Kaderschmiede Mit Quelle: Saison 26/27
01.06.2026 - 10:03 Uhr
24.08.2026 - 11:44 Uhr
Zitat von floincognito96
Ich habe nun vermehrt von Hamburgern bei X und bei Transfermarkt gelesen, dass Selke ein alles andere als schwierigen Charakter hat. Auf dem Feld leidenschaftlich wie ein Tomiak, aber abseits des Feldes ein einwandfreier Profi der auch als ein Vorbild für Jugendspieler in Hamburg war. Kann ich natürlich nicht verifizieren, aber wollte ich nur gesagt haben.
Zitat von Skordie
Selke also.. ich muss gestehen, dass ich schon zu seiner Zeit als Talent bei Werder immer gehofft habe, dass der Kelch an uns vorbei gehen möchte.
Ich fand ihn seit jeher überschätzt und auch charakterlich eher unsympathisch.
Natürlich würde ich ihm eine faire Chance geben - die kriegt jeder Neuzugang von mir. Jubelstürme löst das bei mir allerdings nicht aus und ich hoffe, dass sich diese Entscheidung aus finanzieller Sicht nicht rächen wird.
Wenn er kommt, haben wir definitiv einen Stürmer zu viel. Sollte es Källman treffen, würde ich das sehr schade finden. Er hat sich in diesem Jahr absolut in mein Herz gespielt und ich würde ihn vermissen.
Gleichzeitig wäre er als Stürmer Nummer 2 aber zu gut und vermutlich eine gute Möglichkeit, nochmal Einnahmen zu generieren. Trotzdem würde ich persönlich lieber Pichler abgeben.
Bei dem ominösen Flügelspieler als der Bundesliga wird ja über Dompe spekuliert. Von mir aus okay, allerdings bin ich kein Fan davon, bestimmte Konstellationen einfach zu kopieren. Wir hätten dann mit Boldt, Becker, Bindzus, Titz, Selke und Dompe schon sehr viel HHSV in unseren Reihen. Man sollte schon noch irgendwo seinen eigenen Weg gehen…
Selke also.. ich muss gestehen, dass ich schon zu seiner Zeit als Talent bei Werder immer gehofft habe, dass der Kelch an uns vorbei gehen möchte.
Ich fand ihn seit jeher überschätzt und auch charakterlich eher unsympathisch.
Natürlich würde ich ihm eine faire Chance geben - die kriegt jeder Neuzugang von mir. Jubelstürme löst das bei mir allerdings nicht aus und ich hoffe, dass sich diese Entscheidung aus finanzieller Sicht nicht rächen wird.
Wenn er kommt, haben wir definitiv einen Stürmer zu viel. Sollte es Källman treffen, würde ich das sehr schade finden. Er hat sich in diesem Jahr absolut in mein Herz gespielt und ich würde ihn vermissen.
Gleichzeitig wäre er als Stürmer Nummer 2 aber zu gut und vermutlich eine gute Möglichkeit, nochmal Einnahmen zu generieren. Trotzdem würde ich persönlich lieber Pichler abgeben.
Bei dem ominösen Flügelspieler als der Bundesliga wird ja über Dompe spekuliert. Von mir aus okay, allerdings bin ich kein Fan davon, bestimmte Konstellationen einfach zu kopieren. Wir hätten dann mit Boldt, Becker, Bindzus, Titz, Selke und Dompe schon sehr viel HHSV in unseren Reihen. Man sollte schon noch irgendwo seinen eigenen Weg gehen…
Ich habe nun vermehrt von Hamburgern bei X und bei Transfermarkt gelesen, dass Selke ein alles andere als schwierigen Charakter hat. Auf dem Feld leidenschaftlich wie ein Tomiak, aber abseits des Feldes ein einwandfreier Profi der auch als ein Vorbild für Jugendspieler in Hamburg war. Kann ich natürlich nicht verifizieren, aber wollte ich nur gesagt haben.
Meine persönliche Sympathie hängt nicht daran, ob jemand einen schwierigen Charakter hat. Ich hab ein paar Interviews von ihm mitbekommen und hab mir daraus ein Urteil gebildet. Mein Urteil.
Das hat aber mit dem Sportlichen an der Stelle nichts mehr zu tun.
Er wurde als junges Talent ja ordentlich gehyped und ist auch nicht ohne Grund bei Leipzig untergekommen. Für die Bundesliga oder andere große Erfolge hat es aber nie gereicht. Wir würden daher einen besseren Zweitligastürmer bekommen. Rein auf dem Papier also okay. Aber weder meine Wunschlösung, noch jemand, der bei mir Euphorie auslösen würde.
24.08.2026 - 12:27 Uhr
Laut Bild droht der Transfer von Selke zu scheitern. Der finanzielle Rahmen (Ablöse & Gehalt) sei nicht realisierbar, selbst bei Abstrichen. Ja schade, in meinen Augen wäre er das fehlende Puzzleteil gewesen.
Sind jetzt aber auch keine neuen Erkenntnisse der Bild. Ein wenig Bange vor Panikleihen habe ich jetzt doch. Wenn das nichts wird in der Transferperiode, kann man ihn auch gleich wieder entlassen. Dann halte ich lieber an Titz fest, der liefert immerhin guten Fussball.
Sind jetzt aber auch keine neuen Erkenntnisse der Bild. Ein wenig Bange vor Panikleihen habe ich jetzt doch. Wenn das nichts wird in der Transferperiode, kann man ihn auch gleich wieder entlassen. Dann halte ich lieber an Titz fest, der liefert immerhin guten Fussball.
24.08.2026 - 12:43 Uhr
Zitat von Skordie
Für die Bundesliga oder andere große Erfolge hat es aber nie gereicht.
Für die Bundesliga oder andere große Erfolge hat es aber nie gereicht.
Das ist angesichts von 238 Einsätzen in der 1. Bundesliga (mit immerhin 46 Toren) aber schon eine steile These.
24.08.2026 - 12:55 Uhr
Laut Dennis Bayer von Sky ist der Wechsel von Steinmann nach Hannover durch. Leihe ohne KO bis Saisonende. Puh...
24.08.2026 - 13:13 Uhr
Zitat von _Chriis_
Ganz ehrlich? Was soll uns eine Leihe ohne Kaufoption bringen bei einem Talent, das im Profifussball noch keine Schritte gemacht hat? Ich sehe den Sinn nicht. Du kannst nicht damit rechnen, dass er der Spieler ist, der sofort in die Stamm rückt und uns verbessert. Und einen Mehrwert für die Zukunft generieren wir so auch nicht. Also was soll das? Zumal wir ja Matsuda haben und im Zweifel doch auch in unsere eigene U23 schauen können. Als dritten defensiven Schienenspieler werden wir dort doch wohl jemanden haben. Dafür müssen wir uns doch nicht von extern jemanden dazu holen. Also sollte dieser Transfer so über die Bühne gehen, wäre das für mich ein miserabler Transfer.
Ganz ehrlich? Was soll uns eine Leihe ohne Kaufoption bringen bei einem Talent, das im Profifussball noch keine Schritte gemacht hat? Ich sehe den Sinn nicht. Du kannst nicht damit rechnen, dass er der Spieler ist, der sofort in die Stamm rückt und uns verbessert. Und einen Mehrwert für die Zukunft generieren wir so auch nicht. Also was soll das? Zumal wir ja Matsuda haben und im Zweifel doch auch in unsere eigene U23 schauen können. Als dritten defensiven Schienenspieler werden wir dort doch wohl jemanden haben. Dafür müssen wir uns doch nicht von extern jemanden dazu holen. Also sollte dieser Transfer so über die Bühne gehen, wäre das für mich ein miserabler Transfer.
Sehe ich auch so!
24.08.2026 - 13:18 Uhr
Auch wenn der Transfer von Selke zu scheitern droht, wir denken in die richtige Richtung. Zudem wird man mit Sicherheit Alternativen haben. Ich glaube Kind hatte es ja bestätigt, er ist einer der Kandidaten....
Zudem bin ich mal gespannt ob noch ein RA kommt. Ich könnte mir vorstellen das man Pläne mit Matsuda hat. Offensiv wusste er immer zu gefallen, es sind eher seine defensive Schwächen, die einen zweifeln lassen. Im 1vs1 macht Matsuda richtig Spaß!
Zu Steinmann
Er ist ein Talent und bestimmt als Backup für Neumann eingeplant. Leider keine KO, dennoch macht man hier nichts falsch und geht kein finanzielles Risiko ein. Das Geld kann man sich für die Offensive sparen.
Die Verpflichtung eines Torjägers wird maßgeblich mitentscheiden ob wir einer der Topfavoriten sein werden oder eben nicht. Wir brauchen einen absoluten Killer vor dem Tor! Meiner Meinung nach muss Bundu höllisch aufpassen, dass er seinen Platz nicht verliert. Ectibasi holt in großen Schritten auf und sollte doch noch ein RA kommen, dann muss er richtig aufpassen. Seine Zuspiele sind eine einzige Zumutung in dieser Saison.
Die letzte Woche der Transferphase wird richtig spannend für uns werden. Auch für Boldt ist sie nicht unwichtig, denn jetzt muss er langsam Taten folgen lassen. Jeder kennt unser Hauptproblem und er hat ja angekündigt, zum Transferschluss ist er bekannt dafür einen Kracher zu holen.
Nun Herr Bold und Herr Becker, Bühne frei 😊
Zudem bin ich mal gespannt ob noch ein RA kommt. Ich könnte mir vorstellen das man Pläne mit Matsuda hat. Offensiv wusste er immer zu gefallen, es sind eher seine defensive Schwächen, die einen zweifeln lassen. Im 1vs1 macht Matsuda richtig Spaß!
Zu Steinmann
Er ist ein Talent und bestimmt als Backup für Neumann eingeplant. Leider keine KO, dennoch macht man hier nichts falsch und geht kein finanzielles Risiko ein. Das Geld kann man sich für die Offensive sparen.
Die Verpflichtung eines Torjägers wird maßgeblich mitentscheiden ob wir einer der Topfavoriten sein werden oder eben nicht. Wir brauchen einen absoluten Killer vor dem Tor! Meiner Meinung nach muss Bundu höllisch aufpassen, dass er seinen Platz nicht verliert. Ectibasi holt in großen Schritten auf und sollte doch noch ein RA kommen, dann muss er richtig aufpassen. Seine Zuspiele sind eine einzige Zumutung in dieser Saison.
Die letzte Woche der Transferphase wird richtig spannend für uns werden. Auch für Boldt ist sie nicht unwichtig, denn jetzt muss er langsam Taten folgen lassen. Jeder kennt unser Hauptproblem und er hat ja angekündigt, zum Transferschluss ist er bekannt dafür einen Kracher zu holen.
Nun Herr Bold und Herr Becker, Bühne frei 😊
24.08.2026 - 13:19 Uhr
Zitat von Jernals
Das ist angesichts von 238 Einsätzen in der 1. Bundesliga (mit immerhin 46 Toren) aber schon eine steile These.
Das ist angesichts von 238 Einsätzen in der 1. Bundesliga (mit immerhin 46 Toren) aber schon eine steile These.
Sehe ich anders. Er hat genau zwei Saisons immerhin 30 Spiele bestreiten dürfen, ansonsten war er immer unter dieser Marke. Dazu hat er ebenfalls nur in zwei Saisons mal 10 Tore in einer Saison zu schießen, sonst lag er auch da stets darunter. Nicht selten hat er auch keine 20 Spiele in seiner Saison gemacht.
24.08.2026 - 13:47 Uhr
Zitat von HeartBreakKid96
Auch wenn der Transfer von Selke zu scheitern droht, wir denken in die richtige Richtung. Zudem wird man mit Sicherheit Alternativen haben. Ich glaube Kind hatte es ja bestätigt, er ist einer der Kandidaten....
Zudem bin ich mal gespannt ob noch ein RA kommt. Ich könnte mir vorstellen das man Pläne mit Matsuda hat. Offensiv wusste er immer zu gefallen, es sind eher seine defensive Schwächen, die einen zweifeln lassen. Im 1vs1 macht Matsuda richtig Spaß!
Zu Steinmann
Er ist ein Talent und bestimmt als Backup für Neumann eingeplant. Leider keine KO, dennoch macht man hier nichts falsch und geht kein finanzielles Risiko ein. Das Geld kann man sich für die Offensive sparen.
Die Verpflichtung eines Torjägers wird maßgeblich mitentscheiden ob wir einer der Topfavoriten sein werden oder eben nicht. Wir brauchen einen absoluten Killer vor dem Tor! Meiner Meinung nach muss Bundu höllisch aufpassen, dass er seinen Platz nicht verliert. Ectibasi holt in großen Schritten auf und sollte doch noch ein RA kommen, dann muss er richtig aufpassen. Seine Zuspiele sind eine einzige Zumutung in dieser Saison.
Die letzte Woche der Transferphase wird richtig spannend für uns werden. Auch für Boldt ist sie nicht unwichtig, denn jetzt muss er langsam Taten folgen lassen. Jeder kennt unser Hauptproblem und er hat ja angekündigt, zum Transferschluss ist er bekannt dafür einen Kracher zu holen.
Nun Herr Bold und Herr Becker, Bühne frei 😊
Auch wenn der Transfer von Selke zu scheitern droht, wir denken in die richtige Richtung. Zudem wird man mit Sicherheit Alternativen haben. Ich glaube Kind hatte es ja bestätigt, er ist einer der Kandidaten....
Zudem bin ich mal gespannt ob noch ein RA kommt. Ich könnte mir vorstellen das man Pläne mit Matsuda hat. Offensiv wusste er immer zu gefallen, es sind eher seine defensive Schwächen, die einen zweifeln lassen. Im 1vs1 macht Matsuda richtig Spaß!
Zu Steinmann
Er ist ein Talent und bestimmt als Backup für Neumann eingeplant. Leider keine KO, dennoch macht man hier nichts falsch und geht kein finanzielles Risiko ein. Das Geld kann man sich für die Offensive sparen.
Die Verpflichtung eines Torjägers wird maßgeblich mitentscheiden ob wir einer der Topfavoriten sein werden oder eben nicht. Wir brauchen einen absoluten Killer vor dem Tor! Meiner Meinung nach muss Bundu höllisch aufpassen, dass er seinen Platz nicht verliert. Ectibasi holt in großen Schritten auf und sollte doch noch ein RA kommen, dann muss er richtig aufpassen. Seine Zuspiele sind eine einzige Zumutung in dieser Saison.
Die letzte Woche der Transferphase wird richtig spannend für uns werden. Auch für Boldt ist sie nicht unwichtig, denn jetzt muss er langsam Taten folgen lassen. Jeder kennt unser Hauptproblem und er hat ja angekündigt, zum Transferschluss ist er bekannt dafür einen Kracher zu holen.
Nun Herr Bold und Herr Becker, Bühne frei 😊
Neumann ist wieder da?
24.08.2026 - 13:51 Uhr
Zitat von _Chriis_
Ganz ehrlich? Was soll uns eine Leihe ohne Kaufoption bringen bei einem Talent, das im Profifussball noch keine Schritte gemacht hat? Ich sehe den Sinn nicht. Du kannst nicht damit rechnen, dass er der Spieler ist, der sofort in die Stamm rückt und uns verbessert. Und einen Mehrwert für die Zukunft generieren wir so auch nicht. Also was soll das? Zumal wir ja Matsuda haben und im Zweifel doch auch in unsere eigene U23 schauen können. Als dritten defensiven Schienenspieler werden wir dort doch wohl jemanden haben. Dafür müssen wir uns doch nicht von extern jemanden dazu holen. Also sollte dieser Transfer so über die Bühne gehen, wäre das für mich ein miserabler Transfer.
Edit: Würde dieser Transfer allem widersprechen, was Boldt angekündigt hat. Steinmann ist weder der Unterschiedsspieler noch ein Talent aus dem man, unter den Bedingungen, einen Mehrwert in der Zukunft erzielt. Desweiteren wollte Boldt den Kader entschlanken und nicht wieder so eine große Breite haben. Für mich wäre dieser Transfer aber nur einer für die Breite. Also passt daran gar nichts.
Na ja, auf drei defensive Schienenspieler für die rechte Seite kommt man nur, wenn man Neubauer dort fest zuzählt. Tut man das, haben wir wiederum mit Oudenne nur einen einzigen Spieler für die Position auf der linken Seite. Mit Steinmann sind es vier Spieler für zwei Positionen, was mMn. auch geboten ist, damit man im Spiel genügend Wechseloptionen hat und über die Saison hinweg adäquat auf Ausfälle reagieren kann. Eine zu große Breite und eine Verfehlung Boldts, sinnvoll den Kader zu verkleinern, sehe ich hier nicht. Dass er nicht der Spieler ist, der uns direkt in der Spitze besser macht, ist verschmerzbar, wenn die entsprechenden Spieler dafür auf den offensiven Positionen kommen. Ganz ehrlich? Was soll uns eine Leihe ohne Kaufoption bringen bei einem Talent, das im Profifussball noch keine Schritte gemacht hat? Ich sehe den Sinn nicht. Du kannst nicht damit rechnen, dass er der Spieler ist, der sofort in die Stamm rückt und uns verbessert. Und einen Mehrwert für die Zukunft generieren wir so auch nicht. Also was soll das? Zumal wir ja Matsuda haben und im Zweifel doch auch in unsere eigene U23 schauen können. Als dritten defensiven Schienenspieler werden wir dort doch wohl jemanden haben. Dafür müssen wir uns doch nicht von extern jemanden dazu holen. Also sollte dieser Transfer so über die Bühne gehen, wäre das für mich ein miserabler Transfer.
Edit: Würde dieser Transfer allem widersprechen, was Boldt angekündigt hat. Steinmann ist weder der Unterschiedsspieler noch ein Talent aus dem man, unter den Bedingungen, einen Mehrwert in der Zukunft erzielt. Desweiteren wollte Boldt den Kader entschlanken und nicht wieder so eine große Breite haben. Für mich wäre dieser Transfer aber nur einer für die Breite. Also passt daran gar nichts.
Was die Modalitäten angeht, muss man aber schon sagen, dass Boldt seine doch recht selbstbewusste Ankündigung, mehr Werte, die auch beim Verein hängenbleiben, schaffen zu wollen, bei diesem Transfer wohl verfehlt. Mindestens mal ein Modell mit KO und RKO wäre hier wünschenswert gewesen.
24.08.2026 - 14:02 Uhr
Was kann Hannover 96 in diesem Transferfenster noch machen? Eine Rechnung jenseits des Playstation-Modus
Wenn über Transfers gesprochen wird, reduziert sich die Diskussion erstaunlich oft auf eine einzige Zahl: die Ablöse. Verein A hat Spieler X für drei Millionen Euro verkauft, also kann Verein A nun selbstverständlich einen anderen Spieler für drei Millionen Euro kaufen. Das klingt so schön einfach, dass man beinahe bedauert, wie hartnäckig sich Buchhaltung, Gehälter und Vertragslaufzeiten weigern, an dieser Einfachheit mitzuwirken.
Ein Spieler kostet einen Verein eben nicht nur die Summe, die an den abgebenden Klub überwiesen wird. Hinzu kommen Gehalt, mögliche Handgelder, Beraterhonorare, Prämien und bei Leihen häufig auch eine Leihgebühr. Gleichzeitig wird eine Ablöse in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung nicht zwingend in dem Moment vollständig zum Aufwand, in dem der Spieler verpflichtet wird. Genau hier kommen Capex und Opex ins Spiel. Ich versuche es bewusst ohne BWL-Seminar und ungefähr so, dass man es auch nach zwei Bier im Stadion noch erklären könnte.
Capex ist das Geld, mit dem ein länger nutzbarer Vermögenswert angeschafft wird. Im Profifußball ist das bei einem gekauften Spieler vereinfacht gesagt dessen Registrierungsrecht. Kauft 96 einen Spieler für drei Millionen Euro und gibt ihm einen Vertrag über drei Jahre, wird dieser Wert üblicherweise nicht sofort mit drei Millionen Euro als Aufwand verbucht. Stattdessen wird er über die Vertragslaufzeit abgeschrieben: in diesem Beispiel mit einer Million Euro pro Jahr. Das Geld kann trotzdem sofort oder nach einem vereinbarten Zahlungsplan abfließen. Cashflow und Ergebnisrechnung sind also zwei verschiedene Dinge, auch wenn beides am Ende unangenehm werden kann, wenn man es ignoriert.
Opex sind die laufenden Kosten des Betriebs. Beim Spieler ist das vor allem sein Gehalt, ergänzt um Prämien und weitere laufende Vergütungsbestandteile. Verdient unser beispielhafter Neuzugang 600.000 Euro pro Jahr, belastet er das Jahresbudget damit nicht nur mit einer Million Euro Abschreibung, sondern insgesamt mit ungefähr 1,6 Millionen Euro. Bei einer Leihe gibt es keinen langfristigen Spielerwert, den 96 aufbaut. Gehaltsübernahme und Leihgebühr werden im Wesentlichen zu Kosten des Leihzeitraums. Deshalb ist eine Leihe kurzfristig oft leichter darstellbar, langfristig aber nicht zwingend besonders wertschöpfend. Man finanziert dann im Zweifel die Ausbildung oder Wiederbelebung eines Spielers, der anschließend wieder einem anderen Verein gehört. Auch das kann sinnvoll sein. Ein Investment in die eigene Substanz ist es nur selten.
Beim Verkauf gilt die Logik in umgekehrter Richtung. Entscheidend ist nicht allein die Ablöse, sondern auch der noch vorhandene Buchwert. Wird ein Spieler für zwei Millionen Euro verkauft und steht noch mit 1,2 Millionen Euro in den Büchern, entsteht vereinfacht ein Buchgewinn von 800.000 Euro. Ist er bereits vollständig abgeschrieben, schlägt nahezu die gesamte Nettoablöse als Gewinn durch. Das ist der Grund, warum zwei Transfers mit derselben Ablösesumme finanziell völlig unterschiedlich wirken können.
Vor diesem Hintergrund möchte ich betrachten, was Hannover 96 in diesem Transferfenster noch tun könnte. Das ist keine Rekonstruktion des internen Etats bis auf den letzten Cent. Dafür fehlen uns Vertragsdaten, Bonusregelungen, Beraterkosten, Zahlungspläne und die tatsächliche Gehaltsstruktur. Es ist eine Modellrechnung auf Grundlage öffentlich genannter Summen und plausibler Annahmen. Wer daraus anschließend eine testierte Bilanz machen möchte, darf sich gerne noch einen Taschenrechner mit Vereinswappen kaufen.
Zunächst die Abgänge
Ich werde an dieser Stelle ausdrücklich nicht bewerten, an welcher Stelle des Kaders durch die Abgänge welche sportliche Qualität verloren gegangen ist. Das wäre ein eigener Beitrag und würde die finanzielle Betrachtung unnötig vermischen. Hier geht es zunächst nur um die Frage, welches Budget frei geworden sein könnte.
Beginnen muss man mit Nicolò Tresoldi. Durch seine erfolgreiche Saison in Belgien, die er als Torschützenkönig und Meister beendete, sollen weitere erfolgsabhängige Zahlungen an Hannover 96 ausgelöst worden sein. Medial wurden dafür Beträge in einer Größenordnung von rund drei Millionen Euro genannt. Hinzu kommt die bekannte Aussicht auf eine weitere Beteiligung, wenn der FC Brügge Tresoldi eines Tages mit Gewinn weiterverkauft. Ob, wann und zu welcher Summe das geschieht, ist offen; dass 96 an einem solchen Transfer nochmals verdienen könnte, ist dagegen Teil der öffentlich beschriebenen Vertragskonstruktion. Für meine Rechnung behandle ich diesen Nachschlag bewusst nicht als zusätzliches Geld, das nun vollständig auf dem Transfermarkt verfeuert werden kann. Ich setze damit vielmehr die kursierenden Hinweise auf eine notwendige Budgetkürzung für die Saison 2026/27 auf null. Anders gesagt: Ich unterstelle, dass die Tresoldi-Einnahmen einen möglichen zusätzlichen Konsolidierungsbedarf für die begonnene Saison auffangen. Von diesem Punkt an rechne ich so, als könne ein eingespartes Gehalt wieder eingesetzt und ein erzielter Transferüberschuss neu gebunden werden. Das ist keine Behauptung über die interne Budgetfreigabe, sondern die Grundannahme des Modells.
Danach kommen die etwas unspektakuläreren, finanziell aber keineswegs belanglosen Abgänge. Bei Elias Saad, Nahuel Noll, Maik Nawrocki, Noah Weißhaupt und Hendry Blank wurden die Leihen nicht in feste Verpflichtungen überführt. Dadurch entfallen zunächst die übernommenen Gehaltsanteile. Sehr wahrscheinlich entfielen außerdem Leihgebühren, denn der romantische Gedanke, ein abgebender Verein stelle seinen Spieler für ein Jahr kostenlos zur Verfügung und freue sich einfach über dessen Entwicklung, ist im professionellen Fußball nur eingeschränkt verbreitet.
Das übliche wirtschaftliche Interesse des verleihenden Vereins besteht darin, dass der aufnehmende Klub mindestens einen relevanten Teil des Gehalts übernimmt. Zusätzlich wird häufig versucht, über die Leihgebühr den jährlichen Abschreibungsanteil oder zumindest einen Teil der eigenen Kapitalkosten abzudecken. Noll dürfte in dieser Gruppe vergleichsweise günstig gewesen sein. Bei Saad, Nawrocki, Weißhaupt und Blank ist dagegen plausibel, dass sich Gehaltsanteile und Leihgebühren zusammen auf einen deutlich höheren Betrag summiert haben. Selbst wenn Weißhaupt und Saad nur ein halbes Jahr in Hannover waren, können bei allen fünf Leihen zusammen schnell mehrere Millionen Euro zusammenkommen.
Hinzu kommen Brooklyn Ezeh, Enzo Leopold, Håvard Nielsen und Leon-Oumar Wechsel, die Hannover ohne Ablöse verlassen haben. Ihre Gehälter dürften im Durchschnitt unter den Gesamtpaketen der prominenteren Leihspieler gelegen haben. In Summe halte ich es dennoch für vertretbar, bis zu diesem Punkt mit einer Entlastung von ungefähr fünf bis sechs Millionen Euro aus Gehältern und Leihkosten zu rechnen. Das ist bewusst eine Bandbreite und keine Zahl, die jemand aus einer Schublade am Maschsee gezogen hat.
Bei Jannik Rochelt und Jonas Sterner ist die Betrachtung etwas anders. Beide waren zuvor verliehen und wurden anschließend fest abgegeben. Für Rochelt wurden rund 400.000 Euro als Ablöse genannt; bei Sterner bewegten sich die kursierenden Angaben in einer ähnlichen Größenordnung. Entscheidend ist hier, dass ein Teil der ursprünglich gezahlten Ablösen bereits über die bisherige Vertragsdauer abgeschrieben worden war. Die Verkaufserlöse dürften deshalb ungefähr in der Größenordnung der noch vorhandenen Buchwerte gelegen haben. Einen großen Buchgewinn muss man daraus nicht konstruieren, einen dramatischen Verlust aber ebenso wenig.
Finanziell wurde damit vor allem gebundenes Kapital wieder liquide gemacht. Das ist weniger spektakulär als der übliche Begriff vom „Transfercoup“, aber für die weitere Kaderplanung durchaus hilfreich: Das Geld steckt nicht mehr in zwei Spielern, mit denen sportlich offenbar nicht geplant wurde, sondern steht wieder als Cash zur Verfügung und kann neu gebunden werden. Zusammen mit den entfallenden Gehältern komme ich nach diesen Abgängen auf eine Größenordnung von ungefähr sieben bis acht Millionen Euro, die theoretisch neu verteilt werden könnte.
William Kokolo wurde inzwischen für eine Saison an CD Nacional verliehen. Über die konkreten Konditionen ist öffentlich wenig bekannt. Für die Modellrechnung unterstelle ich, dass Nacional sein Gehalt übernimmt und über die Leihkonditionen ungefähr auch den jährlichen Abschreibungsanteil abdeckt. Damit setze ich eine zusätzliche Entlastung von rund 500.000 Euro an. Im Hinterkopf muss bleiben, dass Kokolo 2027 zurückkehren kann und dann wieder Budget benötigt. Eine einjährige Leihe ist schließlich keine spontane Auflösung des Arbeitsverhältnisses, auch wenn sie sich im Transferkalender ähnlich angenehm liest.
Kommen wir zu Noël Aséko und Daisuke Yokota. Bei beiden sind mehrere Vorgänge auseinanderzuhalten, damit dieselbe Million nicht versehentlich zweimal jubelnd durchs Forum läuft.
Für Leihgebühren und Gehälter sollen beide in der vergangenen Saison zusammen ungefähr 1,75 Millionen Euro gekostet haben. Diese Belastung entfällt nun. Ich setze deshalb die vollen 1,75 Millionen Euro als frei gewordenen Saisonaufwand an. In einer früheren Überschlagsrechnung könnte man auf 1,5 Millionen Euro abrunden.
Bei Yokota zog Hannover zunächst die Kaufoption. Je nach Medienquelle bewegen sich die genannten Beträge zwischen ungefähr 1,4 und zwei Millionen Euro. Für diese Rechnung bleibe ich bei dem niedrigeren, zuvor genannten Ansatz von 1,4 Millionen Euro. Anschließend wechselte Yokota zu den Glasgow Rangers. Öffentlich berichtet wurden 3,5 Millionen Euro als sofortige Ablöse und bis zu vier Millionen Euro einschließlich möglicher Boni. Für meine bewusst konservative Modellrechnung setze ich dennoch nur 3,25 Millionen Euro an. Aus 3,25 Millionen Euro Verkaufserlös abzüglich 1,4 Millionen Euro Kaufpreis werden 1,85 Millionen Euro. Weil Yokota zwischen Kaufoption und Weiterverkauf noch bei 96 unter Vertrag stand und weitere Nebenkosten möglich sind, runde ich auf 1,8 Millionen Euro Überschuss ab. Mögliche Boni und eine Weiterverkaufsbeteiligung lasse ich außen vor. Man muss nicht jede Hoffnung schon als Forderung in die Bilanz schreiben.
Bei Aséko zahlte Hannover dem Vernehmen nach ungefähr eine Million Euro, um die Kaufoption zu ziehen. Der FC Bayern aktivierte anschließend seine Rückkaufklausel. Aus dieser Rückabwicklung und der Beteiligung am Weiterverkauf der Bayern an Eintracht Frankfurt sollen Hannover insgesamt etwa 3,45 Millionen Euro zugeflossen sein. Von diesen 3,45 Millionen Euro muss die zuvor gezahlte Million abgezogen werden. Der Nettoeffekt liegt damit bei ungefähr 2,45 Millionen Euro. Genau dieser Abzug ist wichtig, denn ansonsten würde die gezogene Kaufoption auf wundersame Weise gleichzeitig Ausgabe und nicht vorhandene Ausgabe sein. Selbst im Fußball gibt es Grenzen des kreativen Rechnens.
Damit ergibt sich folgende grobe Herleitung:
Je nachdem, ob man bei der ersten Position eher sieben oder acht Millionen Euro ansetzt, landet man zwischen 13,5 und 14,5 Millionen Euro. Ich arbeite im Folgenden mit dem Mittelwert von 14 Millionen Euro. Das klingt zunächst nach einem Transferbudget, mit dem man in der 2. Bundesliga kurzzeitig den Eindruck erwecken könnte, der Geldautomat habe einen technischen Defekt. Ganz so großzügig ist die Lage aber nicht.
Warum 14 Millionen Euro nicht einfach 14 Millionen Euro für neue Ablösen sind
Die positive Seite dieser Rechnung besteht aus einer Mischung verschiedener Effekte: eingesparten Jahresgehältern, entfallenen Leihkosten, Transfererlösen und Überschüssen nach Buchwerten. Das ist kein einheitlicher Geldtopf mit der Aufschrift „Bitte bis zum 1. September leeren“. Vor allem darf man nicht vergessen, dass ein heute verpflichteter Spieler auch im Sommer 2027 und im Sommer 2028 noch Gehalt bekommt und Abschreibungen verursacht.
Würde Hannover die gesamten 14 Millionen Euro so einsetzen, dass damit gerade die Saison 2026/27 finanziert ist, bräuchte der Klub im kommenden Sommer bei einem Nichtaufstieg neue Erlöse, um die weiterlaufenden Gehälter und Abschreibungen zu tragen. Genau darin liegt der Denkfehler, der in Fandiskussionen regelmäßig auftaucht und gelegentlich offenbar auch in Büros, deren Türschild eigentlich Schutz davor bieten sollte: „Wir haben X Millionen eingenommen, also können wir mindestens X Millionen ausgeben.“ Man kann. Man sollte dann nur wissen, wer die Rechnung in den beiden Folgejahren bezahlt.
Um nicht jeden Vertrag mit Optionsjahr, Handgeld und leistungsabhängiger Prämie bis zur zweiten Nachkommastelle zu simulieren, rechne ich mit einem Planungshorizont von drei Jahren. Das ist eher konservativ. Es bedeutet, dass ich bei den Zugängen nicht nur die Belastung der laufenden Saison, sondern grundsätzlich drei Jahre Gehalt und Abschreibung reserviere. Dadurch wird die theoretisch verfügbare Summe schneller kleiner, dafür steht man bei einem verpassten Aufstieg nicht im nächsten Sommer vor der überraschenden Erkenntnis, dass Verträge tatsächlich weiterlaufen.
Die Zugänge und ihre Dreijahreswirkung
Beginnen wir mit den Spielern aus dem eigenen Nachwuchs. Tom Hobrecht, Alexander Vogel und Joschua Siewert sind in den Profibereich aufgerückt beziehungsweise gehören zum erweiterten Profikader. Siewert würde ich in dieser Rechnung nur vollständig berücksichtigen, wenn kein weiterer Innenverteidiger kommt. Das Erfreuliche an solchen Lösungen ist, dass junge Spieler bei ihren ersten Profiverträgen im Gehaltsgefüge meist noch weit unten stehen. Solange sie nicht regelmäßig spielen und dadurch mögliche Einsatzprämien oder automatische Gehaltssprünge auslösen, ist die Belastung überschaubar.
Für Hobrecht, Vogel und Siewert setze ich zusammen rund 200.000 Euro pro Jahr an. Yunus Ünal dürfte ebenfalls günstig sein, wenn auch etwas teurer als ein direkt hochgezogener Jugendspieler. Für ihn rechne ich mit 100.000 Euro Jahresgehalt und zusätzlich 100.000 Euro Handgeld beziehungsweise vergleichbaren Einstiegskosten. Um nicht so zu tun, als gäbe es keinerlei Prämien oder Nebenkosten, runde ich die jährliche Belastung dieser Gruppe auf 400.000 Euro auf. Über drei Jahre reserviere ich damit 1,2 Millionen Euro. Das ist großzügiger gerechnet als die bloße Addition der genannten Grundbeträge und enthält bewusst einen Puffer.
Lars Gindorf dürfte mit seiner Vertragsverlängerung bis 2029 gehaltlich deutlich aufgestockt worden sein. Eine Ablöse fällt nicht an, aber ein ablösefreier oder bereits im Verein befindlicher Spieler arbeitet bekanntlich trotzdem nicht aus Dankbarkeit. Ob ein möglicher Unterschriftsbonus als Handgeld oder als höheres Gehalt über die Laufzeit gestaltet wurde, ist für diese Modellrechnung zweitrangig. Ich setze für Gindorf 400.000 Euro pro Jahr an.
Bei Jean Hugonet rechne ich mit einer ähnlichen Summe. Man könnte einwenden, dass er bereits mehr Zweitligaerfahrung mitbringt und deshalb höher liegen müsste. Andererseits ist er Innenverteidiger, und Innenverteidiger genießen auf dem Gehaltsmarkt ungefähr denselben Glamourbonus wie Brandschutzbeauftragte auf einer Firmenfeier. Für Gindorf und Hugonet zusammen ergeben sich damit 800.000 Euro pro Jahr beziehungsweise 2,4 Millionen Euro über drei Jahre.
Pascal Loretz und Taycan Etcibasi lassen sich wegen der bekannten Vertragslaufzeiten etwas konkreter modellieren. Loretz erhielt einen Vierjahresvertrag bis 2030. Als Grundablöse wurden etwa 1,1 Millionen Euro genannt, die durch Boni noch steigen kann. Auf vier Jahre verteilt ergibt die Grundsumme 275.000 Euro Abschreibung pro Saison. Dazu setze ich ein Gehalt von 325.000 Euro an. Damit kostet Loretz in der Modellrechnung rund 600.000 Euro pro Jahr. Dass Leo Weinkauf deutlich günstiger sein dürfte, ist dabei durchaus relevant, besonders seit Loretz zunächst auf der Bank Platz nehmen musste. Der Abschreibungsbetrag erkundigt sich bekanntlich nicht beim Trainer, ob sein Spieler am Wochenende eingesetzt wird.
Etcibasi unterschrieb für drei Jahre. Bei seiner Ablöse bewegen sich die öffentlich genannten Beträge je nach Quelle ungefähr zwischen 350.000 und 500.000 Euro. Ich rechne vorsichtshalber mit 500.000 Euro. Das ergibt rund 167.000 Euro Abschreibung pro Jahr. Mit einem angenommenen Jahresgehalt von 180.000 Euro lande ich aufgerundet bei 350.000 Euro jährlicher Belastung. Für Loretz und Etcibasi zusammen sind das über den betrachteten Dreijahreszeitraum 2,85 Millionen Euro.
Marcel Hartel ist die Sonderposition dieser Rechnung. Die Ablöse wurde mit knapp unter beziehungsweise rund einer Million Euro angegeben; ich bleibe bei 800.000 Euro. Bei drei Vertragsjahren sind das rund 267.000 Euro Abschreibung pro Saison. Der größere Posten ist das Gehalt. Hartels garantierte Vergütung in St. Louis lag laut der Gehaltsübersicht der MLS-Spielergewerkschaft 2026 bei rund 2,41 Millionen US-Dollar pro Jahr. Dass er für seine Rückkehr nach Deutschland erhebliche Abstriche akzeptiert haben muss, liegt auf der Hand. Wie erheblich diese Abstriche genau sind, ist nicht öffentlich bekannt.
Ich halte es dennoch für sehr wahrscheinlich, dass Hannover für Hartel die bisherige Gehaltsstruktur nach oben öffnen musste. Ein Spieler verzichtet vielleicht aus persönlichen Gründen auf viel Geld; er wird dadurch aber nicht plötzlich zum Nachwuchsstar mit Ausbildungsvergütung. Ich rechne daher mit einem Jahresgehalt von ungefähr 1,23 Millionen Euro. Zusammen mit der Abschreibung ergibt das glatte 1,5 Millionen Euro pro Jahr und 4,5 Millionen Euro über drei Jahre. Das ist für einen Zweitligisten sehr viel Geld. Es ist aber auch der Preis, wenn man einen Spieler verpflichten möchte, der nicht nur als Ergänzung, sondern als Unterschiedsspieler gedacht ist. Besondere Qualität wird auf dem Markt nur selten versehentlich zum Sonderangebot.
Die bisher gebundenen Dreijahresbeträge lauten damit:
In Summe sind das 10,95 Millionen Euro. Ziehe ich diese von den zuvor angesetzten 14 Millionen Euro an positiven Budgeteffekten ab, bleiben ziemlich genau drei Millionen Euro übrig. Das ist noch immer Geld. Es ist nur nicht mehr die Summe, mit der man gleichzeitig einen Topstürmer, zwei Flügelspieler, einen Wingback, einen Innenverteidiger und vorsichtshalber noch den nächsten Aseko verpflichten kann. Zumindest nicht, wenn diese Personen auch in den Folgejahren Gehalt erhalten möchten.
Was bedeuten die aktuellen Gerüchte für diese Rechnung?
Bei Karl Steinmann geht es dem Vernehmen nach um eine Leihe vom SC Freiburg. Der 20-Jährige hat gerade einen Profivertrag erhalten, besitzt aber noch keine nennenswerte Erfahrung im Profifußball. Eine Kaufoption wäre für Hannover wünschenswert, scheint nach den jüngsten Berichten aber eher unwahrscheinlich, weil Freiburg langfristig mit ihm plant. Angeblich ist Steinmann schon auf dem Weg zum Medizincheck bei uns.
Sportlich stellt sich die berechtigte Frage, ob man einen 20-jährigen Leihspieler holt, um ihn vor den eigenen 22-jährigen Hayate Matsuda zu setzen. Als unmittelbarer Mehrwerttransfer springt einen das nicht an. Steinmann könnte dennoch ein passender rechter Wingback sein, wenn Christian Titz genau dieses Profil sucht und ihm sofort mehr zutraut als den vorhandenen Lösungen. Finanziell wäre eine Leihe jedenfalls leicht darstellbar. Setze ich für Leihgebühr und Gehaltsübernahme zusammen 400.000 Euro an, blieben von den drei Millionen Euro noch ungefähr 2,6 Millionen Euro. Der Nachteil: Nach einem Jahr wäre der Spieler voraussichtlich wieder in Freiburg und der mögliche Wertzuwachs ebenfalls.
Ilari Kangasniemi dürfte sich erledigt haben. Der finnische Sender Yle berichtet, dass der 19-jährige Innenverteidiger zum Medizincheck nach England reist und Leicester City für ihn rund 2,5 Millionen Euro bezahlen will. Bemerkenswert ist weniger, dass Leicester ein solches Talent verpflichten möchte. Bemerkenswert ist, dass Leicester nach zwei Abstiegen inzwischen in der englischen League One spielt. Ein ambitionierter deutscher Zweitligist wird bei einem finnischen Abwehrtalent also offenbar von einem englischen Drittligisten überboten. Der englische Fußball hat selbst in Liga drei noch Möglichkeiten, bei denen man in Deutschland lieber noch einmal die nachhaltige Dreijahresplanung öffnet.
Die von Inter Turku erwarteten 2,5 Millionen Euro wären für Hannover dennoch grundsätzlich finanzierbar gewesen. Mit Gehalt und Nebenkosten wäre der verbliebene Puffer aber weitgehend aufgebraucht worden. Unsere Dreijahresrechnung ist bewusst streng, sodass man den Transfer durchaus hätte machen können, ohne am nächsten Morgen Insolvenz anzumelden. Man hätte damit allerdings einen großen Teil der verbliebenen Flexibilität langfristig gebunden und die angekündigte Budgetdisziplin tatsächlich umgesetzt, statt sie nur auf einer Pressekonferenz dekorativ zu erwähnen.
Das Gerücht um Göktan Gürpüz scheint sich bislang nicht zu verfestigen. Zentral im Mittelfeld ist Hannover personell ohnehin nicht schlecht aufgestellt. Zusätzlich soll Kontakt zu einem Spieler aus der 1. Bundesliga für die rechte Offensive bestehen. Natürlich könnte man in diesem Zusammenhang sogar über Cedric Teuchert nachdenken, der sich derzeit in Hannover fit hält. So richtig begeistern würde mich diese Lösung allerdings nicht. Teuchert besitzt zweifellos Abschlussqualität und kennt den Verein, aber ein Kader wird nicht allein dadurch ausgewogener, dass man möglichst viele ehemalige Spieler wieder in der näheren Umgebung des Stadions versammelt.
Für den Sturm kursieren die Namen Gustaf Nilsson und Davie Selke. Beide sind sportlich interessant, aber wirtschaftlich völlig unterschiedlich zu bewerten. Bei Nilsson erscheint eine Leihe denkbar. Ein solches Paket könnte zusätzlich machbar sein, möglicherweise sogar dann, wenn die vorhandenen Stürmer bleiben. Entscheidend wären Leihgebühr, Gehaltsübernahme und die Frage, ob es eine Kaufoption gibt. Ohne Kaufoption wäre es eine kurzfristige Verstärkung für den Aufstiegsversuch, aber kein Aufbau eines eigenen Transferwerts.
Selke wäre ein anderes Kaliber, auch finanziell. Sein Gesamtpaket dürfte mindestens in der Größenordnung Hartels liegen, möglicherweise darüber. Um ihn seriös gegenzufinanzieren, bräuchte Hannover meines Erachtens einen Verkauf. Der naheliegende Kandidat wäre Benjamin Källman, der ebenfalls zu den besser bezahlten Spielern im Kader gehören dürfte. Källman erzielte in der vergangenen Saison insgesamt 14 Ligatore, davon allerdings zehn in der Hinrunde und nur noch vier in der Rückrunde. In den ersten beiden Ligaspielen der neuen Saison blieb er ebenfalls ohne Treffer. Von völliger Torlosigkeit seit dem Winter kann man also nicht sprechen, von einer deutlich gesunkenen Trefferquote sehr wohl und vielleicht auch ein "kleines" Fitnessproblem.
Ein Tausch Källman gegen Selke hätte eine klare Logik, aber auch einen klaren Preis. Man würde möglicherweise eine höhere Abschlussqualität und einen Stürmer erhalten, der bestimmte Abläufe im Titz-Fußball besser umsetzt. Gleichzeitig gäbe man einen Spieler im besten Fußballeralter mit grundsätzlich vorhandenem Wiederverkaufswert ab und holte einen älteren Angreifer, bei dem ein späterer Transfererlös kaum Teil des Geschäftsmodells sein dürfte. Das passt nur bedingt zu Jonas Boldts öffentlich formulierter Absicht, Werte zu schaffen. Wobei man fairerweise ergänzen muss: Auch ein Aufstieg schafft einen Wert. Manchmal sogar einen größeren als der nächste Verkauf eines einzelnen Spielers. Die Frage ist deshalb nicht, ob Selke einen Wiederverkaufswert besitzt, sondern ob sein sportlicher Mehrwert den Verzicht darauf rechtfertigt.
Was würde ich tun?
Die ungefähr drei Millionen Euro, die ohne weitere Verkäufe und ohne Berücksichtigung der Gerüchte in meinem Modell verbleiben, würde ich auf zwei Positionen verteilen: einen rechten Wingback (also keine Leihe von Steinmann) und einen rechten offensiven Außen. Genau dort sehe ich die deutlichsten strukturellen Lücken. Idealerweise wären es feste Verpflichtungen, weil Hannover dann nicht nur die laufende Saison absichert, sondern eigene Werte aufbauen kann.
Wenn feste Verpflichtungen in der gewünschten Qualität nicht möglich sind, können auch Leihen sinnvoll sein. Dann sollten es nach meinem Verständnis aber eher gestandene Spieler sein, die in Hannover kurzfristig wirklich etwas verändern können und es noch einmal wissen wollen. Ein junger Leihspieler ohne Kaufoption, der ungefähr auf dem Entwicklungsstand eines eigenen Talents ist, löst zwar eine Position im Organigramm, aber nicht automatisch ein sportliches Problem. Und selbst bei zwei Leihen sollte ein Teil des Geldes als Reserve bleiben. Transferfenster haben die unangenehme Eigenschaft, dass die teuersten Ideen meistens in den letzten Tagen entstehen.
Ich weiß, dass Hannover zusätzlich einen treffsicheren Stürmer benötigt. Deshalb hoffe ich trotz aller Einwände, dass sich für Källman ein guter Verkauf realisieren lässt und 96 anschließend einen anderen Stürmer verpflichtet. Von mir aus kann das sogar Selke sein. Källmans Trefferquote ist nach der starken Hinrunde deutlich gefallen, und er wirkt auf mich derzeit nicht vollständig austrainiert. Woran das liegt, kann ich von außen nicht beurteilen und werde darüber auch nicht spekulieren. Entscheidend ist allein die sportliche und wirtschaftliche Abwägung.
Wenn Hannover für Källman eine Summe erhält, die den Transfer eines anderen Stürmers mit mindestens vergleichbarer Torquote und besserer Passung zum Spiel von Christian Titz ermöglicht, würde ich den Wechsel vornehmen. Das gilt selbst dann, wenn der Nachfolger am Ende keinen nennenswerten Wiederverkaufswert besitzt. Ob Selke tatsächlich der passendere und treffsicherere Spieler wäre, müsste allerdings die sportliche Analyse beantworten und nicht sein Name. Auch ein bekannter Stürmer wird nicht dadurch jünger, günstiger oder treffsicherer, dass sein Gerücht oft genug wiederholt wird.
In der Innenverteidigung müssen die sportlich Verantwortlichen entscheiden, ob noch Handlungsbedarf besteht. Insgesamt reichen mir die vorhandenen fünf Kaderspieler plus Joschua Siewert, der überwiegend in den Nachwuchsmannschaften eingesetzt werden kann. Ein zusätzlicher Innenverteidiger wäre deshalb für mich keine vorrangige Ausgabe, solange alle bleiben.
Das kann sich ändern, wenn Okon bei einem guten Angebot geht oder auch Virgil Ghiță den Verein noch verlässt. In einem solchen Fall müsste Hannover nachbessern. Welche konkreten Alternativen dann tatsächlich verfügbar sind, kann ich nicht seriös beurteilen. Interessant fände ich Maximilian Herwerth vom VfB Stuttgart II. Er ist 20 Jahre alt, 1,91 Meter groß und Linksfuß, würde also grundsätzlich in das gesuchte Profil passen. Das ist ausdrücklich meine Idee und kein bekanntes 96-Gerücht. Dass Transfers aus Stuttgart in diesem Sommer bisher nicht besonders geräuschlos funktioniert haben, wäre allerdings ein kleiner folkloristischer Zusatz.
Und wenn am Ende gar nichts mehr passiert?
Auch das halte ich für möglich. Die Verantwortlichen, die bei Hannover auf das Geld achten, dürften derzeit nicht völlig unglücklich darüber sein, dass von den rechnerisch verfügbaren Mitteln noch etwas übrig ist. Gleichzeitig wird man intern vermutlich mit gemischten Gefühlen darauf schauen, dass Pascal Loretz nach einer für Zweitligaverhältnisse erheblichen Investition zunächst auf der Bank sitzt. Das bedeutet nicht, dass der Transfer bereits gescheitert ist. Loretz hat einen Vierjahresvertrag und ist als langfristige Lösung verpflichtet worden. Es zeigt aber sehr anschaulich, dass eine gezahlte Ablöse nicht verschwindet, nur weil der Trainer vorübergehend einen anderen Spieler aufstellt.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht, ob Hannover noch Geld hat. Natürlich hat der Klub nach den bisherigen Vorgängen noch Möglichkeiten. Die entscheidende Frage lautet, ob man das verbliebene Geld in Profile investiert, die den Kader tatsächlich besser und ausgewogener machen, oder ob man in den letzten Tagen des Fensters noch Namen sammelt. Namen gewinnen gelegentlich die Schlagzeile. Passende Spieler gewinnen im günstigeren Fall Fußballspiele.
Wenn über Transfers gesprochen wird, reduziert sich die Diskussion erstaunlich oft auf eine einzige Zahl: die Ablöse. Verein A hat Spieler X für drei Millionen Euro verkauft, also kann Verein A nun selbstverständlich einen anderen Spieler für drei Millionen Euro kaufen. Das klingt so schön einfach, dass man beinahe bedauert, wie hartnäckig sich Buchhaltung, Gehälter und Vertragslaufzeiten weigern, an dieser Einfachheit mitzuwirken.
Ein Spieler kostet einen Verein eben nicht nur die Summe, die an den abgebenden Klub überwiesen wird. Hinzu kommen Gehalt, mögliche Handgelder, Beraterhonorare, Prämien und bei Leihen häufig auch eine Leihgebühr. Gleichzeitig wird eine Ablöse in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung nicht zwingend in dem Moment vollständig zum Aufwand, in dem der Spieler verpflichtet wird. Genau hier kommen Capex und Opex ins Spiel. Ich versuche es bewusst ohne BWL-Seminar und ungefähr so, dass man es auch nach zwei Bier im Stadion noch erklären könnte.
Capex ist das Geld, mit dem ein länger nutzbarer Vermögenswert angeschafft wird. Im Profifußball ist das bei einem gekauften Spieler vereinfacht gesagt dessen Registrierungsrecht. Kauft 96 einen Spieler für drei Millionen Euro und gibt ihm einen Vertrag über drei Jahre, wird dieser Wert üblicherweise nicht sofort mit drei Millionen Euro als Aufwand verbucht. Stattdessen wird er über die Vertragslaufzeit abgeschrieben: in diesem Beispiel mit einer Million Euro pro Jahr. Das Geld kann trotzdem sofort oder nach einem vereinbarten Zahlungsplan abfließen. Cashflow und Ergebnisrechnung sind also zwei verschiedene Dinge, auch wenn beides am Ende unangenehm werden kann, wenn man es ignoriert.
Opex sind die laufenden Kosten des Betriebs. Beim Spieler ist das vor allem sein Gehalt, ergänzt um Prämien und weitere laufende Vergütungsbestandteile. Verdient unser beispielhafter Neuzugang 600.000 Euro pro Jahr, belastet er das Jahresbudget damit nicht nur mit einer Million Euro Abschreibung, sondern insgesamt mit ungefähr 1,6 Millionen Euro. Bei einer Leihe gibt es keinen langfristigen Spielerwert, den 96 aufbaut. Gehaltsübernahme und Leihgebühr werden im Wesentlichen zu Kosten des Leihzeitraums. Deshalb ist eine Leihe kurzfristig oft leichter darstellbar, langfristig aber nicht zwingend besonders wertschöpfend. Man finanziert dann im Zweifel die Ausbildung oder Wiederbelebung eines Spielers, der anschließend wieder einem anderen Verein gehört. Auch das kann sinnvoll sein. Ein Investment in die eigene Substanz ist es nur selten.
Beim Verkauf gilt die Logik in umgekehrter Richtung. Entscheidend ist nicht allein die Ablöse, sondern auch der noch vorhandene Buchwert. Wird ein Spieler für zwei Millionen Euro verkauft und steht noch mit 1,2 Millionen Euro in den Büchern, entsteht vereinfacht ein Buchgewinn von 800.000 Euro. Ist er bereits vollständig abgeschrieben, schlägt nahezu die gesamte Nettoablöse als Gewinn durch. Das ist der Grund, warum zwei Transfers mit derselben Ablösesumme finanziell völlig unterschiedlich wirken können.
Vor diesem Hintergrund möchte ich betrachten, was Hannover 96 in diesem Transferfenster noch tun könnte. Das ist keine Rekonstruktion des internen Etats bis auf den letzten Cent. Dafür fehlen uns Vertragsdaten, Bonusregelungen, Beraterkosten, Zahlungspläne und die tatsächliche Gehaltsstruktur. Es ist eine Modellrechnung auf Grundlage öffentlich genannter Summen und plausibler Annahmen. Wer daraus anschließend eine testierte Bilanz machen möchte, darf sich gerne noch einen Taschenrechner mit Vereinswappen kaufen.
Zunächst die Abgänge
Ich werde an dieser Stelle ausdrücklich nicht bewerten, an welcher Stelle des Kaders durch die Abgänge welche sportliche Qualität verloren gegangen ist. Das wäre ein eigener Beitrag und würde die finanzielle Betrachtung unnötig vermischen. Hier geht es zunächst nur um die Frage, welches Budget frei geworden sein könnte.
Beginnen muss man mit Nicolò Tresoldi. Durch seine erfolgreiche Saison in Belgien, die er als Torschützenkönig und Meister beendete, sollen weitere erfolgsabhängige Zahlungen an Hannover 96 ausgelöst worden sein. Medial wurden dafür Beträge in einer Größenordnung von rund drei Millionen Euro genannt. Hinzu kommt die bekannte Aussicht auf eine weitere Beteiligung, wenn der FC Brügge Tresoldi eines Tages mit Gewinn weiterverkauft. Ob, wann und zu welcher Summe das geschieht, ist offen; dass 96 an einem solchen Transfer nochmals verdienen könnte, ist dagegen Teil der öffentlich beschriebenen Vertragskonstruktion. Für meine Rechnung behandle ich diesen Nachschlag bewusst nicht als zusätzliches Geld, das nun vollständig auf dem Transfermarkt verfeuert werden kann. Ich setze damit vielmehr die kursierenden Hinweise auf eine notwendige Budgetkürzung für die Saison 2026/27 auf null. Anders gesagt: Ich unterstelle, dass die Tresoldi-Einnahmen einen möglichen zusätzlichen Konsolidierungsbedarf für die begonnene Saison auffangen. Von diesem Punkt an rechne ich so, als könne ein eingespartes Gehalt wieder eingesetzt und ein erzielter Transferüberschuss neu gebunden werden. Das ist keine Behauptung über die interne Budgetfreigabe, sondern die Grundannahme des Modells.
Danach kommen die etwas unspektakuläreren, finanziell aber keineswegs belanglosen Abgänge. Bei Elias Saad, Nahuel Noll, Maik Nawrocki, Noah Weißhaupt und Hendry Blank wurden die Leihen nicht in feste Verpflichtungen überführt. Dadurch entfallen zunächst die übernommenen Gehaltsanteile. Sehr wahrscheinlich entfielen außerdem Leihgebühren, denn der romantische Gedanke, ein abgebender Verein stelle seinen Spieler für ein Jahr kostenlos zur Verfügung und freue sich einfach über dessen Entwicklung, ist im professionellen Fußball nur eingeschränkt verbreitet.
Das übliche wirtschaftliche Interesse des verleihenden Vereins besteht darin, dass der aufnehmende Klub mindestens einen relevanten Teil des Gehalts übernimmt. Zusätzlich wird häufig versucht, über die Leihgebühr den jährlichen Abschreibungsanteil oder zumindest einen Teil der eigenen Kapitalkosten abzudecken. Noll dürfte in dieser Gruppe vergleichsweise günstig gewesen sein. Bei Saad, Nawrocki, Weißhaupt und Blank ist dagegen plausibel, dass sich Gehaltsanteile und Leihgebühren zusammen auf einen deutlich höheren Betrag summiert haben. Selbst wenn Weißhaupt und Saad nur ein halbes Jahr in Hannover waren, können bei allen fünf Leihen zusammen schnell mehrere Millionen Euro zusammenkommen.
Hinzu kommen Brooklyn Ezeh, Enzo Leopold, Håvard Nielsen und Leon-Oumar Wechsel, die Hannover ohne Ablöse verlassen haben. Ihre Gehälter dürften im Durchschnitt unter den Gesamtpaketen der prominenteren Leihspieler gelegen haben. In Summe halte ich es dennoch für vertretbar, bis zu diesem Punkt mit einer Entlastung von ungefähr fünf bis sechs Millionen Euro aus Gehältern und Leihkosten zu rechnen. Das ist bewusst eine Bandbreite und keine Zahl, die jemand aus einer Schublade am Maschsee gezogen hat.
Bei Jannik Rochelt und Jonas Sterner ist die Betrachtung etwas anders. Beide waren zuvor verliehen und wurden anschließend fest abgegeben. Für Rochelt wurden rund 400.000 Euro als Ablöse genannt; bei Sterner bewegten sich die kursierenden Angaben in einer ähnlichen Größenordnung. Entscheidend ist hier, dass ein Teil der ursprünglich gezahlten Ablösen bereits über die bisherige Vertragsdauer abgeschrieben worden war. Die Verkaufserlöse dürften deshalb ungefähr in der Größenordnung der noch vorhandenen Buchwerte gelegen haben. Einen großen Buchgewinn muss man daraus nicht konstruieren, einen dramatischen Verlust aber ebenso wenig.
Finanziell wurde damit vor allem gebundenes Kapital wieder liquide gemacht. Das ist weniger spektakulär als der übliche Begriff vom „Transfercoup“, aber für die weitere Kaderplanung durchaus hilfreich: Das Geld steckt nicht mehr in zwei Spielern, mit denen sportlich offenbar nicht geplant wurde, sondern steht wieder als Cash zur Verfügung und kann neu gebunden werden. Zusammen mit den entfallenden Gehältern komme ich nach diesen Abgängen auf eine Größenordnung von ungefähr sieben bis acht Millionen Euro, die theoretisch neu verteilt werden könnte.
William Kokolo wurde inzwischen für eine Saison an CD Nacional verliehen. Über die konkreten Konditionen ist öffentlich wenig bekannt. Für die Modellrechnung unterstelle ich, dass Nacional sein Gehalt übernimmt und über die Leihkonditionen ungefähr auch den jährlichen Abschreibungsanteil abdeckt. Damit setze ich eine zusätzliche Entlastung von rund 500.000 Euro an. Im Hinterkopf muss bleiben, dass Kokolo 2027 zurückkehren kann und dann wieder Budget benötigt. Eine einjährige Leihe ist schließlich keine spontane Auflösung des Arbeitsverhältnisses, auch wenn sie sich im Transferkalender ähnlich angenehm liest.
Kommen wir zu Noël Aséko und Daisuke Yokota. Bei beiden sind mehrere Vorgänge auseinanderzuhalten, damit dieselbe Million nicht versehentlich zweimal jubelnd durchs Forum läuft.
Für Leihgebühren und Gehälter sollen beide in der vergangenen Saison zusammen ungefähr 1,75 Millionen Euro gekostet haben. Diese Belastung entfällt nun. Ich setze deshalb die vollen 1,75 Millionen Euro als frei gewordenen Saisonaufwand an. In einer früheren Überschlagsrechnung könnte man auf 1,5 Millionen Euro abrunden.
Bei Yokota zog Hannover zunächst die Kaufoption. Je nach Medienquelle bewegen sich die genannten Beträge zwischen ungefähr 1,4 und zwei Millionen Euro. Für diese Rechnung bleibe ich bei dem niedrigeren, zuvor genannten Ansatz von 1,4 Millionen Euro. Anschließend wechselte Yokota zu den Glasgow Rangers. Öffentlich berichtet wurden 3,5 Millionen Euro als sofortige Ablöse und bis zu vier Millionen Euro einschließlich möglicher Boni. Für meine bewusst konservative Modellrechnung setze ich dennoch nur 3,25 Millionen Euro an. Aus 3,25 Millionen Euro Verkaufserlös abzüglich 1,4 Millionen Euro Kaufpreis werden 1,85 Millionen Euro. Weil Yokota zwischen Kaufoption und Weiterverkauf noch bei 96 unter Vertrag stand und weitere Nebenkosten möglich sind, runde ich auf 1,8 Millionen Euro Überschuss ab. Mögliche Boni und eine Weiterverkaufsbeteiligung lasse ich außen vor. Man muss nicht jede Hoffnung schon als Forderung in die Bilanz schreiben.
Bei Aséko zahlte Hannover dem Vernehmen nach ungefähr eine Million Euro, um die Kaufoption zu ziehen. Der FC Bayern aktivierte anschließend seine Rückkaufklausel. Aus dieser Rückabwicklung und der Beteiligung am Weiterverkauf der Bayern an Eintracht Frankfurt sollen Hannover insgesamt etwa 3,45 Millionen Euro zugeflossen sein. Von diesen 3,45 Millionen Euro muss die zuvor gezahlte Million abgezogen werden. Der Nettoeffekt liegt damit bei ungefähr 2,45 Millionen Euro. Genau dieser Abzug ist wichtig, denn ansonsten würde die gezogene Kaufoption auf wundersame Weise gleichzeitig Ausgabe und nicht vorhandene Ausgabe sein. Selbst im Fußball gibt es Grenzen des kreativen Rechnens.
Damit ergibt sich folgende grobe Herleitung:
- Sieben bis acht Millionen Euro aus entfallenden Gehältern und Leihkosten sowie den Verkäufen von Rochelt und Sterner
- Rund 500.000 Euro Entlastung durch die Leihe von Kokolo
- Rund 1,75 Millionen Euro entfallender Aufwand für die bisherigen Pakete von Aséko und Yokota
- Rund 1,8 Millionen Euro konservativ gerechneter Überschuss aus Kauf und Weiterverkauf Yokotas
- Rund 2,45 Millionen Euro Nettoeffekt aus Kaufoption, Bayern-Rückkauf und Frankfurter Weiterverkauf bei Aséko
Je nachdem, ob man bei der ersten Position eher sieben oder acht Millionen Euro ansetzt, landet man zwischen 13,5 und 14,5 Millionen Euro. Ich arbeite im Folgenden mit dem Mittelwert von 14 Millionen Euro. Das klingt zunächst nach einem Transferbudget, mit dem man in der 2. Bundesliga kurzzeitig den Eindruck erwecken könnte, der Geldautomat habe einen technischen Defekt. Ganz so großzügig ist die Lage aber nicht.
Warum 14 Millionen Euro nicht einfach 14 Millionen Euro für neue Ablösen sind
Die positive Seite dieser Rechnung besteht aus einer Mischung verschiedener Effekte: eingesparten Jahresgehältern, entfallenen Leihkosten, Transfererlösen und Überschüssen nach Buchwerten. Das ist kein einheitlicher Geldtopf mit der Aufschrift „Bitte bis zum 1. September leeren“. Vor allem darf man nicht vergessen, dass ein heute verpflichteter Spieler auch im Sommer 2027 und im Sommer 2028 noch Gehalt bekommt und Abschreibungen verursacht.
Würde Hannover die gesamten 14 Millionen Euro so einsetzen, dass damit gerade die Saison 2026/27 finanziert ist, bräuchte der Klub im kommenden Sommer bei einem Nichtaufstieg neue Erlöse, um die weiterlaufenden Gehälter und Abschreibungen zu tragen. Genau darin liegt der Denkfehler, der in Fandiskussionen regelmäßig auftaucht und gelegentlich offenbar auch in Büros, deren Türschild eigentlich Schutz davor bieten sollte: „Wir haben X Millionen eingenommen, also können wir mindestens X Millionen ausgeben.“ Man kann. Man sollte dann nur wissen, wer die Rechnung in den beiden Folgejahren bezahlt.
Um nicht jeden Vertrag mit Optionsjahr, Handgeld und leistungsabhängiger Prämie bis zur zweiten Nachkommastelle zu simulieren, rechne ich mit einem Planungshorizont von drei Jahren. Das ist eher konservativ. Es bedeutet, dass ich bei den Zugängen nicht nur die Belastung der laufenden Saison, sondern grundsätzlich drei Jahre Gehalt und Abschreibung reserviere. Dadurch wird die theoretisch verfügbare Summe schneller kleiner, dafür steht man bei einem verpassten Aufstieg nicht im nächsten Sommer vor der überraschenden Erkenntnis, dass Verträge tatsächlich weiterlaufen.
Die Zugänge und ihre Dreijahreswirkung
Beginnen wir mit den Spielern aus dem eigenen Nachwuchs. Tom Hobrecht, Alexander Vogel und Joschua Siewert sind in den Profibereich aufgerückt beziehungsweise gehören zum erweiterten Profikader. Siewert würde ich in dieser Rechnung nur vollständig berücksichtigen, wenn kein weiterer Innenverteidiger kommt. Das Erfreuliche an solchen Lösungen ist, dass junge Spieler bei ihren ersten Profiverträgen im Gehaltsgefüge meist noch weit unten stehen. Solange sie nicht regelmäßig spielen und dadurch mögliche Einsatzprämien oder automatische Gehaltssprünge auslösen, ist die Belastung überschaubar.
Für Hobrecht, Vogel und Siewert setze ich zusammen rund 200.000 Euro pro Jahr an. Yunus Ünal dürfte ebenfalls günstig sein, wenn auch etwas teurer als ein direkt hochgezogener Jugendspieler. Für ihn rechne ich mit 100.000 Euro Jahresgehalt und zusätzlich 100.000 Euro Handgeld beziehungsweise vergleichbaren Einstiegskosten. Um nicht so zu tun, als gäbe es keinerlei Prämien oder Nebenkosten, runde ich die jährliche Belastung dieser Gruppe auf 400.000 Euro auf. Über drei Jahre reserviere ich damit 1,2 Millionen Euro. Das ist großzügiger gerechnet als die bloße Addition der genannten Grundbeträge und enthält bewusst einen Puffer.
Lars Gindorf dürfte mit seiner Vertragsverlängerung bis 2029 gehaltlich deutlich aufgestockt worden sein. Eine Ablöse fällt nicht an, aber ein ablösefreier oder bereits im Verein befindlicher Spieler arbeitet bekanntlich trotzdem nicht aus Dankbarkeit. Ob ein möglicher Unterschriftsbonus als Handgeld oder als höheres Gehalt über die Laufzeit gestaltet wurde, ist für diese Modellrechnung zweitrangig. Ich setze für Gindorf 400.000 Euro pro Jahr an.
Bei Jean Hugonet rechne ich mit einer ähnlichen Summe. Man könnte einwenden, dass er bereits mehr Zweitligaerfahrung mitbringt und deshalb höher liegen müsste. Andererseits ist er Innenverteidiger, und Innenverteidiger genießen auf dem Gehaltsmarkt ungefähr denselben Glamourbonus wie Brandschutzbeauftragte auf einer Firmenfeier. Für Gindorf und Hugonet zusammen ergeben sich damit 800.000 Euro pro Jahr beziehungsweise 2,4 Millionen Euro über drei Jahre.
Pascal Loretz und Taycan Etcibasi lassen sich wegen der bekannten Vertragslaufzeiten etwas konkreter modellieren. Loretz erhielt einen Vierjahresvertrag bis 2030. Als Grundablöse wurden etwa 1,1 Millionen Euro genannt, die durch Boni noch steigen kann. Auf vier Jahre verteilt ergibt die Grundsumme 275.000 Euro Abschreibung pro Saison. Dazu setze ich ein Gehalt von 325.000 Euro an. Damit kostet Loretz in der Modellrechnung rund 600.000 Euro pro Jahr. Dass Leo Weinkauf deutlich günstiger sein dürfte, ist dabei durchaus relevant, besonders seit Loretz zunächst auf der Bank Platz nehmen musste. Der Abschreibungsbetrag erkundigt sich bekanntlich nicht beim Trainer, ob sein Spieler am Wochenende eingesetzt wird.
Etcibasi unterschrieb für drei Jahre. Bei seiner Ablöse bewegen sich die öffentlich genannten Beträge je nach Quelle ungefähr zwischen 350.000 und 500.000 Euro. Ich rechne vorsichtshalber mit 500.000 Euro. Das ergibt rund 167.000 Euro Abschreibung pro Jahr. Mit einem angenommenen Jahresgehalt von 180.000 Euro lande ich aufgerundet bei 350.000 Euro jährlicher Belastung. Für Loretz und Etcibasi zusammen sind das über den betrachteten Dreijahreszeitraum 2,85 Millionen Euro.
Marcel Hartel ist die Sonderposition dieser Rechnung. Die Ablöse wurde mit knapp unter beziehungsweise rund einer Million Euro angegeben; ich bleibe bei 800.000 Euro. Bei drei Vertragsjahren sind das rund 267.000 Euro Abschreibung pro Saison. Der größere Posten ist das Gehalt. Hartels garantierte Vergütung in St. Louis lag laut der Gehaltsübersicht der MLS-Spielergewerkschaft 2026 bei rund 2,41 Millionen US-Dollar pro Jahr. Dass er für seine Rückkehr nach Deutschland erhebliche Abstriche akzeptiert haben muss, liegt auf der Hand. Wie erheblich diese Abstriche genau sind, ist nicht öffentlich bekannt.
Ich halte es dennoch für sehr wahrscheinlich, dass Hannover für Hartel die bisherige Gehaltsstruktur nach oben öffnen musste. Ein Spieler verzichtet vielleicht aus persönlichen Gründen auf viel Geld; er wird dadurch aber nicht plötzlich zum Nachwuchsstar mit Ausbildungsvergütung. Ich rechne daher mit einem Jahresgehalt von ungefähr 1,23 Millionen Euro. Zusammen mit der Abschreibung ergibt das glatte 1,5 Millionen Euro pro Jahr und 4,5 Millionen Euro über drei Jahre. Das ist für einen Zweitligisten sehr viel Geld. Es ist aber auch der Preis, wenn man einen Spieler verpflichten möchte, der nicht nur als Ergänzung, sondern als Unterschiedsspieler gedacht ist. Besondere Qualität wird auf dem Markt nur selten versehentlich zum Sonderangebot.
Die bisher gebundenen Dreijahresbeträge lauten damit:
- 1,2 Millionen Euro für Hobrecht, Vogel, Siewert und Ünal einschließlich Puffer
- 2,4 Millionen Euro für Gindorf und Hugonet
- 2,85 Millionen Euro für Loretz und Etcibasi
- 4,5 Millionen Euro für Hartel
In Summe sind das 10,95 Millionen Euro. Ziehe ich diese von den zuvor angesetzten 14 Millionen Euro an positiven Budgeteffekten ab, bleiben ziemlich genau drei Millionen Euro übrig. Das ist noch immer Geld. Es ist nur nicht mehr die Summe, mit der man gleichzeitig einen Topstürmer, zwei Flügelspieler, einen Wingback, einen Innenverteidiger und vorsichtshalber noch den nächsten Aseko verpflichten kann. Zumindest nicht, wenn diese Personen auch in den Folgejahren Gehalt erhalten möchten.
Was bedeuten die aktuellen Gerüchte für diese Rechnung?
Bei Karl Steinmann geht es dem Vernehmen nach um eine Leihe vom SC Freiburg. Der 20-Jährige hat gerade einen Profivertrag erhalten, besitzt aber noch keine nennenswerte Erfahrung im Profifußball. Eine Kaufoption wäre für Hannover wünschenswert, scheint nach den jüngsten Berichten aber eher unwahrscheinlich, weil Freiburg langfristig mit ihm plant. Angeblich ist Steinmann schon auf dem Weg zum Medizincheck bei uns.
Sportlich stellt sich die berechtigte Frage, ob man einen 20-jährigen Leihspieler holt, um ihn vor den eigenen 22-jährigen Hayate Matsuda zu setzen. Als unmittelbarer Mehrwerttransfer springt einen das nicht an. Steinmann könnte dennoch ein passender rechter Wingback sein, wenn Christian Titz genau dieses Profil sucht und ihm sofort mehr zutraut als den vorhandenen Lösungen. Finanziell wäre eine Leihe jedenfalls leicht darstellbar. Setze ich für Leihgebühr und Gehaltsübernahme zusammen 400.000 Euro an, blieben von den drei Millionen Euro noch ungefähr 2,6 Millionen Euro. Der Nachteil: Nach einem Jahr wäre der Spieler voraussichtlich wieder in Freiburg und der mögliche Wertzuwachs ebenfalls.
Ilari Kangasniemi dürfte sich erledigt haben. Der finnische Sender Yle berichtet, dass der 19-jährige Innenverteidiger zum Medizincheck nach England reist und Leicester City für ihn rund 2,5 Millionen Euro bezahlen will. Bemerkenswert ist weniger, dass Leicester ein solches Talent verpflichten möchte. Bemerkenswert ist, dass Leicester nach zwei Abstiegen inzwischen in der englischen League One spielt. Ein ambitionierter deutscher Zweitligist wird bei einem finnischen Abwehrtalent also offenbar von einem englischen Drittligisten überboten. Der englische Fußball hat selbst in Liga drei noch Möglichkeiten, bei denen man in Deutschland lieber noch einmal die nachhaltige Dreijahresplanung öffnet.
Die von Inter Turku erwarteten 2,5 Millionen Euro wären für Hannover dennoch grundsätzlich finanzierbar gewesen. Mit Gehalt und Nebenkosten wäre der verbliebene Puffer aber weitgehend aufgebraucht worden. Unsere Dreijahresrechnung ist bewusst streng, sodass man den Transfer durchaus hätte machen können, ohne am nächsten Morgen Insolvenz anzumelden. Man hätte damit allerdings einen großen Teil der verbliebenen Flexibilität langfristig gebunden und die angekündigte Budgetdisziplin tatsächlich umgesetzt, statt sie nur auf einer Pressekonferenz dekorativ zu erwähnen.
Das Gerücht um Göktan Gürpüz scheint sich bislang nicht zu verfestigen. Zentral im Mittelfeld ist Hannover personell ohnehin nicht schlecht aufgestellt. Zusätzlich soll Kontakt zu einem Spieler aus der 1. Bundesliga für die rechte Offensive bestehen. Natürlich könnte man in diesem Zusammenhang sogar über Cedric Teuchert nachdenken, der sich derzeit in Hannover fit hält. So richtig begeistern würde mich diese Lösung allerdings nicht. Teuchert besitzt zweifellos Abschlussqualität und kennt den Verein, aber ein Kader wird nicht allein dadurch ausgewogener, dass man möglichst viele ehemalige Spieler wieder in der näheren Umgebung des Stadions versammelt.
Für den Sturm kursieren die Namen Gustaf Nilsson und Davie Selke. Beide sind sportlich interessant, aber wirtschaftlich völlig unterschiedlich zu bewerten. Bei Nilsson erscheint eine Leihe denkbar. Ein solches Paket könnte zusätzlich machbar sein, möglicherweise sogar dann, wenn die vorhandenen Stürmer bleiben. Entscheidend wären Leihgebühr, Gehaltsübernahme und die Frage, ob es eine Kaufoption gibt. Ohne Kaufoption wäre es eine kurzfristige Verstärkung für den Aufstiegsversuch, aber kein Aufbau eines eigenen Transferwerts.
Selke wäre ein anderes Kaliber, auch finanziell. Sein Gesamtpaket dürfte mindestens in der Größenordnung Hartels liegen, möglicherweise darüber. Um ihn seriös gegenzufinanzieren, bräuchte Hannover meines Erachtens einen Verkauf. Der naheliegende Kandidat wäre Benjamin Källman, der ebenfalls zu den besser bezahlten Spielern im Kader gehören dürfte. Källman erzielte in der vergangenen Saison insgesamt 14 Ligatore, davon allerdings zehn in der Hinrunde und nur noch vier in der Rückrunde. In den ersten beiden Ligaspielen der neuen Saison blieb er ebenfalls ohne Treffer. Von völliger Torlosigkeit seit dem Winter kann man also nicht sprechen, von einer deutlich gesunkenen Trefferquote sehr wohl und vielleicht auch ein "kleines" Fitnessproblem.
Ein Tausch Källman gegen Selke hätte eine klare Logik, aber auch einen klaren Preis. Man würde möglicherweise eine höhere Abschlussqualität und einen Stürmer erhalten, der bestimmte Abläufe im Titz-Fußball besser umsetzt. Gleichzeitig gäbe man einen Spieler im besten Fußballeralter mit grundsätzlich vorhandenem Wiederverkaufswert ab und holte einen älteren Angreifer, bei dem ein späterer Transfererlös kaum Teil des Geschäftsmodells sein dürfte. Das passt nur bedingt zu Jonas Boldts öffentlich formulierter Absicht, Werte zu schaffen. Wobei man fairerweise ergänzen muss: Auch ein Aufstieg schafft einen Wert. Manchmal sogar einen größeren als der nächste Verkauf eines einzelnen Spielers. Die Frage ist deshalb nicht, ob Selke einen Wiederverkaufswert besitzt, sondern ob sein sportlicher Mehrwert den Verzicht darauf rechtfertigt.
Was würde ich tun?
Die ungefähr drei Millionen Euro, die ohne weitere Verkäufe und ohne Berücksichtigung der Gerüchte in meinem Modell verbleiben, würde ich auf zwei Positionen verteilen: einen rechten Wingback (also keine Leihe von Steinmann) und einen rechten offensiven Außen. Genau dort sehe ich die deutlichsten strukturellen Lücken. Idealerweise wären es feste Verpflichtungen, weil Hannover dann nicht nur die laufende Saison absichert, sondern eigene Werte aufbauen kann.
Wenn feste Verpflichtungen in der gewünschten Qualität nicht möglich sind, können auch Leihen sinnvoll sein. Dann sollten es nach meinem Verständnis aber eher gestandene Spieler sein, die in Hannover kurzfristig wirklich etwas verändern können und es noch einmal wissen wollen. Ein junger Leihspieler ohne Kaufoption, der ungefähr auf dem Entwicklungsstand eines eigenen Talents ist, löst zwar eine Position im Organigramm, aber nicht automatisch ein sportliches Problem. Und selbst bei zwei Leihen sollte ein Teil des Geldes als Reserve bleiben. Transferfenster haben die unangenehme Eigenschaft, dass die teuersten Ideen meistens in den letzten Tagen entstehen.
Ich weiß, dass Hannover zusätzlich einen treffsicheren Stürmer benötigt. Deshalb hoffe ich trotz aller Einwände, dass sich für Källman ein guter Verkauf realisieren lässt und 96 anschließend einen anderen Stürmer verpflichtet. Von mir aus kann das sogar Selke sein. Källmans Trefferquote ist nach der starken Hinrunde deutlich gefallen, und er wirkt auf mich derzeit nicht vollständig austrainiert. Woran das liegt, kann ich von außen nicht beurteilen und werde darüber auch nicht spekulieren. Entscheidend ist allein die sportliche und wirtschaftliche Abwägung.
Wenn Hannover für Källman eine Summe erhält, die den Transfer eines anderen Stürmers mit mindestens vergleichbarer Torquote und besserer Passung zum Spiel von Christian Titz ermöglicht, würde ich den Wechsel vornehmen. Das gilt selbst dann, wenn der Nachfolger am Ende keinen nennenswerten Wiederverkaufswert besitzt. Ob Selke tatsächlich der passendere und treffsicherere Spieler wäre, müsste allerdings die sportliche Analyse beantworten und nicht sein Name. Auch ein bekannter Stürmer wird nicht dadurch jünger, günstiger oder treffsicherer, dass sein Gerücht oft genug wiederholt wird.
In der Innenverteidigung müssen die sportlich Verantwortlichen entscheiden, ob noch Handlungsbedarf besteht. Insgesamt reichen mir die vorhandenen fünf Kaderspieler plus Joschua Siewert, der überwiegend in den Nachwuchsmannschaften eingesetzt werden kann. Ein zusätzlicher Innenverteidiger wäre deshalb für mich keine vorrangige Ausgabe, solange alle bleiben.
Das kann sich ändern, wenn Okon bei einem guten Angebot geht oder auch Virgil Ghiță den Verein noch verlässt. In einem solchen Fall müsste Hannover nachbessern. Welche konkreten Alternativen dann tatsächlich verfügbar sind, kann ich nicht seriös beurteilen. Interessant fände ich Maximilian Herwerth vom VfB Stuttgart II. Er ist 20 Jahre alt, 1,91 Meter groß und Linksfuß, würde also grundsätzlich in das gesuchte Profil passen. Das ist ausdrücklich meine Idee und kein bekanntes 96-Gerücht. Dass Transfers aus Stuttgart in diesem Sommer bisher nicht besonders geräuschlos funktioniert haben, wäre allerdings ein kleiner folkloristischer Zusatz.
Und wenn am Ende gar nichts mehr passiert?
Auch das halte ich für möglich. Die Verantwortlichen, die bei Hannover auf das Geld achten, dürften derzeit nicht völlig unglücklich darüber sein, dass von den rechnerisch verfügbaren Mitteln noch etwas übrig ist. Gleichzeitig wird man intern vermutlich mit gemischten Gefühlen darauf schauen, dass Pascal Loretz nach einer für Zweitligaverhältnisse erheblichen Investition zunächst auf der Bank sitzt. Das bedeutet nicht, dass der Transfer bereits gescheitert ist. Loretz hat einen Vierjahresvertrag und ist als langfristige Lösung verpflichtet worden. Es zeigt aber sehr anschaulich, dass eine gezahlte Ablöse nicht verschwindet, nur weil der Trainer vorübergehend einen anderen Spieler aufstellt.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht, ob Hannover noch Geld hat. Natürlich hat der Klub nach den bisherigen Vorgängen noch Möglichkeiten. Die entscheidende Frage lautet, ob man das verbliebene Geld in Profile investiert, die den Kader tatsächlich besser und ausgewogener machen, oder ob man in den letzten Tagen des Fensters noch Namen sammelt. Namen gewinnen gelegentlich die Schlagzeile. Passende Spieler gewinnen im günstigeren Fall Fußballspiele.
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