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Die Couchingzone

13.08.2010 - 13:19 Uhr
Die Couchingzone |#1861
12.11.2016 - 13:32 Uhr
Mir zeigt werschtches Couching vor allem auf, wie wenig ich die Medienwelt noch kenne. Sind das fiktive oder reale Personen?

Ansonsten mal ein ganz anderer Couch-Ansatz. Couchistos gehen normalerweise nicht auf Bittstelltour, sie erfüllen Wünsche. Wahrscheinlich sind wir auch gerade deswegen weltfremd geworden, Vic. Unsere Ansprüche und die Realität benehmen sich wie ein altes Ehepaar - sie sitzen zwar nebeneinander, nehmen sich aber nicht mehr wahr ...

Cheers
Bahli

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You want it darker
We kill the flame

Leonard Cohen (1934-2016)
Die Couchingzone |#1862
12.11.2016 - 15:59 Uhr
Zitat von bahli77
Unsere Ansprüche und die Realität benehmen sich wie ein altes Ehepaar - sie sitzen zwar nebeneinander, nehmen sich aber nicht mehr wahr ...

Nix da, die Realität hat sich unseren Ansprüchen anzupassen. Das sieht auch die neue Vereinsführung so! Es sollte eine Ehre für jeden Investor sein, seine Kohle bei uns auf Nimmerwiedersehen zu versenken! @werschtche wurde von der Jury auf die Probe gestellt: Für 8 Mio € jährlich kriegt man bei uns nur 5% Anteile, keine 7,5% und erst recht keine 15%. Tradition kostet halt! Leider ist unser Mitforist da eingeknickt und hat sich dann auch noch vom Hof jagen lassen. Da sage ich: Pfui! Lauterer geben niemals auf! Ob er stattdessen ein Tränchen hätte verdrücken sollen? Dreimal Pfui! Die verbale Blutgrätsche hätte er auspacken müssen! Eine flammende Rede an das Fernsehpublikum! Kerber statt Williams! Den Pfälzer Trump statt Top 12! UnschuldigVerschlossenaugen-zuhalten Lotto Rheinland-Pfalz statt betwin, betway & Co! Einfach nur ein MANN sein, kein @werschtche! angry --- Mein Vorschlag: Schleifen wir ihn im Couchistos-Bootcamp, dann wird das schon noch. Cool

Make K-Town great again!

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Dieser Beitrag wurde zuletzt von Newtrial am 12.11.2016 um 16:08 Uhr bearbeitet
Die Couchingzone |#1863
18.11.2016 - 10:49 Uhr
Jahrgang 7, Ausgabe 14: WENN EINEN POPULISTEN ZU SACHLICHEN TÖNEN TREIBEN


Es gibt Momente im Leben, da sinniert man über das selbige. Die Sicht der Dinge hängt in diesen Fällen immer von der aktuellen Gemütslage ab, zumindest ist das bei mir so. Bereits der große deutsche Repräsentant der Schlagersophie Jürgen Marcus führte aus, dass eine neue Liebe wie ein neues Leben ist. Ist man gerade frisch in eine holde Dame verschossen, wirkt alles rosarot und plüschgepudert. Sitzt man stattdessen mit einer ausgeprägten Verstopfung stundenlang auf dem Lokus oder tritt man mal wieder in den üppigen Kackhaufen von Nachbars Köter sieht man die Dinge anders… weniger rosarot, um mal im Bilde zu bleiben. Ähnlich erging es mir am Morgen nach der Präsidentschaftswahl in den USA. Als die Nachricht über meinen Ticker lief, wäre ich am liebsten wieder unter die warme FCK-Bettdecke gekrabbelt. Die Welt schien verroht und verrottet, der Anstand nur noch wie ein luxuriöses Accessoire der Eliten. Wenn so ein anstandsloser Dampfplauderer und Prolet Präsident einer Weltmacht werden kann, was sagt dies über den Zustand der westlichen Gesellschaft aus? Oder hat der Kerl wirklich nur „so e großie Gosch“, weil sein Opa aus der Pfalz stammt? Soziologie oder Genetik, Politik oder Populismus? Ähnlich überfragt zeigten sich Experten aus Wissenschaft und Politik, auch wenn diese den Aspekt des pfälzischen Genoms geflissentlich unter den Tisch fallen ließen. Wissend schienen nur jene „Journalisten“, die montags noch über die Feinstaubplakette schrieben und 24 Stunden später zum selbsternannten Experten für die USA und Geopolitik avancierten. Der Teufel malt sich eben leicht an die Wand und lockt zudem jede Menge Publikum an. Nostradamus, Rasputin und Baba Wanga lassen grüßen.

Was mich als denkender Mensch an der Sache verzweifeln lässt, ist die Erkenntnis, dass die „vierte Gewalt“ beim Studium der Quellen und der neutralen Betrachtung von gesicherten Fakten nicht viel sorgfältiger zu Werke geht als Trump dies in seinem Wahlkampf tat. Nichtsdestotrotz oder gerade deshalb springen jede Menge Leute auf den Zug mit auf – und das auf beiden Seiten der Medaille. Mehr Lautstärke als Erläuterung, mehr Schlagworte als Fachbegriffe, mehr Herz als Hirn. Dies scheint die neue Erfolgsformel zu sein. Neu? Nicht wirklich! Der FCK-Fan weiß wovon ich rede.

Vor etwas mehr als acht Jahren ging es uns auch richtig scheiße und es kam auch einer um die Ecke, der uns pfälzischen Rednecks mit viel Herz(-blut) abholte und mit einem harten Hund vor dem Abstieg rettete. Er war zwar kein Populist der hetzerischen und lauten Sorte, sondern eher emotional und nahbar, aber dennoch ein Populist – also einer, der beim (Fan-) Volk die richtigen Knöpfe zu drücken weiß, notfalls auch mal abseits der Fakten. Einer, der gerne Leute um sich schart, die er gut kennt und die ihn schon seit längerem begleiten. Gute Nachricht für die Amerikaner: Das hat am Anfang richtig dufte geklappt. Eine Mischung aus sportlichem Netzwerk, glücklichem Händchen sowie emotionalen Umfeld führte zum Aufstieg und souveränen Klassenerhalt. Raus aus dem Tal der Tränen. Hin zu einer besseren Zukunft…

… wenn, ja wenn man auf dem Gipfel des Erfolgs weiterhin die Strategie auf den Prüfstand gestellt und eher auf Fachleute anstatt „Freunde“ vertraut hätte. Das tat man nicht und auch das Gros der Fanschaft hielt dies im Freudentaumel nicht für notwendig. Flughafenbilder von israelischen Königstransfers waren spannender. Vieles, was aus heutiger Sicht im wahrsten Sinne des Wortes offensichtlich erscheint, war damals hinter dem Erfolgsnebel verborgen. Jürgen Marcus meint: „Liebe macht blind.“ Es ist manchmal eben unheimlich erleichternd ein wenig vernebelt zu sein. Die Nebelmaschine in Persona war unser postfaktisches Fritz’l aka. „The PowerPointer“ (Anm. d. A.: die Namensrechte für eine spätere Karriere in der WWE können bei mir erworben werden). Der bebrillte Jüngling aus der Südpfalz wartete bei jeder Jahreshauptversammlung mit bunten Grafiken und tollen Nachrichten auf, deren Plausibilität sein Chef ab und an mit einer salzigen Träne untermauerte. Klingt jetzt ein wenig bissig, ist deswegen aber nicht weniger wahr. Die präsentierten Zahlen waren laut Klatt gelogen oder zumindest aus dem Play-Doh-Studio, also irgendwie zurechtgeknetet.

Stand heute ist jedenfalls viel Knete weg oder zumindest unauffindbar, nicht mal lustige Knetmännchen findet man auf den Fensterbänken der Geschäftsstelle. Sind wir nun einem Populisten auf den Leim gegangen oder war der Charismatiker gar selbst Opfer seiner emotionalen Vorgehensweise? Eine Antwort kann ich nicht bieten, nur eine Feststellung: Ein emotionaler Anführer ist nicht per se unfähig oder gar ein schlechter Mensch, er versteht es lediglich die Massen durch die gefühlige Einfachheit seiner Ausführungen zu überzeugen. Die Mehrheit will Kaiser Franz und nicht Kommissar Oettinger… beruhigend ist dabei nur, dass sowieso alle irgendwie Dreck am Stecken haben, egal ob Technokrat oder Populist.

Vor diesem Hintergrund kann man vielleicht besser nachvollziehen, warum die Jahreshauptversammlung im Endeffekt so gelaufen ist wie sie lief. Ja, vielleicht kamen die sachlichen Töne und klaren Aussagen des Finanzvorstands Klatt gerade deshalb so gut bei den Mitgliedern an, weil es vorher ganz anders war. Da rollten die Bagger so laut, dass Misstöne im Motorenlärm einfach untergingen. Klatt, der pragmatische Fachmann, gefiel, auch wenn die von ihm präsentierten Zahlen wahrlich wenig Grund zur Begeisterung boten. Selbst beim Thema Untersuchungsausschuss zur Aufklärung der in den letzten Wochen erhobenen Vorwürfe und Mutmaßungen überlegte die Mehrheit der Anwesenden vor dem Druck auf den Abstimmungsknopf anscheinend nochmals genau, ob dem Verein aus ihrer Sicht damit gedient ist. Dementsprechend knapp war das ablehnende Ergebnis. Rein emotional betrachtet, hätte es den Ausschuss wohl geben müssen. Ob die jetzige Entscheidung die richtige war, wird sich trotzdem erst in Zukunft herausstellen. Selbst bei den Plänen zum Einstieg eines strategischen Partners regt sich angesichts der nackten Zahlen kaum noch Widerstand. Man scheint begriffen zu haben: Will man der Realität ins Auge blicken, sollte die Sicht klar sein, Freudentränen von alten Meisterschaften und Herzblutfinals sind dabei nur hinderlich.

Dies bedeutet für den Verein auch, dass der Blick nach vorne gehen sollte. Denn vorne ist da, wo man hin will. Vorne steht das Tor, vorne sind die Aufstiegsplätze, vorne liegt die Zukunft. Den Rückspiegel muss man trotzdem im Auge behalten, denn von hinten kommen knochenbrechende Verteidiger und alte Sünden herangerauscht, die einen den (Tor-)Erfolg kosten könnten. Butduma meint: Wir brauchen eine zukunftsorientierte Umsicht beim FCK, damit wir in fünf Jahren rückblickend alles richtig gemacht haben. Die ersten Schritte sind gemacht.

Abseits der großen, strategieschwangeren Vereinspolitik liegt der Großteil der Wahrheit weiterhin auf dem Platz. Und sei es montags irgendwo in der Nähe der bayrischen Landeshauptstadt. Drei Punkte dort und auch der ganze Rest wird wieder ein ganz klein bisschen einfacher.

In diesem Sinne!

Ba beneen
Butduma


Auf der Couch finden glücklicherweise nur rationale Populisten zusammen, die euch regelmäßig mit äußerst differenzierten Schlagworten manipulieren. Rein postfaktisch betrachtet könnte es sich bei der Couch sogar um einen Stuhl handeln, auf welchem immer noch der jeweils zuständige leise Lautsprecher bis spätestens freitags 12 Uhr seine obskuren Aufklärungen zum Besten gibt.

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SAPERE AUDE
- Wage es, weise zu sein -

oder nach Immanuel Kant
"Habe Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen!“

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Devil_till_Death am 18.11.2016 um 13:44 Uhr bearbeitet
Die Couchingzone |#1864
18.11.2016 - 18:40 Uhr
Zitat von Butduma
Es gibt Momente im Leben, da sinniert man über das selbige.

Warum so viele Worte? Damit hattest Du mich doch schon? Cool

Was den FCK angeht, würden Skeptiker allerdings Jürgen Marcus mit Christian Anders kontern: "Es fährt ein Zug nach nirgendwo".

Und der Vergleich eines gewissen Ex-FCK-VV mit Trump kann höchstens postfaktische Geltung beanspruchen und ist überdies ehrabschneidend: So krass darf man einen frei gewählten US-Präsidenten nämlich nicht diskreditieren, das ist gegen die DAF! angry

Ansonsten ein weiteres hoch interessantes Couching im Kontext der "neuen Fußball-Sachlichkeit" jenseits fiktiver Geschichten und philosophischer Ekzeme, ääh Exzesse! Deutet sich da etwa ein Paradigmencouchwechsel nach dem Muster "Erstmal kompakt stehen!" an? Keine Slapstickeinlagen mehr in den rhetorischen Fußballschuhen? Findet man nun über den Ball zum Stil, anstatt ständig fiktional querzulegen?

Oder will man etwa so die literarische "brotlose Kunst" lediglich zu einer "Kommerzmaschine Couching" umgestalten? Eine gigantische Verschwörung, die bis hin zur neuen, ungebremsten TM-Werbemaschinerie reicht? Wir wissen es nicht, aber ein Blick in die monetäre Couching-Jahresbilanz wird Kennern Aufschluss geben können!

Wie auch immer: Solange dabei solche Dinger rausgehauen werden, wird keine literarische Kritikasterraute protestieren! zwinker But makes couching great again!

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Die Couchingzone |#1865
20.11.2016 - 14:48 Uhr
Zitat von Newtrial
Zitat von Butduma

Es gibt Momente im Leben, da sinniert man über das selbige.

Warum so viele Worte? Damit hattest Du mich doch schon? Cool


Es brauchte einfach ein paar argumentative Ausführungen für die intelleg... intellecktu... geistige Elite hier im Forum. Bei einfach Gemütern wie Dir reicht natürlich so ein philosophischer Firlefanz wie der einleitende Satz hier. Genau so hat das der Stefan auch gemacht, sogar mit Fängschuhi. zwinker

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SAPERE AUDE
- Wage es, weise zu sein -

oder nach Immanuel Kant
"Habe Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen!“
Die Couchingzone |#1866
20.11.2016 - 16:56 Uhr
Zitat von Butduma
Zitat von Newtrial

Zitat von Butduma

Es gibt Momente im Leben, da sinniert man über das selbige.

Warum so viele Worte? Damit hattest Du mich doch schon? Cool


Es brauchte einfach ein paar argumentative Ausführungen für die intelleg... intellecktu... geistige Elite hier im Forum. Bei einfach Gemütern wie Dir reicht natürlich so ein philosophischer Firlefanz wie der einleitende Satz hier. Genau so hat das der Stefan auch gemacht, sogar mit Fängschuhi. zwinker

Danke, das beantwortet meine Frage. Ich mag es filosofisch halt am liebsten ganzheitlich. Ein Stück weit.

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Die Couchingzone |#1867
25.11.2016 - 00:07 Uhr
Das nachfolgende Couching verspätet sich leider wegen einer Störung im Betriebsablauf um 24 Stunden. Alle Anschlusscouchings werden aber rechtzeitig erreicht. Wir bitten um ihr Verständnis.

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Nichts ersetzt die Romantik eines Flutlichtspiels im Regen... ...und siegen!!

Wir denken nur noch von Grätsche zu Grätsche!

Hate the Game, not the Player!
Die Couchingzone |#1868
26.11.2016 - 03:43 Uhr
Jahrgang 7, Ausgabe 15:

BITTE DAS SPIEL ZU MACHEN

Der FCK sucht also einen Investor. Oder strategischen Partner. Wenn auch noch nicht ordentlich, so ist man lt. Verlautbarung zumindest in Sondierungsgesprächen.

Das Bauchweh, das der Autor dieses Couchings dabei befällt, rührt nicht aus den negativen Erfahrungen, um nicht zu sagen Fiasken, der zurückliegenden Jahre, wenn für rheinland-pfälzische Objekte, die in hohem Grade Massen mobilisieren, potentiell potente Investoren gesucht und/oder vermeintlich gefunden wurden. Denn erstens unterscheidet sich der FCK vom Nürburgring und dem Flughafen Hahn offensichtlich darin, dass er die Massen rein emotional und nicht mittels Kersosin bewegt. Zum anderen sind wir mittlerweile außerhalb der Reichweite eines Kurt Becks oder anderen profilierungssuchenden Politikern auf Wählerstimmenfang. Wenn es um Wählerstimmen geht, dann verlieren öffentliche Handlanger zu oft den Überblick - Wahlerfolg schlägt Allgemeinwohl. Oder die Kämmerer sind schlicht überfordert im Umgang mit Marktkräften. Ok, an dieser Stelle würde ein geneigter Anhänger des Bundes der Steuerzahler auch den FCK resp. das FWS als Beispiel von Steuergeldverschwendung anführen. Jedoch hielte ich ihm energisch entgegen, dass ein zunächst williger Invest der Stadt KL damals in den WM-Standort wie auch der Invest danach - dann jedoch eher gezwungener Maßen - in den Fussballstandort Kaiserslautern in Anbetracht der tausenden Besucher, die an 34+x nach Kaiserslautern kommen, als tatsächlich gewinnbringende Investition gesehen werden kann - im Gegensatz zu einem Freizeitpark in der Eifel mit höchst zweifelhafter Auslastung.

Die Kompetenz der Verantwortlichen, denen die Investorensuche beim FCK obliegt, ist seit dem im Dezember 2015 eingeleiteten Führungswechsel eher gestiegen und eher keine Quelle von Unbehagen. Sicher, auch diese müssen sich einem Wahlvolk stellen. Und auch in diesem Wahlrahmen - den JHVs - wird Wahlkampf betrieben, mit all seinen Suggestionen und Versprechungen. Ich muss nicht auf die "rollenden Bagger" verweisen, dies wurde zur Genüge getan, und letztlich sind sie mit der Nichtentlastung dem früheren Vorstand zurecht auf die Füsse gefallen - nicht gerollt. Skeptisch sollte man aber auch bei der Zuspitzung der neuen Verantwortlichen "Erste Liga oder Tschüss Profifussball“ werden, wenn in den unmittelbaren Sätzen danach Pläne für eine Ausgliederung inkl. Inverstor resp. Verkauf von Anteilen gerissen werden. Das ist mir irgendwie zu viel Pistole auf die Brust. Tschüss Profifussball? Ist zweite Liga nicht auch Profifussball? Ok, Gries und Klatt haben sehr drastisch dargestellt, welchen Kader resp. Etat wir uns ohne Spielerverkäufe leisten könnten - wir wären in der 2. Liga damit im unteren Bereich angesiedelt, Absteigskampf inklusive. Sollte das mal schiefgehen, wäre es wahrscheinlich wirklich aus. Geschweige denn dem weiteren Absinken beim Zuschauerschnitt und den TV-Einnahmen. Dennoch: der FCK ist unser VEREIN, den Mitgliedern. Wenn man darüber nachdenkt, ihnen Anteile und Einfluss wegzunehmen und zu verkaufen, gilt es einige Aspekte nochmals näher zu betrachten. Es geht dabei um die Fragen, wie groß der Vorteil von externem Geld wirklich ist, wie es um die Abhängigkeit steht und wo wir einen geeigneten Investor finden.

LOHNT SICH DIE CHEATING-ENGINE?

Wenn man über die Öffnung für Investoren beim Fussball nachdenkt, ist dies vergleichbar mit der Frage bei einem Fussball-Manager-Spiel, ob man cheaten möchte, um schnell nach oben zu kommen. Es geht darum, dem Verein externes Geld zuzuführen, um eine Mannschaft zusammen zu stellen und ein Umfeld zu schaffen, das man sich sonst nicht leisten könnte. Die Alternative wäre organisches Wachstum. Man kauft Spieler günstig ein oder zieht sie aus der Jugend und bildet so eine handvoll Spieler aus. Einen Teil wird man verkaufen und das Geld in die restliche Mannschaft investieren, um so zu wachsen. Gerade Vereine ohne hohes Fanaufkommen müssen derart agieren. Im Grunde also das, was die alte Vereinsführung mit Ausbildungsverein-Strategie etikettiert hat. Eine Strategie wie sie auch andere Zweitligisten verfolgen müssen, die über Ticketing, TV und Sponsoring ihre Kosten nicht decken können.
Nun sind wir aber ein Verein mit relativ hohem Fanaufkommen. Noch, wohlgemerkt. Das ist im Spiel wie in der Realität ein (Start-)Vorteil. Darauf kommen wir auch gleich nochmal zurück. Denn wir sind auch ein Verein, Stand heute, der Schulden hat und das nicht zu knapp. Weil er in der Vergangenheit schlicht nicht erfolgreich mit der Strategie war, den Aufstieg mit einer Mannschaft erzwingen zu wollen, die man sich eben nicht leisten konnte. Also fließen Teile der Spielerverkäufe nicht nur in die jetzige oder zukünftige Mannschaft, sondern auch in die Vergangene.

Die Suche nach Investoren auf Basis des Verkaufs von Vereinsanteilen an dieser Stelle ist also kein Verschaffen eines Vorteils gegenüber der Konkurrenz, um sie im nächsten Moment im Kampf um den Aufstieg auszustechen, sondern es wiegt „nur“ einen Nachteil auf. Gegenüber denen, die mit der organischen Strategie erfolgreicher waren, weil sie besser gearbeitet haben (Bsp. Union Berlin, Braunschweig etc). Oder denen, die ebenso schlecht gearbeitet haben, und nun ebenfalls einen Investor suchen - wie Nürnberg. Und damit wären wir bei einem Ursprung für das Bauchgrummeln, die ich bei der Inverstorfrage habe. Denn oft gefallen ist hier der Verweis auf die Tatsache, dass "man sich nur einmal verkaufen kann". Je nach Höhe der verkauften Anteile und der damit generierten Mittel, hätte man zunächst nur zu solchen Vereinen aufgeschlossen, die ihren Hintern noch nicht verkauft haben. Würden diese sich auch eine Geldspritze genehmigen, wären sie uns nochmal enteilt, wir dem Aufstieg durch Investition nicht näher, nur um Anteile ärmer.
An dieser Stelle kommen nun aber die Faktoren Zuschaueraufkommen und Tradition zurück ins Millionenspiel, die die DFL bei der Fernsehgeldverteilung gerade doch außen vor ließ. In einem jüngst erschienenen Artikel bei SPON stellte der Autor die Frage, warum Investoren in der Premier League lieber bei Newcastle einsteigen als bei Fleedwood (oder so). Der Grund sei, dass durch die größere Fanbasis im Erfolgsfalle der Return of Invest viel größer ausfällt. Für einen Investor, gleich ob "Heuschrecke" oder "strategischer Partner", wären wir demnach ein interessantes Investment. Unser Marktwert könnte nicht viel tiefer fallen als aktuell. Der Einstiegszeitpunkt wäre daher günstig. Kommt dann mit dem Geld der Erfolg, kommen mehr Zuschauer und das große, schon vorhandene Stadion ist nicht mehr ein Klotz am Bein sondern eine Lizenz zum Geld drucken. Auch mit Marketing lässt sich dann bei uns mehr Geld verdienen als bei anderen, kleineren Vereinen. Die Wahrscheinlichkeit, dass wir einen Investor finden ist also größer, als dies bei anderen Vereinen der zweiten Liga mit kleinerem Fanaufkommen der Fall ist. Vereine, die sich bisher nicht verkauft haben oder dies überlegen, werden es wohl auch in relevanter Zukunft nicht, weil davor die Erkenntnis steht, dass es sich für einen Investor schlicht nicht lohnt. Solche Vereine würden uns dann also nicht wieder mit einem eigenen Investor überholen oder hinter sich lassen und wir hätten zunächst auf Zeit tatsächlich einen Vorteil. Sofern mit dem Geld gut gearbeitet wird. Das kann nicht vorausgesetzt werden - siehe blaues München oder blaues Hamburg - aber wenn man diese Hoffnung nicht hätte, bräuchte man uns die Frage nach einem Investor nicht zu stellen.

FREMDBESTIMMUNG KANN NICHT DAS ZIEL SEIN

An diesen beiden Fussballstandorten zeigt sich auch, wie wichtig es ist, sich nicht derart zu verkaufen, dass die Abhängigkeit zu externen Geldgebern existenzbedrohend wird. Das Bedrohende in beiden Fällen ist aber nicht der an eine Ausgliederung angeschlossene Verkauf von Anteilen, sondern die von Kühne und Ismaik (zunächt/zusätzlich) gewährten Kredite. Diese wurden von beiden in einer Höhe gewährt, dass die Vereine nun völlig abhängig davon sind, dass diese Kredite nicht fällig werden bzw. fällig gestellt werden - und somit liegt das Schicksal nicht mehr in ihrer Hand sondern in der des Gläubigers. Es geht ihnen damit ähnlich wie RB Leipzig oder dem VFL Wolfsburg, deren Schicksal auch von einem einzigen Geldgeber abhängt. Ein wahrer Albtraum für einen Mitgliederverein. Wie man trotz Ausgliederung mit anschließendem Anteilsverkauf Herr im eigenen Haus bleibt, haben die beiden als AGs ausgegliederten Fussballabteilungen von Bayern München und Borussia Dortmund vorgemacht, wo keiner der externen Anteilseigner alleine mehr als 25% der Anteile besitzt und somit in die Reichweite eines bedeutenden Einzeleinflusses durch Sperrminorität kommt. Nur so kann es auch für den FCK Sinn machen. Erstens, weil die Mitglieder über den Verein uneingeschränkt Entscheidungen treffen können im Sinne des Fussballvereins - hätte ich fast geschrieben - im Sinne der Fussball-Firma oder Fussball-Gesellschaft muss es dann heißen. Außerdem könnte man den Verkauf von Anteilen nach und nach betreiben, in der Hoffnung auf Erfolg und damit höherer Erlöse für weitere Anteilsverkäufe.
Der Nachteil liegt für alle auf der Hand, die Dreisatz-Rechnung können: Wenn das derzeitige Vermögen des FCK 100% der Anteile ausmacht, dann reichen die Einnahmen beim Verkauf von 10% der Anteile noch nicht einmal, um die Fananleihe abzulösen (grob gerechnet um 1:18 Uhr nachts - man mag mir widersprechen falls ich mich irre). Der Nutzen des Anteilverkaufs hängt also von den Kompetenzen der Verkäufer ab. Sie dürfen nicht nur die bilanzierten Werte des FCK einpreisen, sondern müssen auch dessen Geschichte und Zukunft verkaufen. Nur wo findet sich ein potenter Käufer für - man möge mir die Wortwahl nachsehen - heiße Luft?

DESPERADO TRIFFT GORDON GEKKO

Leider nicht in Ludwigshafen Nord, wo das regionale Unternehmen von Welt den Breitensport fördert. Und Luft kaufen sie zertifiziert, um sie zu verpesten. Auch im naheliegenden Latschenkiefernwald, auf dem Layen- oder Karlsberg findet sich wohl kaum Geld über das aktuelle Sponsoring hinaus. Die letzten Wochen haben aber gezeigt, dass es einen Ort gibt, an dem heiße Luft willige Abnehmer findet - besonders wenn der Blasebalg der schönen Pfalz entstammt. Jenseits des Teichs ist der Name K-Town auch vielen ein Begriff, auch ohne dass unsere Fussballabteilung ihre Saisonvorbereitung verbringen muss - wie etwa die des Bayerkonzerns. Diesen Standortvorteil gilt es zu nutzen! Leider hat man das zu unserer besten Zeit verschlafen. Die Geschichte von Abstieg und Aufstieg mit anschließender Meisterschaft hätte sich dort prächtig verkaufen lassen. Aber die damalige Zeit war Kommerzmäßig eben noch eine unschuldigere - zumindest was den Fussball angeht. Nichtsdestotrotz gibt unsere Geschichte ein Drehbuch ab, das sich dort sicher gut vermarkten lässt. Es wurde sogar schon geschrieben. Hier in der Couchingzone von Devil_till_Death.


DESPERADO

... Oder wenn ich vielleicht die Geier, die über mir kreisen mit meinem Knüppel erschlage und mir daraus ein Fluggerät bastle? Ja, so müsste es gehen! Ich muss sie nur noch anlocken. Oder ich warte einfach, bis sie neben mir landen. Lange kann es nicht mehr dauern. Nicht mehr lange, dann …


Und siehe da, unsere Vorstände warten nicht, sie werden aktiv und locken. Im SWR-Talk sprachen sie jüngst tatsächlich davon, dass das Potential der Verbindung zu den Amerikanern genutzt werden soll. Wenn dann neben einer Kooperation mit amerikanischen Vereinen auch noch der ein oder andere Geier oder auch Wolf der Wallstreet angelockt wird, um hier für eine Hand voll Dollar sein Glück zu machen, ohne dass der FCK dafür seine Seele verkauft - dann bin guter Dinge, dass wir dem Profifussball nicht so schnell "Good bye" sagen müssen.


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Auf der Couch werden die paar Hand voll Dollar in Bier investiert. Während des Konsums wird originär pfälzische Heißluft produziert. An besonders ertragreichen Tagen spannen wir ein Segeltuch und die Couch wird zum Heißluftbalon. Darin fahren wir selbstbestimmt in den Sonnenuntergang. Ob wir rechtzeitig zum nächsten Couching zurück sind, wird man sehen. The End.

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Dieser Beitrag wurde zuletzt von Hegermeister am 26.11.2016 um 03:52 Uhr bearbeitet
Die Couchingzone |#1869
26.11.2016 - 14:36 Uhr
Tiefgründiges und intelligentes Couching über eine der existenziellsten Fragen, die ein pfälzischer Provinzverein zu beantworten hat. Danke Hegermeister für dieses Bravourstück ...

Cheers
Bahli

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You want it darker
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Leonard Cohen (1934-2016)
Die Couchingzone |#1870
02.12.2016 - 09:17 Uhr
Jahrgang 7 - Ausgabe 16


Das Märchen um einen Mastbullen

Von Bahli


Im Moment wirst du als Fußballfan echt auf die Probe gestellt. Die Nationalmannschaft prickelt elastisch wie Buttermilch. In der Champions League wird der Sand zwischen den Backsteinen gesiebt. Dein eigener Verein steckt irgendwo im Niemandsland des deutschen Profifußballs zwischen melancholischer Tristesse und gepflegter Langeweile. Apropos Langeweile. Das war ja das Schlagwort der vergangenen Bundesliga-Spielzeiten. Das ist plötzlich anders, seit kurzem gibt es im ersten Stock hübsch drapierte Kuriositäten zu bestaunen. Glaubt man den einschlägigen Medien, werden wir gerade mal wieder Zeuge eines richtigen Fußballmärchens. Ein Aufsteiger schickt sich an, in die Geschichtsbücher des Fußballs einzugehen. Im Moment thront er an der Tabellenspitze und könnte 2017 das Meisterschaftsabonnement des FC Bayern beenden. Dies gelang bisher nur einem einzigen Fußballverein - irgendsoeinem Provinzverein irgendwo in der Nähe von Frankreich in den neunziger Jahren. Alte Menschen werden sich möglicherweise noch daran erinnern ...

Aber hey, Bahli, mach mal halblang. Du bist auf dem besten Weg, diese Scheiße auch noch zu glauben. Und Kollege, ich sag' dir jetzt mal was. Aufsteiger sind nicht gleich Aufsteiger. Auch, wenn es die deutschen Qualitätsmedien tagtäglich wiederholen. Wiederholung macht ein verlogenes Märchen nicht wahrer. Vor allem ist es kein Märchen, es ist noch nicht einmal eine nette Räuberpistole. Es ist eine durch und durch verlogene Mistkacke. In diesem Zusammenhang erzählen dir die Medien gerne auch von vorbildlicher Aufbauhilfe Ost. Sie gaukeln dir vor, dass dort die neue Talentschmiede kommender deutscher und ausländischer Fußballstars ansässig ist. Sie zeigen dir die zufriedenen Gesichter von Fans, die vor lauter Glück heulen. Sie schreien hurra, weil plötzlich wieder Spannung in der Liga herrscht. Und so betonen sie durchgängig, dass es dieser märchenhaft aus dem Nichts entstiegene Club einfach verdient, an der Spitze zu stehen. Dieser Verein ist ein Segen für den Fußball - weltweit. Sagen sie.

Sich diesem Märchen kritisch entgegenzustellen, hat etwas von Don Quijote und seinem Kampf gegen Windmühlen. Mit Kritik wirst du schnell zum Spielverderber, du bist dann derjenige, der den anderen den Spaß an einer Illusion nimmt. Du relativierst den Underdog, du machst aus dem David einen Goliath, du machst aus dem Außenseiter einen Marketing-Prototyp? Schäm dich, endlich gibt es wieder Grund zu träumen und du machst nichts anderes als anderen das Leben schwer. Du willst es doch nicht anders, du willst richtigen Fußballfans doch nur den Spaß verderben. Erschwerend kommt hinzu, dass bei diesem Märchen auch einfach keine Angriffsfläche sichtbar ist. Hoffnungsvolle Talente, Sympathieträger und österreichische Frohnaturen lassen jegliche Kritik wie Neid und Missgunst von sportlich enttäuschten Miesmachern erscheinen.

So kommt es mir im Moment vor, wenn ich diejenigen Sportjournalisten sehe, höre und lese, die wenigstens versuchen, so etwas wie einen kritischen Umgang mit einem millionenschweren Marketingmonster zu pflegen. Sie tun sich alle verdammt schwer. Sie schwimmen gegen einen gewaltigen Strom von Gutgläubigen, die große Herde der Sandalen-an-einem-Stock-Träger. Ich weiß, ich habe es bisher vermieden, das Monstrum beim Namen zu nennen. Ich bin aber ehrlich, ich tue mir damit verdammt schwer. Jedes Mal, wenn ich diesen Namen in den Mund nehme, komme ich mir vor wie ein Verräter. Verräter meiner eigenen Ideale. Keine Ahnung, woran das jetzt wieder liegt. Rasenballsport. Rasenballsport. Rasenballsport. Rasenballsport. Wurde der Alte im "Leben des Brian" nicht gesteinigt, als er die Weibsvolk-Hinrichtungsgruppe mit dem bloßen Wiederholen von "Jehova" zur Weißglut trieb? Vielleicht habe ich das im Hinterkopf. Vielleicht liegt mein Problem aber auch viel tiefer. Aber bei Fußballvereinen mit markenähnlichen Logos schürft man nicht gerne in die Tiefe ...

Bei Fußballvereinen? Ist das überhaupt ein Verein? Als am vergangenen Samstag Katrin Müller-Hohenstein Bullentrainer Ralph Hasenhüttl im aktuellen Sportstudio interviewte, fiel sowohl im Gespräch als auch in der flankierenden Berichterstattung im Zusammenhang mit Rasenballsport dermaßen oft der Begriff "Verein", dass man es wohl glauben muss. Rasenballsport Leipzig ist ein Verein. Es steht außer Frage, dass eine Gründungsversammlung abgehalten wurde. Es steht weiterhin außer Frage, dass eine Satzung beschlossen und von mindestens sieben Mitgliedern unterschrieben wurde. Ein Vorstand wurde definitiv bestimmt. Und ebenfalls ein Gründungsprotokoll abgefasst. Eine schriftliche Anmeldung mit Unterschriftsbeglaubigung des anmeldenden Vorstandes ins Vereinsregister beim zuständigen Amtsgericht wird dann nur noch Formsache gewesen sein. Aber reicht das? Reicht das aus, damit man selbst das offenkundig konstruierteste Monstrum Verein nennen darf? Ja, verdammt, ja. Es reicht. Aber muss man so etwas dann auch mögen? Nein, verdammt, muss man nicht!

Aber genau das versucht uns nahezu jedes deutschsprachige Medium im Moment einreden zu wollen. Kritische Distanz: Fehlanzeige. Oder doch, Philipp Köster, seines Zeichens Mitbegründer, Geschäftsführer und Chefredakteur des Magazins für Fußballkultur mit dem Namen "11 Freunde" hat sich bei diesem Thema vergangene Woche für einen Sportjournalisten weit aus dem Fenster gelehnt. Immerhin bezeichnete er das kolportierte Märchen als das "Ergebnis fauler Tricks und millionenschwerer Investitionen". Von wegen krasser Außenseiter. Da ist ein "mit den Millionen eines großen Konzerns gemästeter Retortenclub etwas vorzeitig dort angekommen, wo er hinwollte, nämlich an die Bundesligaspitze". Danke Herr Köster für diese offenen Worte. Das zeigt zumindest, dass Kritik möglich ist. Nicht jeder muss die Mastbullen-Weide mögen. Einfach mal den Finger in die Wunde legen, ist wie Wasser auf die Mühlen der Fußballnostalgiker, der Fußballromantiker und vor allem Wasser auf die Mühlen der vielen vielen ehrenamtlichen Helfer, die einen wirklichen Verein ausmachen.

Und Leute, zu aller Letzt noch die eindringliche Bitte. Glaubt nicht an das Mastbullen-Märchen. Ich habe es ja schon gesagt, in Wirklichkeit ist es nämlich gar keins. Und wenn, dann ist es nur eine billige - Quark, eine sündhaft teure - Raubkopie eines richtigen Märchens (sic!), das sich in grauer Vorzeit irgendwo in der pfälzischen Provinz zugetragen hat. Lasst den Bullen ihre neu aufgestellten Rekorde. Lasst sie ruhig auf der aktuellen Erfolgswelle schwimmen. Aber tragt nicht dazu bei, dass sich dieser millionenschwere Möchtegern-Märchen-Abklatsch in den Köpfen der Fußballfans und in den Fußball-Geschichtsbüchern manifestiert. Ihr macht dieses Monstrum zu einem Märchen, wenn ihr diese Kacke glaubt. Denkt immer daran, der Held eines wahren Fußballmärchens ist immer ein richtiger Underdog. Damals hieß dieser Underdog 1. FC Kaiserslautern und bestand aus einer verschworenen Gemeinschaft von Fußballverrückten. Damit meine ich Mannschaft, Trainer und Fans. Ein roter Mastbulle ist und kann niemals ein Underdog sein. Das passt schon allein biologisch nicht zusammen ...


FOLLOW THE TRUTH - ALWAYS FCK!


Cheers
Bahli


Auf der Couch sitzt eine ganze Bullenherde - Blaubullen, Gelbbullen, Grünbullen aber auch seltene Schwarz-Weiß-Bullen. Die einen haben Hunger, die anderen haben Durst. Die einen schauen fern, die anderen sehen kurz. Aber keiner wird rot. Nicht einmal dann, wenn die Kühe aus dem Frisörsalon gegenüber auf ein paar Bier vorbeischauen. Und hat einmal einer Langeweile, schreibt er halt ein Couching. Allerdings auch meistens nur freitags irgendwann nach dem Frühstück.

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Leonard Cohen (1934-2016)
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