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Die Couchingzone

13.08.2010 - 13:19 Uhr
Die Couchingzone |#1301
13.02.2015 - 16:05 Uhr
Schwieriges Thema. Und Respekt an Berti, dass er sich da in den (Gegen-) Wind stellt! Ich persönlich finde jeden Hi.tler-Vergleich abgrundtief geschmacklos - ob von dem bekannten Boulevard-Blatt, griechischen Aktivisten oder halt eben den Auer Fans kommend. Und für mich ist das auch keine Frage des "guten Geschmacks" - und sollte eigentlich auch nicht durch die Meinungsfreiheit abgedeckt sein. In der Sache bin ich voll und ganz bei Berti! Da bin ich auch zu keiner Relativierung bereit, weshalb es für dieses ansonsten herausragende Couching diesmal von mir auch keine Wertung gibt.

"Herausragend" finde ich die klare Benennung dieser ekligen "Charlie"-Bigotterie, über die ich mich im Gebabb'l ja auch schon mal lustig gemacht habe. Nicht, dass ich den Anschlag auf die Pariser Redaktion in irgendeiner Weise relativieren will. ABER:

Das Gutmenschentum sucht sich seine "betrauernswerten Leben" (Judith Butler) sehr genau aus und stuft da fein säuberlich ab: Die Charlie Hebdo-Redaktion war demnach betrauernswerter als die Opfer im jüdischen Supermarkt. Und die Flüchtlinge, die "wir" derzeit zu tausenden im Mittelmeer absaufen lassen, sind im Zweifelsfall selber schuld, gelle?! Die 9/11-Opfer waren extrem betrauernswert! Die hunderttausend Opfer im daraufhin auf Basis einer propagandistischen Lüge der USA losgetretenen Irak-Krieg nicht! Und bevor mir jetzt jemand erzählt, man dürfe doch ein Leben nicht gegen ein anderes aufrechnen - JA GENAU DAS TUT UNSER GUTMENSCHENTUM ABER JEDEN TAG! Dass wir uns also nicht falsch verstehen: Der Anschlag auf die Charlie Hebdo-Redaktion war GENAUSO verabscheuungswürdig wie der auf den koscheren Supermarkt! Aber die Relation der medienöffentlichen Betroffenheitskultur zu den vielen anderen vermeidbaren Opfern (z.B. unter den Mittelmeer-Flüchtlingen) stimmt ganz einfach nicht. Und zu diesem Thema kann mir kein Sarkasmus schwarz und scharf genug sein! Noch das Leben von Eisbär Knut gilt dem Betroffenheits-Gutmenschen im Zweifelsfall mehr als das Leben jener tausenden von Menschen, die hätten gerettet werden können, wenn die Frontex-Schiffe weiterhin ein paar Meilen weiter hinaus ins Mittelmeer fahren würden. Und das ist nur EIN Beispiel! Wo sind denn da die Millionen Betroffenen auf den Straßen?

So verfehlt ich also die Relativierung von Hi.tler-Vergleichen finde, umso mehr Beifall zolle(re) ich Kohlmeyers großartiger Satire über den guten alten Charlie! Und nach meiner Auffassung war letzteres auch die eigentliche message.

Noch eine Bitte: Es ist ein wirklich schwieriges Thema! Entweder der Pate unterbindet es sowieso ganz oder wir gehen da pfleglich miteinander um. Mein dringender Appell wäre also, dass wir das nicht ins Persönliche abdriften lassen.

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Dieser Beitrag wurde zuletzt von Newtrial am 13.02.2015 um 16:16 Uhr bearbeitet
Die Couchingzone |#1302
13.02.2015 - 17:15 Uhr
@Newtrial
Deinem ersten Absatz kann ich nicht zustimmen und bin auch zu keinem Kompromiss bereit :-D, dafür stimme ich dem Rest um so mehr zu. Warum und weshalb können wir ein anderes Mal an anderer Stelle diskutieren. Nicht hier.

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$ echo "Bonsoir, Elliot"
Die Couchingzone |#1303
13.02.2015 - 20:25 Uhr
Vorab: Unter einer Kolumne verstehe ich persönlich, dass sich der Autor im Rahmen einer gewissen künstlerischen Freiheit ausleben kann. Das Thema freie Meinungsäußerung wurde hier ja schon ausreichend thematisiert und ich halte das in unserer Gesellschaft für eines unserer höchsten Güter.
Kohlmeyer hat dies in seiner ureigenen Art hier getan.

Ebenfalls wurde hier auch in der Vergangenheit immer wieder beschlossen, dass Feedback ausdrücklich erwünscht ist. Und wenn wir über die freie Meinungsäußerung reden, dann steht es Kollege Berti auch zu Kohlmeyers kritische Auseinandersetzung, kritisch zu hinterfragen.

Und jetzt komme ich zu einem Punkt, den der geschätzte Newtrial in seinem lesenswerten Beitrag anspricht: So lange sich hier User nicht untereinander ankeifen, werde ich das hier nicht unterbinden. Jetzt ist es natürlich so, dass hier zwangsläufig eine historisch-politische Diskussion entstehen kann. Dieser Thread genießt meiner Ansicht nach allerdings eine Art Sonderstatus. Und so lange eine Diskussion den Regeln entsprechend verläuft, dann obliegt es den Kolumnisten (es ist nun mal euer Baby!) das ganze laufen zu lassen oder zu unterbinden.

Aber nochmals die Bitte: Bleibt bitte sachlich.

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"Wenn am Wochenend' die Massen, in die Fußballstadien ziehn,
da kann ich es nicht lassen, mich ziehts zum Betze hin.

Die Stimmung ist dort ganz famos, wie kanns auch anders sein,
und geht das Spiel dann richtig los, stimmen alle mit mir ein:

Olé Olé, Olé Ola, der FCK ist wieder da!
Olé Olé, Olé Ola,
die roten Teufel sind ganz wunderbar!"

Dieser Beitrag wurde zuletzt von kappel1719 am 13.02.2015 um 21:14 Uhr bearbeitet
Die Couchingzone |#1304
13.02.2015 - 20:51 Uhr
Zitat von kappel1719

Ebenfalls wurde hier auch in der Vergangenheit immer wieder beschlossen, dass Feedback ausdrücklich erwünscht ist. Und wenn wir über die freie Meinungsäußerung reden, dann steht es Kollege Berti auch zu Kohlmeyers kritische Auseinandersetzung, kritisch zu hinterfragen.


Ich verstehe hier die unnötige Aufregung ehrlich gesagt nicht. Oder sollte das nur präventiv sein?
Denn ich habe hier nirgends gelesen, dass jemand behauptet hätte, es stünde Berti nicht zu seine Meinung zu äußern. Moderation wäre in meinen Augen an anderer Stelle eher angebracht, als bei dieser bisher (für tm-Verhältnisse) sehr sehr sachlichen und gesitteten Debatte.

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$ echo "Bonsoir, Elliot"
Die Couchingzone |#1305
13.02.2015 - 21:17 Uhr
Zitat von dieGraetschenFrage
Zitat von kappel1719
Ebenfalls wurde hier auch in der Vergangenheit immer wieder beschlossen, dass Feedback ausdrücklich erwünscht ist. Und wenn wir über die freie Meinungsäußerung reden, dann steht es Kollege Berti auch zu Kohlmeyers kritische Auseinandersetzung, kritisch zu hinterfragen.


Ich verstehe hier die unnötige Aufregung ehrlich gesagt nicht. Oder sollte das nur präventiv sein?
Denn ich habe hier nirgends gelesen, dass jemand behauptet hätte, es stünde Berti nicht zu seine Meinung zu äußern. Moderation wäre in meinen Augen an anderer Stelle eher angebracht, als bei dieser bisher (für tm-Verhältnisse) sehr sehr sachlichen und gesitteten Debatte.


Ich bin eigentlich nur darauf eingegangen, weil Newtrial es angesprochen hat, von wegen "falls der Pate einschreitet". Von daher wollte ich nur kurz darlegen, wie ich dazu stehe. Nicht mehr und nicht weniger. Von daher kann man es gerne als Präventivmaßnahme ansehen. Eben weil es auch kein besonders unsensibles Thema ist.

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"Wenn am Wochenend' die Massen, in die Fußballstadien ziehn,
da kann ich es nicht lassen, mich ziehts zum Betze hin.

Die Stimmung ist dort ganz famos, wie kanns auch anders sein,
und geht das Spiel dann richtig los, stimmen alle mit mir ein:

Olé Olé, Olé Ola, der FCK ist wieder da!
Olé Olé, Olé Ola,
die roten Teufel sind ganz wunderbar!"
Die Couchingzone |#1306
13.02.2015 - 22:35 Uhr
Zitat von kappel1719
Zitat von dieGraetschenFrage
Zitat von kappel1719
Ebenfalls wurde hier auch in der Vergangenheit immer wieder beschlossen, dass Feedback ausdrücklich erwünscht ist. Und wenn wir über die freie Meinungsäußerung reden, dann steht es Kollege Berti auch zu Kohlmeyers kritische Auseinandersetzung, kritisch zu hinterfragen.


Ich verstehe hier die unnötige Aufregung ehrlich gesagt nicht. Oder sollte das nur präventiv sein?
Denn ich habe hier nirgends gelesen, dass jemand behauptet hätte, es stünde Berti nicht zu seine Meinung zu äußern. Moderation wäre in meinen Augen an anderer Stelle eher angebracht, als bei dieser bisher (für tm-Verhältnisse) sehr sehr sachlichen und gesitteten Debatte.


Ich bin eigentlich nur darauf eingegangen, weil Newtrial es angesprochen hat, von wegen "falls der Pate einschreitet". Von daher wollte ich nur kurz darlegen, wie ich dazu stehe. Nicht mehr und nicht weniger. Von daher kann man es gerne als Präventivmaßnahme ansehen. Eben weil es auch kein besonders unsensibles Thema ist.


Ich nehm alles zurück und behaupte das Gegenteil zwinker

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$ echo "Bonsoir, Elliot"
Die Couchingzone |#1307
14.02.2015 - 02:55 Uhr
Zitat von dieGraetschenFrage

Ich nehm alles zurück und behaupte das Gegenteil zwinker


Plagiator.
Juli Rautenberg wird das gar nicht gerne hören.

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Temporarily not available.
Die Couchingzone |#1308
15.02.2015 - 16:58 Uhr
Ja, die Meinungsfreiheit. Ein weites Feld. Sie ist wichtig, und wird oft missbraucht, um Menschenverachtung zu rechtfertigen. Und da hat sie nun mal ihre Grenzen.

Diese Grenze ist schwer zu ziehen, denn andersherum passiert das selbe. Mit Hinweis auf die Menschenwürde, und Schutz vor Beleidigungen wird sie eben auch oftmals ausgehebelt. In Einzelfall ist die grenze da sehr subjektiv. Bin ich der der Angreift, oder bin ich der Angegriffene.

Das Ganze liegt aber an der Wettbewerbsmentalität. Es geht ums gewinnen um jeden Preis. Egal wie. Und wenn ich etwas angreife ist es Meinungsfreiheit, wenn ich angegriffen werde sind meine Persönlichkeitsrechte verletzt. Daher ist diese Diskussion auch nicht vor juristischen Instanzen zu führen, seien es sportjuristische Instanzen wie der Kontrollausschuss, seien es ordentliche Gerichte. Die Mentalität dahinter ist das Problem.

Auch wenn Juristen meinen der Welt einen ordnenden Rahmen geben zu können, denke ich dass das Gegenteil der Fall ist. In keiner Wissenschaft sind mir Menschen von grösserer Weltfremdheit begegnet als in der Juristerei, vielleicht noch in den Wirtschaftswissenschaften. Vertretern beider Disziplinen sei gesagt: "Wenn das Modell nicht zur Realität passt, ist das nicht die Schuld der Realität." Hier sei Erich Kästner zitiert: "Er war Jurist, und auch sonst nur vom mässigem Verstand."

Daher würde ich das Auer Plakat nicht weiter juristisch beachten. Die Angriffe auf die Spieler von Leipzig sind jedoch zweifelsfrei zu verfolgen. Ich hoffe, dass hier kein Dissenz besteht.

Im Rahmen der Meinungsfreiheit, die eben auch Unfug wie in Aue erdulden muss, nehme ich mir jedoch auch heraus, Unfug als Unfug zu bezeichnen. RBL, RBS und die sonstigen Filialen haben nichts mit dem Faschismus zu tun. Weder mit dem klassischen Faschismus, noch mit der nationalsozialistischen Variante. RBLSNYusw. hat etwas mit der Ellebogenmentalität zu tun.
Interessant ist was Hans Mayer dazu zu sagen hat. https://www.youtube.com/watch?v=hV4iKXMu8KY (Minuten 1:50 - 2:20)

Und ja, ich lehne RBL ab, und es ärgert mich, dass dies auf eine sog. Neiddebatte gebracht wird. Es ist wie in einem Pokerspiel, wo einer noch 5 Asse im Ärmel versteckt hat. Wenn man ihn darauf anspricht, sagt der frech: "Du bist ja nur neidisch, weil Du keine 5 Asse im Ärmel hast." Neiddebatte ist ein widerliches Wort. Grosse Gesellschaftliche Unterschiede sind in einer Demokratie zu rechtfertigen. Sind diese Unterschiede nicht zu rechtfertigen ist das System zu hinterfragen. Wird dann das Wort von "Neiddebatte" genutzt, ist das eine argumentative Kapitulation, weil die soziale Schichtung eben keine Rechtfertigung und keinen Nutzen für die Gesellschaft hat.

Ich habe nichts gegen Reichtum, ich habe etwas gegen die Armut, mit der der Reichtum einiger weniger erkauft wird.

So, das war nun etwas unstrukturiert, und einfach mal aus der Emotion geschrieben,. Ich hoffe ihr verzeiht. Wenn es hier mal die Gelegenheit geben sollte, werde ich auch gerne die realitätsfernen Antikapitalismusalternativen auseinandernehmen.
Das musste ich dazu sagen, da man als Anhänger der sozialen Marktwirtschaft sich heute und momentan schon am linken Rand des politischen Spektrums bewegt, und ich mich deswegen von DDR-Nostalgikern genauso abgrenzen will.

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Noch zwei Träume muss mir der Fussball erfüllen:
Der FCK kommt zum Trainingslager nach El Salvador.
Die DfB-Elf spielt ein Freundschaftsspiel gegen El Salvador.
Die Couchingzone |#1309
16.02.2015 - 09:54 Uhr
Für mich kann es da nur ein dickes Kompliment an Kohlmeyer und Berti geben.

An LongDongKohli, weil er die Debatte um Meinungsfreiheit aufgegriffen hat, was wohl eines DER Themen derzeit ist. Und in selbiger ist es meiner Meinung nach eben "frei", ob dies in Form von Satire, Kabarett, schwarzem Humor oder Sarkasmus geschieht. Worte sind Worte, Taten sind Taten.

Und Vergleiche erarbeitet man sich selbst, die zieht sich keiner so aus der Nase.
Ändere deine Taten und Denkweise, dann ändert man auch die Worte, die über dich fallen.

***** -Vergleiche (albern hoch_zehn, dass der Name zensiert wird) gehören aber standardmäßig nicht in mein Repertoire - das lasse ich einen Somuncu oder einen Kohlmeyer für mich aussprechen. Ich finds gut.

Und an Berti, der kritisiert und uns so vormacht, dass man zu seiner Meinung stehen und diese auch vertreten soll - auch wenn es Gegenwind gibt/geben kann.

•     •     •

Bellinghausen trieb den Ball auf der linken Seite nach vorne und flankte. McKenna missglückte der Abwehrschlag, der Ball prallte Simpson vor die Füße, der aus elf Metern ins linke untere Eck einschoss (70.).
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"Die Security filzt jedesmal meinen Jutebeutel, aber sie finden nur feinste Demeter-Qualität." __Verkehrtfunk

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Fox_da_man am 16.02.2015 um 09:54 Uhr bearbeitet
Die Couchingzone |#1310
16.02.2015 - 10:27 Uhr
Ich möchte anmerken, dass auch Worte Taten sind.

Meinungsfreiheit ist davon abgesehen durch Persönlichkeitsrechte anderer eingeschränkt, die in letzter Instanz auf Artikel 1 GG beruhen. Es ist allerdings ok, wenn man Kunst einen größeren Spielraum zugesteht, als normaler Meinungsäußerung. Wenn einer dann Schwachsinn labert und als Kunst verkauft, ist das halt so. Üblicherweise lässt sich Schwachsinn leicht als solcher identifizieren.

Davon abgesehen haben Nazivergleiche schon vor meiner Geburt aufgehört, originell zu sein.

Beste Grüße
Lullaby
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Lullaby am 16.02.2015 um 10:28 Uhr bearbeitet
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