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Die Couchingzone

13.08.2010 - 13:19 Uhr
Die Couchingzone |#1971
05.04.2017 - 09:39 Uhr
Nix "Schwanengesang" - weiter gehts, Reverend! angry Nur noch eine Übergangssaison durchhalten. Und dann die nächste. Und noch eine. Wir Fans sind schließlich Langstreckenläufer, keine Zoua-Schwergewichte, die nach jedem Sprint pumpen, dass Du bei ihnen einen Herzklabaster befürchten musst. Also mehr Geduld, Prediger! St. Meier macht das schon! Steh fest im Glaube! Das ist alles nur eine Prüfung. We shall overcome, some day!

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Dieser Beitrag wurde zuletzt von Newtrial am 05.04.2017 um 09:39 Uhr bearbeitet
Die Couchingzone |#1972
05.04.2017 - 11:35 Uhr
@bahli77
Bruder, dreh die Musik bitte auf volle Lautstärke , ich reich dir das Opium - Pfeifchen aus dem Wald oder das Trainspotting-Entzug- Zäpfchen?

Dann schreiben wir weiter unseren Frust von der Seele - und Bruder @Newtrial schreibt antizyklisch dagegen an zwinker

•     •     •

Nichts ersetzt die Romantik eines Flutlichtspiels im Regen... ...und siegen!!

Wir denken nur noch von Grätsche zu Grätsche!

Hate the Game, not the Player!

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Hegermeister am 05.04.2017 um 11:43 Uhr bearbeitet
Die Couchingzone |#1973
13.04.2017 - 12:28 Uhr
Jahrgang 7 – Ausgabe 29

DIE VERFÜHRUNG DER UNSCHULD

Von Vic Dorn

Frühjahr 1982

Der kleine Vic (10) sitzt gebannt vor dem Fernseher. Es ist schon ein Farbfernseher; sie werden immer mehr zur Selbstverständlichkeit. Zwar ist es noch keiner mit Videotext, aber immerhin nicht mehr eine dieser Dick-und-Doof-Gedächtnis-Schwarzweiß-Schrippen. Die Entscheidung im TV steht bevor, ganz dicht bevor, und der kleine Vic spürt, dass das etwas wird. Das wird was. Ja, es wird. Auch wenn Papa Dorn total genervt vor sich hingrunzt, sein Bier süffelt und mit demonstrativer Freude am Stören ein paar Politikerzitate aus der Zeitung inhaltlich zerpflückt.
Die Mama erledigt in der Küche einen späten Abwasch – morgen ist ja schließlich Sonntag, und die Familie der Tante hat sich zum Essen angesagt. Da darf sich beim morgendlichen Kochritual ja nicht noch das Geschirr des Vorabends auftürmen. „Na, mein Vicki“, ruft sie fröhlich mit den Tellern klappernd. „Liegt Nicole immer noch in Front?“
Und mit vor Aufregung rot glühenden Wangen und mit einer andächtigen Nickbewegung ruft der kleine Vic zurück. „Ich glaube, uns holt keiner mehr ein!“
„Wie schön!“ ruft die Mama zurück. „‘Ein bisschen Frieden‘ ist ja auch ein tolles Lied“.
Der Papa grunzt und schnaubt und brabbelt irgendwas, was wie „Kitsch“ klingt in seinen nicht vorhandenen Bart.

Komisch, wie man sich an manche Details noch erinnert. Zum Beispiel an den gelben Comic-Schlafanzug, in dem Mamas Vicky angesichts der späten Uhrzeit schon längst steckte. Ja, Jungs, ein gelber Comic-Schlafanzug. Kriegt es in euren Kopf hinein, so was gab es damals schon. Bei der Erinnerung an das Teil fällt mir auch glatt nochmal unsere rot-orange bezogene Eckbank in der Küche ein, die mit dem weiß verkleideten Pressspanplatten-Sockel. Ein geschmacksverirrtes Relikt aus den 70ern, das für Vicki und seine Geschwister damals ein Stück heiles Zuhause war. Wenn mir heute jemand so ein häßliches Drecksteil auch nur schenken wollte, ich würde ihm die Freundschaft kündigen.

Ääääh, schweife ich gerade ab? Back to Front, Couchisto! Wird’s bald?

Für all diejenigen, die zu jung oder zu desinteressiert sind, um die beschriebene Szene richtig deuten zu können: Es ging natürlich um das 82er-Finale des „Grand Prix d’Eurovision“. Um den Wettbewerb also, den man damals noch nicht in gepflegtem Wegwerfwaren-Denglisch „ESC“ nannte, sondern eben völlig stilvoll „Grand Prix d’Eurovision.“ Und die damals 17jährige Nicole und ihre weiße Gitarre und ihr Liedchen von „Ein bisschen Frieden“ hat am Schluss souverän gewonnen. Und das zauberte dem kleinen Vic ein weihnachtlich anmutendes Glühen auf die Wangen.

Vergleichsweise kalt ließ den kleinen Vic hingegen keine drei Monate später die Final-Niederlage der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der WM in Spanien. Ein chancenloses 1:3 gegen Italien; der Ehrentreffer fiel erst kurz vor Schluss, als alles schon zu spät war. Der kleine Vic hatte sich schon damals durchaus vereinzelte Deutschland-Spiele der WM oder wenigstens Spielpassagen im elterlichen Farbfernseher angeschaut. Aber so ein wirklicher Fußball-Fans war er nicht. Wirklich nicht. Einen viel größeren Reiz hatten auf ihn damals diese Hochglanz-Klebebildchen der WM-Stars, die man sauber und akkurat ins Album kleben konnte. Die Fußballer in den Bildern sahen alle auf statuenhafte Weise so würdevoll aus, so bedeutungsschwanger, so weltverändernd. Der kleine Vic hätte ihnen allein schon aufgrund des Blickes zugetraut, daß sie Mondfähren konstruieren, Menschen klonen, Tote auferwecken können und die Befehlsgewalt über Sonne, Regen, Schnee und Eis haben. Echt jetzt.
Mensch, sahen die so gescheit und so allwissend aus, die Briegels, die Breitners, die Rummenigges und Littbarskis…

Mein großer Bruder tobte und flennte damals an diesem Finalabend gegen Italien, als die sehr, sehr knappe Nachspielzeit anbrach und jedem bewusst war, dass das Spiel verloren war. Er schwor in hochheiligem Enttäuschungs-Zorn, dass er nie mehr in seinem Leben Spaghetti essen würde.
Der kleine Vic hingegen sagte dann: „Na ja, aber ein zweiter Platz ist doch auch ganz schön. Und wenigstens hat ja Nicole gewonnen…“

Es ist nicht so einfach, den Blick zu beschreiben, mit dem mein Bruder mich danach angesehen hat…

Dabei war es wirklich lieb und beschwichtigend gemeint von mir… Echt jetzt…

Jahaaaa, ich hab mich damals noch nicht für Fußball interessiert. Und ich hätte mir damals auch nicht träumen lassen, dass er mal so schrecklich wichtig für mich werden würde. Wäre es doch nie passiert! Wäre es doch wirklich nie passiert! Ich muss an dieses mittlerweile legendär gewordene Nick-Hornby-Zitat denken, mit dem er seinen Fußball-Kultroman „Fever Pitch“ eingeleitet hat. Runterzunudeln brauche ich es hier nicht mehr; kennen tut ihr es ja sowieso.

Und dann…
Es war ein Herbstabend, als es passierte. Irgendwann im Oktober oder November 1986. Eine dreizehnjährige belgische Rotzgöre, die gar nicht richtig singen konnte, hatte im Frühjahr zuvor den ESC gewonnen. Aber der pubertierende Vic fand diese europäische Sing-Veranstaltung mittlerweile sowieso längst blöd und peinlich. Nein, jetzt geht es echt um Fußball. Leider.
Ich begleitete einen Schulfreund und seinen Vater auf den Betze. Mein allererstes Betze-Spiel ever. Weder im TV noch auf dem Rasen hatte der mittlerweile nicht mehr ganz so kleine Vic jemals ein Spiel der Roten Teufel gesehen. Sie waren nur eine Randnotiz für ihn. Vicky stammt ja aus dem Saarland, und damals war der FCK für ihn wirklich nur ein Name. Ein Verein, den es halt gab.

Wäre es doch nur dabei geblieben! Aber nein, ich musste ja mein allererstes Mal haben. Und es war noch nicht mal so, dass ich heiß auf Live-Fußball und FCK gewesen wäre. Ich hatte mich nur breitschlagen lassen. Hätte ich das doch nur nie getan. Ich konnte doch nicht ahnen, was daraus entstehen würde. Ich fand Fußball wirklich, wirklich nicht besonders interessant. Ich bin damals eigentlich nur mitgekommen, weil der Schulfreund eine Karte übrig hatte. Sein Cousin, der eigentlich an meiner Stelle mitgehen sollte, hatte sich nämlich irgendetwas Unappetitliches eingefangen. Ich weiß nicht mehr so genau, was es war. Masern, Mumps, Windpocken oder Nachsitzen oder Verwandtschaftsbesuch. Keine Ahnung mehr.

Wir kamen erst kurz vor knapp und ziemlich gehetzt im Stadion an, weil der Papa meines Schulfreundes vergessen hatte, den Lauterer Stadtplan einzustecken und weil die Parkplatzsuche sich obendrein als pervers kompliziert gestaltete. Navis gab es damals halt noch keine. Aber Knöllchen für Falschparker, die gab es schon. Und die klebten damals zuhauf an allen falsch abgestellten Autos, an denen wir vorbeikamen. Davon eingeschüchtert parkten wir dann ganz weit draußen, irgendwo hinterm Volkspark und kamen fast zu spät zum Spiel. Auf dem eiligen Weg zum Stadion reckte mein Schulfreund sehr stolz und in wichtigtuerischer Pose seinen FCK-Wimpel in die Höhe und kam sich wie ein Welteneroberer dabei vor. Sein Vater, der eigentlich Bayern-Fan war, dozierte in dezidiertem Kenner-Ton: „Mit vielen Toren ist heut nicht zu rechnen. Wahrscheinlich spielen Kohr und Allievi vorne drin – und die können beide nix.“
Ich fand das absolut unfair von ihm, Leute, die ihm nichts getan hatten, einfach im Voraus so abzukanzeln. Und in rebellischem Gerechtigkeitssinn wünschte ich beiden insgeheim ein Tor. Der war eh ein komischer Kauz, der Papa meines Schulfreundes, ein permanent genervter Griesgram, der ab und zu versuchte, witzig zu sein. Aber sogar seine Versuche, witzig zu sein, klangen immer irgendwie genervt.

Dann also Betze. Osttribüne. Woanders war halt nichts mehr frei gewesen, erklärt der Schulfreund ein bisschen kleinlaut. Vic fragt sich, was dieser Beichtstuhl-Tonfall soll. Er findet es hier prima. Aber irgendwie hätte er damit gerechnet, dass man sitzt… - Stehplätze? Komisch… Das hat mir keiner gesagt…

Es ist schon eine Minute vor Spielbeginn. Eine vergleichsweise kleine, aber deutlich hörbare Gruppe aus dem Lauterer Fanblock begrüßte den Schalker Torwart mit Schmährufen. Er hieß Makac oder Macak, irgendwas Osteuropäisches jedenfalls. Ich schau mal grad bei Wikipedia nach…

… Ey, den gibt’s dort tatsächlich! Wikipedia ist voll der geniale Datenfriedhof geworden in den letzten zwei Jahrzehnten. Hammer!
Macak heißt er, genauer gesagt Pavel Mačák. Wikipedia weiß mittlerweile echt über fast alles Bescheid, nur nicht über die Länge unserer Schwänze.

Na ja, jedenfalls begrüßen einige Fans aus einem Block, der vermutlich der legendäre Block 8 sein dürfte (was Vic damals noch nichts sagte) mit „Macak, du A...loch! Macak, du A...loch…“

Vic ist fasziniert und abgestoßen zugleich. Niemand hat ihm vorher gesagt, dass schlechtes Benehmen in Fußballstadien zum guten Ton hört. Dann jedenfalls das Spiel. Rot gegen Blau. Ein schöner optischer Kontrast.

Ob es vom Anpfiff weg ein gutes Spiel ist? Keine Ahnung. Vic fehlt der Vergleich. Er läßt sich einfach vom Geschehen um sich herum berieseln. Zwei Dinge findet er frappierend: Erstens, die Geräuschkulisse. Dass Fußballstadien laut sind, und zwar SO laut – das hätte er nicht für möglich gehalten. Er hätte eher damit gerechnet, dass die Fans sich wie ein stilles, beobachtendes Fernsehpublikum verhalten. Und zweitens: Ey, wo ist eigentlich der Kommentator? Es ist ja überhaupt niemand da, der den Zuschauern die ganze Zeit die Hucke volllabert. Da fühlt man sich irgendwie so alleingelassen unter mehr als 30.000 Leuten. Weil niemand kommentiert, versucht Vic das Geschehen mit seinem Schulfreund und seinem Papa gemeinsam zu kommentieren. Aber der Schulfreund sagt immer nur „kann sein“, „vielleicht“, „wenn du meinst“ oder „Hä?“ und der Papa brummt immer nur genervt. Also hält er halt den Mund, der Vic und hofft, dass dieses Spiel irgendwann bald vorbei ist.

Dann nach etwa 20 Minuten das Tor. Frank Hartmann. Das Stadion explodiert.
Kurze Zeit später – kaum Zeit, sich zu erholen – noch ein Tor. Wieder Frank Hartmann. Das Stadion explodiert noch mehr. Hexenkessel, Tollhaus, Tempel der Glückseligkeit. Aus diesem Taumelzustand kommt die Hütte bis zum Schlusspfiff nicht mehr raus. Die Partie wird 5:1 enden. Alle fünf FCK-Tore von Frank Hartmann. Vic fragt den Vater des Schulfreundes, warum der nicht im Sommer bei der WM in Mexiko dabei war. Dann hätten wir doch das Finale gegen Argentinien gewonnen. Der Papa blickt gen Himmel und verdreht die Augen.

Und spätestens nach dem 2:0 hat der jugendliche Vic das Gefühl, dass da in seinem Brustkorb irgendwas zerbricht und wegbröckelt und dass da irgendetwas Neues an die Stelle tritt – strahlend, leicht und luftig, ein verheißungsvolles Gleißen, das immerwährende Glückseligkeit verspricht. Eine vorher nicht dagewesene Göttlichkeit ist in das Leben des jungen Vic hineingetreten. So flammend und so schön.

Auf der Heimfahrt wird er sich eingestehen, dass er sich verliebt hat. In einen Verein, der vorher nur ein Name für ihn war. Der Sinn des Lebens wird fortan immer ein Tor des FCK im Fußball sein. Und der Sinn des Lebens wird fortan immer ein Sieg des FCK in der Bundesliga sein.

Nur eine Sache ärgert ihn, den jugendlichen Vic: Dass Kohr und Allievi beide kein Tor geschossen haben. Die heruntergefallene Kinnlade des Schulfreund-Papas hätte er sooo gern gesehen…

Für den Schulfreund und sein Papa war der FCK nur eine Episode gewesen – jedenfalls so weit wie Vic die Sache weiterverfolgt hat. Ich glaube nicht, dass sie danach regelmäßig auf den Betzenberg gegangen sind (der Kontakt ging recht schnell verloren). Für Vic hingegen, für Vic wurde er zur Religion, der FCK.

Eine Religion, die anfangs sehr sehr, sehr süß und göttlich schmeckte – lecker angerichtet mit zwei Meistertiteln und zwei Pokalsiegen – eine Götterspeise in Rot-Weiß. Und mittlerweile meistens bitter, nur selten bittersüß….

Und ehrlich gesagt, nach über 30 Jahren Fansein frage ich mich mittlerweile sehr sehr oft, wie es eigentlich gewesen wäre, wenn der FCK damals 0:0 gespielt hätte oder gar das Spiel verloren hätte. Ich glaube fast, der FCK wäre auch eine Episode geblieben. An diesen blödsinngen Kitschspruch von Nick Hornby, dass man sich einen Fußballverein nicht aussucht, sondern dass er einem gegeben wird, glaube ich nicht. Das ist Quatsch. Ich habe angefangen mit dem FCK zu kopulieren, weil er mega-sexy war, als ich ihm begegnet bin. That’s all. Punkt.
Hätte dieser Klub mich damals mit ner Niederlage abgetörnt, hätte ich „Und Tschüs“ gesagt und hätte mich vielleicht gleich ganz exzessiv dem Theaterspielen zugewendet (eine Leidenschaft, die erst 12 Jahre später kam).

Ich hasse dich, Frank Hartmann. Du bist nicht mal Nationalspieler gewesen, du mega-kleines Fußballlicht. Und ausgerechnet an dem Tag, an dem der unbedarfte und verführbare Vic das Licht der Fußballwelt erblickte, musstest du einen auf Superstar machen. Du warst es, der mich mit dem FCK verkuppelt hat. Und ich wette, dass du dich noch nicht mal dafür schämst. Aber du wirst schon sehen: Ich schaffe das. Ich schaffe es, diese angeblich so göttliche Sucht abzuschütteln. Manche schaffen es, nach 30 Jahren mit dem Rauchen aufzuhören. Also schaffe ich das hier auch. Wirst sehen, du alter Kuppler. Ich schaff‘ das. Ich weiß nur noch nicht, wie…

------

Wir Couchistos schreiben nicht nur Texte in der bangen Hoffnung, dass sie irgendjemand liest und auch für gut befindet. Wir psychotherapieren uns auch gegenseitig, erzählen uns, wie wir in die Fänge des FCK geraten sind. Nur eines war bisher tabu: Sich gegenseitig zu erzählen, wie man in die Fänge dieses FCK geraten ist. Der Autor dieses Couchings hat jetzt das Tabu gebrochen. Vielleicht ziehen die Leidensgenossen Bahli, But, Devil, NewT und HegM demnächst nach?

•     •     •

"And what can I tell you, my brother, my killer?
What can I possibly say?
I guess that I'll miss you. I guess, I'll forgive you.
I'm glad you stood in my way.
If you ever come by here for Jane or for me -
Well, your enemy's sleeping. And his woman is free.
Yes, and thanks for the trouble you took from her eyes.
I thought it was there for good - so I never tried."
(Leonard Cohen)

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Vic Dorn am 13.04.2017 um 12:30 Uhr bearbeitet
Die Couchingzone |#1974
13.04.2017 - 13:12 Uhr
Zitat von Vic Dorn

Nur eines war bisher tabu: Sich gegenseitig zu erzählen, wie man in die Fänge dieses FCK geraten ist. Der Autor dieses Couchings hat jetzt das Tabu gebrochen. Vielleicht ziehen die Leidensgenossen Bahli, But, Devil, NewT und HegM demnächst nach?


Sicher, dass das nicht das ein oder andere Mal an anderer Stelle erzählt wurde?
Falls nicht: ich muss gar nicht, schließ mich dir einfach an:
Erstes Betze-Spiel, Freitagabend in den späten 80ern, Flutlicht, Rot gegen Blau, Endstand 5:1.

...nur hatte ich als Pfälzer ein komplett FCK-begeistertes Umfeld

•     •     •

Nichts ersetzt die Romantik eines Flutlichtspiels im Regen... ...und siegen!!

Wir denken nur noch von Grätsche zu Grätsche!

Hate the Game, not the Player!

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Hegermeister am 13.04.2017 um 13:14 Uhr bearbeitet
Die Couchingzone |#1975
13.04.2017 - 14:43 Uhr
Zitat von Hegermeister
Zitat von Vic Dorn


Nur eines war bisher tabu: Sich gegenseitig zu erzählen, wie man in die Fänge dieses FCK geraten ist. Der Autor dieses Couchings hat jetzt das Tabu gebrochen. Vielleicht ziehen die Leidensgenossen Bahli, But, Devil, NewT und HegM demnächst nach?


Sicher, dass das nicht das ein oder andere Mal an anderer Stelle erzählt wurde?
Falls nicht: ich muss gar nicht, schließ mich dir einfach an:
Erstes Betze-Spiel, Freitagabend in den späten 80ern, Flutlicht, Rot gegen Blau, Endstand 5:1.

...nur hatte ich als Pfälzer ein komplett FCK-begeistertes Umfeld


Das gleiche erste Spiel.. oops
Habe mich beim Epilog auch vertoddelt. Ich widerspreche mir da ja eigentlich:
Ich wollte eigentlich schreiben, es war tabu, das erste Mal für ein Couching zu missbrauchen....
Zu sehr mit heißer Nadel gestrickt... grins

•     •     •

"And what can I tell you, my brother, my killer?
What can I possibly say?
I guess that I'll miss you. I guess, I'll forgive you.
I'm glad you stood in my way.
If you ever come by here for Jane or for me -
Well, your enemy's sleeping. And his woman is free.
Yes, and thanks for the trouble you took from her eyes.
I thought it was there for good - so I never tried."
(Leonard Cohen)
Die Couchingzone |#1976
13.04.2017 - 14:55 Uhr
Zitat von Vic Dorn
Zitat von Hegermeister

Zitat von Vic Dorn



Nur eines war bisher tabu: Sich gegenseitig zu erzählen, wie man in die Fänge dieses FCK geraten ist. Der Autor dieses Couchings hat jetzt das Tabu gebrochen. Vielleicht ziehen die Leidensgenossen Bahli, But, Devil, NewT und HegM demnächst nach?


Sicher, dass das nicht das ein oder andere Mal an anderer Stelle erzählt wurde?
Falls nicht: ich muss gar nicht, schließ mich dir einfach an:
Erstes Betze-Spiel, Freitagabend in den späten 80ern, Flutlicht, Rot gegen Blau, Endstand 5:1.

...nur hatte ich als Pfälzer ein komplett FCK-begeistertes Umfeld


Das gleiche erste Spiel.. oops


Nee, nicht ganz. Bei mir war der KSC das Opfer. Tore durch Labbadia (2x), Friedmann, Schupp, Kuntz.
Mann des Spiels war Wolfram Wuttke, der gefeiert wurde - was mir unverständlich war, denn er hatte ja kein Tor geschossen...


Zitat von Vic Dorn

Ich wollte eigentlich schreiben, es war tabu, das erste Mal für ein Couching zu missbrauchen....

Das wäre es wert, korrigiert zu werden grins

Aber trotzdem ein super Couching!

•     •     •

Nichts ersetzt die Romantik eines Flutlichtspiels im Regen... ...und siegen!!

Wir denken nur noch von Grätsche zu Grätsche!

Hate the Game, not the Player!
Die Couchingzone |#1977
13.04.2017 - 17:23 Uhr
Die heiße Nadel strickt oft die entsprechenden Outfits! Schön gestrickt … ääh, gecoucht. daumen-hoch

•     •     •

Autoritäre Herrschaft braucht keine Superschurken, die sie von langer Hand planen. Sie ist schlichtweg die bequemste Art, Komplexität zu reduzieren.
•••
Das Leben ist die Schule, der Schmerz ist der Lehrer.
Die Couchingzone |#1978
15.04.2017 - 12:51 Uhr
Eine Art Genisis zur Osterzeit. Das lobe ich mir. Ein Loblied erklingt aus meiner erkälteten Kehle. Eier. Ostern. Vic Dorn. Er bringt das Ei mit der wunderbaren Geschichte. Es ist groß. Vogelstraußgroß.

Danke!

•     •     •

SAPERE AUDE
- Wage es, weise zu sein -

oder nach Immanuel Kant
"Habe Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen!“
Die Couchingzone |#1979
21.04.2017 - 11:39 Uhr
Jahrgang 7, Ausgabe 30


Der Glaube versetzt Berge

von Devil_till_Death


Noch vier Wochen. Vier Wochen und fünf Spiele. Vier Wochen, die über die Zukunft des FCK entscheiden. Vier Wochen in denen viel passieren kann. In denen nur eines gelingen darf. Klassenerhalt.

In vier Wochen kann man von Flensburg nach Friedrichshafen wandern. In vier Wochen kann man ein Kit-Car bauen. In vier Wochen kann man sich laut Men‘s Health den Traumbody anpimpen. Vier Wochen dauert die Adventszeit. Vier Wochen noch müssen wir um unseren FCK bangen. Vier Wochen, die darüber entscheiden, ob sich der Daumen hebt oder senkt.

Senkt er sich, dann dürfte es trüb aussehen um unseren geliebten Club. Kaderveränderungen, Personalveränderungen, Strukturveränderungen – vergebens. Das Engagement der Fans, der Sympathisanten, der Daumendrücker – wertlos. Die Erfolge, die Historie, die Zukunft eines Vereins, der mehr Mythen und Legenden produziert hat als sich mancher Schriftsteller aus dem Füller gequält hat – erloschen.

Hebt er sich aber, dann … Ja, was dann? Ein weiteres Jahr am Existenzminimum? Ein weiteres Jahr, in dem wir liveundinfarbe dem Siechtum unseres Herzensvereins beiwohnen dürfen? Ein weiteres Jahr, in dem wir zusehen müssen, wie die Teflonvereine, die mit Geld zugeschissen werden, stärker und stärker werden? Wie diese Analfisteln von DFB und DFL hofiert werden, weil das ja die neuzeitliche, familienfreundliche, zukunftweisende und allseits erwünschte Form des Fußballs ist, die man bei Funktionären und Logenplatzzufurzern gerne sieht? Ein weiteres Jahr, in dem wir zusehen müssen, wie die Schere zwischen arm und reich immer weiter auseinander geht und sich diejenigen, die die Brosamen abbekommen noch darüber freuen müssen, dass ihnen aus dem prall gefüllten Profittopf ein paar Krümel zugeworfen werden, während sich die anderen gleich drei Sahnetorten auf einmal in die sowieso schon viel zu fette Schmierwampe drücken?

Oder werden wir ein Jahr erleben, auf das wir in einer Dekade als den den Beginn der Renaissance der Roten Teufel zurückblicken werden? Das Jahr, in dem es dem Vorstand gelingt, seriöse Geldgeber zu finden, die den Fußball nicht als Prestigeprojekt in Sachen Schwanzverlängerung oder als Mittel der bloßen Geldvermehrung begreifen? Leute, die natürlich auch einen persönlichen Mehrwert in ihrem Engagement sehen, die aber gleichzeitig den Fußball lieben, sich diesem Verein verschreiben, die Vertrauen in diejenigen aufbringen, die sich in der Materie auskennen, und die gewillt sind, einen langen Atem zu haben weil sie wissen, dass man in diesem Geschäft nur selten etwas erzwingen kann?

Aber mit Finanzdoping allein wird es nicht getan sein. Auch die Fans müssen wieder neue Stimulanz erhalten. Stimulanz, die Mannschaft zu unterstützen, Fanartikel zu kaufen, den Berg zu erklimmen, das Stadion zu füllen, den Betze wieder zur Hölle zu machen. Und dazu braucht es eine Mannschaft, die sich voll reinhängt, die sich den Ars¢h aufreißt, bei der man das Gefühl hat, sie habe alles gegeben. Und dazu braucht es am Anfang nicht mal den großen Geldtopf, sondern ein Gefühl. Ein Gefühl beim Trainer, wer diese Leute sein könnten. Ein Gefühl beim Sportdirektor, wie er diese Leute überzeugen kann, hier her zu kommen und ihr Fleisch und Blut zu geben. Und ein Gefühl bei den Fans, dass sie spüren, da unten steht ihr verlängerter Arm auf dem Platz.

Was die finanzielle und sportliche Entwicklung betrifft, sehe ich den Verein bei Michael Klatt, Norbert Meier und Uwe Stöver in guten Händen. Und ich sehe auch die Fans noch immer bereit, die Mannschaft anzufeuern und sich begeistern zu lassen. Und ich kenne das schlummernde Potenzial, das nur geweckt werden will. Ich weiß, dass viele Fans nach jahrelangem dahinvegetieren ernüchtert sind, müde, sich das Ganze weiter anzutun. Aber ich weiß auch, dass es nur einen Impuls braucht, eine Siegesserie, eine Initialzündung, um diese Fanmassen wieder zu mobilisieren, sie zu begeistern, sie zu überzeugen, dass der Weg zum FCK lohnt. Auch wenn mal mal verliert.

Lasst uns diese nächsten vier Wochen mit gutem Mut voran gehen. Lasst uns nicht zweifeln, lasst uns nicht verzagen. Wir dürfen bangen, wir dürfen zittern – aber lasst uns selbstbewusst sein. Die nächsten vier Wochen sind zu wichtig, als dass wir sie mit voller Hose und leerem Herzen durchlaufen dürfen.

Wir sind der FCK – unzerstörbar!

___________________________


Auf der Couch ist die Hose sauber und trocken. Aber auch wir zittern, auch wir bangen, auch wir hoffen. Und ein mal in der Woche stecken wir den Kopf aus der Tür und rufen in den Wald. Und hoffen, dass es zurück schallt.

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Autoritäre Herrschaft braucht keine Superschurken, die sie von langer Hand planen. Sie ist schlichtweg die bequemste Art, Komplexität zu reduzieren.
•••
Das Leben ist die Schule, der Schmerz ist der Lehrer.

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Devil_till_Death am 21.04.2017 um 11:42 Uhr bearbeitet
Die Couchingzone |#1980
21.04.2017 - 13:39 Uhr
Sehr lesenswerte Beschreibung des Status quo und den Lehren, die man aus dem Entweder oder dem Oder ziehen muss.

Cheers
Bahli

•     •     •

You want it darker
We kill the flame

Leonard Cohen (1934-2016)
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