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Die Couchingzone

13.08.2010 - 13:19 Uhr
Die Couchingzone |#1601
27.11.2015 - 13:03 Uhr
Zitat von Bertikoks
Bevor wir uns Fragen stellen wer etwas in Zukunft machen soll, müssen wir erstmal feststellen, was da oben in der Gegenwart eigentlich los ist. Die Fakten müssen endlich auf den Tisch. Und wenn wir die kennen, dann können wir uns Gedanken machen wie wir damit umgehen.

  • »Das Problem zu erkennen ist wichtiger, als die Lösung zu erkennen, denn die genaue Darstellung des Problems führt zur Lösung.«
  • »Wenn man mir eine Stunde Zeit geben würde, ein Problem zu lösen, von dem mein Leben abhängt, würde ich 40 Minuten dazu verwenden, es zu studieren, 15 Minuten dazu, Lösungsmöglichkeiten zu prüfen, und 5 Minuten, um es zu lösen.«
  • »Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.«
An diesen Zitaten erkennt man, welch großer Denker, Visionär und FCK-Kenner Albert Einstein gewesen ist.

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Autoritäre Herrschaft braucht keine Superschurken, die sie von langer Hand planen. Sie ist schlichtweg die bequemste Art, Komplexität zu reduzieren.
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Das Leben ist die Schule, der Schmerz ist der Lehrer.

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Devil_till_Death am 27.11.2015 um 13:03 Uhr bearbeitet
Die Couchingzone |#1602
04.12.2015 - 11:02 Uhr
Jahrgang 6 – Ausgabe 19

DER GUTMENSCH

von Devil_till_Death


Italia und ich sitzen auf unserer Wolke und haben grade unsere Freunde Ferenc, Nándor, Sándor und die beiden Gyulas samt Ehefrauen verabschiedet. Ottes und der Liebrich Werner waren auch noch kurz da. Wir haben das Wetter genutzt, Italia hat schön Antipasti gemacht und unsere Gäste haben einen großen Topf Gulasch mitgebracht. Gestern gekocht, heute aufgewärmt. Dazu haben wir ein paar Flaschen Grauburgunder getrunken – ein Tag wie ein Traum.

Wie ein Traum, allerdings ein Albtraum, kommt es mir vor, was ich sehen muss, wenn ich runter zu euch schaue. Krisen und Konflikte überall: Krieg im Nahen Osten, Terror in Paris, Geldnot in Griechenland, Heimatvertriebene wie früher nach dem Zweiten Weltkrieg – und dazwischen irgendwo mein geliebter FCK.

Ich hab ja schon lange kein Spiel mehr meines Vereins gesehen. Früher nicht wegen meiner Herzprobleme, heute nicht wegen … Ja, warum eigentlich nicht? Wenn ich ehrlich bin, weil ich euch alle satt habe!



Doch Italia, das kann ich sagen! Und zwar genau so!



Doch, ich mein es ernst! Bitter ernst!



Schätzelche, guck dir doch nur mal an, was in den paar Tagen, seitdem ich fort bin, alles passiert ist. Ist doch nix besser geworden seitdem. Und diese Scheinheiligkeit, die kotzt mich an. Ich hab mich früher ja nie eingemischt, aber jetzt ist es mir egal, was die von mir denken. Schwadronieren von den „Tugenden Fritz Walters“, von „Ehrlichkeit“, von „Kameradschaft“, von „Anstand“ und „Moral“. Und im nächsten Moment, nachdem sie das raus gewürgt haben, treten sie diese Werte mit Füßen!



Doch, Italia, genau so ist es! Guck doch mal hin: Der Eine sagt „Anstand“, dreht sich um und ist nur darauf bedacht, sich so viel unter den Nagel zu reißen, wie nur irgendwie geht. Ohne Rücksicht und egal auf wessen Kosten. Da ist dann ein Anderer, der faselt was von „Kameradschaft“ – aber wenn es darum geht, seinem Mitmenschen Hilfe zuteil werden zu lassen, dann ist das Wort schnell verhallt. Der Nächste spricht von »Anstand« und redet vorne warme Worte, aber hintenrum wird intrigiert, gelogen und getäuscht. Und wieder ein Anderer redet von „Moral“ und ist sich nicht zu schade, vor den Übeln der Welt die Augen zu verschließen und sie mir einem Schulterzucken hinzunehmen.



Nein Italia, das sind eben nicht mehr Einzelne, es ist die Mehrheit, die so denkt und handelt.



Nein, du hast ja recht, ich hab bestimmt auch nicht alles richtig gemacht. Aber ich bin damals zum Beispiel nicht nach Madrid gegangen, obwohl wir uns hätten dumm und dusselig verdienen können. Ich hätte nicht den Kartenabreißer in unserm Kino machen, ich hätte mein Leben lang keinen Finger mehr krumm machen müssen. Aber ich bin beim FCK geblieben. Damals hat man mich „heimatverbunden“ und „bodenständig“ genannt. Weißt du, wie man mich heute nennen würde? – Einen ldioten!



Doch Italia, einen ldioten und Bauerntrampel würde man mich nennen! Einen, der die Herausforderungen des freien Marktes scheut. Einen, der es sich in seiner Komfortzone bequem macht und sich nicht dem Wettbewerb und dem Konkurrenzkampf stellt.



Natürlich hat mir das damals nicht geschadet, das weiß ich doch auch. Im Gegenteil, ich hab ja mit der Entscheidung, beim FCK zu bleiben, meine Legende begründet! Heute sähe das aber ganz anders aus, glaub es mir, Schätzelche! Und ich habe ja mit meinem Engagement für die Stiftung vom Chef wenigstens ein bisschen versucht, mit meiner Popularität, meinem Ruhm und meinem Ansehen was für das Gemeinwohl zu tun. Weißt du, wie man das heute nennen würde? – Sozialromantiker!

Und wenn ich heute da runter schaue und sehe, wie mit Leuten umgegangen wird, die in der Gesellschaft für die Werte eintreten, für die ich als Sportler stand, dann bin ich froh, dass ich tot bin. Beschimpft werden die, als „Gutmensch“ verspottet, ausgelacht und als „Moralapostel“ den Pranger gestellt.



Ach Italia, im Sport ist es doch auch nicht besser. Der unschuldige Sport, der Völker verbinden und Menschen zueinander bringen sollte, der hat doch auch schon lang seine Unschuld verloren. Denen geht es doch auch nur um Macht, Geld und Status. Das hat doch mit dem Sport, wie ich ihn noch gekannt habe, überhaupt nichts mehr zu tun. Ich war und bin bestimmt kein Utopist, aber denen geht es doch auch nur ums blanke Kapital. Reisen mit dem Samsonite in der Hand von Bankfach zu Bankfach, hinterziehen Steuern, schmieren, korrumpieren – Rücksicht nimmt von denen doch auch keiner mehr. Nicht auf die Sportfreunde, nicht auf die Sportler, nicht auf die Gesellschaft, nicht auf den Sport. Das Einzige, worauf die noch Rücksicht nehmen ist das eigene Konto.



Italia, der Beweis ist doch, dass es in Deutschland offensichtlich nicht mehr gewünscht ist, Olympische Spiele auszurichten. Weil man denen nicht mehr glaubt. Weil es nur darum geht, zu verdienen. Auf Kosten der Bürger und des Gemeinwohls. Wir fahren demnächst auf unserer Wolke mal über Brasilien weg und schauen mal nach, was das Volk dort von vier Wochen Fußball-WM hatte. Oder nach Südafrika. Oder nach Katar.



Ach ja, mein FCK. Schätzelche, dort ist es doch auch nicht besser. Der Stefan will ja alles richtig machen, aber es glauben ihm immer weniger der Treuen, dass er das auch hinbekommt. Und ich glaub, das weiß er auch. Und ich glaub, er ist müde geworden. Aber er ist ja selbst dran schuld! Wenn ich an den Norbert und den Rainer denke, dann wird mir ganz anders, wenn ich heute sehen muss, was uf meim Betze passiert. Die verschanzen sich heute doch auch hinter Mauern. Weil sie Angst haben, dem Fan reinen Wein einzuschenken. Obwohl sie vorm Fan am wenigsten Angst haben müssten. Der FCK-Fan ist leidensfähig, aber zur Geschlossenheit bereit. Bereit, die Reihen zu schließen und denen zu vertrauen, die es ehrlich mit ihnen meinen. Aber viele von den FCK-Anhängern haben nicht mehr das Gefühl, dass man ehrlich zu ihnen ist. Weil sie Ungereimtheiten entdeckt haben, auf die der Verein mit Ausflüchten und Nebelkerzen geantwortet hat. Hätte er sich die Kritik, so denn berechtigt, zu Herzen genommen und auch mal Fehler offen eingestanden und diese auch ausdrücklich so bezeichnet, die Fans wären dem Stefan doch überall hin gefolgt. Weil er ein Menschenfänger ist. Weil er doch eigentlich weiß, wie die Leute ticken. Aber er hat irgendwann den Bezug zu den Menschen verloren. Weil er sich Fehler nicht eingestehen konnte. Weil er sich von den falschen Leuten falsch beraten hat lassen. Und als dann irgendwann immer mehr Fans zur falschen Zeit die richtigen Fragen stellten, da haben die die Scheuklappen aufgezogen. Ich glaub, Italia, aus der Nummer kommen die nicht mehr raus, der Stefan und der Dieter.



Ja, das ist auch auf der anderen Seite nicht immer fair abgelaufen. Da hast du recht, Italia. Dem Stefan hat man auch Dinge angedichtet, die nicht gestimmt haben. Wenn ich da nur an die Geschichte mit Amedicks Frau denke, wird mir jetzt noch schlecht. Und das waren dann eben auch oft genug Leute, die mich angeblich verehren und all das, wofür ich gelebt und gestanden habe, wie eine Monstranz vor sich her tragen. Aber was „Fairness“ bedeutet, das hat von denen auch noch keiner verstanden. Und das sind Leute, die meine Farben tragen, sich auf mich berufen, Lieder zu meinen Ehren singen – und im gleichen Atemzug mit ihren Worten und Taten mein Andenken beschmutzen.

Und deshalb Italia, hab ich die da unten so richtig satt.

Deshalb bitte ich euch, singt mir keine Loblieder mehr, beschwört nicht mehr meine Tugenden und in Gottes Namen, hört auf so zu tun, als wären euch meine Werte auch nur noch einen roten Heller wert! Lernt erst mal, was Respekt, was Kameradschaft, was Moral und Anstand, was Sportlichkeit und Brüderlichkeit bedeuten. Und wenn ihr das gelernt habt, dann fangt endlich damit an! Aber bis es so weit ist, lasst mich bitte in Frieden!

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Auf der Couch haben wir unsere Lektion gelernt. Kohlmeyer teilt mehr oder minder freiwillig sein Bier, Berti gibt mehr oder minder gerne den Couchbeschmutzer, Bahli besaitet mehr oder minder regelmäßig unsere Tennisschläger, But poliert mehr oder minder einsam seine heilige OM-Tasse, Vic entlassen wir zwischendurch mehr oder minder besorgt zum Psychologen, ich mache mehr oder minder stark geschminkt die androgyne Bedienungsschlampe und dass Newtrial Herr der Fernbedienung ist, das haben wir inzwischen auch mehr oder minder akzeptiert. Und wer vorbei schaut, der wird von mehr oder minder guten Menschen mehr oder minder willkommen geheißen. Je nach Tagesform. Dass aber bis Freitag, 12 Uhr die seelisch-moralischen Wasserstandsmeldungen abgesetzt werden müssen, darüber gibt es keine Diskussion. Mehr oder minder.

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Autoritäre Herrschaft braucht keine Superschurken, die sie von langer Hand planen. Sie ist schlichtweg die bequemste Art, Komplexität zu reduzieren.
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Das Leben ist die Schule, der Schmerz ist der Lehrer.

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Devil_till_Death am 04.12.2015 um 11:04 Uhr bearbeitet
Die Couchingzone |#1603
04.12.2015 - 11:42 Uhr
Nur ein Wort: sausausausausauguuuuud ...

Cheers
Bahli

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You want it darker
We kill the flame

Leonard Cohen (1934-2016)
Die Couchingzone |#1604
04.12.2015 - 11:44 Uhr
Hui... im Name des Bayerns... ähm.... Fritz' im Himmel sprechen. Das hast Du Dir eine ganz schöne Bürde aufgeladen, die Du allerdings mit viel Fingerspitzengefühl meisterst, auch wenn Fritz an der ein oder anderen Stellen vielleicht doch nicht seiner Meinung hier ist. zwinker

Wirklich schön zu lesen und außerordentlich inhaltsreich und kreativ. Ich hoffe, dass es dem Fritz da oben wirklich gut geht und er es ab und an doch noch schafft ein FCK-Spiel zusammen mit meinem Vater und anderen treuen Fans zu verfolgen.

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SAPERE AUDE
- Wage es, weise zu sein -

oder nach Immanuel Kant
"Habe Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen!“
Die Couchingzone |#1605
04.12.2015 - 14:23 Uhr
Der ist aber mal richtig gelungen.

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"Betzi braucht bei seinem Besuch eine Möglichkeit sich umzuziehen und Kaltgetränke" (Anmeldeformular Betzi Buchen)
"You want it darker, Hineni, Hineni, I'm ready, my lord (Leonard Cohen).
"Well, what did you expect in an opera? A happy ending?" (Bugs Bunny)
Die Couchingzone |#1606
04.12.2015 - 18:12 Uhr
Ich frag mich ja, wie sie dich als Devil_alive so nahe an die Toten dort oben gelassen haben? Da hat der Fronte.. ähh.. Pontifex wohl mehr oder weniger seinen Dienst eingestellt...

Es ist dir auf jeden Fall gelungen! Danke.

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Nichts ersetzt die Romantik eines Flutlichtspiels im Regen... ...und siegen!!

Wir denken nur noch von Grätsche zu Grätsche!

Hate the Game, not the Player!
Die Couchingzone |#1607
06.12.2015 - 01:35 Uhr
Ich möchte an dieser Stelle noch sehr gerne lobend erwähnen, dass der Kollege Devil_till_Death sehr spontan mit seinem Couching eingesprungen ist, weil sich der Kollege Dorn in der Zeitstressfalle verheddert hat.

UND DANN HAUT ER AUS DER NOT HERAUS SO EIN PERVERS BRILLANTES COUCHING AUFS PAPIER!!!

Das ist der absolute Hammer! Der Mann ist ein schreibendes Mirakel!

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"And what can I tell you, my brother, my killer?
What can I possibly say?
I guess that I'll miss you. I guess, I'll forgive you.
I'm glad you stood in my way.
If you ever come by here for Jane or for me -
Well, your enemy's sleeping. And his woman is free.
Yes, and thanks for the trouble you took from her eyes.
I thought it was there for good - so I never tried."
(Leonard Cohen)
Die Couchingzone |#1608
11.12.2015 - 09:17 Uhr
Jahrgang 6, Ausgabe 20

Lieber Weihnachtsmann,

Ich weiß, du hast lange nichts mehr von mir gehört. Sehr lange nicht. Eigentlich, seit ich meine Carrera-Bahn bekommen habe. Mit der war mein Streben nach materiellen Gütern seinerzeit fürs Erste auch gestillt. Ich habe zwar auch danach noch nach materiellen Gütern und allerlei mehr gestrebt, dabei allerdings nicht mehr unbedingt himmlischen Beistand bemühen wollen, denn das wäre bei der Art meiner Wünsche kaum angezeigt gewesen, da wäre, wenn überhaupt, eher die andere Seite zuständig gewesen. So bin ich, auch das solltest du wissen, ein recht schmutziger alter Mann geworden. Von daher sieht es jetzt vielleicht ein wenig nach billigem Angeschleime aus, so, als wollte ich nochmal ein gutes Wort für mich einlegen, bevor ich meinen versauten Löffel abgebe, damit ich, falls es dereinst auf der anderen Seite doch so aussieht, wie ich es mir nie vorstellen wollte, ein bisschen besser dastehe… Aber egal: Das jedenfalls ist nicht der Grund, dass ich hier Reklame für mich machen will. Sondern: Ich bin im Moment echt ein bisschen verzweifelt. Wie sich die Welt entwickelt, wie sich mein geliebter Fußball entwickelt, und ganz besonders, wie sich mein geliebter FCK entwickelt. Es scheint, als erschiene demnächst ein großer Ar.sch am Himmel, der uns alle zuscheizzt, aber daran mag ich nicht glauben. Lieber will ich doch noch mal versuchen, um himmlischen Beistand zu bitten. Und daher, lieber Weihnachtsmann, schreibe ich auf meinen Weihnachtswunschzettel jetzt…

++++++Ach, du Scheiße… Noch’n Krautfresser, der zu Weihnachten um Frieden in der Welt winseln will… Hömma, Ar.schloch, sowas machen normal nur Schönheitsköniginnen in ihren Antrittsreden und keine widerlichen alten Männer in ***** trittsreden. Du Pi.sser hast du noch nicht mal Titten und meinst, mich antörnen zu können. Nicht zu fassen.+++++

Äh, Entschuldigung?

++++++++Was? Auch noch verdaddert jetzt? Tja, wenn du deinen Weihnachtswunschzettel mit deinen Fettfingern in WhatsApp pollerst, weil du denkst, das wär hip, musst du damit rechnen, dass der Adressat direkt antwortet, Ars.chloch.+++++++

Du bist der Weihnachtsmann?

+++++++Nein, ich bin Artur Bauckhage, dessen Schlitten von scheuen Sponsorenrentieren gezogen wird… Wer soll ich sonst sein, wenn du mit mir whatsappst, Pimmelkopf?+++++++

Für einen heiligen Mann redest du aber ziemlich aber unwirsch. Krautfresser und so… Warum sollen wir Deutsche uns keinen Weltfrieden wünschen dürfen? Damit bedienst du ja Klischees von vorgestern.

+++++++++Von vorgestern? Wer lässt denn gerade sechs von seinen nicht ganz so kaputten Tornados im Irak herumfurzen, damit der Froschfresser nicht sauer auf ihn ist und ihm den Fromage rationiert? Ihr könntet Gerry Ehrmann schicken, die Amis Hulk Hogan und die Inselaffen Vinnie Jones, und nach drei Tagen würden die drei da unten am Lagerfeuer sitzen und Budweiser aus Totenköpfen saufen, aber nee – Ihr schickt lieber sechs rostige Flugsardinen, die seit Jahren von Mopsbacken, die mit Bitburger und Warsteiner aufgepimpt sind, in Blaumännern mit Deutschlandflaggen drauf aufs Unfachmännischste zusammengedengelt werden. Und jetzt habt ihr die Chuzpe, den Krampus anzubetteln, dass er Euch mal eben den Weltfrieden untern Christbaum schlenzt. Warum denn, verdammte Scheizze? Weil IHR dafür so viel getan habt? Ich drück ich mir erst mal einen Bommerlunder in die Fratz, sonst vergess ich mich noch.++++++++

Wie schon gesagt: Ungeheuerlich, wie vulgär ein heiliger Mann wie du daherredet.

++++++++Hömma, Penis.fresse: Wann hab ich je von mir behauptet, ein heiliger Mann zu sein? Was hab ich mit Zimmermannspänz zu tun, die sich im Kuhstall die Nabelschnur durchknipsen lassen? Schon der Gedanke, dass es so etwas wie Jungfrauengeburt geben könnte, treibt mich an die Bommerlunderflasche! Unter uns: Ich hab keine Ahnung, wie und warum irgendwann im dunklen Mittelalter die Krampus-Legende und die Christgeburt zu diesem Christkindlgedöns vermambelt worden sind, ich hab nur den bestimmten Verdacht, dass diejenigen, die dafür verantwortlich sind, ziemlich breit im Schädel waren. Faktisch bin ich schon seit Ewigkeiten nur noch ein Büttel der Konsumindustrie. Schau mich an, Torfkopf: Weißt du, warum ich in der westlichen Welt nur noch Rot-Weiß trage? Das Outfit hat mir in den 1930er Jahren mal Coca-Cola verpasst, und heute glaubt jeder, das sei meine offiziell vom Chef verordnete Dienstkleidung. Hat mich natürlich nicht gehindert, auch für Red Bull Werbespots aufzunehmen. Und soll ich dir was verraten, Schwanzlurch? Die waren sogar witzig. Um es klar zu sagen: Religion interessiert mich nicht. Ist irgendwie kein Fußballersatz.+++++

Deutsche Gesellschaftsanalysten sind eher der Meinung, dass es umkehrt ist: Fußball ist kein Religionsersatz, wird aber von vielen so gesehen.

++++++Die sind halt genauso matschbirnig wie du. Sicher sind die Organisationsstrukturen des Fußballs und der Religion auf den ersten Blick kaum noch zu unterscheiden. Beide Sparten werden von geriatrischen Pflegefällen regiert, die so gaga sind, dass sie es schon als Erfolg werten, wenn sie während einer noch so peinlichen Pressekonferenz wenigstens ihr Wasser halten konnten. Dafür aber sind die Führungsgremien von Kirche und FIFA/DFB gleichermaßen korrupt wie Sau und vollkommen humorlos, da hilft es nicht einmal mehr, Stan Laurel zum Papst zu machen. Schmiergelder als Spenden zu deklarieren, hat ebenfalls in beiden Vereinen eine lange Tradition. Vorstandsvorsitzende oder Präsidenten sind in dieser Engführung ungefähr mit Bischöfen gleichzusetzen. Sie hauen hirnlos Geld raus, agieren ohne Ziel und Plan und meinen, dafür nur Gott Rechenschaft schuldig zu sein. Wenns einem von den Schäfchen mal nach etwas Durchblick dürstet, wird es entweder exkommuniziert, gekreuzigt oder als „Denunziant“ gebrandmarkt. Überhaupt die Schäfchen: Sowohl Gottesdienste als auch Jahreshauptversammlungen lassen sie meisten stumm und kritiklos über sich ergehen, weil sie an den Heiligen Geist glauben, der irgendwie schon dafür sorgen wird, dass am Ende alles gut wird. Katholen, Muselmanen und Co. glauben, dass, wenn sie sich ihr Leben lang klaglos ver.arschen lassen, ihnen dies mit einem Leben nach dem Tod vergolten wird, das irgendwie geiler ist, Stichwort Jungfrauen, und ignorieren dabei die biologische Tatsache, dass, was tot ist, unmöglich mehr leben kann. Der Fußballfan glaubt, dass Schiris noch so viel Müll pfeifen können, das gleiche sich am Ende der Saison immer aus, und ignoriert dabei die Existenz von wahretabelle.de.
Aaaaber: Es gibt einen wichtigen Grund, den Fußball dennoch der Religion vorzuziehen: Im Namen des runden Balles sind noch keine Massenmorde begangen worden. Jedenfalls noch nicht.++++++

Okay. Weltfrieden ist mit dir also nicht zu machen. Dann wünsch ich mir was Anderes: Mach, dass mein FCK wieder in die Bundesliga aufsteigst.

+++++++Tu mir ein Gefallen: Wünsch dir was Handfestes. Zum Beispiel ein personalisiertes Smartphone, das dich mit Hilfe deines Ar.schabdruckes identifiziert. Oder eine Armbanduhr mit Vitalmessfunktionen, die dir außer Schritten und Herzfrequenz stets auch die exakte Zahl deiner momentan verfügbaren, fruchtbaren Spermien benennt. Oder eine Körperwaage, die außer Gewicht, Körperfett- und Wasseranteil auch deine Gehirnmasse misst. Wobei sie bei dir ja dann verdammt exakt sein muss, sie muss ja praktisch im Tausendstelmilligrammbereich messen.+++++++

Nein: Mach, dass mein FCK wieder in die Bundesliga aufsteigt.

++++++++Darauf brauch ich erst mal noch einen Bommerlunder… Auch wenn du’s nicht verdient hast, erklär ich’s dir jetzt mal ganz behutsam. FCK-Aufstieg zu wünschen ist genauso deppert wie Weltfrieden, du Hirnschaden.+++++


Du meinst: Genauso unrealistisch?


++++++++Nein, genauso inskonsequent. Du willst, dass dein FCK wieder aufsteigt, bist aber nicht bereit, in der K-Frage eindeutig Position zu beziehen. Wie soll das eine denn geschafft werden, solange das andere nicht geklärt ist?++++++

Ich seh ja, dass alles dafür spricht, K. abzusägen. Heißt: Erstmal nicht zu entlasten und so das Ende seiner Herrschaft einzuläuten. Aber was kommt dann? Irgendeiner abgebrochener BWL-Student, der mal 3000 Euro für eine Managementseminar bei Calli Calmund mit dem Titel „Fett vom Erfolg“ gelatzt hat – und nun glaubt, er könne den Aufstieg per Vorstandsbeschluss herbeiführen?

++++++++Ach, und weil du nicht weißt, wie der zweite Schritt zu setzen ist, soll der erste nicht gegangen werden. Eine Frage, Halbhirn: Wenn du vögeln willst, erkundigst du dich dann auch erstmal, ob in der Kinderkrippe unten am Fluss noch ein Platz frei ist, falls deine Lenden aus dem Spaß einen Ernst machen?++++++

Nun, äh, nicht alles, was hinkt, muss ein Vergleich sein. Aber die K-Kritiker werden sich so oder nicht durchsetzen. K. hat mit seiner PR-Kampagne der letzten Wochen das Stimmvieh schon längst wieder auf Linie. Am Donnerstag gab’s nochmal ein ganzseitiges Interview in der AZ. Alles bestens, alles im grünen Bereich, nur der sportliche Erfolg fehlt, aber dass der nicht gekommen ist, daran sind nur die bereits Geschassten schuld.

++++++Aber allein schon, dass K. vor dieser JHV die umfassendste PR-Kampagne starten musste, seit er im Amt ist, zeigt, er hat kapiert, dass es für ihn ernst werden könnte. Noch nie musste K. in so vielen Medien so viele Suenfonien anstimmen, um sein Stimmvieh auf Linie zu bringen. Das ist der Verdienst von Leuten wie deinem Co-Couch Berti, der einfach nur ganz sachlich, ganz höflich und moralisch wie juristisch korrekt um die Aufklärung einiger augenfällig merkwürdiger Sachverhalte gebeten hat – und dafür als „Denunziant“ abgekanzelt worden ist. Shame on you, Mr. K. Wobei unbedingt festzuhalten wie entlarvend schon allein diese Wortwahl ist: Als „Denunziant“ bezeichnet man jemanden, der einen verpetzt, dabei aber nicht die Unwahrheit sagt, das wäre nämlich ein Verleumder… interessant, nicht?+++++

Berti hat ja auch meinen Respekt. Aber nun mal ehrlich: Was soll das bringen? Es wird sich immer genug Stimmvieh finden, um Herrn K. an der Macht zu halten.

++++++Aber dank Leuten wie Berti wird ihm vielleicht mal ein blaues Auge geschlagen – möglicherweise zwei. Und er erhält ein deutliches Signal, dass er so nicht ewig weiter machen kann. Und vielleicht agiert er dann in Zukunft wenigstens ein bisschen anders. Damit ist auf jeden Fall mehr erreicht, als wenn die, die erkennen, dass hier einiges Scheizze läuft, gleich von vorneherein das Maul halten, weil alles eh keinen Wert hat.+++++

Hhm… Okay. Also, dann wünsch ich mir jetzt, dass Berti am Samstag bei der JHV erhobenen Hauptes aus der Bütt steigen kann – weil die TM-User, die hier mitlesen, ihm die gebührende Unterstützung zuteil werden lassen. Auch wenn’s am Ende nichts bringt.

++++++Das ist jetzt ein sehr frommer Wunsch, aber ich nehm das mal so auf. Obwohl’s mir nach wie vor lieber wär, du würdest dir wieder eine Carrera-Bahn wünschen.++++++

Und wenn das alles so kommt, sorgst du dafür, dass der FCK doch noch aufsteigt, okay?

++++++++Seufz…. Hömma, Drecksack, findest du es nicht etwas peinlich, einen bärtigen, alten Mann anzubetteln, dessen größtes Pläsier es ist, bösen kleinen Kindern seine Rute zu zeigen? Wenn Ihr aufsteigen wollt, schießt Tore und lasst hinten keinen rein. Ich war noch nie der, der Wunder geschehen lässt – aber Ihr ward das mal! Verdammt, was ist nur aus Euch geworden? Reißt Euch endlich mal an den Christbaumkugeln!

In diesem Sinne
FRÖHLICHE WEIHNACHTEN!

+++++++

Die Couchingzone schließt sich an.

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"Du kannst auf deinen Verein stolz sein, aber eigentlich nicht auf die Tatsache, ein Fan dieses Vereins zu sein. Denn die Fan-Werdung vollzieht sich bekanntlich ähnlich wie die sexuelle Orientierung: Da kommt etwas über dich, das du nicht beeinflussen kannst. (...) . Du kannst deinem Verein nicht einfach die Gefolgschaft kündigen. Du kannst deinem Verein nicht den Tritt versetzen. (...) Du kannst deinen Verein nicht einfach loslassen, denn er hält an dir fest."
Thomas Brussig

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Kohlmeyer am 11.12.2015 um 09:40 Uhr bearbeitet
Die Couchingzone |#1609
11.12.2015 - 09:42 Uhr
Ich wusste es: Auch der Weihnachtsmann ist nur ein alter, degenerierter, desillusionierter, stinkender und saufender Nikolaus-Laiendarsteller. Hättest ihm vielleicht besser zuerst ne Karlsberg-Kaltschale anbieten sollen, werter Kohlmeyer. Dann wär‘s auch was mit den Wünschen geworden.

Ansonsten: GE–NI–AL!

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Autoritäre Herrschaft braucht keine Superschurken, die sie von langer Hand planen. Sie ist schlichtweg die bequemste Art, Komplexität zu reduzieren.
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Das Leben ist die Schule, der Schmerz ist der Lehrer.

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Devil_till_Death am 11.12.2015 um 09:56 Uhr bearbeitet
Die Couchingzone |#1610
11.12.2015 - 09:45 Uhr
Daumen hoch und Danke Kohli für den Beitrag.
Konsumwahn, Werbeterror, Fanatismus alles mit eingearbeitet zum Kernsatz, den ich darin interpretiere:
"Wir sind mit der Gesamtsituation unzufrieden!"

zum 5. mal am Tag auf "Last Christmas" einen überteuerten und gestreckte Glühwein auspucken, sich fragend ob da echte Süsse oder Glycol drin ist (die älteren werden sich erinnern).....

eine Welt die sich einen Scheiss für uns und unsere Nöte intressiert und nun nimmt uns auch noch unser Geliebter Fußballverein nicht mehr wenigstens für 2 Stunden die Woche mit in eine "bessere Welt" wo man einig auf dem heiligen Berg auf Wolke 7 schwebt weil man mal wieder einem der großen eins auf die Nase gehauen hat....

Ich schliese mein Lob auf den Beitrag mit deinem Schlusssatz - Ja, Kohli,
Wir sind hier nicht bei Wünsch dir was sondern So isses!

Ich war noch nie der, der Wunder geschehen lässt – aber Ihr ward das mal! Verdammt, was ist nur aus Euch geworden? Reißt Euch endlich mal an den Christbaumkugeln!

Frohe Rest-Vor-Konsumzeit
Wormel

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Aufstieg 2009/2010 - Mission impossible? [X] Danke, Marko!
Nichtabstieg 2010/2011 - Es darf auch etwas mehr sein....[X](Platz 7)
Fühzeitiger Klassenerhalt 2011/2012 [total fail]
Wiederaufstieg 2012/2013 [knapp verpasst]
Saison 2013/2014 [gestrichen aus dem Gedächtnis]
Saison 2014/2015: ein Team auf dem Platz sehen [X] :) die Jungs machten Spass
Saison 2015/2016: *meinen* FCK wieder erkennen [\] ..weiter abwarten
Saison 2016/2017: sich wieder auf FCK Spiele freuen können [ ]
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