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Die Couchingzone

13.08.2010 - 13:19 Uhr
Die Couchingzone |#1001
11.04.2014 - 19:04 Uhr
Zitat von Fox_da_man:
Geil. Ich bin und bleibe großer Butduma-Fan.


... nur schade, dass er in anderen Threads gefühlt nichts mehr schreibt. Gleiches gilt leider für bahli. Finde ich etwas schade. :/:

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"(...)was vorher nie denkbar war, das ist beim FCK möglich!" - Norbert Thines

Dieser Beitrag wurde zuletzt von FCKFAN am 11.04.2014 um 19:05 Uhr bearbeitet
Die Couchingzone |#1002
11.04.2014 - 19:35 Uhr
Zitat von FCKFAN:
Zitat von Fox_da_man:
Geil. Ich bin und bleibe großer Butduma-Fan.


... nur schade, dass er in anderen Threads gefühlt nichts mehr schreibt. Gleiches gilt leider für bahli. Finde ich etwas schade. :/:


Du hast leider Recht! Meine sonstigen Postaktivitäten beschränken sich zugegebenermaßen auf rohrspatzenartiges Geschimpfe im Spieltagsthreat. Ich gelobe Besserung, damit der Funke auch mal wieder anderweitig überspringt. :)

Ansonsten will ich mich erst mal artig für die Rückmeldungen bedanken. Und CvandenM, das mit den Funken und Feuern ist für mich eine beiderseitige Angelegenheit. Man bekommt halt manchmal Ermüdungserscheinungen, wenn man am Gasherd ständig den Zündknopf drückt, aber das Ding irgendwie nicht anspringen will. Ganz zu schweigen von der garstigen kalten Suppe. :p

Wenigstens ist im Pauli-Spiel heute Feuer drin.

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SAPERE AUDE
- Wage es, weise zu sein -

oder nach Immanuel Kant
"Habe Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen!“
Die Couchingzone |#1003
16.04.2014 - 01:50 Uhr
Jahgang 4 - Ausgabe 34: Bleib ruhig, Ruben

Vor einigen Wochen widmete einer dieser Fersehsender, die der gemeine Fußballfan ohnehin nie einschaltet, seine Themenwoche dem Thema Intelligenz. Da es keine Hinweise dafür gab, dass der Konsum dieser Sendungen Außenstehenden nicht gestattet sei und ich nicht umhinkomme, einzugestehen, dass ich mich mittlerweile mitten in der Generation befinde, die hier regelmäßig despektierlich als Viagra-Fraktion bezeichnet wird, schaute ich mir einen Beitrag über die Entwicklung der Intelligenz beim Altern an. Zwar registriere ich bei mir bereits seit fast 10 Jahren eine zunehmende Altersweitsicht, aber da diese mittels einer Lesebrille korrigierbar ist, nahm ich an, dass es sich beim Thema "Entwicklung der Intelligenz im Alter" um ein anderes Sujet handeln müsse. Wie das bei derartigen Sendungen Usus ist, wurden zum Zwecke des Spannungsaufbaus (ja, trotz der Trockenheit des Themas als solches entbehrte die Frage, wohin mich mein Intellekt in Zukunft führen werde, für mich nicht einer gewissen Spannung) und zur wissenschaftlichen Untermauerung des Anspruches von Sender und Sendung zunächst eine Reihe von Fragen aufgeworfen. Diese wurden mit verschiedenen Thesen belegt, welche sodann in untzerschiedlichen praktischen Versuchen und Untersuchungen be- oder widerlegt wurden. Um es kurz zu machen: Auch wenn meine Hoffnung eine andere war, entsprach das Ergebnis meinen Erwartungen. Zwar steigt der Erfahrungsschatz und unter Umständen die Wissensmenge, woraus sich erweiterte Möglichkeiten der Intelligenzanwendung ergeben, der rein intellektuelle Prozeß der Verarbeitung von Informationen, das Analysieren von Problemen und das Erarbeiten von Lösungen, der Denkprozeß als solches verlangsamt sich aber. Von EDV-Fachleuten habe ich schon lange gelernt, dass zunehmende Informationsmengen auf der Computerfestplatte den Arbeitsspeicher einschränken und den Rechenprozeß verlangsamen können.

Ebenso habe ich in einer Zeitung eine Abhandlung über den Mythos des Heimvorteils im Sport gelesen. Auch der Konsens dieses Beitrages war nicht wirklich überraschend, aber dennoch interessant. Der Heimvorteil existiert tatsächlich. Er resultiert aber nicht nur aus der verbalen Unterstützung der eigenen Fans, sondern in erster Linie aus den Urinstinkten des Menschen, insbesondere des Mannes. Zogen die Raub- oder auch die Kreuzritter in fremde Länder und Grafschaften, um ihrem Gott neue Gläubige oder ihren Kassen neue Reichtümer zu erobern, lag ihre Motivation eben in diesen geplanten Eroberungen. Stießen sie auf heftigeren Widerstand als erwartet, so wurden sie vor die Wahl gestellt, möglicherweise ihr Leben oder aber einfach von diesem Eroberungsplan abzulassen und auf die erhoffte Beute materieller oder transzendenter Natur zu verzichten. Eine gegnerische Burg, eine fremde Stadt oder ein anderes Land nicht erobert zu haben, war zwar nicht unbedingt befriedigend, aber man konnte zur Not demnächst wieder ein andere Burg, eine andere Stadt oder ein anderes Land überfallen oder ganz einfach zwar erfolglos, aber immerhin lebend heimkommen. Diese Wahl hatten die überfallenen Kämpfer nicht. Für diese bedeutete eine Niederlage nicht lediglich vorübergehende Erfolglosigkeit. Eine Niederlage bedeutete vielmehr den totalen Untergang, den Verlust von allem, was es zu verteidigen galt. Es ging nicht nur um das materielle Hab und Gut, sondern um die gesamte Lebensgrundlage aller Bewohner, unter Umständen um das Leben der Kinder und die Ehre der Frauen. Eine Niederlage war daher ausschließlich für der Angreifer verschmerzbar, nicht aber für die "Heimmannschaft". Diese psychologische Struktur soll noch so fest in unseren Kleinhirnen sitzen, dass sie im Sport, der heutzutage den realen Kampf Mann gegen Mann, Faust auf Faust, Schwertklinge gegen Schwertklinge ersetzt hat, noch regelmäßig in Aktion tritt und der Heimmannschaft den entscheidenden Motivationsvorteil verschafft, der den Ausschlag über Sieg und Niederlage geben kann.

Unser FCK hatte für diese Saison fest geplant, ohne Umwege über die Relegation ins deutsche Oberhaus aufzusteigen und wollte zudem im DFB-Pokal so gut es geht mitmischen und sich ein paar Zusatzeinnahmen verschaffen. Kurz vor Saisonende steht man im Unterhaus auf Platz vier und muß versuchen, in vier verbleibenden Spielen 5 bzw. 6 Punkt sowie einige Tore aufzuholen, während man im Pokal weit über Soll liegt und heute gegen die beste Mannschaft Deutschlands, Europas, der Welt um den Einzug ins Finale kämpft. Dass es ein Kampf werden muß, wird von jedem, der etwas zu sagen hat oder zu haben glaubt, betont und da schließe ich mich an. Wir brauchen nicht nur einen eigenen Sahnetag, sondern auch einen gebrauchten für den Gegner. Hinzukommen muß der absolute Wille, an diesem Abend Historisches zu leisten.

Unglückseligerweise findet dieser Show-down nicht in der ehemals als unbezwingbar geltenden Festung statt (wer hierfür die Verantwortung trägt, wollen wir lieber nicht noch einmal diskutieren), sondern in einem Ufo-ähnlichen Gebilde in südlichen Gefilden, das aber freundlicherweise rot illuminiert sein wird. Wenn Meininger unsere Helden im Spieltagsthread den Ausfall wagen und im gegnerischen Colloseum kämpfen läßt, dann müssen wir 8000 Widerstandskämper unsere Gladiatoren so lautstark unterstützen, dass sie sich in der heimischen Feste hoch droben am Betzenberg wähnen. Unsere Männer müssen in der Fremde kämpfen für ihre Burg, das Leben ihrer Kinder und die Ehre ihrer Frauen. Keine Erschöpfung darf sie bremsen, kein Krampf sie stoppen können. Jeder Sprint muß von dem Bewußsein des Existenziellen getragen sein.

Die Arbeitsspeicher meines Großhirnrechners verlagsamen sich, wie ich mittlerweile weiß. Deshalb überlasse ich die taktischen Planungen der Sensation denen, deren Windungen hierfür prädestiniert sind, allen voran unserem Coach Kosta Runjaic. In meinem demnächst mutmaßlich überfüllten Speicher haben sich aber eine Menge Erlebnisse eingeprägt, die mir belegen, dass es Wunder immer wieder gibt und immer wieder zwischen unserem FCK und dem FC Bayern. Während Paul Breitner heute tönt, Lautern hätte nur dann eine Chance auf den Einzug ins Finale, wenn es den DFB dazu bewegen kann, das Spiel abzusetzen und zu losen, erinnern sich die älteren meiner auf Fußball programmierten Gehirnzellen noch daran, wie eben dieser Paule Breitner dem FC Bayern vorschlug, zur Ersparung von Fahrtkosten die Punkte zukünftig mit der Post auf den Betzenberg zu schicken - den Mythos vom 20. Oktober 1973 muß man da nicht einmal bemühen. Jüngere Zellen haben den 22. Spieltag der Saison 1990/91 gespeichert, als der FCK durch einen Sieg gegen den hohen Favoriten FCB die Tabellenführung übernahm. Andere, noch jüngere Zellen produzieren Michael Schjönberg auf mein inneres Auge, wie er im ersten Saisonspiel für den aussichtslosen Aufsteiger das Siegtor gegen den unschlagbaren Meister köpft.

Und wenn ich jetzt doch noch einige meiner denkenden Zellen die sich erinnernden unterstützen, dann keimt die Hoffnung, dass dem Gegner das Existientielle der Begegnung nicht ausreichend bewußt ist, die Konzentration teilweise schon gen Madrid geht und daher der Testosteron-Spiegel in den Lederhosen heute Abend teuflichen Größenordnungen nicht wird standhalten können. Wir haben gesehen, wie satte, selbstzufriedene Ballzauberer entzaubert werden können. Kratzen, Beißen, Gras fressen, Seele aus dem Leib schreien und niemals nachlassen. Und Stürmer von der Qualität eines Sascha Mölders haben wir allemal.

Und mit ganz viel Glück kann es dann im entscheidenden Moment wieder heißen: "Bleib ruhig, Ruben"

Gruß aus der Pfalz
Die Couchingzone |#1004
18.04.2014 - 09:42 Uhr
Jahrgang 4 - Ausgabe 35

SOME LIKE THE FOG
- Reloaded, Remastered, Remembered
(Ganz frei nach Billy Wilder und noch freier nach Michael Curtiz)

Von Bahli


Nebelschwaden liegen über den Straßen von K-Town-City, District Chicago Western Palatinate. Die Häuserschluchten der Town sind an diesem frühen Abend in ein gespenstiges Licht getaucht. Wie immer in dieser kalten Jahreszeit sucht sich der Nebel seinen Weg vom nahen Wald in die Stadt. Die Schönheit des Abends aber trügt. Es herrscht Prohibition im District. Dieses Mal ist es nicht der Alkohol, der verboten ist. Es sind die Auf-Stieks. Auf-Stieks, die jede Firma am Leben erhält. Aber Auf-Stieks bekommt nicht jeder, und die wenigsten auf legalem Weg. Der prickelnde Stoff wird ausschließlich an die Großen und Potenten der Branche ausgeschenkt. Die Kleinen bleiben auf der Strecke. Kälte liegt über dem Land. Und Nebel. Aber das ist für einige Wenige auch ein Segen.

Al Kostapone lehnt cool an die Wand des K-Town-High-Courts, den Hut tief über die Stirn gezogen. Eine Zigarre qualmt in seinem Mundwinkel. An der Zigarre ist er ein Großmeister. Erst lässt er vier und dann noch einmal drei Ringe aus seinem Mund gleiten, um anschließend zwei Ringe mit dem Nebel verschmelzen zu lassen. Es ist kein Zufall, dass er ausgerechnet am obersten Gerichtshof der City steht. Er wartet auf seinen Auftraggeber. Und das Gericht ist die perfekte Tarnung. Hier sucht ihn kein Mensch. Punkt neun wird er exakte Anweisungen erhalten, wie viele Auf-Stieks dieses Mal an ihren Bestimmungsort in Frank's Main Ford, District North Table gelangen sollen.

Zu diesem Zweck verfügt Al Kostapone über ein ausgeklügeltes System aus perfekt eingespielten Agents. Zunächst einmal werden drei seiner besten Leute die Auf-Stieks entwenden. Dafür stehen Cool Big Charly (genannt ZZ Top), Lions Chris (genannt The Predator) und The Incredible Big Fat Rightside bereit. Sie holen die Auf-Stieks, während zwei der jungen - Joe Ballroom (genannt The Blitz) und El Pommes (genannt The Ketchup) - Schmiere stehen und aufpassen, dass sie von keiner der rivaliserenden Gangs aus dem Hinterhalt überrascht werden. Sofort, wenn ZZ Top, Predator und Rightside einen oder mehrere Auf-Stieks in ihrer schwarzen Bassgeige haben, werden sie von einer zweiten Gruppe abgeschirmt. Duty Customs, Ruby Norway, Lefty Mathematician und The Algerian Stumble sorgen mit großem Tamtam dafür, dass die Bassgeige störungsfrei am Flughafen übergeben wird. Al Kostapone ist mit dieser Strategie schon immer gut in K-Town-City gefahren. Dass am Ende der Kette Ol' Pacific, Finn Brillant und Mo's White Teeth die schwarze Bassgeige am Flughafen in Empfang nehmen und samt Inhalt per Flugzeug nach North Table fliegen, war bisher jedes Mal eine Meisterleistung.

Die Uhr des Hill Tower schlägt Neun. Es wird Zeit die nächste Mission zu starten. Die zuckende Glut von Al Kostapones Zigarre ist das einzige, was man im dichten Nebel sieht. Aus dem Nebel vor ihm taucht schemenhaft die Gestalt eines Mannes mit breitkrempigem Hut auf. Es ist - auf die Minute pünktlich - sein Auftraggeber. Sein Name: Al Capuntz. Auf den ersten Blick wird klar - Capuntz und Kostapone sind Brüder im Geiste. "Hallo Al, wie gehts?", Al Capuntz ist stets um das Weh und Wohl seiner Leute besorgt. "Verdammter Nebel, aber er dient der Sache", Kostapones Antwort fällt wie immer kurz und knapp aus. Sie mustern sich kurz, schauen sich fest in die Augen. Die Augenringe hängen tief. Dicke Tränensäcke entlarven große Sorgen. Man verändert sich in diesen üblen Zeiten. "Ein Auf-Stiek muss dringend auf unser Konto", Capuntz hustet und lässt leichte Nervosität erkennen. "In Ordnung, das wird eine heiße Sache", Kostapone ist sich der Schwere der Aufgabe bewusst. Aber er vertraut seiner Gang blind. Kostapone und Capuntz schütteln sich die Hände. "Wir sehen uns am Flughafen", Capuntz taucht in den Nebel und wird innerhalb weniger Sekunden vom dichten Nebel verschluckt.

Al Kostapone betritt die Kantine des K-Town-City-Couching. Dort wartet - wie immer - sein Mittelsmann Professor Remus River. River wird ZZ Top, Predator und den anderen Jungs den genauen Auftrag übermitteln. In der Couching-Kantine ist wie an jedem Abend nur wenig los - zwei Tische sind besetzt. An einem plant Cool Starry Meyer zusammen mit seinem Verleger seine nächste Buchveröffentlichung, am anderen entspannen sich der Party Kokser, French Fries, Landau Marathon, Laber Lauth und Lohmbok Jahva bei einer Partie Texas Chainsaw Massacre. Keiner von ihnen nimmt Kostapone wahr, wie dieser an den Tresen tritt und dem dort sitzenden Remus River behutsam etwas ins Ohr flüstert. "Spiels noch mal, Remus", River starrt in sein Bierglas, nickt kurz und verlässt die Couching-Kantine still und leise - geradewegs wie er sie betreten hat.

Die Mission beginnt. Aber es ist Vorsicht geboten. Die City wimmelt nur so vor unnachgiebigen Judges. Vor Gunny (genannt The Pearl), Walk Strong, dem gefürchteten Lucky Doctor und dem stets besoffenen Winky Winky ist absolute Vorsicht geboten. Allein ein Judge kann die Mission gefährden. Zum Glück ist die schießwütige Judge-Amazone Bibi Stonehouse vor ein paar Tagen wegen BH-Schmuggels aufgeflogen und seitdem auf der Flucht. Aber nicht nur die Judges gilt es zu meiden, auch die konkurrierenden Gangs dürfen dem Auftrag nicht in die Quere kommen. Vor allem Pater Born (genannt das Kaff) und sein Adlatus Shamrock Mobile (genannt The Eternal Five) machen Kostapone und seiner Gang seit jeher das Leben schwer. Kostapone meidet seither alle Kuhkäffer. Aber Pater Born und Shamrock Mobile sind ausgerechnet heute Abend in der Stadt. Und es ist unschwer zu erraten, was sie im Schilde führen ...

Am anderen Ende der Town bewegt sich eine Gruppe von Männern schemenhaft durch den schweren Nebel. Es sind ZZ Top, Predator und Rightside. ZZ Top trägt eine schwarze Bassgeige unter dem Arm. Sie sind auf dem Weg zum Flughafen. Unbemerkt werden sie von Pater Born und Shamrock Mobile verfolgt. Beide wissen scheinbar ganz genau, wo die Bassgeige übergeben wird. Und sie haben Duty, Ruby, Lefty und The Algerian auf eine falsche Fährte gelockt. Die Mission droht zu scheitern.

Der Nebel am Flughafen ist schier undurchdringlich. Zwei Maschinen stehen kaum sichtbar auf der Startbahn. Die linke fliegt nonstop nach Ujung Pandang, die andere direkt nach North Table - das zumindest steht auf den zwei hölzernen Hinweisschildern am Rande der Rollbahn. Schatten gleich huschen die Passagiere zu den Flugzeugen. Al Kostapone und Al Capuntz beobachten die Szenerie aus dem Hintergrund. "Seit wann geht es links nach Ujung Pandang?", Kostapone ist irritiert. Als sich der Nebel ein wenig lichtet, erkennen beide mit Schrecken die Gesichter von Born und Mobile an Bord der Maschine nach North Table. Angsterfüllt scannen sie das andere Flugzeug. Durch die Fenster erkennen Kostapone und Capuntz die ganze Gang - ZZ Top, den Predator, Big Fat Rightside, The Blitz, The Ketchup, Duty, Ruby, Lefty, The Algerian und all die anderen. Aus einem der hinteren Fenster grinst Ihnen Mo's White Teeth frech entgegen. Zwischen seinen strahlend weißen Zähnen klemmen noch ein paar Schrauben. Mit der Hand deutet White Teeth auf das hölzerne Hinweisschild. Erst jetzt bemerken Kostapone und Capuntz, dass vor dem Schild weitere Schrauben auf dem Boden liegen. "Unser Gebiss hat ganze Arbeit geleistet. Wie immer hat er voll ins Schwarze gebissen!", Kostapone hustet erleichtert. Die beiden Maschinen heben ab. Die eine nach Ujung Pandang, die andere direkt nach North Table. Al Kostapone rückt seinen Scheitel zurecht und steckt sich zur Belohnung eine Zigarre an. Kunstvolle Rauchringe steigen in den Nebel.

Al Capuntz und Al Kostapone spüren Erleichterung und Ruhe in sich aufsteigen. Wieder einmal wurde eine Auf-Stieks-Mission erfolgreich zu Ende gebracht. Für K-Town-City steht ein weiterer Auf-Stiek auf dem Konto. Damit kann die Firma eine Weile überleben. Dies wissen auch Kostapone und Capuntz. "Al, ich glaube, dies KÖNNTE der Beginn einer wunderbaren Freundschaft werden." - "Al, ich glaube, dies IST der Beginn einer wunderbaren Freundschaft." ... Capuntz zieht seinen Hut tief ins Gesicht und legt seinen Arm um die Schulter von Kostapone. Die beiden Als tauchen engelsgleich in den aufsteigenden Nebel und haben sich binnen kürzester Zeit in den Nebelschwaden aufgelöst. Zurück bleibt einsam und allein ein kleiner schüchterner Rauchring ...



In eigener Sache: Jaja, ich weiß. Das habe ich vor ein paar Jahren schon einmal in ähnlicher Form in einen Zweiteiler verpackt. Aber ich war neugierig, ob die Geschichte heute noch funktioniert. Und ich finde, sie tut es. Die Namen des heutigen Kaders lassen sich immer noch prima abcoolen. Und Stefan Kuntz und Kosta Runjaic passen in der oben geschilderten Geschichte sogar besser zusammen als damals Kuntz und Marco Kurz. Mir hat es auf jeden Fall Spaß gemacht, in dieser Auf-Stieks armen Zeit mal wieder einen Koffer oder eine Bassgeige zu füllen ...

Und für alle, die das damals nicht mitverfolgt haben, möchte ich noch anmerken, dass alle in dieser Geschichte verwendeten Namen eng mit dem FCK verbunden sind. Viel Spaß beim Rätseln ...

Abschließend möchte ich noch anmerken, dass zum jetzigen Zeitpunkt auch von mir noch einmal ein anspornendes und optimistisches Couching notwendig war. Zugegeben, meine letzten Couchings waren allesamt extrem negativ und ernüchternd. Also musste mein letzter Couching-Beitrag in dieser komplett anders ausfallen, um noch einmal so einen klitzekleinen Push loszulassen.

Ich verabschiede mich an dieser Stelle für diese Saison und wünsche uns allen, dass der FCK noch die Kurve Richtung North Table kriegt ...


Cheers
Bahli


In der Couchingzone lehnen vier alte Herren mit Zigarren an der Wand des K-Town-High-Court. Gegenüber rasen drei Jungspunde über den Spielplatz und machen dabei einen Risenradau. Ist der Nebel nicht zu dick, schaffen es die Couchers die Kolumne spätestens am Freitag um 12:00 Uhr oder im Notfall individuell nach Ansage in den Äther zu jagen ...

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You want it darker
We kill the flame

Leonard Cohen (1934-2016)
Die Couchingzone |#1005
18.04.2014 - 10:56 Uhr
Lieber bahli,

Ich kenne die Version mit Marco Kurz nicht, aber diese hier ist brillant!
Vielen Dank dafür!

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Der Pfälzer ist ein triebgesteuertes Euphorieschwein (bahli77 - 20.12.19)
Die Couchingzone |#1006
18.04.2014 - 12:07 Uhr
Spitzenmässig, Bahli
Macht Lust auf mehr. Bitte noch einen Link zur alten Version! War das die Story mit Kurtz in dem alten Sharan/Sahan etc.?
Gruß aus Bayern
Die Couchingzone |#1007
18.04.2014 - 14:12 Uhr
Geniales couching!! Die Namen haben mich zum Schmunzeln gebracht wobei ich zwei drei nicht auflösen könnte :) Aber nochmal spitzenmäßig geschrieben, gefällt!

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Wer einatmet muss auch ausatmen, wer einschläft muss auch ausschlafen..
Die Couchingzone |#1008
25.04.2014 - 11:36 Uhr
Jahrgang 4 - Ausgabe 36

WARUM DER FCK WIEDER FUSSBALLER MIT FRISUR BRAUCHT

Als im Pokalspiel gegen Bayern Mo eingewechselt wurde, fühlte sich Kohlmeyer spontan wieder in seine Kindheit zurückversetzt: wie er einst den großartigen Weihnachtsvierteiler „Lederstrumpf“ verfolgte, mit dem unvergessenen Helmut Lange in der Titelrolle. Die Bösewichter damals rekrutierten sich aus dem Indianerstamm der Huronen, und die trugen den Haircut, der heute „Irokesenschnitt“ genannt wird, keine Ahnung, warum, wahrscheinlich, weil die Irokesen sich die Marke noch vor den Huronen schützen ließen.

Mo jedenfalls hatte sich einen solchen Irokesen verpassen lassen, auch wenn er anschließend im Spiel nicht so wirke, als sei er auf dem Kriegspfad. Sonntags drauf präsentierte er sich dann mit polierter Vollglatze. Ebenfalls imposant, wenngleich Kohlmeyer gerne endlich mal eine schwarze Kopfkugel sehen würde, auf die zusätzlich ein weißer Kreis mit einer schwarzen Acht gesprayt ist - so viel individueller modischer Stilwillen hat sich aber noch nicht durchgesetzt.

Immerhin: Mo hat Kohlmeyer wieder mal imponiert. Nicht unbedingt mit seiner Leistung auf dem Platz, aber welcher unserer Helden tut das derzeit schon.

Sondern, weil er auf der Zielgerade einer vermutlich nicht erfreulich endenden Saison einen alten, vergessenen Leitspruch wiederbelebt, der völlig zu Unrecht in Vergessenheit geraten ist:

Fußball braucht Frisur.

Okay, seit Taribo West wissen wir, dass ein megaschräger Style allein nicht ausreicht, um einen guten Fußballer zu evaluieren. Unbestritten ist aber auch: Die Großen dieses Sports haben ihrer Individualität, ihrer Kreativität, ihrem markanten Charakterprofil immer auch durch ihre Kopfhaargestaltung Ausdruck gegeben. Netzer ohne lange dünne Strähnen, Breitner ohne Afro, Keagan ohne Lockenpracht - undenkbar.

Selbst der Kaiser trug zu Beginn der Siebziger Jahre kurzzeitig mal einen Günter Grass-mäßigen Seehundschnauzer - ist schon klar, das war kurz, nach dem er die Single „Gute Freunde kann niemand trennen“ aufgenommen hatte, da hatte ihn wahrscheinlich der Wunsch übermannt, künftig anders aussehen wollen. Das Lied ist bis heute übrigens unverzichtbarer Programmpunkt jeder anständigen Homosexuellenhochzeit.

Auch beim eher provinziellen 1. FC Kaiserslautern haben große Fußballer sich immer auch mit coolen Frisuren geziert. Kohlmeyer erinnert sich dunkel an Hermann Koppenhöfer, der in den Sechziger eine Art Afro trug, den er aber nur nach oben weg wuchern ließ und an den Seiten glattrasierte - was für eine coole Sau. Klaus Toppmöller war mit seinem Wuschelkopf zwar kein ganz großer Sympathieträger, hat aber immerhin über 100 Tore für den FCK geballert.

In den Siebziger Jahren kickte zeitweise auch Klaus Scheer in Lautern, dessen Deckhaar zwar bereits schütter wurde, der den Rest drumherum aber unerschrocken schulterlang fallen ließ - dazu ließ er sich Kotelleten schiffschaukelbremsermäßig lang und leicht in Richtung Nasenspitze wachsen. Eine schräge Erscheinung und ein wirklich guter Fußballer, leider aber meistens verletzt.

Harry Koch mit seiner Lockenpracht und seinem D‘Artagnan-Bärtchen ist sicher auch jüngeren Fans noch ein Begriff. Noch um einige gewaltige Härtegrade cooler war eine weitere langmähnige Ikone der Siebziger: Walter Frosch, der seine Neigung, sich mit ein wenig Zuhälterei ein bisschen was dazuzuverdienen, nicht erst auf seiner späteren Station in St. Pauli entdeckt haben soll - Gerüchten zufolge war er zuvor auch schon im Lauterer „Äsiddel“ aktiv. „Der Frosch versaut mir die jungen Spieler“, lautete denn auch das Mantra des damaligen FCK-Trainer Erich Ribbeck, der permanent die Abschiebung Froschs verfolgte. Nach einem der zahlreichen Mobbings kündigte Frosch ungerührt im Mannschaftskreis an, er würde nun, um es dem Trainer heimzuzahlen, kurzerhand dessen Frau knattern. Wie die Sache ausging, ist nicht überliefert.

Walter Frosch hatte aber auch noch anderes Gesicht: In einer Kneipe sitzend bekam er mal mit, wie ein zwei Meter großer, muskelbepackter Hirntoter unablässig über den FCK herzog. Frosch bedeutete ihm, das Maul zu halten, sonst setze es was. Der Hirntote ätzte weiter, worauf der eher schmächtige Frosch auf den Riesen losging - und jämmerlich verdroschen wurde. Als er tags drauf grün und blau geschlagen zum Training kroch, hagelte es den nächsten Traineranschiss. Frosch ertrug ihn erhobenen Hauptes.

Der geneigte Leser hat hoffentlich längst geahnt, worauf Kohlmeyer hinauswill: Der FCK braucht wieder Typen, und diese Typen brauchen Frisuren. Okay - eigentlich sollte der Typ vor der Frisur geformt sein, aber da ist in der gegenwärtigen Truppe Hopfen und Malz verloren. Die spielen nicht nur, als wohnten sie noch bei Mama, sie sind auch so frisiert.

Von daher sollte das Experiment notgedrungen mal andersrum angegangen werden. Verpasst den Typen zum Saisonfinale neue Frisuren - und hofft, dass diese sich aufs Selbstbewusstsein auswirken, sozusagen nach innen.

Hätte Jean Zimmer noch vor dem Sonntag seine doch leicht poppermäßige Dauerwelle zu einem entschlossenen, kratzigen Punk zurechtgeschnitzt, ein Roshi hätte es kaum gewagt, so leichtfüßig an ihm vorbeizuziehen, wie er es am Sonntag getan hat. Dominique Heintz könnte sich mit einer Jaap-Stam-mäßigen Vollglatze und ein paar Tätowierungen sicher auch dann Respekt verschaffen, wenn ihm beim Stoppen der Ball drei Meter verspringt, und Ruben Jenssen würde vielleicht leichter zum Spielmacher mutieren, wenn er sich Haupt und Kinn im René van Eck-Look vollkommen zuwachsen lassen würde, um seine Wikinger-Herkunft zu unterstreichen - denn wer würde einen der Mannen Thors schon stoppen wollen?

Matmour schließlich empfiehlt Kohlmeyer die spiegelnde Vollglatze in Kombination mit sich kräuselndem Osama-Bin-Laden-Bärtchen. Denn wer mit einem solchen Gotteskrieger-Look daherkommt, der nimmt aus einem vielverprechenden Konter bei einer knappen 2:1 Führung eben nicht absichtlich das Tempo raus, um Zeit zu schinden, wie es Matmour auf St. Pauli gleich zwei Mal getan hat.

Ist es Zufall, dass der Beste gegen Frankfurt auch gleichzeitig die coolste Frisur hatte? Okay - Tobi Sippels Kopfgardening zeugt weniger von individuellem Stilwillen aus von einem ebenso verzweifelten wie erfolglosen Versuch, gegen die unbarmherzige genetische Programmierung des frühen Haarausfalls anzukämpfen, doch wie sagte schon der dickste aller deutschen Kanzler: „Wichtig ist, was hinten rauskommt.“

Wo wir gerade bei Zitaten sind: Im Fußballfachblatt „taz“ las Kohlmeyer gerade ein Interview mit der Ballamazone Ildiko von Kürthy, die eine Figur aus ihrem neuen Roman zitierte:

„Guck nicht auf deine hässlichen Füße, wenn du schöne Titten hast.“

Endlich mal wieder eine Fußballerweisheit, die die Zeiten überdauern wird.

Und Kohlmeyer stellte, nach einem kurzen Ausflug in sein innerstes Selbst, beglückt fest, dass er, wenn auch unbewusst, schon immer nach dieser Maxime gelebt hatte. Auch wenn er in Ermangelung eigener Titten immer bevorzugt andere in Augenschein genommen hat. Hat er beispielsweise nicht alle Russ Meyer-Filme gesehen - und fällt ihm auch nur einziges Wort zu einem Fuß einer der Hauptdarstellerinnen ein? Nein!

Drum sollte für den Rest der Saison für alle Unterstützer dieses fast schon gescheiterten Aufstiegsfavoriten gelten:

Gucken wir nicht länger auf Florian Dicks unbeholfene Flanken, wenn er doch so schön werfen kann.

Grämen wir uns doch nicht über unsere rumpelfüßige Abwehr, wenn sie Tobi Sippel Gelegenheit gibt, Paraden zu zeigen, wie wir sie seit Ronnie Hellström nicht mehr gesehen haben.

Wundern wir uns länger nicht darüber, dass Lakic auch nach Wochen des Spiels ohne erkennbares Durchsetzungsvermögen immer noch aufgestellt wird, wenn er am 34. Spieltag in Düssseldorf einen Freistoß zum 1:0-Endstand in die Maschen zwirbelt.

Im Gegenzug könnte Coach Kosta seine Truppe zum Finale noch mal zu einem ordentlich abgefahrenen Friseur schicken. Er selbst scheint seinen megaouten Popperlook mittlerweile ja auch schon ein wenig korrigiert zu haben, wenn Kohlmeyer es richtig wahrgenommen hat.

Gruß,
Kohlmeyer

In der Couchingzone finden die noch verbliebenen Couches immer ein Haar in der Suppe. Mindestens. Garantiert.

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"Du kannst auf deinen Verein stolz sein, aber eigentlich nicht auf die Tatsache, ein Fan dieses Vereins zu sein. Denn die Fan-Werdung vollzieht sich bekanntlich ähnlich wie die sexuelle Orientierung: Da kommt etwas über dich, das du nicht beeinflussen kannst. (...) . Du kannst deinem Verein nicht einfach die Gefolgschaft kündigen. Du kannst deinem Verein nicht den Tritt versetzen. (...) Du kannst deinen Verein nicht einfach loslassen, denn er hält an dir fest."
Thomas Brussig
Die Couchingzone |#1009
25.04.2014 - 12:29 Uhr
Köstlich Kohlmeyer, krandios, keil!

Nur die Fokuhila gepaart mit dem der Schenkelberschd fehlt mir als Frisurvorschlag, aber wir haben aktuell auch keinen Langhaardackel dem man die verpassen könnte...zu blöd aber auch!

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SPORT1: Die besten Torhüter verlassen immer wieder den FCK. Gab es eigentlich auch mal eine Anfrage an Sie?

Ehrmann: Die gab es, aber ich bin 58 und schon so lange beim FCK, da müsste viel passieren, … Ich bin immerhin schon 34 Jahre dabei und ich identifiziere mich absolut mit der Region und dem Klub. Das gebe ich auch meinen Torhütern als Grundeinstellung mit. Herz und Leidenschaft zählen und der Wunsch, dem Verein etwas zurückzugeben anhand von Einstellung und Identifikation.
Die Couchingzone |#1010
25.04.2014 - 12:31 Uhr
Sehr gelungene Style-Beratung!

Und wie sangen schon die Ärzte:

"Alle die Hölle und Teufel nicht fürchten
Müssen Männer mit Bärten sein."

so hätte man auch Robben gefangen ;)

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Nichts ersetzt die Romantik eines Flutlichtspiels im Regen... ...und siegen!!

Wir denken nur noch von Grätsche zu Grätsche!

Hate the Game, not the Player!
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