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Die Couchingzone

13.08.2010 - 13:19 Uhr
Die Couchingzone |#1851
03.11.2016 - 08:40 Uhr
Zitat von Hegermeister
Zitat von Devil_till_Death

Danke für das positive Feedback. Haben sich die neun Stunden Geduld bis zur Veröffentlichung doch ein bisschen ausgezahlt, @Butduma & @werschtchetongue grins


Haben sie auf jeden Fall! Hat trotz der Länge keinen Längen zwinker



Dem kann ich nur zustimmen. Als ich das Couching zuerst gesehen habe, habe ich meinen "Lesetermin" gleich mal nach hinten verschoben, weil ich dachte: Das ist aber lang. Schliesslich ging's dann jedoch wie durch heisse Butter beim Lesen. Ansonsten kann ich mich den Vorpostern nur anschliessen: Ganz tolle Geschichte. Auf einem Videoportal (zu einer hervorragenden Interpretation eines Songs einer schwedischen Künstlerin) habe ich einen netten Kommentar auf Englisch gelesen, der hier ganz gut passt (sinngemäss): "I consider myself a manly man and I don't suffer from "dem feelz", but reading your text..." zwinker

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I didn't mean to say it, but I meant what I said.
Die Couchingzone |#1852
03.11.2016 - 11:18 Uhr
Ich habe mein altes Passwort noch einmal hervor "gekramst" und mich erneut angemeldet um hier meine Hochachtung hervorzubringen. Hervorragend und fesselnd beschrieben.

Châpeau!

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Mitglied des "Virtuelle Hüte" e.V.
Die Couchingzone |#1853
04.11.2016 - 09:54 Uhr
Jahrgang 7, Ausgabe 13

DIE LETZTEN IHRER ART?

von Newtrial

Haha, ihr erwartet mal wieder eine SF- oder Fantasy-Geschichte? Ernsthaft? Nix da, das hier wird knochentrockene Prosa. Mir ist nämlich gerade überhaupt nicht nach großer Literatur. Bob Dylan krächzt heute woanders, also findet euch damit ab!

Nachdem wir also diese eure überzogene Erwartungshaltung ausgeräumt hätten, widmen wir uns nun den Fragen aller Fragen: Sind diese zwei Siege in Folge schon der viel beschworene „Turnaround“? Ja oder Ja? Rollen wir nach dem holprigen Start nun das Feld von hinten auf? Hat der Trainer endlich die zweite Liga angenommen? So nach dem Motto „Die Null muss stehen“! Hinten! Und vorne hilft der liebe Osawe-Fußballgott! Oder müssen wir uns weiter jeden Punkt bis zur magischen 40er-Grenze mühsam erkämpfen und können froh sein, wenn es am Ende für den Klassenerhalt reicht?

Und während ich dazu jetzt eigentlich das Für und Wider ausbreiten wollte, schleicht sich eine ganz andere Frage in die vollkommen desillusionierte Birne hinein: Wieviel Scheizze gehe ich mit meinem geliebten FCK eigentlich noch mit? Soviel wie der selig verschiedene Heiner auf seiner Wanderschaft durch die Region? Oder stirbt mein Fandasein dann doch schon deutlich vor mir? Einfach weil selbst im Falle eines am Ende ungefährdeten Klassenerhaltes die magischen Momente, die diesen Verein einmal mit ausgemacht haben, wieder ein Jahr länger zurückliegen werden – ohne Nachschub, versteht sich. Dreckiges Zweitliga-Durchschnittsgebolze, das man sich niemals in seiner knappen Freizeit geben würde, wenn da halt nicht der einst so ruhmreiche FCK vage mitmischte – und einfach nicht mehr aus diesem unterklassigen Matsch, der sich nur mit viel gutem Willen als Profi-Sport bezeichnen lässt, hinausfindet. Dann doch deutlich lieber Amateur-Gebolze, da weiß man wenigstens, was man hat. Aber dieses ‚Wir würden ja gerne System-Fußball spielen, aber sind leider viel zu dämlich dafür‘, das ist nicht Fisch und nicht Fleisch. Spieltaktisch ambitionierte Trainer wie Runjaic und Korkut müssten eigentlich schleunigst sehen, dass sie da wegkommen, bevor sie am Ende noch dem Alkoholismus oder dem Wahnsinn verfallen.

Also auch nur so ein „Erfolgsfan“, der Newtrial? Ich würde ja mal sagen, eher ein Fußball-Fan, der sich mitunter die Frage stellt, welche Sportart in dieser Treter-Liga eigentlich zelebriert wird. Ist das vielleicht dröge, jedes Wochenende! --- Bääääh! --- Laaaangwailisch! --- In dieser Liga willst Du doch nicht mal tot überm Zaun hängen, mal ehrlich?! Und eine Etage höher – und am Samstag zweieinhalb Stunden später – mag das technisch und ästhetisch ja bei dem ein oder anderen „Verein“ ansprechender aussehen, dafür sind mir aber die dort gegeneinander antretenden Firmen in der Regel völlig schnuppe. Bundesliga läuft daher meist auch nur so nebenbei. Während ich diese Zeilen schreibe, verspüre ich allerdings eine diffus-sedierte Vorfreude auf das in einer Stunde beginnende West-Derby von Lüdenscheid-Nord gegen Herne-West – immerhin etwas! Wie ihr seht, war ich früh dran mit dem Verfassen des Couchings. Soll mir ja nicht so gehen wie weiland dem werten Dtd., gelle?!

Boah, Aldaa! Wo sind sie geblieben, die Fußball-Dramen, wo Du Dir mit Deiner bis zum Anschlag biergefüllten Blase fast in die Hosen gemacht hättest, weil Du zwischendurch nicht aufs Klo gehen wolltest, um bloß nix zu verpassen? Und wo es ja auch keineswegs nur glorreiche Siege zu feiern galt, sondern auch bittere, aber immerhin tief empfundene Niederlagen. Und heute sitze ich hier nach dem zweiten FCK-Sieg in Folge und fühle mich moderat erleichtert, weil mir der Rechenschieber sagt, dass das vielleicht wichtige Punkte waren. Euphorie? Keine Spur! Schon im nächsten Spiel geht es gegen die Eisernen, die heute zwar verloren haben, aber eine starke Saison spielen und uns vielleicht zu Hause wieder auf den Sack geben. Was dann umgehend das zarte Hoffnungspflänzchen wieder zertreten und die Zuschauerzahlen bei Heimspielen weiter auf Rekordtiefen halten würde. --- „Nein, die hauen wir weg! Wegbloose! Zwoostellig!“ --- Milde lächelnd winke ich den Unentwegten mit ihren Durchhalteparolen huldvoll zu. Schön, dass es euch noch gibt! In etwa so wie eine bedrohte Art von Meeresschildkröten. Da freut man sich ja auch über die Bilder im Fernseh-Tierprogramm.

Während ich mich hier also – derart auskotzend – um Kopf und Kragen schreibe und konsequent auf den Couching-Minusrekord an Wertungen hinarbeite, sagt mir eine innere Stimme, dass jetzt noch was Positives kommen muss. Vielleicht noch nicht einmal so sehr für die Forengemeinde, aber ganz sicher für mein verf*cktes Karma! Sind nicht auch ohne den FCK – so wie wir ihn mal kannten – viele Bedingungen des Glücks schon in der Gegenwart gegeben: Ein guter Job, Freunde, Gesundheit und so weiter? Warum also Trübsal blasen? Warum die enttäuschte Fanliebe nicht einfach sanft entschlummern lassen? Und schon wäre alles bestens und am Wochenende bliebe auch mehr Zeit für lange, schöne Spaziergänge und geselliges Beisammensein. Ist das alles nicht viel wichtiger als der FCK? Der japanische Dichter Ryokan sagt: „Wenn Du Sinn finden willst, hör auf, den Dingen hinterherzulaufen“.

So, jetzt erwartet ihr natürlich die dramatische Wende, das in Stein gemeißelte N E I N auf diese – von dem Newtrial doch ganz bestimmt nur rhetorisch gemeinte – Frage! Aber ganz ehrlich: Ich weiß es nicht! Was ich hingegen genau weiß, ist, dass schon ca. ein einziger mittelintensiv-magischer Moment pro Saison den ganzen alten Enthusiasmus bei mir wieder entfachen würde. Und da reden wir nicht über CL und bis zu einem gewissen Punkt geht es dabei auch nicht nur um Erfolg. Was also meine ich damit? Ich fürchte, etwas politisch sehr Unkorrektes, wenn nicht sogar Anrüchiges: Ich möchte sehen, dass die Jungs um ihre Ehre kämpfen! Und zwar nicht um die Ehre ihrer ICH-AG, sondern um die des Vereins, dessen Trikot sie tragen dürfen. Und dass sie genau deshalb mal über sich hinauswachsen! Vielleicht „nur“, indem man ein desolates 0:3 zur Pause in Hz 2 noch in einen 4:3-Sieg verwandelt. Einfach eine Manifestation purer Willenskraft und Überzeugung! --- Ich weiß, ich weiß, ihr müsst mich nicht über das Fußball-Business anno 2016 belehren! Aber so etwas würde die alte Leidenschaft in mir garantiert wieder entfachen:

Die Sicherheit, noch einem besonderen Club die Stange zu halten, nicht bloß einem Durchschnittsverein mit besonderer Vergangenheit.

Die Spiele gegen Hannover und Stuttgart waren die perfekte Bühne für so einen magischen Moment. Und dafür kommen die Leute auch ins Stadion! Nur um ernüchtert wieder nach Hause zu gehen. Sie verzeihen dabei auch mal ein grandioses Scheitern, wie bei der 0:4-Klatsche im Auftaktspiel gegen die Niedersachsen, weil da zu Beginn wenigstens eine FCK-Mannschaft, die den Namen verdiente, auf dem Platz stand – und das Spiel sich auch ganz anders hätte entwickeln können. Aber sie hätten sich vielleicht gewünscht, dass man trotz uneinholbaren Rückstandes nach einer Stunde noch mal bis zum Abpfiff an sich geglaubt und alles versucht hätte. Früher war genau dies das FCK-Gen! Jetzt darf man nur noch Prozentfußball erwarten, den jeder andere Verein in der Liga auch so oder besser abliefern kann. Und auch wir hier fordern ja das pragmatische „Annehmen der Liga“ mit ihren grundhässlichen Erfolgsmechanismen. Warum aber dann als Fan noch grenzenlose Hoffnungen und Enthusiasmus „investieren“? Stattdessen entwickelt sich der Sozialtypus des „Prozentfans“, der eben auch nur noch dann Aufmerksamkeit und Unterstützung in den Verein „investiert“, wenn ein return on invest zumindest nicht ausgeschlossen erscheint. Man pickt sich halt die Highlights raus – Hannover, Stuttgart, Karlsruhe und vielleicht noch die Münchener Löwen – und gönnt sich ansonsten ein nettes, fußballfreies Wochenende mit Freunden und Familie.

Ich habe ein gutes Leben! Vermutlich ginge es mir ohne den FCK noch besser. Das Gefühl, als Fan dieses ganz besonderen Vereins Teil von etwas Größerem, in der Tat „Unzerstörbarem“ zu sein, schwindet mit jedem miesen Durchschnittskick. Mit jedem Stück Prozentfußball! Ich würde gerne immer noch glauben können, ganz ehrlich! An eine sich anno 2016 nur lediglich etwas verspätet realisierende „Aufbruchstimmung“ zum Beispiel! Und deshalb Jungs: Haut sie weg, die Eisernen! Wegbloose! Zwoostellig! Ein Hoch auf U N S Meeresschildkröten! Die letzten ihrer Art. nicht.

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Auf der Couch wenden sich – ob der Larmoyanz dieses Couchings – Bahli, Butduma, Devil_till_Death, Hegermeister und Vic Dorn peinlich berührt vom Newtrial ab, der nichtsdestotrotz still zum Kühlschrank schreitet um sich ein weiteres Karlsberg zu genehmigen. „Ist ein freies Land“, hört man ihn undeutlich in den nicht vorhandenen Bart hinein murmeln. Und dann nimmt er erstmal einen tiefen Schluck.

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502 Bad Gateway
nginx
Die Couchingzone |#1854
04.11.2016 - 17:16 Uhr
Schöne newtrialsche Innensicht. Sind wir eben ehrlich und geben zu, dass die einzig wahre FCK-Konstante in dieser Zeit der Zweifel ist. Wobei ich mich immer wieder frage, wie lange der eigentlich konstant nagen kann ...

Cheers
Bahli

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You want it darker
We kill the flame

Leonard Cohen (1934-2016)
Die Couchingzone |#1855
04.11.2016 - 19:12 Uhr
Zitat von bahli77
Wobei ich mich immer wieder frage, wie lange der eigentlich konstant nagen kann …

Kurzfristig so lange, bis der FCK in sicheren Tabellenregionen steht.

Langfristig so lange, bis wir wieder in der ersten Liga spielen.

So meine Befürchtung.

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Autoritäre Herrschaft braucht keine Superschurken, die sie von langer Hand planen. Sie ist schlichtweg die bequemste Art, Komplexität zu reduzieren.
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Das Leben ist die Schule, der Schmerz ist der Lehrer.
Die Couchingzone |#1856
08.11.2016 - 13:22 Uhr
Hier, was ich seit dem ersten Lesen noch sagen wollte:
Zitat von Newtrial
...Newtrial ab, der nichtsdestotrotz still zum Kühlschrank schreitet um sich ein weiteres Karlsberg zu genehmigen. „Ist ein freies Land“, hört man ihn undeutlich in den nicht vorhandenen Bart hinein murmeln. Und dann nimmt er erstmal einen tiefen Schluck.

Egoist! Bring mir bitte eins mit und lass uns in geselliger Runde anstoßen smile

Auf eine besondere Vergangenheit! - immerhin haben wir eine.
Und auf ein gutes Leben! - schön, dass wir eines haben.
Wir sind wahnsinnig (und ) reich zwinker

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Nichts ersetzt die Romantik eines Flutlichtspiels im Regen... ...und siegen!!

Wir denken nur noch von Grätsche zu Grätsche!

Hate the Game, not the Player!
Die Couchingzone |#1857
08.11.2016 - 19:05 Uhr
Zitat von Hegermeister
Hier, was ich seit dem ersten Lesen noch sagen wollte:
Zitat von Newtrial

...Newtrial ab, der nichtsdestotrotz still zum Kühlschrank schreitet um sich ein weiteres Karlsberg zu genehmigen. „Ist ein freies Land“, hört man ihn undeutlich in den nicht vorhandenen Bart hinein murmeln. Und dann nimmt er erstmal einen tiefen Schluck.

Egoist! Bring mir bitte eins mit und lass uns in geselliger Runde anstoßen smile

Auf eine besondere Vergangenheit! - immerhin haben wir eine.
Und auf ein gutes Leben! - schön, dass wir eines haben.
Wir sind wahnsinnig (und ) reich zwinker

Hier hast Du Deine Flasche! Darauf jetzt ein feucht-fröhliches Prostata! tongueCool

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502 Bad Gateway
nginx
Die Couchingzone |#1858
11.11.2016 - 08:27 Uhr
Jahrgang 7, Sonderausgabe wegen Länderspielpause

IN DER HÖHLE DER LÖWEN

von werschtche

Boah, bin ich aufgeregt! Ihr fragt sicher, warum? Mit Recht! Ich bin in Köln, was eigentlich nichts besonderes ist, außer man arbeitet bei Ford oder einem der vielen Fernsehsender, oder steht auf Karneval, Eishockey oder Fußball. Mit dem Letztgenannten kommen wir der Sache ein wenig näher. Also, ich bin in Köln im Fernsehstudio von VOX, genauer gesagt bei der Sendung: „Die Höhle der Löwen“. Ihr fragt sicher, warum? Mit Recht! Ich erklär's Euch.

Ich stehe hinter einer Tür in einem Fernsehstudio, weil ich als nächsten dran sein werde, mein Vorhaben zu präsentieren. Vor mir ist eine etwas dickliche Dame an der Reihe, die vor ihrem Auftritt im Wartebereich in einem Sessel saß und sich ein Stück Schokolade nach dem anderen unter der Nase reinstopfte. Bei der Hälfte der dritten Tafel wurde sie aufgerufen, meinen befremdlichen Blick beantwortete sie nur schulterzuckend: „Nervennahrung“. Die hat Nerven, na ja, wie gesagt, jetzt ist sie noch dran und dann ich. Ein Blick auf die Uhr verrät mir, dass sie schon ziemlich lang da drin ist. Was, zum Teufel, dauert da so lange? Bevor diese Frage beantwortet werden kann, öffnet sich eine Tür und eine dieser „Assistentinnen“, ihr wisst schon, die, die wichtig aussehen, mit Klemmbrett unterm Arm und Headset auf dem Kopf, deutete mit einer Kopfbewegung: „Sie sind gleich dran, Herr König. Machen sie sich bereit!“, und nicht mal eine Zeigerumdrehung später schob sie mich ins Studio. Die dickliche Frau drückte sich in der Tür an mir vorbei und grinste mich blöd an. „300.000 Euro und 12,5 Prozent Beteiligung. Ich hab was ich brauch!“

Tss, 300.000 Euro - Peanuts!

Da steh ich nun im gleißenden Scheinwerferlicht und weiß nicht, wie mir gerade geschieht. Ich habe bisher kein Fernsehstudio von außen gesehen, geschweige denn von innen. Mein Mut hat mich kurzfristig verlassen und die schweißnassen Hände sind mein geringstes Problem, denn, wenn ich ehrlich bin, glaub ich, guckt jetzt der Kaggstift ein wenig hervor. Aber das muss ich jetzt für meine Mission ignorieren, hier in der Höhle der Löwen, vor den leibhaftigen Löwen.

Apropos Löwen, wisst ihr eigentlich warum der Löwe, Löwe heißt und der Tiger, Tiger?
Der Löwe heißt Löwe, weil er durch die Landschaft löwt.
Der Tiger heißt Tiger, weil er durch die Landschaft löwt, nur vorsichTiger.
Okay, ich geb’s zu, der war flach - egal!

Zurück zu den Löwen. Vor mir sitzen sie: Flanke Theren, Serena Williams, Joachim Österreicher, Karsten Laschmeyer und Ralf Rummel. Diesen Leuten versuche ich jetzt also ihr Geld aus der Tasche zu ziehen. Ich stelle mich ihnen erst mal vor: „Mein Name ist Frank Christoph König und bin der erste seines Namens, aber nennen sie mich einfach 1. FCK und übrigens, ich komme aus der Pfalz“.
Das scheint zu genügen, denn Österreicher forderte mich auf: „Dann zeigen sie mal, was sie uns anbieten wollen“.
„Ich suche einen strategischen Investor!“
Flanke Theren treten die Augäpfel hervor, Serena Williams schürzt die Lippen, Joachim Österreicher flüstert Ralf Rummel hinter vorgehaltener Hand etwas zu; nur Karsten Laschmeyer schaut irgendwie gelangweilt.
„Bevor ich ihnen Einzelheiten erkläre, bitte ich sie, den mitgebrachten Film sich anzuschauen“, sage ich und drücke die Fernbedienung in meiner Hand. Ein kurzes Video wird auf den Bildschirmen angezeigt und nach dessen Beendigung führe ich meine Ausführungen fort. „Was sie gerade gesehen haben, das war das Herz der Pfalz, das war Herzblut. Mir ist bewusst, dass mein Anliegen nicht unbedingt innovativ ist, dennoch hab ich mich auf einen weiten Weg gemacht. Ich brauche acht Millionen Euro, jährlich! Als Gegenleistung erhalten sie fünf Prozent Unternehmensanteile. Ich biete ihnen dafür folgendes: Ein komplettes WM-Stadion, eine reine Fußballarena, dass mir, dem 1. FCK, eigentlich gar nicht gehört, mit einem sehr beeindruckenden, überregional bekannten, fast schon ehrfürchtigen Namen - Fritz-Walter-Stadion. Es besitzt knapp 50.000 Sitzplätze und hat keinen Renovierungsrückstand. OK, ein paar Eimer Farbe hier und da, aber im Großen und Ganzen nichts Weltbewegendes. Weiter gibt es dazu noch eine durchschnittliche Zweitligamannschaft, die aus Spielern besteht, die teilweise hohe, teilweise niedrige Ablösesummen gekostet haben uns ein paar ablösefreie Spieler. Manche sind gut, manche sind nicht so gut. Einige stabilisieren sich und einige steigern sich. Es gibt welche, die können richtig gut Fußball spielen, und es gibt welche, die können einfach gut rennen und es gibt wenige, die können beides. Die einen verhalten sich vorschriftsmäßig, andere schlagen manchmal über die Stränge. Es ist aber nicht so schlimm wie es sich anhört, wir haben das alles im Griff. Darüber hinaus gibt es noch einen Trainer dazu, der es in drei Monaten geschafft hat, der Mannschaft das beizubringen, was er von ihnen will. Ich gebe zu, das war für manche eine sehr lange Zeit. Andere haben aber immer zu ihm gehalten und freuen sich zum jetzigen Zeitpunkt umso mehr, dass der Erfolg zu diesem Verein zurückgekehrt ist. Als letztes Sahnehäubchen lege ich noch einen Sportdirektor obendrauf, der durch seine ruhige, manche sagen stoische, Art versucht, im sportlichen Bereich akribisch die Weichen für eine rosige Zukunft zu stellen. Er kratzt sich zwar ab und zu am Bobbes, aber wenigstens hat er so viel gute Kinderstube und riecht anschließend nicht an seinen Fingern, wie es der BundesJogi schon gemacht hat. Ein sauberer Kerl! #allezusammen haben viel Ahnung, aber eines fehlt, das liebe Geld und darum bin ich heute hier und bitte sie inständig das nötige Kleingeld bereitzustellen. Bevor ich es vergesse, dazu kommt noch ein 3-Sterne-Nachwuchsleistungszentrum, das, ich gebe es zu, nicht unbedingt das Gelbe vom Ei ist, aber hey, 3 Sterne sind 3 Sterne - besser geht's nicht!
Also bitte, helfen sie diesem Verein, helfen sie dieser Stadt, einer ganzen Region wieder zu altem Glanz, alleine schaffen wir das nicht mehr, dafür wurde in den letzten Jahren zu viel Geld unnötig ausgegeben, zu viel Geld verbrannt. Aber sie sehen, dass alle, wirklich alle, nach vergangenem Erfolg lechzen“.

„Geh mir weg mit Fußball“, entrüstete sich Serena Williams und verließ kopfschüttelnd das Studio.
„Mmhh“, war die erste Reaktion, die von Ralf Rummel kam, der sich mehrmals das Kinn kratze. „Sehen sie, die Szenen aus ihrem kleinen Filmchen, alles schön und gut, aber meiner Meinung nach hängen sie in ihrem Traditionsdenken zu sehr fest. Ich glaube, ich kann ihnen von meiner Seite aus nicht viele Hoffnungen machen.
„Danke, aber nein danke“, war die lapidare Antwort von Joachim Österreicher.
Karsten Laschmeyer war schon eingeschlafen und suchte seine Augenlider nach inneren Verletzungen ab.
„Ich will 15 Prozent Anteile“, sagte Flanke Theren.
„Tut mir leid, Herr Theren, bedenken sie, es gab vor ein paar Jahren eine Anleihe, da gab es auch nur 5 Prozent, daher kann ich ihnen heute nicht mehr als 7,5 Prozent anbieten, das ist mein letztes Angebot“.
„Dann tut es mir leid, ich bin wohl auch raus“, erwiderte Theren, „und so wie es aussieht wird das nichts mit ihrem Projekt. Danke fürs Kommen, auf Wiedersehen. Hey Karsten, aufwachen, der nächste kommt gleich rein“.

Irgendwie war ich ein wenig perplex und beim Einpacken meiner Sachen resümierte ich die letzten paar Minuten. Was war passiert? Mir war nicht bewusst, was ich falsch gemacht hatte, die ganze Präsentation war doch stimmig, besser als jedes Power-Point-Geschmier mit irgendwelchen geschönten Zahlen, das eh keiner versteht. Waren meine Forderungen zu hoch, habe ich zu wenig gebettelt? Wäre es besser gewesen, kurz vor dem Ende wäre noch eine Träne aus dem Augenwinkel gekullert?
Das einzig zählbare Ergebnis bestand in der Gewissheit, dass es vorbei war und ich mit leeren Händen da stehe.

Jedoch fasse ich einen neuen Entschluss und mache mich auf nach Kaiserslautern, um pünktlich am Samstag, den 12. November um 12.30 Uhr zur Jahreshauptversammlung anwesend zu sein. „Wollen wir doch mal sehen, ob ich die nicht von meinem Konzept überzeugen kann. Die haben sich schon für ganz andere Sachen breitschlagen lassen. Auf geht’s, in eine weitere Höhle der Löwen!“, lächelte ich in mich hinein und stieg euphorisch in mein Auto, einen Peugeot und der hat als Firmenlogo was? Klar, ein Löwe!

Ob die Allianz-Arena nächste Woche eine dritte Höhle der Löwen innerhalb kürzester Zeit wird, das beobachten Bahli, Butduma, Devil_till_Death, Newtrial, Vic Dorn, manchmal auch Kohlmeyer und neuerdings auch Hegermeister von der Couch aus. Nach der Einladung zum Probesitzen warte ich nun auf die Entscheidung, ob ich als Raubtierbändiger tauge oder den Löwen zum Fraß vorgeworfen werde.

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„Das Größte, was man erreichen kann, ist nicht, nie zu straucheln, sondern jedes Mal wieder aufzustehen.“ (Nelson Mandela)
„Am Ende wird alles gut. Wenn es nicht gut wird, ist es noch nicht das Ende.“ (Oscar Wilde)
„Ein Spiel zu gewinnen ist leichter, wenn man gut spielt, als wenn man schlecht spielt.“ (Johan Cruyff)
„Wir kaufen Dinge, die wir nicht brauchen, um Leute zu beeindrucken, die wir nicht mögen, mit Geld, das wir nicht haben.“ (Richard David Precht)
Die Couchingzone |#1859
11.11.2016 - 23:40 Uhr
Ne @werschtche , mit Herzblut und Herz der Pfalz lockst du heute keine Investoren mehr. Das ist zu 0er-Jahre.
Hättest du es mal mit "Make Betze Bastion again!" oder "Wir sind reich und unabhängig, wir brauchen euch nicht - wollt ihr dabei sein?" versucht....

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Nichts ersetzt die Romantik eines Flutlichtspiels im Regen... ...und siegen!!

Wir denken nur noch von Grätsche zu Grätsche!

Hate the Game, not the Player!
Die Couchingzone |#1860
12.11.2016 - 13:00 Uhr
Ein Couching, das uns gnadenlos aufzeigt, wie weltfremd wir Ewig-Gestrigen vom FCK geworden sind. Danke, werschtche! smile

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"And what can I tell you, my brother, my killer?
What can I possibly say?
I guess that I'll miss you. I guess, I'll forgive you.
I'm glad you stood in my way.
If you ever come by here for Jane or for me -
Well, your enemy's sleeping. And his woman is free.
Yes, and thanks for the trouble you took from her eyes.
I thought it was there for good - so I never tried."
(Leonard Cohen)
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