Die Couchingzone
13.08.2010 - 13:19 Uhr
03.10.2015 - 16:44 Uhr
Verwirrend und sehr lesenswert. Einstand analog zur fünfstückschchen Punkteausbeute.
04.10.2015 - 21:13 Uhr
Bahli, Du sackst zwar immer unsere Sponsorengelder ein um die dann deiner Oma weiterzureichen - wozu braucht die Couchingzone eigentlich einen Finanzvorstand und was genau qualifiziert deine Oma dafür? - aber, werter Herr Bleich-Bahlitzky, ein Auge für Talente hast Du. Schon der zweite Neuschreiber der beim ersten Auftritt einen außergewöhnlich guten Eindruck hinterlässt.
Lieber Newtrial, einen herzlichen Glückwunsch von mir zu deinem gelungenen Einstand. Da ich derzeit in Südfrankreich und Spanien weile, hänge ich ein wenig hinterher, habe es aber trotzdem gern gelesen.
Gruß Berti
Lieber Newtrial, einen herzlichen Glückwunsch von mir zu deinem gelungenen Einstand. Da ich derzeit in Südfrankreich und Spanien weile, hänge ich ein wenig hinterher, habe es aber trotzdem gern gelesen.
Gruß Berti
05.10.2015 - 11:52 Uhr
So werte Foristengemeinde, dann mal artigen Dank für die ermunternden Antworten.
Für Film wie für mein Couching gilt ein Satz aus einer Filmkritik:
"(… Letztlich ist man …) froh, dass die Macher ihre selbstgestellte Herausforderung gemeistert haben und dass man ihnen bis zum Ende die Treue gehalten hat. Den Drang, so etwas bald wiederzusehen, verspürt man aber nicht."
https://de.wikipedia.org/wiki/Cloud_Atlas_%28Film%29#Kritik
(Ursprungsquelle: Rezension auf spiegel.de)
Cloud Atlas ist ein Unikat, nicht die Neudefinition eines Genre! Die Wachowski-Geschwister hatten ja schon mit "Matrix" ein ähnlich vielschichtiges Werk vorgelegt - wobei man immer den Eindruck hat, das passiert ihnen einfach ungewollt (die beiden Fortsetzungen der Trilogie ließen dann nämlich diese Vielschichtigkeit vermissen). Bei Cloud Atlas ist es ähnlich: Hört man sich den Regiekommentar auf der von mir verlinkten Film-Website an, dann wird deutlich, dass für sie die film- und erzähltechnische Herausforderung im Vordergrund stand, nicht die eigentliche "Botschaft" des Buches. Ich habe den Eindruck, dass unter den drei Regisseuren Tom Tykwer diese (buddhistisch angehauchte) Tiefendimension noch am ehesten im Blick hat.
Kann euch Buch und Film jedenfalls wärmstens empfehlen! Und versichern, dass mein nächstes Couching kein Remake sein wird.
Für Film wie für mein Couching gilt ein Satz aus einer Filmkritik:
"(… Letztlich ist man …) froh, dass die Macher ihre selbstgestellte Herausforderung gemeistert haben und dass man ihnen bis zum Ende die Treue gehalten hat. Den Drang, so etwas bald wiederzusehen, verspürt man aber nicht."
https://de.wikipedia.org/wiki/Cloud_Atlas_%28Film%29#Kritik
(Ursprungsquelle: Rezension auf spiegel.de)
Cloud Atlas ist ein Unikat, nicht die Neudefinition eines Genre! Die Wachowski-Geschwister hatten ja schon mit "Matrix" ein ähnlich vielschichtiges Werk vorgelegt - wobei man immer den Eindruck hat, das passiert ihnen einfach ungewollt (die beiden Fortsetzungen der Trilogie ließen dann nämlich diese Vielschichtigkeit vermissen). Bei Cloud Atlas ist es ähnlich: Hört man sich den Regiekommentar auf der von mir verlinkten Film-Website an, dann wird deutlich, dass für sie die film- und erzähltechnische Herausforderung im Vordergrund stand, nicht die eigentliche "Botschaft" des Buches. Ich habe den Eindruck, dass unter den drei Regisseuren Tom Tykwer diese (buddhistisch angehauchte) Tiefendimension noch am ehesten im Blick hat.
Kann euch Buch und Film jedenfalls wärmstens empfehlen! Und versichern, dass mein nächstes Couching kein Remake sein wird.
06.10.2015 - 07:51 Uhr
Matrix ist ein toller Action Film, in Sachen Vielschichtigkeit aber grandios überschätzt. Immerhin ist er in der Hinsicht einzigartig, dass er gut ist, obwohl die Wachowskys keine Vhochwertige Vorlage zum Verwursten hatten. Ihr diesjähriges Machwerk Jupiter Ascending unterbietet dagegen sogar die Matrix-Fortsetzungen um Längen.
Beste Grüße
Lullaby
Beste Grüße
Lullaby
06.10.2015 - 08:54 Uhr
Wenn man sich Matrix heute anschaut, dann denkt man mam ist im falschen Film. Damals war weder die Idee eines Kontrollverlustes über die Maschinen neu, noch der virtuelle Kampf. Aber er hatte ungeheuren Unterhaltungswert. Heute unterhält er mich nicht mehr so, im Gegensatz zu seinen Kameraden. Möglicherweise war ich auch in jüngeren Jahren dem Hype verfallen.
Uns hat die Fiction von damals aber längst eingeholt. Die Kontrolle über Topologie und Algorithmen im Kontext des Wertpapierhandels haben wir längst verloren.
Uns hat die Fiction von damals aber längst eingeholt. Die Kontrolle über Topologie und Algorithmen im Kontext des Wertpapierhandels haben wir längst verloren.
06.10.2015 - 09:54 Uhr
Geht zwar jetzt in Richtung OT, aber da muss ich ja doch noch mal drauf reagieren: "Matrix" war nichts weniger als eine gültige künstlerische Metapher auf den Kapitalismus!
Was müssen wir denn tagtäglich alles ausblenden, wenn wir ein saftiges Steak genießen wollen? Wir träumen den 1.Welt-Konsumententraum und entscheiden uns tagtäglich für die blaue Pille (Nein, nicht DIE, ihr Hornochsen, die aus dem Film ist gemeint!
) um die Wahrheit unseres Lebensstils nicht an uns ran lassen zu müssen. Aber aus der Verwertungsperspektive stehen die Menschentanks im Film eben nicht nur für die "anderen" (Massentierhaltung, asymmetrische, globale terms of trade, ökologische Ausbeutung und Zerstörung etc.), sondern WIR SELBST liegen da auch mit unseren manipulierten Konsumententräumen drin. Die Matrix bringt all die von uns "erlebte" bunte Vielfalt gnadenlos auf den eindimensionalen Nenner des Wertgesetzes; dafür stehen die bits und bytes.
Der Rest (Machtübernahme der Maschinen etc.) ist Genre! Und war in der Tat schon damals nicht mehr besonders originell.
Was müssen wir denn tagtäglich alles ausblenden, wenn wir ein saftiges Steak genießen wollen? Wir träumen den 1.Welt-Konsumententraum und entscheiden uns tagtäglich für die blaue Pille (Nein, nicht DIE, ihr Hornochsen, die aus dem Film ist gemeint!
) um die Wahrheit unseres Lebensstils nicht an uns ran lassen zu müssen. Aber aus der Verwertungsperspektive stehen die Menschentanks im Film eben nicht nur für die "anderen" (Massentierhaltung, asymmetrische, globale terms of trade, ökologische Ausbeutung und Zerstörung etc.), sondern WIR SELBST liegen da auch mit unseren manipulierten Konsumententräumen drin. Die Matrix bringt all die von uns "erlebte" bunte Vielfalt gnadenlos auf den eindimensionalen Nenner des Wertgesetzes; dafür stehen die bits und bytes. Der Rest (Machtübernahme der Maschinen etc.) ist Genre! Und war in der Tat schon damals nicht mehr besonders originell.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Newtrial am 06.10.2015 um 09:55 Uhr bearbeitet
06.10.2015 - 10:38 Uhr
Zitat von Newtrial
Geht zwar jetzt in Richtung OT, aber da muss ich ja doch noch mal drauf reagieren: "Matrix" war nichts weniger als eine gültige künstlerische Metapher auf den Kapitalismus!
Was müssen wir denn tagtäglich alles ausblenden, wenn wir ein saftiges Steak genießen wollen? Wir träumen den 1.Welt-Konsumententraum und entscheiden uns tagtäglich für die blaue Pille (Nein, nicht DIE, ihr Hornochsen, die aus dem Film ist gemeint!
) um die Wahrheit unseres Lebensstils nicht an uns ran lassen zu müssen. Aber aus der Verwertungsperspektive stehen die Menschentanks im Film eben nicht nur für die "anderen" (Massentierhaltung, asymmetrische, globale terms of trade, ökologische Ausbeutung und Zerstörung etc.), sondern WIR SELBST liegen da auch mit unseren manipulierten Konsumententräumen drin. Die Matrix bringt all die von uns "erlebte" bunte Vielfalt gnadenlos auf den eindimensionalen Nenner des Wertgesetzes; dafür stehen die bits und bytes.
Geht zwar jetzt in Richtung OT, aber da muss ich ja doch noch mal drauf reagieren: "Matrix" war nichts weniger als eine gültige künstlerische Metapher auf den Kapitalismus!
Was müssen wir denn tagtäglich alles ausblenden, wenn wir ein saftiges Steak genießen wollen? Wir träumen den 1.Welt-Konsumententraum und entscheiden uns tagtäglich für die blaue Pille (Nein, nicht DIE, ihr Hornochsen, die aus dem Film ist gemeint!
) um die Wahrheit unseres Lebensstils nicht an uns ran lassen zu müssen. Aber aus der Verwertungsperspektive stehen die Menschentanks im Film eben nicht nur für die "anderen" (Massentierhaltung, asymmetrische, globale terms of trade, ökologische Ausbeutung und Zerstörung etc.), sondern WIR SELBST liegen da auch mit unseren manipulierten Konsumententräumen drin. Die Matrix bringt all die von uns "erlebte" bunte Vielfalt gnadenlos auf den eindimensionalen Nenner des Wertgesetzes; dafür stehen die bits und bytes. Das ist mal eine spektakuläre Interpretation, die selbst mir als Antikapitalisten so nie in den Sinn gekommen wäre. Ich bezweifle allerdings ganz stark, dass das Ding auch nur ansatzweise als Kapitalismuskritik gedacht war.
Beste Grüße
Lullaby
06.10.2015 - 10:53 Uhr
Zitat von Lullaby
Das ist mal eine spektakuläre Interpretation, die selbst mir als Antikapitalisten so nie in den Sinn gekommen wäre. Ich bezweifle allerdings ganz stark, dass das Ding auch nur ansatzweise als Kapitalismuskritik gedacht war.
Zitat von Newtrial
Geht zwar jetzt in Richtung OT, aber da muss ich ja doch noch mal drauf reagieren: "Matrix" war nichts weniger als eine gültige künstlerische Metapher auf den Kapitalismus!
Was müssen wir denn tagtäglich alles ausblenden, wenn wir ein saftiges Steak genießen wollen? Wir träumen den 1.Welt-Konsumententraum und entscheiden uns tagtäglich für die blaue Pille (Nein, nicht DIE, ihr Hornochsen, die aus dem Film ist gemeint!
) um die Wahrheit unseres Lebensstils nicht an uns ran lassen zu müssen. Aber aus der Verwertungsperspektive stehen die Menschentanks im Film eben nicht nur für die "anderen" (Massentierhaltung, asymmetrische, globale terms of trade, ökologische Ausbeutung und Zerstörung etc.), sondern WIR SELBST liegen da auch mit unseren manipulierten Konsumententräumen drin. Die Matrix bringt all die von uns "erlebte" bunte Vielfalt gnadenlos auf den eindimensionalen Nenner des Wertgesetzes; dafür stehen die bits und bytes.
Geht zwar jetzt in Richtung OT, aber da muss ich ja doch noch mal drauf reagieren: "Matrix" war nichts weniger als eine gültige künstlerische Metapher auf den Kapitalismus!
Was müssen wir denn tagtäglich alles ausblenden, wenn wir ein saftiges Steak genießen wollen? Wir träumen den 1.Welt-Konsumententraum und entscheiden uns tagtäglich für die blaue Pille (Nein, nicht DIE, ihr Hornochsen, die aus dem Film ist gemeint!
) um die Wahrheit unseres Lebensstils nicht an uns ran lassen zu müssen. Aber aus der Verwertungsperspektive stehen die Menschentanks im Film eben nicht nur für die "anderen" (Massentierhaltung, asymmetrische, globale terms of trade, ökologische Ausbeutung und Zerstörung etc.), sondern WIR SELBST liegen da auch mit unseren manipulierten Konsumententräumen drin. Die Matrix bringt all die von uns "erlebte" bunte Vielfalt gnadenlos auf den eindimensionalen Nenner des Wertgesetzes; dafür stehen die bits und bytes. Das ist mal eine spektakuläre Interpretation, die selbst mir als Antikapitalisten so nie in den Sinn gekommen wäre. Ich bezweifle allerdings ganz stark, dass das Ding auch nur ansatzweise als Kapitalismuskritik gedacht war.
Guckst Du hier, liest Du das, das oder z.B. auch das und das. Der Film hat Kapitalismuskritiker durchaus angeregt, das erfinde ich nicht. Und so weit hergeholt ist das auch gar nicht, wenn man es mal zu Ende denkt.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Newtrial am 06.10.2015 um 11:05 Uhr bearbeitet
06.10.2015 - 13:57 Uhr
"Matrix" basiert weitestgehend auf Motiven von Philip K. Dick und Stanisław Lem. Die Wachowski-Brüder haben sich da ganz hemmungslos bedient. Evolution der Maschinen, Paralleluniversen, bin ich ich, wozu sind Maschinen im Stande, was ist die wahre Natur des Universums, was ist der Sinn unserer Existenz? usw.
Gerade die Instabilität der empirisch erfahrbaren Welt ist doch genau Dicks Thema in den meisten seiner Romane. Ich empfehle vor allem "Ubik", "Zeit aus den Fugen" oder "Der dunkle Schirm". Wer Dick kennt und gelesen hat, wird irgendwann feststellen, dass derartig viele Science-Fiction-Filme mit seinen Motiven arbeiten. Und "Minority Report" und "Der Blade Runner" (wobei der englische Titel "Do Androids Dream Of Electric Sheep?" sowieso den Vogel abschießt) sind da nur die Spitze des Eisbergs.
Ähnlich sieht das bei Stanisław Lem aus. Gerade die Emanzipation der Maschinen ist eines der Kernthemen dieses Kybernetikers. Lest mal "Der futurologische Kongress" oder "Der Unbesiegbare". Vor allem ersteres dürfte eine der Vorlagen für "Matrix" gewesen sein, die andere auf jeden Fall "Ubik".
Ich möchte den Wachowski-Brothers nicht absprechen, hier einen großen SF-Film abgeliefert zu haben. Aber die Ideen sind allesamt geklaut. Was aber auch eine Leistung ist.
@Newtrial
danke für den Hinweis, als Kapitalismuskritik habe ich das noch nicht gesehen. Ich hatte das alleine auf Dicksche und Lemsche Motive betrachtet.
Cheers
Bahli
Gerade die Instabilität der empirisch erfahrbaren Welt ist doch genau Dicks Thema in den meisten seiner Romane. Ich empfehle vor allem "Ubik", "Zeit aus den Fugen" oder "Der dunkle Schirm". Wer Dick kennt und gelesen hat, wird irgendwann feststellen, dass derartig viele Science-Fiction-Filme mit seinen Motiven arbeiten. Und "Minority Report" und "Der Blade Runner" (wobei der englische Titel "Do Androids Dream Of Electric Sheep?" sowieso den Vogel abschießt) sind da nur die Spitze des Eisbergs.
Ähnlich sieht das bei Stanisław Lem aus. Gerade die Emanzipation der Maschinen ist eines der Kernthemen dieses Kybernetikers. Lest mal "Der futurologische Kongress" oder "Der Unbesiegbare". Vor allem ersteres dürfte eine der Vorlagen für "Matrix" gewesen sein, die andere auf jeden Fall "Ubik".
Ich möchte den Wachowski-Brothers nicht absprechen, hier einen großen SF-Film abgeliefert zu haben. Aber die Ideen sind allesamt geklaut. Was aber auch eine Leistung ist.
@Newtrial
danke für den Hinweis, als Kapitalismuskritik habe ich das noch nicht gesehen. Ich hatte das alleine auf Dicksche und Lemsche Motive betrachtet.
Cheers
Bahli
06.10.2015 - 14:30 Uhr
Zitat von bahli77
@Newtrial
danke für den Hinweis, als Kapitalismuskritik habe ich das noch nicht gesehen. Ich hatte das alleine auf Dicksche und Lemsche Motive betrachtet.
@Newtrial
danke für den Hinweis, als Kapitalismuskritik habe ich das noch nicht gesehen. Ich hatte das alleine auf Dicksche und Lemsche Motive betrachtet.
Noch ergänzend zu den obigen links: Es gab sogar mindestens ein hochrangig besetztes philosophisches Kolloquium zum Film, zudem bezogen sich die Wachowskis im Film direkt auf den Philosophen Jean Baudrillard, der ihre Interpretation seiner Philosophie - ebenso wie ihr Angebot, an den beiden Fortsetzungen der Trilogie mitzuarbeiten - allerdings zurückwies. Aktuell bezieht sich der antikapitalistisch daherkommende "#Akzelerationismus" direkt auf den Film als einen Vorläufer dieser Strömung.
Die "Vielschichtigkeit" des Films sehe ich aber auch eher in diesen vieldimensionalen Anschlüssen an geistesgeschichtliche Strömungen und Sujets als in einer vermeintlichen Originalität begründet; man "klaut von den Besten", wogegen an sich ja auch nichts einzuwenden ist. Neben Philosophie, Kapitalismuskritik und Buddhismus gehört dazu eben auch die Verwurzelung in den von Dir genannten Science Fiction-Traditionen. Und diese Vielschichtigkeit hat "Matrix" halt mit "Cloud Atlas" gemein.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Newtrial am 06.10.2015 um 15:00 Uhr bearbeitet
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