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Die Couchingzone

13.08.2010 - 13:19 Uhr
Die Couchingzone |#391
24.02.2012 - 08:43 Uhr
Vorwort

Besondere Situationen erfordern manchmal auch außergewöhnliche Maßnahmen. In Mainz steht ein Schlüsselspiel für das weitere Schicksal des ruhmreichen 1. FC Kaiserslautern vor der Tür. Es ist einer dieser besonderen Momente, in welchen sich Geschichte und Gegenwart unseres einzigartigen Vereins vereinen. Aus diesem Grund fährt die "Couchingzone" ausnahmsweise noch schwereres Geschütz auf als sonst und holt aus zum: Doppelschlag!

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Jahrgang zwei - Ausgabe 28: Doppelschlag (Teil 1)

Der FCK 2012: Horror-Circus in der Bobbahn?

von Butduma

Die letzten Wochen waren hart, auch für uns Couchisten. Wurde doch Kritik an unserem Tun und Wirken geäußert, ja, es kam gar so etwas wie Unmut auf. Aus diesem Grunde will ich nun versuchen, nur noch über den Fussball im Allgemeinen und den FCK im Besonderen zu berichten… und dies analytisch und furztrocken. Was eigentlich ein Paradoxon ist, denn Pfälzer Fürze, insbesondere jene, die aus Zwiebelkuchen und neuem Wein geboren werden, sind in der Regel eher feucht bis nass. Nun gut, euer Befehl ist zwar nicht mein Wunsch, aber wie Wulff werde ich mich dem Diktat der Allgemeinheit beugen. Es trug sich also beim samstäglichen Frühstück in meinem Hause folgendes zu: Mit einer kleinen Portion Optimismus bezüglich des anstehenden Spiels gegen Gladbach schlürfte ich die warme Mokkabrühe genüsslich aus meinem FCK-Magic-Mug (die Magie besteht darin, dass immer wenn es heiß wird, die Lautrer Meistermannschaften aus den 50ern erscheinen), als mir Freikarten für einen, ich zitiere, Horror-Circus in Kaiserslautern in die Hände fielen. Nach einer Wirkzeit von 5 Sekunden, in denen ich die Bilder von einem elektrischen Stuhl und einem Killer-Clown anstarrte, wäre mir der Kaffee aufgrund eines Lachers fast aus dem Munde geschossen. Horror-Circus in Kaiserslautern und weder das Fritz-Walter Stadion noch unsere Artisten-Truppe der Saison 2011/2012 sind abgebildet? Da muss doch irgendwie eine Verwechselung vorliegen… Ein Anruf bei der Geschäftsstelle zur Rückversicherung habe ich mir erspart und mich lieber selbst eines Besseren belehrt. Es musste sich dann doch um zwei verschiedene Paar Schuhe handeln, zumal in mir ein zartes Pflänzchen namens Hoffnung blühte. Am späteren Nachmittag, eigentlich ziemlich genau um 15:45 Uhr, wusste ich es besser. Der wahre Horror-Circus spielt sich eben doch auf dem Betzenberg ab. Dort gibt es zwar keine Freikarten, dafür braucht man noch nicht mal einen Teufel, um sich richtig zu gruseln. Der 1.FC Kaiserslautern war nach nur 15 Minuten zwei Mal von den berüchtigten Gladbacher Blitzangriffen der Herren Arango, Reus und Hermann überrannt worden. So stand es folglich schneller 2:0 als sich unsere Abwehrspieler um die eigene Achse drehen können.

Sollte am Anfang des Spiels ein wenig Selbstbewusstsein vorhanden gewesen sein, war es in diesem Moment in den Untiefen der Katakomben verschwunden. Es sollte bis zur zweiten Halbzeit dauern, bevor sich die elf Jungs auf dem Platz wieder berappelten und für 20 Minuten so etwas wie Pressing, Kampf und Leidenschaft boten. Eigenschaften, die zwar schon im Vorfeld von unserem Vorstandsvorsitzenden Stefan Kuntz eingefordert wurden, welche allerdings erst in Person des jungen Derstroff, des vielgescholtenen Sukuta-Pasu und des Rekonvaleszenten Kouemaha eingewechselt wurden. Insbesondere Derstroff und Richie haben Gras gefressen, keinen Ball verloren gegeben und somit Feuer auf den Rängen und Hoffnung in den Herzen entfacht. Jene Dinge, die wir im Abstiegskampf so dringend brauchen. Dinge, die eigentlich eher von gestandenen Leistungsträgern und teuren Neuzugängen mit Dramafaktor erwartet wurden als von einem Einkauf aus der Portokasse und einem Upgrade aus der zweiten Klasse. Spieler, die einen derart hohen Bekanntheitsgrad besitzen, dass ein enthusiastischer Fan immer wieder in ekstatische „ROOOOOOODNEIIIIIII“-Schreie verfiel, sobald Sukuta-Pasu am Ball war (die SKY-Außenmikrofone liefern den auditiven Beweis und zeugen vom Fussballsachverstand der allwissenden Trainer auf den Rängen des Stadions). Ich meine, dass uns diese Sachverhalte zu denken geben sollten. Nun gut, es sollte trotz des 20minütigen Sturmlaufs am Ende nicht reichen: Das Duell der besten Abwehr gegen den schlechtesten Sturm sollte zugunsten der ersteren ausfallen. Wieder mal 0 Punkte für die harmlosen Teufel.

Angesichts einer sieglosen Serie von 12 Spielen, eines Sturms, der rein toremäßig zu einem der schlechtesten in Europa gehört sowie erstarkender Konkurrenz im Abstiegskampf greifen auch im Reaktor Betzenberg die physikalischen Gesetzlichkeiten. Es kommt zur Kernspaltung im Fan-Lager. Jede Gruppe ein Atom, jedes Atom ein Standpunkt. Müsste man eine Übersicht anlegen, käme man bestimmt auf eine beträchtliche Anzahl von Gruppierungen – was übrigens durch meine Psychogramme der Forumsuser untermauert wird. Sehr putzige Gesellen sind dabei die Extremisten: Auf der einen Seite jene, für die die Wurzel aller Übel im inkompetenten Trainer und seiner zusammengekauften Söldner-/Stümper-/Gurkentruppe samt handverlesener Sündenböcke liegt, auf der anderen Seite die Leute, die auch gerne mal mit 120 Sachen auf eine Mauer zu rasen, dabei die Augen schließen und sich dann in Gottvertrauen (kindlicher Naivität) zurücklehnen und davon ausgehen, dass die Mauer nicht mehr da ist, weil sie sie nicht mehr sehen. Beides etwas übertrieben, wie ich finde. Sicherlich wirkt unser Spiel zurzeit etwas konzeptlos bzw. vogelwild (Spezialgrüße an die Freunde der Statistik: Gerade bei vogelwildem Umher-Gerenne kommt eine beträchtliche Anzahl an gelaufenen Kilometern zusammen, was bei uns jedoch größere Auswirkungen auf den Zustand des Rasens als auf die Qualität der Spielzüge hat) und auch bei der Vorgehensweise des Trainers kann man sich dieses Eindrucks stellenweise nicht erwehren. Es spricht Bände, wenn man sich nochmals vor Augen führt, dass beim Gladbachspiel im Vergleich zum Spiel gegen die Münchner Bayern 5 neue Akteure in der Startelf standen, vergleicht man die gleiche Elf mit jener des Spiels gegen den Köln, kommt man immerhin auf 4 neue Spieler. Das ist viel Fluktuation, vielleicht zu viel Fluktuation. Kontinuität legen wir so nur im Sinne der eingefahrenen Punktverluste an den Tag.

An dieser Stelle will im Rahmen des winterlichen Fernsehprogramms der Öffentlich-Rechtlichen das Bild des 4er-Bobs bemühen. Selbst ein guter Lenker kann nur auf’s Treppchen kommen, wenn die Anschieber kraftvolle Sprints hinlegen und bei der Fahrt den Allerwertesten im Plastikschlitten behalten. Sobald einer aus der Reihe tanzt sind nur noch die hinteren Plätze im Tableau erreichbar. Aktuell setzt Marco Kurz zur Verbesserung der Leistung auf den ständigen Tausch der Anschieber, vielleicht sollte er angesichts der weit fortgeschrittenen Saison eher auf den Muskelaufbau und die bessere Koordination einer festen Truppe setzen – von mir aus auch mit Geheimtraining. Die Jungs, die unten auf dem Platz stehen, müssen kämpfen, kratzen und beißen. Die vergangenen Spieltage haben uns gezeigt, dass wir ansonsten zwar viel Lob, aber nur ganz wenige Punkte einstreichen. Ohne Mut im Herzen und ohne Eier im Uhlsport-Höschen werden wir dem Abstieg nicht von der Schippe springen können. Alle taktischen Überlegungen sind nur Makulatur, wenn der Trainer elf angsterfüllte Jungs mit Gedächtnis-Stahlwindel auf den Rasen schicken muss. In den verbleibenden Spielen muss es wieder richtig unangenehm sein gegen den FCK zu spielen, schon der Gedanke daran muss bei den gegnerischen Spielern Schweißausbrüche und Schmerzen auslösen. Dann kommen auch die Punkte… und zwar dreifach!

In diesem Sinne!

Ba beneen,
Butduma

Jetzt bist aber Du dran, Berti. Wir wollen kein heute kein Koks von Dir, sondern lieber eine Portion Hoffnung und ‘ne kleine Tüte Pathetik.

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Jahrgang zwei - Ausgabe 28: Doppelschlag (Teil 2)

Von der Magie des Augenblicks

von Bertikoks


Über die Anfänge

So ganz genau kann ich es gar nicht sagen. Ich weiß nur was der Anlass war, der mich dazu brachte ein FCK Fan zu werden. Im Gegensatz zu den meisten hier komme ich nämlich in Sachen Fußball betrachtet, aus einer Art bildungsfernem Elternhaus. Und in der Nähe vom Betzenberg wohne ich auch nicht. Vielmehr schien es plötzlich von Nöten, einen Bundesligaverein zu nennen, um weiter auf der Straße gegen die Garage bolzen zu dürfen. Dann jedoch versehen mit dem wichtigen Renommee den die Anhängerschaft zu solch bedeutenden Leuten mit sich bringen kann, oder anders gesehen: Mit mehr weltmännischem Gewicht. Und während ich meine Abwägung traf, wusste ich sehr wohl, dass Hamburg weit weg und der FC Bayern bereits vergeben war, weshalb ich mich für den Drittplatzierten entschied. Von dem wusste ich zwar nicht, wo der Verein auf der Landkarte zu finden war, das schien mir jedoch völlig nebensächlich, denn schließlich kommt es im Fußball auf die Tabelle an und nicht auf Geografiekenntnisse und da war mir der Status des FCK durchaus bekannt. Nicht bekannt, oder vielleicht besser nicht bewusst, war ich mir darüber, welch bedeutende Entscheidung ich da für meinen Werdegang getroffen hatte. Und so hockte ich fortan am Samstagnachmittag vor dem Radio, um Volker Kottkamp und Hans-Reinhard Scheu zu lauschen, wenn die Frage nach dem FCK gestellt wurde. Während ich nicht mehr so ganz genau weiß, wann genau der Teufel mich zum ersten Mal geritten hat - es muss irgendwann während des ersten Engagements von Feldkamp Ende der Siebziger bzw. am Anfang der achtziger Jahre gewesen sein - werde ich die Atmosphäre von damals wohl nie vergessen. Ich sehe mich vor meinem inneren Auge immer noch auf dem Teppich sitzen, gespannt jedes Musikstück, dass ich in einer Sportsendung schon damals als völlig überflüssig empfand, abwartend und derweil hoffend. Hoffend das meine Farben ein Tor schießen würden. Oder am Besten mehr als eins. Zumindest aber eins mehr als die anderen. Irgendwann hing dann auch noch eine Art überdimensionierte Postkarte mit dem Bild von Hans-Peter Briegel über meinem Bett und wachte über mich. Briegel war groß und stark, dazu ein ehemaliger Zehnkämpfer, genau das richtige Vorbild wie ich fand. Und so schuf ich meinen ersten Heldenmythos. Diese Jahre sind tief in meiner Seele eingegraben und gehört zu dem was man als Persönlichkeit bezeichnet mindestens so sehr wie mein Name.


Über das Leben

Natürlich belässt die Zeit nichts wie es ist. Das Elternhaus ist längst verkauft, der Vater tot, die Mutter alt und die Garagen auf die wir damals zu spielen pflegten stehen auch nicht mehr. Aber ich sitze immer noch bei jedem Spiel meines FCK irgendwo um es zu verfolgen. Manchmal im Stadion, oft vor der Glotze, aber ein Spiel nicht zu sehen fällt mir schwer, um nicht zu sagen, es ist ein Opfer, dass ich ungern bringe. Wenn ihr irgendwo in Südfrankreich, Spanien oder den Niederlanden einen Verrückten seht der an einem schönen Surfspot in Shorts und mit nassen Haaren versucht an einem windigen Tag eine mobile Satellitenschüssel auszurichten während andere nach der perfekten Welle oder einer Dose Bier suchen, dann sprecht ihn an. Wenn gerade ein Spiel des FCK ansteht ist es nicht unwahrscheinlich, dass er reagiert, wenn ihr ihm ein lässiges "Berti, bist Du es?" entgegenwerft. Neben diesem Strang meines Lebens gibt es natürlich auch noch weitere. Einer ist die Ehe mit meiner Frau. Natürlich lässt sich der Tag an dem ich geheiratet habe viel besser bestimmen als jener, als ich meine Seele an den Teufel verkaufte. Mein Smartphone erinnert mich ja rechtzeitig daran, damit ich es nicht wie früher dauernd vergesse. Dass es manchmal leichte Schwierigkeiten geben kann, wenn sich der eine und der andere Strang berühren, weiß ich natürlich aus Erfahrung ebenfalls. Aber, durch weitsichtige und kluge Organisation ist es mir gelungen, beide Stränge weitgehend unabhängig voneinander zu halten und zumindest eine Kollision zu vermeiden. Und wer länger verheiratet ist, der weiß natürlich auch, dass dies nicht selbstverständlich ist. Ab und zu muss ich dieser Organisation jedoch Tribut zollen und in einer Art Selbstaufgabe mit meiner Angetrauten einen Frauenfilm schauen. Da geht es dann eigentlich immer um Liebe, Irrungen und Wirrungen, peinliche Missverständnisse und am Ende gut aus. Bei so einer Gelegenheit kam mir auch ein Film zur Kenntnis, der sich um einen Baseball Fan drehte, der sich irgendwann vermeintlich zwischen seiner Liebe zu seinem Sport und der Liebe zu einer Frau entscheiden muss. Vieles kommt mir irgendwie bekannt vor. Und ein, nein eher zwei Sätze haben sich mir regelrecht eingebrannt. "Die verlieren nicht nur. Nein. Sie haben das Verlieren zu einer Kunstform erhoben." lautet der eine. Schon in den achtziger Jahren hatte unser FCK eine Durststrecke und wäre im Verlauf beinahe in der zweiten Liga gelandet. Ich habe mich also frühzeitig in meiner Anhängerschaft an Niederlagen gewöhnt wie mir im Rückblick scheint, deshalb kann es wohl nachfühlen. Und dann kommt die Frage, die mich ins Denken und dann zum Schreiben brachte. Ich münze das mal gleich auf unsere Verhältnisse um: Du liebst die Roten Teufel. Aber lieben sie auch dich? Während meine Frau unvermittelt dieses bestätigende Kopfnicken in meine Richtung sendet - mit einem fragenden Blick kombiniert, fange ich bereits an nachzudenken. Ich weiß nicht wie der Film zu Ende ging, ich jedenfalls bin in die Küche gegangen und habe mir was zu essen gemacht.


Über den Augenblick

Doch die Gedanken ließen mich nicht los. Ist es "denen" nicht völlig egal ob ich nun zuschaue oder nicht? Ob ich im Stadion bin oder nicht? Irgendwo an einem abgelegenen Ort unseres Kontinents meinen Fernseher anbrülle? Ist meine einzige Bedeutung darin begriffen, dass ich ab und an derjenige bin, der das Geld geliefert hat, damit irgendein Profifußballer seine überdimensionierte Luxuskarosse tanken kann? Ist es so einfach? Und natürlich kommen mir Bilder in den Sinn. Udo Lattek, wie er mir mit seinem Jaguar vor dem Stadion in Leverkusen im Jahr 1996 beinahe über den Fuß rollt. Andreas Brehme, wie er, endlich einmal nach dem Spiel nach seinem Trikot gefragt, locker diese Sache mit "nächstes Mal" beantwortet. Als wenn es ein nächstes Mal geben würde. Olaf Marschall, der mir seins nicht geben will, weil er es ja dann bezahlen müsse. Ich muss auch an einen Abend am Betze denken. Das war Ende der Neunziger oder Anfang Zweitausend. Als sie dem Block Sechs diese seitliche Treppe verpasst haben. Es war so brechend voll, ich konnte schlicht kaum etwas sehen und bin mir vorgekommen wie ein Stück Vieh vor dem Transport. Der Ordnungsdienst antwortete, von mir auf die Verhältnisse angesprochen schlicht, ich müsse ja nicht kommen. Alles scheint zu brechen. Aber dann denke ich an die großen, die geradezu magischen Momente. Ich habe zwei unerwartete Meisterschaften mit meinen Farben erlebt. Einen unerwarteten Abstieg und einen hart erarbeiteten. Zwei Aufstiege. Und immer war ich im Stadion dabei. Zwei DFB Pokalsiege die ich zwar nur im Fernsehen verfolgen konnte, die mich aber nicht weniger glücklich gemacht haben. Verdammt. Ist es da so wichtig ob die mich kennen? Was macht die Momente denn eigentlich der Erinnerung wert? Das sind wir. Gäbe es den Bundesligisten 1. FC Kaiserslautern ohne uns? Nein. Das geht im Kraichgau oder in der Nähe von Braunschweig. Unseren ruhmreichen FCK gäbe es aber ohne uns nicht. Denn wir sind das was trägt. Das was uns am Ende groß macht. Es ist unser Lebensgefühl, was uns an diesem Punkt verbindet. Denn es gibt sie, diese starke Verbindung zwischen uns allen und dem Verein. Und manchmal, in diesen wenigen Ausnahmefällen, da ist sie so stark, dass man sie regelrecht anfassen kann. Zuletzt ging das während des Endspiels um unsere nackte Existenz im Jahr 2008 gegen den FC aus Köln. Diese beinahe elektrisch aufgeladene Atmosphäre in der du trotz der Lautstärke deinen eigenen Herzschlag zu hören vermeinst. Das nervöse Rauschen vor dem Spiel. Die Panik die von uns Besitz nimmt, als Helmes an den Pfosten ballert. Der kollektive Jubelschrei, als das erste Tor für uns fällt. Und die Erleichterung als das zweite und dritte Folgen. Der Regen und der Name Fritz Walters. Und Tränen. Viele heimliche Tränen rollen an diesem Nachmittag in diesem Moment über die Wangen von so vielen Menschen. Auch meine sind dabei. Es sind diese Momente, wenn die Mannschaft mit uns zusammenwächst, wenn kein Blatt Papier mehr zwischen uns passt, wenn sich das ganze Universum in uns zu verdichten scheint, nur um ein kurze Millisekunde den Blick auf eine wunderbare Welt zu öffnen, diese Momente eben wenn Großes vollbracht werden kann. Lautern Fan zu sein bedeutet mehr als Konsumententum. Es bedeutet Leidensfähigkeit und Treue. Verbundenheit und wilde Entschlossenheit. Es bedeutet Liebe und Hingabe. Es bedeutet eine lebenslange Verbindung. Und die wird es geben, egal ob unser FCK in der ersten, der zweiten oder der Marsliga spielt. In diesem Moment ist der Verein ein Teil von uns. Und wir ein Teil von ihm. Und zusammen, dass weiß selbst der Jüngste unter uns, zusammen können wir jeden schlagen.

Bis dahin in diesem Sinne.

Gruß Berti


In der Couchingzone befinden sich neben Berti und Bahli auch noch Kohlmeyer und Butduma. Die Kolumne erscheint spätestens jeweils Freitag um 12:00 Uhr oder an Spieltagen zur gleichen Zeit bei allen Pflichtspielen.

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SAPERE AUDE
- Wage es, weise zu sein -

oder nach Immanuel Kant
"Habe Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen!“
Die Couchingzone |#392
24.02.2012 - 08:47 Uhr
Doppelcouching?! The Clash of the Titans?

Wie immer überragend! Daher von mir ein Chapeaudouble.

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Durlacher, achso
Die Couchingzone |#393
24.02.2012 - 09:20 Uhr
Wenn ihr so auf Kritik reagiert, dann will ich mir künftig wohl gerne öfters mal das Maul zerreißen! :D

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Nicht wir tragen euer Trikot - ihr tragt unseres!
Die Couchingzone |#394
24.02.2012 - 10:25 Uhr
@Butduma
Du und furztrocken.. . Nicht wirklich Dein Ding, zum Glück. Der Rest ist groß und einfach nur toll zu lesen.
@Berti
Diese Emotionalität steht Dir ausgesprochen gut und gerade die etwas nicht mehr ganz so jungen Fans können das sicher nachempfinden.
@Beide
Sensationelles Mutmachen und Wachrütteln, absolut genau das was momentan fehlt.

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"Betzi braucht bei seinem Besuch eine Möglichkeit sich umzuziehen und Kaltgetränke" (Anmeldeformular Betzi Buchen)
"You want it darker, Hineni, Hineni, I'm ready, my lord (Leonard Cohen).
"Well, what did you expect in an opera? A happy ending?" (Bugs Bunny)
Die Couchingzone |#395
24.02.2012 - 10:35 Uhr
Klasse Beiträge! Ihr müsst Euch definitiv keinen Vorwurf machen, wenn es in Meenz mal wieder in die Hose geht ;)

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Krahl - Rasmussen, Frees, Gyamfi - Haas, Kunze, Ritter, Sahin, Joly - Yardimci, Berisha

"Wenn wir schon nicht gewinnen, dann treten wir ihnen wenigstens den Rasen kaputt" (R.Rüssmann)
Die Couchingzone |#396
24.02.2012 - 10:56 Uhr
Das ist das nonplusultra bisher. Berti, du hast mir aus der teuflischen Seele gesprochen. Danke dafür.

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Echte Liebe kennt keine Liga - Nur der FCK!

Miro Klose Fußballgott!
Fan vom Funker!
Durli - Unvergessen... R.I.P.
"Lautern hat den geilsten Boss der Welt. Daran gibt es keine Zweifel."
laudere - im Mai 2011
Die Couchingzone |#397
24.02.2012 - 11:16 Uhr
Super beitrag! Falls Stefan hier mitliest, sollte er die letzten Zeilen von Berti ausdrucken und 50.000 mal im Stadion verteilen!
Die Couchingzone |#398
24.02.2012 - 11:20 Uhr
Doppelcouching, ist doch mal top, sollte jede Woche so laufen!
Absolut genial was ihr beiden euch da habt einfallen lassen. Da kann mein Telefon im Büro auch nicht stören wenn ich grad am lesen bin :D

Ich ziehe meinen virtuellen Hut!!!!
Die Couchingzone |#399
24.02.2012 - 11:32 Uhr
Bertis Worte sollten die Spieler immer und immer wieder lesen und sie werden laufen wie die Hasen - für uns...

Danke Berti

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Wir haben das unendliche Glück, auf eine geradezu einmalige Geschichte, auf Helden, Dramen und unsterbliche Erfolge zurückblicken zu können. Doch dieses Erbe sollte ein Berg sein, auf dem wir stehen - und nicht ein Rucksack, den wir durch die Gegend schleppen.
Die Couchingzone |#400
24.02.2012 - 12:54 Uhr
Also dieses Zusammenspiel der nüchternen Analyse und dem Suchen der Gründe hierfür auf der einen Seite und dieser emotionale Teil, warum wir wie ticken, ist eine hervorragende Mischung! Klasse.

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"Wenn am Wochenend' die Massen, in die Fußballstadien ziehn,
da kann ich es nicht lassen, mich ziehts zum Betze hin.

Die Stimmung ist dort ganz famos, wie kanns auch anders sein,
und geht das Spiel dann richtig los, stimmen alle mit mir ein:

Olé Olé, Olé Ola, der FCK ist wieder da!
Olé Olé, Olé Ola,
die roten Teufel sind ganz wunderbar!"
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