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Die Couchingzone

13.08.2010 - 13:19 Uhr
Die Couchingzone |#181
15.09.2011 - 20:25 Uhr
Jahrgang 2 - Ausgabe 7
Von Butduma

Sieglos, alternativlos, mit einem Taschentuchel im Wind, so standest Du da, oh FCK…

Bären und Bayern

Komplett demontiert! So könnte man das nennen, was dem SC Freiburg, dem Vorzeige-Studentenverein aus der Fahrradstadt, in München passiert ist. Die Bayern sind ins Rollen gekommen und es gab kein Halten mehr. Das Endergebnis lautete dementsprechend 7:0 und Mario „Ich hab die Haare schön“ Gomez durfte sich vier Mal in die Liste der Torjäger eintragen. Der andere Torjäger Papiss Demba Cissé blieb hingegen blass, was angesichts seiner Herkunft gar nicht so einfach ist. Man muss kein Fachmann sein, um zu dem Schluss zu kommen, dass hier das bekannte Ausrufezeichen gesetzt wurde, welches den diesjährigen Anspruch der Bayern unterstreicht – man lege es dazu nur unter den selbigen. Das Torverhältnis von 16 zu 1 nach gerade mal fünf Spieltagen untermauert die Feststellung, dass die Salatschüssel mit großer Wahrscheinlichkeit hinterm Weißwurst-Äquator verschwinden wird, so wie einst die rote Sonne auf Capri im Meer versank. Die Offensive der Münchner trifft auch ohne Robben nach Belieben und in der Defensive hat man sich mit Bumm Bumm Boateng an der richtigen Stelle verstärkt. Hinzu kommt, dass die Konkurrenz aus Dortmund schwächelt und sich zuhause von einer Hertha aus Berlin besiegen lässt. Deren Bärenmaskottchen erinnert mich übrigens an einen obdachlosen, übergroßen Teddy, den man unter einer Brücke Berlins hervorgezogen und mit einem BSC-Trikot ausgestattet hat. Total zerzaust mit einem debil-psychotischen Gesichtsausdruck, der jedes Kindergartenkind vor Schreck erstarren ließe. Da lobe ich mir doch die gepflegt-adrette Biene „Emma“ aus Dortmund, die in ihrer Freizeit lieber ihr Auto wäscht als mit einer Flasche Korn vorm Nachmittagsprogramm bei HartzIV-TV zu lümmeln – also das was dieser Bär wahrscheinlich macht. Aber nun gut, wir sind hier ja nicht beim Maskottchen-Wettbewerb, sondern in der Kolumne, auch wenn ich betonen muss, dass unser Betzi diesen Konkurrenzkampf beim ZDF-Rentnergarten ohnehin gewonnen hat.

Abstieg und Alternativen

Gewinnen, das ist beim 1.FC Kaiserslautern in dieser Spielzeit zu so einer Sache geworden. Es scheint einfach nicht mehr zu funktionieren. Über die Gründe wird allerorts ausgiebig diskutiert, manchmal analytisch und fundiert und manchmal mit der Aura des Stammtischs. Dieser scheint sich insbesondere in der Region um Kaiserslautern einer großen Beliebtheit zu erfreuen. Wobei jeder seine subjektive Wahrnehmung der Argumentationskette hat, was bei der Gegenseite nicht immer auf Gegenliebe stößt, sondern eher zum Verteilen verbaler Kopfnüsse führt. So wie Trapp den Ball, halten wir die Erkenntnis fest, dass wir viel zu wenige Tore schießen und dass wir uns u.a. deswegen auch zu viele einfangen. Eine bedrohliche Konstellation, die nicht selten zu Abstiegen führt. Die Verantwortlichen sahen sich jedoch nicht gezwungen, vor Ende der Transferperiode auf diesen Missstand zu reagieren. Verstärkungen gab es keine, man vertraut auf das vorhandene Personal und gibt davon sogar einen wichtigen Teil in Form eines Ilicevic ab. Dazu hat Stefan Kuntz wie jeder Obst- und Gemüsehändler das Recht, insbesondere wenn die Kasse aus finanziellen Zwängen aufgebessert werden muss, da die Pacht für den Acker Unsummen verschlingt. Das Problem ist jedoch, dass sich allerorten Resignation breit macht. Eine Resignation, mit der ich zum Beispiel das Spiel gegen Gladbach angegangen bin. Frei nach dem Motto: „Was soll die Aufregung, wir verlieren eh und das verdient.“ Der Frust wurde gezielt mit Gerstensaft betäubt und zur inneren Befriedigung durfte auch mein Portemonnaie beim Kauf einiger Filme dran glauben. Frustsaufen und Frustkaufen. Irgendwann ist das Bier samt Ärger allerdings verdampft und die Filme liegen verstaubt im Schrank – natürlich nur im übertragenen Sinne, bei uns wird nämlich regelmäßig gewedelt. Dann stellt man sich die Frage, welche Alternativen man eigentlich hat. Aus meiner Sicht scheint es nur eine zu geben. Es führt kein Weg daran vorbei, dass wir zumindest bis zur Winterpause mit dem vorhandenen Personal so viele Punkte einfahren müssen wie nur möglich. Die Wahrscheinlichkeit hierfür scheint mir am größten, wenn dieses Personal in Ruhe und mit großem Selbstvertrauen seine Aufgaben bestreitet. In Folge sollten sich auch die mentalen Blockaden lösen, die zurzeit Wille und Einsatz hemmen bzw. aufgrund einfacher technischer Fehler nur unzureichend zur Entfaltung kommen lassen. Was können wir Fans dazu beitragen? Ruhe bewahren und der Mannschaft Glauben vermitteln, indem wir sie unterstützen – wir müssen mit den Jungs gemeinsam da durch. Alles andere liegt nicht in unserer Macht und erzeugt nur Unruhe, sei es die Abrechnung für eine verfehlte Kaderplanung oder das Fordern einer Entlassung von Marco Kurz. Wir sind in der glücklichen Lage, die Gewissheit zu haben, dass Stefan Kuntz nur das Beste für den Verein will. Dass er dabei nicht vor Fehlern gefeit ist, sollte klar sein, denn auch unser Held ist letztendlich nur ein Mensch mit einer Oma. Eine Oma, die in ihrer unendlichen Weisheit sicherlich einmal folgenden Spruch zum Stefan gesagt hat: „Bu, nur wer nix schafft, macht ach nix verkehrt.“

Mainz und Momentaufnahmen

Schaffen müssen die Roten Teufel zunächst einmal einen Dreier gegen die Truppe aus der Landeshauptstadt, wahlweise auch Karnevalsverein, 05er oder Narrenkappen genannt. Dass eine Landeshauptstadt so nah am Rand des betreffenden Landes liegt, sagt bereits einiges über die landesweite Anerkennung der selbigen aus. So ist es auch nicht verwunderlich, dass dem FSV Mainz im Landstrich Pfalz und beim sonstigen Anhang des FCK nur wenig Liebe und Sympathie entgegenschwappt, ganz im Gegensatz zum Rest der Republik, wo man immer noch vom Kloppo-Bonus zehrt. Die Tatsache, dass die 05er mittlerweile von Tante Tuchel angeführt werden, jener Trainer, der stets diverse Matchpläne auf seiner Packung Taschentuchel notiert hat, führt nicht gerade zur Verbesserung der Situation. Dies liegt einerseits an dessen (leicht) überheblichem Lautsprechertum und andererseits an seinem wenig souveränen Umgang mit (verdienten) Niederlagen. Der eher bodenständige FCK-Fan sieht dies nicht gerne, ebenso wenig wie die verbalen Giftpfeile, die früher von Heidelbären und anderen Persönlichkeiten Richtung Kaiserslautern verschossen wurden. Im Endergebnis entstand so was wie eine Rivalität, begründet auf Abneigung und regelmäßigen sportlichen Auseinandersetzungen. Ob das nun Derby-Charakter hat oder nicht, sei jedem selbst überlassen, da mag es durchaus unterschiedliche Ansichten geben. Die Geschmackslosigkeiten des Ultra-Anhangs betreffend, kann unter Hinzunahme der poetisch-kreativen Ergüsse seitens der Eintracht-Fans sicherlich von einem solchen gesprochen werden – da ging es nahezu genauso niveaulos zu. Ob dies allerdings der Maßstab für ein Derby sein sollte, wage ich zu bezweifeln.

Natürlich darf man bei der ganzen Diskussion die sportlichen Erfolge der letzten Jahre nicht einfach so unter den Rasen kehren, da hat Mainz momentan eindeutig die Clownsnase vorn, während man in Lautern eher an der zweiten Liga schnuppert… und die riecht nicht gerade nach Channel N°5. Verbuchen wir es unter dem Kapitel „Sportliche Momentaufnahme“ und davon gibt es bekanntlich viele, sogar ein MonChérie-Moment soll bereits erlebt worden sein (nur in bestimmen Kreisen, selbstverständlich). Für Samstag wünsche ich mir auf jeden Fall eine Momentaufnahme, die unsere Jungs als Sieger zeigt, schön arrangiert mit einem frenetischen sowie friedlichen Publikum und einem Marco Kurz, der nach Spielschluss vor der riesigen Anzeigetafel schwäbischen Volkstanz zu ACDC vollführt – innerlich und besonnen, so wie wir ihn kennen.

In diesem Sinne!

Ba beneen,
Butduma

In der Couchingzone befinden sich neben Berti und Bahli auch noch Kohlmeyer und Butduma. Die Kolumne erscheint spätestens jeweils Freitag um 12:00 Uhr oder an Spieltagen zur gleichen Zeit bei allen Pflichtspielen.

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SAPERE AUDE
- Wage es, weise zu sein -

oder nach Immanuel Kant
"Habe Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen!“
Die Couchingzone |#182
15.09.2011 - 20:34 Uhr
Nice, aber Obacht! Mit Aussagen wie dieser:

Zitat von Butduma:
Der andere Torjäger Papiss Demba Cissé blieb hingegen blass, was angesichts seiner Herkunft gar nicht so einfach ist.


hat sich schon der Funker das Genick angebrochen. :D

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Weeste, du musst die Püppi im Griff haben. Ick meine, "Verliebt in Berlin" hin oder her, wenn Fußball läuft, dann läuft immer Fußball.

The luck is gone, the brain is shot, but the liquor we still got.

Pro Hartplatz! (Copyright by FCKFAN)
Die Couchingzone |#183
16.09.2011 - 18:28 Uhr
Ich habe geschrieben "angesichts seiner Herkunft ist es nicht einfach", da steht weder was von "aufgrund" noch von "unmöglich". So Formulieren Politiker und Diplomaten, immer ein sprachliches Hintertürchen offen lassen... ;)

Das mit der Schwarzmalerei nehme ich Dir übrigens ein wenig krumm, auch wenn Du diesen immensen Vetretungsbonus bei mir besitzt!

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SAPERE AUDE
- Wage es, weise zu sein -

oder nach Immanuel Kant
"Habe Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen!“
Die Couchingzone |#184
16.09.2011 - 18:35 Uhr
Tja, But, so ist die Welt, beziehungsweise, so sind ihre Gutmenschen:

Die einen ejakulieren hier seitenweise über Är.sche, dicke Pimmel und verdächtig feminine Fußballer und bleiben ungeschoren, die andere erlauben sich ein harmloses Wortspiel über Hautfarben - und schon bricht die Hölle über sie herein los (so wie sie morgen hoffentlich über einen gewissen Nachbarn hereinbricht).

Wie gut, dass ich kein Gutmensch bin - und dieses Couching einfach nur geil finden kann.
Stilistisch wie immer höchst fein und auch offen für (kicher!) schwarzen Humor.

Ich würde sogar sagen: Jeder, der dieses Couching nicht geil findet und nicht sofort den "Lesenswerter Beitrag"-Button drückt, der soll fortan ein scheizz Gutmensch sein - und sich schleunigst in ein gewisses Forum ver.pissen.

Toucha-toucha-toucha touch me, I wanna be dirty
Coolmeyer

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"Du kannst auf deinen Verein stolz sein, aber eigentlich nicht auf die Tatsache, ein Fan dieses Vereins zu sein. Denn die Fan-Werdung vollzieht sich bekanntlich ähnlich wie die sexuelle Orientierung: Da kommt etwas über dich, das du nicht beeinflussen kannst. (...) . Du kannst deinem Verein nicht einfach die Gefolgschaft kündigen. Du kannst deinem Verein nicht den Tritt versetzen. (...) Du kannst deinen Verein nicht einfach loslassen, denn er hält an dir fest."
Thomas Brussig
Die Couchingzone |#185
16.09.2011 - 21:33 Uhr
Ironie?

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Weeste, du musst die Püppi im Griff haben. Ick meine, "Verliebt in Berlin" hin oder her, wenn Fußball läuft, dann läuft immer Fußball.

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Die Couchingzone |#186
22.09.2011 - 20:55 Uhr
Jahrgang 2 - Ausgabe 8
Von Bahli

Metamorphose Abenteuer von Stefan, Felix und Bahli

[Vorhang öffnet sich] Kolumnenmännchen Bahli fährt mit seiner Postkutsche zu seinen Forumsfreunden auf tranfermarkt.de. Der bekannte und beliebte Bahli wird von seinen Freunden euphorisch empfangen. Bierflaschen werden geöffnet, Chips werden gereicht, auf dem Grill brutzeln Bratwürste und Winzersteaks. Wie so oft ist das Kolumnenmännchen unterwegs, um seinen Forenfreunden schöne, nette und sachliche Geschichten aus der Welt DES Männersports zu erzählen.

Die heutige Kolumne möchte er allerdings einmal ganz anders angehen. Bahli hat das Bedürfnis seinen Freunden die folgenden Erfahrungen dreier Menschen zu berichten, nein zu erzählen. Das Kolumnenmännchen hat - wie immer - seinen tragbaren Flachbildfernseher mitgebracht, nimmt noch einen Schluck aus seiner Bierflasche und drückt den Playknopf. Also liebe Freunde, gebt fein Acht, der Bahli hat euch etwas mitgebracht ... [Überblendung in ein uns unbekanntes Schlafzimmer]


Als Stefan Kuntz eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zwar nicht zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt, dafür aber als Vorstandsvorsitzender des Vereins, der ihm im Fußball am meisten bedeutet. Er lag auf seinem Rücken und sah, wenn er den Kopf ein wenig hob, seinen muskulösen, immer noch äußerst sportlichen Körper. Seine stämmigen, im Vergleich zu seinem sonstigen Umfang etwas schwabbeligen Beine flimmerten ihm hilflos vor den Augen. "Was ist mit mir geschehen?", dachte er. Es war kein Traum. Sein Zimmer, ein richtiges, nur etwas zu luxuriöses Schlafzimmer, lag ruhig zwischen den vier wohlbekannten Wänden. Stefans Blick richtete sich dann zum Fenster, und das trübe Wetter - man hörte Regentropfen auf das Fensterblech aufschlagen - machte ihn ganz melancholisch. "Wie wäre es, wenn ich noch ein wenig weiterschliefe und alle Narrheiten vergäße", dachte er, aber das war gänzlich undurchführbar, denn er spürte den morgendlichen Hunger und Durst nach Brötchen und Kaffee. "Diese Verwandlung geht sicherlich schnell wieder vorüber", denkt sich Stefan. Aber sie tut es nicht. Auf dem Frühstückstisch liegt die neue Ausgabe der Rheinpfalz. Im Sportteil fragt sich Horst Konzok, ob die geringe Qualität des Kaders des Bundesligisten 1. FC Kaiserslautern nicht irgendwann auch am Sockel des Vorstandsvorsitzenden Stefan Kuntz kratzen könnte. Stefans Oberlippe zuckt nervös. "Toll, ich schlafe noch", Stefan Kuntz wittert seine Chance. Aber der Kaffee vor ihm ist heiß und das Brötchen lecker knusprig. So real ist kein Traum. Ein großes Glück für alle FCK-Fans ...

Apropos FCK-Fan ...


Als Bahli eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zwar nicht zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt, dafür aber als Fan des Vereins, der ihm im Fußball am meisten bedeutet. Er lag auf seinem Rücken und sah, wenn er den Kopf ein wenig hob, seinen muskulösen, allerdings leicht angeschwarteten Körper. Seine kräftigen, im Vergleich zu seinem sonstigen Umfang aber etwas zu stämmigen Beine flimmerten ihm hilflos vor den Augen. "Was ist mit mir geschehen?", dachte er. Es war kein Traum. Sein Zimmer, ein richtiges, nur etwas zu aufgeräumtes Schlafzimmer, lag ruhig zwischen den vier wohlbekannten Wänden. Bahlis Blick richtete sich dann zum Fenster, und das trübe Wetter - man hörte Regentropfen auf das Fensterblech aufschlagen - machte ihn ganz melancholisch. "Wie wäre es, wenn ich noch ein wenig weiterschliefe und alle Narrheiten vergäße", dachte er, aber das war gänzlich undurchführbar, denn er spürte den morgendlichen Hunger und Durst nach Brötchen und Kaffee. "Diese Verwandlung geht sicherlich schnell wieder vorüber", denkt sich Bahli. Pustekuchen. Auf dem Frühstückstisch liegt die neue Ausgabe der Rheinpfalz. Im Sportteil fragt sich Horst Konzok, ob der 1. FC Kaiserslautern am heutigen Samstag wieder so unter die Räder kommt, wie am vergangenen Spieltag beim VfL Wolfsburg. Bahlis Puls nimmt schlagartig an Geschwindigkeit zu. "Toll, ich schlafe noch", Bahli wittert seine Chance. Aber der Kaffee vor ihm ist heiß und das Brötchen lecker knusprig. So real ist kein Traum. Ein großes Glück für Bahli. Man stelle sich folgende Metamorphose vor, man wacht morgen als Fan des VfL Wolfsburg auf ...

Apropos VfL Wolfsburg ...


Als Felix eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zwar nicht zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt, dafür aber als Trainer des Vereins, der ihm im Fußball immer völlig zu Wider war. Er lag auf seinem Rücken und sah, wenn er den Kopf ein wenig hob, seinen faltigen, allerdings adrett sonnengebräunten Körper. Seine weiblichen, im Vergleich zu seinem sonstigen Umfang aber etwas zu haarigen Beine flimmerten ihm hilflos vor den Augen. "Was ist mit mir geschehen?", dachte er. Es war kein Traum. Sein Zimmer, ein richtiges, nur etwas zu muffig riechendes Arbeitszimmer, lag ruhig zwischen den vier wohlbekannten Wänden. Felix' Blick richtete sich dann zum Fenster, und das trübe Wetter - man hörte Regentropfen auf das Fensterblech aufschlagen - machte ihn ganz melancholisch. "Wie wäre es, wenn ich noch ein wenig weiterschliefe und alle Narrheiten vergäße", dachte er, aber das war gänzlich undurchführbar, denn er spürte den morgendlichen Hunger und Durst nach Brötchen und Kaffee. "Diese Verwandlung geht sicherlich schnell wieder vorüber", denkt sich Felix. Hähähä, von wegen. Auf dem Frühstückstisch liegt die neue Ausgabe der Wolfsburger Allgemeinen Zeitung. Im Sportteil hinterfragt der auf Felix angesetzte investigative Wolfsburger Topjournalist Gregor Gramsa hinterlistig, ob Felix Magath den Kader des VfL Wolfsburg dieses Mal zum großen Knall führt, Stichwort: VfL Luftballon - platz!. Felix überlegt, ob er ihn beim nächsten Interview ignorieren, anpöpeln oder fehlinformieren soll. "Toll, ich schlafe noch", Felix wittert seine Chance. Aber der Kaffee vor ihm ist heiß und das Brötchen lecker knusprig. So real ist kein Traum. Großes - tja, wie nennt man das Gefühl - für Felix. Es bleibt ihm eben nichts anderes übrig. Er geht in den Keller und holt seinen Kaderblasebalg Marke "Konkurrenzlos" und setzt gekonnt den Schabel des Blasebalgs auf das Ventil ...


Und die Moral von dieser Geschichte: Jeder kriegt, was er verdient. Die einen einen maklellosen und sympathischen Chef, andere einen Lieblingsverein, den man wahrlich lieben kann, und wiederum andere kriegen eben so viel heiße Luft wie notwendig ist, um ...

[Abspann] Das Kolumnenmännchen Bahli fährt mit seiner Postkutsche nach Hause, um sich mal wieder so richtig auszuschlafen. Irgendwie wurden es heute fünf Flaschen Bier - null fünf wohlgemerkt. Das lässt selbst einen so harten Hund wie den Bahli nicht folgenlos an diesem Abend zurück ... [Vorhang schließt sich]


Cheers
Bahli

In der Couchingzone befinden sich neben Berti und Bahli auch noch Kohlmeyer und Butduma. Die Kolumne erscheint spätestens jeweils Freitag um 12:00 Uhr oder an Spieltagen zur gleichen Zeit bei allen Pflichtspielen.

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You want it darker
We kill the flame

Leonard Cohen (1934-2016)
Die Couchingzone |#187
23.09.2011 - 08:44 Uhr
Ich bin überwältigt. Der Kolumnistenkreis mutiert zusehends zum literarischen Zirkel. Der Button-Click von Marcel Reif-Ranicki ist da nur noch Formsache.

Allen anderen prophezeit Literaturpapst Kohlmeyer: Wer hier heute den "Lesenswerter Beitrag"-Button nicht drückt, wird morgen früh aufwachen und feststellen, dass er ein Insekt geworden ist


Kafka, wir wissen, wer dein´ Alptraum träumt
Kohlmeyer

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"Du kannst auf deinen Verein stolz sein, aber eigentlich nicht auf die Tatsache, ein Fan dieses Vereins zu sein. Denn die Fan-Werdung vollzieht sich bekanntlich ähnlich wie die sexuelle Orientierung: Da kommt etwas über dich, das du nicht beeinflussen kannst. (...) . Du kannst deinem Verein nicht einfach die Gefolgschaft kündigen. Du kannst deinem Verein nicht den Tritt versetzen. (...) Du kannst deinen Verein nicht einfach loslassen, denn er hält an dir fest."
Thomas Brussig
Die Couchingzone |#188
23.09.2011 - 10:55 Uhr
Zitat von Kohlmeyer:
Wer hier heute den "Lesenswerter Beitrag"-Button nicht drückt, wird morgen früh aufwachen und feststellen, dass er ein Insekt geworden ist


Würd gern aber "kann" nicht. Werd dann wohl zum Insekt mutieren.

Aber Bahli, bekommst dann halt auf diese Weise ein "Daumen hoch" von mir. Toller Beitrag, hat Freude gemacht ihn zu lesen. Danke für eure wöchentliche Mühe Jungs.

Weiter so.

•     •     •

"Es gehört oft mehr Mut dazu, seine Meinung zu ändern, als ihr treu zu bleiben."
(Friedich Hebbel)

Die Couchingzone |#189
23.09.2011 - 14:41 Uhr
*** blätter ***

Wo issn dein Post hin Bahli, grad war er doch noch da?

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"Es gehört oft mehr Mut dazu, seine Meinung zu ändern, als ihr treu zu bleiben."
(Friedich Hebbel)


Dieser Beitrag wurde zuletzt von AS1010 am 23.09.2011 um 14:42 Uhr bearbeitet
Die Couchingzone |#190
23.09.2011 - 14:42 Uhr
@bahli77
Nice one und bin auf die Steigerung von 5 X 0,5 gespannt.

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"Betzi braucht bei seinem Besuch eine Möglichkeit sich umzuziehen und Kaltgetränke" (Anmeldeformular Betzi Buchen)
"You want it darker, Hineni, Hineni, I'm ready, my lord (Leonard Cohen).
"Well, what did you expect in an opera? A happy ending?" (Bugs Bunny)
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