Die Couchingzone
13.08.2010 - 13:19 Uhr
23.03.2012 - 07:27 Uhr
Welcome back But und das mehr als eindrucksvoll.
23.03.2012 - 14:43 Uhr
Freue mich außerordentlich über But's kreatives Comeback.
War toll zu lesen. Danke dafür
War toll zu lesen. Danke dafür
29.03.2012 - 21:32 Uhr
Jahrgang 2 - Ausgabe 32
DER KÖNIG IST TOT, ES LEBE DIE PRINZESSIN AUF DER ERBSE
Von Bahli
Der Bahli fragt sich seit einiger Zeit, was passieren muss, damit seine Liebe zu seinem Lieblingsverein abkühlt. Früher war der Bahli da wenig kompromissbereit. Die Antwort lautete entsprechend immer und jederzeit "Das kann gar nicht passieren". Aber mittlerweile erscheint er bei dieser Frage gar nicht mehr so stur. Die letzten Wochen waren für jeden FCK-Fan hart. Hammerhart sogar. Alleine die Klatsche in Mainz lässt den Bahli heute noch vor Wut erbeben. Und je härter das Abstiegsschicksal sein Genick ins Visier nimmt, desto mehr denkt der Bahli über die eingangs gestellte Frage nach. Scheinbar ist die Liebe zu seinem Fußballverein doch in den Grundfesten zu erschüttern. Aber halt, denn hier muss der Bahli doch noch einmal in sich gehen. Die Liebe zum Verein wird sich nicht abkühlen. Aber die Liebe zur Mannschaft ist etwas, dem nicht das Jawort auf Ewigkeit gegeben wurde. "Bis dass der Tod euch scheidet" trifft sicherlich auf den Verein zu, aber definitiv nicht auf eine Mannschaft. Tja, Bahli, Glück gehabt. Flirten mit der Konkurrenz ist dir in einem anderen Leben vorbehalten.
Herr Balakoff und das Wunder
Jetzt ist er also da. Der Künstler, der begnadete Techniker, der kreative Teil des legendären magischen Dreiecks. Aber einen leichten Job hat er da nicht übernommen. Bahli würde Krassimir Balakoff sogar ins Ohr flüstern, dass er da eine knallharte, wenn nicht sogar eine undankbare Aufgabe übernommen hat. 46 Jahre musste der Bulgare alt werden, um sein Debüt als Trainer eines Bundesligisten zu feiern. Tja "feiern" - wieder so ein Ausdruck. Zum Feiern wird Balakoff nach der Niederlage in Freiburg nicht aufgelegt sein. Krassimir Balakoff ist auf dem Betzenberg angetreten, um nicht viel weniger als ein Wunder vollbringen zu müssen. Er hat eine Mannschaft übernommen, die in 27 Spielen ganze 17 Mal ins Tor getroffen hat. Aber viel schlimmer als diese katastrophale Abschlussschwäche mutet die lange Liste von Letztem-Mann-Ausrutschern, Knapp-Daneben-Griffen, Fehlpass-Ungenauigkeiten, Slalomstangen-Missbrauch von Feldspielern oder Carramba-wo-ist-mein-Turbo-Aussetzern an. Da man diese Liste auch gerne als individuelle Fehler zusammenfasst, kann man sich vorstellen, dass selbst einem ehemals begnadeten Techniker bald das Lächeln im Gesicht einfrieren wird. Der Bahli hält ja im Fußball nichts für unmöglich. Als Fan des 1. FC Kaiserslautern ist das sicherlich auch die richtige Einstellung. Denn wie sagte der geschätzte Kollege Kohlmeyer einmal "Die anderen können nur an Wunder glauben - wir aber wissen, dass es welche gibt!". Von daher wird einem FCK-Fan die Hoffnung erst ausgehen, wenn punktemäßig auf Unterdruck geschaltet wird. Also bleibt dem Bahli erst einmal diese leise Hoffnung auf einen Neuanfang mit einem neuen Trainer im letzten Viertel der Saison.
Herr Balakoff und das Warum
Bleibt die Frage im Raum, warum Stefan Kuntz bei dieser Brisanz im Abstiegskampf nicht auf einen richtigen Feuerwehrmann setzt. Der Bahli geht einmal davon aus, dass der FCK-Vorstandsvorsitzende einen Feuerwehrmann oder einen abgehalfterten FCK-Ehemaligen vermeiden wollte und bewusst einen Trainer mit Perspektive auswählte. Der ehemalige Offensivschenkel aus dem magischen Dreieck und jetzige VfB-Sportdirektor Fredi Bobic schätzt Krassimir Balakoff als akribischen Arbeiter, der es gewohnt ist, in kleinen Schritten und kleinem Etat zu arbeiten. Außerdem wäre er - laut Bobic - ein Trainer mit klaren Vorstellungen. Hinzu kommt, dass Balakoff der Ruf vorauseilt, dass er auf Offensivfußball aus einer sicheren Abwehr heraus setzt und auf junge Spieler baut. Von den Grundvoraussetzungen erfüllt der Bulgare zumindest einmal alles, was man sich beim FCK für die nähere Zukunft auf die Fahnen geschrieben hat. Von daher ist auch die Entscheidung von Stefan Kuntz für Krassimir Balakoff nachzuvollziehen. Kuntz setzt weiterhin auf Kontinuität und will mit Balakoff auch im Worst-Case-Szenario mit einem Abstieg in die 2. Liga einen Trainer mit Konzept für die kommende Saison auf der Bank des FCK wissen.
Herr Balakoff und das Kingsizebett
"Der König ist tot, es lebe der König" konnte man nach der Beurlaubung von Marco Kurz und der Verpflichtung von Krassimir Balakoff lesen und hören. Der VfB-Balakoff ist dem Bahli allerdings weniger als König, denn mehr als Prinzessin auf der Erbse in Erinnerung. Vor allem seine Forderung nach einem Kingsizebett bei Auswärtsspielen oder sein spontaner Umzug mit der VfB-Mannschaft von der Economy- in die Business-Class auf einem Flug ins Trainingslager ist dem älteren Fußballfan sicherlich noch im Gedächtnis. Natürlich schmunzelt man über den Aufschlag, den der damalige VfB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder für diese "Spielverlagerung" zahlen musste. Viele FCK-Fans, mit denen Bahli in den letzten sieben Tagen gesprochen hat, benutzten auch gerne das "Adelsprädikat" Diva, um den neuen FCK-Trainer zu beschreiben. Aber war Krassimir Balakoff zu seiner Bundesligazeit wirklich so eine launische Diva? Ich meine nein. In Stuttgart sind vor allem seine Freistöße in Erinnerung geblieben, die so messerscharf kamen, dass man ihn den "Freistoßmagier" taufte. Dann dieser Schuss Genialität, der ihn zur Führungsfigur des magischen Dreiecks machte. In Bahlis Erinnerung war Balakoff ein überragender Mittelfeldregisseur, weniger eine launische Diva. Gut, er war die Prinzessin auf der Erbse. Aber Bahli mag Menschen, die gerne auch einmal über die Stränge schlagen. Und sind wir doch einmal ehrlich. Dass der Mayer-Vorfelder die Zeche zahlen musste, sollte doch kein negatives Licht auf den neuen FCK-Trainer werfen. Im Gegenteil.
Herr Balakoff und die Bergpredigt
Was fühlt ein Trainer, dessen Mannschaft in einem Abstiegsendspiel eine einzige gelbe Karte fünf Minuten vor schluss einfährt? Wäre Bahli der Trainer, hätte er am Sonntag nach dem Nichtbreisgau-Angriffspakt Säcke voll mit Müsli auf den Rasen des Trainingsplatzes geschüttet und seinen Spielern erst erlaubt, zum Duschen zu kriechen, wenn das verschüttete Müsli mundgerecht zurück in die Säcke platziert worden ist. Bahli ist kein Trainer. Leider - werden die FCK-Fans sagen. Zum Glück - dürften die FCK-Profis frohlocken. Als Fan des 1. FC Kaiserslautern kann man nur hoffen, dass sich Krassimir Balakoff nach dem Debakel beim mitabstiegsbedrohten SC Freiburg jeden einzelnen seiner Spieler vorgeknöpft und ihm die Notwendigkeit von Kampf, Einsatz und Dagegenhalten erklärt hat. Denn das, was die FCK-Profis bezüglich den eben genannten Attributen in den letzten Wochen und Monaten an den Tag gelegt haben, spottet der Tradition, die der FCK verkörpert. Ich hoffe, dass sich auch Krassimir Balakoff dies vor Augen führt und wie weiland Jesus von Nazareth vor das Volk Israels vor seine Schar tritt und ihnen den Willen Fritz Walters offenbart. Eine Bergpredigt der anderen Art. Früher hätte man einen FCK-Profi gesteinigt, wenn er in solch einem Spiel ohne Karte zum Duschen gegangen wäre. Eine Grätsche an der Mittellinie, ein Zeichen an der Seitenlinie wäre für diese Mannschaft so notwenig gewesen. Der FCK-Mannschaft fehlt in dieser Saison die spielerische Klasse. Dies ist grundsätzlich entschuldbar. Was aber nicht entschuldbar ist, ist der fehlende Wille, diesen Mangel an spielerischer Substanz durch Kampf, Einsatz und Lauffreude zu kompensieren. Wer unten drin steht, muss beißen, kratzen und - wenn es denn sein muss - spucken. Für diese klassischen "Weibereigenschaften" darf sich der Abstiegskandidat Nummer eins nun wirklich nicht zu schade sein. Er sollte in jedem Fall in der Lage sein, sich den Allerwertesten aufzureißen. Denn so, wie es im Moment aussieht, werden die jetzigen FCK-Fans in zehn oder 20 Jahren ihren Kindern von den Luschen der Spielzeit 2011/12 berichten (müssen), die sich in ihren roten Ballettkleidchen widerstandslos dem Abstieg hingegeben haben. Krassimir Balakoff ist um seinen Job wirklich nicht zu beneiden. Einen Abstiegskandidaten ohne Spielkultur und die nötige Einstellung zu übernehmen, grenzt schon fast an Masochismus. Aber vielleicht ist es gerade dies, was die ehemalige Prinzessin auf der Erbse braucht, um erfolgreich zu sein.
Herr Balakoff und Herr Fink
Dem Bahli sind keine Anekdoten überliefert, die Krassimir Balakoff und Thorsten Fink als Hauptdarsteller in irgendeinem Bundesliga-Krimi gesehen haben. Es ist aber davon auszugehen, dass sich Balakoff und Fink auf jeden Fall in unzähligen Bundesligaduellen sportlich gegenüberstanden. Dass sie sich am kommenden Samstag in einem brisanten Bundesligaspiel als Trainer gegenüberstehen, ist sicherlich für beide keine sehr angenehme Sache. Beim Hamburger SV lagen unlängst die Nerven blank. Thorsten Fink packte einen seiner Nachwuchskicker am Kragen und schmiss ihn kurzerhand aus der Kabine. Trotzdem erhält Fink Rückendeckung von HSV-Sportchef Frank Arnesen und dem Vorstandsvorsitzenden Carl-Edgar Jarchow. "Noch ein Trainerwechsel ist undenkbar", sagte Arnesen unlängst dem kicker. Auch im Falle einer Niederlage beim 1. FC Kaiserslautern würde der Hamburger SV mit Thorsten Fink weitermachen. Klingt einerseits beruhigend aus der Sicht von Fink. Trotzdem sollte er sich immer wieder die Entwicklung bei einem seiner Exvereine vor Augen halten. Auch beim Karlsruher SC wollte man an dem mitten in der Saison geholten Trainer Jörn Andersen festhalten. Bis man ihn am vergangenen Montag vor die badische Tür setzte. Von einem derartigen Schicksal ist Krassimir Balakoff noch weit entfernt. Er "genießt" noch den Status des Retters. Balakoff contra Fink - Retter versus Wackelkandidat? Nein, so einfach ist die Sache nicht. Beide Vereine befinden sich auf einer rasanten Talfahrt. Und dies macht das Aufeinandertreffen im Fritz-Walter-Stadion so brisant. Denn nur, wer gewinnt, kann diese Talfahrt stoppen und ein wegweisendes Signal setzen. Dem Verlierer droht allerdings der Verlust des Bodens unter den Füßen. Ein Unentschieden macht beide Mannschaften zu Verlierern und dürfte weder Fans und noch das Umfeld beruhigen. Für den Bahli als eingefleischten FCK-Fan gilt von daher ausnahmslos die Devise hopp oder topp - nicht mehr und nicht weniger. Ein Sieg muss her. Egal wie ...
Cheers
Bahli
In der Couchingzone befinden sich neben Berti und Bahli auch noch Kohlmeyer und Butduma. Die Kolumne erscheint spätestens jeweils Freitag um 12:00 Uhr oder an Spieltagen zur gleichen Zeit bei allen Pflichtspielen.
DER KÖNIG IST TOT, ES LEBE DIE PRINZESSIN AUF DER ERBSE
Von Bahli
Der Bahli fragt sich seit einiger Zeit, was passieren muss, damit seine Liebe zu seinem Lieblingsverein abkühlt. Früher war der Bahli da wenig kompromissbereit. Die Antwort lautete entsprechend immer und jederzeit "Das kann gar nicht passieren". Aber mittlerweile erscheint er bei dieser Frage gar nicht mehr so stur. Die letzten Wochen waren für jeden FCK-Fan hart. Hammerhart sogar. Alleine die Klatsche in Mainz lässt den Bahli heute noch vor Wut erbeben. Und je härter das Abstiegsschicksal sein Genick ins Visier nimmt, desto mehr denkt der Bahli über die eingangs gestellte Frage nach. Scheinbar ist die Liebe zu seinem Fußballverein doch in den Grundfesten zu erschüttern. Aber halt, denn hier muss der Bahli doch noch einmal in sich gehen. Die Liebe zum Verein wird sich nicht abkühlen. Aber die Liebe zur Mannschaft ist etwas, dem nicht das Jawort auf Ewigkeit gegeben wurde. "Bis dass der Tod euch scheidet" trifft sicherlich auf den Verein zu, aber definitiv nicht auf eine Mannschaft. Tja, Bahli, Glück gehabt. Flirten mit der Konkurrenz ist dir in einem anderen Leben vorbehalten.
Herr Balakoff und das Wunder
Jetzt ist er also da. Der Künstler, der begnadete Techniker, der kreative Teil des legendären magischen Dreiecks. Aber einen leichten Job hat er da nicht übernommen. Bahli würde Krassimir Balakoff sogar ins Ohr flüstern, dass er da eine knallharte, wenn nicht sogar eine undankbare Aufgabe übernommen hat. 46 Jahre musste der Bulgare alt werden, um sein Debüt als Trainer eines Bundesligisten zu feiern. Tja "feiern" - wieder so ein Ausdruck. Zum Feiern wird Balakoff nach der Niederlage in Freiburg nicht aufgelegt sein. Krassimir Balakoff ist auf dem Betzenberg angetreten, um nicht viel weniger als ein Wunder vollbringen zu müssen. Er hat eine Mannschaft übernommen, die in 27 Spielen ganze 17 Mal ins Tor getroffen hat. Aber viel schlimmer als diese katastrophale Abschlussschwäche mutet die lange Liste von Letztem-Mann-Ausrutschern, Knapp-Daneben-Griffen, Fehlpass-Ungenauigkeiten, Slalomstangen-Missbrauch von Feldspielern oder Carramba-wo-ist-mein-Turbo-Aussetzern an. Da man diese Liste auch gerne als individuelle Fehler zusammenfasst, kann man sich vorstellen, dass selbst einem ehemals begnadeten Techniker bald das Lächeln im Gesicht einfrieren wird. Der Bahli hält ja im Fußball nichts für unmöglich. Als Fan des 1. FC Kaiserslautern ist das sicherlich auch die richtige Einstellung. Denn wie sagte der geschätzte Kollege Kohlmeyer einmal "Die anderen können nur an Wunder glauben - wir aber wissen, dass es welche gibt!". Von daher wird einem FCK-Fan die Hoffnung erst ausgehen, wenn punktemäßig auf Unterdruck geschaltet wird. Also bleibt dem Bahli erst einmal diese leise Hoffnung auf einen Neuanfang mit einem neuen Trainer im letzten Viertel der Saison.
Herr Balakoff und das Warum
Bleibt die Frage im Raum, warum Stefan Kuntz bei dieser Brisanz im Abstiegskampf nicht auf einen richtigen Feuerwehrmann setzt. Der Bahli geht einmal davon aus, dass der FCK-Vorstandsvorsitzende einen Feuerwehrmann oder einen abgehalfterten FCK-Ehemaligen vermeiden wollte und bewusst einen Trainer mit Perspektive auswählte. Der ehemalige Offensivschenkel aus dem magischen Dreieck und jetzige VfB-Sportdirektor Fredi Bobic schätzt Krassimir Balakoff als akribischen Arbeiter, der es gewohnt ist, in kleinen Schritten und kleinem Etat zu arbeiten. Außerdem wäre er - laut Bobic - ein Trainer mit klaren Vorstellungen. Hinzu kommt, dass Balakoff der Ruf vorauseilt, dass er auf Offensivfußball aus einer sicheren Abwehr heraus setzt und auf junge Spieler baut. Von den Grundvoraussetzungen erfüllt der Bulgare zumindest einmal alles, was man sich beim FCK für die nähere Zukunft auf die Fahnen geschrieben hat. Von daher ist auch die Entscheidung von Stefan Kuntz für Krassimir Balakoff nachzuvollziehen. Kuntz setzt weiterhin auf Kontinuität und will mit Balakoff auch im Worst-Case-Szenario mit einem Abstieg in die 2. Liga einen Trainer mit Konzept für die kommende Saison auf der Bank des FCK wissen.
Herr Balakoff und das Kingsizebett
"Der König ist tot, es lebe der König" konnte man nach der Beurlaubung von Marco Kurz und der Verpflichtung von Krassimir Balakoff lesen und hören. Der VfB-Balakoff ist dem Bahli allerdings weniger als König, denn mehr als Prinzessin auf der Erbse in Erinnerung. Vor allem seine Forderung nach einem Kingsizebett bei Auswärtsspielen oder sein spontaner Umzug mit der VfB-Mannschaft von der Economy- in die Business-Class auf einem Flug ins Trainingslager ist dem älteren Fußballfan sicherlich noch im Gedächtnis. Natürlich schmunzelt man über den Aufschlag, den der damalige VfB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder für diese "Spielverlagerung" zahlen musste. Viele FCK-Fans, mit denen Bahli in den letzten sieben Tagen gesprochen hat, benutzten auch gerne das "Adelsprädikat" Diva, um den neuen FCK-Trainer zu beschreiben. Aber war Krassimir Balakoff zu seiner Bundesligazeit wirklich so eine launische Diva? Ich meine nein. In Stuttgart sind vor allem seine Freistöße in Erinnerung geblieben, die so messerscharf kamen, dass man ihn den "Freistoßmagier" taufte. Dann dieser Schuss Genialität, der ihn zur Führungsfigur des magischen Dreiecks machte. In Bahlis Erinnerung war Balakoff ein überragender Mittelfeldregisseur, weniger eine launische Diva. Gut, er war die Prinzessin auf der Erbse. Aber Bahli mag Menschen, die gerne auch einmal über die Stränge schlagen. Und sind wir doch einmal ehrlich. Dass der Mayer-Vorfelder die Zeche zahlen musste, sollte doch kein negatives Licht auf den neuen FCK-Trainer werfen. Im Gegenteil.
Herr Balakoff und die Bergpredigt
Was fühlt ein Trainer, dessen Mannschaft in einem Abstiegsendspiel eine einzige gelbe Karte fünf Minuten vor schluss einfährt? Wäre Bahli der Trainer, hätte er am Sonntag nach dem Nichtbreisgau-Angriffspakt Säcke voll mit Müsli auf den Rasen des Trainingsplatzes geschüttet und seinen Spielern erst erlaubt, zum Duschen zu kriechen, wenn das verschüttete Müsli mundgerecht zurück in die Säcke platziert worden ist. Bahli ist kein Trainer. Leider - werden die FCK-Fans sagen. Zum Glück - dürften die FCK-Profis frohlocken. Als Fan des 1. FC Kaiserslautern kann man nur hoffen, dass sich Krassimir Balakoff nach dem Debakel beim mitabstiegsbedrohten SC Freiburg jeden einzelnen seiner Spieler vorgeknöpft und ihm die Notwendigkeit von Kampf, Einsatz und Dagegenhalten erklärt hat. Denn das, was die FCK-Profis bezüglich den eben genannten Attributen in den letzten Wochen und Monaten an den Tag gelegt haben, spottet der Tradition, die der FCK verkörpert. Ich hoffe, dass sich auch Krassimir Balakoff dies vor Augen führt und wie weiland Jesus von Nazareth vor das Volk Israels vor seine Schar tritt und ihnen den Willen Fritz Walters offenbart. Eine Bergpredigt der anderen Art. Früher hätte man einen FCK-Profi gesteinigt, wenn er in solch einem Spiel ohne Karte zum Duschen gegangen wäre. Eine Grätsche an der Mittellinie, ein Zeichen an der Seitenlinie wäre für diese Mannschaft so notwenig gewesen. Der FCK-Mannschaft fehlt in dieser Saison die spielerische Klasse. Dies ist grundsätzlich entschuldbar. Was aber nicht entschuldbar ist, ist der fehlende Wille, diesen Mangel an spielerischer Substanz durch Kampf, Einsatz und Lauffreude zu kompensieren. Wer unten drin steht, muss beißen, kratzen und - wenn es denn sein muss - spucken. Für diese klassischen "Weibereigenschaften" darf sich der Abstiegskandidat Nummer eins nun wirklich nicht zu schade sein. Er sollte in jedem Fall in der Lage sein, sich den Allerwertesten aufzureißen. Denn so, wie es im Moment aussieht, werden die jetzigen FCK-Fans in zehn oder 20 Jahren ihren Kindern von den Luschen der Spielzeit 2011/12 berichten (müssen), die sich in ihren roten Ballettkleidchen widerstandslos dem Abstieg hingegeben haben. Krassimir Balakoff ist um seinen Job wirklich nicht zu beneiden. Einen Abstiegskandidaten ohne Spielkultur und die nötige Einstellung zu übernehmen, grenzt schon fast an Masochismus. Aber vielleicht ist es gerade dies, was die ehemalige Prinzessin auf der Erbse braucht, um erfolgreich zu sein.
Herr Balakoff und Herr Fink
Dem Bahli sind keine Anekdoten überliefert, die Krassimir Balakoff und Thorsten Fink als Hauptdarsteller in irgendeinem Bundesliga-Krimi gesehen haben. Es ist aber davon auszugehen, dass sich Balakoff und Fink auf jeden Fall in unzähligen Bundesligaduellen sportlich gegenüberstanden. Dass sie sich am kommenden Samstag in einem brisanten Bundesligaspiel als Trainer gegenüberstehen, ist sicherlich für beide keine sehr angenehme Sache. Beim Hamburger SV lagen unlängst die Nerven blank. Thorsten Fink packte einen seiner Nachwuchskicker am Kragen und schmiss ihn kurzerhand aus der Kabine. Trotzdem erhält Fink Rückendeckung von HSV-Sportchef Frank Arnesen und dem Vorstandsvorsitzenden Carl-Edgar Jarchow. "Noch ein Trainerwechsel ist undenkbar", sagte Arnesen unlängst dem kicker. Auch im Falle einer Niederlage beim 1. FC Kaiserslautern würde der Hamburger SV mit Thorsten Fink weitermachen. Klingt einerseits beruhigend aus der Sicht von Fink. Trotzdem sollte er sich immer wieder die Entwicklung bei einem seiner Exvereine vor Augen halten. Auch beim Karlsruher SC wollte man an dem mitten in der Saison geholten Trainer Jörn Andersen festhalten. Bis man ihn am vergangenen Montag vor die badische Tür setzte. Von einem derartigen Schicksal ist Krassimir Balakoff noch weit entfernt. Er "genießt" noch den Status des Retters. Balakoff contra Fink - Retter versus Wackelkandidat? Nein, so einfach ist die Sache nicht. Beide Vereine befinden sich auf einer rasanten Talfahrt. Und dies macht das Aufeinandertreffen im Fritz-Walter-Stadion so brisant. Denn nur, wer gewinnt, kann diese Talfahrt stoppen und ein wegweisendes Signal setzen. Dem Verlierer droht allerdings der Verlust des Bodens unter den Füßen. Ein Unentschieden macht beide Mannschaften zu Verlierern und dürfte weder Fans und noch das Umfeld beruhigen. Für den Bahli als eingefleischten FCK-Fan gilt von daher ausnahmslos die Devise hopp oder topp - nicht mehr und nicht weniger. Ein Sieg muss her. Egal wie ...
Cheers
Bahli
In der Couchingzone befinden sich neben Berti und Bahli auch noch Kohlmeyer und Butduma. Die Kolumne erscheint spätestens jeweils Freitag um 12:00 Uhr oder an Spieltagen zur gleichen Zeit bei allen Pflichtspielen.
30.03.2012 - 07:47 Uhr
Schonungslos, offen, prosaisch und ehrlich. Wobei mir 17 Kolumnen, statt 17 Spielen, ohne Sieg, schon lieber wären.
30.03.2012 - 08:00 Uhr
Super Bahli, einfach Super! Die Spieler sollten am Samstag vor dem Spiel das lesen und ich glaube der Bahli wäre ein Super Trainer. :)
Gruß
Sippler
Gruß
Sippler
30.03.2012 - 09:42 Uhr
Wie heißt der Italiener wo Ehrmann immer hingeht?
30.03.2012 - 10:15 Uhr
Zitat von zenon:
Wie heißt der Italiener wo Ehrmann immer hingeht?
Hä? Weiß zwar nicht, wieso Du das hier fragst, aber wenn Du den in Hochspeyer meinst, ist es der Da Rosario.
Früher war er auch als im Alsenborner Sportheim zugegen beim Franco.
Ansonsten wieder mal ein ganz starkes Couching, Bahli. Sehr, sehr lesenwert.
Wie heißt der Italiener wo Ehrmann immer hingeht?
Hä? Weiß zwar nicht, wieso Du das hier fragst, aber wenn Du den in Hochspeyer meinst, ist es der Da Rosario.
Früher war er auch als im Alsenborner Sportheim zugegen beim Franco.
Ansonsten wieder mal ein ganz starkes Couching, Bahli. Sehr, sehr lesenwert.
30.03.2012 - 12:13 Uhr
Sehr schönes Couching!
Hat das nen besonderen Grund warum du BalakoFF schreibst, den ich nicht mitbekommen habe?
Hat das nen besonderen Grund warum du BalakoFF schreibst, den ich nicht mitbekommen habe?
30.03.2012 - 14:36 Uhr
Zitat von Hegermeister:
Hat das nen besonderen Grund warum du BalakoFF schreibst, den ich nicht mitbekommen habe?
Ich habe den Namen unseres Trainers einfach einmal "eingedeutscht". Anfangs musste ich immer überlegen, ob man jetzt "Balakov" oder "Balakow" schreibt. "Balakoff" ist da für mich einfacher. Klar wird jetzt der eine oder andere anmerken, dass das falsch ist. Aber da bin selbst ich als fremdernannter Germanist77 völlig offen.
Aber wahrscheinlich liegt das -off an einem meiner Lieblingsfilme - "Manche mögen's heiß". Dort vermittelt Poliakoffs Musiker-Agentur die "Mädels" Jack Lemmon (Klarinette) und Tony Curtis (Saxophon) an Sweet Sue's Damenkapelle ...
Cheers
Bahli
Hat das nen besonderen Grund warum du BalakoFF schreibst, den ich nicht mitbekommen habe?
Ich habe den Namen unseres Trainers einfach einmal "eingedeutscht". Anfangs musste ich immer überlegen, ob man jetzt "Balakov" oder "Balakow" schreibt. "Balakoff" ist da für mich einfacher. Klar wird jetzt der eine oder andere anmerken, dass das falsch ist. Aber da bin selbst ich als fremdernannter Germanist77 völlig offen.
Aber wahrscheinlich liegt das -off an einem meiner Lieblingsfilme - "Manche mögen's heiß". Dort vermittelt Poliakoffs Musiker-Agentur die "Mädels" Jack Lemmon (Klarinette) und Tony Curtis (Saxophon) an Sweet Sue's Damenkapelle ...
Cheers
Bahli
30.03.2012 - 15:39 Uhr
Was kann den der bahli dafür, wenn der Krassimir seit 46 Jahren seinen Namen falsch schreibt? Auf einen kurz ausgesprochenen Vokal kommt nun mal ein Doppel- Konsonant. ;)
Post-Optionen
Den kompletten Thread wirklich löschen?
Paten-Optionen
Möchtest Du den Beitrag wirklich löschen?
Diesen Beitrag alarmieren
Diesen Beitrag alarmieren
Diesen Beitrag alarmieren
Lesezeichen
Abonnierte Threads
Guter Beitrag
Guter Beitrag
Guter Beitrag
Post-Optionen
Nutze die Thread-Suche, wenn Du diesen Post in einen anderen Thread verschieben möchtest. Drücke Thread erstellen, wenn aus diesem Post ein eigenständiger Thread werden soll.


