Die Couchingzone
13.08.2010 - 13:19 Uhr
10.09.2016 - 17:29 Uhr
De Pälzer Bauer määnt: Alla hopp! So kammer die Sach ach sähne awwer ganz so bleed sinn dann doch nidd alle... du hasch do nämlich die Bauernschläue vergesse.
Nach Frederick und Piggeldy nun das Schwein aus dem Glantal, fehlt nur noch die wilde Sau vom Betzenberg und wir sind komplett.
Nach Frederick und Piggeldy nun das Schwein aus dem Glantal, fehlt nur noch die wilde Sau vom Betzenberg und wir sind komplett.
11.09.2016 - 16:01 Uhr
Zitat von Devil_till_Death
Angefangen hat alles damit, dass Newtrial in jedem x-beliebigen Thread mit der Drehzahlmessernadel am roten Bereich schrammend unterwegs gewesen ist. Panikmodus on the fly, sozusagen. Und das, wo er der neuen Führung doch ausdrücklich Kredit einräumen wollte, er mit der Wahl des neuen Sportdirektors außerordentlich zufrieden gewesen ist, er neue Kompetenz in die Büros auf der Geschäftsstelle einziehen sah.
Und dann sah das Patenschwein andere User, die in Newtrials Klagegesang einstimmten. Die sich von Vorbereitungsspielen beunruhigt und von drei Pflichtspielen erschüttert sahen.
Angefangen hat alles damit, dass Newtrial in jedem x-beliebigen Thread mit der Drehzahlmessernadel am roten Bereich schrammend unterwegs gewesen ist. Panikmodus on the fly, sozusagen. Und das, wo er der neuen Führung doch ausdrücklich Kredit einräumen wollte, er mit der Wahl des neuen Sportdirektors außerordentlich zufrieden gewesen ist, er neue Kompetenz in die Büros auf der Geschäftsstelle einziehen sah.
Und dann sah das Patenschwein andere User, die in Newtrials Klagegesang einstimmten. Die sich von Vorbereitungsspielen beunruhigt und von drei Pflichtspielen erschüttert sahen.
Pate, Alarm, im STT- und Trainer-Fred nehmen die "Krischer" überhand! Da musst Du mit der Sense ran, der Newtrial hat die alle ganz furchtbar aufgehetzt. Nur weil wir nach vier Pflichtspielen auf dem letzten Tabellenplatz stehen und ein Pokalaus mit vier Gegentoren bei einem mittelmäßigen Drittligisten kassiert haben. Panikmache pur! Gib dem Rekdal doch mal Zeit! Und dem Stöver, der nur Spieler holen wollte, die uns "sofort weiterhelfen" und die stattdessen jetzt das Lazarett füllen oder Trainingsrückstand haben. Kann doch mal passieren, muss man doch "Geduld" haben, gelle.
Wartet doch mal den zehnten Spieltag ab, dann stehen wir bestimmt schon auf dem Relegationsplatz - dem zur dritten Liga, selbstredend. Auch heißen Dank noch an meine Mit-Couchisten, die es offensichtlich völlig in Ordnung finden, wenn einer der ihren von einem Kollegen - der ganz zufällig auch noch Pate ist - im Couching dermaßen persönlich angegangen wird. Gab's, glaube ich, auch noch nicht - zumindest nicht in der Zeit, in der ich das Couching verfolge. Ganz klar: "Thema und Ausführung +1" und "So kammer die Sach ach sähne".
Das Forum ist zum reinen Tendenzbetrieb verkommen, in dem man die gerade herrschende Glaubenslehre treffen muss - und die Couch zieht dabei mit! Dem patengestützten Kritikverbot der ersten Spieltage, wird jetzt sicherlich die 180-Grad-Wende folgen, mit Threads wie "Ist Korkut noch der Richtige?", und so. Wer sich dann noch erdreistet, Differenzierung einzufordern und Dinge zu benennen, auf die man aufbauen kann, dem wird es genauso schlecht ergehen, wie bislang denen, die nicht ALLES hundertprozentig supi fanden, was unsere neuen Verantwortlichen da so hingezaubert haben.
Das hier sollte mal ein FACHforum sein!


Wo es nicht um "like" und "dislike", sondern um Argumente und Differenzierung gehen sollte. Spätestens nach einer eventuellen Heimklatsche gegen Stuttgart wird hier der Mob regieren. So wie bislang das öffentliche Diskreditieren von "Kritikern" regiert hat, das zuletzt u.a. mich getroffen hat. Das ist aber egal, es kann nämlich hier jeden jederzeit treffen! Und das bleibt auch so, solange es hier nur noch um Stimmungen und Meinungmache geht. Wenn jetzt also das Meinungspendel einfach nur umschlägt, ist das genauso panne wie bislang. Macht keinen Spaß mehr hier. Und soll ja Freizeitbeschäftigung sein.
Und jetzt, Pate, schreite Deines Amtes! Das darf hier so doch nicht stehenbleiben!
Habe fertig!
11.09.2016 - 17:05 Uhr
mimimi
12.09.2016 - 14:37 Uhr
Zitat von Mittelschichtler
mimimi
Ich muss sagen Newtrial hat mit seinem Post mMn vollkommen Recht, sowohl was Forum als auch FCK angeht. Dass er es emotional sieht ist doch super, immer mehr haben gar keine Emotion mehr beim Thema FCK. Dein "mimimi" hingegen, @Mittelschichtler, ist weder konstruktiv noch ist es ein qualitativer Beitrag zur Diskussion. In meinen Augen ist "mimimi" das "heul doch" der geistig armen der Internetfraktion die keine andere Meinung akzeptieren können und bei einer Auseinandersetzung mit Argumenten nichts mehr als eben dieses vorzubringen haben, darum wundert es mich dass es von Dir kommt, so ändern sich die Zeiten. Finde das ganz schlechten Stil. Aber das ist nur meine Meinung und man kann das durchaus anders sehen. mimimi
12.09.2016 - 16:31 Uhr
Zitat von 2Kampfmonster
Ich muss sagen Newtrial hat mit seinem Post mMn vollkommen Recht, sowohl was Forum als auch FCK angeht. Dass er es emotional sieht ist doch super, immer mehr haben gar keine Emotion mehr beim Thema FCK. Dein "mimimi" hingegen, @Mittelschichtler, ist weder konstruktiv noch ist es ein qualitativer Beitrag zur Diskussion. In meinen Augen ist "mimimi" das "heul doch" der geistig armen der Internetfraktion die keine andere Meinung akzeptieren können und bei einer Auseinandersetzung mit Argumenten nichts mehr als eben dieses vorzubringen haben, darum wundert es mich dass es von Dir kommt, so ändern sich die Zeiten. Finde das ganz schlechten Stil. Aber das ist nur meine Meinung und man kann das durchaus anders sehen.
Ich muss sagen Newtrial hat mit seinem Post mMn vollkommen Recht, sowohl was Forum als auch FCK angeht. Dass er es emotional sieht ist doch super, immer mehr haben gar keine Emotion mehr beim Thema FCK. Dein "mimimi" hingegen, @Mittelschichtler, ist weder konstruktiv noch ist es ein qualitativer Beitrag zur Diskussion. In meinen Augen ist "mimimi" das "heul doch" der geistig armen der Internetfraktion die keine andere Meinung akzeptieren können und bei einer Auseinandersetzung mit Argumenten nichts mehr als eben dieses vorzubringen haben, darum wundert es mich dass es von Dir kommt, so ändern sich die Zeiten. Finde das ganz schlechten Stil. Aber das ist nur meine Meinung und man kann das durchaus anders sehen.
So unterschiedlich kann man Beiträge bewerten. Das "mimimi" hätte ich mir sparen können, keine Frage, genau wie er sich seine hinter Sarkasmus und Ironie versteckten Spitzen hätte sparen können. Aber dass du auf diese nicht eingehst wundert mich nicht, ist wohl "normale Härte".
Zitat von usernick
die keine andere Meinung akzeptieren können und bei einer Auseinandersetzung mit Argumenten nichts mehr als eben dieses vorzubringen haben
die keine andere Meinung akzeptieren können und bei einer Auseinandersetzung mit Argumenten nichts mehr als eben dieses vorzubringen haben
also bitte, muss ich darauf jetzt wirklich eingehen? Ich akzeptiere jede Meinung hier, auch wenn ich nicht alle nachvollziehen kann.
Das Forum teilt sich - wie in jeder Krise - in zwei Lager.
Die Einen wollen den Weg mit Korkut weitergehen, Ruhe bewahren und sich in Geduld üben - ohne das Wissen ob es besser wird.
Die Anderen wollen Korkut freistellen und eine Alternative ins Boot holen. In der Hoffnung dass der neue Mann ein System und einen Fußball spielen lässt, der uns in dieser Liga bestehen lässt - ohne das Wissen ob es funktioniert.
Ich versuche bestimmt nicht mit aller Vehemenz für meinen Weg zu werben, meine Güte, aber ich bin einfach der Meinung dass ein schneller Trainerwechsel purer Aktionismus wäre.
Wir würden damit alles in Frage stellen, den ganzen Sommer. Stöver, der Vorstand, der AR, das ganze Gerüst, der ganze Strategiewechsel wäre angezählt. Du kannst nicht den Trainer austauschen und einfach so weitermachen als wäre nichts geschehen. Der AR, der Vorstand, der Sportdirektor, die alle stehen für diesen Trainer, haben sich wochenlang mit der Suche Zeit gelesen und letztendlich gemeinsam Korkut als den Richtigen auserkoren. Ich persönlich kann das nur sehr schwer voneinander trennen.
Wenn man Korkut nächste Woche vor die Türe setzt, muss man auch Stöver massiv hinterfragen, so einfach ist das. Die schwierige, damit einhergehende Problematik ist doch..wie lange können wir es uns erlauben "auszuprobieren" und uns "einzuspielen"?
Wie gesagt, es gibt hier im Forum zwei Philosophien. Wir haben hier keine Wahrsager unter uns. Wenn ich mir allerdings anschaue wo Augsburg, Darmstadt, Freiburg, Braunschweig und auch Fürth und viele andere stehen, frage ich mich welcher Weg erzielt denn den größeren Erfolg?
Jährlich den Coach zu wechseln, oder vielleicht mal durchzuhalten, Kontinuität oder Dauerreset? Zoua, Aliji, Ewerton, Moritz und wie sie alle heißen sind gekommen, weil sie gute Gespräche mit den Verantwortlichen führten (Stieber) oder den Co-Trainer gut kennen (Kerk). Ich denke es würde sich nicht sonderlich gut auf die Stimmung der Mannschaft auswirken, wenn du den Grund - weshalb sie hier überhaupt unterschrieben haben - nach wenigen Spielen vor die Türe setzt. Natürlich könnte man sagen..das sind Profis, die haben weiter zu funktionieren, aber so einfach ist das nicht, wir schauen doch alle lange genug Fußball.
Die sind bestimmt nicht nach KL gewechselt weil es hier so viel Kohle zu verdienen gibt, sondern weil Stöver und Korkut als Duo zu überzeugen wussten. Deshalb hat sich ein Kerk halt letztlich gegen Pauli/Bochum und für den FCK entschieden.
Halfar hat sich letzte Saison über Fünfstück lustig gemacht und von Runjaic geschwärmt, Korkut steht ebenfalls für Fußballkultur, wie will man solchen Spielern - die noch einen Hauch Qualität mitbringen - sowas näher bringen?
Ich finde wir sollten einfach mal Ruhe bewahren. Aber das sage ich auch als einer der gestern lieber in Bad Mergentheim war, als sich dieses Gekicke anzuschauen.
Noch bereitet mir die Situation einfach keine schlaflosen Nächte. Stöver machte bisher stets einen besonnenen und aufgeräumten Eindruck, ich denke der sportliche Bereich ist bei ihm in guten Händen.
Und wenn Stöver irgendwann meint sich von Korkut trennen zu müssen, dann geht es halt auch weiter. Nur mit jedem Wechsel auf der Trainerposition schwindet einfach die Chance mal wieder nach oben zu rutschen, Kontinuität aufzubauen, Spieler zu entwickeln. Streich, Lieberknecht..man muss das geil sein die als Trainer im Verein zu wissen.
13.09.2016 - 07:41 Uhr
Liebe Mitforisten,
da hatte ich ein zugegebenermaßen böses Ding rausgehauen, weil ich mich unberechtigt angegriffen fühlte und eben genau keine zwei Parteien im Forum will - ich selbst z.B. halte die Entwicklung für sehr alarmierend, fordere aber derzeit (noch) keinen Trainerwechsel und suche auch keinen Sündenbock. Genau solche Zwischentöne fordere ich in der Diskussion ein, anstatt jeden in eine Schublade zu stecken. Ursachenanalyse statt Parteinahme!
Gerne möchte ich euch mitteilen, dass wir die Sache in der Couchingzone inzwischen unter Männern aufgearbeitet haben und in der Sache - aber vor allem auch atmosphärisch! - klären konnten. Und Leute, wir haben da einen Paten an Bord, dessen soziale Kompetenz mir allerhöchsten Respekt abnötigt!
Das Ganze war mal wieder ein super gutes Beispiel für Watzlawicks Hammer. Und dafür, dass es keine gute Idee ist, wenn man eh schon angefressen ist, eine halbe Stunde nach so einem Grottenkick wie dem vom Sonntag, so einen Rundumschlag rauszuhauen. Nach dem Motto: Jetzt geb ich es den ganzen Geduldspredigern aber mal so richtig!
Kurzum: Den hinter dem Sarkasmus meines posts vielleicht kaum noch erkennbaren Appell, hier stärker sachbezogen und mehr im Detail, anstatt in dem von @Mittelschichtler beschriebenen Lagerdenken zu argumentieren - und damit auch User nicht pauschal in eine Ecke (Schönredner/ Schlechtredner) zu stellen - halte ich aufrecht. Ich weiß jetzt aber, dass Dtd dies in keiner Weise beabsichtigt hatte!
Kurzum: Die Sache ist vom Tisch! Die zuletzt aufgeworfenen Sachfragen diskutieren wir dann besser wieder in den dafür vorgesehenen Threads, etwa im Korkut-Faden.
Für meinen Ausbruch entschuldige ich mich auch bei euch, denn der hat sicher nichts besser gemacht! Es geht ja gerade darum, inhaltliche Differenzen nicht immer gleich ad personam zu diskutieren und mit persönlichen Unterstellungen zu verknüpfen - da will ich ja gerade hin. Und dafür gab mein post ein denkbar schlechtes Beispiel ab.
Alles auf Null!
Edit: @2Kampfmonster: Welcome back!
da hatte ich ein zugegebenermaßen böses Ding rausgehauen, weil ich mich unberechtigt angegriffen fühlte und eben genau keine zwei Parteien im Forum will - ich selbst z.B. halte die Entwicklung für sehr alarmierend, fordere aber derzeit (noch) keinen Trainerwechsel und suche auch keinen Sündenbock. Genau solche Zwischentöne fordere ich in der Diskussion ein, anstatt jeden in eine Schublade zu stecken. Ursachenanalyse statt Parteinahme!
Gerne möchte ich euch mitteilen, dass wir die Sache in der Couchingzone inzwischen unter Männern aufgearbeitet haben und in der Sache - aber vor allem auch atmosphärisch! - klären konnten. Und Leute, wir haben da einen Paten an Bord, dessen soziale Kompetenz mir allerhöchsten Respekt abnötigt!
Das Ganze war mal wieder ein super gutes Beispiel für Watzlawicks Hammer. Und dafür, dass es keine gute Idee ist, wenn man eh schon angefressen ist, eine halbe Stunde nach so einem Grottenkick wie dem vom Sonntag, so einen Rundumschlag rauszuhauen. Nach dem Motto: Jetzt geb ich es den ganzen Geduldspredigern aber mal so richtig!
Kurzum: Den hinter dem Sarkasmus meines posts vielleicht kaum noch erkennbaren Appell, hier stärker sachbezogen und mehr im Detail, anstatt in dem von @Mittelschichtler beschriebenen Lagerdenken zu argumentieren - und damit auch User nicht pauschal in eine Ecke (Schönredner/ Schlechtredner) zu stellen - halte ich aufrecht. Ich weiß jetzt aber, dass Dtd dies in keiner Weise beabsichtigt hatte!
Kurzum: Die Sache ist vom Tisch! Die zuletzt aufgeworfenen Sachfragen diskutieren wir dann besser wieder in den dafür vorgesehenen Threads, etwa im Korkut-Faden.
Für meinen Ausbruch entschuldige ich mich auch bei euch, denn der hat sicher nichts besser gemacht! Es geht ja gerade darum, inhaltliche Differenzen nicht immer gleich ad personam zu diskutieren und mit persönlichen Unterstellungen zu verknüpfen - da will ich ja gerade hin. Und dafür gab mein post ein denkbar schlechtes Beispiel ab.
Alles auf Null!
Edit: @2Kampfmonster: Welcome back!
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Newtrial am 13.09.2016 um 08:08 Uhr bearbeitet
16.09.2016 - 08:11 Uhr
Jahrgang 7 – Ausgabe 6
DAS KOLLOQUIUM
Von Newtrial
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
heute widmen wir uns einem Thema, über das wir fast unendlich viele Informationen haben und das uns dennoch bislang eigentümlich unerschlossen und ferngeblieben ist. Die Rede ist von der „Neuzeit des Westens“. Sie steht zumeist als Synonym für eine Ära der allgemeinen Leugnung der Verbundenheit allen Seins – mit der Konsequenz einer äußersten Gefährdung der Lebensgrundlagen. Menschen verkapselten sich damals in sich selbst und taten lebendigen Wesen, einschließlich ihresgleichen, aus „rationalem Eigeninteresse“ heraus Gewalt an, unterjochten und töteten. Und dies zumeist, ohne sich selbst die Finger schmutzig zu machen und ohne zu erkennen, dass ihre Taten sie selbst und alles, was ihnen wichtig war, in Frage stellte und zerstörte.
Die Quellenstudien, die wir in diesem Kolloquium vorstellen, widersprechen allerdings dieser pauschalen Sichtweise. Sie nehmen dabei nicht das ganze Bild der „Neuzeit des Westens“ in den Blick, sondern vertiefen einzelne Aspekte. Sie verdeutlichen, dass der Riss in der Verbundenheit auch in dieser Epoche nicht vollständig war und das Gemeinsame keineswegs stets nur in Kopplung mit der Entwertung von Anderen gelebt wurde. Es gab vielmehr Abstufungen des Gemeinsamen, die in der Summe ein komplexes, regelgeleitetes Wechselspiel des Mit- und Gegeneinanders bedingten. Dazu später mehr.
In dieser ersten Sitzung stellt unsere Studiengruppe Ihnen die aktuelle Untersuchung zu einem seinerzeit weit verbreiteten Spiel vor, welches „Fußball“ genannt wurde. Just auf diesem Boden unserer altehrwürdigen Alma Mater stand ein wichtiger, wenngleich der bei Weitem nicht bedeutendste Ort der Zusammenkunft zu dessen Ausübung. Diese Orte – gigantische Bauwerke, die heute ohne jeden Vergleich sind – wurden „Stadien“ genannt. An diesem Platz stand ein mittelgroßes „Stadion“, das knapp 50 x 100 x 10 dieser so genannten Individuen Platz bot. Wir verstehen das Konzept des „Individuums“ heute nicht mehr so recht, aber so in etwa meint es die kulturell geteilte Vorstellung von einem autonomen, in sich abgeschlossenen Geist, der eine Art biomechanischer Körpermaschine steuert. Und nun stellen sie sich diese Monstrosität auf engstem Raum mit 50 x 100 x 10 multipliziert vor. Aber das ist noch nicht alles: Wir haben sichere Belege dafür, dass diese Massenzusammenkünfte von „Individuen“ freiwillig geschahen und bei den Beteiligten mitunter sogar ein Gefühl der Freude heraufbeschworen. Ja, man bedauerte es sogar, wenn das „Stadion“ nicht gut besucht war und schien die Zusammenkunft erst in der maximalen Verdichtung so richtig zu genießen. Und genau dies ließ unsere Studiengruppe stutzig werden, da sich dieser Befund mit dem herkömmlichen Bild der „Zerrissenheit“ und „individuellen Isolation“ in der „Neuzeit des Westens“ schwer in Übereinstimmung bringen lässt. Ich berichte Ihnen nun in aller Kürze und in der gewohnten Thesisform von unseren ersten Zwischenergebnissen.
DIE THESIS DER VERBUNDENHEIT IN DER ZERRISSENHEIT
Wie Sie vielleicht wissen, wurde alles und jedes in der „Neuzeit des Westens“ mit einem „Namen“ belegt, womit eine gewisse Abgeschlossenheit der bezeichneten Phänomene suggeriert werden sollte. So wurde das „Stadion“, das sich an diesem Ort mächtig in den Himmel emporhob, zugleich als „Betzenberg“ und als „Fritz Walter-Stadion“ benannt, verehrt und zeitweise gar gefürchtet. Solche „Namen“ dienten nicht nur zum Zwecke einer quasi-religiösen Verehrung, sondern sie waren auch Ankerpunkte des Wechselspiels von Abgrenzung und Zugehörigkeit. Und obwohl die „individuellen“ Geister in der Maschine nach wie vor als voneinander getrennt galten, fühlten sie sich als so genannte Fans doch sowohl untereinander, als auch mit „ihrem Stadion“, eng verbunden. Und dennoch wirkten auch diese „Fans“ – mitunter auch jene desselben „Vereins“ – gegeneinander und fügten einander Schaden zu.
Auch wir Heutigen kennen das kulturelle Script „Spiel“, wenngleich nur im Sinne der Kooperation. „Fußball“ wurde als ebensolches Kooperationsspiel betrachtet, zugleich aber auch in sein Gegenteil verkehrt, da man nur innerhalb einer von jeweils genau zwei „Mannschaften“ miteinander wirkte, der anderen „Mannschaft“ hingegen gemeinsam zu schaden suchte. Es war neben einem Spiel also auch ein Kampf. Und gerade an diesem Ort hier wurde es als höchste Tugend betrachtet, „vom Kampf zum Spiel zu finden“, was immer das heißen mochte. Dies alles vollzog sich innerhalb eines übergreifenden Regelwerks, dessen Einhaltung von einem so genannten Schiedsrichter unter Einsatz hoch spezifischer symbolischer Gesten überwacht wurde. Eine „Mannschaft“ gehörte jeweils zu einem definierten „Verein“ – später „Konzern“ – und das „Stadion“ war ihre Heimstatt. Die „Vereine“ ihrerseits wirkten im so genannten „Ligabetrieb“ zusammen, versuchten einander aber ebenfalls Schaden zuzufügen.
Allerdings fand die Nutzung des Vereinskonstrukts ein unvermutet jähes Ende per Rechtsprechung. Begründung: Das schon im Wort „Verein“ – so wie „vereint“ – hervorgehobene Verbundenheitsziel harmoniere nicht mit dem Einzelprofitstreben in den oberen „Ligen“. In der Folge des so genannten Leuschner-Urteils traten dann nur noch Konzerne gegeneinander an, was die Popularität des so genannten „Volkssports Fußball“ binnen kürzester Zeit unwiederbringlich zerstörte.
Das Wechselspiel von Verbundenheit und Zerrissenheit, von Zusammenwirken und regelgeleiteter Schadenszufügung, scheint uns nun in der Tat ein die „Neuzeit des Westens“ charakterisierendes Muster zu bilden. Solange wir nicht verstehen, wie man so leben konnte, verstehen wir auch uns selbst und unsere eigene Welt nicht in Gänze, da die „Neuzeit des Westens“ ein Teil unserer Geschichte ist. Auch wenn uns Heutigen dies peinlich sein mag.
DIE THESIS DES KAMPFES UM ANERKENNUNG
Wir verfügen über unbestreitbare Belege dafür, dass die „Fans“ des an diesem Ort kollektiv beschworenen „Vereins“ – auch dafür wurde wieder ein Name geprägt: „1. FC Kaiserslautern“ – trotz heftigen Dauerstreits untereinander, darum bemüht waren, der Suggestion eines Miteinanders Gewicht und Realität zu verleihen. Evoziert wurde eine quasi-religiöse „Vereinsidentität“, z.B. mit der Körpermetapher „Herzblut“ und später mit der Losung „Nur zusammen sind wir Lautern“. Die semantische Sinnlosigkeit dieser Losungen scheint den „Fans“ zumindest teilweise durchaus bewusst gewesen zu sein, was aber folgenlos blieb. Nach einer längeren Phase relativer Erfolglosigkeit im „Ligabetrieb“ sollten Kräfte wieder gebündelt werden um so dem eigenen, vormals erfolgreicheren „Verein“, erneut die ihm gebührende Anerkennung zu verschaffen. Und zwar, indem man anderen „Vereinen“ künftig noch wirkungsvoller zu schaden und sie so zu verdrängen suchte. Dazu fühlte man sich in besonderer Weise legitimiert, da man den vergangenen Erfolgen emotional anhaftete. Auch für diese Anhaftung gab es natürlich einen Begriff, dessen semantische Sinnlosigkeit ebenso auf der Hand lag: Man bezeichnete den 1. FC Kaiserslautern als „Traditionsverein“. Dass diese assoziative Verknüpfung einer gegenwartsbezogen definierten sportlichen Bedeutung mit Erfolgen der Vergangenheit („gefühlter Erstligist“) zum Leitprinzip des „Rechts des Stärkeren“ in Widerspruch stand, wurde durchaus thematisiert, blieb aber bei den „Fans“ ebenfalls folgenlos.
In irgendeiner Weise gelang es eben diesen „Fans“, mit all dieser Widersprüchlichkeit zu leben und sich dabei auch noch im Recht zu fühlen. Und trotz des gnadenlosen Kampfes um Anerkennung für den eigenen „Verein“, fühlte man sich den „Fans“ anderer „Vereine“ zum Teil immer noch näher, als den nicht am Fußball Interessierten. Hier spielt dann wieder die erstgenannte Thesis einer „Verbundenheit in der Zerrissenheit“ hinein.
Diese Episode endete mit der durch das „Leuschner-Urteil“ veränderten Rechtsprechung, da sich kein Konzern dazu bereitfand, das Erbe des „1. FC Kaiserslautern“ anzutreten. Binnen kürzester Zeit wurde das Stadion abgetragen und man begann damit, auf dem Gelände eine Außenstelle der „Technischen Universität Kaiserslautern“ zu errichten; jene ehrwürdigen Hallen also, in denen wir uns hier und heute – weit mehr als 300 Umläufe später – versammelt haben.
DIE THESIS DES REIZES DER UNBERECHENBARKEIT
Doch zurück zur Ära vor dem „Leuschner-Urteil“! „Fußball“ war in dieser Region – und auch weit darüber hinaus – über lange Zeit hinweg das mit Abstand beliebteste Spiel. Obwohl für einen Außenstehenden ein Monument an Sinnlosigkeit und Einförmigkeit, war es doch für die Regelkundigen und Erfahrenen ein Reich unendlicher Differenzierung. Für sie glich kein Spiel dem anderen und waren die Ergebnisse nie wirklich prognostizierbar. Auch kam es immer wieder zum Streit zwischen „Fans“ über die Regelauslegung des „Schiedsrichters“, welcher merkwürdigerweise nicht dem Leitprinzip des „Rechts des Stärkeren“ folgen, sondern beide „Mannschaften“ gleich behandeln sollte. Tat er letzteres nicht – wie es z.B. für den Fall eines Spielers mit Namen „Franck Ribery“ des seinerzeit besonders erfolgreichen „FC Bayern München“ als verbürgt gilt – so erbosten sich die „Fans“ aller anderen „Vereine“ darüber, obwohl sie doch selbst in ihrem Leben dem Leitprinzip des „Rechts des Stärkeren“ mehr oder minder bewusst folgten. Als Problem galt dabei bezeichnenderweise nicht, dass „Ribery“ seinen „Gegenspielern“ Schaden zufügte, sondern dass er dies in nicht-regelkonformer Weise tat, sie niederschlug und ihnen in die Augen stach, ohne dafür angemessen bestraft zu werden. Aber selbst diese Situationen gehörten letztendlich zur Unberechenbarkeit des Spiels hinzu. Die heftigen emotionalen Aufwallungen, welche dadurch ausgelöst wurden, definierten den Sozialtypus „Fan“ genauso wie die Anhaftung an „Mannschaft“, „Verein“, „Tradition“ und „Stadion“.
Die „Neuzeit des Westens“ werden wir als Epoche erst verstehen, wenn wir die Faszination des „Fußballs“ verstanden haben.
FAZIT
Wir sind nach wie vor weit davon entfernt, die „Neuzeit des Westens“ zu verstehen. Die leidvolle „individuelle“ Zerrissenheit scheint allerdings wohl nicht die ganze Wahrheit dieser Epoche zu sein. Am Beispiel des Spiels „Fußball“, wie es auch auf diesem Boden zelebriert wurde, wird deutlich, dass dessen „Fans“ sich durchaus auch als Teil eines Ganzen zu sehen vermochten, und somit auch Verbundenheit zu empfinden in der Lage waren. Es scheint so etwas wie eine lustbetonte „Verbundenheit im Gegeneinander“ gegeben zu haben, was den „Fans“ wohl ein eigentümliches Gefühl von Lebendigsein vermittelte. Um dieses Gefühl zu steigern, verabreichte man sich vor, während und nach dem Spiel leibschädigende, bewusstseinsverändernde Zellgifte in großen Mengen, die in jedem Stadion etwas anders benamt wurden. Hier, auf dem ehemaligen „Betzenberg“ und in dem auf ihm errichteten „Fritz Walter-Stadion“, wurde dieses Zellgift mit dem Namen „Karlsberg“ bezeichnet.
Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit und eröffne die Diskussion!
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Auf der Couch hat es dieser Tage ordentlich gerappelt, was aber wieder geradegezogen wurde. Auch Bahli, Butduma, Devil_till_death, Hegermeister, Newtrial und Vic Dorn sind halt Fans mit Emotionen und keine Rasenball-Computer der Firma Rangnock Enterprises.
DAS KOLLOQUIUM
Von Newtrial
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
heute widmen wir uns einem Thema, über das wir fast unendlich viele Informationen haben und das uns dennoch bislang eigentümlich unerschlossen und ferngeblieben ist. Die Rede ist von der „Neuzeit des Westens“. Sie steht zumeist als Synonym für eine Ära der allgemeinen Leugnung der Verbundenheit allen Seins – mit der Konsequenz einer äußersten Gefährdung der Lebensgrundlagen. Menschen verkapselten sich damals in sich selbst und taten lebendigen Wesen, einschließlich ihresgleichen, aus „rationalem Eigeninteresse“ heraus Gewalt an, unterjochten und töteten. Und dies zumeist, ohne sich selbst die Finger schmutzig zu machen und ohne zu erkennen, dass ihre Taten sie selbst und alles, was ihnen wichtig war, in Frage stellte und zerstörte.
Die Quellenstudien, die wir in diesem Kolloquium vorstellen, widersprechen allerdings dieser pauschalen Sichtweise. Sie nehmen dabei nicht das ganze Bild der „Neuzeit des Westens“ in den Blick, sondern vertiefen einzelne Aspekte. Sie verdeutlichen, dass der Riss in der Verbundenheit auch in dieser Epoche nicht vollständig war und das Gemeinsame keineswegs stets nur in Kopplung mit der Entwertung von Anderen gelebt wurde. Es gab vielmehr Abstufungen des Gemeinsamen, die in der Summe ein komplexes, regelgeleitetes Wechselspiel des Mit- und Gegeneinanders bedingten. Dazu später mehr.
In dieser ersten Sitzung stellt unsere Studiengruppe Ihnen die aktuelle Untersuchung zu einem seinerzeit weit verbreiteten Spiel vor, welches „Fußball“ genannt wurde. Just auf diesem Boden unserer altehrwürdigen Alma Mater stand ein wichtiger, wenngleich der bei Weitem nicht bedeutendste Ort der Zusammenkunft zu dessen Ausübung. Diese Orte – gigantische Bauwerke, die heute ohne jeden Vergleich sind – wurden „Stadien“ genannt. An diesem Platz stand ein mittelgroßes „Stadion“, das knapp 50 x 100 x 10 dieser so genannten Individuen Platz bot. Wir verstehen das Konzept des „Individuums“ heute nicht mehr so recht, aber so in etwa meint es die kulturell geteilte Vorstellung von einem autonomen, in sich abgeschlossenen Geist, der eine Art biomechanischer Körpermaschine steuert. Und nun stellen sie sich diese Monstrosität auf engstem Raum mit 50 x 100 x 10 multipliziert vor. Aber das ist noch nicht alles: Wir haben sichere Belege dafür, dass diese Massenzusammenkünfte von „Individuen“ freiwillig geschahen und bei den Beteiligten mitunter sogar ein Gefühl der Freude heraufbeschworen. Ja, man bedauerte es sogar, wenn das „Stadion“ nicht gut besucht war und schien die Zusammenkunft erst in der maximalen Verdichtung so richtig zu genießen. Und genau dies ließ unsere Studiengruppe stutzig werden, da sich dieser Befund mit dem herkömmlichen Bild der „Zerrissenheit“ und „individuellen Isolation“ in der „Neuzeit des Westens“ schwer in Übereinstimmung bringen lässt. Ich berichte Ihnen nun in aller Kürze und in der gewohnten Thesisform von unseren ersten Zwischenergebnissen.
DIE THESIS DER VERBUNDENHEIT IN DER ZERRISSENHEIT
Wie Sie vielleicht wissen, wurde alles und jedes in der „Neuzeit des Westens“ mit einem „Namen“ belegt, womit eine gewisse Abgeschlossenheit der bezeichneten Phänomene suggeriert werden sollte. So wurde das „Stadion“, das sich an diesem Ort mächtig in den Himmel emporhob, zugleich als „Betzenberg“ und als „Fritz Walter-Stadion“ benannt, verehrt und zeitweise gar gefürchtet. Solche „Namen“ dienten nicht nur zum Zwecke einer quasi-religiösen Verehrung, sondern sie waren auch Ankerpunkte des Wechselspiels von Abgrenzung und Zugehörigkeit. Und obwohl die „individuellen“ Geister in der Maschine nach wie vor als voneinander getrennt galten, fühlten sie sich als so genannte Fans doch sowohl untereinander, als auch mit „ihrem Stadion“, eng verbunden. Und dennoch wirkten auch diese „Fans“ – mitunter auch jene desselben „Vereins“ – gegeneinander und fügten einander Schaden zu.
Auch wir Heutigen kennen das kulturelle Script „Spiel“, wenngleich nur im Sinne der Kooperation. „Fußball“ wurde als ebensolches Kooperationsspiel betrachtet, zugleich aber auch in sein Gegenteil verkehrt, da man nur innerhalb einer von jeweils genau zwei „Mannschaften“ miteinander wirkte, der anderen „Mannschaft“ hingegen gemeinsam zu schaden suchte. Es war neben einem Spiel also auch ein Kampf. Und gerade an diesem Ort hier wurde es als höchste Tugend betrachtet, „vom Kampf zum Spiel zu finden“, was immer das heißen mochte. Dies alles vollzog sich innerhalb eines übergreifenden Regelwerks, dessen Einhaltung von einem so genannten Schiedsrichter unter Einsatz hoch spezifischer symbolischer Gesten überwacht wurde. Eine „Mannschaft“ gehörte jeweils zu einem definierten „Verein“ – später „Konzern“ – und das „Stadion“ war ihre Heimstatt. Die „Vereine“ ihrerseits wirkten im so genannten „Ligabetrieb“ zusammen, versuchten einander aber ebenfalls Schaden zuzufügen.
Allerdings fand die Nutzung des Vereinskonstrukts ein unvermutet jähes Ende per Rechtsprechung. Begründung: Das schon im Wort „Verein“ – so wie „vereint“ – hervorgehobene Verbundenheitsziel harmoniere nicht mit dem Einzelprofitstreben in den oberen „Ligen“. In der Folge des so genannten Leuschner-Urteils traten dann nur noch Konzerne gegeneinander an, was die Popularität des so genannten „Volkssports Fußball“ binnen kürzester Zeit unwiederbringlich zerstörte.
Das Wechselspiel von Verbundenheit und Zerrissenheit, von Zusammenwirken und regelgeleiteter Schadenszufügung, scheint uns nun in der Tat ein die „Neuzeit des Westens“ charakterisierendes Muster zu bilden. Solange wir nicht verstehen, wie man so leben konnte, verstehen wir auch uns selbst und unsere eigene Welt nicht in Gänze, da die „Neuzeit des Westens“ ein Teil unserer Geschichte ist. Auch wenn uns Heutigen dies peinlich sein mag.
DIE THESIS DES KAMPFES UM ANERKENNUNG
Wir verfügen über unbestreitbare Belege dafür, dass die „Fans“ des an diesem Ort kollektiv beschworenen „Vereins“ – auch dafür wurde wieder ein Name geprägt: „1. FC Kaiserslautern“ – trotz heftigen Dauerstreits untereinander, darum bemüht waren, der Suggestion eines Miteinanders Gewicht und Realität zu verleihen. Evoziert wurde eine quasi-religiöse „Vereinsidentität“, z.B. mit der Körpermetapher „Herzblut“ und später mit der Losung „Nur zusammen sind wir Lautern“. Die semantische Sinnlosigkeit dieser Losungen scheint den „Fans“ zumindest teilweise durchaus bewusst gewesen zu sein, was aber folgenlos blieb. Nach einer längeren Phase relativer Erfolglosigkeit im „Ligabetrieb“ sollten Kräfte wieder gebündelt werden um so dem eigenen, vormals erfolgreicheren „Verein“, erneut die ihm gebührende Anerkennung zu verschaffen. Und zwar, indem man anderen „Vereinen“ künftig noch wirkungsvoller zu schaden und sie so zu verdrängen suchte. Dazu fühlte man sich in besonderer Weise legitimiert, da man den vergangenen Erfolgen emotional anhaftete. Auch für diese Anhaftung gab es natürlich einen Begriff, dessen semantische Sinnlosigkeit ebenso auf der Hand lag: Man bezeichnete den 1. FC Kaiserslautern als „Traditionsverein“. Dass diese assoziative Verknüpfung einer gegenwartsbezogen definierten sportlichen Bedeutung mit Erfolgen der Vergangenheit („gefühlter Erstligist“) zum Leitprinzip des „Rechts des Stärkeren“ in Widerspruch stand, wurde durchaus thematisiert, blieb aber bei den „Fans“ ebenfalls folgenlos.
In irgendeiner Weise gelang es eben diesen „Fans“, mit all dieser Widersprüchlichkeit zu leben und sich dabei auch noch im Recht zu fühlen. Und trotz des gnadenlosen Kampfes um Anerkennung für den eigenen „Verein“, fühlte man sich den „Fans“ anderer „Vereine“ zum Teil immer noch näher, als den nicht am Fußball Interessierten. Hier spielt dann wieder die erstgenannte Thesis einer „Verbundenheit in der Zerrissenheit“ hinein.
Diese Episode endete mit der durch das „Leuschner-Urteil“ veränderten Rechtsprechung, da sich kein Konzern dazu bereitfand, das Erbe des „1. FC Kaiserslautern“ anzutreten. Binnen kürzester Zeit wurde das Stadion abgetragen und man begann damit, auf dem Gelände eine Außenstelle der „Technischen Universität Kaiserslautern“ zu errichten; jene ehrwürdigen Hallen also, in denen wir uns hier und heute – weit mehr als 300 Umläufe später – versammelt haben.
DIE THESIS DES REIZES DER UNBERECHENBARKEIT
Doch zurück zur Ära vor dem „Leuschner-Urteil“! „Fußball“ war in dieser Region – und auch weit darüber hinaus – über lange Zeit hinweg das mit Abstand beliebteste Spiel. Obwohl für einen Außenstehenden ein Monument an Sinnlosigkeit und Einförmigkeit, war es doch für die Regelkundigen und Erfahrenen ein Reich unendlicher Differenzierung. Für sie glich kein Spiel dem anderen und waren die Ergebnisse nie wirklich prognostizierbar. Auch kam es immer wieder zum Streit zwischen „Fans“ über die Regelauslegung des „Schiedsrichters“, welcher merkwürdigerweise nicht dem Leitprinzip des „Rechts des Stärkeren“ folgen, sondern beide „Mannschaften“ gleich behandeln sollte. Tat er letzteres nicht – wie es z.B. für den Fall eines Spielers mit Namen „Franck Ribery“ des seinerzeit besonders erfolgreichen „FC Bayern München“ als verbürgt gilt – so erbosten sich die „Fans“ aller anderen „Vereine“ darüber, obwohl sie doch selbst in ihrem Leben dem Leitprinzip des „Rechts des Stärkeren“ mehr oder minder bewusst folgten. Als Problem galt dabei bezeichnenderweise nicht, dass „Ribery“ seinen „Gegenspielern“ Schaden zufügte, sondern dass er dies in nicht-regelkonformer Weise tat, sie niederschlug und ihnen in die Augen stach, ohne dafür angemessen bestraft zu werden. Aber selbst diese Situationen gehörten letztendlich zur Unberechenbarkeit des Spiels hinzu. Die heftigen emotionalen Aufwallungen, welche dadurch ausgelöst wurden, definierten den Sozialtypus „Fan“ genauso wie die Anhaftung an „Mannschaft“, „Verein“, „Tradition“ und „Stadion“.
Die „Neuzeit des Westens“ werden wir als Epoche erst verstehen, wenn wir die Faszination des „Fußballs“ verstanden haben.
FAZIT
Wir sind nach wie vor weit davon entfernt, die „Neuzeit des Westens“ zu verstehen. Die leidvolle „individuelle“ Zerrissenheit scheint allerdings wohl nicht die ganze Wahrheit dieser Epoche zu sein. Am Beispiel des Spiels „Fußball“, wie es auch auf diesem Boden zelebriert wurde, wird deutlich, dass dessen „Fans“ sich durchaus auch als Teil eines Ganzen zu sehen vermochten, und somit auch Verbundenheit zu empfinden in der Lage waren. Es scheint so etwas wie eine lustbetonte „Verbundenheit im Gegeneinander“ gegeben zu haben, was den „Fans“ wohl ein eigentümliches Gefühl von Lebendigsein vermittelte. Um dieses Gefühl zu steigern, verabreichte man sich vor, während und nach dem Spiel leibschädigende, bewusstseinsverändernde Zellgifte in großen Mengen, die in jedem Stadion etwas anders benamt wurden. Hier, auf dem ehemaligen „Betzenberg“ und in dem auf ihm errichteten „Fritz Walter-Stadion“, wurde dieses Zellgift mit dem Namen „Karlsberg“ bezeichnet.
Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit und eröffne die Diskussion!
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Auf der Couch hat es dieser Tage ordentlich gerappelt, was aber wieder geradegezogen wurde. Auch Bahli, Butduma, Devil_till_death, Hegermeister, Newtrial und Vic Dorn sind halt Fans mit Emotionen und keine Rasenball-Computer der Firma Rangnock Enterprises.
16.09.2016 - 09:46 Uhr
ich reibe mir immer wieder die Augen und das nicht weil ich nicht genug Schlaf bekomme, nein, ich kann es einfach nicht glauben, welche Hirnwindungen man braucht um dieser Couch gerecht zu werden! Geile Truppe!
Respekt Couchies, wieder mal ein genialer Beitrag, welchen man einfach in die Fanwelt verteilen muss um jedem klar zu machen, dass unsere Couch längst in der "Neuzeit des Westens" angekommen und spielt längst in der CL des Lederballgebabels (so viel zum Thema Neuzeit... vielleicht ist auch das ein Zeichen dafür, dass wir längst in der Zeit von künstlich geschaffenen Dingen leben und die ursprünglichen Dinge auf der Strecke bleiben)! Da hinken die sportlichen Leistungen des FCKs Kontinente hinterher.
Respekt Couchies, wieder mal ein genialer Beitrag, welchen man einfach in die Fanwelt verteilen muss um jedem klar zu machen, dass unsere Couch längst in der "Neuzeit des Westens" angekommen und spielt längst in der CL des Lederballgebabels (so viel zum Thema Neuzeit... vielleicht ist auch das ein Zeichen dafür, dass wir längst in der Zeit von künstlich geschaffenen Dingen leben und die ursprünglichen Dinge auf der Strecke bleiben)! Da hinken die sportlichen Leistungen des FCKs Kontinente hinterher.
16.09.2016 - 10:15 Uhr
Ich empfinde dieses pseudointellektuelle Transhumanismus-Geschwafel ja als total bemüht und abgehoben. Ich bevorzuge leichte, humorvolle Kost.
Beste Grüße
Lullaby
Beste Grüße
Lullaby
16.09.2016 - 12:52 Uhr
Gutachten
Dozent Newtrial widmet sich der Frage, ob die spiel-fanatistischen Humanuiden des 20. und 21. Jahrhunderts die kritische Distanz zu einem unberechenbaren Spiel verloren haben und daher, exemplarisch für diese Gegend, den Pfälzerwald vor lautrer Bäumen nicht mehr sahen. Er zeigt, dass der vereinte Versuch sich aus dieser Lage zu befreien, indem man dem Spiel mittels der Triade aus angewandter Logik und Analyse, den Gesetzen des Marktes und der Vereins-Philospohie die Unberechenbarkeit nahm, erfolgreich waren. Das Spiel konnte somit erfolgreich für alle Zeiten zu Ende geführt und abgeschlossen werden.
Thema und Ausführung +1
Dozent Newtrial widmet sich der Frage, ob die spiel-fanatistischen Humanuiden des 20. und 21. Jahrhunderts die kritische Distanz zu einem unberechenbaren Spiel verloren haben und daher, exemplarisch für diese Gegend, den Pfälzerwald vor lautrer Bäumen nicht mehr sahen. Er zeigt, dass der vereinte Versuch sich aus dieser Lage zu befreien, indem man dem Spiel mittels der Triade aus angewandter Logik und Analyse, den Gesetzen des Marktes und der Vereins-Philospohie die Unberechenbarkeit nahm, erfolgreich waren. Das Spiel konnte somit erfolgreich für alle Zeiten zu Ende geführt und abgeschlossen werden.
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