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Die Couchingzone

13.08.2010 - 13:19 Uhr
Die Couchingzone |#1911
11.02.2017 - 11:21 Uhr
Ich will das Fieber zurück, das Hegermeister da beschreibt!
Von mir aus auch in rot-weiß gestreifter Tablettenform.

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"And what can I tell you, my brother, my killer?
What can I possibly say?
I guess that I'll miss you. I guess, I'll forgive you.
I'm glad you stood in my way.
If you ever come by here for Jane or for me -
Well, your enemy's sleeping. And his woman is free.
Yes, and thanks for the trouble you took from her eyes.
I thought it was there for good - so I never tried."
(Leonard Cohen)
Die Couchingzone |#1912
11.02.2017 - 11:51 Uhr
Die FCK-Fans als schrumpfendes "Patientenkollektiv" - das hat was! Cool Und auch wenn es schon eine gefühlte Ewigkeit her ist, dass ich persönlich derartige emotionale Aufwallungen mit dem FCK in Verbindung bringen konnte: erneut möglich wäre das immer noch! Schon viele ausbrechende Vulkane galten bis dahin als erloschen, warum nicht auch der FCK?

Betroffen macht mich aber, dass unser Haus-Philosoph Hegelmeister hier der einzige Couchist zu sein scheint, der für seine literarischen Ergüsse nicht bezahlt wird. Was ist da schiefgelaufen? oops

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Die Couchingzone |#1913
11.02.2017 - 17:51 Uhr
Zitat von Newtrial
Betroffen macht mich aber, dass unser Haus-Philosoph Hegelmeister hier der einzige Couchist zu sein scheint, der für seine literarischen Ergüsse nicht bezahlt wird. Was ist da schiefgelaufen? oops

Alles gut, keine Sorge. Ich dachte, ich halte mich an unsere Omerta und couche unter falscher Flagge. Aber wenn du jetzt eh schon ausplauderst, dass Springer uns nach deiner Boykottandrohung nun endlich für Inhalte bezahlt, kann ich ja die ehrliche Variante kurz vorstellen:

Zitat von Hegermeister

.... weil kein Couching auch keine Lösung ist, gibt es jeden Freitag bis 12 Uhr das Wort zum Spieltag. Also deaktiviert bis dahin bitte euren Adblocker, wir wollen ja nicht nur sexy und schön sein, sondern auch reich. Kauf mich und alles wird gut!

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Nichts ersetzt die Romantik eines Flutlichtspiels im Regen... ...und siegen!!

Wir denken nur noch von Grätsche zu Grätsche!

Hate the Game, not the Player!
Die Couchingzone |#1914
13.02.2017 - 08:51 Uhr
Bis auf die Tatsache, dass ich Fremdschweiß ziemlich abstoßend finde, insbesondere von ungewaschenen Betzefans, sind die hier dargebrachten Emotionen äußerst wünschenwert. Vor diesem Hintergrund verdient sich der Meister der Heger sicherlich ein Lob... es soll auch nicht zu knapp ausfallen.

@Newtrial : Du verdienst eher einen Tritt in den Hintern. Hättest Du mein Couching nämlich aufmerkelsam gelesen, dann wüsstest Du, dass wir das alle hier umsonst machen. Es sei denn... Du bist der Einzige, der hier Taler einsackt.

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SAPERE AUDE
- Wage es, weise zu sein -

oder nach Immanuel Kant
"Habe Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen!“
Die Couchingzone |#1915
17.02.2017 - 10:44 Uhr
Jahrgang 7 - Ausgabe 22


Früher haben wir einfach in den Sandhaufen gepisst

Von Bahli


Früher. Früher war alles besser. Genau diesen Anfang habt ihr befürchtet. Alles, was mit "früher" beginnt, endet auf "besser". Aber ist das wirklich so? War früher wirklich alles besser? Obwohl sogar ich mit fünf Dekaden mittlereile zum alten Eisen gehöre, kann ich aufrichtig eingestehen, dass auch früher viel Scheiße unter dem Gebälk schlonzte. Beispiel gefällig? Kein Problem, davon habe ich einen ganzen Koffer voll - werfen wir einfach einmal einen Blick auf das Thema "Erschwerte Fußballrezeption vor nichtschulfreien Samstagen".

Nehmen wir einen Freitagabend - der Einfachheit halber einen 13. in einem kalten März im Jahr 1980. Mein FCK spielt unter neblig kochendem Flutlicht auf einem vollen Betzenberg gegen - sagen wir den MSV Duisburg. Anstoß ist um 20:00 Uhr, Abpfiff für mich leider schon um 21:00 Uhr. Mann, wie habe ich diese Samstage gehasst, an denen die Schule samstags vier Stunden deine ungeteilte Aufmerksamkeit einforderte. Und meine Mutter kannte kein Mitleid - "21:00 Uhr - ab ins Bett!". Kennt jemand noch dieses Gefühl, ins Bett zu müssen während der 1. FC Kaiserslautern gerade ein Spiel austrägt? Ich soll schlafen, während meine damalige große Liebe kickt? In besagtem Beispiel (das es übrigens wirklich gab) muss ich ohne Widerrede zur Halbzeit ins Bett. Der FCK führt schnell durch zwei Tore von Reinhard Meier mit 2:0. Balsam für den, der vor dem Abpfiff ins Bett und das Licht ausmachen muss. Aber dann kommt dieser Norbert Fruck - seines Zeichens Meidericher Miesmacher - und erzielt eine Minute vor der Pause den Anschlusstreffer. Toll - Norbert Fruck, der Jason Voorhees für alle Zehnjährigen. Habe ich eigentlich schon angedeutet, dass meine Mutter natürlich mein Heute-im-Stadion-Transistorradio eingesackt hatte, weil sie weiß, wie der Hase unter der Bettdecke audiophil durch die zweite Halbzeit bibbert. Natürlich bleibt dir in diesem (wie auch in allen anderen) Fall nichts anderes übrig als um 20 Minuten nach Neun einzuschlafen.

Norbert Fruck (oder ersatzweise ein anderer Spielverderber) wabert dann durch deine Albträume. "'Tor in Kaiserslautern', Norbert Fruck erzielt den Ausgleich für den MSV." "'Toooor in Kaiserslautern', Norbert Fruck bringt die Meidericher in Führung." "'Toooooooor in Kaiserslautern', Norbert Fruck mit der Entscheidung auf dem Betzenberg." Schweißgebadet wachst du auf und schläfst direkt wieder ein. Du wirfst dich von einer Seite auf die andere. "'Toooooooooor in Kaiserslautern', Norbert Fruck macht das Dutzend voll, er bläst den FCK von seinem Hausberg." Wieder wachst du auf, willst dich gegen diesen Horror zur Wehr setzen. Keine Chance, du sinkst erschöpft in dein Kissen. Wieder und immer wieder erscheint dir Norbert Fruck - "Zehn auf einen Streich, neun in einer Halbzeit", "Norbert Fruck, der Schrecken des Betzenbergs", "Jupp Derwall nominiert die MSV-Tormaschine Norbert Fruck für die Europameisterschaft", "Frucke Nobbie versenkt die SMS Fritz Walter". Du würdest sogar das Wochenende gegen einen Montagmorgen eintauschen, wenn dir endlich jemand Frucke Nobbie aus dem Schlaf entfernt.

Dann endlich - 6:00 Uhr - der Wecker klingelt. Noch im Schlafanzug sause ich an den Briefkasten. Es regnet in Strömen. Der Weg von der Haustür zum Briefkasten führt durch Pfützen und Matsch. Ein einziger widerlicher Spießrutenlauf. Doch im Briefkasten liegt Norbert Frucks Exorzist - die Samstagsausgabe der RHEINPFALZ. Der Regen peitscht mit Vehemenz gegen mein Gesicht. Mein Schlafanzug ist mittlerweile komplett durchnässt. Mit zitternden Händen öffne ich den Briefkasten und versuche sofort einen Blick auf die erste Seite zu werfen. Regen läuft mir über die Augen, sodass ich erst einmal nichts erkennen kann. Dann - nach gefühlten Minuten - die Erlösung: "Der 1. FC Kaiserslautern zerlegt in einem temporeichen Spiel den MSV Duisburg unter Flutlicht mit 4:2!" Kennt noch jemand diese wohlige Ruhe, dieses Gefühl der Beruhigung durch einen einzigen Blick auf nasses Zeitungspapier? Du stehst klitschnass im Vorgarten und grinst selig auf ein Stück Papier. Benny Wendt und Seppl Pirrung sorgten mit einem Doppelschlag in der 73. und 74. Minute für das 4:1. Die Entscheidung. Da konnte auch Norbert Frucks Kumpel Gregor Grillemeier mit dem 2:4 nichts mehr daran ändern. Ein hochverdienter Heimsieg unter Flutlicht an einem nebligen Freitagabend. Mit einem "JAAAAAAA!" ist die Welt für mich wieder in Ordnung. Ein durchnässter Schlafanzug - scheiß drauf. Matschige Füße - stell' dich nicht so an. Drinnen wartet das Frühstück. Ein warmer Kaffee oder was man in diesem Alter auch immer zum Frühstück getrunken hat. Der Horror hat endlich ein Ende. Norbert Fruck wurde verdientermaßen ein Opfer von John Sinclair. Der 1. FC Kaiserslautern hat gewonnen, alles andere ist nur eine laue Erinnerung, nicht wert, überhaupt erwähnt zu werden. Frucke Nobbie wandelt sich in ein Stück Hefezopf mit Butter. Dazu Kaffee mit Bohnen der Marke Bongartz und Brummer, Neues und Briegel, Dusek und Riedl, Stabel und Wendt, Pirrung und Groh und so weiter und so fort.

So viel zu früher. Wisst ihr eigentlich, wie gut es euch heute geht? Ihr medial verwöhnten Muttersöhnchen. Samstags schulfrei - ihr Weicheier! Sky go oder wenigstens kicker Liveticker. Ihr wisst immer, wie es steht - ihr Warmduscher! Ein Frucke-Nobbie-Albtraum ist euch doch nicht einmal ein Grinsen wert. Dem Volksnetz sei Dank. Immer-zu-jederzeit-an-jedem-Ort-wissen-wie-es-steht. Könnt ihr verwöhnten Memmen euch vorstellen, im Urlaub ohne Sky go, Internet, Radio oder zumindest Videotext auf die Zeitung am nächsten Tag angewiesen zu sein? Und das unter Einbeziehung des Kalküls, verloren zu haben, eine Klatsche, einen Tritt in den A.rsch kassiert zu haben.

Standet ihr verwöhnten Sofafurzer des heutigen Fußball-an-jedem-Ort-zu-jeder-Zeit-Zeitalters schon einmal vor der Wahl Angebete-oder-FCK-Spiel-sehen? Nein? Was würdet ihr vorziehen? Einen FCK, den man überall sehen und wahrnehmen kann, der aber erfolglos durch die Niederungen der 2. Liga turnt. Oder einen FCK im Rampenlicht, der aber durch Widrigkeiten einer altersbeschränkten Rezeption gerne Albträume der Frucke-Nobbie-Art beschert? Da ich im Gegensatz zu euch beides erlebt habe bzw. erlebe, weiß ich LATÜRNICH die Antwort: Ich würde sogar Frucke-Nobbie als Kuscheltier in den Arm schließen, wenn ich nur diese Zeiten noch einmal durchleben dürfte, in denen der FCK alles andere als Zweitliga-Mittelmaß darbot. Selbst die Tatsache, abends ins Bett zu müssen ohne zu wissen, wie es ausgegangen ist, ist im Vergleich zu diesem Nichtwissen, wie es weitergeht, eine Wonne. Früher haben wir in den Sandhaufen gepisst, nur um zu beweisen, dass wir es können. Heute fragen wir uns, ob man das überhaupt darf. Ach, scheiß drauf, wie gerne hätte ich als einzige Sorge die Frage, ob morgen Samstag und Schule ist und wie ich erfahre, wie mein FCK am Freitagabend gespielt hat. Früher war halt doch alles besser ...


Cheers
Bahli


Auf der Couch lungert Frucke Nobbie, furzt uns in die Kissen und rülpst mit dem Kühlschrank um die Wette. Im Couch-Asyl auf Mauritius schafft es aber immer einer von uns pünklich, den Frucke-Nobbie-Horror zu durchbrechen und an einem Freitag ein normales Couching in den Äther zu treten - auch, wenn der Fußballgott nur noch eine halbe Mille pro Ausgabe springen lässt.

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You want it darker
We kill the flame

Leonard Cohen (1934-2016)
Die Couchingzone |#1916
17.02.2017 - 10:55 Uhr
Einsame Spitze.... ich konnte den, vom Regen durchnässten, Schlafanzug förmlich (wieder) spüren. Danke für diese Stück Nostalgie smile

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101% FCK!

Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche. (Gustav Mahler)

Dieser Beitrag wurde zuletzt von LosGeneralos am 17.02.2017 um 10:56 Uhr bearbeitet
Die Couchingzone |#1917
17.02.2017 - 12:31 Uhr
Wow, einfach nur Danke! Cool

Das Frühstücksgetränk hieß übrigens Caro-Kaffee und dazu gab es Nutella-Brote oder deren charakterlos-austauschbaren Zombies a'la "Käpt'n Nuss", "Nutoka" oder NussPli". Und wer ohne Radiorekorder Freitags um 21 Uhr ins Bett musste, verpasste halt auch haargenau die SWF 3 "LP-Hitparade", was Deinen defizitären Musikgeschmack erklärt. So etwas geht einem halt das ganze Leben lang nach...

Wobei ich zugeben muss, als Kind und Jugendlicher gar nicht mal sooo sehr mit dem FCK gebibbert zu haben. Man verfolgte das schon am Radio (und in der Sportschau), drückte auch die Daumen, aber mein Wohl und Wehe für die Woche hing da eher weniger dran. Ist heute sogar deutlich stärker bei mir ausgeprägt, was ich dem Diaspora-Effekt zuschreibe. Und wenn ich dann noch an die Schule selbst denke, sage ich ganz klar, dass HEUTE alles besser ist. Warmduscher, der ich bin. silent

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nginx
Die Couchingzone |#1918
17.02.2017 - 12:53 Uhr
Zitat von Newtrial
Und wenn ich dann noch an die Schule selbst denke, sage ich ganz klar, dass HEUTE alles besser ist. Warmduscher, der ich bin. silent

Das hat nix mit Warmduscher zu tun: Wir wurden von unserem Grundschullehrer noch an den Ohren gezogen, wenn wir nicht aufpassten sperrte man uns in die Besenkammer, der Dorfpfarrer, den wir in Reli hatten, warf nach uns mit seinem massiven Schlüsselbund und außerdem hatte ich später noch Horst Eckel als Lehrer.

Kein Wunder also, dass ich die perfekte Qualifikation für den Patenjob hier mitbringe. Ich bin durch und durch völlig verkorkst.

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Autoritäre Herrschaft braucht keine Superschurken, die sie von langer Hand planen. Sie ist schlichtweg die bequemste Art, Komplexität zu reduzieren.
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Das Leben ist die Schule, der Schmerz ist der Lehrer.

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Devil_till_Death am 17.02.2017 um 12:54 Uhr bearbeitet
Die Couchingzone |#1919
17.02.2017 - 12:54 Uhr
Letzte Woche Fremdschweiß und Bierpfützen, heute Regen und Matsch - wir gehen für den FCK durch alles...

Rot-weiße Grüße nach Mauritius!

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Nichts ersetzt die Romantik eines Flutlichtspiels im Regen... ...und siegen!!

Wir denken nur noch von Grätsche zu Grätsche!

Hate the Game, not the Player!
Die Couchingzone |#1920
23.02.2017 - 12:27 Uhr
Tja, Kollege Bahli. Die Smartphone-geschädigte Fan-Generation von heute wird diese Art von schaurig-schönem Psychoterror vermutlich gar nicht mehr wirklich nachvollziehen können. Wirklich schade. Ihr Leben wird durch die permanente Möglichkeit, sich fast immer und überall zu informieren, nicht so wirklich spannend. Es wird dadurch eher ein kleines bisschen ärmer. Finde zumindest ich. Aber ich bin ja halt auch schon ein ziemlich alter Sack.

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"And what can I tell you, my brother, my killer?
What can I possibly say?
I guess that I'll miss you. I guess, I'll forgive you.
I'm glad you stood in my way.
If you ever come by here for Jane or for me -
Well, your enemy's sleeping. And his woman is free.
Yes, and thanks for the trouble you took from her eyes.
I thought it was there for good - so I never tried."
(Leonard Cohen)
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