Die Couchingzone
13.08.2010 - 13:19 Uhr
12.08.2016 - 11:45 Uhr
Ein "lesenswert" alleine reicht hier nicht....absolut geil, Butduma!
12.08.2016 - 15:29 Uhr
Zitat von Lullaby
Hammer! Ich wette, der Autor hat leistungssteigernde Mittel genommen. Vermutlich aus der Region um Bordeaux.
Beste Grüße
Lullaby
Hammer! Ich wette, der Autor hat leistungssteigernde Mittel genommen. Vermutlich aus der Region um Bordeaux.
Beste Grüße
Lullaby
Nee scheiße, ich befürchte, dass der Autor von Frauen in Bärenfell nur das zur Verfügung hatte, was im Kühlschrank neben der Couch steht. Die in Flaschen gepressten Trauben wurden beim letzten NADA-Termin nicht beanstandet.
Trotzdem bleibt der Verdacht, dass jemand der Sätze wie "Doping, die Geisel der modernen Sportwelt. Durch Doping werden Schwimmer zu Jet-Skis, Sprinter zu Motorrädern und Frauen zu Bären" einfach mal so locker raushaut, nicht sauber sein kann ...
Großes Couching!
Danke
Bahli
19.08.2016 - 09:45 Uhr
Jahrgang 7 - Ausgabe 3
They're Leaving Home
Von Bahli
Die Szenerie. Links eine rot-weiß gestreifte Couch, rechts daneben ein komplett überbordender Kühlschrank Marke "Geht nur Bier rein". Irgendjemand - wahrscheinlich laudere - hat wohl in grenzenloser Langeweile versucht, auch diesem Monster einen rot-weißen Anstrich zu verpassen. Mit mäßigem Erfolg. Sitzt man auf der Couch, hat man einen guten Blick auf den Fernseher Marke "Ist nur HD, wenn du deine Brille aufsetzt", der vorne am Fenster steht. Aber da der Blick von der Couch seit Jahren mehr oder weniger nach innen geht, interessiert der Fernseher nur am Rande.
Einige werden sich jetzt wundern, warum sich der Bahli hinstellt und Internas ausplaudert. Und dann auch noch Couchinginternas. Ganz einfach, in Zeiten, in denen jeder weiß, wann die Nachbarin im viel zu kurzen Seidennegligee auf dem Balkon bügelt, der Bäcker in der Nacht beim Backen den zehnten Furz direkt nach dem Brezeldrehen setzt und Fußballfans schon bevor ein Transfergerücht auftaucht, wissen, dass dieses Gerücht ja gar nicht realistisch ist. Da will sich auch der Bahli nicht lumpen lassen und macht ein Selfie von sich und der Couch während er sich das nächste Bier aus dem Kühlschrank greift.
Bahli setzt sich mit dem Bier auf die bis dato noch leere Couch und sinniert. Es muss im Mai des Jahres 2010 gewesen sein, da trafen sich nach dem Spiel gegen den FC Augsburg drei FCK-Fans mit dem Ziel, eine mehr oder weniger gut strukturierte Kolumne irgendwie in ein einigermaßen modernes System zu verfrachten. Sie entschieden sich für ein 4-1-4-1 - vier Kolumnisten, eine Couch, vier Bier und ein Output pro Woche. Viele mögen jetzt denken, total antiquierte Kacke, ein 4-4-2 wäre effektiver gewesen. Für was braucht ihr eine Couch? Und zwei Ergüsse pro Woche ist deutlich nachhaltiger. Aber die Egoisten Bertikoks, Kohlmeyer und bahli77 scherten sich einen Dreck um andere Meinungen und machten sich auf die Suche nach dem vierten Schreiber und einer Einrichtung, die die Kreativität stärkt.
Das wichtigste Inventar - eine Couch und ein Kühlschrank - war schnell angeschafft. Übrigens sollte genau an dieser Stelle angemerkt werden, dass der Begriff "Couchingzone" aus dem Kopp des Kollegen Kohlmeyer stammt. Allerdings will niemand wissen, was man da drin noch so alles findet. Ähnlich geräumig wie Kohlmeyers Speicher stellte sich allerdings auch die Couchingzone dar. Drei Mann auf diesem Riesensofa wirkten wie Klicker im Fünfmeterraum. Aber wie die Jungfrau mit dem Kinde wurde die Couch mit 100 Kubikmeter schillernder Lewwerworschd-Ästhetik in Form des bärigen Butduma belohnt. In der Fußballersprache würde man diesen Umstand in etwa mit dem Satz "Carramba, die chancenversenkende Defensivstürmerzehn will einen Rentenvertrag" umschreiben. Oder aus einer Dreier- wurde eine moderne Viererkette.
Die Couch wuchs mit den Jahren in die Breite - ähnlich wie die, die drauf saßen. Aber wie im realen Fußball auch, wurde die Couch zum beruflichen Sprungbrett. Das Zweikampfmonster wechselte nach Luxemburg, um einen perfekt dotierten Ehevertrag zu unterschreiben. Bei running-man vereinbarten beide Seiten Stillschweigen, als aber das Gehalt durchsickerte, schwieg man vor lauter Erstaunen wirklich still. Nur um laudere ranken sich wilde Gerüchte, er hätte die argentinische Staatsbürgerschaft angenommen und würde nun den Vatikan auf den Kopf stellen. Und das alles nur, weil er damals dem Fußballgott in die Fresse gehauen hat. Gut, jeder wie er mag. Die Couch war und ist weltoffen, ein wenig sinister aber jederzeit tolerant.
Danach stießen Newtrial, Vic Dorn und Devil_till_Death zum Team. Und ja verdammt, die Leere, die die oben genannten Abgänge hinterließen, wurde vollgestopft mit neuen Ideen, neuen Wegen und durchaus kuriosen Selbstversuchen - man erinnere sich an rebellierende Stammhirne, den kastrierten Pisa-Boy oder den Gelegenheitsdjango, der zu den Reichen und Schönen gehören wollte. Was Bahli damit sagen will, die Couch dampfte quasi in neuem Saft.
Doch dann zu Beginn der Saison 2016/17 kamen die Hiobsbotschaften, die die Couch in ihren Grundfesten erschütterte. Dass Couchisten irgendwann und irgendwie die Zeit fehlte, zur Unterhaltung der Forumsmannschaft beizutragen, war zwar traurig, aber irgendwie verständlich. Dass aber jemand der Urbesatzung die Couch verlässt, war dann doch eine wirklich schwer zu verdauende Botschaft. Und das auch noch in doppelter Hinsicht. Und Bahli will jetzt nicht lange um den dicken heißen Brei herumstottern, sondern an dieser Stelle den wirklich außerordentlich geschätzten Kollegen Bertikoks und Kohlmeyer mit auf den Weg geben: Jungs, was ihr hier jahrelang zum Besten gegeben habt, war nicht nur schwer unterhaltsam, das war stellenweise auch richtig brillant. Ihr zwei werdet der Couch richtig fehlen! Und dem Bahli zum Kuckuck werden da auch schnell die Augen feucht, wenn er diese zwei leeren Stellen auf der Couch sieht, wo einstmals große FCK-Geister saßen und ein Bier nach dem anderen kippten.
Die auf ein Quintett reduzierte Couchbesatzung musste natürlich reagieren und darf sich auch schon über den ersten Neuzugang freuen. In der Hinrunde wird der Kollege Hegermeister mit auf der Couch Platz nehmen und sein Couchingdebüt geben. Und vielleicht findet sich auf der Couch dann auch wieder eine mahnende und offene Stimme, wie Berti eine war. Wenn wir Glück haben, darf der Ex-Hoffenheimer und jetzige Bullensheriff Ralle auch wieder einmal ein dröhnendes "F.ick dich, Rangnick!" an seine Birne gedroschen bekommen. Der Bahli ist sich übrigens sicher, dass Ralf Rangnick ein begeisterter Couchingleser wäre, wenn man dort nur ein bisschen sachlicher und fairer mit seiner Person umgehen würde.
Und wie es der Zufall will, hat der Bahli 1967 (also kurz nach seiner Geburt) einen Song geschrieben, der das, was fast 50 Jahre später passiert, quasi vorwegnahm. Für alle, die es interessiert, der Song stammt von seinem Hitalbum "Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band":
Wednesday morning at five o'clock
As the day begins
Silently closing the living room door
Leaving the note that they hoped would say more
They go down the stairs to the kitchen
Clutching the handkerchiefs
Quietly turning the backdoor key
Stepping outside, they are free
They're ... (we gave her most of our lives)
Leaving (sacrified most of our lives)
Home (we gave them everything money could buy)
Vic snores as Devil gets into his dressing gown
Picks up the letter that's lying there
Standing alone at the top of the stairs
Butduma breaks down and cries to Newtrial
Friends, our babies are gone.
Why would they treat us so thoughtlessly?
How could they do this to us?
They're (we never thought of ourselves)
Leaving (never a thought for ourselves)
Home (we struggled hard all our lives to get by)
They are leaving home, after living the couch, for so many years
Friday morning, at nine o'clock
They are far away
Waiting to keep the appointments they made
Greeting a man from the Motortrade
They're (what did we do that was wrong)
Having (we didn't know it was wrong)
Fun (fun is the one thing that money can't buy)
Something inside, that was always denied
for so many years
They're leaving home
Der Bahli weiß sehr wohl, dass dieses Couching sicherlich nicht für jeden das darstellt, was er von einem Freitagscouching erwartet. Doch war es ihm sehr sehr wichtig, die beiden langjährigen Mitcouchisten Berti und Kohlmeyer hier angemessen zu verabschieden. Fußball wird natürlich auch weiterhin gespielt, wenn auch "nur" im Pokal an diesem Wochenende. Trotzdem darf man als FCK-Fan gespannt sein, wie sich Kaiserslautern im dritten Saisonspiel präsentiert.
Cheers
Bahli
Auf der Couch sitzen, heißt Bier trinken, Musik hören und kreativ sein. Ab sofort übernehmen Butduma, Devil_till_Death, Hegermeister, Newtrial, Vic Dorn und Bahli diese Aufgaben. Und wie gewohnt wird sich freitags einer finden, der der einen feuchtfröhlichen Couchingfurz in den Äther bläst ...
Übrigens hat Kollege Kohlmeyer zwar keine Couch mehr, dafür einen spektakulären Hochsitz, mit dem er den Berg im Auge behält. Wer immer Lust hat, sollte beim FCK-Blogwart unter www.fck-blogwart.de vorbeischauen.
They're Leaving Home
Von Bahli
Die Szenerie. Links eine rot-weiß gestreifte Couch, rechts daneben ein komplett überbordender Kühlschrank Marke "Geht nur Bier rein". Irgendjemand - wahrscheinlich laudere - hat wohl in grenzenloser Langeweile versucht, auch diesem Monster einen rot-weißen Anstrich zu verpassen. Mit mäßigem Erfolg. Sitzt man auf der Couch, hat man einen guten Blick auf den Fernseher Marke "Ist nur HD, wenn du deine Brille aufsetzt", der vorne am Fenster steht. Aber da der Blick von der Couch seit Jahren mehr oder weniger nach innen geht, interessiert der Fernseher nur am Rande.
Einige werden sich jetzt wundern, warum sich der Bahli hinstellt und Internas ausplaudert. Und dann auch noch Couchinginternas. Ganz einfach, in Zeiten, in denen jeder weiß, wann die Nachbarin im viel zu kurzen Seidennegligee auf dem Balkon bügelt, der Bäcker in der Nacht beim Backen den zehnten Furz direkt nach dem Brezeldrehen setzt und Fußballfans schon bevor ein Transfergerücht auftaucht, wissen, dass dieses Gerücht ja gar nicht realistisch ist. Da will sich auch der Bahli nicht lumpen lassen und macht ein Selfie von sich und der Couch während er sich das nächste Bier aus dem Kühlschrank greift.
Bahli setzt sich mit dem Bier auf die bis dato noch leere Couch und sinniert. Es muss im Mai des Jahres 2010 gewesen sein, da trafen sich nach dem Spiel gegen den FC Augsburg drei FCK-Fans mit dem Ziel, eine mehr oder weniger gut strukturierte Kolumne irgendwie in ein einigermaßen modernes System zu verfrachten. Sie entschieden sich für ein 4-1-4-1 - vier Kolumnisten, eine Couch, vier Bier und ein Output pro Woche. Viele mögen jetzt denken, total antiquierte Kacke, ein 4-4-2 wäre effektiver gewesen. Für was braucht ihr eine Couch? Und zwei Ergüsse pro Woche ist deutlich nachhaltiger. Aber die Egoisten Bertikoks, Kohlmeyer und bahli77 scherten sich einen Dreck um andere Meinungen und machten sich auf die Suche nach dem vierten Schreiber und einer Einrichtung, die die Kreativität stärkt.
Das wichtigste Inventar - eine Couch und ein Kühlschrank - war schnell angeschafft. Übrigens sollte genau an dieser Stelle angemerkt werden, dass der Begriff "Couchingzone" aus dem Kopp des Kollegen Kohlmeyer stammt. Allerdings will niemand wissen, was man da drin noch so alles findet. Ähnlich geräumig wie Kohlmeyers Speicher stellte sich allerdings auch die Couchingzone dar. Drei Mann auf diesem Riesensofa wirkten wie Klicker im Fünfmeterraum. Aber wie die Jungfrau mit dem Kinde wurde die Couch mit 100 Kubikmeter schillernder Lewwerworschd-Ästhetik in Form des bärigen Butduma belohnt. In der Fußballersprache würde man diesen Umstand in etwa mit dem Satz "Carramba, die chancenversenkende Defensivstürmerzehn will einen Rentenvertrag" umschreiben. Oder aus einer Dreier- wurde eine moderne Viererkette.
Die Couch wuchs mit den Jahren in die Breite - ähnlich wie die, die drauf saßen. Aber wie im realen Fußball auch, wurde die Couch zum beruflichen Sprungbrett. Das Zweikampfmonster wechselte nach Luxemburg, um einen perfekt dotierten Ehevertrag zu unterschreiben. Bei running-man vereinbarten beide Seiten Stillschweigen, als aber das Gehalt durchsickerte, schwieg man vor lauter Erstaunen wirklich still. Nur um laudere ranken sich wilde Gerüchte, er hätte die argentinische Staatsbürgerschaft angenommen und würde nun den Vatikan auf den Kopf stellen. Und das alles nur, weil er damals dem Fußballgott in die Fresse gehauen hat. Gut, jeder wie er mag. Die Couch war und ist weltoffen, ein wenig sinister aber jederzeit tolerant.
Danach stießen Newtrial, Vic Dorn und Devil_till_Death zum Team. Und ja verdammt, die Leere, die die oben genannten Abgänge hinterließen, wurde vollgestopft mit neuen Ideen, neuen Wegen und durchaus kuriosen Selbstversuchen - man erinnere sich an rebellierende Stammhirne, den kastrierten Pisa-Boy oder den Gelegenheitsdjango, der zu den Reichen und Schönen gehören wollte. Was Bahli damit sagen will, die Couch dampfte quasi in neuem Saft.
Doch dann zu Beginn der Saison 2016/17 kamen die Hiobsbotschaften, die die Couch in ihren Grundfesten erschütterte. Dass Couchisten irgendwann und irgendwie die Zeit fehlte, zur Unterhaltung der Forumsmannschaft beizutragen, war zwar traurig, aber irgendwie verständlich. Dass aber jemand der Urbesatzung die Couch verlässt, war dann doch eine wirklich schwer zu verdauende Botschaft. Und das auch noch in doppelter Hinsicht. Und Bahli will jetzt nicht lange um den dicken heißen Brei herumstottern, sondern an dieser Stelle den wirklich außerordentlich geschätzten Kollegen Bertikoks und Kohlmeyer mit auf den Weg geben: Jungs, was ihr hier jahrelang zum Besten gegeben habt, war nicht nur schwer unterhaltsam, das war stellenweise auch richtig brillant. Ihr zwei werdet der Couch richtig fehlen! Und dem Bahli zum Kuckuck werden da auch schnell die Augen feucht, wenn er diese zwei leeren Stellen auf der Couch sieht, wo einstmals große FCK-Geister saßen und ein Bier nach dem anderen kippten.
Die auf ein Quintett reduzierte Couchbesatzung musste natürlich reagieren und darf sich auch schon über den ersten Neuzugang freuen. In der Hinrunde wird der Kollege Hegermeister mit auf der Couch Platz nehmen und sein Couchingdebüt geben. Und vielleicht findet sich auf der Couch dann auch wieder eine mahnende und offene Stimme, wie Berti eine war. Wenn wir Glück haben, darf der Ex-Hoffenheimer und jetzige Bullensheriff Ralle auch wieder einmal ein dröhnendes "F.ick dich, Rangnick!" an seine Birne gedroschen bekommen. Der Bahli ist sich übrigens sicher, dass Ralf Rangnick ein begeisterter Couchingleser wäre, wenn man dort nur ein bisschen sachlicher und fairer mit seiner Person umgehen würde.
Und wie es der Zufall will, hat der Bahli 1967 (also kurz nach seiner Geburt) einen Song geschrieben, der das, was fast 50 Jahre später passiert, quasi vorwegnahm. Für alle, die es interessiert, der Song stammt von seinem Hitalbum "Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band":
Wednesday morning at five o'clock
As the day begins
Silently closing the living room door
Leaving the note that they hoped would say more
They go down the stairs to the kitchen
Clutching the handkerchiefs
Quietly turning the backdoor key
Stepping outside, they are free
They're ... (we gave her most of our lives)
Leaving (sacrified most of our lives)
Home (we gave them everything money could buy)
Vic snores as Devil gets into his dressing gown
Picks up the letter that's lying there
Standing alone at the top of the stairs
Butduma breaks down and cries to Newtrial
Friends, our babies are gone.
Why would they treat us so thoughtlessly?
How could they do this to us?
They're (we never thought of ourselves)
Leaving (never a thought for ourselves)
Home (we struggled hard all our lives to get by)
They are leaving home, after living the couch, for so many years
Friday morning, at nine o'clock
They are far away
Waiting to keep the appointments they made
Greeting a man from the Motortrade
They're (what did we do that was wrong)
Having (we didn't know it was wrong)
Fun (fun is the one thing that money can't buy)
Something inside, that was always denied
for so many years
They're leaving home
Der Bahli weiß sehr wohl, dass dieses Couching sicherlich nicht für jeden das darstellt, was er von einem Freitagscouching erwartet. Doch war es ihm sehr sehr wichtig, die beiden langjährigen Mitcouchisten Berti und Kohlmeyer hier angemessen zu verabschieden. Fußball wird natürlich auch weiterhin gespielt, wenn auch "nur" im Pokal an diesem Wochenende. Trotzdem darf man als FCK-Fan gespannt sein, wie sich Kaiserslautern im dritten Saisonspiel präsentiert.
Cheers
Bahli
Auf der Couch sitzen, heißt Bier trinken, Musik hören und kreativ sein. Ab sofort übernehmen Butduma, Devil_till_Death, Hegermeister, Newtrial, Vic Dorn und Bahli diese Aufgaben. Und wie gewohnt wird sich freitags einer finden, der der einen feuchtfröhlichen Couchingfurz in den Äther bläst ...
Übrigens hat Kollege Kohlmeyer zwar keine Couch mehr, dafür einen spektakulären Hochsitz, mit dem er den Berg im Auge behält. Wer immer Lust hat, sollte beim FCK-Blogwart unter www.fck-blogwart.de vorbeischauen.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von bahli77 am 19.08.2016 um 09:45 Uhr bearbeitet
19.08.2016 - 11:15 Uhr
Gutes Ding bahli, vielen Dank dafür.
Dass sich der Kraulgeyer jetzt aber hier herausnimmt und künftig für Klickzahlen statt 'Likes' als Blogwart arbeitet, ist sehr bedauerlich.
Dass sich der Kraulgeyer jetzt aber hier herausnimmt und künftig für Klickzahlen statt 'Likes' als Blogwart arbeitet, ist sehr bedauerlich.
19.08.2016 - 14:21 Uhr
Zitat von bahli77
Und zwei Ergüsse pro Woche ist deutlich nachhaltiger.
Und zwei Ergüsse pro Woche ist deutlich nachhaltiger.
Pfui! Und nochmal Pfui! Schweinkram, verdammter!
Na ja, da hat ja wohl eher nicht das Baby sein home geleavt, sondern Mom und Dad sind plötzlich weg (Rollenaufteilung sollen Berti und Kohlmeyer unter sich austragen).
Danke an bahli für den Nachruf und auch von mir Dank an die beiden von uns Gegangenen
für viele großartige Kolumnen! Es wird schwer, aber wie sagte es jemand schon mal so schön: "Wir schaffen das!"
19.08.2016 - 21:56 Uhr
Sehr herzergreifend.
19.08.2016 - 22:44 Uhr
Als treuer und begeisterter Leser des Couchings finde ich es sehr bedauerlich, dass Berti und Kohlmeyer nicht weiter schreiben. Für die Couch sicher eine Zäsur, ich werde ihr Couchings auf jeden Fall vermissen.
Ich danke euch beiden für die vielen Kollumnen, Glossen und Kommentare, sie waren alle durch die Couch weg großartig!
Ich danke euch beiden für die vielen Kollumnen, Glossen und Kommentare, sie waren alle durch die Couch weg großartig!
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Hegermeister am 19.08.2016 um 22:46 Uhr bearbeitet
19.08.2016 - 22:55 Uhr
Totti und de Rossi verlassen die Romacouch? Irgendwann musste es ja passieren, deshalb vielen Dank für die süssen Verbalgrätschen und Alliterationssteilvorlagen an beide Vorkämpfer!
26.08.2016 - 23:53 Uhr
Jahrgang 7 – Ausgabe 4
DAS GLÜCK, DER KITSCH, DAS MANTRA UND DIE TOBSUCHT
von Vic Dorn
Der See unten im Tal funkelt wie ein Hort von Perlen im Lichtgewand der Sonne. Es ist August. Beglückender, berauschender August. Ich blicke hinunter auf ein landschaftliches Panorama von Gebirgszügen, die majestätisch alles überragen. Ich blicke auf vorgelagerte Hügel mit ultradunkelgrünen Fichten, die betörende Botschaften von Freiheit und friedlichem Verweilen flüstern. Da möchte man doch glatt die eigene Körperlichkeit gegen ein Gewand aus entmaterialisierter Schemenhaftigkeit austauschen und dann rasch und elegant auf schwerelosen Schwingen dem Horizont entgegeneilen.
Eine kleine Meise kichert gerade wohlbehütet im sanften grünen Schutz des Baldachins, den ihr ein Ahorn-Baum bereitet. „Wer möchte da nicht auch ein Vöglein sein?“ fragt die Seele und gibt ihrem Schmachten eine Stimme, indem sie einem befreiten Seufzer gestattet, die eigentlich geschossenen Lippen des Mundes zu durchdringen. Loslassen, alles loslassen. Loslassen ist plötzlich so einfach, wenn man es endlich nicht mehr versucht, sondern es einfach geschehen läßt… Es funktioniert ja von allein… welch magische Erkenntnis!
Es ist August. Beglückender, berauschender… - Ach so, das hatten wir gerade schon? Aber na und, was soll’s! Durch die versehentliche Wiederholung wird der August auch nicht weniger augustig als er ist. Das Gefühl, in den sicheren Hafen des Urlaubs eingefahren zu sein, liegt wie ein verheißungsvolles Prickeln auf der Brust und macht alles offen und weit, was zuvor asthmatisch, beklommen und eng gewesen ist. Die Welt, die sich sonst allzu oft als Geröll-Gemisch aus heimtückischen Laternenpfählen und Stolpersteinen präsentiert, zerfließt zu einem tänzelnden, pulsierenden Pastell-Panorama. Warm, weich, freundlich und ausgestattet mit der Güte aller Götter, Gottessöhne und göttlichen Jungfrauen umschmeichelt sie die Sinne.
Jahaaa, Freunde des gepflegten Couchings! Ihr habt es schon gemerkt, nicht wahr? Heute liefere ich euch endlich den versprochenen Kitsch, mit dem ich euch seit Monaten schon drohe. Heute gibt es kein Entrinnen! Und mir ist egal, ob ihr das kacke findet. Ich suhle mich in eurem Stöhnen.
Eine kleine Meise kichert wohlbehütet im sanften grünen Schutz des Baldachins, den ihr ein Ahorn-Baum bereitet. – Wie? Was für ein profaner Einwand dringt hier in diesem Augenblick an mein völlig tiefenentspanntes Ohr? Ich hätte diesen schwülstigen Satz gerade oben erst geschrieben? Jahaaa, aber Freunde der Sonne und des Pfälzer Rumpelfußballs, es ist doch nicht meine Schuld, dass just in diesem Augenblick tatsächlich eine zweite kleine Meise den Baldachin des Ahornbaumes angesteuert hat und ihr kicheriges Zwitschern mit dem Zwitschern der bereits hier sesshaft gewordenen anderen Meise vermengt. Also entspannt euch. Vic kann ja schließlich nichts dafür, dass ihr Loser keinen Urlaub habt. Echt jetzt.
Der sich ankündigende Abend haucht mir gerade den süßen Atem seiner sanften Brise ins Gesicht. Ach, flöge doch jetzt bloß ein nicht minder süßes… äh… herbes Bier gleitend wie ein Drachenflieger auf den Wogen dieser Brise wie ein Geschenk des Himmels zwischen meine Lippen! Alles ist dieser Moment. Wirklich alles. Die ganze Welt, alle ihre Erscheinungen und Verstrickungen sind nur noch reduziert auf dieses Hier und Jetzt, auf diesen freudvollen, pulsierenden, intensiven Moment. Die Vergangenheit und ihre teils traumatischen Verstrickungen sind verschwunden; der Gully der Zeit hat sie sich rülpsend einverleibt. Verreckt doch einfach irgendwo da unten in der Kloake der beschissenen Erinnerungen, ihr Sorgen und ihr Nöte! Und die Zukunft? Sie scheint unter diesem azurblauen Himmelsgewölbe und auf der Bettstatt des frisch gemähten Rasens mit seinen liebevoll kitzelnden Halmen alle ihre zornigen Schrecken zu verlieren. Die Zukunft ist…
…. heiß und intensiv wie eine Sauna
…. verheißungsvoll wie die hässlichste silberne Salatschüssel der Welt
…. lebendig wie ein Puff zur Stoßzeit
…. und lebenswert wie ein 5:0 gegen eine Spielgemeinschaft aus Bayern München, Hoppenpoppelheim und HasenStallsport Leipzig.
Ich erhebe mich mit der gebotenen Entspanntheit und Langsamkeit von meiner seidig-grünen Bettstatt und laufe ein paar Schritte an der malerischen Kalksteinmauer entlang. Weise und beglückend klingt noch immer diese zeitlos junge und dennoch so liebkosend väterliche Stimme des Lamas im Hohlraum hinter meinen Augen und zwischen meinen Ohren:
„Dauerhaftes Glück kannst du nur gewinnen, wenn du all deine Erwartungen und Begierden abstreifst. Versuche nicht, die Dinge und die Menschen festzuhalten, die dir glückliche Momente schenken. Verstehe, dass du – so wie du bist – den Schlüssel zum dauerhaften Glücklichsein schon in dir trägst.“
Mittlerweile habe ich den Meditationsraum betreten. Ich stehe vor der großen goldenen Buddha-Statue und lächele ihr schüchtern ins Gesicht. „Du hast recht, Buddha“, räume ich etwas verlegen ein. Das melodisch-rhythmische Raunen von Mantra-Silben wabert dabei als mystische Sound-Wirbel umher und füllt wie der geflüsterte Schrei eines Löwen jeden Winkel der zum Meditationsraum umgebauten Scheune aus.
„In der Ruhe des eigenen Geistes liegt die Kraft“, flüstert der goldene Buddha zurück. Und er muss es wissen. Nirvana ist ja schließlich keine nervige und gähnend öde Kaffeefahrt.
Zwei Stunden und 1420 gemurmelte Mantras später trete ich ins Freie. Im Samt des schwarzen Nachthimmels tagt eine Konferenz der Sterne. Jeder einzelne von ihnen gibt mir das Gefühl, mein Vater und mein Mentor zu sein, und dass er da ist, um mich zu behüten, wann immer die Mühlsteine des Lebens die Dreistigkeit besitzen sollten, an meinen Nervenbahnen rumzusägen. Nebenan im gigantisch großen weißen Gastronomie-Zelt sabotieren fröhliche und von Glückseligkeit gestählte Stimmen wie ein sinfonisches Orchester jeglichen Versuch der Nacht, einen freudlosen Schleier aus Stille und Schweigen über das Terrain zu werfen. So klingen nur Menschen, die die ungepantschte Essenz des Lebens in sich aufgesogen haben. Diese Positivität! Die biegt dir deine Mundwinkel immer hoch, egal wie motzig die Fresse ist, die du eigentlich gerade gerne ziehen würdest. So klingen nur Menschen, die verstanden haben, dass jeder Augenblick, den wir erleben, uns mit dem Potential ausstattet, uns im Dotter des Glücks festzubeißen und dann auch nicht mehr Anstoß dran zu nehmen, wenn irgendeine fette Henne uns mitsamt dem Ei, in dem wir sitzen, durch den A.r.s.c.h raus presst, bis wir im Schlamm gelandet sind.
Und genauso sind die Menschen eben, die hier oben auf diesem fast schon verboten schönen Hofgut oberhalb des Großen Alpsees zu Gast sind. Buddhisten sind sie, diese Menschen. Und das Hofgut ist das Buddhistische Europazentrum. Und Vic ist beinahe jeden Sommer ein paar Tage hier zu Gast. Er meditiert, er hört sich die Vorträge der Lamas an, er bewundert die prachtvollen Buddha-Statuen und die imposanten farbenfrohen tibetischen Roben. Er unternimmt den Versuch, freudvoll und entspannt im Augenblick zu verweilen und sich nicht mehr wie ein herumhüpfender Affe im Lianengeflecht seiner Gedanken zu verirren und zu erschöpfen. Vic ist nämlich auch Buddhist. Seit über zehn Jahren schon. Vermutlich hat er es in diesem Forum bisher noch nie erwähnt… - Warum eigentlich nicht?
Eben hat Vic das gigantisch große weiße Zelt betreten und an der Biertheke ein halbes Dutzend entspannte Buddhisten forsch beiseite geschoben, um schneller an den Gerstensaft zu gelangen. Vic hat nämlich längst kapiert, dass das freudvolle Verweilen im aktuellen Augenblick viel besser funktioniert, wenn man die Energiebahnen seines Körpers durch etwas Alkoholgehalt im Blut entspannt. Das Experiment funktioniert auch dieses Mal, und spätestens nach dem vierten Bier ist Vic endgültig überzeugt, dass die im letzten Satz aufgestellte Behauptung tatsächlich Wahrheit und allerhöchste Weisheit ist. Vic trifft viele alte und liebgewonnene Freunde auf seinen Expeditionen durch die Menschenmassen des großen weißen Zelts. Viele Buddhisten kommen nämlich Jahr für Jahr hierher ins bayerische Alpenvorland, und so liegt es in der Natur der Sache, dass man sich längst gegenseitig kennt. Becky zum Beispiel. Der ist auch Buddhist. Und Fan von der Wormatia. Nicht so sehr Fan vom FCK. Aber gut informiert über die jüngsten fußballerischen Ergebnisergüsse der momentan recht hornlos umhertorkelnden roten Teufel ist er eigentlich immer.
Becky, vier Bier in der Birne begrüßt also sehr herzlich seinen Freund Vic, auch vier Bier in der Birne, und fragt dann: „Was war denn heute nur mit deinen Roten Teufeln los?“
„Was soll denn los sein?“ fragt Vic tiefenentspannt und vollgetankt mit dem Glück des Augenblicks. „Nicht viel, so lange noch Sommerpause ist.“
„Sommerpause?“ ruft Becky und lacht mir mild ironisch ins Gesicht. „Ja, in der Sommerpause waren sie heut Abend scheinbar wirklich noch, deine Roten Teufel. 4:0 verloren haben sie gerade, gegen Hannover 96. Und das auch noch daheim.“
Er prostet Vic zu, nicht ahnend, dass in Vics Hirn gerade ein glühendes Feuerrad Fahrt aufgenommen hat. Verweilen im Glück des Augenblicks. Froh sein. Entspannt sein. Meditieren. Meisen beim Zwitschern zu hören. Dabei ein Bierchen zwitschern. Verschmelzen mit dem Horizont. Verschmelzen mit den Mantras, die bei der Meditation gesprochen werden. Alles ist eins. Alles ist Glückseligkeit. Alles ist leuchtende Freude, frei von allem, was beengt und unsere Brust einschnürt. Alles ist gut, bloß weil es geschieht. Alles ist….
WAS ZUR HÖLLE IST DAS DENN FÜR EINE SCHEISSE???!
HALLO??? VIER ZU NULL VERLOREN! UND DAS AUCH NOCH ZU HAUSE!!!
SAGT MAL, IHR VERSAGER, IHR FLITZPIEPEN, GEHT’S NOCH??? IHR HABT SIE WOHL NICHT MEHR ALLE AM CHRISTBÄUMCHEN? WAS IST DAS DENN FÜR EIN ABGEFAGGTER START IN DIE SAISON…?
Ich schöpfe Atem. Ich versuche, zur Ruhe zu kommen. Ich blicke um mich. Entspannte Gesichter, die nur noch teilentspannt sind, blicken zu Hauf in mein sicher völlig unentspanntes Gesicht hinein. Auch die kraftvollen, fröhlichen Stimmen sind verstummt.
Ich muss die Worte von vorhin laut ausgesprochen haben.
Eben noch entspannt im Hier und Jetzt.
Jetzt schon wieder der frustrierte und entnervte Fan.
Die bittere Erkenntnis dieses Abends ist wohl…
… nein, nicht dass der FCK nicht Fußball spielen kann. Das ist seit Jahr und Tag bekannt.
Die Erkenntnis ist: Ein Fußballfan kann kein Buddhist sein.
Der Fan ist nämlich geboren, um zu leiden.
Buddhisten sind geboren, um glücklich zu sein.
Wie soll das funktionieren? Wie soll man das in Einklang bringen?
Kann mir jemand von euch erklären, warum das so ist mit dem Fußball, vor allem mit dem FCK? Gerne per PN. Nur ernstgemeinte Zuschriften bitte. Ich würde nämlich gerne Buddhist bleiben, aber so lange ich mein Heil in den Vucurs, Zieglers, Mwenes und Pichs dieser Welt suche, scheint mir jedes noch so gut gemeinte Mantra vergebliche Liebesmüh zu sein…
Auf der Couch kann man immer sehr gut üben, wie Buddhismus funktioniert. Alles ist im Fluss, ein stetes Kommen und Gehen. Gestern noch die Legenden Bertikoks und Kohlmeyer, heute schon die Küken Vic, Newtrial, Devil_till_Death und Hegermeister – und nur die ollen Sitzfleisch-Dinos Bahli und Butduma haben (zum Glück) noch nicht gemerkt, dass man nicht klammern und festhalten soll.
DAS GLÜCK, DER KITSCH, DAS MANTRA UND DIE TOBSUCHT
von Vic Dorn
Der See unten im Tal funkelt wie ein Hort von Perlen im Lichtgewand der Sonne. Es ist August. Beglückender, berauschender August. Ich blicke hinunter auf ein landschaftliches Panorama von Gebirgszügen, die majestätisch alles überragen. Ich blicke auf vorgelagerte Hügel mit ultradunkelgrünen Fichten, die betörende Botschaften von Freiheit und friedlichem Verweilen flüstern. Da möchte man doch glatt die eigene Körperlichkeit gegen ein Gewand aus entmaterialisierter Schemenhaftigkeit austauschen und dann rasch und elegant auf schwerelosen Schwingen dem Horizont entgegeneilen.
Eine kleine Meise kichert gerade wohlbehütet im sanften grünen Schutz des Baldachins, den ihr ein Ahorn-Baum bereitet. „Wer möchte da nicht auch ein Vöglein sein?“ fragt die Seele und gibt ihrem Schmachten eine Stimme, indem sie einem befreiten Seufzer gestattet, die eigentlich geschossenen Lippen des Mundes zu durchdringen. Loslassen, alles loslassen. Loslassen ist plötzlich so einfach, wenn man es endlich nicht mehr versucht, sondern es einfach geschehen läßt… Es funktioniert ja von allein… welch magische Erkenntnis!
Es ist August. Beglückender, berauschender… - Ach so, das hatten wir gerade schon? Aber na und, was soll’s! Durch die versehentliche Wiederholung wird der August auch nicht weniger augustig als er ist. Das Gefühl, in den sicheren Hafen des Urlaubs eingefahren zu sein, liegt wie ein verheißungsvolles Prickeln auf der Brust und macht alles offen und weit, was zuvor asthmatisch, beklommen und eng gewesen ist. Die Welt, die sich sonst allzu oft als Geröll-Gemisch aus heimtückischen Laternenpfählen und Stolpersteinen präsentiert, zerfließt zu einem tänzelnden, pulsierenden Pastell-Panorama. Warm, weich, freundlich und ausgestattet mit der Güte aller Götter, Gottessöhne und göttlichen Jungfrauen umschmeichelt sie die Sinne.
Jahaaa, Freunde des gepflegten Couchings! Ihr habt es schon gemerkt, nicht wahr? Heute liefere ich euch endlich den versprochenen Kitsch, mit dem ich euch seit Monaten schon drohe. Heute gibt es kein Entrinnen! Und mir ist egal, ob ihr das kacke findet. Ich suhle mich in eurem Stöhnen.
Eine kleine Meise kichert wohlbehütet im sanften grünen Schutz des Baldachins, den ihr ein Ahorn-Baum bereitet. – Wie? Was für ein profaner Einwand dringt hier in diesem Augenblick an mein völlig tiefenentspanntes Ohr? Ich hätte diesen schwülstigen Satz gerade oben erst geschrieben? Jahaaa, aber Freunde der Sonne und des Pfälzer Rumpelfußballs, es ist doch nicht meine Schuld, dass just in diesem Augenblick tatsächlich eine zweite kleine Meise den Baldachin des Ahornbaumes angesteuert hat und ihr kicheriges Zwitschern mit dem Zwitschern der bereits hier sesshaft gewordenen anderen Meise vermengt. Also entspannt euch. Vic kann ja schließlich nichts dafür, dass ihr Loser keinen Urlaub habt. Echt jetzt.
Der sich ankündigende Abend haucht mir gerade den süßen Atem seiner sanften Brise ins Gesicht. Ach, flöge doch jetzt bloß ein nicht minder süßes… äh… herbes Bier gleitend wie ein Drachenflieger auf den Wogen dieser Brise wie ein Geschenk des Himmels zwischen meine Lippen! Alles ist dieser Moment. Wirklich alles. Die ganze Welt, alle ihre Erscheinungen und Verstrickungen sind nur noch reduziert auf dieses Hier und Jetzt, auf diesen freudvollen, pulsierenden, intensiven Moment. Die Vergangenheit und ihre teils traumatischen Verstrickungen sind verschwunden; der Gully der Zeit hat sie sich rülpsend einverleibt. Verreckt doch einfach irgendwo da unten in der Kloake der beschissenen Erinnerungen, ihr Sorgen und ihr Nöte! Und die Zukunft? Sie scheint unter diesem azurblauen Himmelsgewölbe und auf der Bettstatt des frisch gemähten Rasens mit seinen liebevoll kitzelnden Halmen alle ihre zornigen Schrecken zu verlieren. Die Zukunft ist…
…. heiß und intensiv wie eine Sauna
…. verheißungsvoll wie die hässlichste silberne Salatschüssel der Welt
…. lebendig wie ein Puff zur Stoßzeit
…. und lebenswert wie ein 5:0 gegen eine Spielgemeinschaft aus Bayern München, Hoppenpoppelheim und HasenStallsport Leipzig.
Ich erhebe mich mit der gebotenen Entspanntheit und Langsamkeit von meiner seidig-grünen Bettstatt und laufe ein paar Schritte an der malerischen Kalksteinmauer entlang. Weise und beglückend klingt noch immer diese zeitlos junge und dennoch so liebkosend väterliche Stimme des Lamas im Hohlraum hinter meinen Augen und zwischen meinen Ohren:
„Dauerhaftes Glück kannst du nur gewinnen, wenn du all deine Erwartungen und Begierden abstreifst. Versuche nicht, die Dinge und die Menschen festzuhalten, die dir glückliche Momente schenken. Verstehe, dass du – so wie du bist – den Schlüssel zum dauerhaften Glücklichsein schon in dir trägst.“
Mittlerweile habe ich den Meditationsraum betreten. Ich stehe vor der großen goldenen Buddha-Statue und lächele ihr schüchtern ins Gesicht. „Du hast recht, Buddha“, räume ich etwas verlegen ein. Das melodisch-rhythmische Raunen von Mantra-Silben wabert dabei als mystische Sound-Wirbel umher und füllt wie der geflüsterte Schrei eines Löwen jeden Winkel der zum Meditationsraum umgebauten Scheune aus.
„In der Ruhe des eigenen Geistes liegt die Kraft“, flüstert der goldene Buddha zurück. Und er muss es wissen. Nirvana ist ja schließlich keine nervige und gähnend öde Kaffeefahrt.
Zwei Stunden und 1420 gemurmelte Mantras später trete ich ins Freie. Im Samt des schwarzen Nachthimmels tagt eine Konferenz der Sterne. Jeder einzelne von ihnen gibt mir das Gefühl, mein Vater und mein Mentor zu sein, und dass er da ist, um mich zu behüten, wann immer die Mühlsteine des Lebens die Dreistigkeit besitzen sollten, an meinen Nervenbahnen rumzusägen. Nebenan im gigantisch großen weißen Gastronomie-Zelt sabotieren fröhliche und von Glückseligkeit gestählte Stimmen wie ein sinfonisches Orchester jeglichen Versuch der Nacht, einen freudlosen Schleier aus Stille und Schweigen über das Terrain zu werfen. So klingen nur Menschen, die die ungepantschte Essenz des Lebens in sich aufgesogen haben. Diese Positivität! Die biegt dir deine Mundwinkel immer hoch, egal wie motzig die Fresse ist, die du eigentlich gerade gerne ziehen würdest. So klingen nur Menschen, die verstanden haben, dass jeder Augenblick, den wir erleben, uns mit dem Potential ausstattet, uns im Dotter des Glücks festzubeißen und dann auch nicht mehr Anstoß dran zu nehmen, wenn irgendeine fette Henne uns mitsamt dem Ei, in dem wir sitzen, durch den A.r.s.c.h raus presst, bis wir im Schlamm gelandet sind.
Und genauso sind die Menschen eben, die hier oben auf diesem fast schon verboten schönen Hofgut oberhalb des Großen Alpsees zu Gast sind. Buddhisten sind sie, diese Menschen. Und das Hofgut ist das Buddhistische Europazentrum. Und Vic ist beinahe jeden Sommer ein paar Tage hier zu Gast. Er meditiert, er hört sich die Vorträge der Lamas an, er bewundert die prachtvollen Buddha-Statuen und die imposanten farbenfrohen tibetischen Roben. Er unternimmt den Versuch, freudvoll und entspannt im Augenblick zu verweilen und sich nicht mehr wie ein herumhüpfender Affe im Lianengeflecht seiner Gedanken zu verirren und zu erschöpfen. Vic ist nämlich auch Buddhist. Seit über zehn Jahren schon. Vermutlich hat er es in diesem Forum bisher noch nie erwähnt… - Warum eigentlich nicht?
Eben hat Vic das gigantisch große weiße Zelt betreten und an der Biertheke ein halbes Dutzend entspannte Buddhisten forsch beiseite geschoben, um schneller an den Gerstensaft zu gelangen. Vic hat nämlich längst kapiert, dass das freudvolle Verweilen im aktuellen Augenblick viel besser funktioniert, wenn man die Energiebahnen seines Körpers durch etwas Alkoholgehalt im Blut entspannt. Das Experiment funktioniert auch dieses Mal, und spätestens nach dem vierten Bier ist Vic endgültig überzeugt, dass die im letzten Satz aufgestellte Behauptung tatsächlich Wahrheit und allerhöchste Weisheit ist. Vic trifft viele alte und liebgewonnene Freunde auf seinen Expeditionen durch die Menschenmassen des großen weißen Zelts. Viele Buddhisten kommen nämlich Jahr für Jahr hierher ins bayerische Alpenvorland, und so liegt es in der Natur der Sache, dass man sich längst gegenseitig kennt. Becky zum Beispiel. Der ist auch Buddhist. Und Fan von der Wormatia. Nicht so sehr Fan vom FCK. Aber gut informiert über die jüngsten fußballerischen Ergebnisergüsse der momentan recht hornlos umhertorkelnden roten Teufel ist er eigentlich immer.
Becky, vier Bier in der Birne begrüßt also sehr herzlich seinen Freund Vic, auch vier Bier in der Birne, und fragt dann: „Was war denn heute nur mit deinen Roten Teufeln los?“
„Was soll denn los sein?“ fragt Vic tiefenentspannt und vollgetankt mit dem Glück des Augenblicks. „Nicht viel, so lange noch Sommerpause ist.“
„Sommerpause?“ ruft Becky und lacht mir mild ironisch ins Gesicht. „Ja, in der Sommerpause waren sie heut Abend scheinbar wirklich noch, deine Roten Teufel. 4:0 verloren haben sie gerade, gegen Hannover 96. Und das auch noch daheim.“
Er prostet Vic zu, nicht ahnend, dass in Vics Hirn gerade ein glühendes Feuerrad Fahrt aufgenommen hat. Verweilen im Glück des Augenblicks. Froh sein. Entspannt sein. Meditieren. Meisen beim Zwitschern zu hören. Dabei ein Bierchen zwitschern. Verschmelzen mit dem Horizont. Verschmelzen mit den Mantras, die bei der Meditation gesprochen werden. Alles ist eins. Alles ist Glückseligkeit. Alles ist leuchtende Freude, frei von allem, was beengt und unsere Brust einschnürt. Alles ist gut, bloß weil es geschieht. Alles ist….
WAS ZUR HÖLLE IST DAS DENN FÜR EINE SCHEISSE???!
HALLO??? VIER ZU NULL VERLOREN! UND DAS AUCH NOCH ZU HAUSE!!!
SAGT MAL, IHR VERSAGER, IHR FLITZPIEPEN, GEHT’S NOCH??? IHR HABT SIE WOHL NICHT MEHR ALLE AM CHRISTBÄUMCHEN? WAS IST DAS DENN FÜR EIN ABGEFAGGTER START IN DIE SAISON…?
Ich schöpfe Atem. Ich versuche, zur Ruhe zu kommen. Ich blicke um mich. Entspannte Gesichter, die nur noch teilentspannt sind, blicken zu Hauf in mein sicher völlig unentspanntes Gesicht hinein. Auch die kraftvollen, fröhlichen Stimmen sind verstummt.
Ich muss die Worte von vorhin laut ausgesprochen haben.
Eben noch entspannt im Hier und Jetzt.
Jetzt schon wieder der frustrierte und entnervte Fan.
Die bittere Erkenntnis dieses Abends ist wohl…
… nein, nicht dass der FCK nicht Fußball spielen kann. Das ist seit Jahr und Tag bekannt.
Die Erkenntnis ist: Ein Fußballfan kann kein Buddhist sein.
Der Fan ist nämlich geboren, um zu leiden.
Buddhisten sind geboren, um glücklich zu sein.
Wie soll das funktionieren? Wie soll man das in Einklang bringen?
Kann mir jemand von euch erklären, warum das so ist mit dem Fußball, vor allem mit dem FCK? Gerne per PN. Nur ernstgemeinte Zuschriften bitte. Ich würde nämlich gerne Buddhist bleiben, aber so lange ich mein Heil in den Vucurs, Zieglers, Mwenes und Pichs dieser Welt suche, scheint mir jedes noch so gut gemeinte Mantra vergebliche Liebesmüh zu sein…
Auf der Couch kann man immer sehr gut üben, wie Buddhismus funktioniert. Alles ist im Fluss, ein stetes Kommen und Gehen. Gestern noch die Legenden Bertikoks und Kohlmeyer, heute schon die Küken Vic, Newtrial, Devil_till_Death und Hegermeister – und nur die ollen Sitzfleisch-Dinos Bahli und Butduma haben (zum Glück) noch nicht gemerkt, dass man nicht klammern und festhalten soll.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Vic Dorn am 26.08.2016 um 23:56 Uhr bearbeitet
27.08.2016 - 09:55 Uhr
Vic Vize Kitsch, der glückliche Rächer der ungetrübten Erkenntnis.
Die perfekte Lektüre für ein samstägliches Frühstück ... merci!
Trashi Deleg
Bahli
Die perfekte Lektüre für ein samstägliches Frühstück ... merci!
Trashi Deleg
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