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Die Couchingzone

13.08.2010 - 13:19 Uhr
Die Couchingzone |#1741
07.05.2016 - 09:25 Uhr
Ehrlich, gegen diesen gefühlsduseligen Weiberkram ist »Gone with the Wind« ja ein Horrorschocker …!

Subber gemacht, Herr Dornberger!

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Autoritäre Herrschaft braucht keine Superschurken, die sie von langer Hand planen. Sie ist schlichtweg die bequemste Art, Komplexität zu reduzieren.
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Das Leben ist die Schule, der Schmerz ist der Lehrer.
Die Couchingzone |#1742
07.05.2016 - 12:30 Uhr
Bis zum Ende gelesen und ja, man kann sagen, so oder so ähnlich könnte es sein. Eine Sache stört mich, aber die behalte ich für mich. zwinker
Danke für einen fiktiven Blick in die Realität.

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„Das Größte, was man erreichen kann, ist nicht, nie zu straucheln, sondern jedes Mal wieder aufzustehen.“ (Nelson Mandela)
„Am Ende wird alles gut. Wenn es nicht gut wird, ist es noch nicht das Ende.“ (Oscar Wilde)
„Ein Spiel zu gewinnen ist leichter, wenn man gut spielt, als wenn man schlecht spielt.“ (Johan Cruyff)
„Wir kaufen Dinge, die wir nicht brauchen, um Leute zu beeindrucken, die wir nicht mögen, mit Geld, das wir nicht haben.“ (Richard David Precht)
Die Couchingzone |#1743
07.05.2016 - 15:18 Uhr
Zitat von bahli77
Was ein Kitsch! Und sogar noch viel schlimmer als versprochen ... zwinker


Wenn dein Smiley noch die Kraft zum Zwinkern hat, dann kann es es noch nicht schlimm genug gewesen sein. Ich hatte mindestens auf einen Kotz-Smiley gehofft.

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"And what can I tell you, my brother, my killer?
What can I possibly say?
I guess that I'll miss you. I guess, I'll forgive you.
I'm glad you stood in my way.
If you ever come by here for Jane or for me -
Well, your enemy's sleeping. And his woman is free.
Yes, and thanks for the trouble you took from her eyes.
I thought it was there for good - so I never tried."
(Leonard Cohen)
Die Couchingzone |#1744
13.05.2016 - 09:37 Uhr
Jahrgang 6, Ausgabe 35

SAFARI ZUM SAISONABSCHUSS

von Butduma

Die abendliche Safari-Tour in der allradbetriebenen Blechbüchse für dickbäuchige Herren mit weißen Tennissocken und faltige Damen mit unförmigen Tiermotiv-Shirts wäre sicherlich gemütlicher gewesen. Nach ein bisschen 0815-Abenteuer aus dem Reisekatalog, welches nach fünf Glas südafrikanischem Pinotage zum ultimativen Wildnis-Erlebnis mutiert, wäre ich einfach zufrieden in mein weiches Bett in der Luxus-Safari-Lodge gefallen und hätte mich bestimmt halbwegs großartig gefühlt. Aber nein, ich wollte ja lieber echte Kugeln auf echte Bestien als schlechte Fotos von zahmen Antilöpchen schießen. Jetzt liege ich hier inmitten stacheliger Akazienbüsche und friere mir seit vier Uhr morgens den ***** ab, während sich diverse Kriechtierchen auf und in meiner Haut wärmen. Zum Glück liegt es sich auf getrockneter Warzenschweinscheiße recht geruchsneutral, vielleicht ist es aber auch nur der Rauchgeruch aus meinen Klamotten, der alle anderen Olifaktoren übertüncht. Für meinen Moment der Schwäche hasse ich mich bereits nach wenigen Minuten selbst: Bevor ich mich zu so einer dämlich-schwatzenden Touristengruppe geselle, stecke ich mir lieber eine Puffotter in die Hose und warte bei einer Dose Bier auf den fatalen Biss.

Der Tag kündigt sich heiß an. Fast so heiß wie der Tipp, den ich bezüglich des besten Gebietes für Emotionen-Jäger erhalten habe. Vor mir glänzen die beiden Wasserlöcher der Mbundes-Liaga-Pfanne in der Morgensonne. Da wo ich vorher durch mein Zielfernrohr nur schemenhafte Konturen erkennen konnte, malt das Tageslicht nun vielgestaltige Tierkörper in die Landschaft. Doch was ich da sehe, kann eigentlich nicht wahr sein. Tückische Luftspiegelungen? Ich klopfe mir den Sand aus den Augenhöhlen und reinige das Zielfernrohr mit einer Ladung Whisky aus dem Flachmann; die Szenerie an den Wasserlöchern bleibt allerdings genauso surreal wie sie es vorher war.

Sicherlich war hier in früherer Zeit nur ein großes Wasserloch, das sich im Laufe der Jahre und im Zuge des Klimawandels in der Mitte aufgetrennt hatte. Jedenfalls deutet der sumpfige Untergrund zwischen den beiden Tiertränken darauf hin. Doch das ist weit weniger spektakulär als die illustre Tierwelt, die sich um das kühle Nass tummelt. Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, wo ich anfangen soll. Vielleicht bei dem blau-gestreiften Zebra? Das sieht echt mitleidserregend aus. Recht abgemagert, so wie nahezu all die anderen Tiere an diesem Wasserloch. Es versucht es mit letzter Kraft seine Hufe in den Erdboden zu rammen, während das schwere Hinterteil bereits einen dornigen Abhang am Bildrand hinunterrutscht. Aber warum zum Erdmännchen versucht es dabei auch noch einen nahezu federlosen Adler zu zerkauen? Sind Zebras nicht Vegetarier, die sich aufs Grasfressen beschränken? Der zerzauste Löwe daneben sieht auch nicht trophäenwürdiger aus. Er keucht und hustet beim zaghaften Saufen. Wahrscheinlich schnürt ihm das Signalhalsband mit arabischen Lettern die Luft ab. Der andere Löwe an diesem Loch kommt etwas stattlicher daher, nur die Flasche Jägermeister in seinen Pranken zerstört auch hier das idyllische Bild einer naturnahen Großwildjagd. Nix Big Five, höchstens etwas Big Pump zum Mischen der Plörre. Sein schielender Blick richtet sich neidvoll auf einen seltsamen, schwarz-weißen Vogel, welcher zwei rotfelligen Ochsen die Läuse aus dem Fell pickt und dabei das Badener Lied zwitschert. Und überhaupt diese Ochsen, die ziehen unbeirrt durch den Sumpf in Richtung das anderen, viel schöneren Wasserlochs. Dem Vogel wird es recht sein. Wenn da nur nicht der meckernde Brillenaffe wäre.

Der schwingt sich von Ochsengemächt zu Ochsengemächt und versucht etwas von der warmen Bullenpisse zu trinken, die ab und an laut plätschernd zu Boden fließt. Widerlich! Einfach widerlich! Man fragt sich unwillkürlich, wo sich das Äfflein derartige Verhaltensweisen abgeschaut hat. Nein, das Zielfernrohr offenbart weiterhin nur Groteskes, aber nichts, was eine Großkaliberkugel und den Platz überm Kamin wert wäre. Ich frage mich ernsthaft, ob ich an dieser Stelle weiter schildern soll, was ich so sehe, oder ab man mich dafür nicht einfach für verrückt erklären und in die Halbwüste schicken wird. Weil das, was mein Zielauge da erblickt, geht auf keine Kuduhaut.

Mitten im Sumpf steckt ein Krokodil fest. Es schlägt wie wild mit dem Schwanz umher und paddelt mit seinen Füßchen, doch es kommt nicht so recht von der Stelle. Vielleicht hätte es vor dem Gang zum Wasserloch die rote Schirmmütze absetzen sollen, die ihm ziemlich tief über die Augen gerutscht ist, dann würde es vielleicht erkennen, dass der Weg zum rettenden Ufer gar nicht so weit ist. Es gibt da nur ein Problem: Ein weiterer Adler versperrt den Weg. Etwas besser genährt und befedert als der Adler am kleineren Wasserloch, aber dennoch kaum flugtauglich. Vor allem nicht mit dem grünen Fisch in den Krallen, dessen Kopf im Verhältnis zum Restkörper ziemlich überdimensioniert ist. Mindestens einer von den dreien wird versinken, das erkennt selbst der größte Laie. À propos Fossil, was nun die gesamte Optik meines Zielfernrohres einnimmt, verschlägt mir die Spucke.

Stapft da plötzlich ein etwas depressiv dreinschauender Dinosaurier durchs Sichtfeld. Ein Dinosaurier! Es ist jedoch kein normaler Dino. Normal scheint an diesem Ort ohnehin widernatürlich zu sein. Getrockneter Schlamm reicht ihm bis zur Unterkante der überdimensionalen roten Hose. So wie es aussieht, steckte auch er recht häufig und lange im Sumpf – bei dem Gewicht eigentlich kein Wunder. Das Ding ist einfach nicht für die Neuzeit gebaut. Wahrscheinlich überlebt er nur, weil ihn der Pavian mit dem faltigen Gesicht ständig mit kleinen Essiggurken füttert und ihn an einem Nasenring durch die unwegsame Savanne führt. Eine Kugel würde den depressiven Dino zwar von seinem Leid als Schoßhündchen eines eher abstoßenden Primaten erlösen, aber beim Zoll gäbe das bestimmt großen Stress, außerdem habe ich nur ein Gewehr und keine Panzerfaust.

Die Sonne steht mittlerweile wie das Schwänzchen eines Warzenschweins in die Höhe. Mein Khaki-Hemd ist schweißdurchtränkt, was den Krabbeltierchen ein salziges Bad beschert. Es zwickt, juckt und brennt. Äußerst angenehm. Die reine, unverfälschte Outdoor-Erfahrung. Es wird höchste Zeit, dass endlich die erwünschte Jagdtrophäe vor die Flinte läuft. Bisher war der angebliche Hotspot der Mbundes-Liaga-Pfanne mehr tierische Freakshow als Safari-Paradies.

Plötzlich höre ich ein aufgeregtes Flattern und fröhliches Krächzen… um Gottes Willen… hier gibt es zu allem Übel auch noch die exotische Gattung des narrenbekappten Kackvogels. Und gut gelaunt sind die Viecher ebenfalls. In diesem Zustand sind diese Vögel erst so richtig unerträglich mit ihrem Gekrächze und Gehabe. Genug ist genug. Ich sollte zum Camp zurückkehren und ein kühles Cider zischen. Die drei Tage alte Boerewors sollte nach dem Grillen eigentlich wieder genießbar sein. Einen letzten Blick will ich jedoch nochmals wagen, bevor ich die Waffe entlade und sichere. Aha… aha… wundenleckende Wölfe, die beim Pupsen schwarze Abgaswolken ausstoßen… nein… ein Löwe mit gelbem Fell, der statt Antilopen Aspirin frisst… nein… Fohlen, welche höher springen als so manches Pferd… zu unexotisch! Ein bisschen weiter oben vielleicht? Das ist mal ein fettes Hinterteil! Kann eigentlich nur ein Hippo sein. Nein, dazu passt das Geweih nicht so recht. Hmmm…

Ist er es tatsächlich? Sieht ganz so aus. Ja, es bestehen keine Zweifel. Es handelt sich um den Platzhirsch. So fett und mit der gattungstypischen Arroganz aufgeblasen, dass er fast platzt. Eitel und voller Selbstüberzeugung stolziert er um das Wasserloch und achtet dabei peinlichst darauf, möglichst regelmäßig auf die Füße seiner tierischen Nachbarn zu treten. Sowas untermauert die Hackordnung. Ein wenig Paroli bieten ihm nur die aggressiv summenden Pottbienen, deren Stiche allerdings unter die Kategorie „unangenehm, aber nicht tödlich“ fallen. Aus ökologischen Gründen verzichte ich auf den fatalen Schuss. Die austretenden Mengen an Fett und Arroganz würden die Gewässer wahrscheinlich auf Jahre verschmutzen. Selbst Greenpeace müsste in diesem Fall wohl die Waffen strecken. Das kriegst du nicht mit der Zahnbürste vom Kackvogel gebürstet, geschweige denn aus dem Maul des Krokodils.

Ich werde die Sache einfach mit dem markerschütternden Knall aus meinem Großkalibergewehr beenden. Ende. Feierabend. Fin. Saisonabschuss!

In diesem Sinne.

Ba beneen
Butduma

Es ist Zeit, die Couch abzubrechen und weiterzuziehen. Nachdem die wilderness-proved Couchisten Woche für Woche Großwild zur Strecke gebracht und fachgerecht zerlegt haben, geht es nun darum, neue Energien zu schöpfen. Berti wird einen Medizinmann aufsuchen, welche die Überreste seines JHV-Traumas beseitigt, Bahli und Newtrial gehen zu den San und lernen dort wie man Straußeneier klaut und Antithesen zu Tode hetzt, Vic zieht ein paar romantische Tage in den Winelands vor, wo er an seinem Kitschroman weiterarbeiten und Sauvignon Blanc saufen möchte, Devil wurde bereits mit einem Sack überm Kopf zum nächstgelegenen Despoten transportiert, um seine Userführung zu schulen und Kohlmeyer habe ich eben in der Trinkhalle des Townships abgesetzt – das Bier war kalt und die drei Schönheiten auf seinem Schoss ziemlich heiß. Vielleicht sollte ich mich zu ihm gesellen…

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SAPERE AUDE
- Wage es, weise zu sein -

oder nach Immanuel Kant
"Habe Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen!“

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Butduma am 13.05.2016 um 09:38 Uhr bearbeitet
Die Couchingzone |#1745
13.05.2016 - 11:33 Uhr
Wirr, albtraumhaft (der Pate korrigiert das jetzt bestimmt sofort wieder in "alptraumhaft"), viel zu heiß und zu feucht, absolut lesenswert, mitunter eklig und alles in allem eine tierische Sauerei mit Jurrasic Park-Einschlag. Man wird als Leser auch viel zu stark in die Szenerie hineingezogen, anstatt das mal oberflächlich überfliegen zu können. So wollen wir in postmodernen Zeiten als Konsumenten doch nicht mehr von großer Literatur belästigt werden! Das ist doch kein "Couching to go" mehr; eher schon ein "Couching in Togo". Und wieso fehlt der obligatorische Teufel in dieser bestialischen Freak-Show? angry Pfui But, Pfui! Nächstes Couching dann bitte vor kühler, klarer Kulisse, anstatt in flirrender, stehender Savannenluft: Skandinavien, Alaska, Kanada - egal, Hauptsache Asien.

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502 Bad Gateway
nginx
Die Couchingzone |#1746
13.05.2016 - 13:11 Uhr
Zitat von Butduma
Ich werde nun versuchen, die furchteinflößenden Bilder und Gerüche mit frühlingshaftem Sonnenschein, Spiele mit Schmetterlingen, Schwalbenadmiration und notfalls einer Flasche Wein zu vertreiben.

But, darf ich deinen Kommentar auf mein letztes Couching kurz zitieren? Scheint ja prima funktioniert zu haben. Du hättest aber die 50-Liter-Flasche Wein mit Bedacht trinken sollen und nicht auf ex. Immerhin habe ich mir dank deinem abartig guten Couching das Schwimmbecken mit Mojito volllaufen lassen und versuche jetzt meinerseits diese furchteinflößenden Bilder und Gerüche mit zwei, drei oder auch gerne vier Tauchgängen zu vertreiben ... zwinker

Cheers
Bahli

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You want it darker
We kill the flame

Leonard Cohen (1934-2016)
Die Couchingzone |#1747
14.05.2016 - 11:53 Uhr
Das ist so unfassbar brillant! oops

Hundert Punkte für den Schreibstil.
Hundert Punkte für die Phantasie.

Ein pervers geiles Couching zum Saisonabschluss.

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"And what can I tell you, my brother, my killer?
What can I possibly say?
I guess that I'll miss you. I guess, I'll forgive you.
I'm glad you stood in my way.
If you ever come by here for Jane or for me -
Well, your enemy's sleeping. And his woman is free.
Yes, and thanks for the trouble you took from her eyes.
I thought it was there for good - so I never tried."
(Leonard Cohen)

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Vic Dorn am 14.05.2016 um 12:01 Uhr bearbeitet
Die Couchingzone |#1748
04.08.2016 - 05:46 Uhr
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Jahrgang 7, Ausgabe 1

SPIEL DES GOLDES

DAS LIED VON HÖLLE UND MAGIE

Band 1: Tor zur West


von Newtrial

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„Hört meine Worte, und bezeugt meinen Eid. Der Saisonbeginn naht und meine Wacht beginnt. Sie soll nicht enden vor dem letzten Abpfiff. Ich will keinen anderen Verein unterstützen, kein Spiel versäumen, niemals Familie und Freunde dem FCK vorziehen. Ich will die 1. BL und die CL ignorieren und keinen Weltmeisterruhm begehren. Ich will auf meiner Couch leben und sterben. Ich bin der Hoffnungsfunke in der Dunkelheit. Ich bin der Wächter vor der Glotze. Ich bin der nützliche Id.iot, der den Profit von Sky mehrt. Ich widme einen verantwortbaren Teil meiner Freizeit und etwas von meiner Kohle dem FCK, in dieser Spielzeit und in allen, die da kommen mögen.“

Eid des Sesselpupsers


KORUT

Als er mit pochenden Kopfschmerzen erwachte, stand die Sonne schon hoch über Hannova Castle. Da draußen herrschte geschäftiges Treiben, während er hier bloß herumlungerte. Wie er das hasste! Ich muss mich zusammenreißen, mich körperlich fit und fachlich auf dem Stand der Dinge halten. Leichter gesagt als getan, wenn man am Vorabend zwei Schläuche dornefeldischen Roten und dazu einen großen Krug Met in sich hineingeschüttet hatte. Ich bin Ausbilder! Wie sollen mir meine Schüler folgen, wenn ich selbst so unprofessionell lebe? Erinnerungsfetzen trieben ihm die Schamesröte ins Gesicht. Hatte er doch letzte Nacht in diesem mehr als zweifelhaften dornischen Etablissement tatsächlich auf dem Tisch gestanden und gesungen: „DES DORNISCHEN SPEER TRAF MICH MITTEN IM LEIB. DOCH BEREUE ICH NICHTS. LAG ICH DOCH ZUVOR BEI DES DORNISCHEN WEIB“. Dieser Söldner des Lennister-Gnoms, Bronn, hatte ihn zum Besuch des von Lord Petyr Baelish betriebenen Hauses geführt. „Die dornischen Frauen sind die schönsten der Welt“, hörte er ihn noch sagen. Wenn sich dieser Auftritt herumsprach, konnte er den Ausbilderberuf an den Nagel hängen. Müde legte er die Trainingsrüstung – immer noch mit dem Wappen der 96 versehen – an und bewegte sich in Richtung Maschsee. Ein paar Runden würden ihm guttun. Und danach konnte er ja in der Gaststube frühstücken.

Schon nach zehn Minuten leichten Dauerlaufs ging ihm die Pumpe. Hej, er könnte doch später weiter trainieren und sich erst mal im Gasthaus stärken. Gesagt, getan! „Einen guten Roten bitte, holde Maid! Und schenkt nicht zu knapp ein. Dazu nehme ich einen ausgehöhlten Laib frisch gerösteten Brotes, mit heißem Bärenfleisch gefüllt, und Eier mit Speck.“ Er spürte die leise Verachtung im Blick des schweigenden, reizlosen Schankmädchens, als er aus einer im Dunkeln liegenden Ecke des Raums eine vertraute Stimme hörte. „Frühstück der Champions, eh Trainer?!“ Groll stieg in Korut auf und ballte sich zu einem Tayfun zusammen. Was erlaubte sich sein ehemaliger Knappe? „Xaverion“, antwortete Korut mit eisiger Stimme, „verfolgst Du mich etwa? Solltest Du nicht längst eine neue Anstellung gefunden haben? Ich habe Dich gut ausgebildet, also was tust Du am hellichten Tage in diesem Gasthaus? Sollte ich mir Sorgen machen und mit Deinem hohen Vater auf Burg Zembrod reden?“

Korut merkte schnell, dass hier irgendetwas nicht stimmte. Normalerweise hätten seine Worte den Knappen erzittern und verstummen lassen, stattdessen lächelte dieser selbstgewiss und setzte sich ohne Einladung an Koruts Tisch. „Ich darf doch?“ Xaverion senkte die Stimme und sprach nun mit dem gebührenden Respekt. „Ser Korut, versteht mein Verhalten nicht falsch. Ich wollte Euch zu einem gemeinsamen Lauf abholen, aber Euer Kastellan gab mir Auskunft, ich hätte Euch gerade verpasst. Er gab mir aber eine Botschaft mit, die gerade per Raben für Euch eingetroffen ist. Sie stammt von Burg Lauternfest! Und da ich Eure Laufstrecke und, äääh, gewisse Eurer Gewohnheiten kenne, bin ich nun hier.“

Koruts Miene blieb unbewegt. Innerlich wappnete er sich für die nächste Enttäuschung. Zwar waren die Gespräche mit dem erfahrenen Lordkommandanten von Lauternfest, Ser Stövister, recht gut verlaufen, aber zu viele Abweisungen hatte sich Korut im vergangenen Jahr bereits eingehandelt. Ohne weiter auf seinen Knappen zu achten, brach er das Siegel und las. Seine Miene blieb unbewegt. „Xaverion, sattle die Pferde und besorge ausreichend Proviant. In einer Stunde brechen wir auf.“


NICKOS

„Ser Klattos, das ist vollkommen inakzeptabel! Ich habe Euch nicht zum Meister der Münzen ernannt, um nun zu hören, dass meine Schatzkammer geplündert wurde. Also besorgt mir Gold und verschont mich mit Euren Einwänden. Geht nicht, gibt’s nicht!“ Ser Mikael Klattos schwieg, sichtlich betroffen. Statt seiner, wagte der uralte Großmaester Griesgram das Wort zu ergreifen. „Lord Riesenkampff, Nickos, die Lage ist wirklich prekär. Die Eiserne Bank von Braavos wird uns keine Kredite bewilligen und unsere Vorgänger haben sich mit unbekanntem Ziel abgesetzt, sodass wir sie derzeit nicht belangen können. Ohnehin würden wir nur einen kleinen Teil des verschwundenen Goldes bei ihnen finden. Als Vorsitzender Eures Kleinen Rates muss ich Euch auch vor einer Erhöhung der Eintrittssteuern warnen, da das einfache Volk darbt und in ohnehin immer geringerer Zahl zu den Spielen kommt. Und unsere Vasallen wenden sich ebenfalls mehr und mehr von uns ab. Unser direkter Nachbar, Burg Layenberg, hat sich bereits den Eiseninseln verschrieben und eine Reihe kleinerer Häuser erwägt, ebenfalls keinen Tribut mehr zu zahlen. Mylord, wir müssen völlig neu anfangen!“

Selten hatte man vom Großmaester eine derart lange Rede gehört. Und seine Worte trafen Nickos mitten ins Herz. Hatte er doch selbst viel zu lange im Großen Rat geschwiegen und aus Loyalität das Treiben seines Vorgängers gedeckt. „Was also schlagt Ihr vor, Großmaester?“, presste er leise zwischen zusammengekniffenen Lippen hervor. Doch Tuomas Griesgram wäre nicht er selbst gewesen, hätte er auf diese Frage mit einer langatmigen Liste von Maßnahmen geantwortet. „Wir müssen die Hölle neu entfachen!“ Die Männer sahen einander fest in die Augen. „Diener, ich wünsche sofort Lordkommandant Stövister zu sprechen.“ „Ja, Lord Riesenkampff, ich eile!“. So kühl es in der großen Nordhalle des roten Bergfrieds auch war – jeder der drei Männer, und sogar der Diener, spürte das plötzliche Brennen der Luft. Die Hölle öffnete sich vor ihnen.


STÖVISTER

Uwos schäumte vor Wut. „Wie soll ich denn bitte ohne Gold eine funktionsfähige Stadtwache zusammenstellen? IHR, Ser Klattos, seid der Meister der Münzen, nicht ich! Und Lord Riesenkampff selbst hatte mir versprochen, alle weiteren Einnahmen zur Aufstockung der Stadtwache zur Verfügung zu stellen. Ich habe meinen Teil der Abmachungen eingehalten und Euch durch den Wechsel auf der Position des Haupttorwächters die Taschen mit Gold gefüllt. Und ich habe nicht einmal gezuckt, als ich von der Entscheidung zum Verkauf unseres Recken Bödvarros an die Wölfe von Winterfell erfuhr, weil ich mit dem Erlös arbeiten wollte. Und nun eröffnet Ihr mir, unser ehemaliger ‚Lord Sonnenkönig‘ habe die Kassen noch mehr als gedacht geplündert, und dass ich von den Einnahmen weniger einplanen könne, als vereinbart? Wie bitte, stellt Ihr Euch vor, soll ich die Stadt verteidigen? Nicht einmal meine Spinne, Ser Notzion, kann ohne Gold seinen Vögelchen Informationen darüber entlocken, aus welchen Häusern gute Söldner aktuell billig zu erwerben sind. Zu Zeiten des alten Reichs von Walteria mag es ja noch Magie am roten Bergfried gegeben haben, aber heute ist Gold alles was zählt. Und das wollt Ihr mir nun vorenthalten?“

Mikaels Züge schienen aus Stein, seine Augen aus blau schimmerndem Eis, was Uwos unangenehm an die weißen Wanderer um den untoten Nachtkönig Rangnock gemahnte. „Lordkommandant, Ihr vergesst Euch! Und Ihr werdet nicht noch einmal in dieser despektierlichen Forensprache über den ehemaligen Großmaester von Lauternfest reden“, erwiderte er mit gefährlich leiser Stimme. „Lord Riesenkampff, sein Großer Rat, sowie der Großmaester und meine Wenigkeit im Kleinen Rat, entscheiden über diese Dinge. Ihr, Lordkommandant, kommt mit dem zu Recht, was man Euch zur Verfügung stellt. Die Probleme der Stadtwache sind uns wohl bekannt und Ihr werdet genügend Mittel erhalten, um Eure Aufgabe zu erfüllen. Glücklicherweise zahlt Winterfell für unseren Recken recht gut. Und wir haben zusätzlich ein Darlehen in Höhe von 3 Millionen Silberhirschen vom Haus Loan Shark aufgenommen. Also berichtet mir lieber, wie sich Euer neuer Ausbilder macht, dieser Korut. Taugt er? Die Test-Buhurts waren noch nicht sehr überzeugend. Der Winter naht. Und mit ihm der Krieg. Muss ich Euch daran erinnern?“

Nun war es an Uwos, sein Gegenüber in die Schranken zu weisen. „Verzeiht Ser, aber diese Fragen erörtere ich gerne mit dem Großmaester persönlich, nicht mit dem Meister der Münzen.“ „Wie Ihr wünscht“. Mikael erhob sich und verließ grußlos den Raum. In seinem Inneren wusste er um den schwierigen Auftrag seines Gefährten Uwos, dem er daher auch nicht zürnte. So wenig, wie es umgekehrt der Fall war. Die beiden Männer achteten einander, doch erfüllte jeder seine Mission mit eiserner Disziplin und getrieben von einem inneren Höllenfeuer. Denn sie alle wussten: Der Winter naht! Und die Saison ist dunkel und voller Schrecken!

Mikael passierte den Westturm. Am Tor prangte in verwitterten, kaum noch lesbaren und in fast vergessener, hochwalterischer Sprache verfassten Lettern, der uralte Leitspruch des so traditions- und ruhmreichen Hauses Lauternfest: KONTRATAR MORGHULIS. 'Alle Gegner müssen weichen'. Und so würde es auch bald wieder sein! Denn das Höllentor ward jüngst geöffnet.


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In der Couchingzone beginnt eine neue Ära, voller Heldenmut und Hoffnung. Die Recken Bahli, Berti, Butduma, Devil Till Death, Kohlmeyer, Vic aus Dorne und Newtrial werden auch künftig – weithin hörbar – die Großta(n)ten der Herren von Burg Lauternfest besingen. Der Winter naht! Machen wir ihm die Hölle heiß!

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502 Bad Gateway
nginx

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Newtrial am 04.08.2016 um 06:08 Uhr bearbeitet
Die Couchingzone |#1749
04.08.2016 - 08:09 Uhr
Warum kann man einen Beitrag eigentlich nur einmal als lesenswert bewerten? Skandal!

KONTRATAR MORGHULIS!

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Durlacher, achso
Die Couchingzone |#1750
04.08.2016 - 10:13 Uhr
Ic habe einen Tippfehler entdeckt. Da fehlt an einer Stelle ein Buchstabe. Deshalb gibt es kein "lesenswert" von mir.

Beste Grüße
Lullaby
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