Die Couchingzone
13.08.2010 - 13:19 Uhr
30.10.2015 - 11:41 Uhr
Treffer. Genau zwischen die Augen DTD!
Gruß Berti
Gruß Berti
30.10.2015 - 11:53 Uhr
Exzellente Western-Analogie zu den aktuellen Geschehnissen um jenen Verein, dessen Namen wir die Tage nur ungern aussprechen. Doch was ist mit den Rothäuten und der Friedenspfeife, hat diese vielleicht die Haluzinationen ausgelöst? Ein dickes Fragezeichen schwebt über meinem Kopf.
Gefällt mir auf jeden Fall ausnehmend gut, dieses Couching von unserem Freund und Neucoucher Devil. Und bzgl. Äxten und Keulen würde ich zum guten alten Spalthammer raten, wobei wir hier vom Western in das Splatter-Genre abrutschen.
Auf einen wildwest-romantischen Fußballabend gegen die Halunken rund um Billy the Dick aus der unsichtbaren Stadt.
Gefällt mir auf jeden Fall ausnehmend gut, dieses Couching von unserem Freund und Neucoucher Devil. Und bzgl. Äxten und Keulen würde ich zum guten alten Spalthammer raten, wobei wir hier vom Western in das Splatter-Genre abrutschen.
Auf einen wildwest-romantischen Fußballabend gegen die Halunken rund um Billy the Dick aus der unsichtbaren Stadt.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Butduma am 30.10.2015 um 11:54 Uhr bearbeitet
30.10.2015 - 12:12 Uhr
Zitat von Butduma
Doch was ist mit den Rothäuten und der Friedenspfeife, hat diese vielleicht die Haluzinationen ausgelöst? Ein dickes Fragezeichen schwebt über meinem Kopf.
Doch was ist mit den Rothäuten und der Friedenspfeife, hat diese vielleicht die Haluzinationen ausgelöst? Ein dickes Fragezeichen schwebt über meinem Kopf.
Als ich diese Aufzeichnungen an der Gabelung des Wegs gefunden habe und sie an Ort und Stelle las, habe ich darüber auch lange nachgedacht. Ich vermute inzwischen, dass die Halluzinationen von der Brühe ausgelöst wurden, die unser Desperado an der Wasserstelle getrunken hat. Es würde mich nicht wundern, wäre das Wasser süß gewesen und hätte nach Gummibärchen geschmeckt. Genauso wenig wie es mich wundern würde, wenn er danach rote Kühe am Horizont gesehen hätte.
30.10.2015 - 12:23 Uhr
Meine Hochachtung für dieses wirklich sehr fantasievolle und anschauliche Couching, das unseren Verein und die aktuelle Lage perfekt trifft. Noch dazu hat es viel Spaß gemacht, es zu lesen. Da steckt einiges an erzählerischem Talent dahinter.
Da bekommt man beim Lesen schon Mitleid mit diesem armen Kerl und fragt sich, ob er ein weiteres Mal auferstehen kann, oder der finale Schuss kurz bevorsteht.
Da bekommt man beim Lesen schon Mitleid mit diesem armen Kerl und fragt sich, ob er ein weiteres Mal auferstehen kann, oder der finale Schuss kurz bevorsteht.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Fanatisch_ am 30.10.2015 um 12:24 Uhr bearbeitet
30.10.2015 - 12:40 Uhr
Gelungenes Premierenchouching nenn ich das , DTD. Ab sofort könntest du dich auch umbenennen in Billy the kid. Was mich interressieren würde, sitzen auf der Couch auch The Good, the Bad and the Ugly? Und wenn ja, unter welchem Pseudonym durchreiten sie die TM Prärie.
Gruss vom lonesome rider von der anderen Rheinseite. Aber Vorsicht bei uns wird auch scharf geschossen.
Gruss vom lonesome rider von der anderen Rheinseite. Aber Vorsicht bei uns wird auch scharf geschossen.
30.10.2015 - 14:12 Uhr
Fabelhafte Parabel! Und besser kann man die Entwicklung des Unaussprechlichen nicht zusammenfassen. Toll zu lesen ... Gänsehaut am Ende ... ein perfektes Couching ... willkommen auf der Couch ...
Gut gebrüllt, Django!
Cheers
Bahli
Gut gebrüllt, Django!
Cheers
Bahli
30.10.2015 - 16:10 Uhr
Tragisches, bewegendes Schicksal! Was willst Du denn auch machen, wenn Du im Sandsturm ein Defizit an Durchblick hast? Die Umstände, die Umstände! Die strukturschwache Wüste!
Aber was sollen wir von diesem Desperado lernen? "Gelegenheitsdjango, bleib bei Deinem Leisten!"? "Nutze die Keule, auch wenn Du eine WM-fähige Winchester und Silberkugeln Dein eigen nennst!"? "Verbinde Deine archaische Tradition mit der Moderne, indem Du die Winchester als Keule benutzt!"? --- Das kann es doch alles nicht sein! Das kann doch nicht alles sein!
Erst durch dieses exzellente Couching habe ich erkannt, wie schwierig man es als zerlumpter, traditionsfixierter Gelegenheits-Django in Wirklichkeit hat! Die Umstände halt! Der Sandsturm, die Wüste, die Sonne, die Geier... --- die Django-Verantwortlichen haben es auch nicht leicht, das habe ich erst jetzt verstanden. Wir sollten alles zu ihrer Entlastung tun. Oder etwa doch nicht?
Aber was sollen wir von diesem Desperado lernen? "Gelegenheitsdjango, bleib bei Deinem Leisten!"? "Nutze die Keule, auch wenn Du eine WM-fähige Winchester und Silberkugeln Dein eigen nennst!"? "Verbinde Deine archaische Tradition mit der Moderne, indem Du die Winchester als Keule benutzt!"? --- Das kann es doch alles nicht sein! Das kann doch nicht alles sein!
Erst durch dieses exzellente Couching habe ich erkannt, wie schwierig man es als zerlumpter, traditionsfixierter Gelegenheits-Django in Wirklichkeit hat! Die Umstände halt! Der Sandsturm, die Wüste, die Sonne, die Geier... --- die Django-Verantwortlichen haben es auch nicht leicht, das habe ich erst jetzt verstanden. Wir sollten alles zu ihrer Entlastung tun. Oder etwa doch nicht?
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Newtrial am 30.10.2015 um 16:11 Uhr bearbeitet
02.11.2015 - 19:39 Uhr
Was für ein Kleinod!
Ich bin froh, dass ich endlich die Zeit gefunden habe, es zu lesen.
Ich bin froh, dass ich endlich die Zeit gefunden habe, es zu lesen.
05.11.2015 - 23:12 Uhr
Ich möchte mich bei allen für das tolle Feedback bedanken. Und bei den alteingesessenen Couchern, dass sie mich in ihre Mitte aufgenommen haben. Und bei Kohlmeyer für's Bier.
Euer Freizeitprosaist
DTD
Euer Freizeitprosaist
DTD
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Devil_till_Death am 05.11.2015 um 23:15 Uhr bearbeitet
06.11.2015 - 11:08 Uhr
Jahrgang 6 - Ausgabe 16
KARLSBERG VERLEIHT ÜBEL!
von Bertikoks
Tag auch. Keine Sorge, ich bin es wirklich. Falls ihr mich nicht erkennt, kann das natürlich an der Perücke liegen. Ihr wundert euch sicher auch warum ihr mich heute im Mannschaftsbus trefft, oder? Ja, das ist in der Tat eine längere Geschichte. Wo fange ich denn nun an? Am besten vorne, denke ich.
Ihr habt es sicher längst bemerkt. Die "Couchingzone" steckt in einer kleinen Krise. Zunehmende Fluktuation bei den Schreibern, fehlendes Konzept, ständig wechselnde Philosophien, extrem rückläufige Sponsorengelder und sinkende Bewertungen. Und Bahli führt sich in letzter Zeit auf wie ein Sonnenkönig. Kohlmeyer hat neuerdings ein Schloss an seinem Kühlschrank angebracht, Butduma redet fast nur noch mit seiner Kaffeetasse und unsere Neuen sitzen in der Kneipe und feiern ihren Erfolg. Natürlich ist das alles dem Standortnachteil zuzuschreiben, besser als wir kann man gar nicht arbeiten, sagt Bahli immer.
Aber das war noch nicht alles. Bahli hat uns jüngst eröffnet, dass unser Konto ein negatives Vermögen aufweist. Ich fand es erstmal toll, dass wir überhaupt ein Vermögen haben, bis er mir erklärt hat, dass das nur bedeutet, dass die Bank uns demnächst den Saft abdrehen wird. Da wir, ich war echt verwundert, offenbar bereits vor Jahren eine Leseranleihe aufgenommen haben die demnächst fällig wird, hieße das für die Zukunft, dass wir jetzt noch einen drauflegen müssten. Kaum hatte er dies verkündet, zog Bahli eine Schublade an seinem Schreibtisch auf, warf mir eine blonde, merkwürdig langhaarige Perücke und eine Sonnenbrille zu und erklärte mit der gesamten Autorität des wissenden Germanisten: "Investigation heißt die Zukunft! Verändere die Welt!"
Nun das habe ich auch irgendwie getan. Nicht ganz wie wir uns das vorgestellt hatten, aber ich habe es getan.
Natürlich will ich nicht vorgreifen. Also weiter. Ich habe mich reingeschlichen in die heiligen Hallen des Berges, total unauffällig versteht sich. Und nachdem es anfangs nichts, aber auch gar nichts zu sehen gab, bin ich in einen Gang geraten voller merkwürdiger Türen. Da gab es jede Menge Schilder wie Senior Assistentin, Assistentin, Junior Assistentin und schließlich folgten die Räume der Praktikantinnen. Ganz am Ende dieser langen Reihe sah ich ein viel kleineres Türschild welches nicht mit geprägten Buchstaben sondern lediglich von Hand beschriftet war, weshalb ich ein wenig näher trat. Die Aufschrift lautete: "Studentischer Praktikant". Hinter der Tür, in einem schäbigen, kleinen und sehr dunklen Büro, sah ich einen einzelnen, ausgemergelten alten Mann bei Kerzenschein sitzen und Unmengen von Blättern in weiße Umschläge stopfen. Das mussten tausende sein. "Müssen rechtzeitig rausgeschickt werden" murmelte er wie im Fieberwahn immer und immer wieder vor sich hin. Ich wollte ihn nicht stören und bin tiefer in die Katakomben eingedrungen, durch den Gang der Abteilungsleiter, habe Büro um Büro hinter mir gelassen und fand schließlich eine einsame Tür die etwas abseits der anderen lag. Die ließ sich aber nicht so einfach öffnen, sie klemmte ein wenig. Am Türschild stand "Marko Haber - Koordinator". Allein die Aussicht endlich herauszufinden, was Marko Haber wirklich macht, schien mir die Sache wert. Habers Tätigkeit ist seit längerem zu einer Art heiligem Gral der "Couchingzone" mutiert. Wir versuchen das immer wieder zu klären, kommen aber nie weiter. Also, nochmal die Perücke gerade gerückt und dann ans Werk!
Der Bahli hat übrigens behauptet, die Perücke stamme aus dem letzten Karneval. Allerdings glaube ich noch ein paar Latexfetzen in der selben Schublade entdeckt zu haben und bin mir nicht mehr ganz so sicher ob - ach lassen wir das.
Was interessiert euch schon Bahlis Privatleben? Ihr wollt natürlich wissen, was hinter der Tür war. Und genau das wollte ich auch. Schließlich ist allseits bekannt, dass beim FCK nicht automatisch das drin ist was draufsteht. Zeit ein Geheimnis zu lüften! Gründlich bereite ich mich vor, trinke das letzte Karlsberg was ich Kohlmeyer noch entwenden konnte bevor er den Kühlschrank verriegelt hat und fühle die aufsteigende Kraft des Journalisten in mir. Ich nehme also Anlauf und werfe mich mit vollem Einsatz gegen das Ding. Trägheit, gepaart mit Impuls und etwas Übergewicht, tun ihre Arbeit. Als erstes krache ich gegen die Tür. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich da etwas in meiner Schulter brechen höre, aber mit ausreichend Karlsberg als Medizin tut das überhaupt nicht weh! Als nächstes gibt die Tür nach und prallt mit einem dumpfen Geräusch gegen etwas auf der anderen Seite.
Kennt ihr diesen Ton, wenn in einem Zeichentrickfilm dem unglücklichen Protagonisten der Stil eines herumliegenden Gartengeräts an den Kopf knallt? Ja? Also der war es nicht. Eher das Geräusch was Papa Kröte auf dem Rückweg vom Bad in der feinen Pfütze von sich gibt, wenn er vom SUV meines Nachbarn überrollt wird. Sonst ist es aber ruhig. Oder besser, es herrscht Stille. Habe ich mir das Geräusch vielleicht nur eingebildet? Ich sehe nach und auf dem Boden liegt - Konrad Fünfstück! Nanu? Wo ist der denn hergekommen? Ich schaue mich um. Das ist ein Durchgangsbüro! Mit einer zweiten Tür. Total aufgeräumt. Als hätte hier noch nie jemand gearbeitet. Und als wäre das noch nicht genug, kommt auch noch Stefan Kuntz um die Ecke. "Du meine Güte, was ist denn hier los?" fragt er entgeistert.
Dann sieht er mich an. Und ich sehe mich an. Und ich sehe meine Haare, also vielmehr Bahlis Haare, soll heißen die Perücke, auf halber Höhe hängen. Sie hat sich an meinem Gürtel verhakt. Muss wohl runtergefallen und hängen geblieben sein. Blitzschnell und total geistesgegenwärtig fummele ich die Sonnenbrille aus meiner Brusttasche, drehe mich einmal um die eigene Achse - setze in einem Zug Sonnenbrille und Perücke auf und rufe: "Putzmaaann!". Okay, wahr wohl etwas zu enthusiastisch für 6,80 € die Stunde bei einer Zeitarbeitsfirma. Allerdings hätte ich mir die Mühe auch sparen können.
"Natürlich. Berti Koks. Wer auch sonst." stellt der große Vorsitzende in einem Ton fest, als hätte Mama Koks den kleinen Berti gerade mit den Fingern in der Marmelade erwischt. "Und was machen wir jetzt? Den Trainer hast Du ja wohl gründlich auf die Bretter geschickt. Wenn ich dieses Geschichte bei Sky erzähle stempeln die mich doch endgültig als Irren ab. Aber warte, ich hab da einen innovativen Plan."
Nun ja, ich fasse mal zusammen wie es weitergegangen ist. Stefan hat mir einen funkelnagelneuen Trainingsanzug mit "FÜNFSTÜCK" drauf gegeben. Meine Perücke mit der Schere und etwas Geduld eine ganze Weile zurecht gestutzt, mich gezwungen mich zu rasieren, mir etwas Niveacreme ("gut für Trainer") zugeworfen und mich in Richtung Bus geschickt. "Du bist jetzt der Fünfstück.", hat er gesagt. Und ich habe erwidert, dass ich das ein wenig gewagt fände. Er hat den Kopf geschüttelt. Ich müsse nur auf der Bank sitzen und ein wenig mehr an der Seitenlinie herumhüpfen als Runjaic. Dann wären alle zufrieden. "Glaub mir, die Leute gucken gar nicht so genau hin. Die sehen in der Regel nur was die sehen wollen. Die Aufstellung teile ich dir noch mit." Aus seinem Mund klang das alles irgendwie überzeugend. Und genau das ist jetzt der Grund warum ihr mich gerade im Mannschaftsbus auf dem Weg nach Leipzig trefft. Schaut also beim Spiel genau hin, ob ihr einen Unterschied bemerkt. Immerhin wisst ihr Bescheid.
Ach so, der Stefan hat auch noch gesagt, dass ich nur unbeschadet aus der Nummer rauskomme, wenn ich NIEMANDEM von der Geschichte erzähle. Wenn der echte Fünfstück in der Besenkammer aufwacht in die wir ihn gestopft haben, erinnert der sich sowieso an nichts. Und der Co-Trainer erscheint mir nicht unbedingt wie das strahlendste Licht im Lampenladen. Hat noch gar nicht gemerkt, dass ich nicht der Fünfstück bin. Und auch die Anweisung jedem unserer Männer in der Kabine vor dem Spiel ein Karlsberg einzuflößen, quasi als Gegengewicht zu der Gummibärenbrühe auf der anderen Seite, hat er wie selbstverständlich akzeptiert. Sagt es also bitte nicht weiter. Besonders der Bahli darf davon nichts erfahren. Sonst muss ich mein Bier auf der Weihnachtsfeier wieder selbst bezahlen.
Gruß Berti
Auf der Couch sitzen jede Menge Trainer. Aber nur einer davon sitzt in diesem Moment im Bus. Schreibt aber trotzdem pünktlich bis 12:00 Uhr. Und deshalb erklärt er: Einen Trainer aus dem Spiel zu nehmen, kann auch dann richtig sein, wenn man ihn schlecht(er) ersetzt. Es sind zwei voneinander unabhängige Entscheidungen und ein Fehler bei der zweiten stellt die erste trotzdem nicht in Frage. So und jetzt ab in die Kabine. Ich hab Durst!
KARLSBERG VERLEIHT ÜBEL!
von Bertikoks
Tag auch. Keine Sorge, ich bin es wirklich. Falls ihr mich nicht erkennt, kann das natürlich an der Perücke liegen. Ihr wundert euch sicher auch warum ihr mich heute im Mannschaftsbus trefft, oder? Ja, das ist in der Tat eine längere Geschichte. Wo fange ich denn nun an? Am besten vorne, denke ich.
Ihr habt es sicher längst bemerkt. Die "Couchingzone" steckt in einer kleinen Krise. Zunehmende Fluktuation bei den Schreibern, fehlendes Konzept, ständig wechselnde Philosophien, extrem rückläufige Sponsorengelder und sinkende Bewertungen. Und Bahli führt sich in letzter Zeit auf wie ein Sonnenkönig. Kohlmeyer hat neuerdings ein Schloss an seinem Kühlschrank angebracht, Butduma redet fast nur noch mit seiner Kaffeetasse und unsere Neuen sitzen in der Kneipe und feiern ihren Erfolg. Natürlich ist das alles dem Standortnachteil zuzuschreiben, besser als wir kann man gar nicht arbeiten, sagt Bahli immer.
Aber das war noch nicht alles. Bahli hat uns jüngst eröffnet, dass unser Konto ein negatives Vermögen aufweist. Ich fand es erstmal toll, dass wir überhaupt ein Vermögen haben, bis er mir erklärt hat, dass das nur bedeutet, dass die Bank uns demnächst den Saft abdrehen wird. Da wir, ich war echt verwundert, offenbar bereits vor Jahren eine Leseranleihe aufgenommen haben die demnächst fällig wird, hieße das für die Zukunft, dass wir jetzt noch einen drauflegen müssten. Kaum hatte er dies verkündet, zog Bahli eine Schublade an seinem Schreibtisch auf, warf mir eine blonde, merkwürdig langhaarige Perücke und eine Sonnenbrille zu und erklärte mit der gesamten Autorität des wissenden Germanisten: "Investigation heißt die Zukunft! Verändere die Welt!"
Nun das habe ich auch irgendwie getan. Nicht ganz wie wir uns das vorgestellt hatten, aber ich habe es getan.
Natürlich will ich nicht vorgreifen. Also weiter. Ich habe mich reingeschlichen in die heiligen Hallen des Berges, total unauffällig versteht sich. Und nachdem es anfangs nichts, aber auch gar nichts zu sehen gab, bin ich in einen Gang geraten voller merkwürdiger Türen. Da gab es jede Menge Schilder wie Senior Assistentin, Assistentin, Junior Assistentin und schließlich folgten die Räume der Praktikantinnen. Ganz am Ende dieser langen Reihe sah ich ein viel kleineres Türschild welches nicht mit geprägten Buchstaben sondern lediglich von Hand beschriftet war, weshalb ich ein wenig näher trat. Die Aufschrift lautete: "Studentischer Praktikant". Hinter der Tür, in einem schäbigen, kleinen und sehr dunklen Büro, sah ich einen einzelnen, ausgemergelten alten Mann bei Kerzenschein sitzen und Unmengen von Blättern in weiße Umschläge stopfen. Das mussten tausende sein. "Müssen rechtzeitig rausgeschickt werden" murmelte er wie im Fieberwahn immer und immer wieder vor sich hin. Ich wollte ihn nicht stören und bin tiefer in die Katakomben eingedrungen, durch den Gang der Abteilungsleiter, habe Büro um Büro hinter mir gelassen und fand schließlich eine einsame Tür die etwas abseits der anderen lag. Die ließ sich aber nicht so einfach öffnen, sie klemmte ein wenig. Am Türschild stand "Marko Haber - Koordinator". Allein die Aussicht endlich herauszufinden, was Marko Haber wirklich macht, schien mir die Sache wert. Habers Tätigkeit ist seit längerem zu einer Art heiligem Gral der "Couchingzone" mutiert. Wir versuchen das immer wieder zu klären, kommen aber nie weiter. Also, nochmal die Perücke gerade gerückt und dann ans Werk!
Der Bahli hat übrigens behauptet, die Perücke stamme aus dem letzten Karneval. Allerdings glaube ich noch ein paar Latexfetzen in der selben Schublade entdeckt zu haben und bin mir nicht mehr ganz so sicher ob - ach lassen wir das.
Was interessiert euch schon Bahlis Privatleben? Ihr wollt natürlich wissen, was hinter der Tür war. Und genau das wollte ich auch. Schließlich ist allseits bekannt, dass beim FCK nicht automatisch das drin ist was draufsteht. Zeit ein Geheimnis zu lüften! Gründlich bereite ich mich vor, trinke das letzte Karlsberg was ich Kohlmeyer noch entwenden konnte bevor er den Kühlschrank verriegelt hat und fühle die aufsteigende Kraft des Journalisten in mir. Ich nehme also Anlauf und werfe mich mit vollem Einsatz gegen das Ding. Trägheit, gepaart mit Impuls und etwas Übergewicht, tun ihre Arbeit. Als erstes krache ich gegen die Tür. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich da etwas in meiner Schulter brechen höre, aber mit ausreichend Karlsberg als Medizin tut das überhaupt nicht weh! Als nächstes gibt die Tür nach und prallt mit einem dumpfen Geräusch gegen etwas auf der anderen Seite.
Kennt ihr diesen Ton, wenn in einem Zeichentrickfilm dem unglücklichen Protagonisten der Stil eines herumliegenden Gartengeräts an den Kopf knallt? Ja? Also der war es nicht. Eher das Geräusch was Papa Kröte auf dem Rückweg vom Bad in der feinen Pfütze von sich gibt, wenn er vom SUV meines Nachbarn überrollt wird. Sonst ist es aber ruhig. Oder besser, es herrscht Stille. Habe ich mir das Geräusch vielleicht nur eingebildet? Ich sehe nach und auf dem Boden liegt - Konrad Fünfstück! Nanu? Wo ist der denn hergekommen? Ich schaue mich um. Das ist ein Durchgangsbüro! Mit einer zweiten Tür. Total aufgeräumt. Als hätte hier noch nie jemand gearbeitet. Und als wäre das noch nicht genug, kommt auch noch Stefan Kuntz um die Ecke. "Du meine Güte, was ist denn hier los?" fragt er entgeistert.
Dann sieht er mich an. Und ich sehe mich an. Und ich sehe meine Haare, also vielmehr Bahlis Haare, soll heißen die Perücke, auf halber Höhe hängen. Sie hat sich an meinem Gürtel verhakt. Muss wohl runtergefallen und hängen geblieben sein. Blitzschnell und total geistesgegenwärtig fummele ich die Sonnenbrille aus meiner Brusttasche, drehe mich einmal um die eigene Achse - setze in einem Zug Sonnenbrille und Perücke auf und rufe: "Putzmaaann!". Okay, wahr wohl etwas zu enthusiastisch für 6,80 € die Stunde bei einer Zeitarbeitsfirma. Allerdings hätte ich mir die Mühe auch sparen können.
"Natürlich. Berti Koks. Wer auch sonst." stellt der große Vorsitzende in einem Ton fest, als hätte Mama Koks den kleinen Berti gerade mit den Fingern in der Marmelade erwischt. "Und was machen wir jetzt? Den Trainer hast Du ja wohl gründlich auf die Bretter geschickt. Wenn ich dieses Geschichte bei Sky erzähle stempeln die mich doch endgültig als Irren ab. Aber warte, ich hab da einen innovativen Plan."
Nun ja, ich fasse mal zusammen wie es weitergegangen ist. Stefan hat mir einen funkelnagelneuen Trainingsanzug mit "FÜNFSTÜCK" drauf gegeben. Meine Perücke mit der Schere und etwas Geduld eine ganze Weile zurecht gestutzt, mich gezwungen mich zu rasieren, mir etwas Niveacreme ("gut für Trainer") zugeworfen und mich in Richtung Bus geschickt. "Du bist jetzt der Fünfstück.", hat er gesagt. Und ich habe erwidert, dass ich das ein wenig gewagt fände. Er hat den Kopf geschüttelt. Ich müsse nur auf der Bank sitzen und ein wenig mehr an der Seitenlinie herumhüpfen als Runjaic. Dann wären alle zufrieden. "Glaub mir, die Leute gucken gar nicht so genau hin. Die sehen in der Regel nur was die sehen wollen. Die Aufstellung teile ich dir noch mit." Aus seinem Mund klang das alles irgendwie überzeugend. Und genau das ist jetzt der Grund warum ihr mich gerade im Mannschaftsbus auf dem Weg nach Leipzig trefft. Schaut also beim Spiel genau hin, ob ihr einen Unterschied bemerkt. Immerhin wisst ihr Bescheid.
Ach so, der Stefan hat auch noch gesagt, dass ich nur unbeschadet aus der Nummer rauskomme, wenn ich NIEMANDEM von der Geschichte erzähle. Wenn der echte Fünfstück in der Besenkammer aufwacht in die wir ihn gestopft haben, erinnert der sich sowieso an nichts. Und der Co-Trainer erscheint mir nicht unbedingt wie das strahlendste Licht im Lampenladen. Hat noch gar nicht gemerkt, dass ich nicht der Fünfstück bin. Und auch die Anweisung jedem unserer Männer in der Kabine vor dem Spiel ein Karlsberg einzuflößen, quasi als Gegengewicht zu der Gummibärenbrühe auf der anderen Seite, hat er wie selbstverständlich akzeptiert. Sagt es also bitte nicht weiter. Besonders der Bahli darf davon nichts erfahren. Sonst muss ich mein Bier auf der Weihnachtsfeier wieder selbst bezahlen.
Gruß Berti
Auf der Couch sitzen jede Menge Trainer. Aber nur einer davon sitzt in diesem Moment im Bus. Schreibt aber trotzdem pünktlich bis 12:00 Uhr. Und deshalb erklärt er: Einen Trainer aus dem Spiel zu nehmen, kann auch dann richtig sein, wenn man ihn schlecht(er) ersetzt. Es sind zwei voneinander unabhängige Entscheidungen und ein Fehler bei der zweiten stellt die erste trotzdem nicht in Frage. So und jetzt ab in die Kabine. Ich hab Durst!
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