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Die Couchingzone

13.08.2010 - 13:19 Uhr
Die Couchingzone |#311
18.12.2011 - 12:12 Uhr
Weiß ich doch, ZKM. Und Co "Heidi" Prins hat ja auch auf einem hohen und stilistisch gepflegten Niveau gepienst. Bei uns im FCK ist eben alles auf hohem Niveau. Die Kolumnen, das Jammern, das Gaeblern... nur das Fußballspiel des FCK nicht.

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"And what can I tell you, my brother, my killer?
What can I possibly say?
I guess that I'll miss you. I guess, I'll forgive you.
I'm glad you stood in my way.
If you ever come by here for Jane or for me -
Well, your enemy's sleeping. And his woman is free.
Yes, and thanks for the trouble you took from her eyes.
I thought it was there for good - so I never tried."
(Leonard Cohen)
Die Couchingzone |#312
21.12.2011 - 12:22 Uhr
Jahrgang 2 – Ausgabe 21: Wer sie vorne nicht macht…


Unentschieden

Wenn man darüber nachdenkt scheint es gar nicht mehr so abwegig. Dabei habe ich schon ein Weilchen gebraucht um es zumindest nachvollziehen zu können. Aber halt. Fangen wir doch vorne an. Oder fast vorne. Von all den Spielen die in dieser Halbserie unentschieden endeten, hätte man zumindest mehr als die Hälfte gewinnen müssen, so die einhellige Meinung der Profis, geäußert zuletzt von Olcay Sahan, der ganz langsam in der ersten Liga ankommt, wie mir scheint. Aber, um den jungen Profi ein wenig aus dem Fokus zu nehmen, auch Trainer und Kapitän so wie die anderen Spieler, äußern sich in diese Richtung. Stellen wir uns also eine Frage: Warum spielen wir so oft mit Punkteteilung? Klar, da weiß der Fußballfreund in mir zu glänzen, weil wir vorne keine Tore schießen. Brauchen wir also einen Stürmer. Aber halt, stimmt das denn so überhaupt? Schaut man auf unsere Ergebnisse wird man schnell feststellen, dass unsere Hinrundenbilanz mit gerade mal dreizehn Treffern miserabel aussieht. Liegt also auf der Hand, unsere Stürmer treffen nicht. Bei der Suche nach der Ursache dafür teilt sich unser Lager in zwei Fraktionen. Die eine Seite vertritt die Auffassung unser Mittelfeld sei nicht in der Lage Chancen zu kreieren, die andere ist der Meinung, die Stürmer treffen nicht. Ich rechne mich da dem zweiten Lager zu. Denn der FCK sei derjenige Verein, so die Reporter des Fernsehsenders Sky, der am meisten Chancen für ein Tor benötige. Was ist also los mit Kouemaha und Co? Zunächst zu Kouemaha. Der hat in seiner Duisburger Zeit auch erst in der Rückrunde wirklich getroffen. Was durchaus Anlass zur Hoffnung gibt. So wie er aktuell vor dem Tor steht ist er aus meiner Sicht jedoch keine Verstärkung und ich glaube sogar, selbst Nemec, nicht eben ein Spieler der dem gegnerischen Torwart Albträume verursacht wenn er den Abschluss sucht, hätte bei der gleichen Einsatzzeit mehr Treffer gelandet als die „Dogge“ aus Brügge. Überhaupt überzeugt mich bei ihm weder die Chancenverwertung, noch seine Technik. Zum jetzigen Zeitpunkt wäre es aus meiner Sicht also schon beinahe fahrlässig, würde der Verein die Kaufoption für diesen Spieler ziehen. Wie schnell sich so etwas bei einem Stürmer allerdings ändern kann, haben nicht zuletzt die Beispiele von Mario Gomez oder um in unseren Reihen zu bleiben, Srdjan Lakic aufgezeigt. Die bisher gezeigte Leistung lässt aus meiner Sicht aber nur Raum für Hoffnung, nicht für Erwartung.


Unbezahlbar

Und Itay Shechter? Hat gezeigt, dass er mit der Handlungsgeschwindigkeit in der Bundesliga durchaus zurechtkommt. Aber er braucht Zeit. Das ist normal und man durfte das auch erwarten. Dass ein Spieler wie Shechter, für einen Verein in der finanziellen Situation des FCK tatsächlich den Königstransfer darstellt sollte klar sein, ist aber zugleich bedauerlich, da er auf diese Art schneller integriert werden muss. Aus meiner Sicht trotzdem kein Problem. Itay hat angedeutet, dass wir in absehbarer Zukunft viel Spaß an ihm haben könnten. Und die anderen? Welche anderen? Wir hätten da ja noch Micanski, Wooten und Derstroff. Ich räume ein, dass ich den einen oder anderen wegen des Mangels an Torgefährlichkeit der üblichen Verdächtigen gern mal gesehen hätte. Harmloser hätten die teilweise auch nicht spielen können. Leider scheint es Gründe zu geben die ich nicht nachvollziehen kann, die das verhindert haben. Egal. Ein neuer Stürmer muss also her. Erfahren, treffsicher eine echte Verstärkung eben. Das Problem: Alle Spieler die diesem Profil entsprechen, Lakic, Helmes, etc. sind für uns nicht bezahlbar. Wir schaffen es vermutlich nicht einmal, einen Spieler wie Moravek von der Schalker Bank bzw. Tribüne zu holen. Damit müssen wir uns abfinden. Dass wir wenigstens Amri verleihen können, hilft. Den gleichen Weg sollten wir mit Rivic gehen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der mit seinen Anlagen nicht für manchen Zweitligisten eine echte Verstärkung darstellt. Und wenn das so ist, wird er anschließend auch veräußerbar sein. Es wird uns nichts anderes übrig bleiben, wir werden uns auf die eine oder andere Art von Spielern trennen müssen in der Winterpause, denn wir brauchen auch neue. Wenn wir finanziell auf sicheres Terrain wollen, werden wir alles tun müssen um die Klasse zu halten. Das wissen nicht nur wir, sondern noch viel besser als wir, die Vorstandsetage. Es bleibt allerdings das aufgezeigte Problem: Wo kriegen wir einen Stürmer her, der zum Anforderungsprofil passt und den wir bezahlen können?


Ungefunden

Die Antwort darauf lautet: Vermutlich nirgendwo. Wie wir von unserer Vereinsführung bereits wissen, müssen wir in unserer Lage vor allem zwei Wege gehen. Einerseits müssen wir Perlen finden, die andere übersehen haben, wie zum Beispiel Fortounis. Andrerseits müssen wir weniger konventionell denken. Und genau das tut unsere Vereinsführung offenbar auch. Wenn andere nur die wenigen Treffer und die vielen Unentschieden betrachten, sieht unser Boss eben auch, dass das Lieblingsergebnis unserer Mannschaft ein zu eins lautet. Und das bedeutet eben auch immer einen Gegentreffer. Wenn wir auf diese Treffer schauen, so fallen die häufiger durch spektakuläre Patzer. Abel zuletzt gegen Hannover wäre ein gutes Beispiel. Aber auch Amedick. Und wie viele quasi Eigentore unser eigentlich bester Mann Rodnei in den letzten zwölf Monaten verursacht hat, kann man wohl gar nicht mehr zählen. Keiner der drei ist konstant in der Lage den Chef in der Innenverteidigung zu geben und Simunek billigt man offenbar noch eine gewisse Zeit zu, bis er es vielleicht wieder kann. Was liegt also näher, wenn man keinen Stürmer kaufen kann, als einen neuen Chef für die Verteidigung zu holen? Wenn man ständig eins zu eins spielt ist das eben der zweite Ansatzpunkt. Und so einen Spieler kann man leichter (billiger) bekommen, als das offensive Pendent. Deshalb werden wir aktuell offenbar mit Innenverteidigern in Verbindung gebracht. Denn so ergibt das Sinn. Was aber impliziert, dass uns auch ein Innenverteidiger verlassen wird in der Winterpause. Da alle drei gesunden Spieler ihre Zahl an Einsätzen haben, werden wir also vermutlich einen verlieren, der uns ans Herz gewachsen ist. Das ist der Preis. Und den sollten wir beruhigt zahlen, wenn wir in der Liga bleiben wollen. Hoffen wir also, dass Kuntz und Fehse einen vernünftigen Innenverteidiger finden mögen. Einer der auch in der Lage ist, den Laden dicht zu machen. Orban ist eine Option für die Zukunft. Der neue Mann darf das nicht sein. Wir brauchen einen Volltreffer – denn wie heißt es so treffend: Wer sie vorne nicht macht, der kriegt sie hinten.

Drücken wir also die Daumen. Nebenbei, Itay Shechter ist heute spielberechtigt. Und er sollte einen Volltreffer landen. Dann steigen seine Chancen wenn seine Sperre abgelaufen ist. Und mit den zusätzlichen Einnahmen steigen wiederum unsere Chancen, einen Treffer auf dem Transfermarkt zu landen. Daumen drücken ist also auch heute Abend angesagt. Aber das tun wir alle ja sowieso, oder?


Bis dahin.


Gruß Berti



In der Couchingzone befinden sich neben Berti und Bahli auch noch Kohlmeyer und Butduma. Die Kolumne erscheint spätestens jeweils Freitag um 12:23 Uhr oder an Spieltagen zur gleichen Zeit bei allen Pflichtspielen.

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Bertikoks - Transfermarkt since 2003. Originalmitgliedsnummer 1686. Keine anonyme Kritik: FCK MGLD 2151

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Bertikoks am 21.12.2011 um 12:37 Uhr bearbeitet
Die Couchingzone |#313
21.12.2011 - 14:00 Uhr
Das war noch mal ein Schmankerl, danke Berti ! :)

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RIP Durlacher, Ach soo...
Die Couchingzone |#314
21.12.2011 - 14:02 Uhr
Ich kann leider immer noch nicht bewerten.

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Temporarily not available.
Die Couchingzone |#315
29.12.2011 - 23:23 Uhr
Sehr schön! :)
Die Couchingzone |#316
30.12.2011 - 14:58 Uhr
ZKM,

ich danke dir vielmals für diese wunderbare lyrische Danksagung ans Couching. Und was die Langlebigkeit dieser Daseinsform betrifft, sollte dir klar sein, dass uns lange Verhandlungen bevorstehen - Geduld ist gefragt. Die Verträge von Berti und mir laufen im Sommer aus, Kohlmeyer und But haben Begehrlichkeiten bei der Konkurrenz geweckt. Wenn Spiegel und FAZ mit den Scheinen wedeln, wird kaum einer widerstehen können.

Aber vielleicht ist nach dieser Saison keine Steigerung mehr drin und wir verabschieden uns besser auf dem Höhepunkt unserer Kreativität. Wäre das nicht ein Angebot?

Cheers
Bahli

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You want it darker
We kill the flame

Leonard Cohen (1934-2016)
Die Couchingzone |#317
30.12.2011 - 15:01 Uhr
Warum gutes beenden? Hört mal auf immer von Steigerung zu sprechen, die ist überhaupt nicht nötig und auch kaum noch drin. ;)

Danke

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RIP Durlacher, Ach soo...
Die Couchingzone |#318
30.12.2011 - 19:02 Uhr
Moin Jungs!

Wisst ihr, wie man ios4 aufs ipad bekommt? Bin überfordert und die meisten Links im Internet sind entweder a) nur fürs Iphone gültig oder b) ich versteh die nicht.

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Martin Amedick.
Die Couchingzone |#319
30.12.2011 - 20:19 Uhr
-> Mist - das sollte ins Gebabbl :D

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Martin Amedick.
Die Couchingzone |#320
31.12.2011 - 11:28 Uhr
Jahrgang 2 - Ausgabe 22

DIE SACHE MIT DEM §19 - ODER: IHR KÖNNT MICH MAL



Zitat von RedDevil80:
Welche Verpflichtung? Bis jetzt hört man nix von einer Verpflichtung. Wahrscheinlich ist der auch zu teuer und wechselt zum KSC...  :angry  :angry




Vorwort


Der folgende Beitrag war eigentlich als Antwort gedacht. Als Beitrag im Thread zur "Bewertung der Vereinsentwicklung". Dann ist es der längste Beitrag geworden, den ich vermutlich überhaupt seit 2003 in diesem Forum geschrieben habe und damit irgendwie auch eine Art Sylvesterausgabe unserer "Couchingzone". Ich bringe ihn also heute an dieser Stelle einfach noch einmal - leicht verändert und etwas lesbarer gemacht - wenn ihr mir das nachsehen wollt und werde Deulux bitten den ursprünglichen Beitrag zu löschen.

Es begann damit, dass das Zweikampfmonster mich überreden wollte in dieser Frage Stellung zu beziehen, was ich ablehnte weil ich zu faul war, denn mir war klar, so ein Beitrag würde tatsächlich mit Arbeit verbunden sein. Schließlich sah ich mich gezwungen.


Zu Anfang dies

Nun gut, jetzt schreibe ich doch noch selber und unser lädiertes Zweikampfmonster bekommt seinen Willen. Könnte aber länger werden - weshalb ich zuerst versucht habe mich davor zu drücken. Aber irgendwie lasst ihr mir keine Wahl. Es sind Formulierungen wie diese, die mich beinahe zur Weißglut treiben - nimm das bitte nicht persönlich Manuautoacer, aber dein Halbsatz ist der auslösende Moment:

Zitat
Zur sportlichen Entwicklung muss man sagen, dass wir einigermaßen blauäugig in die Saison gingen (...)



Ich stell ihn mir gerade vor, diesen Herrn Kuntz, der vor sich hinpfeifend mit Marco Kurz ein Bier trinkt und beide zusammen überlegen, wie sie wohl am Ende der Saison die Meisterfeier gestalten wollen. Da kann man doch nur mit dem Kopf schütteln über soviel Naivität. Bei den Usern die solche Worte führen. Blödsinn wird nicht sinnvoller wenn man ihn nett formuliert. Und diese Tatsache wird dann ja auch schon im zweiten Teil des Satzes offensichtlich:

Zitat
(...) bzw. wir uns derzeit dort wiederfinden, wo wir hingehören.



"Nein!" werden uns die Fiktionen von Kuntz und Kurz nun entgegenrufen. "Das war alles ganz anders geplant! Wir wollten Meister werden, ehrlich! Niemand konnte wissen wo unsere geniale Kaderplanung denn hinführen würde, aber TheManuautoacer hat uns die Maske vom Gesicht gerissen. Was machen wir denn jetzt?"

Ende der Fiktion. Zurück in die Realität. Eine der Eigenschaften an unserer Vereinsführung die mich, nach dem Einsatz von Koryphäen wie dem Traumgespann Bauckhage-Rekdal, beinahe glücklich macht ist, dass sie eben ganz und gar nicht "blauäugig" agiert. Aber, der geneigte Leser weiß bereits was kommen mag, fangen wir doch vorne an. Manager neigen zu Euphemismen. So entstand dann wohl auch die Wortkreation vom "negativen Eigenkapital". Eigenkapital zu besitzen ist immer besser als nichts auf der Tasche zu haben, muss sich der Erfinder dieser geistreichen Kombination gedacht haben, als er seinem reichen Schwiegervater mitteilen sollte, dass er faktisch pleite war. Denn, so sagt das Wirtschaftslexikon, das negative Eigenkapital liege dann vor, wenn die Schulden eines Unternehmens dessen Vermögen überschreiten. Das nennt man dann auch "Unterbilanz". Tatsächlich müssen Aktiengesellschaften auf der Aktivseite der Bilanz meines Wissens die Sache klarer bezeichnen, nämlich als "Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag". Wenn ihr die Bedeutung dieser Worte ein wenig sacken lasst, dann wisst ihr auch (vielleicht zum ersten Mal) in welcher Lage sich der FCK aktuell eigentlich befindet. Und auch, dass es beinahe ein Wunder ist, dass wir überhaupt noch unter unserer Flagge Fußball spielen dürfen. Soviel zur Ausgangslage. 


Pleite

Wenn wir also eigentlich pleite sind, warum dürfen wir dann weitermachen? Nun ich bin kein Jurist, aber das hängst meines Erachtens mit drei Faktoren zusammen. Zum einen mit der Tatsache, dass im Vereinsrecht viele Dinge möglich sind, die das Unternehmensrecht so nicht zulässt und zum anderen, mit einer Gesetzesänderung aus dem Herbst 2008. Aber soweit wollen wir hier dann doch nicht gehen und beschränken uns auf Absatz 2, Satz 1 des  §19 der InsO (das meint die Insolvenzordnung). Da heißt es nämlich:

Zitat von §19 InsO (2) Satz 1:


Überschuldung liegt vor, wenn das Vermögen des Schuldners die bestehenden Verbindlichkeiten nicht mehr deckt, es sei denn, DIE FORTFÜHRUNG DES UNTERNEHMENS IST NACH DEN UMSTÄNDEN ÜBERWIEGEND WAHRSCHEINLICH.



Ihr seht schon, es ist der zweite Halbsatz um den es geht. Dieses Ding ist einer der Gründe, warum der FCK noch existiert. Während unsere beiden Fiktionen von Stefan Kuntz und Marco Kurz blauäugig die sichere Meisterfeier in der virtuellen Kneipe planen um von unseren Usern der Naivität überführt zu werden, dürfte dem echten Stefan Kuntz das Herz in die Hose gerutscht sein, als eine Überprüfung des Finanzamtes für die Jahre 2001 bis 2003 (so ich mich nicht irre) ergab, dass der "Sanierungsexperte" aus Basel da eine Kleinigkeit übersehen haben musste. 

Obwohl, wenn wir schon in Bildern schwelgen, drängt mir meine Phantasie da ein anderes auf. Eines in welchem ich mir Kuntz gerade als Käufer eines Gebrauchtwagens vorstelle der die Stoßstange verliert kaum, dass er vom Hof des Gebrauchtwagenhändlers "Der ehrliche Karlo" gerollt ist. Seis drum. Wir haben da noch ein paar Fragen abzuarbeiten. Zum Beispiel diese: Wo ist jetzt der Unterschied zu 2008? Waren wir da nicht auch pleite? Was haben denn der dämliche Kuntz und der noch dämlichere Ohlinger seitdem angestellt? Und was macht eigentlich dieser Grünewalt? 


Wie es begann

Na dann los. Als Kuntz den Vorstandsposten des gut aufgestellten Bundesligisten VfL Bochum aufgab, weil er sich mit Werner Altegoer überworfen hatte, sollte er im Sommer den Verein verlassen. Die ganze Branche war Kuntz gegenüber positiv eingestellt, weil er den Revierclub tatsächlich nach vorn gebracht hatte. Mit Angeboten war also zu rechnen. Dann aber die plötzliche Wendung. Niemand weiß so genau ob Kuntz eine Flasche Domestos zum Frühstück trank oder einfach nur in einem Anfall von Selbstüberschätzung meinte, dass er das auch noch irgendwie hinkriegen könne. Jedenfalls tauchte er überraschend als neuer Chef eines Chaosvereins auf dem Weg in die Bedeutungslosigkeit wieder auf. Dem FCK. Seinerzeit ein Sammelbecken für Verrückte, Gescheiterte, werdende Rentner, vermeintliche Alkoholiker und sonstige Irre. Manchmal auch alles in einer Person. Egal. Lassen wir den Grund dahingestellt und freuen uns einfach, dass es so war. Während der Zustand des "negativen Eigenkapitals" eher eine Art "technische Pleite" darstellt ist das Stadium der Zahlungsunfähigkeit, die Kuntz kurzzeitig beim FCK des Jahres 2008 zur Kenntnis nehmen musste, eine echte weil tatsächliche Pleite. Der FCK von damals war sportlich auf dem sicheren Weg in die dritte Liga - mit allen damit verbundenen Folgen. Vor allem aber mit dem faktischen Zusammenbruch der laufenden Erträge. 

Um die Lage dennoch günstig zu gestalten, hatten die Clowns die der FCK aus Gründen der humorvollen Außendarstellung in trostloser Lage mit der Unternehmensführung beauftragt hatte begonnen, sich zum Zwecke der Neuordnung der Erträge alter Sponsoren zu entledigen, indem sie sich mit ihnen überwarfen. Kuntz und der nicht zu unterschätzende Dr. Ohlinger, dem man an dieser Stelle wenigstens ein virtuelles Denkmal errichten sollte, standen also vor der kleinen Aufgabe, Kapital zu beschaffen um den laufenden Verpflichtungen (z.B. Gehälter) nachkommen zu können, den Abstieg möglichst zu vermeiden, Kapital zu beschaffen um eine mittelfristige Sicherung des Unternehmens möglich zu machen, den FCK sportlich zu konsolidieren um ihn dann ganz langsam wieder nach oben zu führen. Also alles das zu tun, was einem unglaublich leicht fällt, wenn man so gar kein Geld hat. Damit wagen wir mal einen kleinen Ausflug in den Kern der Blauäugigkeit, namentlich in die Transferpolitik des Vereins.



Wechselspiel

Glücklicherweise haben wir auch zu diesem Thema echte Experten hier im Forum. Sorry, dass es jetzt gerade einen alten Mitschreiber hier trifft, aber das Ding drängte sich ja förmlich auf. So fällt im Zusammenhang mit dem möglichen Transfer des polnischen Stürmertalents Swierczok folgender Satz:

Zitat von Schdolberhannes:
Was sollen wir mit dem?
Wir brauchen Spieler die uns jetzt weiterhelfen. Kaufen ja, aber direkt zur 2.Mannschaft abgeben, bzw. verleihen!



Genau. Wenigstens einer hat verstanden worum es beim FCK geht. Erinnert mich allerdings doch ein wenig an frühere Aussagen (anderer User!) bei den Transfers von Spielern wie Sidney Sam, Srdjan Lakic oder Rodnei. Kostprobe gefällig? Weil die Aussage willkürlich herausgegriffen ist, weil sie nicht aktuell ist und nicht zuletzt weil niemand, einschließlich des Autors dieser Zeilen, gern mit dem Geschreibsel von gestern konfrontiert wird wenn er ein wenig daneben lag, erlaube ich mir an dieser Stelle namenlos zu zitieren:

Zitat von Unbekannter Nummer 1:


Unnötig wie ein Kropf! :rolleyes 
Mögliche IV sind nun: Amedick, Damjanovic, Abel, Buchner, Rodnei, Kotysch, Coreira! Ouattara mal ausgelassen...

 


Erinnern wir uns also an die Ausgangslage beim Amtsantritt von Kuntz. Kein Geld. Keine guten aber dafür teure Spieler, sportlich im Eimer und ertragstechnisch betrachtet im Ar... ach lassen wir das. Dem damaligen Kader fehlte es nach Glanzpunkten wie Opara, Karadas, Pavlovic, Rundström, Dings & Bumms deren richtige Namen ich jetzt vergessen habe, vor allem an Stürmern. Da holt man also - richtig - Abwehrspieler. Schauen wir also im Detail auf den Sommer 2008.


Wechselspiele I

Es verließen uns, je nach Sichtweise bis zu vierzehn Spieler, allen voran der teure Matthieu Béda, der sich anschickte bei 1860 München weiter an einem kapitalen Karriereknick zu arbeiten, bis auch dort auffiel, dass Leistung und Gehalt eine kleine Differenz aufwiesen. Mittlerweile hat er sich beim FC Zürich in der ersten Schweizer Liga wieder gefangen und ist Stammspieler. In der Schweiz. Vielleicht nicht ganz die Karriere die sich der ehemalige französische Jugendnationalspieler so vorgestellt hat, aber durchaus solide im Vergleich zu dem einen oder anderen Mitstreiter dieser Tage, wie ich finde. Dass Béda es für nötig hielt, nach seinem Wechsel zum Verein mit der besseren "sportlichen Perspektive" noch ordentlich gegen den FCK, der nicht zu seinen Konditionen mit ihm verlängern wollte nachzutreten, lassen wir hier mal unberücksichtigt, aber eben auch nicht unerwähnt. Ausnahmespieler wie Runström, Opara oder Weigelt, deren Sterne noch heute in den Ruhmeshallen des Fußballs nicht zu finden sind, lassen wir ganz außer Beachtung und widmen uns sogleich dem ersten Mysterium der Kuntz'schen Transfergeschichte am Betzenberg. Plötzlich und zu aller Überraschung, wurde Sven Müller, der in der Hinrunde der ersten Saison der zweiten Liga unter Wolfgang Wolf noch Teil der herausragenden rechten Seite gewesen war, in die zweite Mannschaft abgeschoben. Heute kennt der Autor dieser Zeilen die vermeintliche Antwort auf die vielfach gestellte Frage: 

"Warum findet sich für einen ehemaligen Bundesligaspieler, der bereits nachgewiesen hat, dass er in der zweiten Liga für einige Vereine eine Verstärkung darstellt, denn gar kein Abnehmer?"

Das lag vor allem daran, dass gute Zweitligaspieler, die mal in der ersten Bundesliga gespielt haben, nirgendwo so verdienen, als seien sie noch in der ersten Bundesliga, es sei denn, ihr ahnt es schon, sie sind beim FCK jener Tage beschäftigt. Wer den Spieler geholt hat und wer den Vertrag ausgehandelt hat, erwähne ich lieber nicht. Stattdessen werfen wir großherzig einen Mantel des Schweigens über diese Zeit, weinen den bedauerlichen Abgängen von Christopher Lamprecht und Victoras Iacob keine unnötigen Tränen nach und widmen uns den Einkäufen. 

Da kamen für einen Nettobetrag von 1.650.000 € (mit "netto" ist die Summe der Ausgaben nach Abzug der Einnahmen aus Spielertransfers gemeint 2008 => 135.000 €) je nach Sichtweise, fünfzehn neue Spieler zum Betzenberg. Ohne wohlklingende Namen wie Rhegecampf (den ich nie richtig schreiben konnte), Abel und Florian Dick, die alle ablösefrei kamen unerwähnt zu lassen - auch Kevin Trapp wurde erstmals dem Kader zugeordnet - verteilte sich die Hauptinvestition auf vier Spieler: 

Martin Amedick (450 TDE) 
Jiri Bilek (425 TDE erst in der Winterpause)
Srdjan Lakic (400 TDE)
Anel Dzaka (300 TDE)

Während uns für Martin Amedick von Seiten des BVB freundlicherweise Ratenzahlung eingeräumt wurde, kam Bilek auf Empfehlung von Miroslav Kadlec in der Winterpause. Finanziert mit den Erlösen aus einem kostenlosen Freundschaftsspiel des FC Bayern am Betzenberg. Bei der Gelegenheit: Danke FC Bayern! Dass ausgerechnet er das Opfer einer Machtprobe zwischen Sasic und Kuntz werden sollte deren Ausgang allseits bekannt ist, konnte natürlich niemand wissen. Dass dieser Lakic ein Volltreffer war wird ebenfalls niemand bestreiten. Bleibt Anel Dzaka. Er war ein absoluter Wunschspieler von Milan Sasic und zu diesem Zeitpunkt einer der besseren kreativen Mittelfeldspieler der zweiten Bundesliga. Er ist gescheitert und war, weil man einen Spieler mit ordentlicher Perspektive nicht mit sportlichen Verlockungen zum Fastabsteiger und Chaosclub FCK holt, am Ende aus zwei Gründen schwer transferierbar: Erstens verdiente er bei uns gut (wenn auch nicht herausragend) und zweitens hatte seine Leistungskurve den Zenit bereits deutlich überschritten. Also ging er den Weg von Sven Müller, damit man den Verlust wenigstens steuerlich geltend machen könnte. Das erleichterte den Transfer ebenfalls nicht. Zu seiner Ehrenrettung sei allerdings gesagt, dass Kuntz ihm immer bescheinigte "sich richtig reinzuhängen" um auch wirklich woanders unterzukommen. Es funktionierte halt nicht. Der erste kostenpflichtige Fehlgriff der beginnenden Ära Kuntz war also gefunden. Wenn man den mit den erfolgreichen Transfers (kostenpflichtig) vergleicht, ist das aber locker verschmerzbar. Anders gesagt, die Bilanz des ersten Transferjahres ziert ein herausragendes Ergebnis.


Eingestreut: Das Ende von Milan Sasic und Slomka

Schauen wir also wie es ein Jahr später weiterging. Aber halt. Da war doch was. Genau. Sasic entlassen. Grund bekannt. Lange quälte uns Kuntz, bis er schließlich Kurz präsentierte. Zwischenzeitlich hatte er unendlich viele Gespräche in einem völlig abgedrehten "Trainersommer" geführt. Plötzlich suchte ein ganzes Rudel von Vereinen neue Übungsleiter. Nicht eben günstig fürs Verhandlungsklima. So sprach er unter anderem mit dem Langzeitarbeitslosen Slomka, aber der wollte trotz persönlich längerer Beschäftigungslosigkeit auch in der zweiten Liga mehr als eine Million Euro. Und ihr erinnert euch, da war doch gerade diese Geschichte mit der Zahlungsunfähigkeit und dann die mit dem ominösen §19 InsO, obwohl der eigentlich erst noch kommen würde. Also abgehakt. Als Kuntz den Herrn Kurz präsentierte, vermeinte der Autor zu bemerken, dass sein Lieblingsvorstandsvorsitzender seit den Tagen von Norbert Thines, wohl kurzfristig den Verstand verloren habe. Heute weiß der kleine Berti natürlich, dass es ihm, ganz in alter Vereinstradition, einfach selbst an "Durchblick mangelte". 


Wechselspiele II

Also 2009. Eigentlich gab es keine nenneswerten Ausgaben, sieht man mal von der Verlängerung der Leihe für Sidney Sam und dem Beginn des kuriosen und verwickelten Deals rund um die Verpflichtung von Ivo Ilicevic ab (endgültig erst ein Jahr später), kamen mit Nemec (100 TDE) und Schulz von Hannover (auch 100 TDE) nur zwei wirklich abzulösende Spieler. Beide, auch Schulz (bis zu seiner Verletzung ja fast Stammkraft), waren ihr Geld wert. Abgesehen davon wurde noch die Leihgebür für einen gewissen Rodnei fällig, für den der FCK sogar eine Kaufoption aushandeln konnte. Der Rest waren Nachwuchsspieler und Talente unter denen sich, neben anderen, übrigens auch Pierre De Wit befand. Die Leihgebühr für Daniel Pavlovic findet in unserer Datenbank leider keine Berücksichtigung, aber sie dürfte kaum Kopf und Kragen des FCK gekostet haben.

Mit Mandjek verließ uns hingegen nur ein Spieler, den die Vereinsführung gern gehalten hätte, der aber unsere Möglichkeiten überstieg. Vor allem war die Ablöseforderung des VfB Stuttgart für uns zu hoch. Allerdings wussten schon damals viele User bei uns, spätestens beim Abgang von Demai, der zum vermeintlich sicheren Aufstiegskandidaten Aachen wechselte und uns ins Verderben schießen würde, dass Kuntz keine Ahnung von Transferpolitik zu haben scheint, obwohl ihm zuvor ein paar Glückstreffer gelungen waren. Leider ist der Thread von damals offenbar nicht mehr vorhanden. Es hätte mir durchaus Spaß gemacht ein sinniges Zitat zu liefern.

Kommen wir also in die Neuzeit. Denn gerade da hat Kuntz ja bewiesen, dass er ein netter Kerl ist, aber eigentlich gar keinen Plan vom Fußball hat. Frisch konsolidiert, nicht ahnend, dass im Herbst die neue Steuerbombe aus der Abteilung Jäggi zünden wird, geht die naive Vereinsführung das Abenteuer Bundesliga an und verpflichtet zu diesem Zweck neue Spieler für insgesamt 4.500.000 Euro. Du meine Güte. Der Kuntz hat sie ja nicht mehr alle. Und fast nur Pfeifen! Der Königstransfer damals war ein Abwehrspieler: Jan Simunek, dreiundzwanzig Jahre alt. Ein beim "Fass-ohne-Boden-ist-aber-völlig-egal-weil-VW-zahlt-alles" Verein aus der Braunschweiger Nachbarstadt aufs Abstellgleis geratener Innenverteidiger - der schon den schönen Titel "Deutscher Meister" in der Vita führen darf - kommt für drei Millionen, ach nein, 850.000 €. Dass der sich anschließend im ersten echten Kick von uns beinahe das Karriereende einhandeln würde, konnte nicht mal der  negativste Transfermarktuser vorhersehen. Glaube ich zumindest. Abweichende Meinungen bitte zusammen mit der Prognose der nächsten Lottozahlen via PN an mich. Wenn die Lottozahlen stimmen, werde ich den Absender als Propheten feiern! Garantiert. Diesem Transfer folgten zwei Spieler der 800.000€ Klasse (Jessen und Rivic) sowie Micanski, Ilicevic und ein gewisser Rodnei die endgültig gekauft wurden (siehe oben). Die Leihgebühren für  Herrn Hoffer (350 TDE) und Jan Moravek (150 TDE) sollen ebenfalls nicht unerwähnt bleiben. Der häufig als Beleg genannte Amri kam übrigens ablösefrei, genau wie ein Spieler aus der zweiten Liga mit Namen Christian Tiffert. So gesehen fallen aus meiner Sicht nur Rivic, dessen Sternstunde in Nürnberg nicht dauerhaft fehlenden Trainingsfleiß ersetzen konnte, und Micanski, dessen Werdegang mir ein ewiges Rätsel bleibt als "echte" Fehleinkäufe ins Gewicht. Allein der Transfer von Tiffert wiegt das aus meiner Sicht aber locker auf.


Das kleine Buch

Das wir im vergangene Sommer Spieler wie Lakic, Moravek, Hoffer und Hlousek ablösefrei und Ilicevic gegen Transfererlös ziehen lassen mussten, ist bitter. Aber es hat möglicherweise etwas mit dem schon erwähnten wunderlichen §19 zu tun, dessen Bedeutung wir uns ja weiter oben in diesem Text bereits erschlossen haben. Zur Untermalung der Tatsachen eine kleine Anekdote am Rande: Kuntz hatte sich wohl im Herbst des vergangenen Jahres in den Kopf gesetzt, trotz eigentlich recht ungünstiger Rahmenbedingungen, den Spieler Lakic beim FCK zu halten. Zu diesem Zweck ging er den Weg amerikanischer Präsidentschaftskandidaten und legte ein kleines Büchlein an, indem er Namen und Summen möglicher Geldgeber vermerkte. Er wurde nicht müde, diverse Sponsoren, Freunde und Gönner zu fragen, ob sie nicht bereit wären, mit der Übernahme eines Teils des zukünftigen Gehaltes zu helfen, Srdjan Lakic am Betzenberg zu halten. Als er nach längeren Bemühungen dann während des Vertragsgespräches mit Lakic jedoch die Summe hörte die VW Wolfsburg via Managementkönig Dieter Hoeneß dem guten Srdjan als Jahresentlohnung anbot, habe er verschämt das kleine Büchlein wieder in der Tasche verschwinden lassen, so unser Chef in einem Interview. Interne Quellen wollten später wissen, es hätte sich eine Summe von 1.500.000 Euro für Lakic darin gefunden. VW hingegen habe unserem kroatischen Sturmführer mit Prämien rund 5.000.000 Euro geboten. Da blieb nur, Lakic eine gute Reise zu wünschen. Nebenbei gesagt, ich hätte das Geld von VW auch genommen, aber leider wollen die mich nicht. 

Unser Königstransfer aus diesem Sommer heißt Itay Shechter, der für 2.500.000 € aus Israel zum FCK wechselte, zusammen mit seinem Freund Vermouth (750 TDE). Er hat aus meiner Sicht durchaus gezeigt, dass er Potential hat. Die Umstellung auf die Trainingsmühle Bundesliga, hat den lockeren Shechter allerdings schmal gemacht, am Ende seiner ersten Halbserie. Schaut einfach auf seine Figur, dann könnt ihr sehen, dass die Belastung ihren Tribut gefordert hat. Gil Vermouth hingegen, in der Vorbereitung verletzt, hat sie noch gar nicht geschafft. Beide als Fehlkäufe einzuschätzen ist augenblicklich gar nicht möglich. Shechter beginnt zu kommen, Vermouth ist, nicht nur nach Aussage von Israel Experte Yakat, deutlich teurer verkäuflich als "nur" zum Einkaufspreis. Ich persönlich würde mir aber wünschen, dass wir den erstmal sehen, wie er nach einer kompletten Vorbereitung im 4-4-2 aussieht, bevor wir ihn wieder ziehen lassen. Möglicherweise haben wir da nämlich unseren eigenen Moravek bereits fest unter Vertrag. Und damit kommen wir zum System.


Systematisch betrachtet

Wenn wir also bis hierher nachgewiesen haben, dass schon Stefan Kuntz eine echte Zumutung für den Verein darstellt, kommen wir jetzt zum wirklich Blinden mit Führungsverantwortung. Keine Ahnung von Training, keinen Dunst von Taktik und mit Worthülsen ohne Ende um sich werfend. Dieser Mann lässt zudem nur seine persönlichen Lieblinge spielen: Marco Kurz. 

Dessen erklärtes Wunschsystem ist übrigens ein 4-4-2. Ja warum lässt er es dann denn nicht spielen? Nun, zum einen hatten er und sein naiver Boss nicht vorhergesehen, dass der gewünschte Sturmpartner von Shechter vom Kirschbaum fällt und zum anderen nicht mit einem dicken Angebot für Vorlagengeber Ilicevic (=> siehe auch: §19 InsO) am Ende der Transferperiode gerechnet. Also umstellen. In der Winterpause mit mehr Ruhe und weniger Panik einen Personalwechsel vornehmen und dann den zweiten Anlauf wagen. Wenn ich so auf die Tabelle schaue, hat das sogar ganz gut funktioniert. Denn während die Fiktionen von Kuntz und Kurz, mittlerweile angetrunken, in der Kneipe sitzen und planen die Beatles für die Meisterfeier auf Vereinskosten wieder zu vereinen, haben die realen Vorbilder eigentlich immer nur folgendes Saisonziel ausgegeben: Überleben. Irgendwie. Das wird schwer genug. Also, so überraschend kommt das jetzt dann doch nicht, oder? Kurz ist übrigens der Trainer, der am häufigsten die Startaufstellung ändert, weshalb der Vorwurf mit den angeblichen Lieblingen auch nicht wirklich zieht. Deshalb jüngst erhoben nun das Gegenteil: Der blinde Trainer wechsele so häufig die Formation, dass diese sich gar nicht einspielen könne. Er solle doch mal endlich auf eine feste Stammformation setzen. Man dreht sich halt alles so, wie man es gerade braucht.


Zuviel des Guten?

Kommen wir zur Kadergröße. Warum brauchen wir so viele Spieler? Nun die Antwort ist einfach. Brauchen wir eigentlich nicht. Ziel der Planung ist ein Grundstamm von jeweils doppelt, möglichst qualitativ vergleichbar, besetzten Positionen. Macht also zweiundzwanzig Spieler. Da man immer einen drittenTorwart plant, sind das demnach dreiundzwanzig Mann im Kader. Dazu sollen drei bis sechs Talente (Nachwuchsspieler oder Verpflichtungen ohne große Kosten) mittrainieren, um auf diesem Wege das ein oder andere Juwel, okay sagen wir Goldstück, zu finden. Sind also im Mittel rund achtundzwanzig Spieler. Wenn man einen holen kann, der wenig kostet, von dem man sich aber etwas verspricht, wie zum Beispiel den Brasilianer Lucas, dann holt man ihn eben, auch wenn man eigentlich keinen Kaderplatz frei hat. Lucas verdient dabei eine Art Butterbrot bei uns. Um das klar zu stellen. Wir haben also im Moment eigentlich drei Mannschaften. Eine 1a) eine 1b) und die zweite Mannschaft. Klar jetzt? 

Bis hierher mag ich es für heute gut sein lassen, obwohl noch viel zu sagen wäre, zum Beipiel zur Arbeit von Fritz Grünewalt und zur Besetzung der Posten innerhalb der Vereinsstruktur, aber ich werde langsam müde. Ein Zwischenfazit sei mir dennoch erlaubt: 

Unter Berücksichtigung der Lage in der sich der FCK befand als Kuntz kam und jener heben Rückschläge die unser aktueller Vorstand nicht zu verantworten hat, die aber trotzdem zwischenzeitlich eintraten, ist es ein WUNDER und immer wieder nur ein WUNDER wo wir heute stehen und ihr solltet unserer Vereinsführung jeden Tag auf Knien danken, dass es den ruhmreichen 1.FC Kaiserslautern überhaupt noch gibt. Den hätten wir nämlich fast neben Fritz Walter beerdigen müssen. Ein unfassbares WUNDER eigentlich. Und wer das nicht glauben mag, der sollte sich neben den fiktionalen Kuntz in die Kneipe setzen und sich das letzte bißchen Verstand aus der Murmel saufen. Dann schreibt er wenigstens nicht mehr hier.

Ansonsten wünsche ich einen guten Rutsch in ein gutes FCK Jahr. Und nicht vergessen: Wir brauchen kein Glück - wir haben Fortounis!

In diesem Sinne.

Gruß Berti



In der Couchingzone befinden sich neben Berti und Bahli auch noch Kohlmeyer und Butduma. Die Kolumne erscheint spätestens jeweils Freitag um 12:00 Uhr oder an Spieltagen zur gleichen Zeit bei allen Pflichtspielen und dient manchmal zur Zweitverwertung längerer Beiträge ihrer Autoren - zumindest an Sylvester.

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Bertikoks - Transfermarkt since 2003. Originalmitgliedsnummer 1686. Keine anonyme Kritik: FCK MGLD 2151
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