Die Couchingzone
13.08.2010 - 13:19 Uhr
14.10.2011 - 19:05 Uhr
Zitat von Bertikoks:
Zitat von Bertikoks:
But, dass ist großes Kino. Danke dafür!
Gruß Berti
Sorry But, da muss ich nochmal einen nachschieben. Je länger man es wirken lässt, umso besser wird das Ding nämlich. Ich erlaube mir also mittlerweile zu behaupten, dieses Stück gehört mit zum Besten, was unter unserer Flagge bisher gesegelt ist.
Ergebene Grüße Berti
Auch ich muss mich da anschließen, meistens war es hier vordergründig spassig. Ob Robin Hood in Rot oder Arbeitern und Künstlern oder zu Häppchen in Hoffenheim, war alles vertreten. Diesen Beitrag aber habe ich erst gelesen und später verstanden, diese tiefsinninge Melancholie der Wahnsinn.
Ich würde sagen: But ab auf die Buchmesse die Leute werden sich schlagen um Dein Werk.
Danke dafür
Grüße Koto
Zitat von Bertikoks:
But, dass ist großes Kino. Danke dafür!
Gruß Berti
Sorry But, da muss ich nochmal einen nachschieben. Je länger man es wirken lässt, umso besser wird das Ding nämlich. Ich erlaube mir also mittlerweile zu behaupten, dieses Stück gehört mit zum Besten, was unter unserer Flagge bisher gesegelt ist.
Ergebene Grüße Berti
Auch ich muss mich da anschließen, meistens war es hier vordergründig spassig. Ob Robin Hood in Rot oder Arbeitern und Künstlern oder zu Häppchen in Hoffenheim, war alles vertreten. Diesen Beitrag aber habe ich erst gelesen und später verstanden, diese tiefsinninge Melancholie der Wahnsinn.
Ich würde sagen: But ab auf die Buchmesse die Leute werden sich schlagen um Dein Werk.
Danke dafür
Grüße Koto
15.10.2011 - 00:43 Uhr
@ Butduma:
Nicht von dieser Welt, ganz ehrlich!
Nicht von dieser Welt, ganz ehrlich!
20.10.2011 - 20:19 Uhr
Jahrgang 2 - Ausgabe 12
Ergüsse, Milchpfützen und Bierruhe
Bevor ich mit meinem Couching loslege, liegt mir eine Sache am Herzen, die ich hier zu Beginn gerne loswerden möchte. Ich finde nämlich, dass sich diese Kolumne toll entwickelt hat. 2008 von mir und Berti ins Leben gerufen, weil wir (und viele andere) glaubten, dass der FCK nur so den Horror des Abstiegs in die 3. Liga verhindern kann, nahm diese Kolumne ihren irgendwie seltsamen Weg bis ins Jetzt und Heute. Anfangs warfen der geschätzte Kollege Bertikoks und ich uns den Kolumnenstab im Spieltagsthread zu. Ich weiß gar nicht mehr so genau, wann wir damit begannen. Es muss aber irgendwie um die Zeit gewesen sein, als auch Stefan Kuntz begann, die Geschicke des 1. FC Kaiserslautern zu lenken. Möglicherweise ist diese Parallele auch der Grund dafür, dass viele FCK-Fans noch heute denken, die Rettung im Mai 2008 hätte direkt etwas mit Kuntz' Amtantritt auf dem Betzenberg zu tun. Das ist eine Fabel aus dem Reich des Irrglaubens. Für die damalige Rettung zeichneten einzig und allein Milan Sasic, Bertikoks und ein gewisser Bahli verantwortlich. Aus historischer Sicht sind natürlich die letzten zwei Drittel des vorherigen Satzes fragwürdig. Trotzdem sei an dieser Stelle noch einmal explizit darauf hingewiesen. Doch ich schweife ab. Also zurück zur Entwicklung dieses fußballtheoretischen Etwas, das sich mittlerweile zu einem tollen literarischen Gesamtkunstwerk entwickelt hat. Und dies sage ich nicht als einer der vier Autoren, sondern vielmehr als einer der Leser, die von Berti, Kohlmeyer und Butduma an dieser Stelle vor jedem Spieltag bestens unterhalten werden. Egal, ob es kernige Analysen rund um den FCK, Bratwürste, dicke Pimmel, Kakerlaken oder melancholische Bockleder-Westen und überfahrene Hutzelmännchen sind, in diesem Thread ist Unterhaltung auf hohem Niveau garantiert. Und ich kann den Kollegen hier nicht genug für diese Geniestreiche danken. Es macht einfach Spaß, in diesem Quartett zu schreiben ... und die Ergüsse der Kollegen lesen zu dürfen ...
Was kann den eingefleischten FCK-Fan eigentlich noch schocken?
Klare Frage, eindeutige Antwort: eigentlich nichts. Wenn man - wie ich - den 1. FC Kaiserslautern seit mittlerweile Ende der siebziger Jahre verfolgt, dann ist man mit diesem Verein derartig durch dick und dünn gegangen, dass selbst der mieseste Saisonstart aller Zeiten nur als kleine Randnotiz wahrgenommen wird. Sicher, es gab Dinge, die konnte sich ein FCK-Fan eigentlich nicht vorstellen. Ich habe mir beispielsweise als junger Kerl in den achtziger Jahren immer gewünscht, der FCK könnte einmal deutscher Meister werden. 1991 wusste ich, wie sich das anfühlt. Das 6:2 im Müngersdorfer Stadion hat sich bei mir eingebrannt. Das damalige Gefühl war eine Gänsehaut für die Ewigkeit. Vergleichbar nur mit ... nein, lassen wir das. Es gab aber auch Dinge, die wollte man sich als Fan dieses pfälzischen Traditionsvereins einfach nicht vorstellen. 2. Liga - undenkbar. 1996 durfte man einen Schluck 2. Liga kosten. Schmeckte scheiße. Aber irgendwie war das auch nicht richtig 2. Liga. Das war irgendwie ein kleiner Fehltritt, der Sturz in eine Pfütze. Ertrinken, nein, in Pfützen ertrinkt man nicht. Und dann als Aufsteiger gleich wieder deutscher Meister. Ein historisches Meisterstück, in dieser Form sicherlich ein einzigartiger Leckerbissen ohne Chance auf Wiederholung. Ein Wunder Marke "Unvergänglichkeit". 2006 - die große Pfütze, dann die rektale Katastrophe. Kurz vor dem Absaufen kam der Messias in Form von Stefan Kuntz (oder Berti und Bahli, wie der aufmerksame Leser anmerken wird) und warf zielsicher den Rettungsring. Seit 2010 ist der FCK wieder da, wo er hingehört. Wer den FCK seit über 30 Jahren beobachtet, wird mir beipflichten, dass es nichts gibt, was es nicht gibt. Und wie sagte der geschätzte Kollege Kohlmeyer einmal vor Jahren: "Die anderen können nur an Wunder glauben - wir aber wissen, dass es welche gibt!" - ein Satz für die Ewigkeit ...
"Mit viel Kohle kann jeder" aber wo ist eigentlich die Milch hin?
Der 1. FC Kaiserslautern hat seit Jahren ein großes Problem. Ich meine jetzt nicht die sportliche Seite - die ist seit Mai 2008 im Grunde genommen in Ordnung. Der FCK ist arm wie eine Bettelmaus. Gerade in dieser Woche hörte ich wieder in einem Meeting den Satz "Mit viel Kohle kann jeder". In unserer Branche wird damit gerne der kreative Spielraum charakterisiert, den man sich mit einem durchschnittlichen Budget aus den Fingern saugen darf. Der finanzielle Spielraum des FCK ist metaphorisch gesprochen gleich einem ausgequetschten Milchbeutel. Dass mit ein paar Tropfen Milch kein qualitativ gleichwertiger Ersatz für die abgewanderten Srdjan Lakic und Jan Moravek verpflichtet werden konnte, ist schade aber im Grunde genommen eine klare Angelegenheit. Natürlich fragt sich der nachdenkliche Fan, warum der neue Milchbeutel aus dem Ilicevic-Transfer zum HSV nicht gleich wieder in einen neuen Milchkaffee investiert wurde. Eine Antwort darauf ist sicherlich für den außenstehenden Beobachter kaum möglich.
Acht Spieltage des Bangens, am neunten platzt die Bombe
In den ersten acht Partien der neuen Saison hat sich der FCK kaum mit Ruhm bekleckert. Der Sieg gegen die Null-Fünfer war wichtig, aber mehr als Ergebnis des ausgeprägten Willens zu sehen. Spielerisch lief alles mehr oder weniger ruckelnd. Erst der Sieg bei Schalke 04 hat gezeigt, zu was diese Mannschaft eigentlich in der Lage ist. Dass man auf Schalke gewinnt - gut, das haben wir auch in der vergangenen Saison. Dass man aber ein mit individueller Klasse besetztes Team derartig dominiert, war für mich eine Überraschung. Hinzu kam, dass sich mit Pierre de Wit, Olcay Sahan und Dorge Kouemaha auch spielerische Klasse auf bisher zu Recht kritisierten Positionen zeigte. Alleine das Solo, bei dem de Wit nacheinander Jermaine Jones, Christian Fuchs und Christoph Metzelder vernaschte und Kouemaha der Ball maßgerecht auf dessen Scheitel servierte, ließ mich mit der Zunge schnalzen. Und mit der technisch starken Kante aus Kamerun hat der FCK vorne drin richtige Qualität aus dem Sommerschlussverkauf gezogen. Zusammen mit Itay Shechter kann man da schon von einem gerade heranwachsenden Sturmduo träumen. Man erkannte aber auch, warum Marco Kurz einen Olcay Sahan unbedingt wollte. Der offensive Außenbahnspieler mit türkischen Wurzeln hat gezeigt, dass er sowohl feines Gefühl im Fuß hat als auch den unbedingten Siegeswillen besitzt. Was im Übrigen für die gesamte Mannschaft gilt, die am Samstagabend auf dem Rasen der Veltins-Arena stand.
Kontinuität ist nicht nur die Stärke des Augenblicks
Verlängert man eigentlich Trainerverträge nur, wenn der Erfolg da ist? Bei manchen Clubs sicherlich, aber andere Clubs gehen einen anderen Weg. Der 1. FC Kaiserslautern hat den Vertrag mit Trainer Marco Kurz verlängert, obwohl dieser gerade den schlechtesten Saisonstart in der FCK-Geschichte hingelegt hat. Der Vorstandsvorsitzende Stefan Kuntz ist dafür bekannt, dass er ein ruhiger aber trotzdem fachkundiger Vertreter seiner Zunft ist. Und gerade deshalb ist die Vertragsverlängerung keine Überraschung. Kuntz ist um Kontinuität bemüht, lässt seinen sportlichen Bereich in Ruhe arbeiten. Dies kann er aber nur, wenn er hundertprozentig vom Erfolg der Zusammenarbeit überzeugt ist. Ich persönlich halte Kuntz nicht nur für einen ausgewiesenen Chef in allen Belangen, ich halte ihn auch für einen guten Sportdirektor. Er kann die sportliche Situation einschätzen und alle notwendigen Maßnahmen daraus ableiten. Wenn seine Maßnahme nun lautet, den Vertrag mit Marco Kurz zu verlängern, dann kann die sportliche Situation in Kaiserslautern nicht so schlecht sein, wie sie in den vergangenen Wochen gerne hingestellt wurde. Natürlich ist es auch ein eindeutiges Zeichen des Vorstandsvorsitzenden an die ungeduldige und mitunter schon gewaltig grummelnde Masse. Würde man dieses Zeichen in Worte fassen, dann lautet das in etwa so: "Leute, hört auf nervös mit den Füßen zu scharren. Wir haben alles im Griff - sportlich und finanziell." Dass Marco Kurz am Spieltag nach seiner Vertragsverlängerung allen seinen Kritikern mit dem grandiosen Sieg auf Schalke die Luft aus den Segeln genommen hat, passt da genau ins Bild. Und an dieser Stelle muss ich auch feststellen, dass ich unendlich froh bin, dass das Duo Stefan Kuntz und Marco Kurz die sportlichen Geschicke auf dem Betzenberg lenkt. Aber: Natürlich ist der Sieg bei Schalke 04 nur etwas wert, wenn am kommenden Samstag auch gegen den direkten Konkurrenten aus dem Breisgau zumindest nicht verloren wird. Der SC Freiburg ist ein Konkurrent auf Augenhöhe. Ein Sieg und die Welt in und um Kaiserslautern ist wieder vollends in Ordnung. Warten wir es ab ...
Cheers
Bahli
In der Couchingzone befinden sich neben Berti und Bahli auch noch Kohlmeyer und Butduma. Die Kolumne erscheint spätestens jeweils Freitag um 12:00 Uhr oder an Spieltagen zur gleichen Zeit bei allen Pflichtspielen.
Ergüsse, Milchpfützen und Bierruhe
Bevor ich mit meinem Couching loslege, liegt mir eine Sache am Herzen, die ich hier zu Beginn gerne loswerden möchte. Ich finde nämlich, dass sich diese Kolumne toll entwickelt hat. 2008 von mir und Berti ins Leben gerufen, weil wir (und viele andere) glaubten, dass der FCK nur so den Horror des Abstiegs in die 3. Liga verhindern kann, nahm diese Kolumne ihren irgendwie seltsamen Weg bis ins Jetzt und Heute. Anfangs warfen der geschätzte Kollege Bertikoks und ich uns den Kolumnenstab im Spieltagsthread zu. Ich weiß gar nicht mehr so genau, wann wir damit begannen. Es muss aber irgendwie um die Zeit gewesen sein, als auch Stefan Kuntz begann, die Geschicke des 1. FC Kaiserslautern zu lenken. Möglicherweise ist diese Parallele auch der Grund dafür, dass viele FCK-Fans noch heute denken, die Rettung im Mai 2008 hätte direkt etwas mit Kuntz' Amtantritt auf dem Betzenberg zu tun. Das ist eine Fabel aus dem Reich des Irrglaubens. Für die damalige Rettung zeichneten einzig und allein Milan Sasic, Bertikoks und ein gewisser Bahli verantwortlich. Aus historischer Sicht sind natürlich die letzten zwei Drittel des vorherigen Satzes fragwürdig. Trotzdem sei an dieser Stelle noch einmal explizit darauf hingewiesen. Doch ich schweife ab. Also zurück zur Entwicklung dieses fußballtheoretischen Etwas, das sich mittlerweile zu einem tollen literarischen Gesamtkunstwerk entwickelt hat. Und dies sage ich nicht als einer der vier Autoren, sondern vielmehr als einer der Leser, die von Berti, Kohlmeyer und Butduma an dieser Stelle vor jedem Spieltag bestens unterhalten werden. Egal, ob es kernige Analysen rund um den FCK, Bratwürste, dicke Pimmel, Kakerlaken oder melancholische Bockleder-Westen und überfahrene Hutzelmännchen sind, in diesem Thread ist Unterhaltung auf hohem Niveau garantiert. Und ich kann den Kollegen hier nicht genug für diese Geniestreiche danken. Es macht einfach Spaß, in diesem Quartett zu schreiben ... und die Ergüsse der Kollegen lesen zu dürfen ...
Was kann den eingefleischten FCK-Fan eigentlich noch schocken?
Klare Frage, eindeutige Antwort: eigentlich nichts. Wenn man - wie ich - den 1. FC Kaiserslautern seit mittlerweile Ende der siebziger Jahre verfolgt, dann ist man mit diesem Verein derartig durch dick und dünn gegangen, dass selbst der mieseste Saisonstart aller Zeiten nur als kleine Randnotiz wahrgenommen wird. Sicher, es gab Dinge, die konnte sich ein FCK-Fan eigentlich nicht vorstellen. Ich habe mir beispielsweise als junger Kerl in den achtziger Jahren immer gewünscht, der FCK könnte einmal deutscher Meister werden. 1991 wusste ich, wie sich das anfühlt. Das 6:2 im Müngersdorfer Stadion hat sich bei mir eingebrannt. Das damalige Gefühl war eine Gänsehaut für die Ewigkeit. Vergleichbar nur mit ... nein, lassen wir das. Es gab aber auch Dinge, die wollte man sich als Fan dieses pfälzischen Traditionsvereins einfach nicht vorstellen. 2. Liga - undenkbar. 1996 durfte man einen Schluck 2. Liga kosten. Schmeckte scheiße. Aber irgendwie war das auch nicht richtig 2. Liga. Das war irgendwie ein kleiner Fehltritt, der Sturz in eine Pfütze. Ertrinken, nein, in Pfützen ertrinkt man nicht. Und dann als Aufsteiger gleich wieder deutscher Meister. Ein historisches Meisterstück, in dieser Form sicherlich ein einzigartiger Leckerbissen ohne Chance auf Wiederholung. Ein Wunder Marke "Unvergänglichkeit". 2006 - die große Pfütze, dann die rektale Katastrophe. Kurz vor dem Absaufen kam der Messias in Form von Stefan Kuntz (oder Berti und Bahli, wie der aufmerksame Leser anmerken wird) und warf zielsicher den Rettungsring. Seit 2010 ist der FCK wieder da, wo er hingehört. Wer den FCK seit über 30 Jahren beobachtet, wird mir beipflichten, dass es nichts gibt, was es nicht gibt. Und wie sagte der geschätzte Kollege Kohlmeyer einmal vor Jahren: "Die anderen können nur an Wunder glauben - wir aber wissen, dass es welche gibt!" - ein Satz für die Ewigkeit ...
"Mit viel Kohle kann jeder" aber wo ist eigentlich die Milch hin?
Der 1. FC Kaiserslautern hat seit Jahren ein großes Problem. Ich meine jetzt nicht die sportliche Seite - die ist seit Mai 2008 im Grunde genommen in Ordnung. Der FCK ist arm wie eine Bettelmaus. Gerade in dieser Woche hörte ich wieder in einem Meeting den Satz "Mit viel Kohle kann jeder". In unserer Branche wird damit gerne der kreative Spielraum charakterisiert, den man sich mit einem durchschnittlichen Budget aus den Fingern saugen darf. Der finanzielle Spielraum des FCK ist metaphorisch gesprochen gleich einem ausgequetschten Milchbeutel. Dass mit ein paar Tropfen Milch kein qualitativ gleichwertiger Ersatz für die abgewanderten Srdjan Lakic und Jan Moravek verpflichtet werden konnte, ist schade aber im Grunde genommen eine klare Angelegenheit. Natürlich fragt sich der nachdenkliche Fan, warum der neue Milchbeutel aus dem Ilicevic-Transfer zum HSV nicht gleich wieder in einen neuen Milchkaffee investiert wurde. Eine Antwort darauf ist sicherlich für den außenstehenden Beobachter kaum möglich.
Acht Spieltage des Bangens, am neunten platzt die Bombe
In den ersten acht Partien der neuen Saison hat sich der FCK kaum mit Ruhm bekleckert. Der Sieg gegen die Null-Fünfer war wichtig, aber mehr als Ergebnis des ausgeprägten Willens zu sehen. Spielerisch lief alles mehr oder weniger ruckelnd. Erst der Sieg bei Schalke 04 hat gezeigt, zu was diese Mannschaft eigentlich in der Lage ist. Dass man auf Schalke gewinnt - gut, das haben wir auch in der vergangenen Saison. Dass man aber ein mit individueller Klasse besetztes Team derartig dominiert, war für mich eine Überraschung. Hinzu kam, dass sich mit Pierre de Wit, Olcay Sahan und Dorge Kouemaha auch spielerische Klasse auf bisher zu Recht kritisierten Positionen zeigte. Alleine das Solo, bei dem de Wit nacheinander Jermaine Jones, Christian Fuchs und Christoph Metzelder vernaschte und Kouemaha der Ball maßgerecht auf dessen Scheitel servierte, ließ mich mit der Zunge schnalzen. Und mit der technisch starken Kante aus Kamerun hat der FCK vorne drin richtige Qualität aus dem Sommerschlussverkauf gezogen. Zusammen mit Itay Shechter kann man da schon von einem gerade heranwachsenden Sturmduo träumen. Man erkannte aber auch, warum Marco Kurz einen Olcay Sahan unbedingt wollte. Der offensive Außenbahnspieler mit türkischen Wurzeln hat gezeigt, dass er sowohl feines Gefühl im Fuß hat als auch den unbedingten Siegeswillen besitzt. Was im Übrigen für die gesamte Mannschaft gilt, die am Samstagabend auf dem Rasen der Veltins-Arena stand.
Kontinuität ist nicht nur die Stärke des Augenblicks
Verlängert man eigentlich Trainerverträge nur, wenn der Erfolg da ist? Bei manchen Clubs sicherlich, aber andere Clubs gehen einen anderen Weg. Der 1. FC Kaiserslautern hat den Vertrag mit Trainer Marco Kurz verlängert, obwohl dieser gerade den schlechtesten Saisonstart in der FCK-Geschichte hingelegt hat. Der Vorstandsvorsitzende Stefan Kuntz ist dafür bekannt, dass er ein ruhiger aber trotzdem fachkundiger Vertreter seiner Zunft ist. Und gerade deshalb ist die Vertragsverlängerung keine Überraschung. Kuntz ist um Kontinuität bemüht, lässt seinen sportlichen Bereich in Ruhe arbeiten. Dies kann er aber nur, wenn er hundertprozentig vom Erfolg der Zusammenarbeit überzeugt ist. Ich persönlich halte Kuntz nicht nur für einen ausgewiesenen Chef in allen Belangen, ich halte ihn auch für einen guten Sportdirektor. Er kann die sportliche Situation einschätzen und alle notwendigen Maßnahmen daraus ableiten. Wenn seine Maßnahme nun lautet, den Vertrag mit Marco Kurz zu verlängern, dann kann die sportliche Situation in Kaiserslautern nicht so schlecht sein, wie sie in den vergangenen Wochen gerne hingestellt wurde. Natürlich ist es auch ein eindeutiges Zeichen des Vorstandsvorsitzenden an die ungeduldige und mitunter schon gewaltig grummelnde Masse. Würde man dieses Zeichen in Worte fassen, dann lautet das in etwa so: "Leute, hört auf nervös mit den Füßen zu scharren. Wir haben alles im Griff - sportlich und finanziell." Dass Marco Kurz am Spieltag nach seiner Vertragsverlängerung allen seinen Kritikern mit dem grandiosen Sieg auf Schalke die Luft aus den Segeln genommen hat, passt da genau ins Bild. Und an dieser Stelle muss ich auch feststellen, dass ich unendlich froh bin, dass das Duo Stefan Kuntz und Marco Kurz die sportlichen Geschicke auf dem Betzenberg lenkt. Aber: Natürlich ist der Sieg bei Schalke 04 nur etwas wert, wenn am kommenden Samstag auch gegen den direkten Konkurrenten aus dem Breisgau zumindest nicht verloren wird. Der SC Freiburg ist ein Konkurrent auf Augenhöhe. Ein Sieg und die Welt in und um Kaiserslautern ist wieder vollends in Ordnung. Warten wir es ab ...
Cheers
Bahli
In der Couchingzone befinden sich neben Berti und Bahli auch noch Kohlmeyer und Butduma. Die Kolumne erscheint spätestens jeweils Freitag um 12:00 Uhr oder an Spieltagen zur gleichen Zeit bei allen Pflichtspielen.
20.10.2011 - 21:24 Uhr
Bahli, herzlichen Dank, dass du mir mit dieser schönen und angenehmen Analyse, den Abend verkürzt hast!
Falô
Mineiro
... und ganz geschickt, den bahli geklickt ...
Falô
Mineiro
... und ganz geschickt, den bahli geklickt ...
21.10.2011 - 05:21 Uhr
Das nenn ich mal nen guten Start in den Freitag, den letzten Tag vorm Urlaub!
Nen Kaffee und Couching....los geht's, will jetzt arbeiten!
Nen Kaffee und Couching....los geht's, will jetzt arbeiten!
21.10.2011 - 08:31 Uhr
Zitat von bahli77:
... 2006 - die große Pfütze, dann die rektale Katastrophe. ...
Sehr gelungener Satz! Allgemein natürlich ein tolles Werk. Danke dafür!
Gruß
Chio
... 2006 - die große Pfütze, dann die rektale Katastrophe. ...
Sehr gelungener Satz! Allgemein natürlich ein tolles Werk. Danke dafür!
Gruß
Chio
21.10.2011 - 09:48 Uhr
Sehr starke Kolumne, Bahli! Besonders den 2. Absatz möchte ich hervorheben. Eine sehr schön antizipierte Zeitreise durch die jüngere Vergangenheit unseres Clubs, welche ich so schön noch nirgendwo gelesen habe.
Echt klasse.
Echt klasse.
21.10.2011 - 10:09 Uhr
Zitat von chioro:
Zitat von bahli77:
... 2006 - die große Pfütze, dann die rektale Katastrophe. ...
Sehr gelungener Satz! Allgemein natürlich ein tolles Werk. Danke dafür!
Gruß
Chio
Dem schliesse ich mich mal an.
Nur eins noch: wird in diesem besonderen Kontext nicht rektal mit "d" geschrieben? ;)
Zitat von bahli77:
... 2006 - die große Pfütze, dann die rektale Katastrophe. ...
Sehr gelungener Satz! Allgemein natürlich ein tolles Werk. Danke dafür!
Gruß
Chio
Dem schliesse ich mich mal an.
Nur eins noch: wird in diesem besonderen Kontext nicht rektal mit "d" geschrieben? ;)
21.10.2011 - 10:31 Uhr
Irgendwie ist das Niveau dieser Kolumne fast schon beängstigend gut. Auch heute ein großes Danke aus der Südpfalz.
PS.
100 % nachfühlbare Worte zum Spiel in Köln.
PS.
100 % nachfühlbare Worte zum Spiel in Köln.
21.10.2011 - 12:00 Uhr
Bombe bahli, Bombe! Mir gehts genauso, auch wenn ich erst 88 meine Premiere in Lautern hatte.
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