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Die Couchingzone

13.08.2010 - 13:19 Uhr
Die Couchingzone |#411
08.12.2017 - 10:22 Uhr
Ein wahrlich gelungenes Intro für diesen Spieltag. Top Newtrial!
Danke dafür. Das Lesen hat Spaß gemacht.

Es trieft zwar an manchen stellen vor Pathos und schmerzlicher Vergangenheit, aber wenn nicht jetzt, wann dann?
Ich mag das...really!

Genau diese Passagen gehen mir nah und ich will die immer noch bestehende Hoffnung nicht tatenlos und zu emotionsreduziert bis zum letzten Tropfen versiegen lassen.

Noch ist alles möglich, noch kann das Wunder wahr werden. Bitte glaubt mit daran...

ABER...

unser aller Glaube wird für sich alleine nicht reichen, dass ist mal sicher!

Sollte es dennoch zu Ende gehen mit unserem FCK, dann mit blutigen Stiefeln, offenen Beinen, fehlenden Stimmbändern, zerrissenen Herzen und aus dem Schädel klaffender Soße.

Mit anderen Worten:

Außer (JETZT) auf den Berg zu gehen und sich die Seele gemeinschaftlich aus dem Innenleben zu Grölen, den Gegner maximal auszupfeifen und zu verängstigen und den Schiri unter Druck zu setzen können wir derzeit nahezu nichts Weiterhelfendes tun, um die wirkliche Hölle noch zu verhindern.

Das Spiel spielen nicht wir, sondern unsere Jungs auf dem Platz und wir können alles dafür tun, um die Gegebenheiten so zu beeinflussen, dass es nicht unwahrscheinlich ist, die Punkte zu Hause zu behalten.

Die Mannschaft zu pushen mit allem was geht ist Plan A .
Die Mannschaft auch zu unterstützen, wenn alles scheiße zu laufen scheint ist Plan B.
Eine weitere Alternative sehe ich nicht.

Jetzt zählt jede Minute und jeder Moment.

Was nützen die Millionen die wir gemeinsam auftreiben könnten, wenn das Schiff "FCK" sportlich bereits den Boden erreicht hat und am Meeresgrund im Dunkeln liegt?

Um das Wrack kann man sich dann später immer noch kümmern, wenn die fette Lady verstummt ist und endlich eine Diät beginnt, die länger dauert als vom Frühstück bis zum Mittags-Buffet.

Was jetzt zählt sind unsere Stimmen, nicht unsere Geldbeutel.

Weinen können wir dann noch lange genug, wenn´s nicht gereicht hat oder die Tränen aus sind,
und zwar für alle Zeiten.

In diesem Sinne:

"Forever and ever" ...

KÄMPFEN, BLUTEN, BEISSEN und...

SIEEEEEGEN!

(3 Punkte jetzt)

Unzerstörbare Grüße vom

DropKicker

•     •     •

Die Euphorie vor dem ersten Spieltag muss von derartiger Größe sein, dass sie auch locker für die gesamte Saison ausreichen würde, nur dann ist ein maximales Maß an Subjektivität zu erreichen, wenn nicht sogar zu garantieren.

Dieser Beitrag wurde zuletzt von DropKickerFCK am 08.12.2017 um 10:23 Uhr bearbeitet
Die Couchingzone |#412
15.12.2017 - 08:20 Uhr
Jahrgang 8 - Ausgabe 19

Ein offener Brief

von werschtche

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Liebes Christkind!

Ich weiß es nicht, was hab‘ ich verbrochen,
komm ich jedes Mal hier angekrochen,
und frage nach ein wenig Hoffnung, jedes Jahr,
für meinen Herzensverein, den FCK.

Doch Jahr für Jahr krieg ich aufs Maul,
wie ein alter, geschund‘ner Gaul,
krieg immer nur die Hucke voll,
ich find das langsam nicht mehr toll.

Frag ganz lieb nach, ob Du’s kannst machen,
dass ich als Fan hab‘ was zu lachen,
renn nach jedem Spieltag rum wie falsches Geld,
weiß nicht, was mich noch an diesem Vereine hält.

Aber so ist’s nun Mal, mit der großen Liebe,
mal zeigt sie Herz, mal gibt es Hiebe.
Doch gibt es Hiebe immer mehr zu oft,
hatt‘ ich auf mehr Liebe doch gehofft.

Stell doch kein‘ großen Anspruch mehr zu Dir,
will einfach haben nur ein wenig vom Pläsir.
Will freudig Siege nur genießen,
und danach kräftig sie begießen.

Will jubeln können, hüpfen und mich freuen,
und tu es jedes Mal dann doch bereuen,
dass jedes Pflänzchen Hoffnung, hold und zart,
zertrampelt wird, hätt‘ ich’s mir nur erspart.

Ich seh‘ kein Licht mehr da am Horizont,
war ich’s doch jahrelang gewohnt,
sorgenfrei durchs Leben gehen,
und keine Angst gehabt um das Bestehen.

Ja, ich weiß, es fehlt das liebe Geld,
auch wenn man auf der JHV dann große Reden hält,
es ist nicht da, kann’s nicht erklären,
tut nur die Situation beträchtlich sich erschweren.

Drum stell ich heut ein weit’res Mal die Bitte,
leit‘ ein die nöt’gen, richt‘gen Schritte,
es ist doch nur zu unserer Freude,
nur das will ich hier und heute.

Der Verein, er darf nicht untergeh'n,
das darf einfach nicht gescheh'n
lass den FCK nicht sterben und dass er nicht zerbricht,
mehr will ich nicht!

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Liebe Leser dieser Zeilen, die Couchisten wünschen Euch eine geruhsame (Rest-) Adventszeit, ein besinnliches Weihnachtsfest und einen Guten Rutsch. Auch im nächsten Jahr verteilen wir Geschenke in Form von geistigen Ergüssen.
Einfach so - weil wir es wollen!

•     •     •

„Das Größte, was man erreichen kann, ist nicht, nie zu straucheln, sondern jedes Mal wieder aufzustehen.“ (Nelson Mandela)
„Am Ende wird alles gut. Wenn es nicht gut wird, ist es noch nicht das Ende.“ (Oscar Wilde)
„Ein Spiel zu gewinnen ist leichter, wenn man gut spielt, als wenn man schlecht spielt.“ (Johan Cruyff)
„Wir kaufen Dinge, die wir nicht brauchen, um Leute zu beeindrucken, die wir nicht mögen, mit Geld, das wir nicht haben.“ (Richard David Precht)
Die Couchingzone |#413
21.12.2017 - 16:23 Uhr
Zitat von werschtche

Auch im nächsten Jahr verteilen wir Geschenke in Form von geistigen Ergüssen.
Einfach so - weil wir es wollen!


... und weil ihr es könnt!

Ein dickes Danke will ich sagen
für eure Mühe, Kritik, Klagen
für eure Schriften, Anekdoten
über die Lebenden und Toten
über die Wirren um de Betze
und alle and'ren Texte

Ihr liefert große Freude
Einen Moment der Stille
Trotz jeder bitt'ren Pille
Gestern, Morgen, Heute

Vielen Dank an alle. Und die Like's spiegeln sicher nicht wieder, wie viele das lesen. Ich selber vergesse oft den Klick, bin aber wöchtlicher Genießer eurer Werke!

•     •     •

Bellinghausen trieb den Ball auf der linken Seite nach vorne und flankte. McKenna missglückte der Abwehrschlag, der Ball prallte Simpson vor die Füße, der aus elf Metern ins linke untere Eck einschoss (70.).
--------------
"Die Security filzt jedesmal meinen Jutebeutel, aber sie finden nur feinste Demeter-Qualität." __Verkehrtfunk

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Fox_da_man am 21.12.2017 um 16:24 Uhr bearbeitet
Die Couchingzone |#414
23.01.2018 - 10:32 Uhr
Jahrgang 8 - Ausgabe 20: DER ABGRUND

von Butduma

Voll ungläubiger Abscheu wandte ich mich von dem Loch ab. Der Gestank, der aus diesem schwarzen Nichts emporstieg war so erbärmlich, dass er die Wahrnehmungskraft meiner Sinne überstieg. Der widerliche Geruch verstärkte die Angst, die nicht langsam in mir empor kroch, sondern wie eintausend Blitze in meiner Glieder fuhr. Selbst als sich meine Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten, konnte ich nicht bis auf den Grund dieses grässlichen Schlunds blicken, in dem Zeit und Sinn zu verschwinden schienen. Nur ein leises, grauenvolles Gurgeln war aus den Tiefen des Loches zu vernehmen. Ein Gurgeln, das jedem menschlichen Wesen nur Unheil und Verwesung verkünden konnte. Es war aus uralten Zeiten und nicht für menschliche Ohren bestimmt, ja, es entweihte die göttliche Schöpfung alleine durch seine Anwesenheit.

Ein Zittern ging durch meine Glieder, ein frostiges Schütteln wie im schlimmsten Fieber. Ich musste mich abwenden, um angesichts dieses blasphemischen Nihilismus‘ nicht zu vergehen. Mein Magen gab seinen Inhalt preis, der mit einem lauten Platschen die gurgelnde Stille sprengte. Ich hätte mich nie an diesen feuchten Ort der Verderbnis wagen sollen, jetzt war ich ihm schutzlos ausgeliefert. Meine Hoffnung war genauso verschwunden wie das Tageslicht in diesem stockdunklen Verlies aus Fels und Angst. Langsam sank ich auf meine Knie. Der tiefe Glaube war mir nie ein Wegbegleiter, doch im Angesicht dieser widernatürlichen Abscheulichkeit wurde meinem Geiste klar, dass es das absolut Böse wirklich gab. Es hatte die ganze Zeit unter den Füßen der zivilisierten Welt gelauert, tief im Untergrund schlummert es seit unvorstellbaren Äonen. Mein Gebet war still, doch in Gottes Ohr muss es wie ein lautes Donnern geklungen haben, denn meine Seele wollte mir aus dem Leibe springen, um nicht länger dieser Ensetzlichkeit ausgesetzt zu sein.

Ich vernahm ein leises Geräusch, dass zunächst wie das Wimmern einer alten Frau klang, sich dann aber doch als Stimme entpuppte. Die Worte waren kaum verständlich, so weinerlich klangen sie, also fasste ich meinen letzten Mut zusammen und rief in die erdrückende Stille:

„Wer oder was bist du?“
„Ich bin der heilige Moritz“, erwiderte die Leere.
„Wurden meine Gebete erhört?“, fragte ich.
„Welche Gebete? Du bist ein einfacher Mann, dich hört man nicht.“
„Aber warum bist du dann hier, oh heiliger Moritz?“
„Ich sitze hier fest, denn mein Gefolge weiß weder ein noch aus. Manchmal scheint es, als wollen sie sich ins Loche stürzen und manchmal gieren sie nach Rettung“, erklärte der unsichtbare Heilige.
„Dieser widerliche Abgrund ist Gotteslästerung. Kein reines Wesen würde sich jemals hinenstürzen wollen. Hätte das Gedärm eine Hauptstadt, dann wäre das hier der Eingang, so stinkt es aus dem Schlund empor!“

Die Stimme lachte kurz und verfiel dann wieder in wehklagendes Gestöhne.

„Warum lachst du angesichts unserer Not?“, fragte ich.
„Du bist so unwissend und klein und doch hat dein Geist aus reinem Zufall Klarheit bewiesen“, setzte der heilige Moritz etwas abschätzig entgegen.
„Ich verstehe nicht.“
„Dein Schicksal ist mit dem unsrigen verknüpft und ein Teil der Rettung liegt in des Gedärmes Stadt.“

Ich war mir für einen kurzen Moment sicher, dass nun der Wahnsinn von mir Besitz ergriff. Die Situation war von derart monströser Unmenschlichkeit, dass mein Geist aus reinem Selbstschutz versagen musste. Ein klarer Verstand hätte mich wohl auf der Stelle des Leben gekostet, denn der menschliche Leib ist nicht für solche Abartigkeiten konstruiert. Hatte gar mein Unterbewusstsein den heiligen Moritz ersonnen und seine Phrasen derart verschlüsselt, dass ein sanfter Schleier der Unwissenheit die tödliche Absurdität der Realität umgab? Jegliche Kraft verlies meinen Körper und hätte ich nicht bereits gekniet, so wäre mein Gesicht beim Auftreffen auf den glitschigen Boden sicherlich in einhundert blutige Teile zerbrochen. Ich war bereits halb vom Schlaf betäubt und so schmerzte der Aufprall weit weniger als die Gewissheit über die verbotene Existenz des monströsen Abgrunds.

„Du darfst jetzt nicht schlafen, bleibe bei mir“, sprach der heilige Moritz fast flehend.
„Geh hinfort, Wahnsinn! Lass mich einfach schlafen und sterben, wenn es so sein soll. Ich hätte nie hierher kommen dürfen.“
„Du bist nicht wahnsinnig. Du hattest keine Wahl. Irgendwann musste es dich an diese Stelle verschlagen. Der Schlund, in welchen du geblickt hast, ist real und sein abscheulicher Gestank wird dich noch lange verfolgen. Die Frage ist nur, ob wir gemeinsam hineinstürzen werden, denn du bist hier, weil es uns gibt.“
„Nein, das darf nicht sein“, erwiderte ich in albtraumhafter Trance versunken.
„Es ist aber so…“

Diese Worte schallten kaum wahrnehmbar als leises Echo durch das dunkle Gewölbe, dann war die Stimme des heiligen Moritz verschwunden. Alsbald warf sich der Schlaf wie ein schwarzer Panther auf mich. Etwa 90 Minuten oder etwas mehr hatte mich das Ungetier in seinem eisernen Griff, dann riss mich ein dämonischer Pfiff aus der gedankenlosen Ruhe. Und so kommt es, dass ich euch heute von diesen zutiefst monströsen und blasphemischen Dingen berichten kann. Auch wenn ihr nur die Hälfte meiner Geschichte glaubt, so sollten eure Leiber zittern, denn die Schicksalsgemeinschaft ist viel größer als ihr annehmen mögt. Wo ich mich jetzt befinde, das müsste ihr nicht wissen: Vielleicht ruhe ich wohlbehütet im Schosse eines prächtigen Herrenhauses, vielleicht bin ich noch immer noch in der feuchten Dunkelheit gefangen. Es spielt einfach keine Rolle, weder für euch noch für mich.

In diesem Sinne!

Ba beneen
Butduma

Einige untern euch mögen sich nun wundern, dass es Dinge und Orte gibt, die weit grässlicher stinken als die mit monströsen Fürzen getränkte Couch, doch ist es tatsächlich so. Die Couchisten sind dennoch in Aufruhr und niedergeschlagen, denn der teuflische Pate hat das Weite gesucht, um seine Kraft und Macht auf wichtigere Dinge lenken zu können. So dämmern wir nun vor uns hin und grübeln, dann zum nächsten Spieltag müssen pünktlich neue Verkündungen vorgenommen werden.

•     •     •

SAPERE AUDE
- Wage es, weise zu sein -

oder nach Immanuel Kant
"Habe Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen!“

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Butduma am 23.01.2018 um 10:35 Uhr bearbeitet
Die Couchingzone |#415
27.01.2018 - 11:39 Uhr
Jahrgang 8 - Ausgabe 21: HINTER DEM ABGRUND


Was bisher Geschah:
Der leidgeprüfte Couchist Butduma stand vor dem stinkigen, brodelnden, schwarzen Loch: Eingang - oder Ausgang - der Darmstätte. Die fauligen Gase an diesem gottverlassenen Ort ließen ihn mit seinem Brechreiz wie mit dem Wahnsinn ringen, kurz: er war am A*rsch. Aber er war nicht allein. Den Teufel und seine 11 apokalyptischen Reiter, vorneweg der gefallene St. Moritz, hatte es ebenfalls in dieses dunkle Tal verschlagen. Der Weg hinaus führte die Schicksalsgemeinschaft wie einst Lemmiwinks durch das mit Schling-Lilien bewehrte Loch und angrenzende Höhlen, wo absehbar Neandertaler warteten, soviel war ihnen klar.

Gerne hätte ich euch an dieser Stelle berichtet, wie die abenteuerliche Reise weiter ging, welchen Gefahren sich die tapferen Gestalten erwehren mussten. Dämonen und guten Geister erwarteten sie mit Prüfungen, die zu bestehen waren. Daher hatte ich mein Pferd Oktavia gesattelt und preschte los. Gerade hatte ich den Schauplatz erreicht und sah St. Moritz mit glänzendem Stollen in einen von Schusters Rappen fliegen. Doch noch bevor ich meine Feder zücken konnte, um von seinem heldenhaften Einsatz zu berichten, war das Spektakel auch schon wieder vorbei.

Zürck blieb die Schar von Schlachtenbummlern, zunächst still rätselnd und wundernd. Was war geschehen? Wer oder was gebot den Kombattanten des runden Leders Einhalt? Langsam, ausgehend von denen, deren Smartphone Internet empfing oder die von der Heimatfront mit Neuigkeiten gefüttert wurden, machte es die Runde. Die zu erzählende Geschichte wurde eine andere.

Es war das Leben, das in die Blase Fussball eingebrochen war. Normalerweise koexistieren diese Welten allenfalls. Es sind Momente wie vergangen Mittwoch, die die Schweinsblase Fussball, die sich gerne so wichtig nimmt und mit heißer Luft aufbläht, um sich in shenklyneske Sphären zu erheben, mit ihrer irdischen Inklusion konfrontiert.

Die ansonsten durchchoreogrfierte Maschinerie stand still. "Es ist nur Fussball" beteuert man sich. Als ob man sich dessen versichern müsste. Gegenseitig. Wir tun und taten dies meiner Meinung nach auch deshalb mit besonderer Inbrunst, weil ansonsten negative Empathien im Fussball eher nicht geduldet werden. Sie werden verdrängt und ausgesperrt. Als wäre die Angst des Torwarts vorm Elfmeter keine humane Gefühlsregung, die Empathie verdient. Im Gegenteil, Angst wird provoziert, der Schwäche des Gegners begegnet man mit Häme, eigener Schwäche mit einem Trainerwechsel.
Man sucht Hoch des Triumphes, will und soll es erzwingen. In seinen ganz großen Momenten kann das Spiel Fussball für die, die den Sport als Spieler oder Fan betreiben, Aufbauhelfer für ganze Staaten sein.

Bewusst oder unbewusst, man taucht in den Fussball - wie in jedes andere Hobby - um sich dem Alltag und seinen Regeln zu entziehen. Andererseits kann man sich selbst dem Fussball wieder entziehen, wenn einem seine Herzensmannschaft dort nur Ungemach beschehrt. Und dann gibt es eben jene Monente, in denen das Herz des Fussball schwächelt, die Maschinerie aussetzt und uns Fussball-Jünger in die Realität zurück katapultiert.

17.000 Menschen, geteilt in zwei Lager kamen am Mittwoch zusammen, um sich zu messen und die beinahe religiös verehrten eigenen Farben siegen und den Gegner am Boden zu sehen. Es ging um viel am Rande des Abgrunds. Doch dann kommt das Leben dazwischen und die Rivalität verblasst und offenbart die Gemeinsamkeit. Besonders das Verhalten des Darmstadter Lagers ist nicht selbstverständlich in einer Welt, wo voller Befindlichekeit und Suche nach Grenzverletzung nicht selten nachgetreten wird. Das verdient Anerkennung. Auch die Bekundungen von Fans anderer Vereine zeigen, dass man im Grunde eine Leidenschaftsgemeinschaft ist.

Diese Momente sind wichtig in einer Welt von Pseudogrenzen zwischen Fanblöcken. Sie offenbaren die pädagogische Kraft des Fussballs, des Sports. Diese liegt u.a. darin, für das Leben zu lernen, mit Rückschlägen fertig zu werden. Alleine für sich. Und in der Gruppe. Und über den Sport hinaus, erkennt man, dass es andere gibt, denen es in ihrem eigenen Leben auch so oder so ähnlich geht. Man lernt, Leid und Freude zu teilen, sich beizustehen - You'll never walk alone!

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Wie der Fussball ist auch die Couch mit dem Hereinbrechen des Lebens konfrontiert. Mal gewinnt die Couch, dann findet ihr das Ergebnis freitags oder an anderen Spieltagen um 12 Uhr - wenn nicht, dann hatte das Leben Vorrang. Aber das nächste Couching kommt bestimmt.

•     •     •

Nichts ersetzt die Romantik eines Flutlichtspiels im Regen... ...und siegen!!

Wir denken nur noch von Grätsche zu Grätsche!

Hate the Game, not the Player!

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Hegermeister am 27.01.2018 um 11:44 Uhr bearbeitet
Die Couchingzone |#416
01.02.2018 - 23:04 Uhr
Jahrgang 8 – Ausgabe 22

HIMMELFAHRTSKOMMANDO AUF DEN SCHWINGEN DER SPIELER-LIEBE

von Vic Dorn

Liebe Freunde! Die Welt geht unter. Der Tag, von dem wir immer hofften, dass er niemals käme, aber von dem wir immer wussten, dass er uns doch irgendwann bevorsteht - Dieser Tag der Finsternis liegt nicht mehr verborgen im diffusen Zukunftsnebel ferner Galaxien. Er rückt näher und näher und bald schon ist er da. Sein unheilvoller Atem weht uns schon aus seinen Nüstern des Verderbens um die Nase. Während wir noch trotzig-tapfer singen „Der FCK wird niemals untergeh’n“ (was zumindest den Vorteil hätte, dass diese gruselige Song-Schmonzette endlich mal im Mahlstrom der Zeit verschwindet), tritt eben das gerade ein, was wir so vehement und ganz ungeniert falsch singend verneinen: Der FCK geht unter. Einfach so. Willkommen auf der pfälzischen Titanic. Our hearts will go on. Die pfälzische Antwort auf die Offenbarung des Johannes: Die Offenbarung des Fritz Walter. Elf Freunde seid ihr einst gewesen, elf Häufchen Asche müsst ihr werden. Als Trostpreis könnte man zum jetzigen Zeitpunkt schon mal mit den Stadionbratwurst-Verkäufern vereinbaren, dass die Stadionbratwurst dann künftig jeden Samstag auf dem Wochenmarkt verkauft wird. Unter genau diesem Namen. Stadionbratwurst. Als letztes, aber immerhin schmackhaftes Überbleibsel eines stiften gegangenen Identifikationsstifters der Region. Heute hier, morgen dort, war mal da, bin jetzt fort…

Oder doch nicht fort? Vielleicht kommt ja doch noch irgendwann inmitten unseres wolkendüsteren Abstiegs-Hades der lächelnde industrielle Retter mit seinem gönnerhaften Blendax-Lächeln, öffnet die Urne mit dem noch nicht ganz erkalteten rot-weißen Aschehäufchen drin und haucht uns neues Phönix-Feuer ein. Der FCK ist tot, es lebe das werbewirksam aufgepimpte FCK-Produkt.

Welchen neuen, dem Zeitgeist angepassten Vereinsnamen würdet ihr dann wählen?
Bosch-Bastarde Pfalz?
Red Coca Koffein-Boys Kaiserslautern?
Siemens Steeldevil-Surprise K-Town?
BASF „Hier stimmt die Chemie“ Betzeboys?

Oder doch:
SAP-Propheten Westpfalz United?
Na, Dietmar?

Aber das ist dissonante Zukunftsmusik.
Wenden wir uns lieber noch mal kurz der nicht weniger misstönenden Gegenwart zu.
In den Missklang der sportlichen Katastrophensituation mischt sich ja gerade ganz frech, unverschämt und ungefragt ein Klang der Harmonie und Herzenswärme hinein. Sogar Hoffnung schwingt da mit. Spinnt die, die Hoffnung? Was hat sie hier verloren an diesem trostlosen teufelsverlassenen Ort? Aber ja, sie ist da. Sie spinnt, aber sie ist da, die Hoffnung. Und sie trägt gleich zwei (altbekannte) Namen:

Nicht nur ein Ruben Jenssen hat bewiesen, dass ein FCK-Herz unter seiner nordisch-kühlen Brust schlägt. So deplatziert und schön. Nein, jetzt haben wir ja auch plötzlich wieder einen Halil.

Ja, wirklich. Halil ist zurück. Es ist wirklich kein feuchter präpubertärer Play-Station-Traum. Es ist wirklich – zwickt mich mal! – Realität. Halil, der bessere Miro, weil er gehalten hat, was man sich nie von ihm, aber umso mehr von eben jenem Miro stets versprochen hat. Das gallenbitter gewordene gallische Dorf ist plötzlich damit konfrontiert, dass es geliebt wird. Von Ex-Spielern, die zu Ex-Ex-Spielern geworden sind, weil sie wieder da sind und die damit alle Gesetzmäßigkeiten des Profit- und Karriere-orientierten Fußball-Business völlig dreist und regelunkonform mit Füßen treten.

Da lichten sich doch glatt für einen kleinen Augenblick die Lethargiewölkchen, die schon so tief über unserem schicken Kaiserslautern hängen. Wenn du denkst, es geht nicht mehr, kommt irgendwo ein Lichtlein her.

Aber wir wären nicht der FCK, wenn wir nicht im gleichen Augenblick imstande wären, dem kleinen Lichtlein fein sofort wieder den Batterie-Saft zu entziehen. Denn düster und drohend wie ein Fanal des Untergangs ist da plötzlich auch ein Herr Frontzeck da. Eben jener Herr Frontzeck, der als Trainer nie wirklich was gerissen hat. Ein Trainer, den auf den ersten Blick nichts für den Trainerjob am erdbebengeschüttelten Betze zu qualifizieren scheint, außer dass er bei „Drei“ nicht auf den Bäumen war. Klar, Handlung war geboten. Ging doch in den letzten Tagen der Steuermann von Bord, dieser sympathische Herzensmensch aus Luxemburg, dessen Punktebilanz sich zwar nicht so wirklich wie ne Offenbarung liest, aber der auf seine ehrliche und authentische Weise schlicht und ergreifend einfach passte. Einer, dem man das Wunder, an das keiner wirklich glaubt, gegönnt hätte. Und jetzt ausgerechnet Frontzeck? Welcome back, liebes Himmelfahrtskommando.

Aber darf man in der Hölle überhaupt von einem Himmelfahrtskommando sprechen?

Und wenn man davon sprechend darf:
Wer ist hier dann eigentlich wessen Himmelfahrtskommando?
Ist Frontzeck unseres?
Oder sind wir seines?
Oder sowohl als auch?
Ich schlage vor, wir einigen uns darauf, dass weder Frontzeck noch wir zurzeit besonders sexy sind. Gleich und Gleich gesellt sich ja bekanntlich gern.
Aber wenn wir schon beide so abtörnend sind – der FCK und Frontzeck, dann lasst uns doch einfach hoffen, dass er und unser rot-weißer Verein ganz dreckig Liebe miteinander machen werden. Dann gibt es nämlich hoffentlich bald wieder Höhepunkte auf dem grünen Rasen. Ja, ja, jaaa, Tooooor….

Die tollkühnsten Blockbuster Hollywoods basieren doch auch auf dem Erfolgsrezept, dass eine absolut hoffnungslose Situation mit einem nicht für möglich gehaltenen Happy End geendet hat. Mal im Ernst: Habt ihr beim Anschauen der Filme „Jäger des verlorenen Schatzes“ und „Tempel des Todes“ mal mitgezählt, wie oft Indiana Jones in diesen Filmen eigentlich hätte sterben müssen? Und: Ist er gestorben?

Damit, liebe Freunde mit den im Abstiegskampf zermahlenen Teufelshörnern, möchte ich für heute schließen. Wir schaffen das! Merkelt euch das!

Oh Graus, jetzt ist mir kurz vor Ende doch nochmal ne Anspielung auf meine allerliebste Herzensdame rausgerutscht. Ich bitte untertänigst um Verzeihung. Ganz ohne Kulturschock geht es bei mir eben nicht.

Dieses Couching wurde ohne den vorausgehenden Konsum von Alkohol, Drogen oder sonstiger bewusstseinsverändernder Substanzen verfasst. Die einzige Droge, die ich konsumiere, nennt sich Zuversicht. Alles wird gut. Egal wie scheizze es bis dahin noch wird. Aber am Ende wird es gut.

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Die Couch lebt es vor: Berti ist weg. Bahli ist weg. Kohlmeyer ist weg. Der Devil pausiert. Das KANN die Couch nicht überleben. Aber sie lebt. Butduma, Newtrial, Hegermeister, wertschche und Vic erfüllen sie immer und immer wieder mit Leben. Allen Gesetzmäßigkeiten zum Trotz. Und was eine stinkige, bierfleckige und durchgefurzte Couch schafft, das schafft auch der große FCK. Wetten?

•     •     •

"And what can I tell you, my brother, my killer?
What can I possibly say?
I guess that I'll miss you. I guess, I'll forgive you.
I'm glad you stood in my way.
If you ever come by here for Jane or for me -
Well, your enemy's sleeping. And his woman is free.
Yes, and thanks for the trouble you took from her eyes.
I thought it was there for good - so I never tried."
(Leonard Cohen)

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Vic Dorn am 01.02.2018 um 23:08 Uhr bearbeitet
Die Couchingzone |#417
08.02.2018 - 04:53 Uhr
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Jahrgang 8, Ausgabe 23

DER UNSINN DES LEBENS

von Newtrial
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Das kann man doch keinem mehr erzählen! Da kriegst Du von klein auf eingebleut, das Universum sei ein riesiges Uhrwerk, Atome funktionierten wie einander anstoßende Billardkugeln und die Entstehung des Lebens sei ein riesiger Zufall – eher Betriebsunfall – der in kosmischen zeitlichen Maßstäben aber auch nur ein Wimpernschlag lang währt. Und Dein vermeintlich "eigenes" Leben? Gerade scheizzt das irgendwas, das eines Tages Dein ICH sein wird, sich noch in die Windeln, bläht sich dann über ein paar durchaus unerfreuliche Kita- und Schuljahre hinweg zu einem – eher minder als mehr ausgeprägten – „Bewusstsein“ auf, und schon erlischt es wieder: entweder schnell, weil Du beim Überqueren der Straße diesen blöden Bus nicht gesehen hast oder aber quälend langsam, weil Du ja unbedingt so steinalt werden musstest, dass die Demenz gar nicht anders konnte, als Deine biologische Festplatte nach und nach zu löschen.

Was also soll dieser ganze Zirkus? Ich meine, verar.schen kann ich mich auch selbst! Dafür muss doch niemand ein so riesiges Universum mitsamt einer Evolution fingieren, die seit nunmehr 13,8 Milliarden Jahren genau dort ein zunehmend strukturiert erscheinendes Ganzes hat entstehen lassen, wo dem zweiten Hauptsatz der Thermodynamik zufolge lediglich zunehmende Langeweile und eine Strukturlosigkeit, die in etwa dem Spiel der Lauterer in der bisherigen Saison entspricht, vorherrschen sollten. Und anstatt sich nach dem Urknall – wie jede ordentliche Explosion – zuerst schnell und dann immer langsamer auszuweiten, beschleunigt sich die Ausdehnung eben dieses Alls immer stärker. Wohinein es sich da eigentlich ausdehnt, wenn es doch selbst alles ist, was ist? Weiß keiner! Das Ganze angetrieben von einer „Dunklen Energie“, die lediglich eine Metapher dafür ist, dass man keinen Schimmer hat, welche gewaltige Pumpe diesen Ballon immer schneller aufbläst – und wann der endlich platzt und uns in Frieden lässt!

Außerdem erzählen sie Dir, nix auf der Welt – nicht mal Osawe – könne schneller als das Licht sein, haben aber kein Problem damit, dass genau jene Quantenschar, aus der dieser ganze unglückliche Klumpen namens Universum besteht, über beliebige Entfernungen hinweg als ein jederzeit perfekt synchronisiertes Ball-ett orchestriert ist. Und dass jenes Elektron, das gerade noch Deine mehr als bescheidene Hirnfunktion elektrifiziert, eine Nanosekunde später mit einer Wahrscheinlichkeit größer Null im Andromedanebel spazieren geht. Und - Überraschung! - schon wieder zurück ist. Und dabei keine Flugbahn zurückgelegt hat, sondern Hannes Waders Heute hier, morgen dort-Losung gefolgt ist. Ich sage nur: "Time And Relative Dimension(s) In Space" - kurz: TARDIS!

Was sagt ihr? Ich soll mal auf dem Teppich bleiben! Ja genau, das ist auch so ein Ding: Die haben nämlich keinen Schimmer, was Gravitation eigentlich ist (nur, dass sie nicht immer so 'ne Welle machen soll). Und sobald sie mal einen winzigen Teil dieses Puzzles enthüllen – indem sie z.B. herausfinden, was Elementarteilchen überhaupt „Masse“ verleiht – schwafeln sie direkt dämlich vom „Gottesteilchen“ rum. Außerdem sind die Materie bildenden Arten von Teilchen auf allen messbaren Skalen ausdehnungslose Punktmassen – wie, zum roten Teufel, kann daraus dann der Betze (sowie der unbedeutende Rest des ja wohl doch ziemlich ausgedehnten Universums) zustande kommen? Wissen sie mal wieder nicht.

Und fragst Du sie, was denn eigentlich Zeit sei, sagen sie Dir, diese nun wieder sei vermutlich eine Erfindung der Uhren. Und nicken dabei relativ bedeutungsvoll, so als wären sie Einstein selbst. Andere wiederum schütteln darob gewichtig den Kopf: Nein, Zeit habe es wohl auch schon vor der Erfindung von Uhren gegeben, das beweise die kosmische Evolution. Materie fände es scheinbar geil, sich zu immer komplexeren Systemen zu formen - und dies benötige halt Zeit. Wenngleich, so wenden andere dagegen ein, alle basalen Prozesse auf Quantenebene (mit einer unbedeutenden Ausnahme) sich als zeitlich umkehrbar erweisen: Das heißt, könntest Du sie filmen und würdest anschließend den Film rückwärts ablaufen lassen, würde das genauso Sinn ergeben. Der Rest sei Statistik und Wahrscheinlichkeit: Zwar reiche die Existenzdauer des Universums dafür nicht aus, im Prinzip aber spräche kein Naturgesetz dagegen, dass die runtergefallene und zerbrochene Tasse sich wieder von selbst zusammensetzt und Du endlich Deinen wohlverdienten Tee genießen könntest. Damit ist es aber - dies als meine ausdrückliche Warnung an euch da draußen! - wie mit der Liebe einer Frau: Wenn Du vertrauensvoll darauf wartest, verdurstest Du unterdessen. Also kein guter Plan! Durchaus bestritten wird ja auch, dass es überhaupt einen Fluss der Zeit gibt: Vielleicht, so sagen manche, leben wir in einem „Blockuniversum“, in dem Zeit – objektiv betrachtet (was immer das in diesem Zusammenhang dann heißen mag) – nicht vergeht, sondern in dem einfach unendliche Schichten quasi eingefrorener Gegenwarten aufeinandergestapelt sind. Unsere Lebensgeschichte – vor allem aber die Abfolge von Spieltagen – wäre dann nur eine Art optischer Täuschung, die einfach daher rührt, dass unsere Wahrnehmung die vierte Raumdimension als "Verstreichen von Zeit" interpretiert. In etwa so, wie jeder stinknormale Film die Illusion fließender Abläufe erzeugt, obwohl er bloß aus Standbildern zusammengesetzt ist. Das einzige, was "wirklich" existiert, wären somit räumlich-vierdimensionale "Weltlinien". Im Falle des FCK halt krumm und krackelig dahingekritzelt, aber dennoch eine Linie. Mithin das, was Schiris vermissen lassen. (Womit dieser Ansatz dann auch schon wieder empirisch widerlegt wäre)

Lange Rede, kurzer Sinn: Wenn Du wissen willst, was die Welt im Innersten zusammenhält, bist Du bei Douglas Adams wohl besser aufgehoben als im CERN. Denn heutige Physiker interessiert dieser Unsinn des Lebens i.d.R. nicht - die sind meist einfach nur Nerds, die es geil finden, den ganzen Scheizz bis hinter die letzte Kommastelle zu berechnen. Allerdings war Douglas Adams wohl noch nicht verrückt genug, so wie es aussieht. Ich bin sicher, lebte er noch, so schriebe er als nächstes ein Buch über den FCK! Das wäre ein gefundenes Fressen für ihn, verfasste er doch auch ein grandioses Werk mit dem Titel „Die letzten ihrer Art“.

Ich jedenfalls halte es nicht für einen Zufall, dass seit Jahren wirklich alles gegen die Interessen des FCK läuft und jede 50:50-Situation zu unseren Ungunsten ausgeht. → Wir dann die allerletzten Kräfte bündeln. → Und mit einem neuen Trainer, der noch nirgendwo großartig was gerissen hat, plötzlich in Braunschweig gewinnen. → Und zwar nicht einfach so, sondern ungeachtet einer Reihe gegnerischer Großchancen in den letzten 20 Spielminuten, die uns in wirklich jedem Saisonspiel zuvor mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit noch das Genick gebrochen hätten.

Wie also bewirkt der „neue Schwung“ durch den Trainerwechsel, dass ein Ball, der praktisch immer in unserem Kasten landet, in so einem Spiel vom Gegner an die Latte gedonnert wird? Wurde der Ball abgelenkt, weil zuviele "seiner" Elektronen kurzzeitig im Andromeda-Nebel auf ein schnelles Bier unterwegs waren? Und wieso bekamen wir in dieser Phase des Spiels vorm eigenen Kasten genau da immer noch ein Bein dazwischen, wo sich sonst der Vucur seinen üblichen Blackout genehmigt? Was genau sind das eigentlich für "Kräfte", die sich nach einhelliger Wahrnehmung aller Beobachter gegen die Braunschweiger verschworen hatten? Und die sich sonst eher gegen uns verschwören?

Um hier kein Missverständnis aufkommen zu lassen: Fußball folgt mit Sicherheit keinem „intelligent design“ – das erkennt man zweifelsfrei an unserer Spielweise („intelligent“?) sowie an unseren Trikots („design“?). Aber mit Newtons mausetotem Uhrwerk-Universum hat Fußball halt auch nix gemein; jedenfalls noch nicht. Die viel bemühte „Fußball-Gott“-Metapher ist andererseits aber auch nicht viel dämlicher als die Begriffswahl „Dunkle Energie“ und „Dunkle Materie“. Für den Fußball, das Universum und den ganzen Rest sollte ehrlicher Weise zugegeben werden, dass wir das Spiel bislang nicht mal ansatzweise durchschauen! Um noch mal Douglas Adams zu zitieren: Die Entstehung des Universums wurde damals, vor 13,8 Milliarden Jahren, von den Leuten allgemein für eine weniger gute Idee gehalten. Galt einfach als zu verrückt! So geht manch einem das heutzutage mit Blick auf die ganze Kickerei auch.

Und damit komme ich zu meiner bahnbrechenden Schlussfolgerung: Es gibt da eine Dimension des Fußballs, die wir zwar wahrnehmen, aber i.d.R. nicht - wie es korrekt wäre - als Charakteristikum des Spiels, sondern wahlweise als "Glück/ Pech", "Schicksal", "DFL-Verschwörung" oder was-weiß-ich-noch-was. Unsere optische Täuschung besteht dabei präziser gesagt darin, dass es halt eben nicht die 22 Figuren auf dem Spielfeld – plus einem blinden Viererteam mit ausgemachter Pfeife an der Spitze – sind, die das Spiel spielen. Sondern dass sie alle - und wir! - von eben diesem SPIEL gespielt werden! Es ist das SPIEL selbst, das sich seine Dramaturgie schafft! So wie es vermutlich auch nur EIN menschliches Bewusstsein gibt, das als "verteiltes System" in einer Vielzahl individueller menschlicher Körper ressortiert. Auch da ist das ganze Gedöns von "Individualität" und "kultureller Vielfalt" wohl bloß eine optische Täuschung: Wir sind nur einfach zu nahe dran, um das GANZE Bild zu erkennen. Und sehen folglich haufenweise Unterschiede, wo die Gemeinsamkeiten, bei Licht betrachtet, doch in geradezu bestürzendem Umfang überwiegen. (Aber krämt euch deswegen nicht, denn zur Welterklärung habt ihr ja euren Newtrial. Immer gerne!)

Doch zurück zum SPIEL als dem eigentlichen Akteur: Dieses hat in Braunschweig dem guten Thorsten Lieberknecht halt eins in die Fres.se geben wollen – ohne deshalb zwangsläufig Sympathien für uns zu entwickeln. Ist das SPIEL also in der Tat ein missgünstiges Ar.schloch? Und wir haben diesmal nur zufällig davon profitiert?

Wenn dem aber so ist: Was sagt das dann über den (Un)Sinn des Lebens im Allgemeinen aus? Wenn sich das Leben durch uns hindurchbewegt und sich dabei eher unserer bedient, als dass wir selbst es gestalten würden – und zwar ganz grundsätzlich, nicht nur, weil Kapitalismus und Schiris das so bestimmen – wer agiert dann eigentlich? Wer zieht die Strippen? Irgendwelche Götter? Die „Natur“ als solche? Die Evolution? Oder am Ende halt eben doch die Frauen, wie die Besten unter uns ja schon immer vermutet haben? Wer oder was es auch immer sein mag, hat hiermit Folgendes zur Kenntnis zu nehmen: Ich möchte bitte nicht noch mal so an den Rand eines Herzinfarkts gebracht werden wie gegen Ende des Braunschweig-Spiels! Hast Du gehört, SPIEL? Eine stinklangweilige FCK-Siegesserie a’la Bayern München – ab sofort und bis Saisonende - geht für mich völlig in Ordnung! Du musst nicht immer die Drama-Queen mimen, SPIEL! Also reiß Dich künftig mal zusammen!

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Der Unsinn des Lebens erschließt sich einem nirgends so eindrücklich wie auf der Couch. Und doch: Trotz herber Verluste in ihren Reihen kämpfen sich die verbliebenen Gefährten Butduma, Hegermeister, Newtrial, Vic Dorn und Werschtche durch den universellen Quantenschaum und suchen Spieltag für Spieltag unverdrossen, das Spielglück zu erzwingen. Denn Lautrer geben niemals auf! Außer manchmal schon nach der Hinrunde.

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Die Couchingzone |#418
15.02.2018 - 18:47 Uhr
Jahrgang 8 - Ausgabe 24

REISEPLÄNE

von werschtche

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Obwohl es morgens noch nicht richtig hell und am Abend ziemlich schnell wieder dunkel ist, beginnt sie jetzt wieder, die Zeit um die Planung der liebsten Freizeitbeschäftigung der Deutschen - der Urlaub. Auch in 2018 versucht jeder die besten Urlaubstage mit Kollegen, Kalender, Lebensabschnittsgefährt(inn)en und dem Spielplan der Weltmeisterschaft in Russland abzugleichen und sich die besten Schnäppchen bei den unzähligen Reiseveranstaltern zu sichern. Flugplätze sind nach den Pleiten von AirBerlin und deren Tochtergesellschaft NikiAir womöglich rar gesät. Wer dieses Jahr zu spät erwacht, könnte unangenehm überrascht werden. Die bekannten Urlaubsländer können früh ausgebucht sein, dann bleibt nur noch der letzte Mist von der Resterampe.

Meine Frau hat mir auch ihre Wünsche des nächsten Urlaubsdomizil bekannt gegeben, sie möchte dorthin, wo es warm und ruhig ist. Ich habe ihr den Heizungskeller vorgeschlagen, seither redet sie nicht mehr mit mir!

Wohin aber geht die Reise des FCK?

Längst ist der Aufenthalt im Schlaraffenland vorbei, wo einem gebratene Europapokalmillionenhühnchen in den Mund geflogen, wo Erstligafernsehgelder, wie Milch und Honig unermüdlich geflossen sind, wo man ohne Ende kandierte Früchte naschen konnte. Nein, heute sind es nur kandidierende Früchtchen, die einem ähnlich dem Kabinenpersonal vorgaukeln, dass alles wunderschön und -bar, der bevorstehende Absturz zu verhindern zu wissen ist. Da klammert man sich an jeden erdenklichen Fallschirm, verpflichtet einen last minute Transfer, der zwar schon altinTopverfassung aber, einen Pilgeransturm auslösen könnte, bei den Besteigungen des höchsten Fußballberges in Deutschland.

Unser Herzensverein hat sich im grauen Winterjanuar von den Strapazen des miesen Wetters in der Pfalz im sonnigen Spanien erholt. Auch durfte jeder Spieler einen Luxusartikel mitnehmen und trotz dieser Zugeständnisse seitens des Vereins kamen in den Testspielen keine zählbaren Erfolge dabei raus. Obwohl keiner früh morgens aufstehen musste, um sein Handtuch auf der Poolliege zu platzieren, ging man in drei Begegnungen baden. Das Buffet war wohl zu reichlich gedeckt, so dass Beine und Bauch schwer und der Kopf zu langsam war. Man kam mit Magenverstimmung van der Vaart wieder zu Hause an - wo es bekanntlich immer am schönsten ist - und spielte lediglich gegen eine dänische Mannschaft keine rote Grütze, sondern konnte einen Sieg buchen.

Ende Januar, zur ersten Busfahrt in Blaue; besser gesagt blau-weiße; erkrankte der Reiseleiter, so dass die prognostizierte Abschiedstournee, mit erstem Halt in Darmstadt vorzeitig abgebrochen werden musste. Ein Nachholtermin steht schon fest, die Busfahrkarten behalten ihre Gültigkeit, der sachkundige Fremdenführer muss jedoch ausgewechselt werden.

Wieder zu Hause gab es gegen Düsseldorf eine Zwischenlandung auf dem Boden der Tatsachen. Keine Punkte im Gepäck - keine schöne Aussicht.

Das Hotel in Braunschweig war zu diesem Zeitpunkt schon gebucht und erwies sich als Glücksreise. Der Zweck heiligt die Mittel, auch an der Front, das nennt man dann Frontzweck und ist so was Ähnliches wie ein Animateur für Bewegungsfaule, für Gedankenstehgeiger. Den Kursteilnehmer wurde Chilipulver in die Buchs geschmiert, sodass sie seither rennen, wie sie noch nie gerannt sind. Einer von denen ist der Sommerneuzugang mit der weitesten Anreise. Er kommt immer mehr in Schwung, hat die Koffer ausgepackt, seinen Jetlag überwunden und sprintet die rechten Aussie- bahn rauf und runter. Der rennt, wie ein Dingo im australischen Busch, der auf der Flucht ist, vor deutschen Rucksacktouristen oder Dschungelbewohnern.

Ein Anderer war zwischenzeitlich scheinbar in Paris, oder denkt ab und zu mal an einen Ausflug dahin, denn anscheinend reichen die Erinnerungen aus dem Reich der Träume um sich zu besinnen, wie es ist, erfolgreich zu spielen. Der süße Geschmack des Sieges übertrifft schließlich alles, was ein Nachspeisenbuffet bieten kann.

Wie es in einem Urlaub üblich, werden neben dem Stadion der fremden Stadt auch Museen, Kirchen und sehenswerte Plätze besucht, das nennt man Kultur. Erfolgt das ganze unverkrampft, locker und entspannt; also spielerisch, nennt man es Spielkultur. Dies lernten die Spieler des FCK in einem Intensivkurs innerhalb von 14 Tagen. Länger durfte es auch nicht dauern, denn einer Umfrage zufolge, entstehen die meisten familiären Streitigkeiten, wenn der Urlaub auch nur einen Tag länger dauert.

Den Aufstieg kann man zum heutigen Tag getrost abhaken, dieser Zug ist abgefahren. Jetzt muss man am Berg handeln, nicht nur die Sicht genießen. Nein, Weitsicht walten lassen und Spieler von der vorzeitigen Abreise überzeugen. Aber welcher Spieler sitzen schon auf gepackten Koffern? Zumindest die, die noch kein Anschlussflugticket haben und die Leiharbeiter aus fremden Ländern - Portugal, Niederlande, Bayern. Vielleicht muss demnächst die Urlaubskasse durch einen Verkauf aufgebessert werden. Vielleicht ist man abgestürzt in ein Loch, das noch weiter unten ist, als die Hölle. Vielleicht aber scheint im nächsten Sommer wieder die Sonne, alle Beteiligten lechzen danach.

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Auf der Couch sitzen Butduma, Hegermeister, Newtrial, Vic Dorn und meine Wenigkeit. Wir können keinen Urlaub machen, wir müssen an jedem Spieltag den Kontrolleuren die Fahrscheine vorweisen zur Unterhaltung der Gäste, die sich in diesen Thread verirren.

•     •     •

„Das Größte, was man erreichen kann, ist nicht, nie zu straucheln, sondern jedes Mal wieder aufzustehen.“ (Nelson Mandela)
„Am Ende wird alles gut. Wenn es nicht gut wird, ist es noch nicht das Ende.“ (Oscar Wilde)
„Ein Spiel zu gewinnen ist leichter, wenn man gut spielt, als wenn man schlecht spielt.“ (Johan Cruyff)
„Wir kaufen Dinge, die wir nicht brauchen, um Leute zu beeindrucken, die wir nicht mögen, mit Geld, das wir nicht haben.“ (Richard David Precht)
Die Couchingzone |#419
20.02.2018 - 09:08 Uhr
Jahrgang 8, Ausgabe 20b: WIEDERHOLTE DARMPROBLEME

Später Abend. Eine Straße. Zwei Gestalten. Begegnung. Gespräch. Pfälzisch.

„Jo, Kai. Unn?“
„Jo. Unn bei dir?“
„Jo alla. Geht so.“
„Alla hopp.“
„Sunschd noch was?“
„Ja. Warum siehsch du so zu’gsaut aus unn stinkschd wie en Otter?“
„Do hinne isch en Haufe. Hab erschd gemänt es wär en Sandhaufe, hott sich awwer als Sau… ähm Scheißhaufe entpuppt.“
„Scheiße!“
„Awwer hallo!“

Zwei Gestalten gehen gemeinsam des Weges. Straßenlaternen. Leuchten.

„Solle ‘mer uns vollsaufe?“
„Jo. Warum nidd?“
„Siehsch du do vorne die Eckkneip mit dere kaputtene Leichtreklame?“
„Nä. Do isch jo dunkel.“
„Ajo. Die Kneip häßt Frontz-Eck.“
„Aha. Kann ‘mer sich dort gut vollsaufe?“
„Jo, des geht ganz gut. Dort kannsch du absacke, versacke und abkacke – alles in änem. Bloß de Bierdurschnitt isch beschisse.“

Zwei Gestalten. Theke. Gespräch. Lallend.

„Warum hosch du eischenendlisch so dicke Ring unner de Ache, Kai?“
„Beschissenes Johr hinner ‘mer.“
„Was isch’n bassiert, du Hahnebämbel?“
„Isch war eischendlisch schunn faschd ganz unne unn dann hott’s widder ä Entlassung gewwe. Häb ‘mer eschd de ***** uffgerisse, häb awwer grad zeläd immer uff de Sack krieschd.“
„Kacke.“
„Jo. Vor de Weihnachde bin ich dann ach noch zwä Mol verpiffe worre.“
„Des gebt’s doch nidd! Unn warum, wenn ich froche darf?“
„Darf’sch du gern, nur wäß ich des selbschd nidd so genau. Schlechtes Karma odder was ach immer.“
„Du armi Sau.“
„Jo. Noch de Weihnachde häb ich dann gemänt, dass es besser geht, awwer dann hott mei Bump versacht.“
„Nä…“
„Doch. Stell der vor, noch uff‘m Wäsch aus‘m Krankehaus bin ich vunn’re ganze Baggasch aus Disseldorf verbrieschelt worre.“
„Des geht doch auf kä Kuhhaut.“
„Muss awwer. Häb mich sogar widder uffgerabbelt.“

Bier rinnt in Kehlen. Viel Bier.

„Reschspekt. Beschisse siehsch’de trotzdemm aus.“
„Jo. G’rad als ich gemänt häb, es geht besser, isch do so e Wald(h..)sau aus’m Gebisch g’sprunge unn ich bin mit’m Fahrrad direkt in den große Scheißhaufe dort nei g’fahre.“
„Scheiße.“
„Jo, des kannsch’de laut sache.“
„Unn jetzert?“
„Wiederholte Darmbrobleme.“
„Her mol zu. Ich glaab mir sollten uns die Lichder wegballere, bevor ‘se endgildisch ausgehn.“
„Wärt! Schnaps!“

Ein Kneipenboden. Zwei Gestalten liegen. Kotze.

In diesem Sinne!

Ba beneen
Butduma

Ein Couch. Fünf Gestalten. Vic. New. Wer. Heger. But. Bier. Texte. Spieltag. Normalerweise pünktlich. Schreiben. Lesen. Bitte. Danke.

•     •     •

SAPERE AUDE
- Wage es, weise zu sein -

oder nach Immanuel Kant
"Habe Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen!“
Die Couchingzone |#420
23.02.2018 - 10:38 Uhr
Jahrgang 8 - Ausgabe 25

BIST DU SCHLAUTRE?


von und mit Hegermeister


"Er kommt! Er kommt!" Schnell rennen die Jungs an Ihren Platz. Er betritt den Saal. In seiner Aura liegt ein diabolischer Anflug.
"So Männer, Bücher weg! Zettel raus! Name drauf! Hausaufgabenüberprüfung!" bellt er in die Bankreihen.
Von dort kommt ein kolltektives Aufstöhnen zurück.
"Oh nöööh, heute ist doch Freitag!?" versucht ein Vorwitziger sein Glück.
"Die einen nennen es Freitag, für die anderen ist es ein Wochentag" entgegnet er lakonisch.
"Sind heute alle anwesend?"
"Nein", Stephan aus der ersten Reihe direkt vis-a-vis des Lehrkörpers schüttelt den Kopf, "Marcel ist nicht da."
"Marcel?! Schon wieder?! Was ist es denn diesmal? Bei den Fehlzeiten muss man sich ja langsam Sorgen um die Versetzung machen...."
Stephan zuckt mit den Schultern und auch sonst hat keiner im Raum eine Information über das nächste Kapitel in Marcels üppiger Krankenakte vorzutragen.
"Na gut. Sonst alle Gesund? Fühlt sich jemand außer Stande, diese kleine Prüfung hinter sich zu bringen?" Sein Blick wandert über die Gesichter seiner Zöglinge. Er erkennt Unwille bei den meisten, aber keinen, der ihm in den nächsten 10 Minuten vom Stuhl zu kippen droht. Bei Claus-Dieter und Mario dampft es zwischen den Ohren und aus den Poren - Cola Chantré, wenn er sich nicht täuschte.
Mehmet lehnte sich demonstrativ mit verschränkten Armen nach hinten und schaute betont desinteressiert aus dem Fenster. Sollte er darauf eingehen? Er nahm das Angebot auf Zeitspiel gerne an. "Mehmet, was' los? Brennst du sonst nicht darauf, jedem dein Wissen aufzubinden?" Verächtlich rollte Mehmet mit den Augen und stieß ein theatralisches "Pff" aus, hohlte die Luft wieder ein und führte aus: "Als ob eine HÜ das praktische Können abbilden könnte. Die Wahrheit liegt auf der Straße. X-periance, ist doch Lodgy." Micha, sein Banknachbar, nickte beflissen.
"Ach Mehmet" schlug er ein übertrieben väterlichen Ton an, "Erfahrung in allen Ehren, aber es schadet doch nichts, darüber hinaus mal ein Buch zu lesen oder? Es soll Menschen gegeben haben, die darin in ihre Erfahrungen niedergeschrieben haben, um sie anderen zugänglich zu machen. Diese könnten nach dem Lesen NOCH schlauer sein." Und an alle gewandt, fuhr er nun wieder in vertrauter Strenge fort: "Männer! 10 Fragen, wie in der Cosmo. Und damit auch unsere Nicht-Muttersprachler eine faire Chance haben - Gell, Falk und Ruud - sind 3 Antwortmöglichkeiten vorgegeben, von denen natürlich nur eine richtig sein kann. Danach sehen wir ja, wer hier als Betz-perte was taugt. Achtet darauf, dass ihr eure Namen richtig schreibt. Stift in die Hand, es geht...

...los!"

1. Die Grätschenfrage: Wer war der Erfinder der "gleitenden Grätsche"?
a) Dr.phil. Ch.Rätsch, Forscher für Umhauendes
b) Werner Liebrich, denn in Lautern tun mir kei' Walzer tanze
c) Benjamin Franklin, der hat ja alles erfunden

2. Die Prinzen-Rolle: Wer ist der einzig ernstzunehmede ballernde Schauspieler
a) Berti Vogts im Tatort, der dem Mörder seines Kaninchen auf der Spur ist
b) Vinnie Jones, der auf Pseudo-Gangster mit alten Knarren losgeht
c) JaCObus Prins, der sich mit den Schergen der SS anlegte und siegte

3. Es fährt ein EC nach Spanien, nur einmal war nicht Endstation
a) Real Madrid
b) FC Barcelona
c) CD Alaves

4. Wer blickt und von Seite 1 entgegen, blond und gut gebaut?
a) Pamela natürlich künstlich
b) Jessica Kastrop, ein Volltreffer
c) Marco Engelhardt, wir denken an dich


5. Sing mein'n Song: Wer schrieb das Betzelied?
a) Warners Kapell ist nicht zu (s)toppen
b) Richard Schneider, wir stimmen ein
c) Kurth Dehn mit de Pfeif in de Kerch

6. Göttlich: Zwei Füße für ein Halleluja
a) Diego Maradonna plus Hand
b) Marian Hristov
c) Jesus Navas

7. Im falschen Film: Die Titel Ein scharfer Schuss und Ein tropfen Gift entstammen
a) Phanthomas
b) Miss Marple
c) Manni der Libero

8. Pferdeliebhaber treffen sich
a) bei Härtings
b) auf dem Martinshof
c) bei Claudia

9. Die Zahlen zum Wochenende: die 6 Richtigen sind
a) 14, 54, 72, 74, 80, 90
b) 03, 05, 07, 08, 52, 98
c) 51, 53, 89, 90, 96, 98

10. Zum Schluss: Das Wetter. Immer wenn es regnet, muss ich an dich denken...
a) ...A-N-N-A
b) ...Fritz Walter
c) ...Hamburg


"So Männer, Zeit ist um. Stifte fallen lassen! Zettel nach vorne durchreichen! Patrick, sammel die Zettel bitte ein und zähle nach."


Die Ergebnisse gibt es nächste Woche.
Aber hier schon mal zur Orientierung:

10 Richtige: Deine Kutte ist dein Schlafanzug. Wannimmer, Woimmer der FCK spielt, du bist schon lange dabei!

9 Richtige: Der FCK und du, ihr gehört zusammen.

8 Richtige: Spürt man da eine Entfremdung?

Weniger als 8 Richtige: Du solltest dir ernsthaft überlegen, eine Dauerkarte für Hoffenheim zu er- oder dich bei Sky zu bewerben.


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Wir auf der Couch sind natürlich alle Betz-perten und erzielen in so einem läppischen Test mal locker aus dem Stand 10 Punkte. Einer von uns hatte sogar 11 Punkte. Der hat wohl 2 Bücher gelesen. Ob es Butduma, Newtrial, Vic_Dorn, Werschtche oder ich war, erfahrt ihr vielleicht mit dem nächsten Couching - laut Stundenplan jeden Freitag um 12 Uhr. Achtet aber bitte immer auf den Vertretungsplan.

•     •     •

Nichts ersetzt die Romantik eines Flutlichtspiels im Regen... ...und siegen!!

Wir denken nur noch von Grätsche zu Grätsche!

Hate the Game, not the Player!
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