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Sebastian Hoeneß
Geburtsdatum 12.05.1982
Alter 44
Nat. Deutschland  Deutschland
Funktion Trainer
Akt. Verein VfB Stuttgart

Sebastian Hoeneß [Trainer]

03.04.2023 - 18:24 Uhr
Sebastian Hoeneß [Trainer] |#3631
24.08.2026 - 09:05 Uhr
Zitat von Soisches

Kann ich soweit ähnlich sehen, ausser den Teil mit in der CL weit kommen und an die Bayern oder den BVB ranrobben. So verstiegen ist Hoeneß nicht, dass er das für realistisch hält in naher Zukunft.
Wir haben uns jetzt ein Standing erarbeitet dank ihm als Verein bei dem Talente gut wachsen können, um irgendwann den nächsten Schritt zu machen. International haben wir gerade mal wieder den Kopf rausgestreckt, viel mehr war bisher nicht drin. In der Champions League ist mehr als das Achtelfinale kein realistisches Ziel. Da spielen wir gegen die Top 8 Europas. Jede Champions League und Europa League Teilnahme bringt uns aber Prestige. So hat man es sicher einfacher manche Spieler von sich zu überzeugen.
Ansonsten bin ich einverstanden. Hoeness wird hier niemals ohne triftigen Grund hinschmeißen. An einem Transfer wird das nicht hängen. Und schon gar nicht jetzt vor der Saison mit Champions League. Das wäre ja irre.


Wieso soll das verstiegen sein, mittelfristig an die Dortmunder ranzukommen? Man stelle sich vor wir hätten unsere AK für unseren Kapitän und unseren Topstürmer wenigstens auf dem Niveau unserer Rückholaktion von Undav (um die 30 Mio) gesetzt.

Dann landen die beiden eher nicht da und dann (bin ich ziemlich sicher) sind die auch hinter uns. Das wären dann 3 Jahre in Folge gewesen, wo man möglicherweise auch mal die CL verpasst hätte. Wir haben über diese Zeit (genau genommen Hoeneß gesamte Amtszeit) fast so viele Punkte geholt wie die Dortmunder. Die direkten Duelle? Das abschneiden im Pokal?
Das die in der CL recht ordentlich performen, ja. Ist halt die Fokussierung auf gestandene Topspieler (war es zumindest über einige Jahre). Das dir ein Can mal einen wichtigen Elfer reinsetzt, ein Hummels die PSG-Offensive lahmlegt oder eben ein Guirassy Barca 3 Stück einschenkt, sowas ist dann möglich. Aber die Spieler kosten halt (wenn man keine extrem niedrige AK hat 😉) 30 Mio Ablöse und 10 Mio Gehalt und sind bei Vertragsende dann Anfang/Mitte 30. Sprich das sind dann regelmäßig 50-70 Mio Pakete, welche über ihre Vertragszeit auch voll abliefern müssen. Ein Hummels und Anton sehen da gut aus, ein Guirassy wird man sehen (wenn sie ihn nicht noch verkaufen), Süle, Sabitzer, Can, Groß, Witsel, Hazard, Götze...Haller nehm ich mal raus.

Das waren/sind halt Spieler, welche oft Spiele entscheiden. Aber über eine ganze Ligasaison teils schwierig, wenn dir dadurch Geld fehlt für eine richtige Kaderbreite, oder ein Hummels eigentlich nicht ins System passt, oder ein Hazard/Süle ständig verletzt ist.

Jetzt scheint es unter Book einen Kurswechsel zu geben, der möglicherweise (zumindest in der Liga) wieder erfolgreicher sein könnte. Falls nicht, müssen wir weiter ranrücken.

Zitat von Hilde

Das Thema ist doch eigentlich total Banane.
Die Entwicklung unseres VfB während der letzten paar Jahre ist eine einzige Erfolgsgeschichte.
sportlich sowieso, wirtschaftlich auch, immer mehr Mitglieder, Stadion immer voll - der Verein boomt!
Dazu (okay: soweit bekannt) alles harmonisch, alle scheinen an einem Strang zu ziehen. es passt.
Hoeness selber everyones darling, DER Bessermacher der Liga...

wo soll da Unzufriedenheit herkommen?!

doch wohl nicht ersthaft "nur" weil wir noch nicht bayernlike alle Kaderwünsche auf einmal erfüllen können?

irgendwas muß man halt verzapfen; in den Redaktionen wie in den Foren.


Also sehen wir in den nächsten 5-10 Jahren etwas, was du in den Top5 Ligen (zumindest bei Teams größer Heidenheim) nirgends siehst? Das ein Toptrainer bei einem "Mittelklasse" Club auf ewig bleibt?
Und bevor man mit Simeone kommt, der ist schlicht der bestbezahlteste Trainer in ganz Europa.

Hoeneß müsste mit rund 3,5 Jahren inzwischen da sehr weit oben sein (Guardiola ist ja auch weg, Thomas Frank hat zwischendurch den Step von Brentford zu Tottenham gemacht).

Da muss man sich keine Illusionen machen, Hoeneß wird spätestens 2028 was neues ausprobieren wollen. Ist dann auch nicht zwingend schlimm, aber man sollte in der Zeit halt alles probieren was möglich ist. Eventuell gibts bei uns dann auch mal ne Delle (wie bei Klopp). Oder es passiert halt das gleiche wie bei seinem Nachfolger, das der keinen Bock mehr hat trotz Erfolg (Vizemeisterschaft, Pokalfinale) Aderlass zu haben. Damals verkaufte man in einem Sommer 3 gestandene Top/Weltklassespieler (Hummels, Miki, Gündogan) für weniger, als Pogba kostete.

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------------Giroud----Klose---------
Pires-------S. Cazorla------Mahrez
---------S. Dié---Khedira------------
-Hummels--Koscielny--Van Dijk-
----------------Cech--------------------

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Der-Tor-im-zm am 24.08.2026 um 09:07 Uhr bearbeitet
Sebastian Hoeneß [Trainer] |#3632
24.08.2026 - 09:28 Uhr
Zitat von justalittlethought
Und das frustriert mich eben etwas, weil ich glaube, dass man mit so einem guten Trainer wie Hoeneß die Möglichkeit hätte, den VfB so oben zu etablieren, wie es dem BVB nach 7 Jahren Klopp mit Borussia Dortmund gelang. Dazu - so bin ich überzeugt - muss man zumindest in Championsleaguesaisons, auch ein bisschen ins Risiko gehen, damit man da erstens weit kommt (jede weiter Runde dürfte da 15-20 Mio bringen, UEFA-Ausschüttungen alleine sind 11-12 Mio) und zweitens natürlich die Spieler deutlich teurer verkaufen kann, wenn sie in der CL auftrumpfen. Und wenn man dann halt für BEK, Jeltsch oder Hendriks 50-60 Mio bekommt, kann man auf diesen Positionen auch wieder in einem Bereich einkaufen, der CL-Qualität verspricht.

Das sehe ich ähnlich. Wobei ich noch anmerken würde, dass das mit dem Einkauf in CL-Qualität sehr stark am Gehalt hängt, was man zu zahlen bereit ist. Für Neuzugänge in der Ära Wohlgemuth haben wir bisher maximal 3,5 Mio. brutto gezahlt (Demirovic), beim BVB soll Konstantelias fast dieselbe Summe netto bekommen. (Es ist möglich, dass das bei Demirovic ohne CL-Bonus ist und bei Konstantelias mit, aber die Dimensionen sind dann doch verschieden.) Und man sieht ja, dass Demirovic am Markt deutlich mehr bekommen kann.

Deswegen ist es so wertvoll einen Spieler wie Demirovic zu haben, weil wir den in unserer Gehaltsstruktur eigentlich gar nicht haben dürften (selbes gilt natürlich auch für Stiller, BEK, Leweling oder letztes Jahr für Woltemade). Wenn man einen Spieler nicht mehr halten kann, weil er dem VfB entwachsen ist und ein Monsterangebot kommt, okay, aber das sind halt 20-25 Mio. nicht.

Jetzt mag der Einwand kommen, dass man den günstigeren Ersatz einfach nur gut scouten muss, aber das ist halt keine Garantie. Wir haben ja schon eine ganz ordentliche Trefferquote bei Transfers, aber z.B. bei Arelevao sieht man ja, dass das alles nicht so einfach ist. In einer CL-Saison ist die aktuelle Leistungsfähigkeit wichtiger als das Potential, und dann muss man entweder einen nicht planbaren Glückstreffer landen oder eben doch tief in die Tasche greifen.

Für die Transfererlöse ist es besser auf die Monsterangebote zu lauern, weil man die eh nicht komplett reinvestieren kann.
Sebastian Hoeneß [Trainer] |#3633
24.08.2026 - 10:29 Uhr
Zitat von Soisches
Zitat von Fullhouse1893

Zitat von justalittlethought

Mal noch meine 2 cent zu Hoeneß.

Ich halte es für ausgeschlossen, dass er im Affekt hinschmeißt. Dazu ist er viel zurational, zuverlässig und auch loyal gegenüber seinen Spielern. Der wird nicht (wie er selbst sagt) viele Male mit Pejcinovic telefoniert haben und mit vielen anderen Spielern über seine Pläne mit ihnen gesprochen haben, um dann 2 Wochen später hinzuschmeißen und zu denen zu sagen, habt ihr Pech gehabt, weil Demirovic oder noch jemand geht. Da hätte ich keine Sorgen.

Mittelfristig hätte ich aber durchaus Sorgen. Und zwar wegen Hoeneß eigener Worte. Hoeneß mag nett sein, aber er ist auch brutal ehrgeizig (das liegt wohl in der Familie). Er hat mehrfach gesagt, auch wieder nach der letzten Saison, dass er den VfB noch nicht am Ende seiner Entwicklung sieht und dass er mit diesem noch viel mehr erreichen möchte.

Was eben heißt, dass er in Bezug auf die anderen Konkurrenten Stück für Stück aufholen möchte. Wir sind von einem Abstiegskandidaten in die Championsleague gekommen, aber auch von mir gibt es Posts, wo ich z.B. sage, dass das zwar gut und schön ist, aber dass uns die Top4 sowie auch Frankfurt durch die gute Arbeit seit 2017 Jahre voraus sind. Und Wolfsburg (Haha) und Hoffenheim aufgrund von Finanzdoping eben auch mehr Mittel haben und deswegen für uns nicht dauerhaft erreichbar sind. Ab und zu Europa, wenn es gut läuft, hielte ich für das höchste der Gefühle. Inzwischen sind wir mit Frankfurt auf Augenhöhe (oder sogar vorbeigezogen), waren die letzten 3 Jahre jedes Mal vor Hoffenheim und haben uns sportlich ohnehin, aber auch finanziell an Leipzig und Leverkusen herangerobbt. Und deswegen glaube ich, dass das für Hoeneß die nächsten Targets sind. Sprich: Er will aus dem VfB einen Club machen, der meistens in der CL spielt (was dann hieße, das einer aus Leverkusen/Leipzig etwas zurückfiele). Und so illusorisch ist das sportlich auch nicht. Bayern und der BVB haben in den letzten 3 Jahren sich 3 Mal für die CL qualifiziert, der VfB, Leverkusen und Leipzig je 2 Mal und Frankfurt 1 Mal.

Und sogar die Bayern sieht er nicht außer Reichweite. Man kann sich sein Interview nach dem Pokalfinale anschauen, wo er die Leistung von Bayern und Harry Kane natürlich anerkennt, aber auch extrem frustriert ist, dass man nicht mehr aus den guten ersten 60 Minuten gemacht hat. Und noch eine Kampfansage an die Bayern hinterherschickt: "Wir werden sie knacken. Irgendwann werden wir sie packen." Wo man sich ja beim besonnenen Herr Hoeneß doch wundert und denkt, mach mal langsam, die Bayern sind meilenweit enteilt.

Und da sehe ich einfach eine Diskrepanz in der Zielsetzung und der Anstrengung. Hoeneß will diesen Verein unbedingt vioranbringen. Wenn er auf Platz 5 ist in Deutschland (hinter Bayern, BVB, Leipzig und Leverkusen), will er Plartz 3 und 4 angreifen und wenn er auf Platz 3 ist, will er den BVB angreifen. Und dazu fordert er vollen Fokus und volle Kraftanstrengung des Vereins.

Beim VfB (auch hier im Forum) habe ich dagegen den Eindruck, dass einige sagen, meistens für Europa qualifizieren, ab und zu für die CL ist doch gut, freuen wird uns , nehmen das Geld und stecken es in die Infrastruktur, es kommen auch mal wieder schlechtere Zeiten. Sprich: Man ist mit dem Status Quo zufrieden. Das ist sicher anders als beim Ehrgeizling Hoeneß.

Und das kulminiert dann halt in den Transfers. Hoeneß hat wieder und wieder gesagt, dass er möchte, dass der Kader zusammengehalten wird und man sogar noch Qualität dazupacke. Eben weil er einen Schritt vorankommen will, im Vergleich zur letzten CL-Saison. Und dass man nun zum wiederholten Male kurz vor Transferschluss einen seiner besten Spieler, mit dem er fest plante, verkauft, wird ihn sehr frustrieren, weil man eben so nicht so vorankommt, wie er das wünscht und möchte.

Und dann kann es eben schon sein, dass man sich irgendwann trennt. Nicht nach häßlicher Schlammschlacht oder so, sondern mit einer Verlautbarung, dass man sich bezüglicher der sportlichen Zielsetzung und Entwicklungsperspektiven nicht mehr einig werden konnte.

Und das frustriert mich eben etwas, weil ich glaube, dass man mit so einem guten Trainer wie Hoeneß die Möglichkeit hätte, den VfB so oben zu etablieren, wie es dem BVB nach 7 Jahren Klopp mit Borussia Dortmund gelang. Dazu - so bin ich überzeugt - muss man zumindest in Championsleaguesaisons, auch ein bisschen ins Risiko gehen, damit man da erstens weit kommt (jede weiter Runde dürfte da 15-20 Mio bringen, UEFA-Ausschüttungen alleine sind 11-12 Mio) und zweitens natürlich die Spieler deutlich teurer verkaufen kann, wenn sie in der CL auftrumpfen. Und wenn man dann halt für BEK, Jeltsch oder Hendriks 50-60 Mio bekommt, kann man auf diesen Positionen auch wieder in einem Bereich einkaufen, der CL-Qualität verspricht.


So oder so wird es kommen. Woltemade darf sich nicht wiederholen, das wäre nicht beziehungsförderlich.

Ein Ehrgeizling ist er definitv nicht.

Er ist besonnen, bodenständig, empathisch, reflektiert. Ambitioniert trifft es.


Kann ich soweit ähnlich sehen, ausser den Teil mit in der CL weit kommen und an die Bayern oder den BVB ranrobben. So verstiegen ist Hoeneß nicht, dass er das für realistisch hält in naher Zukunft.
Wir haben uns jetzt ein Standing erarbeitet dank ihm als Verein bei dem Talente gut wachsen können, um irgendwann den nächsten Schritt zu machen. International haben wir gerade mal wieder den Kopf rausgestreckt, viel mehr war bisher nicht drin. In der Champions League ist mehr als das Achtelfinale kein realistisches Ziel. Da spielen wir gegen die Top 8 Europas. Jede Champions League und Europa League Teilnahme bringt uns aber Prestige. So hat man es sicher einfacher manche Spieler von sich zu überzeugen.
Ansonsten bin ich einverstanden. Hoeness wird hier niemals ohne triftigen Grund hinschmeißen. An einem Transfer wird das nicht hängen. Und schon gar nicht jetzt vor der Saison mit Champions League. Das wäre ja irre.


Ich teile deine Einschätzung zu 100%, auch was das Hinschmeißen angeht.

Ich würde das als sehr ambitioniertes Ranrobben bezeichnen. Schritt für Schritt, jede Saison näher dran zu sein, das ist, denke ich, die vereinbarte Grundlage der Zusammenarbeit für und mit ihm. So interpretiere ich auch in Berlin sein "irgendwann packen wir sie". Dazu gehört auch, jedes Jahr CL zu spielen und dort immer weiterzukommen.

Zwei Schritte vor, einen zurück, ist sicher okay mit ihm, wenn sich dadurch wirtschaftlich neue Möglichkeiten ergeben, die dann auch ergriffen werden (müssen). Das war bei der Woltemade Nummer eben nicht der Fall. Und wenn Medo verloren ging, was sicher nicht gegen Medos Willen passieren wird und was SH dann akzeptieren wird, dann muss für ihn mindestens ein ebenbürtiger Ersatz her. Sonst wird er seine zweite Rabattmarke kleben.

Spannend wird kommender Freitag. Wir werden sehen, ob wir näher dran sind. Die Spielfreude gg. Hansa war spürbar. Die Frage wird sein, ob die Bayern ihre Kaltschnäuzigkeit und Selbstsicherheit auf den Platz bringen, wenn sie mal hinten liegen und aufmachen müssen. Wenn wir da was mitnähmen, mit Dzenan brauchen wir weniger xGs, werden wir Hoffenheim und den BVB im September hinter uns sehen. Es könnte ein Auftakt nach Maß werden.

•     •     •

Heinz von Foerster.: „Handle stets so, dass die Anzahl der Wahlmöglichkeiten größer wird!“
Sebastian Hoeneß [Trainer] |#3634
24.08.2026 - 10:44 Uhr
Zitat von justalittlethought

Mal noch meine 2 cent zu Hoeneß.

Ich halte es für ausgeschlossen, dass er im Affekt hinschmeißt. Dazu ist er viel zurational, zuverlässig und auch loyal gegenüber seinen Spielern. Der wird nicht (wie er selbst sagt) viele Male mit Pejcinovic telefoniert haben und mit vielen anderen Spielern über seine Pläne mit ihnen gesprochen haben, um dann 2 Wochen später hinzuschmeißen und zu denen zu sagen, habt ihr Pech gehabt, weil Demirovic oder noch jemand geht. Da hätte ich keine Sorgen.

Mittelfristig hätte ich aber durchaus Sorgen. Und zwar wegen Hoeneß eigener Worte. Hoeneß mag nett sein, aber er ist auch brutal ehrgeizig (das liegt wohl in der Familie). Er hat mehrfach gesagt, auch wieder nach der letzten Saison, dass er den VfB noch nicht am Ende seiner Entwicklung sieht und dass er mit diesem noch viel mehr erreichen möchte.

Was eben heißt, dass er in Bezug auf die anderen Konkurrenten Stück für Stück aufholen möchte. Wir sind von einem Abstiegskandidaten in die Championsleague gekommen, aber auch von mir gibt es Posts, wo ich z.B. sage, dass das zwar gut und schön ist, aber dass uns die Top4 sowie auch Frankfurt durch die gute Arbeit seit 2017 Jahre voraus sind. Und Wolfsburg (Haha) und Hoffenheim aufgrund von Finanzdoping eben auch mehr Mittel haben und deswegen für uns nicht dauerhaft erreichbar sind. Ab und zu Europa, wenn es gut läuft, hielte ich für das höchste der Gefühle. Inzwischen sind wir mit Frankfurt auf Augenhöhe (oder sogar vorbeigezogen), waren die letzten 3 Jahre jedes Mal vor Hoffenheim und haben uns sportlich ohnehin, aber auch finanziell an Leipzig und Leverkusen herangerobbt. Und deswegen glaube ich, dass das für Hoeneß die nächsten Targets sind. Sprich: Er will aus dem VfB einen Club machen, der meistens in der CL spielt (was dann hieße, das einer aus Leverkusen/Leipzig etwas zurückfiele). Und so illusorisch ist das sportlich auch nicht. Bayern und der BVB haben in den letzten 3 Jahren sich 3 Mal für die CL qualifiziert, der VfB, Leverkusen und Leipzig je 2 Mal und Frankfurt 1 Mal.

Und sogar die Bayern sieht er nicht außer Reichweite. Man kann sich sein Interview nach dem Pokalfinale anschauen, wo er die Leistung von Bayern und Harry Kane natürlich anerkennt, aber auch extrem frustriert ist, dass man nicht mehr aus den guten ersten 60 Minuten gemacht hat. Und noch eine Kampfansage an die Bayern hinterherschickt: "Wir werden sie knacken. Irgendwann werden wir sie packen." Wo man sich ja beim besonnenen Herr Hoeneß doch wundert und denkt, mach mal langsam, die Bayern sind meilenweit enteilt.

Und da sehe ich einfach eine Diskrepanz in der Zielsetzung und der Anstrengung. Hoeneß will diesen Verein unbedingt vioranbringen. Wenn er auf Platz 5 ist in Deutschland (hinter Bayern, BVB, Leipzig und Leverkusen), will er Plartz 3 und 4 angreifen und wenn er auf Platz 3 ist, will er den BVB angreifen. Und dazu fordert er vollen Fokus und volle Kraftanstrengung des Vereins.

Beim VfB (auch hier im Forum) habe ich dagegen den Eindruck, dass einige sagen, meistens für Europa qualifizieren, ab und zu für die CL ist doch gut, freuen wird uns , nehmen das Geld und stecken es in die Infrastruktur, es kommen auch mal wieder schlechtere Zeiten. Sprich: Man ist mit dem Status Quo zufrieden. Das ist sicher anders als beim Ehrgeizling Hoeneß.

Und das kulminiert dann halt in den Transfers. Hoeneß hat wieder und wieder gesagt, dass er möchte, dass der Kader zusammengehalten wird und man sogar noch Qualität dazupacke. Eben weil er einen Schritt vorankommen will, im Vergleich zur letzten CL-Saison. Und dass man nun zum wiederholten Male kurz vor Transferschluss einen seiner besten Spieler, mit dem er fest plante, verkauft, wird ihn sehr frustrieren, weil man eben so nicht so vorankommt, wie er das wünscht und möchte.

Und dann kann es eben schon sein, dass man sich irgendwann trennt. Nicht nach häßlicher Schlammschlacht oder so, sondern mit einer Verlautbarung, dass man sich bezüglicher der sportlichen Zielsetzung und Entwicklungsperspektiven nicht mehr einig werden konnte.

Und das frustriert mich eben etwas, weil ich glaube, dass man mit so einem guten Trainer wie Hoeneß die Möglichkeit hätte, den VfB so oben zu etablieren, wie es dem BVB nach 7 Jahren Klopp mit Borussia Dortmund gelang. Dazu - so bin ich überzeugt - muss man zumindest in Championsleaguesaisons, auch ein bisschen ins Risiko gehen, damit man da erstens weit kommt (jede weiter Runde dürfte da 15-20 Mio bringen, UEFA-Ausschüttungen alleine sind 11-12 Mio) und zweitens natürlich die Spieler deutlich teurer verkaufen kann, wenn sie in der CL auftrumpfen. Und wenn man dann halt für BEK, Jeltsch oder Hendriks 50-60 Mio bekommt, kann man auf diesen Positionen auch wieder in einem Bereich einkaufen, der CL-Qualität verspricht.


Alles gut und schlüssig formuliert. Mit fast allem gehe ich mit, aber eine Kleinigkeit muss ich dann doch noch anbringen.

"Und sogar die Bayern sieht er nicht außer Reichweite. Man kann sich sein Interview nach dem Pokalfinale anschauen, wo er die Leistung von Bayern und Harry Kane natürlich anerkennt, aber auch extrem frustriert ist, dass man nicht mehr aus den guten ersten 60 Minuten gemacht hat. Und noch eine Kampfansage an die Bayern hinterherschickt: "Wir werden sie knacken. Irgendwann werden wir sie packen." Wo man sich ja beim besonnenen Herr Hoeneß doch wundert und denkt, mach mal langsam, die Bayern sind meilenweit enteilt."

Woran liegt es dann, dass man aus den guten ersten 60 Minuten nichts gemacht hat? Man hat mit der besten Mannschaft gespielt. Links Führich, rechts Leweling, davor Undav und als Spitze Demirovic. Einem absolut wirkungslosen Demirovic. In einem Pokalendspiel.

Insofern sehe ich schon einen nicht ganz zu vernachlässigenden Widerspruch in der Argumentation, man hätte mehr aus den ersten 60 Minuten machen müssen und dem vermeintlichen Qualitätsverlust, wenn Demirovic jetzt noch wechseln würde. Von allen VfB Spielern wurde Demirovic am schlechtesten in diesem Endspiel bewertet. Im übrigen würde es hier niemand schwer fallen mindestens 5 weitere Spiele allein in der vergangenen Saison zu benennen, bei denen Demirovic leistungsmäßig auf Pokalendspiel-Niveau agiert hat.

Die naheliegendere Schlussfolgerung wäre doch demnach, nicht Demirovic halten zu wollen, sondern nach einer Verstärkung zu schauen.

Mir geht es in dieser Diskussion jedoch weniger um die Personalie Demirovic, sondern darum, dass in diesem Fred eine Diskussion geführt wird, die erstens woanders hingehört (Qup vadis oder Sportdirektor) und die in diesem Fred sogar dazu führt, dass zum Teil einige Kritiker und Befürworter der sportlichen Führung seltsamerweise die Seiten gewechselt haben. Auf einmal werden Transfers wie Al Dakhil, Bouanani, Jovanoc, Arevalo kritischer gesehen, die sich zuvor gerne über jegliche Kritik an der sportlichen Führung ausgelassen haben.

Der Kreis in Deinem Beitrag schließt sich aber wieder mit der Frage nach der sportlichen Zielsetzung des Vereins. Die kennen wir nicht, weil sie explizit nicht formuliert wird. Und deshalb wissen wir auch nicht, was das Erreichen der sportlichen Zielsetzung den Verantwortlichen finanziell wert ist. Wir wissen aber, dass der sportlichen Führung in den vergangenen 3 Jahren schon sehr viel finanzielle Mittel für Transfers und für die Kaderkosten zur Verfügung gestanden haben. Da darf man die Frage aufwerfen, ob man wie viele Fans einfach zufrieden mit dem Erreichen der CL war und ist oder ob man darüberhinaus seine Pflichten und Aufgaben ernst genommen hat und sowohl sportliche als auch finanzielle Aspekte in der Saisonanalyse bewertet hat.

Öffentlich ist zwischen der kurzfristigen Forderung der Vereinsführung nach einer Verkleinerung des Kaders und den Ansichten des Trainers keine Differenz zu erkennen. Und die kürzlich erfolgte Vertragsverlängerung mit dem SD spricht auch nicht dafür, dass man mit der Erfüllung seiner Aufgaben nicht zufrieden ist. Müsste also alles Friede, Freude, Eierkuchen sein.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Lombaseggl am 24.08.2026 um 11:04 Uhr bearbeitet
Sebastian Hoeneß [Trainer] |#3635
24.08.2026 - 10:46 Uhr
Zitat von Fullhouse1893

Spannend wird kommender Freitag. Wir werden sehen, ob wir näher dran sind. Die Spielfreude gg. Hansa war spürbar. Die Frage wird sein, ob die Bayern ihre Kaltschnäuzigkeit und Selbstsicherheit auf den Platz bringen, wenn sie mal hinten liegen und aufmachen müssen. Wenn wir da was mitnähmen, mit Dzenan brauchen wir weniger xGs, werden wir Hoffenheim und den BVB im September hinter uns sehen. Es könnte ein Auftakt nach Maß werden.


Die Bayern waren die letzten Jahre zum Auftakt auf jeden Fall immer offensivfreudig. 6 Stück in Frankfurt, 4 Stück in Bremen, 3 in Wolfsburg, 6 zuhause gegen Leipzig...und die wirkten jetzt in Dortmund schon auch im Saft. Wobei ein Olise auch mit 90% fast alles schwindelig spielt.

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Pires-------S. Cazorla------Mahrez
---------S. Dié---Khedira------------
-Hummels--Koscielny--Van Dijk-
----------------Cech--------------------
Sebastian Hoeneß [Trainer] |#3636
24.08.2026 - 11:06 Uhr
Zitat von justalittlethought
Mal noch meine 2 cent zu Hoeneß.

Ich halte es für ausgeschlossen, dass er im Affekt hinschmeißt. Dazu ist er viel zurational, zuverlässig und auch loyal gegenüber seinen Spielern. Der wird nicht (wie er selbst sagt) viele Male mit Pejcinovic telefoniert haben und mit vielen anderen Spielern über seine Pläne mit ihnen gesprochen haben, um dann 2 Wochen später hinzuschmeißen und zu denen zu sagen, habt ihr Pech gehabt, weil Demirovic oder noch jemand geht. Da hätte ich keine Sorgen.

Mittelfristig hätte ich aber durchaus Sorgen. Und zwar wegen Hoeneß eigener Worte. Hoeneß mag nett sein, aber er ist auch brutal ehrgeizig (das liegt wohl in der Familie). Er hat mehrfach gesagt, auch wieder nach der letzten Saison, dass er den VfB noch nicht am Ende seiner Entwicklung sieht und dass er mit diesem noch viel mehr erreichen möchte.

Was eben heißt, dass er in Bezug auf die anderen Konkurrenten Stück für Stück aufholen möchte. Wir sind von einem Abstiegskandidaten in die Championsleague gekommen, aber auch von mir gibt es Posts, wo ich z.B. sage, dass das zwar gut und schön ist, aber dass uns die Top4 sowie auch Frankfurt durch die gute Arbeit seit 2017 Jahre voraus sind. Und Wolfsburg (Haha) und Hoffenheim aufgrund von Finanzdoping eben auch mehr Mittel haben und deswegen für uns nicht dauerhaft erreichbar sind. Ab und zu Europa, wenn es gut läuft, hielte ich für das höchste der Gefühle. Inzwischen sind wir mit Frankfurt auf Augenhöhe (oder sogar vorbeigezogen), waren die letzten 3 Jahre jedes Mal vor Hoffenheim und haben uns sportlich ohnehin, aber auch finanziell an Leipzig und Leverkusen herangerobbt. Und deswegen glaube ich, dass das für Hoeneß die nächsten Targets sind. Sprich: Er will aus dem VfB einen Club machen, der meistens in der CL spielt (was dann hieße, das einer aus Leverkusen/Leipzig etwas zurückfiele). Und so illusorisch ist das sportlich auch nicht. Bayern und der BVB haben in den letzten 3 Jahren sich 3 Mal für die CL qualifiziert, der VfB, Leverkusen und Leipzig je 2 Mal und Frankfurt 1 Mal.

Und sogar die Bayern sieht er nicht außer Reichweite. Man kann sich sein Interview nach dem Pokalfinale anschauen, wo er die Leistung von Bayern und Harry Kane natürlich anerkennt, aber auch extrem frustriert ist, dass man nicht mehr aus den guten ersten 60 Minuten gemacht hat. Und noch eine Kampfansage an die Bayern hinterherschickt: "Wir werden sie knacken. Irgendwann werden wir sie packen." Wo man sich ja beim besonnenen Herr Hoeneß doch wundert und denkt, mach mal langsam, die Bayern sind meilenweit enteilt.

Und da sehe ich einfach eine Diskrepanz in der Zielsetzung und der Anstrengung. Hoeneß will diesen Verein unbedingt vioranbringen. Wenn er auf Platz 5 ist in Deutschland (hinter Bayern, BVB, Leipzig und Leverkusen), will er Plartz 3 und 4 angreifen und wenn er auf Platz 3 ist, will er den BVB angreifen. Und dazu fordert er vollen Fokus und volle Kraftanstrengung des Vereins.

Beim VfB (auch hier im Forum) habe ich dagegen den Eindruck, dass einige sagen, meistens für Europa qualifizieren, ab und zu für die CL ist doch gut, freuen wird uns , nehmen das Geld und stecken es in die Infrastruktur, es kommen auch mal wieder schlechtere Zeiten. Sprich: Man ist mit dem Status Quo zufrieden. Das ist sicher anders als beim Ehrgeizling Hoeneß.

Und das kulminiert dann halt in den Transfers. Hoeneß hat wieder und wieder gesagt, dass er möchte, dass der Kader zusammengehalten wird und man sogar noch Qualität dazupacke. Eben weil er einen Schritt vorankommen will, im Vergleich zur letzten CL-Saison. Und dass man nun zum wiederholten Male kurz vor Transferschluss einen seiner besten Spieler, mit dem er fest plante, verkauft, wird ihn sehr frustrieren, weil man eben so nicht so vorankommt, wie er das wünscht und möchte.

Und dann kann es eben schon sein, dass man sich irgendwann trennt. Nicht nach häßlicher Schlammschlacht oder so, sondern mit einer Verlautbarung, dass man sich bezüglicher der sportlichen Zielsetzung und Entwicklungsperspektiven nicht mehr einig werden konnte.

Und das frustriert mich eben etwas, weil ich glaube, dass man mit so einem guten Trainer wie Hoeneß die Möglichkeit hätte, den VfB so oben zu etablieren, wie es dem BVB nach 7 Jahren Klopp mit Borussia Dortmund gelang. Dazu - so bin ich überzeugt - muss man zumindest in Championsleaguesaisons, auch ein bisschen ins Risiko gehen, damit man da erstens weit kommt (jede weiter Runde dürfte da 15-20 Mio bringen, UEFA-Ausschüttungen alleine sind 11-12 Mio) und zweitens natürlich die Spieler deutlich teurer verkaufen kann, wenn sie in der CL auftrumpfen. Und wenn man dann halt für BEK, Jeltsch oder Hendriks 50-60 Mio bekommt, kann man auf diesen Positionen auch wieder in einem Bereich einkaufen, der CL-Qualität verspricht.


Ich finde deinen Beitrag gut argumentiert, teile viele Einschätzungen und bin doch nicht ganz deiner Meinung. Bei zwei Punkten habe ich eine andere Sicht auf die Dinge. Ich glaube auch, dass Hoeneß das Maximum aus dem VfB und seiner eigenen Karriere rausholen möchte. Die große Unbekannte ist dabei die persönliche Ungeduld oder nennen wir es positiver die Ambitionen von Hoeneß. Hier wird es einfach sehr spekulativ. Obwohl sich Hoeneß mittlerweile mehrfach zum VfB bekannt hat, rechnen wir alle mit einem mittelfristien Abschied. Dafür gib es zwar überhaupt keine Anzeichen, aber es ist einfach die Realität des Geschäfts.

Ich bin aber überzeugt, dass Hoeneß den VfB irgendwann unabhängig von den Anstrengungen des Verein verlassen wird. Er hat sich schon ins Schaufenster der großen (reichen) Vereine gestellt und wird mit jeder guten Saison beim VfB nur noch attraktiver. Die Entwicklung des VfB kann gar nicht so schnell gehen, dass wir da mithalten können. Das wird auch Hoeneß so sehen. Weshalb ich zu meinem zweiten Punkt komme.

Die Chance mittelfristig auf das Niveau von Dortmund zu kommen sehe ich nicht. Ich hoffe die Verantwortlichen des VfB sehen das auch und riskieren nicht unsere Zukunft für diese Idee. Dortmund war schon lange vor Klopp der deutlich größere Verein (sorry to say that). Das ist vielleicht pessimistisch aber ich glaube es gibt für alle Vereine eine gläserne Decke. Die sehe ich historisch und struktuell für den VfB bei Platz 4. Mit harter Arbeit und Glück ist ab und zu ein besserer Platz drin. Dauerhaft mehr ist aber nur durch massives Finanzdoping oder eine wirklich konsequente Umsetzung von 50+1 zu Lasten von Leverkusen und Leipzig möglich. Beides sehe ich nicht passieren.

Persönlich sehe ich aber auch keinen Mehrwert wie der BVB oder Leverkusen zu werden. Das ist natürlich sehr subjektiv aber CL-Spiele geben mir emotional nicht so viel. Durch die Dominanz der Bayern ist die Meisterschaft auch unrealistisch. Um den Pokalsieg können wir schon heute spielen. Welchen Mehrwert hat also der risikoreiche Kampf um den Platz im Schatten der Bayern?

Meiner Meinung nach gehen wir nämlich aktuell schon genug Risiko. Deswegen finde ich deinen Satz "muss man zumindest in Championsleaguesaisons, auch ein bisschen ins Risiko gehen" nicht richtig. Die Verlängerung von Undav ist wirtschaftlich ein Kraftakt für uns. Wir werden wahrscheinlich ein zweistelliges Transferminus machen und investieren sehr viel Geld in High-Potentials wie Pejcinovic und Sauer. Dazu leisten wir uns einen (zu) großen und tiefen Kader. Mehr ist nicht gesund.

Das alles bringt mich zu dem Fazit, dass wir dank Hoeneß schon seit Jahren über unserer Gewichtsklasse boxen. Das Risiko dabei KO zu gehen ist zu groß, als dass wir auch noch auf die Deckung verzichen können. Wir können zwar Gewicht draufpacken aber haben nicht die natürliche Schlagkraft und Körpergröße der echten Schwergewichte. Wenn die nicht aufpassen, können wir ihnen trotzdem weh tun.
Sebastian Hoeneß [Trainer] |#3637
24.08.2026 - 11:19 Uhr
Zitat von justalittlethought

Und das frustriert mich eben etwas, weil ich glaube, dass man mit so einem guten Trainer wie Hoeneß die Möglichkeit hätte, den VfB so oben zu etablieren, wie es dem BVB nach 7 Jahren Klopp mit Borussia Dortmund gelang. Dazu - so bin ich überzeugt - muss man zumindest in Championsleaguesaisons, auch ein bisschen ins Risiko gehen, damit man da erstens weit kommt (jede weiter Runde dürfte da 15-20 Mio bringen, UEFA-Ausschüttungen alleine sind 11-12 Mio) und zweitens natürlich die Spieler deutlich teurer verkaufen kann, wenn sie in der CL auftrumpfen. Und wenn man dann halt für BEK, Jeltsch oder Hendriks 50-60 Mio bekommt, kann man auf diesen Positionen auch wieder in einem Bereich einkaufen, der CL-Qualität verspricht.


Da will ich mal einhaken, weil das Beispiel Klopp/Dortmund unvollständig ist und auch die Problematik aufzeigt.

Dortmund wurde nicht oben etabliert durch Klopp
Dortmund war schon lange vor Klopp oben etabliert und ständiger Kandidat für die Meisterschaft und sogar den Champions League Titel, damals unter Hitzfeld und später Sammer.
Unter Klopp kam man da lediglich wieder hin, nachdem man zweimal ins Klo griff mit nem neuen Trainer (erst nav Marwijk und dann Doll) und gewaltige finanzielle Probleme bekam, weil der Kader zu viel verdiente ohne die Einnahmen aus der Champions League

Was man in Dortmund aber in der Ära Hitzfeld, Sammer und dann besonders unter Klopp aufbaute ist das wovon Dortmund noch lange nach Klopp in der Tabellenregion hält.
Ein Stadion, dass große Einnahmen verspricht und eine Scoutingabteilung die lange zum Besten weltweit gezählt werden musste und so immer wieder neue noch recht unbekannte Spieler geholt wurden, die den Verein weiterbrachten.

Das ist im Grunde Infrastruktur des Vereins, dass unabhängig von Personen an der Spitze trotzdem herausragend gearbeitet wird, denn selbst nachdem Klopp, Mislintat und co schon lange weg waren spielt man immer noch dauernd in der Champions League erfolgreich.

Wenn der VfB sich mit Vereinen messen will, die soweit sind in ihrer Entwicklung, dann muss diese Infrastruktur erstmal entstehen. Die entsteht nicht einfach indem man ein paar gute Saisons spielt - sonst wäre Frankfurt oder Freiburg beispielsweise da schon lange - sondern indem der Verein diese Entwicklung als Ganzes macht.
Mitsamt der Infrastruktur, der Finanzkraft, dem Scouting als System, der Nachwuchsarbeit etc.etc.etc.
All das muss erstmal ein Niveau - unabhängig von Einzelpersonen die immer wieder mal wechseln könnten - erreichen und halten bevor wir uns da messen können.

Der Punkt ist, der VfB ist in seiner sportlichen Entwicklung viel weiter als in jedem anderen Bereich, deshalb gab es immer wieder die Abgänge. Finanziell haben wir im letzten Jahr nen großen Sprung gemacht.
Wir sind noch nicht auf dem selben Niveau wie sportlich aber wesentlich näher dran.
Jetzt muss aber auch das Ganze übrige auf dieses Niveau gebracht werden, damit das auch gehalten werden kann.

Denn die Champions League Falle trifft jedes Jahr wieder Vereine.
Investitionen in den sportlichen Bereich auf dem Niveau sind vor allem Gehaltskosten, die auch noch ein paar Jahre nachdem man die Champions League verpasst hat zu zahlen sind.
Das kann man ein, zwei Jahre machen wenn alles übrige auf dem Niveau sind, ansonsten gar nicht

•     •     •

Die Formen müssen gewahrt werden
Sebastian Hoeneß [Trainer] |#3638
24.08.2026 - 11:49 Uhr
Zitat von VinniJ
Zitat von justalittlethought

Mal noch meine 2 cent zu Hoeneß.

Ich halte es für ausgeschlossen, dass er im Affekt hinschmeißt. Dazu ist er viel zurational, zuverlässig und auch loyal gegenüber seinen Spielern. Der wird nicht (wie er selbst sagt) viele Male mit Pejcinovic telefoniert haben und mit vielen anderen Spielern über seine Pläne mit ihnen gesprochen haben, um dann 2 Wochen später hinzuschmeißen und zu denen zu sagen, habt ihr Pech gehabt, weil Demirovic oder noch jemand geht. Da hätte ich keine Sorgen.

Mittelfristig hätte ich aber durchaus Sorgen. Und zwar wegen Hoeneß eigener Worte. Hoeneß mag nett sein, aber er ist auch brutal ehrgeizig (das liegt wohl in der Familie). Er hat mehrfach gesagt, auch wieder nach der letzten Saison, dass er den VfB noch nicht am Ende seiner Entwicklung sieht und dass er mit diesem noch viel mehr erreichen möchte.

Was eben heißt, dass er in Bezug auf die anderen Konkurrenten Stück für Stück aufholen möchte. Wir sind von einem Abstiegskandidaten in die Championsleague gekommen, aber auch von mir gibt es Posts, wo ich z.B. sage, dass das zwar gut und schön ist, aber dass uns die Top4 sowie auch Frankfurt durch die gute Arbeit seit 2017 Jahre voraus sind. Und Wolfsburg (Haha) und Hoffenheim aufgrund von Finanzdoping eben auch mehr Mittel haben und deswegen für uns nicht dauerhaft erreichbar sind. Ab und zu Europa, wenn es gut läuft, hielte ich für das höchste der Gefühle. Inzwischen sind wir mit Frankfurt auf Augenhöhe (oder sogar vorbeigezogen), waren die letzten 3 Jahre jedes Mal vor Hoffenheim und haben uns sportlich ohnehin, aber auch finanziell an Leipzig und Leverkusen herangerobbt. Und deswegen glaube ich, dass das für Hoeneß die nächsten Targets sind. Sprich: Er will aus dem VfB einen Club machen, der meistens in der CL spielt (was dann hieße, das einer aus Leverkusen/Leipzig etwas zurückfiele). Und so illusorisch ist das sportlich auch nicht. Bayern und der BVB haben in den letzten 3 Jahren sich 3 Mal für die CL qualifiziert, der VfB, Leverkusen und Leipzig je 2 Mal und Frankfurt 1 Mal.

Und sogar die Bayern sieht er nicht außer Reichweite. Man kann sich sein Interview nach dem Pokalfinale anschauen, wo er die Leistung von Bayern und Harry Kane natürlich anerkennt, aber auch extrem frustriert ist, dass man nicht mehr aus den guten ersten 60 Minuten gemacht hat. Und noch eine Kampfansage an die Bayern hinterherschickt: "Wir werden sie knacken. Irgendwann werden wir sie packen." Wo man sich ja beim besonnenen Herr Hoeneß doch wundert und denkt, mach mal langsam, die Bayern sind meilenweit enteilt.

Und da sehe ich einfach eine Diskrepanz in der Zielsetzung und der Anstrengung. Hoeneß will diesen Verein unbedingt vioranbringen. Wenn er auf Platz 5 ist in Deutschland (hinter Bayern, BVB, Leipzig und Leverkusen), will er Plartz 3 und 4 angreifen und wenn er auf Platz 3 ist, will er den BVB angreifen. Und dazu fordert er vollen Fokus und volle Kraftanstrengung des Vereins.

Beim VfB (auch hier im Forum) habe ich dagegen den Eindruck, dass einige sagen, meistens für Europa qualifizieren, ab und zu für die CL ist doch gut, freuen wird uns , nehmen das Geld und stecken es in die Infrastruktur, es kommen auch mal wieder schlechtere Zeiten. Sprich: Man ist mit dem Status Quo zufrieden. Das ist sicher anders als beim Ehrgeizling Hoeneß.

Und das kulminiert dann halt in den Transfers. Hoeneß hat wieder und wieder gesagt, dass er möchte, dass der Kader zusammengehalten wird und man sogar noch Qualität dazupacke. Eben weil er einen Schritt vorankommen will, im Vergleich zur letzten CL-Saison. Und dass man nun zum wiederholten Male kurz vor Transferschluss einen seiner besten Spieler, mit dem er fest plante, verkauft, wird ihn sehr frustrieren, weil man eben so nicht so vorankommt, wie er das wünscht und möchte.

Und dann kann es eben schon sein, dass man sich irgendwann trennt. Nicht nach häßlicher Schlammschlacht oder so, sondern mit einer Verlautbarung, dass man sich bezüglicher der sportlichen Zielsetzung und Entwicklungsperspektiven nicht mehr einig werden konnte.

Und das frustriert mich eben etwas, weil ich glaube, dass man mit so einem guten Trainer wie Hoeneß die Möglichkeit hätte, den VfB so oben zu etablieren, wie es dem BVB nach 7 Jahren Klopp mit Borussia Dortmund gelang. Dazu - so bin ich überzeugt - muss man zumindest in Championsleaguesaisons, auch ein bisschen ins Risiko gehen, damit man da erstens weit kommt (jede weiter Runde dürfte da 15-20 Mio bringen, UEFA-Ausschüttungen alleine sind 11-12 Mio) und zweitens natürlich die Spieler deutlich teurer verkaufen kann, wenn sie in der CL auftrumpfen. Und wenn man dann halt für BEK, Jeltsch oder Hendriks 50-60 Mio bekommt, kann man auf diesen Positionen auch wieder in einem Bereich einkaufen, der CL-Qualität verspricht.


Ich finde deinen Beitrag gut argumentiert, teile viele Einschätzungen und bin doch nicht ganz deiner Meinung. Bei zwei Punkten habe ich eine andere Sicht auf die Dinge. Ich glaube auch, dass Hoeneß das Maximum aus dem VfB und seiner eigenen Karriere rausholen möchte. Die große Unbekannte ist dabei die persönliche Ungeduld oder nennen wir es positiver die Ambitionen von Hoeneß. Hier wird es einfach sehr spekulativ. Obwohl sich Hoeneß mittlerweile mehrfach zum VfB bekannt hat, rechnen wir alle mit einem mittelfristien Abschied. Dafür gib es zwar überhaupt keine Anzeichen, aber es ist einfach die Realität des Geschäfts.

Ich bin aber überzeugt, dass Hoeneß den VfB irgendwann unabhängig von den Anstrengungen des Verein verlassen wird. Er hat sich schon ins Schaufenster der großen (reichen) Vereine gestellt und wird mit jeder guten Saison beim VfB nur noch attraktiver. Die Entwicklung des VfB kann gar nicht so schnell gehen, dass wir da mithalten können. Das wird auch Hoeneß so sehen. Weshalb ich zu meinem zweiten Punkt komme.

Die Chance mittelfristig auf das Niveau von Dortmund zu kommen sehe ich nicht. Ich hoffe die Verantwortlichen des VfB sehen das auch und riskieren nicht unsere Zukunft für diese Idee. Dortmund war schon lange vor Klopp der deutlich größere Verein (sorry to say that). Das ist vielleicht pessimistisch aber ich glaube es gibt für alle Vereine eine gläserne Decke. Die sehe ich historisch und struktuell für den VfB bei Platz 4. Mit harter Arbeit und Glück ist ab und zu ein besserer Platz drin. Dauerhaft mehr ist aber nur durch massives Finanzdoping oder eine wirklich konsequente Umsetzung von 50+1 zu Lasten von Leverkusen und Leipzig möglich. Beides sehe ich nicht passieren.

Persönlich sehe ich aber auch keinen Mehrwert wie der BVB oder Leverkusen zu werden. Das ist natürlich sehr subjektiv aber CL-Spiele geben mir emotional nicht so viel. Durch die Dominanz der Bayern ist die Meisterschaft auch unrealistisch. Um den Pokalsieg können wir schon heute spielen. Welchen Mehrwert hat also der risikoreiche Kampf um den Platz im Schatten der Bayern?

Meiner Meinung nach gehen wir nämlich aktuell schon genug Risiko. Deswegen finde ich deinen Satz "muss man zumindest in Championsleaguesaisons, auch ein bisschen ins Risiko gehen" nicht richtig. Die Verlängerung von Undav ist wirtschaftlich ein Kraftakt für uns. Wir werden wahrscheinlich ein zweistelliges Transferminus machen und investieren sehr viel Geld in High-Potentials wie Pejcinovic und Sauer. Dazu leisten wir uns einen (zu) großen und tiefen Kader. Mehr ist nicht gesund.

Das alles bringt mich zu dem Fazit, dass wir dank Hoeneß schon seit Jahren über unserer Gewichtsklasse boxen. Das Risiko dabei KO zu gehen ist zu groß, als dass wir auch noch auf die Deckung verzichen können. Wir können zwar Gewicht draufpacken aber haben nicht die natürliche Schlagkraft und Körpergröße der echten Schwergewichte. Wenn die nicht aufpassen, können wir ihnen trotzdem weh tun.


Lesenswert, wenn auch nicht zwingend deiner Meinung. Die gläserne Decke finde ich eine schöne Metapher und natürlich funktionieren Vereinsentwicklung in Wellen. Aber die beginnen halt irgendwo auch mal.

Wo war z.B. Dortmund in den 70ern und 80ern? Dachten die da, das man Gladbach jemals einholen kann? Valencia in Spanien ebenso, welche dann halt in der Delle der 00er Jahre keinen Klopp hatten.
Atletico in den 00er Jahren, welche sich jetzt (trotz krasser Entwicklung des Spanischen Fußballs allgemein) zu einem internationalen Schwergewicht und der klaren Nr. 3 geschoben haben.
Eine Kategorie drunter Freiburg, die sich von "jedes Jahr Bundesliga ist ein Erfolg" so einem (mindestens) Top7 Club entwickelt haben, der international Erfolgreich mitmischt.

Klar niemand schielt auf Bayern oder andere Topclubs Europas, schon gar nicht wenn da externe Geldgeber im Spiel sind.
Aber wir sind ja auch nicht niemand (über die letzten 40-50 Jahre) und Stuttgart mit allem drum und dran auch kein Hoffenheim. Wenn Dortmund schwächelt (und das haben sie die letzten Jahre schon), dann sind die nicht uneinholbar.
Ein bisschen träumen darf man und in der aktuellen Situation auch ein bisschen Zocken.

Ich denke auch das man in der Post-Hoeneß-Ära dann mittelfristig meist zwischen Platz 3 und Platz 11 eintrudeln wird. Hätten wir ja vor 3 Jahren alle blind unterschrieben.

•     •     •

------------Giroud----Klose---------
Pires-------S. Cazorla------Mahrez
---------S. Dié---Khedira------------
-Hummels--Koscielny--Van Dijk-
----------------Cech--------------------
Sebastian Hoeneß [Trainer] |#3639
24.08.2026 - 12:08 Uhr
Kloppo und der BVB ist ein richtig schlechtes Beispiel, wenn man das mit dem VfB und Hoeneß vergleichen will im Hinblick darauf, was hier mitunter gefordert wird.

Die Erfolgsgeschichte damals rührte aus der Förderung der eigenen Jugend (Götze, Sahin, Schmelzer, Durm, J. Hofmann etc.) und der Verpflichtung von externen Talenten wie Großkreutz, S. Bender, Kagawa, Lewandoooooofski (wie die Bild in seinem ersten Jahr titelte), Gündogan, Pisczcek, Perisic usw. Das mit den "Supertalenten" ging übrigens erst 2013 mit Aubameyang los, da war Kloppo bereits in seiner sechten BVB-Saison. Davor war man im Wesentlichen wegen Sachen wie dem sog. "Kinderriegel" berühmt, weil die IV aus Hummels und Subotic bestand, jeweils zarte 20.
Der erste Stareinkauf dürfte Reus 2012 gewesen sein, also nach fünf Klopp-Saisons und eben auch erst nachdem man 2x Meister geworden ist. Ohne jetzt jeden einzelnen Transfer der Ära Klopp durchzugehen, lehne mich mal aus dem Fenster und behaupte, dass da in seinen ersten Jahren kaum mal eine Verpflichtung dabei war, die aus dem Stand "den Kader in der Spitze verbessert" hat. Sondern das war zum allergrößten Teil selbst (weiter)entwickelte und veredelte Qualität.
Die Transferbilanzen zeugen entsprechend auch nicht von nennenswerten Netto-Invests, sondern war in der Spitze mal ein Transferminus von 4 Mios (die Transfersummen damals erscheinen natürlich aus heutiger Sicht lächerlich). Und nach der Doppelmeisterschaft dreht es sich selbstverständlich um, dass die Erfolge natürlich die Begehrlichkeiten der Konkurrenz weckt und es somit jedes Jahr mindestens einen großen und/oder teuren Abgang gibt: Sahin zu Real, Kagawa zu United und Barrios nach China, Götze und ein Jahr später auch Lewandowski zu Bayern.
Die einzige Kloppo-Saison, wo der BVB mal deutlich mehr auf dem Transfermarkt ausgegeben als eingenommen hat, war 2014/15 mit einem Transferminus von 60 Mios. Kurioserweise war das dann auch seine letzte Saison beim BVB.

Man sieht also, dass der BVB unter Klopp eigentlich überhaupt nicht das gemacht hat, was hier gerne mal für den VfB und Hoeneß gefordert wird...
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Santiago15 am 24.08.2026 um 12:14 Uhr bearbeitet
Sebastian Hoeneß [Trainer] |#3640
24.08.2026 - 12:49 Uhr
Weil es ja auch so etwas wie Inflation nicht gibt…
Der Gündogan von damals für 4,5Mio heißt heute Jander und kostet nunmal das dreifache.
Genauso ein Subotic für 4,5 Mio, als 19 jähriger shooting Star nach einer Saison in der Bundesliga bei Mainz, so einer geht wie coulibaly eben heute für 20Mio nach Straßburg.
Ein Lewandowski wäre heute bereits mit 18 zu Salzburg und mit 21 ebenfalls schon bei einem Marktwert von plus 20Mio. Siehe zb Sesko.
Die Liste könnte man so weiterführen.

Ich bin da auch komplett bei @justalittlethought

•     •     •

in a town called Stuttgart....

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Neckarkrokodil am 24.08.2026 um 12:52 Uhr bearbeitet
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