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Die Couchingzone

13.08.2010 - 13:19 Uhr
Die Couchingzone |#1481
26.08.2015 - 20:23 Uhr
Erinnert mich irgendwie an den Typen, der in From Dusk till Dawn vorm Titty Twister seinen Laden anpreist.

Top Job, Vic, auch wenn du die Couchingnorm um eine Handvoll Zeichen überschritten hast. Bei einer derart wundervollen Satire sei es verziehen.

Beste Grüße
Lullaby
Die Couchingzone |#1482
27.08.2015 - 08:45 Uhr
fantastisch!


Und der "Transmotzmarkt" ist bitte jetzt schon gebucht für den den nächsten Kaggtiddel vom Gebabbl!
Die Couchingzone |#1483
27.08.2015 - 09:11 Uhr
Herausragend Vic!
Vielen Dank für die philosophische Anekdote!

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"Das Gras wird gebeten über die Sache zu wachsen. ... Das Gras bitte!!!" [Stefan Kuntz]

NEIN zu RB!
Die Couchingzone |#1484
27.08.2015 - 09:43 Uhr
Jetzt sehe ich mich selbst mit Khal Drogo und dem Jäger auf dem Hochsitz. Und hab Waldmeister-Geschmack im Mund. Das ist doch nicht fair, einem solche Bilder in die Birne zu setzen. angry Die Lektüre dieses Couchings war ja fast wie ein LSD-Trip (nicht dass ich wüsste, wie der ist).

Einfach nur herausragend!

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502 Bad Gateway
nginx
Die Couchingzone |#1485
27.08.2015 - 11:37 Uhr
Wer Khal Drogo sein soll, das weiß ich nicht, das mit dem LSD allerdings… ach, lassen wir das! Tolles Couching, Victor Dornberger – fast so gut wie… naa, ich wollte das ja lassen. grins

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Autoritäre Herrschaft braucht keine Superschurken, die sie von langer Hand planen. Sie ist schlichtweg die bequemste Art, Komplexität zu reduzieren.
•••
Das Leben ist die Schule, der Schmerz ist der Lehrer.
Die Couchingzone |#1486
27.08.2015 - 13:59 Uhr
Die Rückkehr der Leichtigkeit ... saugeiles Couching!

Vic, klemm dir deine Pussy an den A.rsch ... tongue

Cheers
Bahli

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You want it darker
We kill the flame

Leonard Cohen (1934-2016)
Die Couchingzone |#1487
11.09.2015 - 10:52 Uhr
Jahrgang 6, Ausgabe 7

EMOTIONAL RESCUE

„Der eine von meinen Söhnen heischt so wie du, der andere Linus. Der eine ist SC-Fan, der andere Bayern-Fan.“

„Wie? Aber der, der so heißt wie ich, ist doch hoffentlich nicht der Bayern-Fan?“

„Noj. Desch ischt de Linus.“

Kohlmeyer ist beruhigt. Obwohl ist ihm ein wenig leid tun um den netten Typen von den „Peanuts“, den mit der Schmusedecke, hatte er doch den Namen „Linus“ bislang ausschließlich unter dessen Andenken abgespeichert. Und ausgerechnet so heißt nun ein Bayern-Fan.

Ein Namensvetter als SC Freiburg-Fan dagegen, damit hat Kohlmeyer kein Problem. Zumal der hier im ganz besonders gefällt. Er hat abstehende Ohren, und wenn er lacht, tun sich gewaltige Zahnlücken auf, da er seiner Milchzähne bereits verlustig ist, die neuen ihre Reihen aber längst noch nicht geschlossen haben. Ein bisschen erinnert er an Alfred E. Neumann, den Coverboy der einstigen Satirezeitschrift „MAD“. Er trägt ein Trikot von Nils Petersen, und morgen wird er eins vom „vumm Schmid“ tragen. Schmid? Der ist doch an Hoffenheim verkauft…

„Na und?“

Das Schicksal will es, dass Kohlmeyer die Tage vor dem erneut als „Standortbestimmung“ apostrophierten Kick gegen Freiburg im Schwarzwald verbringt. Sein Hauswirt und dessen beiden Kinder sind, wie geschildert, im fortgeschrittenen Stadium fußballverrückt. Kohlmeyer ist entzückt. Das heißt: Er wäre gerne entzückt, doch hat er im Moment so viel zu kämpfen mit seiner Begeisterungsfähigkeit für diesen Ballsport, insbesondere mit seiner Leidenschaft für diesen Verein hinter den sieben Bergen…

Am ersten Urlaubstag hat er auf seinem Tablet-PC das Heidenheim-Spiel verfolgt, das aus dem schmutzigen alten einen verbitterten alten Mann machte. Selbst der Haussegen hängt schief. „Das kann doch nicht sein, dass ein Mann von 53 Jahren nach so einem scheiß Fußballspiel tagelang mit hängenden Ohren rumläuft - reiß dich zusammen“, herrscht ihn seine Lebensgefährtin immer wieder an. Sie hat gut reden. Sie ist Mainzerin, und eine Niederlage der „Nullfümfer“ mental zu verarbeiten, dauert bei ihr ungefähr 120 Sekunden. Sie werden uns nie verstehen…

Was für ein Spiel. Wann hat der FCK das letzte Mal ein Spiel so beherrscht und dann doch noch verdaddelt? Kohlmeyer braucht nicht lange zu überlegen: Im Mai 2006, das Abstiegsfinale in Wolfsburg… und da soll man keine Depressionen kriegen.

Sicher: Das Beste wär’s dem Fußball endlich abzuschwören. Macht doch eh keinen Spaß mehr. Die irren Millionenregen aus England, von denen der FCK nur ein paar Hofmann-Tropfen abkriegt und die dafür sorgen, dass selbst die gegenwärtig gerade noch so erreichbaren Mittelklasse-Vereine der Ersten Liga wie Augsburg oder Mainz in wirtschaftliche Sphären entschweben, in die man sich in der Pfalz auf Sicht nur noch im Drogenrausch begeben können wird.

Parallel dazu vermeldet eine von der DFL beauftragte Studie fürs Jahr 2014 von 7,9 Milliarden Euro für die deutsche Wirtschaft durch den Profifußball - das entspricht einer Steigerung von 55 Prozent gegenüber 2008. Bis 2020 sind weitere 35 Prozent, zu erzielen über noch internationaleres Merchandising, Sponsoring eine noch bessere Vermarktung der TV-Rechte.

Heißt: Noch nicht einmal die paar letzten Kröten, die das arme Fan-Ar.schloch ins Stadion trägt, brauchen die bald mehr, sind doch nur Peanuts wie Linus, der jetzt Bayern-Fan ist, und nur noch ein Grund mehr , diesem zu bedeuten, er solle einfach die Fre.sse halten und schon gar nicht nach Scheizzspielen auch noch pfeifen.

Wie der „Kommerzmaschine Fußball“-Thread in diesem Forum zeigt, haben in diesen Tagen auch andere FCK-Fans zunehmend Probleme, sich mit diesem Moloch noch zu identifizieren. Auch einer unser Couches hat seine Tätigkeit eingestellt, weil es ihm an Begeisterungsfähigkeit fehlt. Und dann dieser Abwehrslapstick in Heidenheim nach dem Paderborn-Krampf…

… und dennoch: In Heidenheim, da waren doch diese zwei, drei Szenen nach der Pause, die Art, wie das nicht gegebene Tor von Zimmer rausgespielt wurde, wie Halfar die Hundertprozentige für Pritsche auflegte… das war doch geiler Fußball, und vielleicht kommt ja doch der Tag, an dem diese Dinger mal drin sind…

Im Schwarzwald wird natürlich auch viel gelaufen. Und so beim Gang durch den Wald erinnert sich Kohlmeyer an einen Kaminholzkauf vor anderthalb Jahren, bei Hochspeyer im Pfälzer Wald, an die Begegung mit dem Holzverkäufer…

Der Mann ist vermutlich schon über 80 und scheint– auf der unteren Kauleiste, mittig – nur noch einen Zahn im Mund zu tragen. In Kohlmeyers überladener Phantasie lebt er im Wald und tritt immer nur kurz ans Licht, um ein Verkaufsgeschäft abzuschließen.

Kohlmeyer verfällt dem Wahn, selbst mit diesem erdverbundensten aller Hinterpfälzer noch so etwas wie einen „Smalltalk“ versuchen zu müssen – und nichts Besseres ein, als den Waldmann zu fragen, ob er denn schon die neue „Mall“ in „Lautre“ besucht hätte.

Der Alte stutzt, lange kommt nichts, und Kohlmeyer denkt schon, er wird die Frage einfach ignorieren, eine absolut gerechte und angemessene Reaktion eigentlich, als es plötzlich aus dem Alten zu grummeln beginnt:
„Die Mall ist scheizze, wie alles, alles geht de Bach runner in Lautre, und wenn de Betze aach noch de Bach runner geht, gebbt’s dort ga nix mi…“ Dann verschwindet er langsam im Wald. Ob sein Gegrummel verstummt oder lediglich nicht mehr zu hören ist, vermag Kohlmeyer nicht sicher zu sagen.

Was für eine Erscheinung.

Was für ein Fan.

Sicher: Der Verein verdient nichts an ihm, und dennoch sollte der Neunkircher Tiefstapler dankbar und stolz sein, dass es Fans wie ihn gibt, denn er wird ihn niemals fragen, weshalb 6,5 Millionen Transfererlöse erzielt und nur zwei Millionen ausgegeben werden, vor allem, weil er gar nicht erwartet, dass ihm irgendjemand mal irgendwas erklärt.

Er leidet nur. Er lebt in seinem Wald und leidet mit seinem FCK.

Und wenn das alles ist, was uns Fans noch bleibt? Leiden?

Ach, komm, Kohlmeyer, in Heidenheim, da waren doch diese zwei, drei Szenen nach der Pause, die Art, wie das nicht gegebene Tor von Zimmer rausgespielt wurde, wie Halfar die Hundertprozentige für Pritsche auflegte… das war doch geiler Fußball, und vielleicht kommt ja doch der Tag, an dem diese Dinger mal drin sind…
Ist es das wirklich wert?

Wirklich wert, sich nachhe wieder aufzumachen gen Betzenberg? Eventuell eine Heimniederlage zu erleben, vielleicht wird’s Spiel ja gar nicht mal so schlecht, aber Freiburg wird dennoch unverdient gewinnen, vielleicht wieder wegen unberechtigten Elfmeters und wegen eines nicht gegebenen Tors, und dann wird Kohlmeyer sich vorstellen, wie sein kleiner, zahnloser Namensvetter in seinem Nils Petersen-Trikot ihn auslacht, und Kohlmeyer wird sich in Gewaltphantasien ergehen, wie er dem kleinen Scheißer die gerade gewachsenen Zähne aus dem Maul prügelt, immer feste druff, druff, druff…

Ach, komm, Kohlmeyer, in Heidenheim, da waren doch diese zwei, drei Szenen nach der Pause, die Art, wie…

Der langen Rede kurzer Sinn: Kohlmeyer ist heute Abend wieder dabei. Er kann nicht anders. Und er will nicht anders. Fußball ist Emotion, und die wird kein bebrillter Rechenschieber jemals in irgendeiner Studie erfassen, evaluieren, hochrechnen oder was auch immer können.

Und Emotionen sind immer geil. Auch Gewaltphantasien.

Keep yourself heavy
Kohlmeyer

Auf der Couch wird weiter gezweifelt, geflucht, gelitten und geliebt. That’s Life.

•     •     •

"Du kannst auf deinen Verein stolz sein, aber eigentlich nicht auf die Tatsache, ein Fan dieses Vereins zu sein. Denn die Fan-Werdung vollzieht sich bekanntlich ähnlich wie die sexuelle Orientierung: Da kommt etwas über dich, das du nicht beeinflussen kannst. (...) . Du kannst deinem Verein nicht einfach die Gefolgschaft kündigen. Du kannst deinem Verein nicht den Tritt versetzen. (...) Du kannst deinen Verein nicht einfach loslassen, denn er hält an dir fest."
Thomas Brussig
Die Couchingzone |#1488
11.09.2015 - 11:22 Uhr
"Die Leiden des alten K."
...von Werner Kohlmeyer
...für zweifelnde FCK-Fans, die sich die Frage nach ihrem Fan-Sein und dem Sinn des Selben stellen.
Diesen allen kann mit René Descartes geantwortet werden: "dubio ergo sum" (oder wie war das). Ohne Zweifel, ohne Hadern und VerZweifeln wären wir nicht FCK-Fans, könnten uns bestenfalls Linus anschließen.

Hervorragendes Couching, Kohlmeyer, exakt auf den Punkt (nur verschone bitte den armen kleinen fast zahnlosen SCF-Fan vor Deinem Frustrationsabbaumechanismus).

Gruß aus der Pfalz
Die Couchingzone |#1489
11.09.2015 - 13:20 Uhr
Wieder Waldbegegnungen, wieder Depression - herje, als ob das rund um den Berg Methode hat. Aber immerhin sind weder Vic noch Kohlmeyer dort versackt, sondern gestärkt herausgekommen - trotzig und gelöst!
Um dann wieder hineinzufahren in den Wald, via A6, A63 oder mit der Bahn, auf den Berg hoch zu steigen und zu rufen: "Wir Lautrer sind 1000x geiler als ihr!" Immer!

So, und nun stelle man sich mal vor, was Linus Bruder mit seinem großen Namensvetter macht, nachdem Halfar Pritsche die hundertprozentige auflegt und er sie macht - 2 mal ^^

•     •     •

Nichts ersetzt die Romantik eines Flutlichtspiels im Regen... ...und siegen!!

Wir denken nur noch von Grätsche zu Grätsche!

Hate the Game, not the Player!
Die Couchingzone |#1490
11.09.2015 - 15:32 Uhr
Mein lieber Freund und Kollege,

nach diesem Einblick in deine Gemütslage bringe ich es in Zukunft nicht mehr fertig dir heimlich Bier zu klauen. Stattdessen werde ich artig den Herrn Bahli bitten, ein paar von den unterschlagenen Sponsorengeldern rauszurücken und dann selbst welches kaufen.

Denn offenbar, so stellt Berti gerade fest, sind die Vorgänge in Kohlmeyers Fußballseele nicht allzuweit entfernt von denen in meiner. Es ist halt ein Kreuz mit dem Kreuz. Trotzdem eine Freude die aktuelle Ausgabe zu lesen.

Gruß Berti

•     •     •

Bertikoks - Transfermarkt since 2003. Originalmitgliedsnummer 1686. Keine anonyme Kritik: FCK MGLD 2151
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