 5 Mio. Festgeld. Schon mal jemand gedacht, dass wir eventuell 5 Mio. Eigenkapital und 5 Mio. Festgeld haben?
Diese Aussagen finde ich immer irgendwie seltsam. Nur 5 Mio. Eigenkapital, das kann ja eigentlich nicht sein.
So wie ich das sehe (kein Bilanzierungsexperte, aber so ein zwei Vorlesungen dazu gehabt), bezeichnet das Eigenkapital die Differenz von Aktiva und Passiva. Also einfach gesagt: Was übrig bleibt, wenn der Verein alle Vermögensgegenstände (Spieler, Wertpapiere, Anlagen, Gebäude) verkauft und seine Schulden komplett tilgt, wird als Eigenkapital bezeichnet. Ist das Eigenkapital negativ muss Insolvenz angemeldet werden.
Desweiteren steigt bzw. schrumpft das Eigenkapital genau um den Gewinn bzw. Verlust eines Geschäftsjahres. Heißt also: Wenn Eintracht 2 Mio. Verlust macht, dann sinkt das Eigenkapital um 2 Mio. auf 3 Mio., wenn man von 5 Mio. ausgeht.
Da schrumpfen einem ja die die Ohren.. ;)
Also, die Bilanz unterteilt sich in die Aktiva, das heißt alle aktiven Posten wie Werte von Spielern, Warenbestände, Immobilien, Wertpapiere, Forderungen und Verbindlichkeiten, kurz und bündig, es stellt das Vermögen dar.
Die Passivseite stellt dar, wie die Aktivseite finanziert wird und wurde. Zum einen Teil aus Eigenkapital und zum anderen meist aus Fremdkapital. Welcher Posten der Aktivseite mit Eigen-oder Fremdkapital finanziert wurde, ist aus einer Bilanz nicht ersichtlich.
Wenn man von Festgeld spricht, so betrifft das die Aktivseite, könnte eine Bankbestand sein, der und jetzt kommts auch durch Fremdkapital (nämlich durch ein langfristiges Darlehen) gedeckt ist. Genauso gut kann es aber durch Eigenkapital gesichert sein.
Wenn das Eigenkapital alle ist, heißt das nicht, dass ein Betrieb oder Verein pleite ist. Erwirtschaft er nämlich mit dem Fremdkapital mehr, als er dafür Zinsen zahlt, dann nennt man diese Rendite Ertrag.
Alle, die noch mehr Interesse haben, den gebe ich gern ein Fernseminar für einen kleinen Obulus. ;)
23.04.2012 - 18:23 Uhr
Zitat von esurio:
Zitat von Milhouse:
Bruchhagen sagte wir haben ein Eigenkapital von 5Mios. Das bestätigt weiter oben Pröckl bei HR-Online. Dann schreibt die Bild was von 5 Mio. Festgeld. Schon mal jemand gedacht, dass wir eventuell 5 Mio. Eigenkapital und 5 Mio. Festgeld haben?
Diese Aussagen finde ich immer irgendwie seltsam. Nur 5 Mio. Eigenkapital, das kann ja eigentlich nicht sein.
So wie ich das sehe (kein Bilanzierungsexperte, aber so ein zwei Vorlesungen dazu gehabt), bezeichnet das Eigenkapital die Differenz von Aktiva und Passiva. Also einfach gesagt: Was übrig bleibt, wenn der Verein alle Vermögensgegenstände (Spieler, Wertpapiere, Anlagen, Gebäude) verkauft und seine Schulden komplett tilgt, wird als Eigenkapital bezeichnet. Ist das Eigenkapital negativ muss Insolvenz angemeldet werden.
Desweiteren steigt bzw. schrumpft das Eigenkapital genau um den Gewinn bzw. Verlust eines Geschäftsjahres. Heißt also: Wenn Eintracht 2 Mio. Verlust macht, dann sinkt das Eigenkapital um 2 Mio. auf 3 Mio., wenn man von 5 Mio. ausgeht.
Mhm, die Definition ist dann doch eher etwas schwammig und nicht wirklich richtig. Prinzipiell ist das EK ein Teil der Passiva, entsprechend kann es also nicht die Differenz aus Aktiva und Passiva sein... Tatsächlich ist die Differenz aus Aktiva und Passiva das Jahresergebnis (also Gewinn oder Verlust...).
Um das EK wirklich zu berechnen, muss man immer historisch vorgehen. Das EK beschreibt die Herkunft eines Teils des Kapitals des Unternehmens, und zwar das von den "Eigentümern" eingebrachte Kapital. Daher auch der Name... ;)
Die Höhe ist ursprünglich also sehr genau definiert (bei der Gründung eines Unternehmens wird genau festgehalten, wie hoch das EK ist) und kann sich im Laufe der Jahre nur durch 2 Arten ändern: Kapitalerhöhung, sowie Jahresergebnis.
a) Kapitalerhöhung: Eine Kapitalerhöhung kann auf verschiedene Arten stattfinden. ZB durch einen Gesellschafterbeschluss, bei dem die Eigentümer des Unternehmens beschließen, neues Kapital ins Unternehmen zu stecken um zB die Liquidität zu erhöhen oder die wirtschaftliche Situation zu verbessern.
Oder wie bei Chelsea, ManCity und Hoffenheim, wo die Herren Abramowitsch, Hopp und Scheich Dingsbums regelmäßig die horrenden Verluste der Vereine durch Kapitalerhöhungen in gleicher Höhe ausgleichen, da sonst die Vereine längst pleite wären.
Bei einer Börsennotierten Gesellschaft gibt es auch immer noch die Möglichkeit, das Kapital durch die Ausgabe neuer Aktien zu erhöhen. Hierbei müssen es dann nicht unbedingt die bisherigen Anteilseigner sein, die das neue Kapital bereit stellen, meistens haben diese aber die Möglichkeit eines Vorzugskaufs von Anteilen.
In allen Fällen ist der Effekt der gleiche: Auf der Passiva-Seite erhöht sich das EK, auf der Aktiva-Seite die Liquidität des Unternehmens, da in diesem Fall eine Kapitalerhöhung direkt mit dem Bezug finanzieller Mittel zusammen hängt.
b) EK-Veränderung durch das Jahresergebnis: Das Jahresergebnis, als der Gewinn oder der Verlust eines Unternehmens, beeinflusst immer direkt das EK. Entweder positiv oder negativ.
In soweit hast du da schon mal Recht.
Zitat von esurio:
Theoretisch hieße das also, dass man bei einem Verlust von mehr als 5 Mio. Insolvenz anmelden müsste, da dann ein negatives Eigenkapital vorliegen würde. Das kann ich aber nicht ganz glauben, die finanzielle Lage wäre dann ja schon dramatisch und dem sollte eigentlich nicht so sein.
Also, kann hier jemand Licht ins Dunkel bringen? Gelten hier andere Bilanzierungsregeln als für normale Unternehmen? Kann man die Aktivseite (Stichwort: Wie werden Spielerwerte bilanziert) nicht mit denen eines normalen Unternehmens vergleichen, für welches ja meist fest definierte Werte berechnet werden können? Habe ich einfach einen gravierenden Denkfehler drin?
Fragen über Fragen. :)
Die Frage in diesem Fall ist nun aber: Besteht tatsächlich das Risiko, dass wir einen Verlust von 5 Mio € machen und deshalb insolvent gehen könnten?
Wohl kaum. Fußballvereine haben gerade auf der Kostenseite relative Planungssicherheit über eine Saison hinweg. Ok, Strafen durch den DFB, unwerwartete Prämienzahlungen (die aber meistens auch mit sportlichen Erfolgen einhergehen) und zu häufige Trainerwechsel bzw. überstürzte Notkäufe in der Winterpause (nicht der Transfer an sich, aber die Belastung durch die zusätzlichen Personalkosten), sind nicht wirklich planbar, kommen aber auch nicht so regelmäßig vor und sollten in Summe auch nicht 5 Mio € ausmachen.
Auf der anderen Seite können auch die Einnahmen, auf Basis der letzten Saison, einigermaßen genau geplant werden. TV-Gelder und Zuwendungen von Sponsoren stehen schon im Vorfeld fest, die Auslastung des Stadions wird selbst in einen schlechten Saison (siehe die Abstiegssaison) nur wenig von der Prognose bzw. dem Schnitt aus der Vorsaison abweichen, die Fankurve und die Logen / Business-Seats sind ja sowieso an Dauerkarteninhaber vergeben bzw. mindestens 1 Jahr vermietet. Der einzige fragliche Posten sind die Einnahmen aus dem Merchandising, aber ich denke auch hier kann man mit den Erfahrungen der Vorsaison (letzte 1.-Ligasaison) recht gut planen. Bedeutet: Schon vor der Saison ist einigermaßen klar erkennbar, welches Personal sich der Verein leisten kann, um keinen oder zumindest keinen großen Verlust zu machen.
Historisch betrachtet gab es in letzter Zeit schon auch mal "normale" Jahre (diese Saison betrachte ich wegen dem Abstieg nicht als normal), in denen die Eintracht bis zu 4 Mio € Verlust gemacht hat. Trotzdem war das immer auch recht bewusst gemacht, man hat also in einzelnen Jahren mal etwas Kapital "vernichtet", was man sich in den Vorjahren erwirtschaftet hatte. Leider hat es trotzdem nie dazu geführt, dass wir sportlich einen größeren Sprung nach vorne gemacht haben.
Was die Frage nach der Aktiva-Seite der Bilanz angeht - ja! Da ist ein Sportverein praktisch nicht mit einem normalen Unternehmen zu vergleichen.
Wo bei einem normalen Unternehmen schon "versteckte Werte" in jeder Bilanz schlummern (besonders im Bereich Anlagevermögen), da die Bilanzierung nach AHK bzw. die Einhaltung des strikten Niederstwertprinzip dafür sorgen, dass praktisch alle Vermögensteile in einer Bilanz unterbewertet sind, ist es bei einem Sport-Verein, dessen Aktiva hauptsächlich aus der Aktivierung der Spielerlizenzen besteht, noch viel krasser und unübersichtlicher. Wie die Spieler im einzelnen bei uns bilanziert werden, ist für einen Außenstehenden praktisch nciht nachzuvollziehen. Allerdings würde es mich nicht wundern, wenn Rode, Jung und Kittel mit einem Wert von 0 in der Bilanz auftauchen. Was sie bei einem Transfer tatsächlich als Erlös erzielen können, darf sich dabei jeder selbst ausrechnen...
Zum Abschluss noch ein letzter Punkt:
Da die Eintracht Frankfurt AG mehrheitlich dem Verein Eintracht Frankfurt gehört, wäre es tatächlich sogar möglich, dass sie buchungstechnisch ein negatives Eigenkapital aufwweist. Dieses müsste dann durch den Verein ausgeglichen werden (aktuelle Beispiele: Hannover 96).
Anderes Beispiel: Der FC Köln hat glaube ich ein EK von etwas über 1 Mio und ist auch nicht in akuter Insolvenzgefahr. Allerdings verringert ein so niedriges EK natürlich auch ganz stark die finanzielle Flexibilität des Vereins, von daher war unser hohes EK immer ein Trumpf im Ärmel, den wir durch den Abstieg nun ausspielen mussten...
Fazit: 5 Mio sind für einen Fußballverein unserer Größe mit Sicherheit nicht zu viel, aber auch nicht besorgniserregend wenig und mit ein bisschen finanzieller Disziplin (und da dürfte HB genau der richtige sein!) wird sich das in den nächsten Jahren auch wieder deutlich entspannen.
Zitat von Milhouse:
Bruchhagen sagte wir haben ein Eigenkapital von 5Mios. Das bestätigt weiter oben Pröckl bei HR-Online. Dann schreibt die Bild was von 5 Mio. Festgeld. Schon mal jemand gedacht, dass wir eventuell 5 Mio. Eigenkapital und 5 Mio. Festgeld haben?
Diese Aussagen finde ich immer irgendwie seltsam. Nur 5 Mio. Eigenkapital, das kann ja eigentlich nicht sein.
So wie ich das sehe (kein Bilanzierungsexperte, aber so ein zwei Vorlesungen dazu gehabt), bezeichnet das Eigenkapital die Differenz von Aktiva und Passiva. Also einfach gesagt: Was übrig bleibt, wenn der Verein alle Vermögensgegenstände (Spieler, Wertpapiere, Anlagen, Gebäude) verkauft und seine Schulden komplett tilgt, wird als Eigenkapital bezeichnet. Ist das Eigenkapital negativ muss Insolvenz angemeldet werden.
Desweiteren steigt bzw. schrumpft das Eigenkapital genau um den Gewinn bzw. Verlust eines Geschäftsjahres. Heißt also: Wenn Eintracht 2 Mio. Verlust macht, dann sinkt das Eigenkapital um 2 Mio. auf 3 Mio., wenn man von 5 Mio. ausgeht.
Mhm, die Definition ist dann doch eher etwas schwammig und nicht wirklich richtig. Prinzipiell ist das EK ein Teil der Passiva, entsprechend kann es also nicht die Differenz aus Aktiva und Passiva sein... Tatsächlich ist die Differenz aus Aktiva und Passiva das Jahresergebnis (also Gewinn oder Verlust...).
Um das EK wirklich zu berechnen, muss man immer historisch vorgehen. Das EK beschreibt die Herkunft eines Teils des Kapitals des Unternehmens, und zwar das von den "Eigentümern" eingebrachte Kapital. Daher auch der Name... ;)
Die Höhe ist ursprünglich also sehr genau definiert (bei der Gründung eines Unternehmens wird genau festgehalten, wie hoch das EK ist) und kann sich im Laufe der Jahre nur durch 2 Arten ändern: Kapitalerhöhung, sowie Jahresergebnis.
a) Kapitalerhöhung: Eine Kapitalerhöhung kann auf verschiedene Arten stattfinden. ZB durch einen Gesellschafterbeschluss, bei dem die Eigentümer des Unternehmens beschließen, neues Kapital ins Unternehmen zu stecken um zB die Liquidität zu erhöhen oder die wirtschaftliche Situation zu verbessern.
Oder wie bei Chelsea, ManCity und Hoffenheim, wo die Herren Abramowitsch, Hopp und Scheich Dingsbums regelmäßig die horrenden Verluste der Vereine durch Kapitalerhöhungen in gleicher Höhe ausgleichen, da sonst die Vereine längst pleite wären.
Bei einer Börsennotierten Gesellschaft gibt es auch immer noch die Möglichkeit, das Kapital durch die Ausgabe neuer Aktien zu erhöhen. Hierbei müssen es dann nicht unbedingt die bisherigen Anteilseigner sein, die das neue Kapital bereit stellen, meistens haben diese aber die Möglichkeit eines Vorzugskaufs von Anteilen.
In allen Fällen ist der Effekt der gleiche: Auf der Passiva-Seite erhöht sich das EK, auf der Aktiva-Seite die Liquidität des Unternehmens, da in diesem Fall eine Kapitalerhöhung direkt mit dem Bezug finanzieller Mittel zusammen hängt.
b) EK-Veränderung durch das Jahresergebnis: Das Jahresergebnis, als der Gewinn oder der Verlust eines Unternehmens, beeinflusst immer direkt das EK. Entweder positiv oder negativ.
In soweit hast du da schon mal Recht.
Zitat von esurio:
Theoretisch hieße das also, dass man bei einem Verlust von mehr als 5 Mio. Insolvenz anmelden müsste, da dann ein negatives Eigenkapital vorliegen würde. Das kann ich aber nicht ganz glauben, die finanzielle Lage wäre dann ja schon dramatisch und dem sollte eigentlich nicht so sein.
Also, kann hier jemand Licht ins Dunkel bringen? Gelten hier andere Bilanzierungsregeln als für normale Unternehmen? Kann man die Aktivseite (Stichwort: Wie werden Spielerwerte bilanziert) nicht mit denen eines normalen Unternehmens vergleichen, für welches ja meist fest definierte Werte berechnet werden können? Habe ich einfach einen gravierenden Denkfehler drin?
Fragen über Fragen. :)
Die Frage in diesem Fall ist nun aber: Besteht tatsächlich das Risiko, dass wir einen Verlust von 5 Mio € machen und deshalb insolvent gehen könnten?
Wohl kaum. Fußballvereine haben gerade auf der Kostenseite relative Planungssicherheit über eine Saison hinweg. Ok, Strafen durch den DFB, unwerwartete Prämienzahlungen (die aber meistens auch mit sportlichen Erfolgen einhergehen) und zu häufige Trainerwechsel bzw. überstürzte Notkäufe in der Winterpause (nicht der Transfer an sich, aber die Belastung durch die zusätzlichen Personalkosten), sind nicht wirklich planbar, kommen aber auch nicht so regelmäßig vor und sollten in Summe auch nicht 5 Mio € ausmachen.
Auf der anderen Seite können auch die Einnahmen, auf Basis der letzten Saison, einigermaßen genau geplant werden. TV-Gelder und Zuwendungen von Sponsoren stehen schon im Vorfeld fest, die Auslastung des Stadions wird selbst in einen schlechten Saison (siehe die Abstiegssaison) nur wenig von der Prognose bzw. dem Schnitt aus der Vorsaison abweichen, die Fankurve und die Logen / Business-Seats sind ja sowieso an Dauerkarteninhaber vergeben bzw. mindestens 1 Jahr vermietet. Der einzige fragliche Posten sind die Einnahmen aus dem Merchandising, aber ich denke auch hier kann man mit den Erfahrungen der Vorsaison (letzte 1.-Ligasaison) recht gut planen. Bedeutet: Schon vor der Saison ist einigermaßen klar erkennbar, welches Personal sich der Verein leisten kann, um keinen oder zumindest keinen großen Verlust zu machen.
Historisch betrachtet gab es in letzter Zeit schon auch mal "normale" Jahre (diese Saison betrachte ich wegen dem Abstieg nicht als normal), in denen die Eintracht bis zu 4 Mio € Verlust gemacht hat. Trotzdem war das immer auch recht bewusst gemacht, man hat also in einzelnen Jahren mal etwas Kapital "vernichtet", was man sich in den Vorjahren erwirtschaftet hatte. Leider hat es trotzdem nie dazu geführt, dass wir sportlich einen größeren Sprung nach vorne gemacht haben.
Was die Frage nach der Aktiva-Seite der Bilanz angeht - ja! Da ist ein Sportverein praktisch nicht mit einem normalen Unternehmen zu vergleichen.
Wo bei einem normalen Unternehmen schon "versteckte Werte" in jeder Bilanz schlummern (besonders im Bereich Anlagevermögen), da die Bilanzierung nach AHK bzw. die Einhaltung des strikten Niederstwertprinzip dafür sorgen, dass praktisch alle Vermögensteile in einer Bilanz unterbewertet sind, ist es bei einem Sport-Verein, dessen Aktiva hauptsächlich aus der Aktivierung der Spielerlizenzen besteht, noch viel krasser und unübersichtlicher. Wie die Spieler im einzelnen bei uns bilanziert werden, ist für einen Außenstehenden praktisch nciht nachzuvollziehen. Allerdings würde es mich nicht wundern, wenn Rode, Jung und Kittel mit einem Wert von 0 in der Bilanz auftauchen. Was sie bei einem Transfer tatsächlich als Erlös erzielen können, darf sich dabei jeder selbst ausrechnen...
Zum Abschluss noch ein letzter Punkt:
Da die Eintracht Frankfurt AG mehrheitlich dem Verein Eintracht Frankfurt gehört, wäre es tatächlich sogar möglich, dass sie buchungstechnisch ein negatives Eigenkapital aufwweist. Dieses müsste dann durch den Verein ausgeglichen werden (aktuelle Beispiele: Hannover 96).
Anderes Beispiel: Der FC Köln hat glaube ich ein EK von etwas über 1 Mio und ist auch nicht in akuter Insolvenzgefahr. Allerdings verringert ein so niedriges EK natürlich auch ganz stark die finanzielle Flexibilität des Vereins, von daher war unser hohes EK immer ein Trumpf im Ärmel, den wir durch den Abstieg nun ausspielen mussten...
Fazit: 5 Mio sind für einen Fußballverein unserer Größe mit Sicherheit nicht zu viel, aber auch nicht besorgniserregend wenig und mit ein bisschen finanzieller Disziplin (und da dürfte HB genau der richtige sein!) wird sich das in den nächsten Jahren auch wieder deutlich entspannen.
24.04.2012 - 03:13 Uhr
Zitat von beatstreet:
Da schrumpfen einem ja die die Ohren.. ;)
Warum??? So falsch war die Definition ja wohl kaum, also denke ich nicht, dass man sich darüber nun lustig machen muss. Royal hat zwar Recht, dass das EK einen Teil der Passivseite darstellt, das war von mir aber nur etwas ungeschickt ausgedrückt, ich denke es war klar, was ich meinte (EK=Aktiva-Passiva abgesehen vom EK natürlich).
Zitat von beatstreet:
Also, die Bilanz unterteilt sich in die Aktiva, das heißt alle aktiven Posten wie Werte von Spielern, Warenbestände, Immobilien, Wertpapiere, Forderungen und Verbindlichkeiten, kurz und bündig, es stellt das Vermögen dar.
Die Passivseite stellt dar, wie die Aktivseite finanziert wird und wurde. Zum einen Teil aus Eigenkapital und zum anderen meist aus Fremdkapital. Welcher Posten der Aktivseite mit Eigen-oder Fremdkapital finanziert wurde, ist aus einer Bilanz nicht ersichtlich.
Logisch. Das ist mir auch klar beantwortet aber keine der Fragen. ;)
Zitat von beatstreet:
Wenn das Eigenkapital alle ist, heißt das nicht, dass ein Betrieb oder Verein pleite ist.
Alles klar, das wurd mir dann wohl falsch vermittelt. :/: Hab das grad mal gegoogelt und scheint wirklich nicht so zu sein. Festhalten kann man wohl dennoch, dass ein negatives Eigenkapital nicht gerade gesund und erstrebenswert ist.
@ Royal:
Sehr interessant, muss das mir dann aber mal morgen genauer zu Gemüte führen. :)
...Oh man, was häng ich eigentlich im Finanzthread rum... WIR SIND AUFGESTIEGEN!!!
Da schrumpfen einem ja die die Ohren.. ;)
Warum??? So falsch war die Definition ja wohl kaum, also denke ich nicht, dass man sich darüber nun lustig machen muss. Royal hat zwar Recht, dass das EK einen Teil der Passivseite darstellt, das war von mir aber nur etwas ungeschickt ausgedrückt, ich denke es war klar, was ich meinte (EK=Aktiva-Passiva abgesehen vom EK natürlich).
Zitat von beatstreet:
Also, die Bilanz unterteilt sich in die Aktiva, das heißt alle aktiven Posten wie Werte von Spielern, Warenbestände, Immobilien, Wertpapiere, Forderungen und Verbindlichkeiten, kurz und bündig, es stellt das Vermögen dar.
Die Passivseite stellt dar, wie die Aktivseite finanziert wird und wurde. Zum einen Teil aus Eigenkapital und zum anderen meist aus Fremdkapital. Welcher Posten der Aktivseite mit Eigen-oder Fremdkapital finanziert wurde, ist aus einer Bilanz nicht ersichtlich.
Logisch. Das ist mir auch klar beantwortet aber keine der Fragen. ;)
Zitat von beatstreet:
Wenn das Eigenkapital alle ist, heißt das nicht, dass ein Betrieb oder Verein pleite ist.
Alles klar, das wurd mir dann wohl falsch vermittelt. :/: Hab das grad mal gegoogelt und scheint wirklich nicht so zu sein. Festhalten kann man wohl dennoch, dass ein negatives Eigenkapital nicht gerade gesund und erstrebenswert ist.
@ Royal:
Sehr interessant, muss das mir dann aber mal morgen genauer zu Gemüte führen. :)
...Oh man, was häng ich eigentlich im Finanzthread rum... WIR SIND AUFGESTIEGEN!!!
25.04.2012 - 20:17 Uhr
Insolvenz bedeutet ja "Zahlungsunfähigkeit" und hat daher auch nur eine sehr, sehr mittelbaren Zusammenhang mit dem Eigenkapital.
Man kann auch mit einem soliden EK insolvent gehen, wenn man bspw. sehr werthaltige Spezialmaschinen hat, die man auf dem Markt nicht liquidiert bekommt und auf der anderen Seite kann man mit einem negativen EK sehr, sehr lange solvent sein.
Man kann auch mit einem soliden EK insolvent gehen, wenn man bspw. sehr werthaltige Spezialmaschinen hat, die man auf dem Markt nicht liquidiert bekommt und auf der anderen Seite kann man mit einem negativen EK sehr, sehr lange solvent sein.
25.04.2012 - 20:38 Uhr
Soweit ich das verstanden habe, haben wir nach dieser Saison noch 5 Mio. EK übrig, nach 10 Mio. Verlust und 15 Mio. Vorjahresstand (Quelle: mein Gedächtnis ;) ).
Bilanz: Passivseite besteht nicht unbedingt nur aus EK und FK, da können noch Rückstellungen, RAP und noch irgendwas hinzukommen.
Bilanz: Passivseite besteht nicht unbedingt nur aus EK und FK, da können noch Rückstellungen, RAP und noch irgendwas hinzukommen.
25.04.2012 - 21:57 Uhr
Das ist so nicht richtig. Rückstellung werden für ungewisse Verbindlichkeiten gebildet und stellen daher ebenfalls FK dar. Ein wenig anders gestaltet es sich bei den PRAP's aber auch sie sind dem FK zuzuordnen.
25.04.2012 - 23:01 Uhr
Zitat von Mr Ripley:
Das ist so nicht richtig. Rückstellung werden für ungewisse Verbindlichkeiten gebildet und stellen daher ebenfalls FK dar. Ein wenig anders gestaltet es sich bei den PRAP's aber auch sie sind dem FK zuzuordnen.
Das ist richtig allerdings hat die Eintracht aktuell noch rd. 5 Mio EK
Im übrigen ist der Verein erst dann pleite wenn er zahlungsunfähig ist sprich seine Verbindlichkeiten, Kredite laufende Kosten nicht mehr aus dem aktiven Geschäft etc. zahlen kan.
Das ist so nicht richtig. Rückstellung werden für ungewisse Verbindlichkeiten gebildet und stellen daher ebenfalls FK dar. Ein wenig anders gestaltet es sich bei den PRAP's aber auch sie sind dem FK zuzuordnen.
Das ist richtig allerdings hat die Eintracht aktuell noch rd. 5 Mio EK
Im übrigen ist der Verein erst dann pleite wenn er zahlungsunfähig ist sprich seine Verbindlichkeiten, Kredite laufende Kosten nicht mehr aus dem aktiven Geschäft etc. zahlen kan.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von SVW-SGE-sdMAX am 25.04.2012 um 23:05 Uhr bearbeitet
25.04.2012 - 23:46 Uhr
Zitat von SVW-SGE-sdMAX:
Zitat von Mr Ripley:
Das ist so nicht richtig. Rückstellung werden für ungewisse Verbindlichkeiten gebildet und stellen daher ebenfalls FK dar. Ein wenig anders gestaltet es sich bei den PRAP's aber auch sie sind dem FK zuzuordnen.
Das ist richtig allerdings hat die Eintracht aktuell noch rd. 5 Mio EK
Im übrigen ist der Verein erst dann pleite wenn er zahlungsunfähig ist sprich seine Verbindlichkeiten, Kredite laufende Kosten nicht mehr aus dem aktiven Geschäft etc. zahlen kan.
Sorry, wenn es falsch rüber kam. Wollte dem Betrag nicht widersprechen, sondern dem letzten Absatz vom wannabe experten, dass es neben EK und FK noch Rückstellungen, etc. gäbe... ;)
Zitat von Mr Ripley:
Das ist so nicht richtig. Rückstellung werden für ungewisse Verbindlichkeiten gebildet und stellen daher ebenfalls FK dar. Ein wenig anders gestaltet es sich bei den PRAP's aber auch sie sind dem FK zuzuordnen.
Das ist richtig allerdings hat die Eintracht aktuell noch rd. 5 Mio EK
Im übrigen ist der Verein erst dann pleite wenn er zahlungsunfähig ist sprich seine Verbindlichkeiten, Kredite laufende Kosten nicht mehr aus dem aktiven Geschäft etc. zahlen kan.
Sorry, wenn es falsch rüber kam. Wollte dem Betrag nicht widersprechen, sondern dem letzten Absatz vom wannabe experten, dass es neben EK und FK noch Rückstellungen, etc. gäbe... ;)
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