Die Couchingzone
13.08.2010 - 13:19 Uhr
08.03.2017 - 22:48 Uhr
Zitat von bahli77
Jetzt kommt der mit "Othello" und Jago ... der großartigste Intrigant der Literaturgeschichte heißt Tullius Destructivus. Überall, wo er in diesem einen wunderbaren Asterix-Band auftaucht, färben sich nachfolgend die Sprechblasen grün ...
Jetzt kommt der mit "Othello" und Jago ... der großartigste Intrigant der Literaturgeschichte heißt Tullius Destructivus. Überall, wo er in diesem einen wunderbaren Asterix-Band auftaucht, färben sich nachfolgend die Sprechblasen grün ...
Tullius Destructivus, einer der Helden meiner Jugend! (**seufz, schmacht**)
Nix gegen Shakespeare - der Mann hat ein paar ganz dufte düstere Stories in die Welt gesetzt - aber an einen Tullius Destructivus kommt sein Jago nun wirklich nicht heran.
Was lernen wir daraus?
Goscinny gegen Shakespeare ---> 1:0
Warum denn in die Klassik schweifen, wenn der Comic liegt so nah?
Mensch, Devil, du hättest deine "Guter-Beitrag"-Zahl verdoppeln könnnen, wenn du für deinen eigentlich sehr lesenswerten Beitrag lieber Namen wie Tullius Destructivus, Asterix, Obelix, Taubenus und Aerobus verwendet hättest. Natürlich mit der gleichen Handlung - es wäre eh keinem aufgefallen.
10.03.2017 - 03:20 Uhr
-------------------------------------------------------------------------
Jahrgang 7, Ausgabe 25
DIE PLASMAWESEN-APOKALYPSE
Von Newtrial
--------------------------------------------------------------------------
WAS BISHER GESCHAH
„Das Fundament des Universums müsste dann als ein Möglichkeitsraum, als Potenzial sich überlagernder Verwirklichungschancen, beschrieben werden, nicht als gigantische Maschinerie. Ganz gemäß der Losung: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel! Verstörend, dass diesen Ansätzen zufolge alle Informationen unseres dreidimensionalen Universums auf einer unendlich weit von uns entfernten Oberflächenebene in zweidimensionaler Weise (zweit-) kodiert sind. Unser Empfinden, in einem dreidimensionalen Raum zu leben, entstünde somit aus so etwas wie einer holographischen Projektion dieser zweidimensionalen Oberfläche.“
CUT
„Draußen wird es langsam hell. Mein Stammhirn rebelliert, begehrt gegen die mit dem Morgen nahende Extinktion auf.“
CUT
„Nun habe ich die Gewissheit, dass ein Teil jener 0,1%, die meine Individualität ausmachen, die Extinktion überstehen werden. Denn der Verein wird weiterleben!“
CUT
„Habe fertig. --- EXTINKTION“
THE END
--- AWAKEN ---
HINTER DEM HORIZONT
Das ambivalente Empfinden nach dem Erwachen aus jenem Aggregatzustand, den sie „Leben“ nennen: Kurze Erleichterung, das lebendige Universum – also der Weltgeist HEGELMEISTER – selbst zu sein, nicht nur ein vergängliches Staubkorn in einem toten All! Aber eben auch: Undefinierbares Bedauern, ein Gefühl des Verlustes und des Vergessens einer wichtigen Information.
Das große Rätsel: Warum begibt man sich als Weltgeist immer wieder in diese schmerzvollen, sterblichen und voneinander getrennten Existenzformen hinein? Was ist denn daraus zu lernen, wenn man doch selbst alles ist, was ist? Was gilt es aus diesem kurzen „Leben“ zu erinnern, was aber dann doch im Erwachen - also dem, was sie „Tod“ nennen - immer wieder vergessen wird? Wie, bei allem gebotenen kosmischen Verständnis, kann sich der Weltgeist denn bitte selbst ein Rätsel sein?
Also wieder von vorne beginnen mit der Arbeit an den Erinnerungsfetzen aus der gerade beendeten Existenzform. Was war es, das keinesfalls vergessen werden durfte?
HEGELMEISTER aktivierte das holographische Netzwerk. Alles Weltwissen war auf dieser zweidimensionalen Oberfläche codiert. Wenn er selbst schon nicht wusste, was er in seiner letzten dreidimensionalen Existenz denn so Besonderes erlebt hatte, musste die Information hier zu finden sein. Akribisch ging er Quantenverschränkung für Quantenverschränkung durch. Da! Ein rundes Objekt, das ihn an etwas zu erinnern schien. Zu hastig wollte er das Start-Qubit auslesen, was umgehend eine besonders massenreiche Sonne zur Supernova kollabieren und die gesuchte Information auf Nimmerwiedersehen in einem Schwarzen Loch verschwinden ließ. Er musste sich einfach besser im Griff haben! Die letzten Erinnerungsengramme der bei der Sternenexplosion unvermittelt untergegangenen, zwei Milliarden Jahre alten, plasmaförmigen Zivilisation drangen in HEGELMEISTERs Weltgeist und störten seine Konzentration. Na toll! Für die nächsten 10 Millionen Jahre konnte er die Suche nun vergessen. So lange würde nämlich die Codierung des Zivilisationswissens der versehentlich vernichteten Plasmawesen dauern, die es sogar fast geschafft hatten, die passende Frage zu der Antwort „42“ zu finden, was das gesamte Universum transformiert hätte. Wirklich dumm gelaufen!
Der Weltgeist legte sich erstmal schlafen. Erneut figurierte in seinen Träumen dieses runde Objekt der Begierde. Was war das bloß? Es strahlte nicht wie eine Sonne, bewegte sich nicht so regelhaft wie ein Planet auf einer elliptischen Umlaufbahn, rotierte zwar mitunter um die eigene Achse – aber längst nicht so schnell wie ein Pulsar – und sandte keine Strahlung aus. Merkwürdige Metaphern formten sich in HEGELMEISTERs Traumerleben: Die Flugkurve des Objektes war „angeschnitten“, die Bewegungsrichtung von einem semi-intelligenten Lebewesen vom Typ „Stieber“ genauso beabsichtigt und Zehntausende andere dieser Lebewesen vom Typ „Stieber“ schrien synchron laut auf, als der Flug des Objekts der Begierde durch ein Netz jäh aufgefangen und beendet wurde. Waren wohl doch nicht so semi-intelligent, so wie die brüllten und jubelten. HEGELMEISTERs Blick wurde durch einen dichten Schleier von aus Wasserstoff und Sauerstoff bestehenden Molekülen getrübt – „Fritz Walter-Wetter“ schoss es ihm durch den nicht vorhandenen Kopf. Er empfand tiefe Befriedigung, was umstandslos per Urknall ein neues Universum mit besonders lebensfreundlichen Bedingungen entstehen ließ. Als HEGELMEISTER erwachte, wusste er, was zu tun war. Denn diesmal hatte er endlich einen Namen.
FRITZ UND DER WELTGEIST
Und diesmal war er auch vorsichtiger beim Aktivieren der Matrix. Er hatte die Weckzeit der Quantenuhr vorsorglich auf 10 Millionen Jahre eingestellt, war entsprechend ausgeruht und die Serverkapazitäten waren nun auch wieder verfügbar. Er schaltete auf „telepathischen Dialogmodus“, was immer etwas Seltsames hatte, weil man dabei als Weltgeist im Grunde innere Selbstgespräche führte. Aber es funktionierte.
„Hallo Fritz Walter! Hörst Du mich und bist Du Dir Deines Quantenzustandes bewusst?“
„HEGELMEISTER, alter Freund! Mit Dir habe ich eh noch ein Hühnchen zu rupfen, so inkompetent, wie Du in den letzten Jahren meines Lebens – und auch noch danach – als ‚Fußball-Gott‘ aufgetreten bist. Dieses Gespräch wird kein Spaziergang für Dich, das verspreche ich.“
„Erzähl mir mehr von diesem ‚Fußball‘. Mir träumte von einem ledernen, kreisrunden Objekt der Begierde. Was ist sein Geheimnis? Und ich kann nur hoffen, dass es ein großes Geheimnis ist, so wie die Plasmawesen dafür leiden und sterben mussten. Und was bitte ist ein Stieber?“
„Deine letzte Frage kann ich nicht beantworten. Aber das Geheimnis des Fußballs liegt tief im Weltgeist selbst begründet. Fragst Du Dich nicht manchmal auch, wieso Du Dir selbst ein Rätsel bist, obwohl Du doch alles bist, was ist?“
„Äääähm, Ja, in der Tat. Aber…“
„Hör auf rumzustottern, ich habe Dir versprochen, dass dieses Gespräch kein Spaziergang für Dich wird. ‚n-Körper-Problem‘? ‚Chaos-Theorie?‘ Dazu jetzt noch mehr oder minder bewusste Wesen, die die Bewegungen von Ball und Spielern absichtlich beeinflussen? Also nicht mehr nur gravitative Einflüsse. Soweit klar?“
„Äääähm….“
„Verflixt HEGELMEISTER, was bringst Du Dir als Weltgeist eigentlich selbst in der Schule bei? So etwas hat ja seinerzeit schon mein Kumpel Horst Eckel seinen Kids in der Realschule in Kusel vermitteln können. Wobei auch dort, zugegeben, einige daran zerbrochen sind und deshalb später z.B. auf die schiefe Paten-Bahn gerieten. Aber egal: Im Kern geht es darum, dass kein Fußballspiel einem anderen gleicht – und dies nicht einmal nach einer unendlichen Folge von Spielen in unendlich vielen Universen je der Fall sein wird oder sein kann. Kannst ja mal einen Test machen und diese Quantenmatrix mit der Aufgabe programmieren, ein beliebiges Spiel auf Basis der Informationen aus den ersten 15 Minuten im weiteren Ablauf zu berechnen. Aber Vorsicht, wenn Du das tatsächlich versuchst, war’s das mit mir, Dir als Weltgeist, dem Universum und dem ganzen Rest, da die Quantenmatrix unweigerlich kollabieren wird. Kommst Du jetzt langsam mal drauf, worum es hier geht? Ich habe zwar ewig Zeit, aber meine Geduld ist begrenzt.“
„Willst Du mir sagen, dass selbst, wenn ich als Weltgeist alles bin, was ist, ich doch nicht wissen kann, wie ich mich selbst entwickle und was die Zukunft bringt?“
„Bravo Einstein, aber das ist noch längst nicht alles! Du kannst nicht mal wissen, wer Du selbst in diesem Moment bist. Du Pflaume durchblickst nicht mal Deine eigene Gegenwart! Um Dich aufgeblasenen Weltgeist zu schaffen, müssen nämlich in jedem Moment unzählige Faktoren zusammenwirken – und niemand vermag dieses Zusammenwirken zu steuern. Und deshalb nehme ich es Dir wirklich übel, dass Du Dich als ‚Fußball-Gott‘ da eingemischt hast. Ja, Du wolltest nur das Beste, das stelle ich nicht in Abrede. Und das mit dem ‚Wunder von Bern‘ hat ja auch geklappt, was aber mehr uns elf Freunden und Sepp Herberger zu verdanken war als Dir! In die FCK-Erfolge aus den 1990er-Jahren hast Du dann aber massiv reingepfuscht und dabei echt übertrieben: Als Aufsteiger zum Meistertitel? Ernsthaft? Die Erschütterung der Macht war damals bis in entfernteste Paralleluniversen – und sogar darüber hinaus bis in die Säbener Strasse – zu vernehmen und hätte um ein Haar sogar das Nichts genichtet. Denkst Du eigentlich nach, bevor Du sowas machst? Oder tust Du es einfach nur, weil Du es kannst?“
„Jetzt mach aber mal halblang, schließlich habe ich Dich groß gemacht und Deinen geliebten FCK zum Mythos werden lassen. Das muss ich mir doch jetzt nicht noch als Unverantwortlichkeit aufs Quantenweißbrot schmieren lassen…“
„…STOPP! Hast Du mir denn überhaupt nicht zugehört? Warum glaubst Du wohl, hast Du mich über die Quantenmatrix angerufen? Ja O.K., O.K., mein Informationspaket abgerufen! Genau, weil Du Träume über ‚angeschnittene Bälle‘ und ‚Fritz Walter-Wetter‘ hattest, die Du Dir nicht erklären konntest. Weil Du das Gefühl hattest, was Wichtiges aus Deinem letzten „Leben“ vergessen zu haben.
Ach ja, nur so nebenbei, die Plasmawesen waren übrigens meine Freunde, Du Honk!
Aber zurück zum Thema: In was, glaubst Du, hast Du als ‚Fußball-Gott‘ mit chronischem Defizit an Durchblick da reingepfuscht?“
„Ich hab’s doch nur gut gemeint! Ich wollte nie, dass ihr absteigt, aber…“
„Du hättest Dich da raushalten müssen! Was glaubst Du, warum ich Dir erzählt habe, dass nie ein Spiel dem anderen gleichen wird? ÜBER DEN FUSSBALL ERNEUERT SICH DAS UNIVERSUM! Und damit leider auch Du, Weltungeist! Und mein geliebter FCK muss und wird sich da selbst wieder rausarbeiten, dazu braucht er weder Dich, noch Dr. Who und UNIT, die X-Men und auch nicht die Agents of S.H.I.E.L.D., Thor und die Avengers! Also halte gefälligst Deine Weltgeistgriffel da raus und besagte Time Lord-, Superhelden- und Halbgötter-Hilfstruppen zurück!“
„Aber Korkut hätte es nicht geschafft…“
„Und deshalb leakst Du mal eben vertrauliche Aufsichtsratsgespräche, versuchst unseren Sportdirektor zu enteiern und störst den gerade erst einsetzenden Erholungs- und Aufbauprozess. WEIL DU ES NUR GUT GEMEINT HAST?!“
„Ich mache es wieder gut…!
„NEIN VERDAMMT, DAS WIRST DU SCHÖN BLEIBEN LASSEN! DU BRINGST ES NOCH FERTIG, DIE UNIVERSELLE WELLENFUNKTION KOLLABIEREN ZU LASSEN UND DANN WIRD ES DAS UNIVERSUM NIE GEGEBEN HABEN!“
„Das täte mir besonders für den FCK leid. Ich bin doch auch nur ein Fan. Aber O.K., ich werde mich nicht mehr einmischen. Was ja bedeutet, dass ich mich nicht mehr in mich selbst einmischen soll. Hmm?! Aber gut. Danke Fritz! Sorry! Und grüß Italia schön von mir!“
„Na klar, ich schicke ihr eine E-Mail. Du weißt schon, dass Du lediglich mit meinem Quantenecho sprichst, oder? Also lass die Sentimentalitäten! Befolge künftig einfach das erste Weltgeist-FCK-Protokoll: 'ALLES IST EINS! AUSSER DER NULL! UND DIE MUSS STEHEN! HINTEN, NICHT VORNE!' Und jetzt raus aus meinen Qubits! --- Warte, halt, noch eins. Na gut, Du hast mich erwischt, ich gebe es zu: Italia und ich haben es irgendwie geschafft, unsere Quantenzustände verschränkt zu halten. Und sie mag Dich, aus welchem Grund auch immer. Jedenfalls: Sie lässt Dich auch lieb grüßen!“
FATAL ERROR
HEGELMEISTER dekohärentierte den Quantenstrom. Schweißgebadet wollte er die Dusche aufsuchen, bis ihm wieder einfiel, dass er derzeit keinen Körper besaß und schweißfrei im Flächenland weilte. Er war voller Reue und besorgte als erstes dem von ihm aus Lautern weg manipulierten Tayfun Korkut einen neuen, einträglichen Job. Und dem FCK eine gesalzene Ablösesumme. Gut gemeint war halt noch lange nicht gut gemacht, das würden sowohl der FCK als auch die Plasmawesen jederzeit bestätigen. Er musste einfach besser werden! Was konnte er nur tun? Und dann durchzuckte ihn die Erkenntnis, was sofort hunderte von Quasaren aufblitzen ließ:
--- Wo stand denn bitte geschrieben, dass die BASF auf ewig nur den Breitensport fördern dürfe?! Und wer war aktuell* deren AR-Vorsitzender? --- Gesichtslos grinsend hackte er sich in den Traum eines gewissen Dr. Jürgen Hambrecht.
…Bis in die Zentrale des Konkurrenten Bayer AG spürte man die Erschütterung der Macht. Und auch der Betzenberg erbebte. Das tödliche Spiel mit dem Investorenhöllenfeuer hatte begonnen.
...to be continued
* Ach ja?!
Ihr Null-Checker, die ihr das Jüngste Gericht für eine Koch-Show haltet, wollt mich darüber belehren, dass wir uns „aktuell“ doch 10 Millionen Jahre in der Zukunft befinden und der AR-Vorsitzende der BASF auch bei robuster Gesundheit so lange wohl kaum im Amt durchhalten dürfte? Ernsthaft jetzt? Wohl noch nie was von einem temporären Fragment gehört, was?
Zu eurer geflissentlichen Kenntnisnahme: „Temporalmechanik“ war mein Vertiefungsfach an der Sternenflottenakademie! Ich kenne mich mit so etwas aus und mache da keine Fehler. Und jetzt Ende der Diskussion!
------------------------------------------
Im nie versiegenden Quantenstrom ist das Couching die einzige Konstante. Möge die Macht mit den Couchistos sein! Und mit jener schrumpfenden Zahl an Getreuen, die ihnen ein „Lesenswert“ verpassen. Auf ewig verdammt sei der Rest des Forum-Operettenpublikums!
Jahrgang 7, Ausgabe 25
DIE PLASMAWESEN-APOKALYPSE
Von Newtrial
--------------------------------------------------------------------------
WAS BISHER GESCHAH
„Das Fundament des Universums müsste dann als ein Möglichkeitsraum, als Potenzial sich überlagernder Verwirklichungschancen, beschrieben werden, nicht als gigantische Maschinerie. Ganz gemäß der Losung: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel! Verstörend, dass diesen Ansätzen zufolge alle Informationen unseres dreidimensionalen Universums auf einer unendlich weit von uns entfernten Oberflächenebene in zweidimensionaler Weise (zweit-) kodiert sind. Unser Empfinden, in einem dreidimensionalen Raum zu leben, entstünde somit aus so etwas wie einer holographischen Projektion dieser zweidimensionalen Oberfläche.“
CUT
„Draußen wird es langsam hell. Mein Stammhirn rebelliert, begehrt gegen die mit dem Morgen nahende Extinktion auf.“
CUT
„Nun habe ich die Gewissheit, dass ein Teil jener 0,1%, die meine Individualität ausmachen, die Extinktion überstehen werden. Denn der Verein wird weiterleben!“
CUT
„Habe fertig. --- EXTINKTION“
THE END
--- AWAKEN ---
HINTER DEM HORIZONT
Das ambivalente Empfinden nach dem Erwachen aus jenem Aggregatzustand, den sie „Leben“ nennen: Kurze Erleichterung, das lebendige Universum – also der Weltgeist HEGELMEISTER – selbst zu sein, nicht nur ein vergängliches Staubkorn in einem toten All! Aber eben auch: Undefinierbares Bedauern, ein Gefühl des Verlustes und des Vergessens einer wichtigen Information.
Das große Rätsel: Warum begibt man sich als Weltgeist immer wieder in diese schmerzvollen, sterblichen und voneinander getrennten Existenzformen hinein? Was ist denn daraus zu lernen, wenn man doch selbst alles ist, was ist? Was gilt es aus diesem kurzen „Leben“ zu erinnern, was aber dann doch im Erwachen - also dem, was sie „Tod“ nennen - immer wieder vergessen wird? Wie, bei allem gebotenen kosmischen Verständnis, kann sich der Weltgeist denn bitte selbst ein Rätsel sein?
Also wieder von vorne beginnen mit der Arbeit an den Erinnerungsfetzen aus der gerade beendeten Existenzform. Was war es, das keinesfalls vergessen werden durfte?
HEGELMEISTER aktivierte das holographische Netzwerk. Alles Weltwissen war auf dieser zweidimensionalen Oberfläche codiert. Wenn er selbst schon nicht wusste, was er in seiner letzten dreidimensionalen Existenz denn so Besonderes erlebt hatte, musste die Information hier zu finden sein. Akribisch ging er Quantenverschränkung für Quantenverschränkung durch. Da! Ein rundes Objekt, das ihn an etwas zu erinnern schien. Zu hastig wollte er das Start-Qubit auslesen, was umgehend eine besonders massenreiche Sonne zur Supernova kollabieren und die gesuchte Information auf Nimmerwiedersehen in einem Schwarzen Loch verschwinden ließ. Er musste sich einfach besser im Griff haben! Die letzten Erinnerungsengramme der bei der Sternenexplosion unvermittelt untergegangenen, zwei Milliarden Jahre alten, plasmaförmigen Zivilisation drangen in HEGELMEISTERs Weltgeist und störten seine Konzentration. Na toll! Für die nächsten 10 Millionen Jahre konnte er die Suche nun vergessen. So lange würde nämlich die Codierung des Zivilisationswissens der versehentlich vernichteten Plasmawesen dauern, die es sogar fast geschafft hatten, die passende Frage zu der Antwort „42“ zu finden, was das gesamte Universum transformiert hätte. Wirklich dumm gelaufen!
Der Weltgeist legte sich erstmal schlafen. Erneut figurierte in seinen Träumen dieses runde Objekt der Begierde. Was war das bloß? Es strahlte nicht wie eine Sonne, bewegte sich nicht so regelhaft wie ein Planet auf einer elliptischen Umlaufbahn, rotierte zwar mitunter um die eigene Achse – aber längst nicht so schnell wie ein Pulsar – und sandte keine Strahlung aus. Merkwürdige Metaphern formten sich in HEGELMEISTERs Traumerleben: Die Flugkurve des Objektes war „angeschnitten“, die Bewegungsrichtung von einem semi-intelligenten Lebewesen vom Typ „Stieber“ genauso beabsichtigt und Zehntausende andere dieser Lebewesen vom Typ „Stieber“ schrien synchron laut auf, als der Flug des Objekts der Begierde durch ein Netz jäh aufgefangen und beendet wurde. Waren wohl doch nicht so semi-intelligent, so wie die brüllten und jubelten. HEGELMEISTERs Blick wurde durch einen dichten Schleier von aus Wasserstoff und Sauerstoff bestehenden Molekülen getrübt – „Fritz Walter-Wetter“ schoss es ihm durch den nicht vorhandenen Kopf. Er empfand tiefe Befriedigung, was umstandslos per Urknall ein neues Universum mit besonders lebensfreundlichen Bedingungen entstehen ließ. Als HEGELMEISTER erwachte, wusste er, was zu tun war. Denn diesmal hatte er endlich einen Namen.
FRITZ UND DER WELTGEIST
Und diesmal war er auch vorsichtiger beim Aktivieren der Matrix. Er hatte die Weckzeit der Quantenuhr vorsorglich auf 10 Millionen Jahre eingestellt, war entsprechend ausgeruht und die Serverkapazitäten waren nun auch wieder verfügbar. Er schaltete auf „telepathischen Dialogmodus“, was immer etwas Seltsames hatte, weil man dabei als Weltgeist im Grunde innere Selbstgespräche führte. Aber es funktionierte.
„Hallo Fritz Walter! Hörst Du mich und bist Du Dir Deines Quantenzustandes bewusst?“
„HEGELMEISTER, alter Freund! Mit Dir habe ich eh noch ein Hühnchen zu rupfen, so inkompetent, wie Du in den letzten Jahren meines Lebens – und auch noch danach – als ‚Fußball-Gott‘ aufgetreten bist. Dieses Gespräch wird kein Spaziergang für Dich, das verspreche ich.“
„Erzähl mir mehr von diesem ‚Fußball‘. Mir träumte von einem ledernen, kreisrunden Objekt der Begierde. Was ist sein Geheimnis? Und ich kann nur hoffen, dass es ein großes Geheimnis ist, so wie die Plasmawesen dafür leiden und sterben mussten. Und was bitte ist ein Stieber?“
„Deine letzte Frage kann ich nicht beantworten. Aber das Geheimnis des Fußballs liegt tief im Weltgeist selbst begründet. Fragst Du Dich nicht manchmal auch, wieso Du Dir selbst ein Rätsel bist, obwohl Du doch alles bist, was ist?“
„Äääähm, Ja, in der Tat. Aber…“
„Hör auf rumzustottern, ich habe Dir versprochen, dass dieses Gespräch kein Spaziergang für Dich wird. ‚n-Körper-Problem‘? ‚Chaos-Theorie?‘ Dazu jetzt noch mehr oder minder bewusste Wesen, die die Bewegungen von Ball und Spielern absichtlich beeinflussen? Also nicht mehr nur gravitative Einflüsse. Soweit klar?“
„Äääähm….“
„Verflixt HEGELMEISTER, was bringst Du Dir als Weltgeist eigentlich selbst in der Schule bei? So etwas hat ja seinerzeit schon mein Kumpel Horst Eckel seinen Kids in der Realschule in Kusel vermitteln können. Wobei auch dort, zugegeben, einige daran zerbrochen sind und deshalb später z.B. auf die schiefe Paten-Bahn gerieten. Aber egal: Im Kern geht es darum, dass kein Fußballspiel einem anderen gleicht – und dies nicht einmal nach einer unendlichen Folge von Spielen in unendlich vielen Universen je der Fall sein wird oder sein kann. Kannst ja mal einen Test machen und diese Quantenmatrix mit der Aufgabe programmieren, ein beliebiges Spiel auf Basis der Informationen aus den ersten 15 Minuten im weiteren Ablauf zu berechnen. Aber Vorsicht, wenn Du das tatsächlich versuchst, war’s das mit mir, Dir als Weltgeist, dem Universum und dem ganzen Rest, da die Quantenmatrix unweigerlich kollabieren wird. Kommst Du jetzt langsam mal drauf, worum es hier geht? Ich habe zwar ewig Zeit, aber meine Geduld ist begrenzt.“
„Willst Du mir sagen, dass selbst, wenn ich als Weltgeist alles bin, was ist, ich doch nicht wissen kann, wie ich mich selbst entwickle und was die Zukunft bringt?“
„Bravo Einstein, aber das ist noch längst nicht alles! Du kannst nicht mal wissen, wer Du selbst in diesem Moment bist. Du Pflaume durchblickst nicht mal Deine eigene Gegenwart! Um Dich aufgeblasenen Weltgeist zu schaffen, müssen nämlich in jedem Moment unzählige Faktoren zusammenwirken – und niemand vermag dieses Zusammenwirken zu steuern. Und deshalb nehme ich es Dir wirklich übel, dass Du Dich als ‚Fußball-Gott‘ da eingemischt hast. Ja, Du wolltest nur das Beste, das stelle ich nicht in Abrede. Und das mit dem ‚Wunder von Bern‘ hat ja auch geklappt, was aber mehr uns elf Freunden und Sepp Herberger zu verdanken war als Dir! In die FCK-Erfolge aus den 1990er-Jahren hast Du dann aber massiv reingepfuscht und dabei echt übertrieben: Als Aufsteiger zum Meistertitel? Ernsthaft? Die Erschütterung der Macht war damals bis in entfernteste Paralleluniversen – und sogar darüber hinaus bis in die Säbener Strasse – zu vernehmen und hätte um ein Haar sogar das Nichts genichtet. Denkst Du eigentlich nach, bevor Du sowas machst? Oder tust Du es einfach nur, weil Du es kannst?“
„Jetzt mach aber mal halblang, schließlich habe ich Dich groß gemacht und Deinen geliebten FCK zum Mythos werden lassen. Das muss ich mir doch jetzt nicht noch als Unverantwortlichkeit aufs Quantenweißbrot schmieren lassen…“
„…STOPP! Hast Du mir denn überhaupt nicht zugehört? Warum glaubst Du wohl, hast Du mich über die Quantenmatrix angerufen? Ja O.K., O.K., mein Informationspaket abgerufen! Genau, weil Du Träume über ‚angeschnittene Bälle‘ und ‚Fritz Walter-Wetter‘ hattest, die Du Dir nicht erklären konntest. Weil Du das Gefühl hattest, was Wichtiges aus Deinem letzten „Leben“ vergessen zu haben.
Ach ja, nur so nebenbei, die Plasmawesen waren übrigens meine Freunde, Du Honk!
Aber zurück zum Thema: In was, glaubst Du, hast Du als ‚Fußball-Gott‘ mit chronischem Defizit an Durchblick da reingepfuscht?“
„Ich hab’s doch nur gut gemeint! Ich wollte nie, dass ihr absteigt, aber…“
„Du hättest Dich da raushalten müssen! Was glaubst Du, warum ich Dir erzählt habe, dass nie ein Spiel dem anderen gleichen wird? ÜBER DEN FUSSBALL ERNEUERT SICH DAS UNIVERSUM! Und damit leider auch Du, Weltungeist! Und mein geliebter FCK muss und wird sich da selbst wieder rausarbeiten, dazu braucht er weder Dich, noch Dr. Who und UNIT, die X-Men und auch nicht die Agents of S.H.I.E.L.D., Thor und die Avengers! Also halte gefälligst Deine Weltgeistgriffel da raus und besagte Time Lord-, Superhelden- und Halbgötter-Hilfstruppen zurück!“
„Aber Korkut hätte es nicht geschafft…“
„Und deshalb leakst Du mal eben vertrauliche Aufsichtsratsgespräche, versuchst unseren Sportdirektor zu enteiern und störst den gerade erst einsetzenden Erholungs- und Aufbauprozess. WEIL DU ES NUR GUT GEMEINT HAST?!“
„Ich mache es wieder gut…!
„NEIN VERDAMMT, DAS WIRST DU SCHÖN BLEIBEN LASSEN! DU BRINGST ES NOCH FERTIG, DIE UNIVERSELLE WELLENFUNKTION KOLLABIEREN ZU LASSEN UND DANN WIRD ES DAS UNIVERSUM NIE GEGEBEN HABEN!“
„Das täte mir besonders für den FCK leid. Ich bin doch auch nur ein Fan. Aber O.K., ich werde mich nicht mehr einmischen. Was ja bedeutet, dass ich mich nicht mehr in mich selbst einmischen soll. Hmm?! Aber gut. Danke Fritz! Sorry! Und grüß Italia schön von mir!“
„Na klar, ich schicke ihr eine E-Mail. Du weißt schon, dass Du lediglich mit meinem Quantenecho sprichst, oder? Also lass die Sentimentalitäten! Befolge künftig einfach das erste Weltgeist-FCK-Protokoll: 'ALLES IST EINS! AUSSER DER NULL! UND DIE MUSS STEHEN! HINTEN, NICHT VORNE!' Und jetzt raus aus meinen Qubits! --- Warte, halt, noch eins. Na gut, Du hast mich erwischt, ich gebe es zu: Italia und ich haben es irgendwie geschafft, unsere Quantenzustände verschränkt zu halten. Und sie mag Dich, aus welchem Grund auch immer. Jedenfalls: Sie lässt Dich auch lieb grüßen!“
FATAL ERROR
HEGELMEISTER dekohärentierte den Quantenstrom. Schweißgebadet wollte er die Dusche aufsuchen, bis ihm wieder einfiel, dass er derzeit keinen Körper besaß und schweißfrei im Flächenland weilte. Er war voller Reue und besorgte als erstes dem von ihm aus Lautern weg manipulierten Tayfun Korkut einen neuen, einträglichen Job. Und dem FCK eine gesalzene Ablösesumme. Gut gemeint war halt noch lange nicht gut gemacht, das würden sowohl der FCK als auch die Plasmawesen jederzeit bestätigen. Er musste einfach besser werden! Was konnte er nur tun? Und dann durchzuckte ihn die Erkenntnis, was sofort hunderte von Quasaren aufblitzen ließ:
--- Wo stand denn bitte geschrieben, dass die BASF auf ewig nur den Breitensport fördern dürfe?! Und wer war aktuell* deren AR-Vorsitzender? --- Gesichtslos grinsend hackte er sich in den Traum eines gewissen Dr. Jürgen Hambrecht.
…Bis in die Zentrale des Konkurrenten Bayer AG spürte man die Erschütterung der Macht. Und auch der Betzenberg erbebte. Das tödliche Spiel mit dem Investorenhöllenfeuer hatte begonnen.
...to be continued
* Ach ja?!
Ihr Null-Checker, die ihr das Jüngste Gericht für eine Koch-Show haltet, wollt mich darüber belehren, dass wir uns „aktuell“ doch 10 Millionen Jahre in der Zukunft befinden und der AR-Vorsitzende der BASF auch bei robuster Gesundheit so lange wohl kaum im Amt durchhalten dürfte? Ernsthaft jetzt? Wohl noch nie was von einem temporären Fragment gehört, was?
Zu eurer geflissentlichen Kenntnisnahme: „Temporalmechanik“ war mein Vertiefungsfach an der Sternenflottenakademie! Ich kenne mich mit so etwas aus und mache da keine Fehler. Und jetzt Ende der Diskussion!
------------------------------------------
Im nie versiegenden Quantenstrom ist das Couching die einzige Konstante. Möge die Macht mit den Couchistos sein! Und mit jener schrumpfenden Zahl an Getreuen, die ihnen ein „Lesenswert“ verpassen. Auf ewig verdammt sei der Rest des Forum-Operettenpublikums!
17.03.2017 - 09:08 Uhr
Jahrgang 7, Ausgabe 26: NOBBY M. UND DER SCHLÜSSEL DES KORKHUT
von Butduma
Gefährlich schwankte der überdimensionale Korkhut auf seinem Kopf, als er mit knöchriger Hand in den linken Tränensack griff. Ein riesiger Sack… Derrick wäre sicherlich der Harry abgefahren. Regen rann von der korkenen Hutkrempe auf den matschigen Waldboden. Den Treffpunkt „Johanniskreuz“ hatte er absichtlich gewählt. Was hier vor sich ging musste fernab jeglicher Zivilisation und guter Gastronomie geschehen. Mit einem schmatzenden Geräusch zog er einen prall gefüllten Schlüsselbund hervor.
„Hier. Nimm.“
Die Augen seines Gegenübers lugten spitzfindig hinter 20 Zentimeter dicken Brillengläsern hervor. Aufgeregt huschten zwei kleine Miniaturwischer über die runden Scheiben.
„Und welcher ist es?“
„Das weiß ich nicht, ich habe ihn selbst nie gefunden“, gab der Mann mit dem Korkhut unumwunden zu.
„Und dafür muss ich hier draußen im Regen stehen?“, fragte der kleine Brillenträger.
Der Korkhut wurde ernst: „Im Regen stehe aktuell nur ich, und das selbst im Trockenen.“
„Ist ja gut. Gib her das Ding. Ich bin schon Pitsche Patsche nass.“
„Merke dir eines, kleiner Mann. Egal wie nass du bist, Aliji ist nasser! Ich verabscheue mich jetzt aus privaten Gründen, Tante Käthe wartet mit neuen Pillen auf mich“, sprachs und verschwand im Dickicht.
Nobby M. pfiff einen ausgewilderten Luchs zu sich und ritt auf ihm zurück Richtung Stadt. Während er im wilden Katzgalopp über Sandsteine und unter Kiefern voran huschte, schossen im angesichts dieser seltsamen Begegnung allerlei Fragen durch die Birne. Konnte es wirklich so einfach sein? Würde ein dämlicher Schlüssel genügen? Warum wollte ihm der Mann mit dem Korkhut eigentlich helfen? War Käthe tatsächliche die Tante dieses Sonderlings? Und die wichtigste aller Fragen: Warum trug man in Anatolien so seltsame Hüte? Sicherlich hatten die alle keine Freundin, wenn sie Zeit dazu fanden, aus der Rinde des Korkbaumes derartige Kopfbedeckungen zu schnitzen. Das war wie mit den sozialen Medien: Der Korkbaum, das Internet des Tür…
… ein Ast haute Nobby M. prachtvoll gegen die Rübe.
Der Kuss fühlte sich männlich an… zu männlich. Als Nobby M. zu sich kam, beugte Uwe S. über ihm und setzte mit weit geöffnetem Mund zur nächsten Beatmung an. Kraft der rückkehrenden Lebensgeister, konnte ihm Nobby M. gerade noch Einhalt gebieten. Mit einem Zewa, das er vorsorglich immer in seinem Brustbeutel trug, wischte er sich den Sabber aus dem Gesicht.
„Was ist passiert?“
„Ich habe dich hier gefunden. Du lagst einfach so im Wald rum“, brummte der bärige Ersthelfer.
„Ich… ähhh ich… ich habe nur nach Pilzen gestiebert. Aber da ist mwenig zu holen heute.“
Uwe S. schaute misstrauisch und stoisch zugleich: „So ist das wohl. Hauptsache du erzählst mir nicht, du suchst den Max zum Moritz. Das hätte ich dir nicht abgekauft, denn jeder Kauf will wohl überlegt sein.“
„Jetzt geht das wieder los“, dachte sich Nobby M und versuchte das Männergespräch auf dem Waldboden auf ein anderes Thema zu lenken. „Und was machst du hier, wenn ich fragen darf? Du siehst ziemlich schmutzig und angeschlagen aus.“
„Ich komme von einem Riesenkampf. Ähnlich wie Kain gegen Abel, nur ohne Tote. Gab richtig schön was auf die Fresse, auch für mich, aber lassen wir es dabei bewenden.“
„Bist ja auch kein richtiger Riese“, entgegnete der kleine Nobby keck, „höchstens mal ein Griesgram.“
„Komm Nobby, ich bring dich jetzt nach Kaiserlautern zum Nähen.“
„Waaaas?“, rief Nobby M. erstaunt.
“Du siffst aus deinem Kopf”, entgegnete Uwe S. mit ruhiger Stimmt. „Schwester Ewa Ton wird das zunähen. Höchstens fünf Stiche. Klassische Fleischwunde.“
Nobby S. kletterte behutsam auf die Schultern von Uwe S., damit ihn dieser zurück in die Stadt tragen konnte. Gerade als sie sich auf den Weg machen wollte, raschelte es im Gebüsch und ferne Stimmen drangen an ihr Ohr.
„… Uh ah, uh ah, uh ah…. Jaqu… Ja… Zou…, uh ah, uh ah, uh ah,…“
Etwas undeutlich, doch immer stärker aufbrandend und damit auch verständlicher.
„Jaques, Jaques, Zoua, uh ah, uh ah, uh ah,… Jacques, Jacques, Zoua, uh ah, uh ah, uh ah,…“
Nobby und Uwe sahen sich aufgeregt an. Der natürliche Stress-Mechanismus setzte ein. Schockstarre, Adrenalin, Fluchtreflex…
Uwe S. flüsterte: „Die Pfälzer Wilden beten ihren afrikanischen Kopfballgott an. Wenn er uns findet, köpft er uns bestimmt K.O.“
Doch es war schon zu spät. Hinter einem Busch sprang ein unzähmbarer Löwe hervor, der sich noch im Flug in einen muskulösen Jüngling mit einer knallengen Silberhose verwandelte. Sein Schrei ging durch Mark und Schienbeinschoner.
„SWAAAAAAAAG!“
Uwe S. schaltete in den Kampfmodus. Er ballte seine Fäuste gen Himmel, Blitze schossen aus ihnen hervor. Unaufhaltsam stürmte der Muskelmann auf die zwei Freunde zu. Kurz bevor er die beiden erreichte – sagen wir mal 1,75 Meter davor – fasste sich der Kopfballgott an den Hintern und lies sich auf dem Waldboden niedersinken. Muskuläre Probleme, Glück gehabt. Uwe S. lief mit Nobby M. auf seinen Schultern davon.
Der Aufstieg zum Betzenberg war sehr anstrengend. Unermüdlich schraubte sich der städtische Hügel in die Höhe. Als die beiden um eine langegezogene Kurve bogen, klopfte Nobby M. seinem Träger auf den spärlich behaarten Kopf.
„Weiß du noch, Uwe?“, presste Nobby M. zwischen zwei lauten Lachern hervor. „Ist der Typ doch tatsächlich auf sein eigenes Gehänge getreten, so tief hing er beim Sprint durch.“
Uwe S. stimmte in das Gelächter ein, dabei blieb ihm eine Weile regelrecht die Luft weg. Doch er sammelte sich wieder: „Ja… heißt ja nicht umsonst Gaussche Glockenkurve hier.“
Beide kugelten sich vor Lachen. In diesem Fall bedeutet dies, dass sie den Aufstieg erneut angehen mussten. Sie waren einfach den Berg heruntergerollt.
Schweißgebadet und ziemlich außer Atem kam Uwe S. mit Nobby M. auf seinen Schultern vor der Geschäftsstelle des örtlichen Fußballvereines an. Der nordische Hüne setzte den bebrillten Mann sanft auf dem Boden ab, doch ließ er ihn nicht los. Seine Finger legten sich wie fleischerne Schraubzwingen um die Arme seines Freundes.
„So jetzt Butter bei die Fische. Was hast du im Wald getrieben und warum zum Teufel hattest du die ganze Zeit einen Ständer, während ich dich hier hoch getragen habe?“
„Ähmmm… ähmmmm…“, stotterte Nobby M.
„Denk dir jetzt keine Geschichten aus, sonst kommst du in den Ballschrank“, brummte Uwe S. bestimmt.
„Ich habe ihn getroffen.“
„Wen?“
„Den Korkhut.“
„Ja und weiter? Ich habe ihn an Tante Käthe verkauft, die hat einen gebraucht. Was treibt ihr also zusammen alleine im Wald?“
Nobby M. schaute beschämt hinter seinen dicken Brillengläsern hervor: „Er hat ihn mir gegeben.“
„Du Schwein!“
„Nicht das, was du meinst.“
„Aber du hattest doch einen Stä…“
Nobby M. griff vorne in seine Hose und zog den rasselnden Schlüsselbund hervor. Er wedelte damit vor Uwe S.‘ Nase. Dieser schreckte wegen dem faden Geruch etwas zurück, doch schlich sich auch Erleichterung in sein Gesicht.
„Du weißt aber schon, dass du die Dinger nicht brauchst. Hier hält dir doch jeder die Tür auf.“
Nobby M. schob seine Brille mit dem Mittelfinger hoch auf die Nase. „Klar doch, bin ja nicht vom Pritsche gefallen.“
„Und warum lässt du dir dann diese Ungetüm von Schlüsselbund andrehen?“, fragte Uwe S.
„Weil er bestimmt dabei ist!“, rief Nobby M. freudig aus und tanzte aufgeregt im Kreis. „Wenn ich ihn finde, dann sind die traurigen Zeiten vorbei. Dann wir gepunktet, gepunktet, gepunktet… ach wie gut, dass niemand weiß, dass ich…“
„… in die Kabine scheiß“, rief Uwe S. laut aus, „es gibt ihn nicht!“
Nobby M. beendete abrupt seinen Freudentanz: „Doch.. doch… doch. Es gibt ihn und ich werde ihn finden.“
„Ich habe ihm mehr Zeit gegeben als jeder andere es getan hätte und er hat in trotzdem nicht gefunden. Hast du dich nicht gefragt, warum er den Schlüsselbund nicht mitgenommen hat, wenn er von der Sache doch so überzeugt ist?“
„Aber…“
„Nichts aber. Reinhängen, kämpfen und keine übertriebenen Experimente mit Höchstanspruch starten.“
Nobby M. sah sein Gegenüber etwas entgeistert an: „Ich wollte aber mal was neues ausprobieren und ich wollte die Garantie, dass es klappt.“
„Hier ein Plan. Steck in dir in den Sack. Das ist das was man braucht.“
Nobby M. betrachtete das Pfälzische Pergament mit großem Bedacht. Er nickte, faltete es zusammen und steckte es in seine etwas zu große Hosentasche. Oben am Fenster der Geschäftsstelle lachte ein Mann. Zufrieden. Aus dem Fenster.
Uwe S. klopfte Nobby M. auf die Schulter und machte sich auf den Weg in die Geschäftsstelle. Kraftvoll riss er die Tür aus den Angeln und winkte mit ihr seinem Freund zu.
„Es ist wie im wahren Leben. Der beste Schlüssel nützt nichts ohne Schloss.“
Nobby M. stand alleine auf dem großen Platz vor dem beeindruckenden Stadion. Er sah in den grauen März-Himmel, tiefblau und wolkenbehangen, die Sonne brannte in seinen Augen. Mit einem lauten Knall fiel der Groschen schließlich auf den fruchtbaren Boden des Intellekts.
Erfolg ist kein Schloss, weshalb sollte es also einen Schlüssel dazu geben? Ehrliche Arbeit und ein Plan im Sack sind die Bringer. Da hatte Uwe S. Recht. Nobby M. setzte sich im Schneidersitz auf den harten Boden. Hinter dem Ohr zog er einen ramponierten Bleistift von IKEA hervor, der Plan lag auf seinen gekreuzten Beinen. Er tat einen tiefen Atemzug und machte sich ans Werk. Mit herausgetreckter Zunge und höchster Konzentration begann er zu zeichnen…
In diesem Sinne!
Ba beneen
Butduma
Auf der Couch nehmen Ahli B., Devil T.D., New T., Meister H., Dick V. und But U. ein gemeinsames Fußbad in lauwarmem Weizenbier, denn sie haben wieder fristgerecht geliefert. Klein Bierfische knabbern an den Zehen und sorgen damit für einen frischen Teint. Nächsten Spieltag ist es dann wieder soweit. Spätestens um 12:00 Uhr.
von Butduma
Gefährlich schwankte der überdimensionale Korkhut auf seinem Kopf, als er mit knöchriger Hand in den linken Tränensack griff. Ein riesiger Sack… Derrick wäre sicherlich der Harry abgefahren. Regen rann von der korkenen Hutkrempe auf den matschigen Waldboden. Den Treffpunkt „Johanniskreuz“ hatte er absichtlich gewählt. Was hier vor sich ging musste fernab jeglicher Zivilisation und guter Gastronomie geschehen. Mit einem schmatzenden Geräusch zog er einen prall gefüllten Schlüsselbund hervor.
„Hier. Nimm.“
Die Augen seines Gegenübers lugten spitzfindig hinter 20 Zentimeter dicken Brillengläsern hervor. Aufgeregt huschten zwei kleine Miniaturwischer über die runden Scheiben.
„Und welcher ist es?“
„Das weiß ich nicht, ich habe ihn selbst nie gefunden“, gab der Mann mit dem Korkhut unumwunden zu.
„Und dafür muss ich hier draußen im Regen stehen?“, fragte der kleine Brillenträger.
Der Korkhut wurde ernst: „Im Regen stehe aktuell nur ich, und das selbst im Trockenen.“
„Ist ja gut. Gib her das Ding. Ich bin schon Pitsche Patsche nass.“
„Merke dir eines, kleiner Mann. Egal wie nass du bist, Aliji ist nasser! Ich verabscheue mich jetzt aus privaten Gründen, Tante Käthe wartet mit neuen Pillen auf mich“, sprachs und verschwand im Dickicht.
Nobby M. pfiff einen ausgewilderten Luchs zu sich und ritt auf ihm zurück Richtung Stadt. Während er im wilden Katzgalopp über Sandsteine und unter Kiefern voran huschte, schossen im angesichts dieser seltsamen Begegnung allerlei Fragen durch die Birne. Konnte es wirklich so einfach sein? Würde ein dämlicher Schlüssel genügen? Warum wollte ihm der Mann mit dem Korkhut eigentlich helfen? War Käthe tatsächliche die Tante dieses Sonderlings? Und die wichtigste aller Fragen: Warum trug man in Anatolien so seltsame Hüte? Sicherlich hatten die alle keine Freundin, wenn sie Zeit dazu fanden, aus der Rinde des Korkbaumes derartige Kopfbedeckungen zu schnitzen. Das war wie mit den sozialen Medien: Der Korkbaum, das Internet des Tür…
… ein Ast haute Nobby M. prachtvoll gegen die Rübe.
Der Kuss fühlte sich männlich an… zu männlich. Als Nobby M. zu sich kam, beugte Uwe S. über ihm und setzte mit weit geöffnetem Mund zur nächsten Beatmung an. Kraft der rückkehrenden Lebensgeister, konnte ihm Nobby M. gerade noch Einhalt gebieten. Mit einem Zewa, das er vorsorglich immer in seinem Brustbeutel trug, wischte er sich den Sabber aus dem Gesicht.
„Was ist passiert?“
„Ich habe dich hier gefunden. Du lagst einfach so im Wald rum“, brummte der bärige Ersthelfer.
„Ich… ähhh ich… ich habe nur nach Pilzen gestiebert. Aber da ist mwenig zu holen heute.“
Uwe S. schaute misstrauisch und stoisch zugleich: „So ist das wohl. Hauptsache du erzählst mir nicht, du suchst den Max zum Moritz. Das hätte ich dir nicht abgekauft, denn jeder Kauf will wohl überlegt sein.“
„Jetzt geht das wieder los“, dachte sich Nobby M und versuchte das Männergespräch auf dem Waldboden auf ein anderes Thema zu lenken. „Und was machst du hier, wenn ich fragen darf? Du siehst ziemlich schmutzig und angeschlagen aus.“
„Ich komme von einem Riesenkampf. Ähnlich wie Kain gegen Abel, nur ohne Tote. Gab richtig schön was auf die Fresse, auch für mich, aber lassen wir es dabei bewenden.“
„Bist ja auch kein richtiger Riese“, entgegnete der kleine Nobby keck, „höchstens mal ein Griesgram.“
„Komm Nobby, ich bring dich jetzt nach Kaiserlautern zum Nähen.“
„Waaaas?“, rief Nobby M. erstaunt.
“Du siffst aus deinem Kopf”, entgegnete Uwe S. mit ruhiger Stimmt. „Schwester Ewa Ton wird das zunähen. Höchstens fünf Stiche. Klassische Fleischwunde.“
Nobby S. kletterte behutsam auf die Schultern von Uwe S., damit ihn dieser zurück in die Stadt tragen konnte. Gerade als sie sich auf den Weg machen wollte, raschelte es im Gebüsch und ferne Stimmen drangen an ihr Ohr.
„… Uh ah, uh ah, uh ah…. Jaqu… Ja… Zou…, uh ah, uh ah, uh ah,…“
Etwas undeutlich, doch immer stärker aufbrandend und damit auch verständlicher.
„Jaques, Jaques, Zoua, uh ah, uh ah, uh ah,… Jacques, Jacques, Zoua, uh ah, uh ah, uh ah,…“
Nobby und Uwe sahen sich aufgeregt an. Der natürliche Stress-Mechanismus setzte ein. Schockstarre, Adrenalin, Fluchtreflex…
Uwe S. flüsterte: „Die Pfälzer Wilden beten ihren afrikanischen Kopfballgott an. Wenn er uns findet, köpft er uns bestimmt K.O.“
Doch es war schon zu spät. Hinter einem Busch sprang ein unzähmbarer Löwe hervor, der sich noch im Flug in einen muskulösen Jüngling mit einer knallengen Silberhose verwandelte. Sein Schrei ging durch Mark und Schienbeinschoner.
„SWAAAAAAAAG!“
Uwe S. schaltete in den Kampfmodus. Er ballte seine Fäuste gen Himmel, Blitze schossen aus ihnen hervor. Unaufhaltsam stürmte der Muskelmann auf die zwei Freunde zu. Kurz bevor er die beiden erreichte – sagen wir mal 1,75 Meter davor – fasste sich der Kopfballgott an den Hintern und lies sich auf dem Waldboden niedersinken. Muskuläre Probleme, Glück gehabt. Uwe S. lief mit Nobby M. auf seinen Schultern davon.
Der Aufstieg zum Betzenberg war sehr anstrengend. Unermüdlich schraubte sich der städtische Hügel in die Höhe. Als die beiden um eine langegezogene Kurve bogen, klopfte Nobby M. seinem Träger auf den spärlich behaarten Kopf.
„Weiß du noch, Uwe?“, presste Nobby M. zwischen zwei lauten Lachern hervor. „Ist der Typ doch tatsächlich auf sein eigenes Gehänge getreten, so tief hing er beim Sprint durch.“
Uwe S. stimmte in das Gelächter ein, dabei blieb ihm eine Weile regelrecht die Luft weg. Doch er sammelte sich wieder: „Ja… heißt ja nicht umsonst Gaussche Glockenkurve hier.“
Beide kugelten sich vor Lachen. In diesem Fall bedeutet dies, dass sie den Aufstieg erneut angehen mussten. Sie waren einfach den Berg heruntergerollt.
Schweißgebadet und ziemlich außer Atem kam Uwe S. mit Nobby M. auf seinen Schultern vor der Geschäftsstelle des örtlichen Fußballvereines an. Der nordische Hüne setzte den bebrillten Mann sanft auf dem Boden ab, doch ließ er ihn nicht los. Seine Finger legten sich wie fleischerne Schraubzwingen um die Arme seines Freundes.
„So jetzt Butter bei die Fische. Was hast du im Wald getrieben und warum zum Teufel hattest du die ganze Zeit einen Ständer, während ich dich hier hoch getragen habe?“
„Ähmmm… ähmmmm…“, stotterte Nobby M.
„Denk dir jetzt keine Geschichten aus, sonst kommst du in den Ballschrank“, brummte Uwe S. bestimmt.
„Ich habe ihn getroffen.“
„Wen?“
„Den Korkhut.“
„Ja und weiter? Ich habe ihn an Tante Käthe verkauft, die hat einen gebraucht. Was treibt ihr also zusammen alleine im Wald?“
Nobby M. schaute beschämt hinter seinen dicken Brillengläsern hervor: „Er hat ihn mir gegeben.“
„Du Schwein!“
„Nicht das, was du meinst.“
„Aber du hattest doch einen Stä…“
Nobby M. griff vorne in seine Hose und zog den rasselnden Schlüsselbund hervor. Er wedelte damit vor Uwe S.‘ Nase. Dieser schreckte wegen dem faden Geruch etwas zurück, doch schlich sich auch Erleichterung in sein Gesicht.
„Du weißt aber schon, dass du die Dinger nicht brauchst. Hier hält dir doch jeder die Tür auf.“
Nobby M. schob seine Brille mit dem Mittelfinger hoch auf die Nase. „Klar doch, bin ja nicht vom Pritsche gefallen.“
„Und warum lässt du dir dann diese Ungetüm von Schlüsselbund andrehen?“, fragte Uwe S.
„Weil er bestimmt dabei ist!“, rief Nobby M. freudig aus und tanzte aufgeregt im Kreis. „Wenn ich ihn finde, dann sind die traurigen Zeiten vorbei. Dann wir gepunktet, gepunktet, gepunktet… ach wie gut, dass niemand weiß, dass ich…“
„… in die Kabine scheiß“, rief Uwe S. laut aus, „es gibt ihn nicht!“
Nobby M. beendete abrupt seinen Freudentanz: „Doch.. doch… doch. Es gibt ihn und ich werde ihn finden.“
„Ich habe ihm mehr Zeit gegeben als jeder andere es getan hätte und er hat in trotzdem nicht gefunden. Hast du dich nicht gefragt, warum er den Schlüsselbund nicht mitgenommen hat, wenn er von der Sache doch so überzeugt ist?“
„Aber…“
„Nichts aber. Reinhängen, kämpfen und keine übertriebenen Experimente mit Höchstanspruch starten.“
Nobby M. sah sein Gegenüber etwas entgeistert an: „Ich wollte aber mal was neues ausprobieren und ich wollte die Garantie, dass es klappt.“
„Hier ein Plan. Steck in dir in den Sack. Das ist das was man braucht.“
Nobby M. betrachtete das Pfälzische Pergament mit großem Bedacht. Er nickte, faltete es zusammen und steckte es in seine etwas zu große Hosentasche. Oben am Fenster der Geschäftsstelle lachte ein Mann. Zufrieden. Aus dem Fenster.
Uwe S. klopfte Nobby M. auf die Schulter und machte sich auf den Weg in die Geschäftsstelle. Kraftvoll riss er die Tür aus den Angeln und winkte mit ihr seinem Freund zu.
„Es ist wie im wahren Leben. Der beste Schlüssel nützt nichts ohne Schloss.“
Nobby M. stand alleine auf dem großen Platz vor dem beeindruckenden Stadion. Er sah in den grauen März-Himmel, tiefblau und wolkenbehangen, die Sonne brannte in seinen Augen. Mit einem lauten Knall fiel der Groschen schließlich auf den fruchtbaren Boden des Intellekts.
Erfolg ist kein Schloss, weshalb sollte es also einen Schlüssel dazu geben? Ehrliche Arbeit und ein Plan im Sack sind die Bringer. Da hatte Uwe S. Recht. Nobby M. setzte sich im Schneidersitz auf den harten Boden. Hinter dem Ohr zog er einen ramponierten Bleistift von IKEA hervor, der Plan lag auf seinen gekreuzten Beinen. Er tat einen tiefen Atemzug und machte sich ans Werk. Mit herausgetreckter Zunge und höchster Konzentration begann er zu zeichnen…
In diesem Sinne!
Ba beneen
Butduma
Auf der Couch nehmen Ahli B., Devil T.D., New T., Meister H., Dick V. und But U. ein gemeinsames Fußbad in lauwarmem Weizenbier, denn sie haben wieder fristgerecht geliefert. Klein Bierfische knabbern an den Zehen und sorgen damit für einen frischen Teint. Nächsten Spieltag ist es dann wieder soweit. Spätestens um 12:00 Uhr.
31.03.2017 - 02:32 Uhr
Jahrgang 7, Ausgabe 27: DER GALGENVOGEL
Mitternacht umgab mich schaurig, als ich einsam, trüb und traurig,
Sinnend saß und las den Bericht vom letzten Spiel.
Darüber wurd ich immer müder und der Blick wurd immer trüber.
Drang von der Tür ein Tocken rüber?
„Ein Besuch, jetzt noch?“ so dacht’ ich, „den der Zufall führet her?
Ein Besucher, sonst Nichts mehr.“
Konnt mich vom Geles'nen noch nicht lösen, wie wichtig wär der Sieg gewesen,
um zu vertreiben all die Wesen, Dämonen, Zweifel, Abstiegsgeister.
Sehnlich wünscht’ ich mir den Morgen, keine Lind’rung war zu borgen
Auch die Foren voller Sorgen – voller Sorgen tief und schwer,
um die einst ruhmreichen aus Lautern -
"Ruhmreich" nennt sie g'rad Niemand mehr!
Und ermannt nach diesen Worten öffnete ich stracks die Pforten:
„Dame oder Herr,“ so sprach ich, „bitte um Verzeihung sehr!
Doch ich war mit matten Blicken im Begriff, in Schlaf zu nicken,
Und so leis scholl Euer Ticken an die Wohnungstüre her,
Daß ich kaum es recht vernommen; doch nun seid willkommen sehr!“
....
Nur Dunkel draußen, sonst Nichts mehr.
Düster in das Dunkel schauend stand ich lange starr und grauend,
der Niedergang, schon lange dauernd; Treibsand zweitklass'ges Mittelmaß.
Zweifel schwarz den Sinn bethörte, Nichts die Stille draußen störte,
man nur die einen Worte hörte, „Oh Fussballgott“, so klang es her;
Selber haucht’ ich’s, und „Fussballschrott“ trug das Echo trauernd her –
nach dem Abstieg kommt Nichts mehr.
Als ich nun mit tiefem Bangen wieder in’s Gemach gegangen,
Hört’ ich bald ein neues Pochen, etwas lauter als vorher.
„Sicher,“ sprach ich da mit Beben, „an das Fenster pocht’ es eben,
Nun wohlan, so laß mich streben, daß ich dieses Pochen klär’ –
Still, mein Herz, so daß ich schau, was denn da draußen wär’.
Ist Wohl der Wind und sonst Nichts mehr.“
Riß das Fenster auf, den Laden runter,
und herein stolziert – o Wunder!
Ein gewalt’ger, hochbejahrter Rabe schwirrend zu mir her;
Flog mit mächt’gen Flügelstreichen, ohne Gruß und Dankeszeichen,
Stolz und stattlich sonder Gleichen, und nach ein, zwei großen Kreisen –
Lies er sich nieder auf der Büst' vom hochverehrten Walter Fritz
Schaut und sitzt - und sonst Nichts mehr.
Dieser fabelhafter Auftritt lenkt vom Trübsinn mich kurz ab,
So elegant und majestätisch, auch der Rabe gravitätisch,
thront und schaut auf mich herab.
„Ob auch alt und nah dem Grabe,“ sprach ich, „bist du doch kein feiger Knabe,
grimmiger, sinistrer Rabe, der Du kamst vom dunklen Staade –
Sprich, welch’ stolzen Namen führst du und welch Ansinn' trieb dich her?“
Sprach der Rabe: „Nimmermehr.“
Dieses Wort nur sprach der Rabe dumpf und hohl, wie aus dem Grabe,
Als ob seine ganze Seele in dem einen Worte wär’.
Weiter Nichts ward dann gesprochen, bin's gewohnt, denn schon seit Wochen,
lässt das Trauerspiel der Truppe, sprachlos, ratlos uns zurück.
Das Schweigen 'gen Raben hab ich gebrochen: „Viele User floh’n seither –
leer und wund und resigniert. Morgen wirst auch du mir fliehen.“
Sprach der Rabe: „Nimmermehr!“
Immer höher stieg mein Staunen bei des Rabens dunklem Raunen,
Doch ich dachte: „Ohne Zweifel weiß er nur dies und sonst Nichts mehr;
Lernt' es bei 'nem and'ren Meister,
dem des Unglücks finstre Geister
Drohten dreist und drohten dreister.
Aachen, Mannheim oder Essen,
verschwanden einst, sind fast vergessen.
Und fortan seufzten sie gar schwer,
Bundesliga? Deutscher Meister?
‚O nimmer – nimmermehr!‘“
Dieses saß ich still ermessend, während der Galgenvogel unablässig
mit Feuerblicken mich traktierte, mich tiefer in die Marter führte.
Und mit schmerzlichen Gefühlen ließ mein Haupt ich lange wühlen.
Vor jedem Spiel seit Wochen schon, diktieren Spieler in ein Mikrophon,
was sie sich haben vorgenommen. "Auch mal den Fuss drauf halten" hört' ich sie reden,
"Wach von Beginn an" "Mutig sein" und "Gas geben".
und bringen dann genau dies nicht auf den Rasen.
So werden Versprechungen zu Phrasen, zu oft gehört in solchenen Phasen.
Selbst elementarste Dinge woll'n nicht gelingen mehr,
so spielt man Stadion und Kasse leer.
So schwindet auch der Glaube der Treusten mehr und mehr.
Kleine Schritte - nimmermehr!
Irgendwie die Klasse halten und dann im Sommer neu gestalten,
wieder mal ein Neuanfang, nur alles besser werden kann.
Junge Sterne verheißen Zukunft, treue Sterne ein Gerüst.
„Uwe,“ rief ich, „Stövers Uwe, ich hoff' ein Zauberer du bist.
Walle! Walle manche Strecke. Bring auch neue Spieler her,
es muss kesseln auf dem Berge. Und verlänger mit den alten
vorhand'nen Hoffnungsträgern, könn'n wir sie halten?"
Sprach der Rabe: „Nimmermehr!“
„Gramprophet!“ rief ich voll Zweifel, „ob Du Vogel oder Teufel!
Ob die Hölle Dich mir sandte, ob der Sturm Dich wehte her!
Du, der von des Nekar Strande – Du, der von dem Schreckenlande
Sich zu mir, dem Trüben, wandte – künde mir mein heiß Begehr:
Durchbrechen wir je wieder den Kreis der Hexe? Gibt zu altem Glanz es Wiederkehr?“
Sprach der Rabe: „Das wird schwer!“
„Sei dies Wort das Trennungszeichen! Vogel, Dämon, Du mußt weichen!
Fleuch zurück dich übern Rhein, kehr doch bei Bad'ner Leuten ein!
Keine Feder laß zurücke mir als Zeichen Deiner Tücke;
Laß allein mich dem Geschicke – nimm andern Tölpel ihre Ruh!
Fort und laß mein Herz in Frieden, scheizz den Wildpark lieber zu!“
Sprach der Rabe "Dort sitzt schon länger mein noch älterer Bruder. Glaubst du wirklich,
du wärst was besonderes? Dann muss ich dich enttäuschen."
Und der Rabe weichet nimmer – sitzt noch immer, sitzt noch immer
Auf der verblassten Walter-Büste; die oben überm Fahrstuhl prangt.
Sitzt mit geisterhaftem Munkeln, seine Feueraugen funkeln
Gar dämonisch aus dem Dunkeln, düstern Schatten um ihn her;
Der Fahrstuhl ohne Lautern in die Top 25 abdüste, der Fahrstuhlschacht gähnt drohlich leer,
nur noch knapp steh'n wir vorm Rand.
Wir brauchen Punkte oder fallen.
Sich erheben – nimmermehr!
-------------------------------------------------------------------------------------
Wie der Rabe so stehen auch wir Couch-POEten dann und wann auf den Schultern von Riesen. Das wann ist dabei gesetzt: freitags und an anderen Spieltagen bis 12 Uhr paraphrasieren Devillo_thell_O, B.U.T. Tolkien, Newtrials Guide to the Galaxy, Vic_Orwell, Bahli Becket und meinereiner auch mal alte Meister zu Ehren eines ruhmreichen 4-fachen Deutschen Meisters.
Mitternacht umgab mich schaurig, als ich einsam, trüb und traurig,
Sinnend saß und las den Bericht vom letzten Spiel.
Darüber wurd ich immer müder und der Blick wurd immer trüber.
Drang von der Tür ein Tocken rüber?
„Ein Besuch, jetzt noch?“ so dacht’ ich, „den der Zufall führet her?
Ein Besucher, sonst Nichts mehr.“
Konnt mich vom Geles'nen noch nicht lösen, wie wichtig wär der Sieg gewesen,
um zu vertreiben all die Wesen, Dämonen, Zweifel, Abstiegsgeister.
Sehnlich wünscht’ ich mir den Morgen, keine Lind’rung war zu borgen
Auch die Foren voller Sorgen – voller Sorgen tief und schwer,
um die einst ruhmreichen aus Lautern -
"Ruhmreich" nennt sie g'rad Niemand mehr!
Und ermannt nach diesen Worten öffnete ich stracks die Pforten:
„Dame oder Herr,“ so sprach ich, „bitte um Verzeihung sehr!
Doch ich war mit matten Blicken im Begriff, in Schlaf zu nicken,
Und so leis scholl Euer Ticken an die Wohnungstüre her,
Daß ich kaum es recht vernommen; doch nun seid willkommen sehr!“
....
Nur Dunkel draußen, sonst Nichts mehr.
Düster in das Dunkel schauend stand ich lange starr und grauend,
der Niedergang, schon lange dauernd; Treibsand zweitklass'ges Mittelmaß.
Zweifel schwarz den Sinn bethörte, Nichts die Stille draußen störte,
man nur die einen Worte hörte, „Oh Fussballgott“, so klang es her;
Selber haucht’ ich’s, und „Fussballschrott“ trug das Echo trauernd her –
nach dem Abstieg kommt Nichts mehr.
Als ich nun mit tiefem Bangen wieder in’s Gemach gegangen,
Hört’ ich bald ein neues Pochen, etwas lauter als vorher.
„Sicher,“ sprach ich da mit Beben, „an das Fenster pocht’ es eben,
Nun wohlan, so laß mich streben, daß ich dieses Pochen klär’ –
Still, mein Herz, so daß ich schau, was denn da draußen wär’.
Ist Wohl der Wind und sonst Nichts mehr.“
Riß das Fenster auf, den Laden runter,
und herein stolziert – o Wunder!
Ein gewalt’ger, hochbejahrter Rabe schwirrend zu mir her;
Flog mit mächt’gen Flügelstreichen, ohne Gruß und Dankeszeichen,
Stolz und stattlich sonder Gleichen, und nach ein, zwei großen Kreisen –
Lies er sich nieder auf der Büst' vom hochverehrten Walter Fritz
Schaut und sitzt - und sonst Nichts mehr.
Dieser fabelhafter Auftritt lenkt vom Trübsinn mich kurz ab,
So elegant und majestätisch, auch der Rabe gravitätisch,
thront und schaut auf mich herab.
„Ob auch alt und nah dem Grabe,“ sprach ich, „bist du doch kein feiger Knabe,
grimmiger, sinistrer Rabe, der Du kamst vom dunklen Staade –
Sprich, welch’ stolzen Namen führst du und welch Ansinn' trieb dich her?“
Sprach der Rabe: „Nimmermehr.“
Dieses Wort nur sprach der Rabe dumpf und hohl, wie aus dem Grabe,
Als ob seine ganze Seele in dem einen Worte wär’.
Weiter Nichts ward dann gesprochen, bin's gewohnt, denn schon seit Wochen,
lässt das Trauerspiel der Truppe, sprachlos, ratlos uns zurück.
Das Schweigen 'gen Raben hab ich gebrochen: „Viele User floh’n seither –
leer und wund und resigniert. Morgen wirst auch du mir fliehen.“
Sprach der Rabe: „Nimmermehr!“
Immer höher stieg mein Staunen bei des Rabens dunklem Raunen,
Doch ich dachte: „Ohne Zweifel weiß er nur dies und sonst Nichts mehr;
Lernt' es bei 'nem and'ren Meister,
dem des Unglücks finstre Geister
Drohten dreist und drohten dreister.
Aachen, Mannheim oder Essen,
verschwanden einst, sind fast vergessen.
Und fortan seufzten sie gar schwer,
Bundesliga? Deutscher Meister?
‚O nimmer – nimmermehr!‘“
Dieses saß ich still ermessend, während der Galgenvogel unablässig
mit Feuerblicken mich traktierte, mich tiefer in die Marter führte.
Und mit schmerzlichen Gefühlen ließ mein Haupt ich lange wühlen.
Vor jedem Spiel seit Wochen schon, diktieren Spieler in ein Mikrophon,
was sie sich haben vorgenommen. "Auch mal den Fuss drauf halten" hört' ich sie reden,
"Wach von Beginn an" "Mutig sein" und "Gas geben".
und bringen dann genau dies nicht auf den Rasen.
So werden Versprechungen zu Phrasen, zu oft gehört in solchenen Phasen.
Selbst elementarste Dinge woll'n nicht gelingen mehr,
so spielt man Stadion und Kasse leer.
So schwindet auch der Glaube der Treusten mehr und mehr.
Kleine Schritte - nimmermehr!
Irgendwie die Klasse halten und dann im Sommer neu gestalten,
wieder mal ein Neuanfang, nur alles besser werden kann.
Junge Sterne verheißen Zukunft, treue Sterne ein Gerüst.
„Uwe,“ rief ich, „Stövers Uwe, ich hoff' ein Zauberer du bist.
Walle! Walle manche Strecke. Bring auch neue Spieler her,
es muss kesseln auf dem Berge. Und verlänger mit den alten
vorhand'nen Hoffnungsträgern, könn'n wir sie halten?"
Sprach der Rabe: „Nimmermehr!“
„Gramprophet!“ rief ich voll Zweifel, „ob Du Vogel oder Teufel!
Ob die Hölle Dich mir sandte, ob der Sturm Dich wehte her!
Du, der von des Nekar Strande – Du, der von dem Schreckenlande
Sich zu mir, dem Trüben, wandte – künde mir mein heiß Begehr:
Durchbrechen wir je wieder den Kreis der Hexe? Gibt zu altem Glanz es Wiederkehr?“
Sprach der Rabe: „Das wird schwer!“
„Sei dies Wort das Trennungszeichen! Vogel, Dämon, Du mußt weichen!
Fleuch zurück dich übern Rhein, kehr doch bei Bad'ner Leuten ein!
Keine Feder laß zurücke mir als Zeichen Deiner Tücke;
Laß allein mich dem Geschicke – nimm andern Tölpel ihre Ruh!
Fort und laß mein Herz in Frieden, scheizz den Wildpark lieber zu!“
Sprach der Rabe "Dort sitzt schon länger mein noch älterer Bruder. Glaubst du wirklich,
du wärst was besonderes? Dann muss ich dich enttäuschen."
Und der Rabe weichet nimmer – sitzt noch immer, sitzt noch immer
Auf der verblassten Walter-Büste; die oben überm Fahrstuhl prangt.
Sitzt mit geisterhaftem Munkeln, seine Feueraugen funkeln
Gar dämonisch aus dem Dunkeln, düstern Schatten um ihn her;
Der Fahrstuhl ohne Lautern in die Top 25 abdüste, der Fahrstuhlschacht gähnt drohlich leer,
nur noch knapp steh'n wir vorm Rand.
Wir brauchen Punkte oder fallen.
Sich erheben – nimmermehr!
-------------------------------------------------------------------------------------
Wie der Rabe so stehen auch wir Couch-POEten dann und wann auf den Schultern von Riesen. Das wann ist dabei gesetzt: freitags und an anderen Spieltagen bis 12 Uhr paraphrasieren Devillo_thell_O, B.U.T. Tolkien, Newtrials Guide to the Galaxy, Vic_Orwell, Bahli Becket und meinereiner auch mal alte Meister zu Ehren eines ruhmreichen 4-fachen Deutschen Meisters.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Hegermeister am 31.03.2017 um 02:41 Uhr bearbeitet
31.03.2017 - 13:37 Uhr
AUF DIE GLOCKE!
Wie versteinert in der Kurve
steht Hegermeister angstgebannt
Heute muß ein Sieg es werden
Auf, ihr Buben - und spielt nicht Hand!
Von der Stirne heiß
rinnen muß der Schweiß!
Wird das Spiel den Meier loben
ist euch das Publikum gewogen
Alter Meier, ääh alte Meister im Couching - das ist neu! Und nicht nur in Anbetracht der Uhrzeit des Couchingversandes fragt man sich: Wie besoffen muss einer sein um so ein geiles Teil zusammenzufrickeln!
So spricht Newtrial, sonst Nichts mehr!
Wie versteinert in der Kurve
steht Hegermeister angstgebannt
Heute muß ein Sieg es werden
Auf, ihr Buben - und spielt nicht Hand!
Von der Stirne heiß
rinnen muß der Schweiß!
Wird das Spiel den Meier loben
ist euch das Publikum gewogen
Alter Meier, ääh alte Meister im Couching - das ist neu! Und nicht nur in Anbetracht der Uhrzeit des Couchingversandes fragt man sich: Wie besoffen muss einer sein um so ein geiles Teil zusammenzufrickeln!
So spricht Newtrial, sonst Nichts mehr!
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Newtrial am 31.03.2017 um 14:07 Uhr bearbeitet
03.04.2017 - 08:42 Uhr
Hergermeister, Hegermeister,
diese Worte zäh wie Kleister,
kleben nun in meinem Geiste,
weil der Schiri war so dreiste
und uns reudig Punkte stahl.
Frage, die ich mir nun stelle,
Hergermeister mich erhelle!
Ist der Rabe sehr gerissen,
hat er die Büste zugeschissen?
diese Worte zäh wie Kleister,
kleben nun in meinem Geiste,
weil der Schiri war so dreiste
und uns reudig Punkte stahl.
Frage, die ich mir nun stelle,
Hergermeister mich erhelle!
Ist der Rabe sehr gerissen,
hat er die Büste zugeschissen?
03.04.2017 - 11:24 Uhr
metaphorisch ganz gewiss,
dies Untier auf den Walter schiss
und zwar just in dem Momente
als des Schiris Pfeife klemmte
und mal wieder fehlt der Elfer-Pfiff
Und nicht wie Newtrial es vermut',
war es Wermut - stattdessen Wehmut,
die dies große Werk von Poe,
aus einer dunklen Ecke zog
Werk voll Wahn und Unheil, die da droht...
Edit wundert sich der Tage,
In Anbetracht der miesen Lage,
aund ausbleibend Erwachen aus dem Alptraum
nach wie vor vergraben bleibt der Panikraum?!
Ist's Apathie oder fehlende Panik, das ist die Frage...
dies Untier auf den Walter schiss
und zwar just in dem Momente
als des Schiris Pfeife klemmte
und mal wieder fehlt der Elfer-Pfiff
Und nicht wie Newtrial es vermut',
war es Wermut - stattdessen Wehmut,
die dies große Werk von Poe,
aus einer dunklen Ecke zog
Werk voll Wahn und Unheil, die da droht...
Edit wundert sich der Tage,
In Anbetracht der miesen Lage,
aund ausbleibend Erwachen aus dem Alptraum
nach wie vor vergraben bleibt der Panikraum?!
Ist's Apathie oder fehlende Panik, das ist die Frage...
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Hegermeister am 03.04.2017 um 11:50 Uhr bearbeitet
03.04.2017 - 18:12 Uhr
Geht der Abgesang des Raben
mir doch voll am Poe vorbei
So lasst uns denn den Torschuss wagen
sonst ist bald alles Einerlei
Nicht Wehmut, noch Wermut, Wehr-Mut allein
kann wenden dies tollwütig-grausig Geschick
gebiert grätschende Helden in der Not
wo Spielkultur greift nimmermehr
zwingt garstig Schicksal in die Knie
wo alles zu Ende scheint und leer
Wo eben noch chancentode Wüste
erstrahlt des Walter Fritzens Büste
wo Görtlers Kopfball offenbarte den Tor
stiebert das Leder nun ins Bochumer Tor
Die Wut über des Rabens Schiss
verleiht der Truppe endlich Biss
wäscht rein die große Tradition
der Nicht-Abstieg sei unser Lohn!
mir doch voll am Poe vorbei
So lasst uns denn den Torschuss wagen
sonst ist bald alles Einerlei
Nicht Wehmut, noch Wermut, Wehr-Mut allein
kann wenden dies tollwütig-grausig Geschick
gebiert grätschende Helden in der Not
wo Spielkultur greift nimmermehr
zwingt garstig Schicksal in die Knie
wo alles zu Ende scheint und leer
Wo eben noch chancentode Wüste
erstrahlt des Walter Fritzens Büste
wo Görtlers Kopfball offenbarte den Tor
stiebert das Leder nun ins Bochumer Tor
Die Wut über des Rabens Schiss
verleiht der Truppe endlich Biss
wäscht rein die große Tradition
der Nicht-Abstieg sei unser Lohn!
05.04.2017 - 09:18 Uhr
Jahrgang 7 - Ausgabe 28
The Kackbirds sing "Hallelujah"
Von Bahli
Ich bin kein Freund von Abgesängen. Vor allem, weil ich eigentlich weiß, dass jede Talsohle irgendwann überwunden wird. Ich wusste aber scheinbar nicht, dass das Tal, in dem ich - nein, ein Fußballverein - aktuell wandelt, einer Wüste der Größe einer Sahara zu ähneln scheint. Geduld? Ihr meint, ein Fußballfan müsste doch Geduld haben? Ja, ich bin ganz eurer Meinung. Und ich gestehe auch gerne, dass ich diese Geduld - besser das Besitzen derselben - seit gefühlten Ewigkeiten selbst gepredigt habe. Allerdings bin ich diesem Stadium massiv entwachsen. Ich bringe keine Geduld mehr auf, ich bin kurz davor zu verdursten oder zu verhungern. Oder beides gleichzeitig.
Now I've heard there was a secret chord
That they played
And it pleased the football Lord
But you don't really care for football
Do you?
It goes like this
Last season we were fourth
This season we are tenth
Next season we will be last
The minor falls
The major lifts
The baffled king composing
Hallelujah
Hallelujah
Hallelujah
Hallelujah
Hallelujah
Jahrelang speiste und tränkte mich der Gedanke, dass es das doch nicht gewesen sein kann. Andere kamen doch auch zurück aus der Versenkung. Der Glaube an ein Wunder war ja auch nicht schwer - genug davon haben wir älteren Fans ja auch hautnah miterleben dürfen. Die Neunziger waren voll davon, wir waren hoch oben im Olymp. Es war damals nur eine Frage der Zeit bis wir gleichauf mit den anderen von der Spitze winkten. Doch dieser Glaube war trügerisch, er war eine vor dir wandelnde Fata Morgana. Tja, du dämliches Schaf, lachst über die Kirchgänger am Sonntag und bist doch auch nur das typische Herdentier. Hauptsache gedankenlos hinterhergelaufen.
Your faith was strong but you needed proof
You saw them struggling on the edge
Their elegance
And the moonlight overthrew them
They tied you to a kitchen chair
They broke your throne
And they cut your hair
And from your lips they drew the Hallelujah
Hallelujah
Hallelujah
Hallelujah
Hallelujah
Über eine Dekade hing ich an den Lippen derer, von denen ich die Hoffnung hatte, sie wissen und sie sehen. Opium für den Fan war überall zu finden - bei Freunden und Bekannten, in den einschlägigen Medien und in den angesagten Foren. Die alte Schrulle an meinem Kiosk, bei der ich an Samstagen die Rheinpfalz kaufe, sagte schon seit Jahren diesen verhängnisvollen Satz - "Ihr kocht doch mit dem gleichen Wasser wie die vielen anderen Verliererclubs". Mein Kopf hatte eine klare Einschätzung dieser Dame: Die hat sie doch nicht alle, die kann man doch nicht ernst nehmen. Nun, manchmal schadet es nicht, seinen Opium-Horizont auch mit weniger schönen Perspektiven zu garnieren. Es macht dann doch vieles leichter. Nur das hören, was man hören will, endet irgendwann in totaler Frustration. Und genau da bin ich jetzt. Frustriert bis unter die Haarwurzel.
You say I took the Name in vain
I don't even know the Name
But if I did
Well really
What's it to you?
There's a blaze of light in every word
It doesn't matter which you heard
The holy or the broken Hallelujah
Hallelujah
Hallelujah
Hallelujah
Hallelujah
Ich ertappte mich gestern bei der Inbetriebnahme meines neuen Fernsehers, dass ich mich freute, dass ich auf dieser Kiste auch das Skyticket nutzen kann. Meine Frau meinte nur, dass sie sich nur an wenige Wochenenden erinnern kann, in denen ich im siebten Himmel hing und von den nächsten Meisterschaften schwadronierte. Ansonsten wäre meine Laune nach der Nutzung der Himmelsleiter eher trübe gewesen. Übrigens rein psychologisch eine sehr interessante Sache. Du redest verzweifelt solange mit einem klammen Strohhalm bis du den Mut aufbringst, wieder über deinen - nennen wir ihn - realistischen Schatten zu springen. Du rettest dich durch die Woche und lässt die Hoffnung so lange nach dir greifen bis du doch wieder den Fernseher einschaltest. Jeder Nichtfußballfan greift sich bei so einem Verhalten nur an die Birne - zu Recht!
I did my best
But it wasn't enough
I couldn't feel
So I tried to touch
I've told the truth
I didn't come to fool you
And even though it all went wrong
I'll stand before the Lord of song
With nothing on my tongue
But Hallelujah
Hallelujah
Hallelujah
Hallelujah
Hallelujah
Hallelujah
Hallelujah
Hallelujah
Hallelujah
Möglicherweise war dies mein Schwanengesang. Ich weiß nicht, wie lange ich noch die Kraft aufbringe, mir das alles noch schön zu reden. Der elende Kampf zwischen Kopf und Bauch steht auf der Kippe. Wer gewinnt, hängt davon ab, ob sich weiterhin Opium finden lässt. Es sich herbeizureden, ist mittlerweile aussichtslos. Der Widerstand in mir wird zu groß. Einzig mit einer Siegesserie ließe sich wahrscheinlich die Misere verlängern. Aber will ich das? Ja! Nein! Gut, ich bin mir nicht sicher. Noch nicht. Aber ich stehe auf des Messers Schneide. Ich weiß, dass die Entscheidung naht. Ich weiß, dass ich bald auffahre, wohin mich mein Verstand ruft.
Ich weiß ES!
Amen
Bahli
Auf der Couch genehmigen sich Reverend "Lasttrial", Reverend "Butsidutsi", Reverend "Schinkenhäger", Reverend "Dick Vorn", Reverend "Der Erleuchtete" und Reverend "Kannnichmehr" ein bisschen Musik. "Where the Devil Won't Stay" dröhnt aus den Boxen neben dem Kühlschrank. In allen Gesichtern steht das Entsetzen. Denn alle haben gesehen und ...
... sie wissen ES!
Hallelujah
https://www.youtube.com/watch?v=2FpwjQLZTTs
https://www.youtube.com/watch?v=F8c5Tk1RrYs
Where the Devil Won't Stay
https://www.youtube.com/watch?v=hLwrPDRRnf8
The Kackbirds sing "Hallelujah"
Von Bahli
Ich bin kein Freund von Abgesängen. Vor allem, weil ich eigentlich weiß, dass jede Talsohle irgendwann überwunden wird. Ich wusste aber scheinbar nicht, dass das Tal, in dem ich - nein, ein Fußballverein - aktuell wandelt, einer Wüste der Größe einer Sahara zu ähneln scheint. Geduld? Ihr meint, ein Fußballfan müsste doch Geduld haben? Ja, ich bin ganz eurer Meinung. Und ich gestehe auch gerne, dass ich diese Geduld - besser das Besitzen derselben - seit gefühlten Ewigkeiten selbst gepredigt habe. Allerdings bin ich diesem Stadium massiv entwachsen. Ich bringe keine Geduld mehr auf, ich bin kurz davor zu verdursten oder zu verhungern. Oder beides gleichzeitig.
Now I've heard there was a secret chord
That they played
And it pleased the football Lord
But you don't really care for football
Do you?
It goes like this
Last season we were fourth
This season we are tenth
Next season we will be last
The minor falls
The major lifts
The baffled king composing
Hallelujah
Hallelujah
Hallelujah
Hallelujah
Hallelujah
Jahrelang speiste und tränkte mich der Gedanke, dass es das doch nicht gewesen sein kann. Andere kamen doch auch zurück aus der Versenkung. Der Glaube an ein Wunder war ja auch nicht schwer - genug davon haben wir älteren Fans ja auch hautnah miterleben dürfen. Die Neunziger waren voll davon, wir waren hoch oben im Olymp. Es war damals nur eine Frage der Zeit bis wir gleichauf mit den anderen von der Spitze winkten. Doch dieser Glaube war trügerisch, er war eine vor dir wandelnde Fata Morgana. Tja, du dämliches Schaf, lachst über die Kirchgänger am Sonntag und bist doch auch nur das typische Herdentier. Hauptsache gedankenlos hinterhergelaufen.
Your faith was strong but you needed proof
You saw them struggling on the edge
Their elegance
And the moonlight overthrew them
They tied you to a kitchen chair
They broke your throne
And they cut your hair
And from your lips they drew the Hallelujah
Hallelujah
Hallelujah
Hallelujah
Hallelujah
Über eine Dekade hing ich an den Lippen derer, von denen ich die Hoffnung hatte, sie wissen und sie sehen. Opium für den Fan war überall zu finden - bei Freunden und Bekannten, in den einschlägigen Medien und in den angesagten Foren. Die alte Schrulle an meinem Kiosk, bei der ich an Samstagen die Rheinpfalz kaufe, sagte schon seit Jahren diesen verhängnisvollen Satz - "Ihr kocht doch mit dem gleichen Wasser wie die vielen anderen Verliererclubs". Mein Kopf hatte eine klare Einschätzung dieser Dame: Die hat sie doch nicht alle, die kann man doch nicht ernst nehmen. Nun, manchmal schadet es nicht, seinen Opium-Horizont auch mit weniger schönen Perspektiven zu garnieren. Es macht dann doch vieles leichter. Nur das hören, was man hören will, endet irgendwann in totaler Frustration. Und genau da bin ich jetzt. Frustriert bis unter die Haarwurzel.
You say I took the Name in vain
I don't even know the Name
But if I did
Well really
What's it to you?
There's a blaze of light in every word
It doesn't matter which you heard
The holy or the broken Hallelujah
Hallelujah
Hallelujah
Hallelujah
Hallelujah
Ich ertappte mich gestern bei der Inbetriebnahme meines neuen Fernsehers, dass ich mich freute, dass ich auf dieser Kiste auch das Skyticket nutzen kann. Meine Frau meinte nur, dass sie sich nur an wenige Wochenenden erinnern kann, in denen ich im siebten Himmel hing und von den nächsten Meisterschaften schwadronierte. Ansonsten wäre meine Laune nach der Nutzung der Himmelsleiter eher trübe gewesen. Übrigens rein psychologisch eine sehr interessante Sache. Du redest verzweifelt solange mit einem klammen Strohhalm bis du den Mut aufbringst, wieder über deinen - nennen wir ihn - realistischen Schatten zu springen. Du rettest dich durch die Woche und lässt die Hoffnung so lange nach dir greifen bis du doch wieder den Fernseher einschaltest. Jeder Nichtfußballfan greift sich bei so einem Verhalten nur an die Birne - zu Recht!
I did my best
But it wasn't enough
I couldn't feel
So I tried to touch
I've told the truth
I didn't come to fool you
And even though it all went wrong
I'll stand before the Lord of song
With nothing on my tongue
But Hallelujah
Hallelujah
Hallelujah
Hallelujah
Hallelujah
Hallelujah
Hallelujah
Hallelujah
Hallelujah
Möglicherweise war dies mein Schwanengesang. Ich weiß nicht, wie lange ich noch die Kraft aufbringe, mir das alles noch schön zu reden. Der elende Kampf zwischen Kopf und Bauch steht auf der Kippe. Wer gewinnt, hängt davon ab, ob sich weiterhin Opium finden lässt. Es sich herbeizureden, ist mittlerweile aussichtslos. Der Widerstand in mir wird zu groß. Einzig mit einer Siegesserie ließe sich wahrscheinlich die Misere verlängern. Aber will ich das? Ja! Nein! Gut, ich bin mir nicht sicher. Noch nicht. Aber ich stehe auf des Messers Schneide. Ich weiß, dass die Entscheidung naht. Ich weiß, dass ich bald auffahre, wohin mich mein Verstand ruft.
Ich weiß ES!
Amen
Bahli
Auf der Couch genehmigen sich Reverend "Lasttrial", Reverend "Butsidutsi", Reverend "Schinkenhäger", Reverend "Dick Vorn", Reverend "Der Erleuchtete" und Reverend "Kannnichmehr" ein bisschen Musik. "Where the Devil Won't Stay" dröhnt aus den Boxen neben dem Kühlschrank. In allen Gesichtern steht das Entsetzen. Denn alle haben gesehen und ...
... sie wissen ES!
Hallelujah
https://www.youtube.com/watch?v=2FpwjQLZTTs
https://www.youtube.com/watch?v=F8c5Tk1RrYs
Where the Devil Won't Stay
https://www.youtube.com/watch?v=hLwrPDRRnf8
Dieser Beitrag wurde zuletzt von bahli77 am 05.04.2017 um 09:22 Uhr bearbeitet
05.04.2017 - 09:39 Uhr
Nix "Schwanengesang" - weiter gehts, Reverend!
Nur noch eine Übergangssaison durchhalten. Und dann die nächste. Und noch eine. Wir Fans sind schließlich Langstreckenläufer, keine Zoua-Schwergewichte, die nach jedem Sprint pumpen, dass Du bei ihnen einen Herzklabaster befürchten musst. Also mehr Geduld, Prediger! St. Meier macht das schon! Steh fest im Glaube! Das ist alles nur eine Prüfung. We shall overcome, some day!
Nur noch eine Übergangssaison durchhalten. Und dann die nächste. Und noch eine. Wir Fans sind schließlich Langstreckenläufer, keine Zoua-Schwergewichte, die nach jedem Sprint pumpen, dass Du bei ihnen einen Herzklabaster befürchten musst. Also mehr Geduld, Prediger! St. Meier macht das schon! Steh fest im Glaube! Das ist alles nur eine Prüfung. We shall overcome, some day!
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Newtrial am 05.04.2017 um 09:39 Uhr bearbeitet
Post-Optionen
Den kompletten Thread wirklich löschen?
Paten-Optionen
Möchtest Du den Beitrag wirklich löschen?
Diesen Beitrag alarmieren
Diesen Beitrag alarmieren
Diesen Beitrag alarmieren
Lesezeichen
Abonnierte Threads
Guter Beitrag
Guter Beitrag
Guter Beitrag
Post-Optionen
Nutze die Thread-Suche, wenn Du diesen Post in einen anderen Thread verschieben möchtest. Drücke Thread erstellen, wenn aus diesem Post ein eigenständiger Thread werden soll.

