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Die Couchingzone

13.08.2010 - 13:19 Uhr
Die Couchingzone |#1591
08.11.2015 - 20:02 Uhr
Vielen Dank Männer!

Ich möchte meinerseits die Gelegenheit nutzen um mich bei der KARLSBERG BRAUEREI zu bedanken. Für den goldenen Kühlschrank den sie mir für herausragenden und völlig unabhängigen Journalismus in die Redaktion gestellt haben - und natürlich bei Stefan für die Aufstellung.

Gruß Berti

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Bertikoks - Transfermarkt since 2003. Originalmitgliedsnummer 1686. Keine anonyme Kritik: FCK MGLD 2151
Die Couchingzone |#1592
20.11.2015 - 09:49 Uhr
Jahrgang 6 - Ausgabe 17


Sie machen den Sport kaputt!

Von Bahli


Dopingsumpf in Russland, Stimmenkauf für die WM 2006, Anschlagsserie in Paris. Die vergangene Woche war für den Sportfan in vielerlei Hinsicht eine grauenhafte. Ein einziges Fiasko. Wobei dieses miese Gefühl im Grunde schon vor Wochen anfing, als dem deutschen Fußballfan plötzlich klar wurde, dass selbst wir sauberen Deutschen über eine schwarze Kasse bei der Bewerbung für die WM 2006 verfügten. Das deutsche Sommermärchen so schmutzig und bitter wie die Früchte einer Bananenrepublik? Die Indizien verdichten sich. Idolen wie Franz Beckenbauer wird mit einem Mal der über Jahrzehnte - Schicht um Schicht - aufgelegte Glanz abgekratzt. Die Saubermänner sind mit einem Mal ein Fall für die Müllabfuhr.

Anfang letzter Woche stolperte ich dann über einen Satz, der mich zwar nicht überraschte, aber trotzdem entsetzte. Da stellte die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) in ihrem Bericht über russische Dopingpraktiken in der Leichtathletik fest, dass in Russland "die Akzeptanz von Betrug auf allen Ebenen und seit Langem verbreitet ist". Die Wada unterstellt Russland eine "tief verwurzelte Betrugskultur". Ich habe selten solch heftige Sätze vernommen, wenn es um die Einordnung von Sport ging. Mir aber stellte sich, wie vielen anderen sicherlich auch, direkt die Frage - nur in Russland? Sicherlich nicht. Seit dem Doping-Urknall im Radsport und dem tiefen Fall früherer Stars wie Lance Armstrong und Jan Ullrich bin ich mir sicher, dass da einige sportbetrügerische Eisberge im Sport umhertreiben, deren Spitzen noch nicht einmal sichtbar sind.

Da fällt mir direkt der Name Lamine Diack ein, der sich als IAAF-Präsident dafür bezahlen ließ, dass des Dopings überführte russische Leichtathleten nicht gesperrt wurden. Apropos bezahlen, die Ethikkommission des Fußball-Weltverband Fifa ermittelt und sperrt gerade wie der Teufel wegen Korruption und anderen Ungereimtheiten. Michel Platini, Jack Warner und Sepp Blatter sind da nur kleine Spitzen einer Eisberg-Armada. Wir müssen den Tatsachen ins Auge blicken: Im Milliardengeschäft Fußball und im Milliardengeschäft Olympia ist ein Posten an der richtigen Stelle eine lohnenswerte Sache. Bestechung, Geldwäsche, Doping. Der saubere Sport ist nicht nur stellenweise unrein, er ist in vielen Bereichen komplett verdreckt. Eine ekelhafte Symbiose aus Betrug, Vertuschung und daraus resultierender Bereicherung einzelner Vieler.

Die Korruptionsschlagzeilen gehörten in der Vergangenheit eher Funktionären aus Afrika, Mittel- und Südamerika oder Asien. Seit der SPIEGEL-Aufdeckung einer schwarzen Kasse beim deutschen WM-Organisationskomitee im Zuge der WM-Vergabe 2006 sollten wir alte Sichtweisen über Bord kippen. Die Erfahrungen der letzten Wochen lehren uns das. Diejenigen, die Licht ins Dunkle bringen könnten, schweigen beharrlich. Franz Beckenbauers Image ist schwer beschädigt. Immerhin beschwert er sich heute in der Süddeutschen, dass die DFB-Interimspräsidenten Reinhard Rauball und Rainer Koch ein von ihm angebotenes persönliches Gespräch über die Vorwürfe im Zusammenhang mit der WM-Vergabe abgelehnt hätten. Alleine Beckenbauers Reaktion "Was ist denn das für ein Niveau?" zeigt, dass er nicht verstanden hat, worum es eigentlich geht. Der Heldensockel Franz Beckenbauers hat gewaltige Risse. Die deutsche Fußballnation steht unter Korruptionsverdacht. Und da dachte man noch, das ist die größtmögliche Katastrophe.

Und dann kam der schwarze Freitag in Paris, an dem dir als Fußballfan klar wurde, dass Fußballspiele und Rockkonzerte ins Fadenkreuz des weltweiten Terrors rücken. Ich hasse diese Phrase, aber es ist leider so. Auch der Sport ist nicht mehr sicher. Sport war bisher ein Bindeglied zwischen unterschiedlichen Ideologien, unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen und unterschiedlichen Religionen. Mit einem Mal hat sich alles geändert. Der Sport ist nicht mehr sicher, weil die Terroristen erkannt haben, dass hier ein enormes Angstpotenzial lauert. Er ist nicht mehr sauber, weil hier ein enormes individuelles Verdienstpotenzial liegt. Und er ist (wahrscheinlich seit Langem) kein Vorbild mehr, weil die Fairness (wahrscheinlich ebenfalls seit Langem) von Betrügern mit Füßen getreten wird.

Das Buch der Ehrenmänner, die den Sport kaputtmachen, erhält fast wöchentlich neue Kapitel. Franz Beckenbauer hat keine Sklaven in Katar gesehen, Wolfgang Niersbach hat sich persönlich nichts vorzuwerfen und Sepp Blatter sieht sich als Spielball in einem großen politischen Spiel. Die Klüngelei der Großen und Mächtigen im Sport ist mittlerweile nicht nur unerträglich geworden, es ist einfach nur noch Ekel erregend. Sicherlich bin ich nicht der einzige Sportbegeisterte, der sich einen kompletten Neuanfang wünscht. So, wie sich der Sport mittlerweile aufstellt, ist er Galaxien davon entfernt, ein Vorbild für die Jugend zu sein. Mehr noch, mit seinem ekelhaften Streben nach Profiten unterschreibt er gerade seine eigene Demission.

Vor ein paar Jahren hätte ich es nicht für möglich gehalten, dass ich das einmal sagen könnte. Ich habe genug vom Spitzensport. Ich habe genug von dieser Betrugs- und Bereicherungskultur. Ich habe keine Lust auf Weltmeisterschaften in Russland und Katar. Ich hoffe, die Weltmeisterschaften 2018 und 2022 werden mir am Hintern vorbeigehen. Bei den nächsten Olympischen Spielen wird es ähnlich sein. Ich werde den Verdacht nicht los, dass neben den immer gegenwärtigen Verdächtigen, wenn es um Betrug und Ausbeutung von Sportlern geht - Russland oder China, auch wir keinen Deut besser sind. Unsere Wohlfühlgesellschaft braucht dringend sportliche Erfolge - koste es, was es wolle. Wir haben auch die WM 2006 bekommen und uns ein Sommermärchen gegönnt. Und es hat wohl gekostet, weil wir es gewollt haben.

Gegen Terrorismus kann man (erst einmal) nicht viel machen. Die Angst wird bleiben. Aber alle anderen Verfehlungen gehen auf unsere eigene Kappe. Auf die Kappe von uns verwöhnten Sportkonsumenten, die mittlerweile einen zweiten Platz als Misserfolg wahrnehmen. Jaja, der zweite ist der erste Verlierer. Was für eine hanebüchene Scheiße!

Dass selbst bei einem Fußballverein wie dem 1. FC Kaiserslautern Vorwürfe von Vetternwirtschaft im Raum stehen, passt dabei haarfein ins Bild. Der Sport ist mittlerweile zu eng mit dem Geld verbunden. Fehlende Transparenz trägt dann noch seinen Teil zur Verunsicherung unter den Fans bei. Und ganz ehrlich, sollten sich die Vorwürfe gegen Kuntz und Grünewalt als wahr herausstellen, würde selbst das bei mir nur noch ein müdes Lächeln im Gesicht hervorrufen.

Ich persönlich bin froh, dass sich meine Sportleidenschaft bislang nicht auf meinen Sohn übertragen hat. Er spielt mit seinen acht Jahren bereits toll Gitarre. Und ich unterstütze ihn nach Kräften dabei, sich seine Zufriedenheit aus diesen sechs Saiten zu ziehen. Und ich kann nicht aufhören zu predigen "Junge, lass die Finger vom Sport, er ist es nicht (mehr) wert, sich auf ihn einzulassen". Spiel' "Stairway To Heaven" und genieße den Klang ... denn der Sport befindet sich auf dem "Highway To Hell" ...


Cheers
Bahli


Berti, Kohlmeyer, Butduma, Vic Dorn, Newtrial, Devil_till_Death und Bahli (und früher noch Zweikampfmonster, laudere und running-man) haben sich ein Couchingmärchen ("Es war einmal ein pfälzischer Fußballverein") gegönnt. Ich gebe euch mein Ehrenwort, dass wir dafür weder eine schwarze Kasse verwendet wurde, noch die Schreiber in irgendeiner Weise ausgebeutet werden. Ich kann aber bestätigen, dass es auch am nächsten Freitag kurz vor irgendwann die nächste Ausgabe der Couch geben wird.

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You want it darker
We kill the flame

Leonard Cohen (1934-2016)
Die Couchingzone |#1593
20.11.2015 - 10:16 Uhr
Ein ernstes statement in einer Woche mit Ereignissen, die kein witzig-literarisches Brillieren in der Couchingzone angemessen erscheinen lassen.

Man könnte den bahli ja jetzt mit großkotziger Durchblickergeste gönnerhaft darauf verweisen, dass man all dies doch längst wisse und sich da doch keiner mehr Illusionen machen dürfe. Aber dann müsste man sich ja umgekehrt auch mal fragen lassen, warum man den ganzen Scheizz denn dann als Fan noch mitmacht. Wir wussten es halt NICHT alles immer schon! Beispiel Radsport: Klar kannte ich auch seit Jahren die Dopingvorwürfe, aber erst nach dem großen Knall bei der Tour habe ich ernsthaft REALISIERT, was das für ein krimineller Laden ist - und habe mittlerweile jegliches Interesse am Profi-Radsport verloren, wo sonst im Büro der Live-Ticker zur Tour oder zum Giro immer geladen war.

Und ganz ehrlich, eine ähnliche Absetzbewegung ist bei mir auch im Hinblick auf den Profi-Fußball im Gange! Ich glaube nicht, dass ich eine WM in Qatar noch verfolgen will. Unbeschwert schon gar nicht, wenn ich da an die Arbeiter denke.

Aber es ist halt der Fußball, nicht etwas, was ich so leicht abstoßen kann wie den Radsport. Aber auch die Leidenschaft zu diesem Sport ist ebensowenig "unzerstörbar" wie die für unseren geliebten FCK! Als Fan verschließt man da vielleicht ziemlich lange die Augen vor Realitäten, die für nicht mit diesem Sport verbundene Zeitgenossen schon lange offenkundig sind. Und ja, das mag naiv sein! Aber auch mit dieser Naivität hat es irgendwann ein Ende. Und das naht gerade ganz gewaltig! Von daher spricht bahli nicht einfach nur das Offenkundige aus, er zeigt, dass auch das Fandasein Grenzen hat und wir nicht einfach eine Herde Schafe sind, die alles fressen, was ihnen hingestellt wird.

Zitat von bahli77
Vor ein paar Jahren hätte ich es nicht für möglich gehalten, dass ich das einmal sagen könnte. Ich habe genug vom Spitzensport.

Dann bist Du ja beim FCK genau richtig! grinsCoolangrygrrroopsaugen-zuhaltentonguesmile

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nginx
Die Couchingzone |#1594
22.11.2015 - 09:16 Uhr
Zitat von bahli77
Ich kann aber bestätigen, dass es auch am nächsten Freitag kurz vor irgendwann die nächste Ausgabe der Couch geben wird.


... koste es, was es wolle. zwinker

Danke, lieber Bahli, fürs Reinhauen mit der blanken Faust. Selbst dabei bewahrst du noch zu jedem Zeitpunkt den erforderlichen Stil. Ich selber verliere immer mehr die Lust auf Profifußball - und das Schlimme daran ist: Ich weiß genau, woher es kommt.

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"And what can I tell you, my brother, my killer?
What can I possibly say?
I guess that I'll miss you. I guess, I'll forgive you.
I'm glad you stood in my way.
If you ever come by here for Jane or for me -
Well, your enemy's sleeping. And his woman is free.
Yes, and thanks for the trouble you took from her eyes.
I thought it was there for good - so I never tried."
(Leonard Cohen)
Die Couchingzone |#1595
23.11.2015 - 09:09 Uhr
So ein Couching kann man auch nach einem nicht durchzechten Wochenende lesen und dabei auch sportliche Ballspiele auf dem grünen Geläuf vergessen. So ist das richtig, auch wenn der Inhalt nicht zu Freudensprüngen animiert.

Schön gemacht, Bahli Mann!

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SAPERE AUDE
- Wage es, weise zu sein -

oder nach Immanuel Kant
"Habe Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen!“
Die Couchingzone |#1596
24.11.2015 - 07:59 Uhr
Ich kann so ziemlich alles nachvollziehen, was Bahli so ankotzt. Geht mir ja genauso.

Ich stelle aber fest, dass die Entfremdung auch viel mit dem Absturz des eigenen Clubs zusammenhängt. Angenommen, ich wäre Fan von Mönchengladbach, die in den 90er regelmäßig hinter uns standen und auch den ein oder anderen Gang in die 2. Liga angetreten sind. Es ist doch erstaunlich, wie sich dieser Club entwickelt hat. Und ich bin mir sicher, dass viele Gladbach-Fans zwar die o.g. Kritikpunkte teilen, trotz allem aber gerade richtig Bock auf Fussball haben.

Insofern. Ja es ist auch bei mir eine Entfremdung vom Spitzensport festzustellen.

Es ist aber in erster Linie eine Entfremdung von meinem Verein, der sich gerade weit unter wert verkauft. Und daran hat weder Blatter, Beckenbauer, noch sonst wer Schuld dran.

Falô
Mineiro

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"Es geht nicht darum, um jeden Preis zu siegen. Nur wenige gewinnen. Du musst so spielen, dass dich das Publikum bewundert. Dann kannst du auch verlieren."

(Johan Cruyff)

"Gehirn: ein Organ, mit dem wir denken, dass wir denken."

(Ambrose Bierce)
Die Couchingzone |#1597
27.11.2015 - 07:06 Uhr
Jahrgang 6 - Ausgabe 18

WER SOLL ES DENN SONST MACHEN?

von Newtrial

Hätte man doch einfach nur die Schnauze voll! Würden doch nur die Mistgabeln ausgepackt! Aber es ist schlimmer: Es geht einem so langsam am Allerwertesten vorbei, was mit dem ruhmreichen 1. FC Kaiserslautern geschieht. Der ungebremsten Abwärtsentwicklung wird vorzugsweise mit Lethargie begegnet. Gegen Paderborn gab es ja wenigstens noch ein Pfeifkonzert; der graue-Maus-Fußball gegen Frankfurt hingegen wurde einfach nur noch zur Kenntnis genommen. Man hat schon eine ausgelassenere Stimmung auf Friedhöfen erlebt als das, was im Fritz-Walter-Stadion an diesem Tag abging.

Nun also die Jahreshauptversammlung. Fritz Grünewalt wird dort, laut RP, eine „sehr hohe Liquidität“ konstatieren und damit vielleicht die Masse der Mitglieder befrieden. Dass diese Momentaufnahme einer Reihe einmaliger Faktoren sowie zu geringer Investitionen in den Kader (was dann in der Winterpause – aber eben nicht schon bis zur JHV – kostenwirksam korrigiert werden muss) zuzuschreiben ist, geht möglicherweise schnell unter. Immerhin gibt es mittlerweile aber eine Reihe hoch interessanter Anträge, die detailliert Rechenschaft von den Verantwortlichen einfordern. Man wird sehen.

Das Zeitfenster für einen Aufstieg schließt sich! Sondererlöse über Millionenverkäufe von Spielern wird es heuer ebenso wenig geben wie hohe Pokalprämien. Und die Fernsehgelder werden sich bei anhaltendem sportlichem Misserfolg ebenfalls stark rückläufig gestalten. Nimmt man dann noch die zinswirksam in die Zukunft verschobenen Kosten und die Rückstellungen für die Anleihe mit in die Rechnung auf, kann einem angst und bange werden. Der aktuelle Liquiditätsüberschuss droht wie Butter in der Sonne zu schmelzen. Und wo soll dann das Geld herkommen um künftig eine konkurrenzfähige, aufstiegsreife Truppe zusammenzubringen? Die Ausbildungsverein-Philosophie ist schon wieder Makulatur, unsere jungen Spieler sind kaum zweitligareif und generieren keine hohen Ablösesummen mehr. Und wann das NLZ fertig wird, wagt keiner zu prognostizieren.

Da ist es ja fast schon Old School, die Verantwortlichen zu kritisieren. Denn es geht längst nicht mehr allein um Stefan Kuntz oder um Dieter Rombach. Es geht um jahrzehntelange Hardcorefans, die mittlerweile lieber spazieren gehen, als sich das Wochenende mit dem FCK zu versauen. Und die anschließend eher ungerührt die zumeist mehr als mäßigen Ergebnisse zur Kenntnis nehmen. Nicht einmal der Sieg beim verhassten Brauseclub brachte noch nachhaltig Stimmung in die Bude. Man hat sich scheinbar weithin mit dem Niedergang abgefunden. Schon aus Selbstschutz!

Und Stefan Kuntz scheint zunehmend amtsmüde zu sein, wie man aus der letzten Flutlicht-Sendung raushören konnte.

„Wer soll es denn sonst machen?“, diese Frage hat er neulich mal gestellt. Höre nur ich da einen resignativen Unterton?

„Wer soll es denn sonst machen?“, dies könnte, mit just demselben Unterton, schon bald zur großen Frage des Vereins werden. Der unsichtbare Aufsichtsrat – in Wahrheit der ganz große Verlierer in der Diskussion um Bertis Antrag – taugt erkennbar nicht zur Initiierung eines Neuaufbruchs:

„Wer soll es denn sonst machen?“, die Frage kann man aber auch in Richtung der Besetzung dieses Gremiums selbst stellen.

Man darf nämlich mittlerweile bezweifeln, dass ein Weggang der aktuell Verantwortlichen den Verein schon aus seiner Depression reißen würde. Was aber natürlich nicht im Umkehrschluss für deren Verbleib spricht!

Wir Fans haben ein gutes Gespür! Für eine Reihe von Jahren hatte der FCK durchaus die Ressourcen und die Substanz, den Abstieg zu einer vorübergehenden Episode werden zu lassen – und hat es voll vergeigt! Die Kontroverse, ob und inwieweit dies an Kuntz & Co lag – oder (auch oder vor allem) an Pleiten, Pech und Pannen a’la Schiri-Entscheidungen, Aluminiumtreffer und Verletzungen von Schlüsselspielern zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt – verblasst angesichts des mehr und mehr in Stein gemeißelten Endresultats, das da lautet:

WIR KOMMEN NICHT MEHR HOCH!

Vielleicht braucht es ja jetzt tatsächlich einen Generationenwechsel bei den Fans. Muss man sich damit abfinden, dass der 1. FC Kaiserslautern ein stinknormaler Zweitligaverein ist, dessen ruhmreiche Vergangenheit längst verblasst ist. Eine Historie, die für eine neue Generation, welche die Erfolge der 1990er-Jahre nicht bewusst miterlebt hat, auch keine Rolle mehr spielt. Weil Tradition keine Tore schießt!

Vielleicht sollten „wir Alten“ uns also tatsächlich zurückziehen und endlich mit dem Granteln aufhören. Nicht nur von Seiten der „Kuntz-Verteidiger“ hier im Forum, auch von außerhalb höre und lese ich nämlich viel Unverständnis über unser hyperkritisches Forum (das diesbezüglich von dbb vielleicht noch getoppt wird) – dass wir fast schon feindselig und böswillig-verleumderisch über unser Führungspersonal herzögen, eigene Spieler bashten und einen nicht zu unterschätzenden Anteil an der miserablen Außendarstellung des Vereins hätten. Was wir denn überhaupt für Fans seien?! Und dass sich schon bald die „entsprechenden Stellen“ mit uns befassen würden. ugly

Und auch hier wieder die Frage – diesmal seitens der „Kuntz-Verteidiger und von diesen durchaus tief besorgt gemeint: „Wer soll es denn sonst machen“? Jenseits der bekannten Dummbabbeler hätten die „Kritiker“ doch keinerlei realistische personelle Alternative anzubieten. Dass weder das Nennen entsprechender Namen noch der Verweis darauf, dass die Suche nach Alternativen auch nicht Aufgabe der Fans, sondern die des Aufsichtsrats ist, gehört, geschweige denn verstanden wird, verdeutlicht die gestörte Kommunikation zwischen den Fanlagern. Man ist halt am Berg ein gebranntes Kind – im Verscheuchen von Führungspersonal waren wir in der Prä-Kuntz-Epoche immer gut, im Finden besserer Alternativen aber nicht wirklich. „Es geht noch schlechter!“, schreiben die Kuntz-Befürworter den Kritikern ins Stammbuch. Und haben damit womöglich nicht unrecht.

Vielleicht also sollten – wie gesagt – „wir Alten“ mit unserer „überzogenen Erwartungshaltung“ endlich mal Ruhe geben und uns zurückziehen. Aber vielleicht wären wir auch genau damit eine Schande für diesen Verein! Der 1. FC Kaiserslautern stand schon öfter am Abgrund und hatte es meistens schwer. Glanzlichter wie Meisterschaften, Pokalsiege und Schlachten gegen Barca und Real waren in der Pfalz die Ausnahme – und nicht die Regel wie beim FCB. Und jetzt machen wir eben wieder eine schwere Zeit durch.

Vielleicht ist es daher ja weiterhin an den Alten, das FCK-Gen zu vererben, die hohen Ansprüche lebendig zu halten und im Zweifelsfall eher die Verantwortlichen in die Wüste zu schicken als die eigenen Hoffnungen preiszugeben. Wir wissen doch, dass es Wunder gibt – weil wir sie mit diesem Verein selbst erlebt haben! Also scheizz auf die sich schließenden Zeitfenster und die sich verdüsternden Perspektiven! Lautrer geben niemals auf! Und wir finden auch neues, vor allem aber fähigeres Führungspersonal, wenn nötig! Finden wir?

Oder ist dies alles am Ende des Tages nur das Pfeifen im Wald? Sind die Zeiten, in denen man im Spitzenfußball mit purer Willenskraft und mit Mannschaftsgeist Berge versetzen konnte, vielleicht doch endgültig vorbei? Ist die „Kommerzmaschine Fußball“ vollends korrupt und schießt inzwischen NUR NOCH Geld Tore? Aber wenn ich dann am vergangenen Spieltag von einer ERSTLIGAPARTIE ‚Darmstadt – Ingolstadt‘ lesen muss, mag ich letzteres nicht so ganz glauben. Zu unserer Tristesse gehört doch gerade auch die Tatsache, dass UNSER Geld jedenfalls schon mal KEINE Tore schießt – und dass zuletzt gleich einige no-name-Clubs mit niedrigerem Etat an uns vorbei in die Bundesliga spaziert sind. Vielleicht nur ein Jahr lang, aber immerhin! Warum, zum roten Teufel, sollte uns das umgekehrt nicht auch irgendwann mal wieder gelingen? Und zwar auch deutlich länger als nur für ein Jahr!

Und wie ein User hier kürzlich schon richtig anmerkte: Als Fan von Borussia Mönchengladbach würde man die Gesamtentwicklung in diesem Sport zwar in der Sache vielleicht nicht weniger kritisch sehen, die Begeisterung bliebe einem aber wohl dennoch erhalten.

Fazit: Es ist nicht alles schlecht! Nur wir sind schlecht! Und mir ist auch schon ganz schlecht.

Es liegt also vor allem an uns?

Oder doch hauptsächlich am System Spitzensport?

Spielstand in dieser Frage: Unentschieden.

Antworten, die den FCK voranbringen? Derzeit keine! Und wir sind definitiv schon in der Nachspielzeit.

Auf der Couch schleppen sich mitunter frustrierte Schreiberlinge Woche für Woche zur nächsten Kolumne durch, die aber auch weiterhin pünktlich erscheinen wird. Schließlich hat das Orchester auf der Titanic ja angeblich auch bis zum Schluss gespielt. Und außerdem schmeckt geklautes Karlsberg aus Kohlmeyers Kühlschrank einfach besser als gekauftes.

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Dieser Beitrag wurde zuletzt von Newtrial am 27.11.2015 um 07:26 Uhr bearbeitet
Die Couchingzone |#1598
27.11.2015 - 10:59 Uhr
Schöne Zusammenfassung der Ausgangslage vor der JHV, Newtrial.

Und ja, ich muss dringend meine hohe Erwartungshaltung runterschrauben - wie irgendwie jedes Jahr. Was soll ich auch mit einer Mannschaft, die wenigstens noch ein bisschen Fußball spielt, ein bisschen rennt und ein bisschen kämpft. Und was soll ich vor allem mit einem Verein bzw. einer Führung, die versucht, einfach auch einmal andere Wege zu gehen. Ach quatsch, mir würde ja schon irgendein gerader Weg ausreichen. Ach komm, runter mit der Erwartung, Zickzack ist doch auch toll.Und ja, die Pfalz ist ein mieser Standort - keine Sponsoren, nur Bäume.

Cheers
Bahli

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You want it darker
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Leonard Cohen (1934-2016)
Die Couchingzone |#1599
27.11.2015 - 12:04 Uhr
Zitat von Newtrial
im Verscheuchen von Führungspersonal waren wir in der Prä-Kuntz-Epoche immer gut, im Finden besserer Alternativen aber nicht wirklich.


Och, ist das nicht dieser fiese Kerl, den man Zeitgeist schimpft und der derzeit mal wieder die Konjunktur der Sündenbock- und -alles-k*cke-Stimmung über alle Breiche verteilt?
Stefan raus! Dieter raus! Angie raus! Horst raus! Siegmar [sic!) raus! Pack raus! Alte Säcke raus! Auslä..
...lassen wir das.

Also: dem Zeitgeist den Stinkfinger entgegen, dem Fussballgott ein @laudere -Gedenkschlag auf die 12 , Kohlmeyers "heiligen Zorn" durch Karlsberg-Raub beschwören und dann
Zitat von Newtrial
scheizz auf die sich schließenden Zeitfenster und die sich verdüsternden Perspektiven! Lautrer geben niemals auf!

Und wenn alles nichts hilft, dann Anstand bewahren, Männer! Lächeln und winken, immer lächeln und winken....

•     •     •

Nichts ersetzt die Romantik eines Flutlichtspiels im Regen... ...und siegen!!

Wir denken nur noch von Grätsche zu Grätsche!

Hate the Game, not the Player!
Die Couchingzone |#1600
27.11.2015 - 12:12 Uhr
Lieber Newtrial,

eigentlich geht es um die richtige Reihenfolge. Aber erstmal was anderes. Für mich erinnert derzeit in Kampf und Spielweise, im gelebten Außenseiter- bzw. Underdogimage einzig der Verein aus Darmstadt an jenen FCK in den ich mich einst verliebt habe. Die spielen so wie wir früher, die kämpfen wie wir früher und die glauben wie wir früher. Daran, dass Wille und Mut alles sind was man braucht um gegen Gegner bestehen zu können, die nur an diesen Stellen niedergerungen werden können. Den einen Tick früher am Ball sein, den kurzen Moment früher auf dem Boden, den kleinen Unterschied und den einen Grashalm den es braucht, damit der David am Ende den Goliath doch besiegen kann. Das alles ist es, was uns einst ausgezeichnet hat. Und nun sehe ich es dort.

Die Jammer- und Verschwörungsorgie die wir mittlerweile bei den ehemaligen Roten "Teufeln" vorgesetzt bekommen, bringt hingegen jede Woche neue Höhepunkte. Da wir letzte Woche im "Flutlicht" nicht nur vom "Denunziantentum" einzelner Vereinsmitglieder erfahren durften, die den Verein allein dadurch schädigen indem sie Anträge und Fragen stellen, sondern vor allem auch, dass der "richtige" Vergleichsmaßstab für unsere Möglichkeiten Paderborn oder Fürth heißt, ist da nur ein Ausdruck stetigen Niedergangs.

Wie geht es weiter? Nun, es wird wenn sich nichts ändert, im Winter eine neuerliche Einkaufstour unseres Vorstandsvorsitzenden geben. Gestützt von Fünfstück und Marko Haber (wirklich, das steht im Organigramm des Vereins!) und beaufsichtigt von Professor Rombach. Und finanziert werden wird das mittelfristig nicht durch die abschmelzenden Millionen des Sommers, sondern mit hoher Sicherheit durch den Verkauf des einzigen Spielers den wir derzeit noch unterbringen können: Jean Zimmer.

Bevor wir uns Fragen stellen wer etwas in Zukunft machen soll, müssen wir erstmal feststellen, was da oben in der Gegenwart eigentlich los ist. Die Fakten müssen endlich auf den Tisch. Und wenn wir die kennen, dann können wir uns Gedanken machen wie wir damit umgehen.

Gruß Berti

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Bertikoks - Transfermarkt since 2003. Originalmitgliedsnummer 1686. Keine anonyme Kritik: FCK MGLD 2151

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Bertikoks am 27.11.2015 um 12:12 Uhr bearbeitet
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