Die Couchingzone
13.08.2010 - 13:19 Uhr
19.10.2012 - 12:14 Uhr
But, prima. Viele deiner Gedankengänge - vor allem, was diese unsägliche Qualifikation für Dingsda im Jahr Dingsbums angeht - hatte ich auch dieser Tage im Kopf. Und mit den Hämorriden ist dies passend beschrieben.
Bringt meinen Grippekopp sogar mal wieder richtig zum Lachen ...
Cheers
Bahli
Bringt meinen Grippekopp sogar mal wieder richtig zum Lachen ...
Cheers
Bahli
19.10.2012 - 12:15 Uhr
Zitat von Mineiro:
Zitat
Länderspielpausen sind wie Hämorriden: ein lästiges Anhängsel einer ansonsten durchaus guten Sache.
Aus welcher Hirnwindung hast du den denn rausgequetscht? Herrlicht! :p
Bringt es mMn voll auf den Punkt ;) ...es ist generell die Frage, inwieweit man Länderspiele noch braucht, wo man doch gefühlte 60 CL- oder EL-Spiele pro Saison hat. Für mich ein Relikt aus der alten Zeit, welches für mich fast den kompletten Reiz verloren hat. Aber es bringt MRD ein...
Zitat
Länderspielpausen sind wie Hämorriden: ein lästiges Anhängsel einer ansonsten durchaus guten Sache.
Aus welcher Hirnwindung hast du den denn rausgequetscht? Herrlicht! :p
Bringt es mMn voll auf den Punkt ;) ...es ist generell die Frage, inwieweit man Länderspiele noch braucht, wo man doch gefühlte 60 CL- oder EL-Spiele pro Saison hat. Für mich ein Relikt aus der alten Zeit, welches für mich fast den kompletten Reiz verloren hat. Aber es bringt MRD ein...
19.10.2012 - 12:17 Uhr
Corto, ich bin begeistert von der Yps-Geschichte, aber ich habe keine Ahnung an welcher Stelle Du Ironie gefunden haben willst?! Gegen Weichspüler bin ich übrigens allergisch und für teure Markenhandtücher zu arm, Du brauchst also nicht besorgt zu sein. Bei mir kratzt und zwickt es so wie es soll.
Eine Bezahlung in Zeitschriften für das Verfassen der Kolumne fände ich übrigens toll: Ich hätte neben Yps noch ein paar Titel zu vergeben. 11 Freunde, GEO Reisen, Lecker, Playboy etc.
@ andere: Über Gehirnwindungen spreche ich nur ungern ;)
Eine Bezahlung in Zeitschriften für das Verfassen der Kolumne fände ich übrigens toll: Ich hätte neben Yps noch ein paar Titel zu vergeben. 11 Freunde, GEO Reisen, Lecker, Playboy etc.
@ andere: Über Gehirnwindungen spreche ich nur ungern ;)
19.10.2012 - 12:26 Uhr
Das mit dem Kratzen und Zwicken macht mir doch Sorge - Sackratten in Deinem Alter.
Playboy - weichgespült - sag ich doch.
Männer mit brettharten Handtüchern lesen die Interviews im Hustler.
Edita vergaß:
Die Ironie hab' ich an Stellen gefunden an denen sie nicht vermutet wird, ist wie mit dem Kratzen und Jucken.
Playboy - weichgespült - sag ich doch.
Männer mit brettharten Handtüchern lesen die Interviews im Hustler.
Edita vergaß:
Die Ironie hab' ich an Stellen gefunden an denen sie nicht vermutet wird, ist wie mit dem Kratzen und Jucken.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von CortoMaltese am 19.10.2012 um 12:32 Uhr bearbeitet
25.10.2012 - 20:25 Uhr
Jahrgang 3 - Ausgabe 11
Die Gier am Wegesrand
Von Bahli
Das war wieder einmal ein Wochenende - das vergangene meine ich. Der Bahli hat da nicht nur große Augen gemacht, er konnte ihnen auch in keinster Weise trauen. Und damit ist nicht die Zeit am frühen Freitagabend gemeint, in der der 1. FC Kaiserslautern seinen aufkommenden Heimkomplex besiegte. Der Bahli meint den darauffolgenden Samstag, an dem er mit seiner Familie bei gefühlten 23 Grad durch den wunderschönen Herbstwald bei Stauf wanderte mit anschließendem Picknick am Wegesrand. Schön in der Sonne durch den Herbstwald wandern, ist einfach des Bahlis Sache. Und dann auf einer netten Lichtung die Picknickdecke ausbreiten und den mitgebrachten Korb leeren. Kann man dieses Gefühl toppen? Ja, kann man. Und zwar direkt während des Picknicks. Bahlis Gattin fragte lapidar, was denn das da für schöne Pilze in Bahlis Rücken seien. Bahli drehte sich um und erstarrte. Da standen vier Steinpilze - Handelsklasse 1 - direkt ein paar Meter hinter ihm. Dem Steinpilzfan Bahli wurde ob dieses sich ankündigenden Gaumenschmauses schwindlig. Also Taschenmesser raus, den Picknickkorb geleert und die Steinpilze in selbigen gelegt. Und die Pilzsammler unter uns werden dieses Gefühl kennen. Wo vier von den Dingern stehen, werden mindestens an anderer Stelle noch weitere vier stehen - wenn nicht noch mehr. Und so war es auch - der Wald zwischen Stauf und dem Göllemer Heisel war voll. Und der Bahli wurde gierig - abartig gierig. Ihn überkam Panik, als sich der große Picknickkorb zu schnell füllte. Der Pilzwahnsinn machte ihn maßlos. Und diese Maßlosigkeit verwässerte Bahlis Blick für das Wesentliche. Zum Glück kennt Bahlis Frau derlei pilzige Gefühlspanik nicht und mahnte mit Blick auf die Uhr, dass man so langsam zum Auto zurücklaufen sollte. Zu Hause war Bahli dann wieder normal und ausgenüchtert. Er putzte fünf Kilo Steinpilze, schwenkte sie in Butter und garnierte sie mit Creme fraiche und Petersilie. Die Bandnudeln gehörten in die Kategorie "Überfluss". Aber irgendetwas Stichfestes muss man ja auf dem Teller haben ...
Natürlich wird jetzt der eine oder andere überlegen, warum der Bahli diese Geschichte erzählt? Nun, die Antwort darauf ist im Grunde ganz einfach. Als der Bahli am vergangenen Freitagabend ins Bett ging, dachte er - wie so oft - über seinen FCK nach. Dies ist übrigens ein wunderbares Mittel, um die Augendeckel schwer zu machen und das Einschlafen einzuleiten. Schafe zählen für Fußballfans. Der Bahli zählte aber vor allem die Punkte zusammen, die die Lautrer im bisherigen Saisonverlauf liegen ließen. Er erinnerte sich nicht an die zehn ungeschlagenen Spiele, die fünf Siege oder an die schönen Tore, die dabei erzielt wurden. Nein, er dachte an die vielen Punkte, die man in der Nachspielzeit gegen Union Berlin, in Ingolstadt und sogar gegen die Sechzger, Hertha und die Eintracht aus Braunschweig am Wegesrand liegen ließ. Und das wiederum erinnerte ihn an diese Maßlosigkeit und diese Gier am Tag darauf.
Um sich zu beruhigen, versuchte der Bahli deshalb am Samstagabend die bisherige Saison mit allen Höhen und Tiefen zu analysieren. Und die Ergebnisse seiner Analyse möchte er euch in der heutigen Kolumne mitteilen.
Kann Unschlagbarkeit zufriedenstellen?
Fangen wir einfach einmal mit der großen Gesamtheit an. Zehn Spieltage sind vorbei und beim 1. FC Kaisersdlautern steht immer noch eine wichtige Null. Null Niederlagen - es gab in der laufenden Runde noch keine einzige PLeite. Es gab auch noch kein einziges Spiel, in dem man wie der sichere Verlierer aussah - selbst der 0:2-Rückstand bei der Saisoneröffnung gegen Union nahm dem Bahli nicht seine sprichwörtliche Ruhe. Insgesamt stehen 20 Punkte zu Buche, die tabellarisch den dritten Platz bedeuten. Der FCK liegt also im Bereich der direkten Aufstiegsplätze bzw. steht direkt auf dem ungeliebten Relegationsplatz. Den Saisonstart kann man also gut und gerne als ordentlich, wenn nicht gar als gut bezeichnen. Da fragt sich der Leser natürlich, warum sich der Bahli als Einschlafhilfe nicht diesen guten Saisonstart auf der Zunge zergehen ließ wie die eingangs beschriebenen Steinpilze. Keine Frage, er ist auch irgendwie zufrieden. Aber eben nur irgendwie und nicht voll und ganz. Kommen wir also zur Frage, woher dieses Irgendwie rührt. Und das ist - objektiv betrachtet - nicht einfach. Versuchen wir einmal dieses seltsame Bauchgefühl - denn nichts anderes ist es - zu ergründen. In acht von zehn Spielen ging der FCK 1:0 in Führung. Sieben Mal glich der Gegner aus - Zufall? Unvermögen? Pech? Gegen Aalen, Dresden, den MSV Duisburg und Sandhausen legte der FCK nach und gewann. Aber gegen die Mitkonkurrenten aus Berlin, Braunschweig und München reichte es am Ende nur zu einem - in diesem Fall sogar - mageren Punkt. Und da nimmt ein unüberhörbares Murren seinen Anfang - nicht nur beim Bahli. Da war mehr drin. Und da lief irgendwie auch einiges schief. Der Bahli wirft hier aber einmal den Begriff der fehlenden Erfahrung in den Raum. Denn über eines müssen wir uns klar sein. Einige der Spieler, die sich bereits früh als Leistungsträger herauskristallisierten bzw. als diese verpflichtet oder angesehen wurden, fielen verletzungsbedingt aus. Den Vogel schoss hierbei natürlich der arme Enis Alushi mit seinem Kreuzbandriss in Bochum ab. Und das exakt zu einem Zeitpunkt, als er sich mit Ariel Borysiuk zur spielfreudigen, spielbestimmenden und laufstarken Mittelfeldzentrale gemausert hatte. Alexander Baumjohann plagten Innenbandprobleme. Mimoun Azouagh fiel anfangs aus und fällt seit einigen Spielen wieder wegen Adduktorenproblemen aus. Pierre de Wit verletzte sich in der Vorbereitung am Meniskus und kämpft gerade um den Anschluss. Dies sind alles Spieler, die dieser jungen Mannschaft Erfahrung und Abgeklärtheit gebracht hätten. Und auch ein junger Hoffnungsträger wie Konstantinos Fortounis kam EM-bedingt erst spät in Schwung.
Achillesferse Mittelfeld
Franco Foda musste also vor allem im Mittelfeld improvisieren. Und der Bahli war überrascht, dass es dem neuen FCK-Trainer dabei nicht an Mut mangelte. Er brachte mit Hendrick Zuck, Denis Linsmayer, Steven Zellner, Julian-Maurice Derstroff oder Kwame Nsor viele junge Spieler. Und man muss sagen, dass diese junge Garde ihre Sache trotz des Fodaschen Kaltwasserwurfs richtig gut gemacht hat. Trotzdem ist der "Jugendstil" einer der Gründe, die den einen oder anderen Punktverlust zur Folge hatten. Das Mittelfeld, das gegen Sandhausen, in Ingolstadt oder gegen Braunschweig auflief, lautete namentlich Fortounis, Linsmayer (Zellner), Borysiuk, Zuck (Derstroff). Durchschnittsalter: irgendetwas um die 20 oder 21 Jahre. Und im Mittelfeld klemmte es mitunter sichtbar. Aber man muss sich dabei vor Augen führen, dass da ganz junge Männer gerade einmal Anfang 20 gegen erfahrene Zweitliga-Haudegen anrannten. Mit Blick auf die Zukunft ist dieser "Jugendstil" natürlich eine feine Sache. Aber der schnelle Erfolg wird an der einen oder anderen Stelle auch ausgebremst. Der Bahli hofft vehement auf die baldige Rückkehr der Erfahrung in Person von Pierre de Wit oder zumindest Mimoun Azouagh. Diese Jungs haben Erfahrung, können den Ball einmal halten und das Spiel beruhigen. Oder Alexander Baumjohann, ein Edeltechniker mit guten Auge und exakten Pässen. Der Bahli will allerdings an dieser Stelle nicht verschweigen, dass er mit Baumjohann ein kleines Problem hat, auch, weil bisher vieles schuldig geblieben ist. Man muss ihm aber zu Gute halten, dass er erst sehr spät verpflichtet wurde und aktuell durch kleinere Verletzungen in seinem Tatendrang gezügelt wird. Vielleicht liegt Bahlis Skepsis auch darin begründet, dass dieser Typus Fußballer irgendwie so gar nicht zu den alten Betzetugenden "Rennen, kämpfen, Gras fressen" passt. Baumjohann ist diese Art Schönspieler, der wenig durch die Betzetugenden als vielmehr durch einige geniale Momente im Spiel auffällt. Aber der Bahli kann sich auch mit diesem Typ Fußballer anfreunden, wenn seine genialen Momente den FCK zum Aufstieg führen. Und an Baumjohann scheiden sich darüber hinaus die Systemgeister. 4-4-2 oder 4-2-3-1? Es wird kolportiert, dass Alexander Baumjohann Franco Fodas Wunschspieler war. Und Baumjohann kam, weil Foda ihm die Zehn versprochen hat. Aber Hand aufs Herz, die besseren Spiele hat der FCK in dieser Saison im 4-4-2 gemacht. Mit Albert Bunjaku als zweiter Spitze oder einem 4-2-3-1 mit Konstantinos Fortounis auf der Zehn. Nicht mit Baumjohann. Da gibt es also noch Diskussionsbedarf. Trotz allem bleibt festzuhalten, dass im Mittelfeld insgesamt noch richtig viel Luft nach oben herrscht.
Erfolgsgarant Abwehr
Die Viererkette wurde vor der Saison von vielen Fans - auch von Bahli - als die Problemzone ausgemacht. Mit elf Gegentreffern ist die FCK-Abwehr zwar nicht der Ligaprimus, blieb auch nur ein einziges Mal (beim 0:0 gegen 1860) ohne Gegentor, wusste aber nach anfänglichen Wacklern durchaus zu gefallen. Ob man die Startschwierigkeiten am Ausfall von Jan Simunek festzumachen kann, ist mehr eine rhetorische Frage. Sicherlich würde der Tscheche jeder Zweitliga-Mannschaft gut tun, unter dem Strich stehen bei ihm aber eben bisher nur zwei Einsätze. Dafür muss man Stefan Kuntz und Franco Foda ein glückliches Händchen im Sommerschlussverkauf attestieren. Mit Marc Torrejón wurde ein für Zweitliga-Verhältnisse erstklassiger Innenverteidiger an Land gezogen. Und an seiner Seite ist ein Eigengewächs auf dem besten Weg, zum neuen Publikumsliebling auf dem Betzenberg zu werden. Mit Dominique Heintz verfügt der 1. FC Kaiserslautern auch im Defensivbereich wieder über einen talentierten Spieler, der das Herz am richtigen Fleck trägt. Den Bahli erinnert der von seinen Kollegen Salami genannte Neustädter an den jungen Hans-Peter Briegel. Laufstil und die offensichtlich fehlende technische Fähigkeit waren bzw. sind sowohl Briegel als auch Heintz eigen. Bei seinen ersten Einsätzen hatte der Bahli das Gefühl, dass Salami und Ball niemals Freunde werden würden. Doch der Junge hat schnell an der Seite Torrejóns gelernt. Die Spieleröffnung hat Dominique Heintz inzwischen beherzigt. Seine weiten Schläge nach vorne sind mittlerweile einem guten und schnellen Pass ins zentrale Mittelfeld oder auf die Außenpositionen gewichen. Seine Rettungstaten prallen nicht mehr direkt in die Mitte vor die Füße der einschussbereiten Gegenspeieler. Apropos. Noch eine Anmerkung zu Marc Torrejòn. Ist außer dem Bahli hier noch jemand aufgefallen, dass der Spanier zu den weinigen Spielern gehört, die souverän nach außen klären - so gut wie nie in die Mitte? Und diese eingespielte Innenverteidigung beflügelt mittlerweile die anfangs nicht auf Ballhöhe agierenden Leon Jessen und Florian Dick. Sowohl Jessen als auch Dick haben sich aber inzwischen gefangen. Und Florian Dick bewies in den vergangenen Spielen schon wieder Offensivstärke mit zwei sehenswerten Freistößen sowie zwei tollen Flanken, die von Fortounis (in Dresden) und Idrissou (gegen Sandhausen) per Kopf verwertet wurden. Und dahinter beweist ein gut aufgelegter Tobias Sippel, dass auf ihn im Tor Verlass ist. Verlass ist als Fazit im Grunde das richtige Stichwort. Was für Tobias Sippel gilt, gilt für die gesamte FCK-Defensive. Den Bahli beruhigt es, wenn er weiß, dass die fünf genannten da hinten zusammenspielen.
Der Sturm als exklusives Schmuckstück
Der FCK-Angriff ist nicht nur in allen Statistiken führend (Torjäger, Assists), Albert Bunjaku und Mohamadou Idrissou verfügen über hohe Spielintelligenz, Laufstärke und Erfahrung, die in dieser 2. Liga seinesgleichen sucht. Wann hatte der FCK eigentlich zwei Stürmer (und der Bahli zählt den Schweizer zu den Stürmern, auch wenn er unter Franco Foda oft im linken offensiven Mittelfeld zum Zuge kommt), die munter einnetzen? Ja klar, Srdjan Lakic. Aber der stand allein auf weiter Flur. Egal, mit Idrissou und Bunjaku ist der FCK meines Erachtens erstligareif besetzt. Die zwei neuen FCK-Stürmer haben bereits elf Tore und fünf Vorlagen auf der Habenseite - Zweitliga-Spitzenwert. Aber die beiden Angreifer stellen sich ja nicht nur vorne rein und warten auf Verwertbares, nein, sie bestechen durch Pressing, Balleroberung und sie bereiten Tore eben erstklassig vor. So wie Idrissou am vergangenen Freitag, als sein gewonnenes Kopfballduell die Fortounis-Vorbereitung zum 2:1 durch Bunjaku erst möglich machte. Mo Idrissou, wie Torrejón ein Kuntzsches Schnäppchen im Sommerschlussverkauf, hat gezeigt, dass er ein Erfolgsgarant ist. Mit seiner verballerten Hundertprozentigen in Ingolstadt hat dieser Ruf zwar gelitten, aber unter dem Strich steht ein Neuzugang, der auf den Betzeberg passt wie die Faust aufs Auge. Und Idrissou hat das Zeug zum Publikumsliebling. Und dann dieses neunzigminütige Dauergrinsen ...
Fazit: Der Weg passt, ist aber noch steinig
Der neue FCK ist auf einem guten Weg. Er ist aber noch lange nicht am Ziel. Dieses Ziel ist nach Bahlis Meinung zweigeteilt. Zum einen gilt es die desaströse Saison 2011/12 mit dem direkten Aufstieg in Vergessenheit zu bringen. Zum anderen muss durch attraktiven und erfolgreichen Fußball der Schulterschluss mit den Fans wiederhergestellt werden. Die Seuchensaison hat zu einer Entfremdung zwischen Mannschaft und Fans geführt. Diese gilt es zu überwinden. Mit Franco Foda wurde dafür der richtige Trainer verpflichtet. Der Fußball, den er spielen lässt, sieht zumindest schon einmal sehr erfrischend aus. Und 18 Tore in zehn Spielen ist sicherlich eine ordentliche Quote. Foda hat aber auch erkannt, dass der Schulterschluss mit den Fans über die Integration des Nachwuchses führen kann. Mit Dominique Heintz und Hendrick Zuck hat er zwei einheimische Jungs ganz nah an der Stammformation etabliert. Beide danken es Trainer und Fans mit Kampf, Liedenschaft und Toren (Zuck) sowie Torverhinderungen (Heintz). Es ist aber offensichtlich noch viel Sand im Getriebe. Das Mittelfeld ist spielerisch nicht immer auf der Höhe, was aber auch daran liegt, dass hier Schlüsselspieler verletzt ausfielen und asufallen. Der Kader konnte die genannten Ausfälle gerade so kompensieren. Die qualitativ gute Kaderbreite ist auch ein Qualitätsmerkmal dieses neuen FCK. Trainer und Mannschaft sind aber noch beim Finden des passenden Systems gefordert. Ein 4-2-3-1 zu spielen, nur weil dort ein Zehner namens Baumjohann seinen Platz findet, halte ich für den falschen Weg. Es muss auch der verletzungsbedingte Ausfall von Enis Alushi aufgefangen werden. Der diese Woche durchgesickerte Name Nzuzi Bundebele Toko deutet auf Aktivität in diese Richtung hin. Das ist beruhigend. Noch ein Wort zu den Neuzugängen. Mit Mo Idrissou, Albert Bunjaku, Marc Torrejón und bis zu seiner Verletzung Enis Alushi hat sich der FCK erstklassig verstärkt. Mit Alexander Baumjohann hat man zusätzlich einen großen Namen an Land gezogen. Sollte er an seine frühere Form anknüpfen können, die ihn nicht grundlos für den FC Bayern interessant machte, könnte ein weiterer Erfolgsgarant in den Startlöchern stehen. Und mit Mimoun Azouagh, Kwame Nsor, David Hohs oder Florian Riedel stehen Spieler im Kader, die andeuteten, dass sie Alternativen darstellen. Es läuft also wieder am Betzenberg. Noch nicht rund, aber Fahrt hat der Traditionsverein aus der Pfalz wieder aufgenommen. Auch das ist beruhigend.
Kommen wir zurück zum Ausgangspunkt dieser Kolumne. Die Gier nach mehr und dem Finden eines normalen Maßes. Den Bahli beruhigte seine Analyse an jenem Samstagabend. Und er fand auch wieder das richtige Maß, was seinen FCK angeht. Der FCK hat 20 Punkte geholt und die zweite Runde im DFB-Pokal erreicht. Und er ist in dieser Saison noch ungeschlagen. Das ist eine gesunde Basis - nicht mehr und nicht weniger. Alles weitere werden die kommenden Wochen zeigen.
Cheers
Bahli
In der Couchingzone befinden sich neben Berti und Bahli auch noch Kohlmeyer und Butduma. Die Kolumne erscheint spätestens jeweils Freitag um 12:00 Uhr oder an Spieltagen zur gleichen Zeit bei allen Pflichtspielen.
Die Gier am Wegesrand
Von Bahli
Das war wieder einmal ein Wochenende - das vergangene meine ich. Der Bahli hat da nicht nur große Augen gemacht, er konnte ihnen auch in keinster Weise trauen. Und damit ist nicht die Zeit am frühen Freitagabend gemeint, in der der 1. FC Kaiserslautern seinen aufkommenden Heimkomplex besiegte. Der Bahli meint den darauffolgenden Samstag, an dem er mit seiner Familie bei gefühlten 23 Grad durch den wunderschönen Herbstwald bei Stauf wanderte mit anschließendem Picknick am Wegesrand. Schön in der Sonne durch den Herbstwald wandern, ist einfach des Bahlis Sache. Und dann auf einer netten Lichtung die Picknickdecke ausbreiten und den mitgebrachten Korb leeren. Kann man dieses Gefühl toppen? Ja, kann man. Und zwar direkt während des Picknicks. Bahlis Gattin fragte lapidar, was denn das da für schöne Pilze in Bahlis Rücken seien. Bahli drehte sich um und erstarrte. Da standen vier Steinpilze - Handelsklasse 1 - direkt ein paar Meter hinter ihm. Dem Steinpilzfan Bahli wurde ob dieses sich ankündigenden Gaumenschmauses schwindlig. Also Taschenmesser raus, den Picknickkorb geleert und die Steinpilze in selbigen gelegt. Und die Pilzsammler unter uns werden dieses Gefühl kennen. Wo vier von den Dingern stehen, werden mindestens an anderer Stelle noch weitere vier stehen - wenn nicht noch mehr. Und so war es auch - der Wald zwischen Stauf und dem Göllemer Heisel war voll. Und der Bahli wurde gierig - abartig gierig. Ihn überkam Panik, als sich der große Picknickkorb zu schnell füllte. Der Pilzwahnsinn machte ihn maßlos. Und diese Maßlosigkeit verwässerte Bahlis Blick für das Wesentliche. Zum Glück kennt Bahlis Frau derlei pilzige Gefühlspanik nicht und mahnte mit Blick auf die Uhr, dass man so langsam zum Auto zurücklaufen sollte. Zu Hause war Bahli dann wieder normal und ausgenüchtert. Er putzte fünf Kilo Steinpilze, schwenkte sie in Butter und garnierte sie mit Creme fraiche und Petersilie. Die Bandnudeln gehörten in die Kategorie "Überfluss". Aber irgendetwas Stichfestes muss man ja auf dem Teller haben ...
Natürlich wird jetzt der eine oder andere überlegen, warum der Bahli diese Geschichte erzählt? Nun, die Antwort darauf ist im Grunde ganz einfach. Als der Bahli am vergangenen Freitagabend ins Bett ging, dachte er - wie so oft - über seinen FCK nach. Dies ist übrigens ein wunderbares Mittel, um die Augendeckel schwer zu machen und das Einschlafen einzuleiten. Schafe zählen für Fußballfans. Der Bahli zählte aber vor allem die Punkte zusammen, die die Lautrer im bisherigen Saisonverlauf liegen ließen. Er erinnerte sich nicht an die zehn ungeschlagenen Spiele, die fünf Siege oder an die schönen Tore, die dabei erzielt wurden. Nein, er dachte an die vielen Punkte, die man in der Nachspielzeit gegen Union Berlin, in Ingolstadt und sogar gegen die Sechzger, Hertha und die Eintracht aus Braunschweig am Wegesrand liegen ließ. Und das wiederum erinnerte ihn an diese Maßlosigkeit und diese Gier am Tag darauf.
Um sich zu beruhigen, versuchte der Bahli deshalb am Samstagabend die bisherige Saison mit allen Höhen und Tiefen zu analysieren. Und die Ergebnisse seiner Analyse möchte er euch in der heutigen Kolumne mitteilen.
Kann Unschlagbarkeit zufriedenstellen?
Fangen wir einfach einmal mit der großen Gesamtheit an. Zehn Spieltage sind vorbei und beim 1. FC Kaisersdlautern steht immer noch eine wichtige Null. Null Niederlagen - es gab in der laufenden Runde noch keine einzige PLeite. Es gab auch noch kein einziges Spiel, in dem man wie der sichere Verlierer aussah - selbst der 0:2-Rückstand bei der Saisoneröffnung gegen Union nahm dem Bahli nicht seine sprichwörtliche Ruhe. Insgesamt stehen 20 Punkte zu Buche, die tabellarisch den dritten Platz bedeuten. Der FCK liegt also im Bereich der direkten Aufstiegsplätze bzw. steht direkt auf dem ungeliebten Relegationsplatz. Den Saisonstart kann man also gut und gerne als ordentlich, wenn nicht gar als gut bezeichnen. Da fragt sich der Leser natürlich, warum sich der Bahli als Einschlafhilfe nicht diesen guten Saisonstart auf der Zunge zergehen ließ wie die eingangs beschriebenen Steinpilze. Keine Frage, er ist auch irgendwie zufrieden. Aber eben nur irgendwie und nicht voll und ganz. Kommen wir also zur Frage, woher dieses Irgendwie rührt. Und das ist - objektiv betrachtet - nicht einfach. Versuchen wir einmal dieses seltsame Bauchgefühl - denn nichts anderes ist es - zu ergründen. In acht von zehn Spielen ging der FCK 1:0 in Führung. Sieben Mal glich der Gegner aus - Zufall? Unvermögen? Pech? Gegen Aalen, Dresden, den MSV Duisburg und Sandhausen legte der FCK nach und gewann. Aber gegen die Mitkonkurrenten aus Berlin, Braunschweig und München reichte es am Ende nur zu einem - in diesem Fall sogar - mageren Punkt. Und da nimmt ein unüberhörbares Murren seinen Anfang - nicht nur beim Bahli. Da war mehr drin. Und da lief irgendwie auch einiges schief. Der Bahli wirft hier aber einmal den Begriff der fehlenden Erfahrung in den Raum. Denn über eines müssen wir uns klar sein. Einige der Spieler, die sich bereits früh als Leistungsträger herauskristallisierten bzw. als diese verpflichtet oder angesehen wurden, fielen verletzungsbedingt aus. Den Vogel schoss hierbei natürlich der arme Enis Alushi mit seinem Kreuzbandriss in Bochum ab. Und das exakt zu einem Zeitpunkt, als er sich mit Ariel Borysiuk zur spielfreudigen, spielbestimmenden und laufstarken Mittelfeldzentrale gemausert hatte. Alexander Baumjohann plagten Innenbandprobleme. Mimoun Azouagh fiel anfangs aus und fällt seit einigen Spielen wieder wegen Adduktorenproblemen aus. Pierre de Wit verletzte sich in der Vorbereitung am Meniskus und kämpft gerade um den Anschluss. Dies sind alles Spieler, die dieser jungen Mannschaft Erfahrung und Abgeklärtheit gebracht hätten. Und auch ein junger Hoffnungsträger wie Konstantinos Fortounis kam EM-bedingt erst spät in Schwung.
Achillesferse Mittelfeld
Franco Foda musste also vor allem im Mittelfeld improvisieren. Und der Bahli war überrascht, dass es dem neuen FCK-Trainer dabei nicht an Mut mangelte. Er brachte mit Hendrick Zuck, Denis Linsmayer, Steven Zellner, Julian-Maurice Derstroff oder Kwame Nsor viele junge Spieler. Und man muss sagen, dass diese junge Garde ihre Sache trotz des Fodaschen Kaltwasserwurfs richtig gut gemacht hat. Trotzdem ist der "Jugendstil" einer der Gründe, die den einen oder anderen Punktverlust zur Folge hatten. Das Mittelfeld, das gegen Sandhausen, in Ingolstadt oder gegen Braunschweig auflief, lautete namentlich Fortounis, Linsmayer (Zellner), Borysiuk, Zuck (Derstroff). Durchschnittsalter: irgendetwas um die 20 oder 21 Jahre. Und im Mittelfeld klemmte es mitunter sichtbar. Aber man muss sich dabei vor Augen führen, dass da ganz junge Männer gerade einmal Anfang 20 gegen erfahrene Zweitliga-Haudegen anrannten. Mit Blick auf die Zukunft ist dieser "Jugendstil" natürlich eine feine Sache. Aber der schnelle Erfolg wird an der einen oder anderen Stelle auch ausgebremst. Der Bahli hofft vehement auf die baldige Rückkehr der Erfahrung in Person von Pierre de Wit oder zumindest Mimoun Azouagh. Diese Jungs haben Erfahrung, können den Ball einmal halten und das Spiel beruhigen. Oder Alexander Baumjohann, ein Edeltechniker mit guten Auge und exakten Pässen. Der Bahli will allerdings an dieser Stelle nicht verschweigen, dass er mit Baumjohann ein kleines Problem hat, auch, weil bisher vieles schuldig geblieben ist. Man muss ihm aber zu Gute halten, dass er erst sehr spät verpflichtet wurde und aktuell durch kleinere Verletzungen in seinem Tatendrang gezügelt wird. Vielleicht liegt Bahlis Skepsis auch darin begründet, dass dieser Typus Fußballer irgendwie so gar nicht zu den alten Betzetugenden "Rennen, kämpfen, Gras fressen" passt. Baumjohann ist diese Art Schönspieler, der wenig durch die Betzetugenden als vielmehr durch einige geniale Momente im Spiel auffällt. Aber der Bahli kann sich auch mit diesem Typ Fußballer anfreunden, wenn seine genialen Momente den FCK zum Aufstieg führen. Und an Baumjohann scheiden sich darüber hinaus die Systemgeister. 4-4-2 oder 4-2-3-1? Es wird kolportiert, dass Alexander Baumjohann Franco Fodas Wunschspieler war. Und Baumjohann kam, weil Foda ihm die Zehn versprochen hat. Aber Hand aufs Herz, die besseren Spiele hat der FCK in dieser Saison im 4-4-2 gemacht. Mit Albert Bunjaku als zweiter Spitze oder einem 4-2-3-1 mit Konstantinos Fortounis auf der Zehn. Nicht mit Baumjohann. Da gibt es also noch Diskussionsbedarf. Trotz allem bleibt festzuhalten, dass im Mittelfeld insgesamt noch richtig viel Luft nach oben herrscht.
Erfolgsgarant Abwehr
Die Viererkette wurde vor der Saison von vielen Fans - auch von Bahli - als die Problemzone ausgemacht. Mit elf Gegentreffern ist die FCK-Abwehr zwar nicht der Ligaprimus, blieb auch nur ein einziges Mal (beim 0:0 gegen 1860) ohne Gegentor, wusste aber nach anfänglichen Wacklern durchaus zu gefallen. Ob man die Startschwierigkeiten am Ausfall von Jan Simunek festzumachen kann, ist mehr eine rhetorische Frage. Sicherlich würde der Tscheche jeder Zweitliga-Mannschaft gut tun, unter dem Strich stehen bei ihm aber eben bisher nur zwei Einsätze. Dafür muss man Stefan Kuntz und Franco Foda ein glückliches Händchen im Sommerschlussverkauf attestieren. Mit Marc Torrejón wurde ein für Zweitliga-Verhältnisse erstklassiger Innenverteidiger an Land gezogen. Und an seiner Seite ist ein Eigengewächs auf dem besten Weg, zum neuen Publikumsliebling auf dem Betzenberg zu werden. Mit Dominique Heintz verfügt der 1. FC Kaiserslautern auch im Defensivbereich wieder über einen talentierten Spieler, der das Herz am richtigen Fleck trägt. Den Bahli erinnert der von seinen Kollegen Salami genannte Neustädter an den jungen Hans-Peter Briegel. Laufstil und die offensichtlich fehlende technische Fähigkeit waren bzw. sind sowohl Briegel als auch Heintz eigen. Bei seinen ersten Einsätzen hatte der Bahli das Gefühl, dass Salami und Ball niemals Freunde werden würden. Doch der Junge hat schnell an der Seite Torrejóns gelernt. Die Spieleröffnung hat Dominique Heintz inzwischen beherzigt. Seine weiten Schläge nach vorne sind mittlerweile einem guten und schnellen Pass ins zentrale Mittelfeld oder auf die Außenpositionen gewichen. Seine Rettungstaten prallen nicht mehr direkt in die Mitte vor die Füße der einschussbereiten Gegenspeieler. Apropos. Noch eine Anmerkung zu Marc Torrejòn. Ist außer dem Bahli hier noch jemand aufgefallen, dass der Spanier zu den weinigen Spielern gehört, die souverän nach außen klären - so gut wie nie in die Mitte? Und diese eingespielte Innenverteidigung beflügelt mittlerweile die anfangs nicht auf Ballhöhe agierenden Leon Jessen und Florian Dick. Sowohl Jessen als auch Dick haben sich aber inzwischen gefangen. Und Florian Dick bewies in den vergangenen Spielen schon wieder Offensivstärke mit zwei sehenswerten Freistößen sowie zwei tollen Flanken, die von Fortounis (in Dresden) und Idrissou (gegen Sandhausen) per Kopf verwertet wurden. Und dahinter beweist ein gut aufgelegter Tobias Sippel, dass auf ihn im Tor Verlass ist. Verlass ist als Fazit im Grunde das richtige Stichwort. Was für Tobias Sippel gilt, gilt für die gesamte FCK-Defensive. Den Bahli beruhigt es, wenn er weiß, dass die fünf genannten da hinten zusammenspielen.
Der Sturm als exklusives Schmuckstück
Der FCK-Angriff ist nicht nur in allen Statistiken führend (Torjäger, Assists), Albert Bunjaku und Mohamadou Idrissou verfügen über hohe Spielintelligenz, Laufstärke und Erfahrung, die in dieser 2. Liga seinesgleichen sucht. Wann hatte der FCK eigentlich zwei Stürmer (und der Bahli zählt den Schweizer zu den Stürmern, auch wenn er unter Franco Foda oft im linken offensiven Mittelfeld zum Zuge kommt), die munter einnetzen? Ja klar, Srdjan Lakic. Aber der stand allein auf weiter Flur. Egal, mit Idrissou und Bunjaku ist der FCK meines Erachtens erstligareif besetzt. Die zwei neuen FCK-Stürmer haben bereits elf Tore und fünf Vorlagen auf der Habenseite - Zweitliga-Spitzenwert. Aber die beiden Angreifer stellen sich ja nicht nur vorne rein und warten auf Verwertbares, nein, sie bestechen durch Pressing, Balleroberung und sie bereiten Tore eben erstklassig vor. So wie Idrissou am vergangenen Freitag, als sein gewonnenes Kopfballduell die Fortounis-Vorbereitung zum 2:1 durch Bunjaku erst möglich machte. Mo Idrissou, wie Torrejón ein Kuntzsches Schnäppchen im Sommerschlussverkauf, hat gezeigt, dass er ein Erfolgsgarant ist. Mit seiner verballerten Hundertprozentigen in Ingolstadt hat dieser Ruf zwar gelitten, aber unter dem Strich steht ein Neuzugang, der auf den Betzeberg passt wie die Faust aufs Auge. Und Idrissou hat das Zeug zum Publikumsliebling. Und dann dieses neunzigminütige Dauergrinsen ...
Fazit: Der Weg passt, ist aber noch steinig
Der neue FCK ist auf einem guten Weg. Er ist aber noch lange nicht am Ziel. Dieses Ziel ist nach Bahlis Meinung zweigeteilt. Zum einen gilt es die desaströse Saison 2011/12 mit dem direkten Aufstieg in Vergessenheit zu bringen. Zum anderen muss durch attraktiven und erfolgreichen Fußball der Schulterschluss mit den Fans wiederhergestellt werden. Die Seuchensaison hat zu einer Entfremdung zwischen Mannschaft und Fans geführt. Diese gilt es zu überwinden. Mit Franco Foda wurde dafür der richtige Trainer verpflichtet. Der Fußball, den er spielen lässt, sieht zumindest schon einmal sehr erfrischend aus. Und 18 Tore in zehn Spielen ist sicherlich eine ordentliche Quote. Foda hat aber auch erkannt, dass der Schulterschluss mit den Fans über die Integration des Nachwuchses führen kann. Mit Dominique Heintz und Hendrick Zuck hat er zwei einheimische Jungs ganz nah an der Stammformation etabliert. Beide danken es Trainer und Fans mit Kampf, Liedenschaft und Toren (Zuck) sowie Torverhinderungen (Heintz). Es ist aber offensichtlich noch viel Sand im Getriebe. Das Mittelfeld ist spielerisch nicht immer auf der Höhe, was aber auch daran liegt, dass hier Schlüsselspieler verletzt ausfielen und asufallen. Der Kader konnte die genannten Ausfälle gerade so kompensieren. Die qualitativ gute Kaderbreite ist auch ein Qualitätsmerkmal dieses neuen FCK. Trainer und Mannschaft sind aber noch beim Finden des passenden Systems gefordert. Ein 4-2-3-1 zu spielen, nur weil dort ein Zehner namens Baumjohann seinen Platz findet, halte ich für den falschen Weg. Es muss auch der verletzungsbedingte Ausfall von Enis Alushi aufgefangen werden. Der diese Woche durchgesickerte Name Nzuzi Bundebele Toko deutet auf Aktivität in diese Richtung hin. Das ist beruhigend. Noch ein Wort zu den Neuzugängen. Mit Mo Idrissou, Albert Bunjaku, Marc Torrejón und bis zu seiner Verletzung Enis Alushi hat sich der FCK erstklassig verstärkt. Mit Alexander Baumjohann hat man zusätzlich einen großen Namen an Land gezogen. Sollte er an seine frühere Form anknüpfen können, die ihn nicht grundlos für den FC Bayern interessant machte, könnte ein weiterer Erfolgsgarant in den Startlöchern stehen. Und mit Mimoun Azouagh, Kwame Nsor, David Hohs oder Florian Riedel stehen Spieler im Kader, die andeuteten, dass sie Alternativen darstellen. Es läuft also wieder am Betzenberg. Noch nicht rund, aber Fahrt hat der Traditionsverein aus der Pfalz wieder aufgenommen. Auch das ist beruhigend.
Kommen wir zurück zum Ausgangspunkt dieser Kolumne. Die Gier nach mehr und dem Finden eines normalen Maßes. Den Bahli beruhigte seine Analyse an jenem Samstagabend. Und er fand auch wieder das richtige Maß, was seinen FCK angeht. Der FCK hat 20 Punkte geholt und die zweite Runde im DFB-Pokal erreicht. Und er ist in dieser Saison noch ungeschlagen. Das ist eine gesunde Basis - nicht mehr und nicht weniger. Alles weitere werden die kommenden Wochen zeigen.
Cheers
Bahli
In der Couchingzone befinden sich neben Berti und Bahli auch noch Kohlmeyer und Butduma. Die Kolumne erscheint spätestens jeweils Freitag um 12:00 Uhr oder an Spieltagen zur gleichen Zeit bei allen Pflichtspielen.
25.10.2012 - 21:45 Uhr
Kolumnen wie diese sind der Grund, warum ich nicht mehr die Vorberichte auf kicker, sport1 und Konsorten lese. Hier bekommt man einfach mehr geboten. Danke bahli, danke Kohlmeyer, danke Butduma.
Und jetzt habe ich Lust auf Tagliatelle mit in Butter geschwenkten Steinpilzen... :/:
Und jetzt habe ich Lust auf Tagliatelle mit in Butter geschwenkten Steinpilzen... :/:
26.10.2012 - 06:58 Uhr
Diese sachliche Unaufgeregtheit wünsche mir öfter in diesem Forum. Und der Versuch die Frage sind 20 Punkte jetzt gut oder schlecht zu beantworten ist absolut gelungen. Fern ab jeglicher Euphorie und meilenweit entfernt von Schwarzmalerei. Nüchterne Emotionalität vom Mushroom Man.
Allein der Gedanke den bahli im Pfadfinderkostüm mit dem Schweizer Taschenmesser, 17-teilig, durch den Wald streifen zu sehen hat was. Zumindest für den Leser eine exzellente Story.
Abzüge gibt es für das unkollegiale Mund wässrig machen und alles alleine essen.
@Ponder
Ich auch!
Allein der Gedanke den bahli im Pfadfinderkostüm mit dem Schweizer Taschenmesser, 17-teilig, durch den Wald streifen zu sehen hat was. Zumindest für den Leser eine exzellente Story.
Abzüge gibt es für das unkollegiale Mund wässrig machen und alles alleine essen.
@Ponder
Ich auch!
26.10.2012 - 08:31 Uhr
Was ein Couching: Ein dubiose Mischung aus Bergwelt-Roman und wissenschaftlicher Abhandlung über Fussball. Herrlich selbstverliebt, um es mal mit Tickles Worten zu beschreiben. :p
Die Ausführlichkeit trägt auf jeden Fall zur Vollständigkeit der Analyse bei, der ich nur zustimmen kann. Der knirrschende Sand kam vor allem durch unser Reha-Klinik-Förderprogramm uns Getriebe. Der Rest ist eigentlich ganz gut und hat noch Luft nach oben. Sollten wir bis zur Winterpause oben dran bleiben, dann kann die Sache laufen.
Also bahli, Du hast Dir eine Nuss verdient. Ich habe sogar ein paar Steinpilzstreusel drüber getan und sie in einen Pfifferling gesteckt, der aus einem Champignon wächst. Bahli ist ein Fähnlein Fieselschweif, wer hätte das gedacht?!
Die Ausführlichkeit trägt auf jeden Fall zur Vollständigkeit der Analyse bei, der ich nur zustimmen kann. Der knirrschende Sand kam vor allem durch unser Reha-Klinik-Förderprogramm uns Getriebe. Der Rest ist eigentlich ganz gut und hat noch Luft nach oben. Sollten wir bis zur Winterpause oben dran bleiben, dann kann die Sache laufen.
Also bahli, Du hast Dir eine Nuss verdient. Ich habe sogar ein paar Steinpilzstreusel drüber getan und sie in einen Pfifferling gesteckt, der aus einem Champignon wächst. Bahli ist ein Fähnlein Fieselschweif, wer hätte das gedacht?!
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Butduma am 26.10.2012 um 08:32 Uhr bearbeitet
26.10.2012 - 11:49 Uhr
Äh ja, der Bahli rennt gerne mit dem Schweizer Taschenmesser durch den Wald und sammelt Pilze. Dass es am vergangenen Samstag ausschließlich Steinpilze waren, lag an der Masse. Da lässt man gerne Maronen, Hexenröhrlinge und Halimasche stehen.
Und, wenn ihr wollt - Ponder, Corto, But - auch gerne mal zusammen. Frische Steinpilze mit Bandnudeln sind ein lohnenswertes Ziel ... ;)
Cheers
Bahli
Und, wenn ihr wollt - Ponder, Corto, But - auch gerne mal zusammen. Frische Steinpilze mit Bandnudeln sind ein lohnenswertes Ziel ... ;)
Cheers
Bahli
26.10.2012 - 12:20 Uhr
Danke Bahli: Schöne Geschichte, treffende Analyse und schlüssiges Fazit. Wenn sich die Qualität dieser Kolumne auch nur ansatzweise auf unsere Jungs überträgt, wird unsere junge Truppe heute Abend in Köln ganz sicher einen weiteren Teil des Weges zurück ins Oberhaus erfolgreich bestreiten können.
Post-Optionen
Den kompletten Thread wirklich löschen?
Paten-Optionen
Möchtest Du den Beitrag wirklich löschen?
Diesen Beitrag alarmieren
Diesen Beitrag alarmieren
Diesen Beitrag alarmieren
Lesezeichen
Abonnierte Threads
Guter Beitrag
Guter Beitrag
Guter Beitrag
Post-Optionen
Nutze die Thread-Suche, wenn Du diesen Post in einen anderen Thread verschieben möchtest. Drücke Thread erstellen, wenn aus diesem Post ein eigenständiger Thread werden soll.


