Die Couchingzone
13.08.2010 - 13:19 Uhr
25.05.2013 - 15:57 Uhr
Dafür vergebe ich gern eine Wertung. Kollege Bahli ist übrigens nicht umgezogen sondern macht mitsamt Familie derzeit Ferien auf dem Bauernhof.
Gruß Berti
Gruß Berti
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Bertikoks am 25.05.2013 um 16:01 Uhr bearbeitet
25.05.2013 - 17:01 Uhr
Dazu hättest du auch noch den Post aus dem "Hoffenheim-FCK" Thread hängen können #1342, zumindest die letzten Absätze... Ebenfalls sehr gelungen Newtrial!!!
26.05.2013 - 23:01 Uhr
Jahrgang 3 - Sonderausgabe: Von Wundern, Helden - und einem alten Freund
Von Bertikoks und Butduma
But, ich hatte heute Nacht eine Vision. Eine die dir nicht gefallen wird. Aber so schlimm ist das gar nicht. Ich sehe jedenfalls vor meinem geistigen Auge den Dietmar Hopp. Der reißt nach dem Spiel gegen den FCK die Arme in den Himmel und jubelt ausgelassen mit seinen Sektbarfreunden. Die TSG aus Hoffenheim, die er kürzlich der Tradition wegen in 1899 umbenennen ließ, gewinnt auch am Betzenberg - und bleibt so in der ersten Bundesliga. Dazu aber später mehr.
Das letzte unserer großen Endspiele fand am 18. Mai 2008 statt. So vieles ist seitdem geschehen. So vieles ist seit diesem Tag anders. Und doch kann ich mich so gut erinnern, als wäre es gestern gewesen. Alles war scheinbar surreal. Das Licht mutete diffus an, die Atmosphäre so angespannt, dass man sie fast greifen konnte. Ich selbst stand irgendwie neben mir. Erst in der Halbzeit habe ich begriffen, dass ein Unentschieden gar nicht reichen würde. Dann der Pfostenschuss von Helmes. Näher an den Abgrund kann man nicht treten ohne hinabzustürzen. Und schließlich die siebzigste Minute. Josh Simpson, der sich kurz darauf einen dreifachen Mittelfußbruch zuziehen wird, macht das erlösende Tor. Elf Minuten später ist alles vorbei. Fritz Walter wird die Oberhand über das Wetter gewinnen, und ich werde Tränen in den Augen haben. So tief kann einen unser Sport berühren. Auch wenn das nicht häufig vorkommt. Unvergessen der Satz von Kuntz, dass jeder Spieler die einmalige Chance habe, in sieben Spielen zum Helden zu werden. Jeder Spieler? Nun ja, es ist so wie immer. Einige mehr andere weniger. Josh Simpson, der den Bann gebrochen hat und wegen seiner Verletzung zum tragischen Helden wurde. Axel Bellinghausen, der die Vorlage gab und wie kein Zweiter für Kampf und Einsatzwillen an diesem Tag stand und natürlich Marcel Ziemer, wie er vor der Westkurve salutiert. Das sind Bilder die ich wohl bis zu meinem Lebensende mit mir herumtragen werde. Gute Bilder. Und immer wenn ich daran denke, dass wir hinter der Westkurve eines Tages ein paar Bronzebüsten aufstellen sollten, dann denke ich an eine große für Kalli Feldkamp, eine genauso große für Otto Rehagel und eine vielleicht etwas kleinere aber ebenso wichtige für Väterchen Sasic. Das können Endspiele aus Fußballern machen. Oder But?
So sieht es aus, Berti! Auch wenn für die Bronzebüste von Väterchen Sasic bestimmt fast genauso viel legiertes Metall drauf geht wie für die beiden von Kalli und Otto, nur eben eher in der Breite als in der Höhe. Und ich gehe noch einen Schritt weiter: Wenn Franco mit uns den Aufstieg gegen die Jungs aus Hoppen… ähm… Hoffenheim schafft, dann wird zumindest sein linker Fuß in Bronze gegossen, um eines Tages eventuell auch ihm ein Denkmal zu bauen. Aber so ist das eben mit Endspielen und mit Helden. Wenn es los geht, dann werden die Zähler wieder auf Null gestellt, dann zählt das was vorher war nicht mehr. Fast so wie nach einer guten Beichte in der Kirche. Und ich bin schon gespannt, wer am Montagabend im Regen und Schein des Flutlichtes sein Heldenbild in mein Gedächtnis gravieren wird. Von manchen erwartet man es, manchen würde man es einfach gönnen und wiederum andere würden uns mit einer heroischen Tat zum Bundesligaaufstieg sicherlich überraschen. Wichtig ist im Moment sowieso nur, dass wir mit der frohen Hoffnung ins Spiel gehen, dass derartige Taten auch gegen die TSG möglich sind. Meine Batman-Maske und den wasserdichten roten Umhang stelle ich zu diesem Anlass dann auch gerne zur Verfügung.
Vergessen sollten wir trotzdem nicht, dass es sich um Fußball handelt und Fußball ist ein Mannschaftsport. Auch wenn es am Ende einzelne Menschen sind, die uns nach großartigen Erfolgen in Erinnerung bleiben, so sollten wir nicht jene vergessen, die ebenfalls dazu beigetragen haben. Ohne sie können keine Helden geboren werden, dessen sollten sich insbesondere die Helden selbst bewusst sein. Sie brauchen Geburtshelfer in verschwitzten Trikots. Dementsprechend wäre es fatal, wenn im Rückspiel der Relegation elf nach Anerkennung lechzende Alleinunterhalter über das Grün des Fritz-Walter-Stadions flitzen. Jeder braucht seinen Nebenmann und jeder muss für seinen Nebenmann da sein. Nur so können wir es schaffen gegen die moderne Version von Frankensteins Monster zu bestehen – aus Einzelteilen erschaffen, mit modernster Technik zusammengefügt und durch einen millionenschweren Blitzschlag zum Leben erweckt. Nun auf der Jagd nach Angehörigen der alten Rasse, um eine neue Gesellschaft zu errichten: Perfekt, angepasst und bis zur Unkenntlichkeit profillos. Ecken und Kanten unerwünscht. Das stößt bei manchen Menschen auf Sympathie und Gegenliebe, bei mir löst es allerdings nur ungute Gefühle aus, um es höflich zu formulieren. Ja, wir gehen in ein Endspiel, bei dem es für viele Fans um mehr geht als "nur" um den Aufstieg, für sie ist es auch ein Duell von zwei grundsätzlich verschiedenen Fankulturen, zwei verschiedenen Philosophien den Fußball zu leben und zu leiden. Wer den Betze kennt, der weiß, dass die Mannschaft in scheinbar aussichtslosen Situationen mit den Fans an ihrer Seite so einiges meistern, bewegen und erreichen kann. Oder etwa nicht, Berti?
Genau so ist es, But. Genau so. Außer dem eingangs Erwähnten hatten wir übrigens noch ein anderes Endspiel vor eigenen Fans, welches wir vermutlich nur wegen uns gewonnen haben. Ich meine wegen uns Fans. Es war im Sommer 1991 als wir unser Spiel gegen Gladbach unerwartet verloren. Und der große Traum in Frage stand. Denn Auswärtsspiele können wir einfach nicht so gut. Deshalb haben sich vierzigtausend Lauterer auf den Weg nach Müngersdorf gemacht und einfach ein zusätzliches Heimspiel erfunden. Wie das ausging weiß jeder. Und dieses Mal, müssen wir nichts neu erfinden. Denn wie es der Teufel will wird dieses Finale ohnehin am heimischen Betzenberg gespielt. Und das heißt für euch, liebe Hoffenheimer, dass ihr nicht nur gegen die elf Spieler auf dem Rasen antreten müsst. Nein! Ihr spielt gegen fast fünfzigtausend Menschen, die alles tun werden um diese Schlacht zu gewinnen. Und jeder einzelne davon ist vermutlich mehr Fan, als irgendeiner von euren Leuten es bisher sein konnte. Fan ist jedoch ein guter Anlass, um kurz vom Thema abzuweichen.
Dieser Tage hat uns einer verlassen, der uns gern und häufig in unserem Forum besucht hat. Die Rede ist von unserem alten Babbelpartner KSCdurlach. Er ist mit nur siebenundvierzig Jahren verstorben. "Noch immer nix los? Dann gratuliert halt eben der Durlacher dem Durlacher zum Aufstieg!" war sein vermutlich letzter Beitrag auf unserer gemeinsamen Plattform. Er stand für Weltoffenheit, er war FÜR etwas, nicht dagegen, er war ein sympathischer Mensch, der für einige von uns mit den Jahren zu einem, wenn auch virtuellen, Freund geworden ist. Er sitzt jetzt vermutlich neben unserem Fritz Walter auf einer (Regen)wolke und drückt uns (leihweise) seine Daumen. Kann der Fußballgott bei solchen Unterstützern anders als sich für unsere Farben zu entscheiden? Der Durlacher hat in unserer kleinen Forumswelt eine Lücke hinterlassen. Wir werden sein Andenken im virtuellen Raum bewahren. Das wird uns jedoch nicht daran hindern, konzentriert und gemeinsam eine Aufgabe anzugehen, bei der die große Mehrheit der deutschen Fußballfreunde mit uns fiebert. Lasst uns deshalb jetzt zusammenrücken. Alles vergessen was bisher war. Die Reihen zum letzten Mal für diese Saison schließen. So, dass nichts mehr zwischen uns passt. Und dann mit fliegenden Fahnen wie ein Mann an der Seite unserer Mannschaft kämpfen und der Mannschaft zurufen: Jeder von euch hat die einmalige Chance, in nur neunzig Minuten zum Helden zu werden. Macht das für uns, dann machen wir euch unsterblich. Die Fans des ruhmreichen 1. FC Kaiserslautern, dem Verein von Fritz und Ottmar Walter, Horst Eckel, Werner Liebrich, Hans-Peter Briegel, Stefan Kuntz, Olaf Marschall, Josh Simpson, Marcel Ziemer und so vielen anderen stehen hinter euch. Und wir haben gegenüber normalen Mannschaften einen entscheidenden Vorteil: Wir können Wunder. Und wir wissen das auch. Am Montag ist es wieder Zeit für eines. Lass die Hoffenheimer ruhig an ihren Erfolg glauben. Glaube mag Berge versetzen können, aber der Betzenberg ist immer noch da wo er hingehört. Und wenn wir es mit aller Kraft gemeinsam und geschlossen angehen, dann auch bald wieder in der ersten Bundesliga!
Ach so.
Berti & Butduma
Halt Berti! Da war doch noch die Sache mit der Vision. Was ist denn nun damit? Äh ja But, richtig. Hätte ich fast vergessen. Also der Hopp freut sich wie wahnsinnig über den Verbleib seines "Projekts" in der Bundesliga. Dann verebbt der Jubel langsam. Das Licht geht an. Der vierhundert Zoll Monitor geht aus. Der 3D-Superrechner der SAP stellt seinen Dienst ebenfalls ein und Dietmar Hopp fragt sich ein letztes Mal warum es in der Wirklichkeit nicht so gelaufen ist, wie er das hat planen lassen. Dann steigt er in sein Auto und fährt zum Saisonauftakt seiner TSG - Entschuldigung 1899 - nach Paderborn.
Das war's.
In der Couchingzone ist dann erst mal eine Weile Ruhe. Berti, Bahli, Kohlmeyer und Butduma werden sich die Schreibfinger massieren lassen und bei schmackhaften Cocktails ihre Freizeit genießen.
Von Bertikoks und Butduma
But, ich hatte heute Nacht eine Vision. Eine die dir nicht gefallen wird. Aber so schlimm ist das gar nicht. Ich sehe jedenfalls vor meinem geistigen Auge den Dietmar Hopp. Der reißt nach dem Spiel gegen den FCK die Arme in den Himmel und jubelt ausgelassen mit seinen Sektbarfreunden. Die TSG aus Hoffenheim, die er kürzlich der Tradition wegen in 1899 umbenennen ließ, gewinnt auch am Betzenberg - und bleibt so in der ersten Bundesliga. Dazu aber später mehr.
Das letzte unserer großen Endspiele fand am 18. Mai 2008 statt. So vieles ist seitdem geschehen. So vieles ist seit diesem Tag anders. Und doch kann ich mich so gut erinnern, als wäre es gestern gewesen. Alles war scheinbar surreal. Das Licht mutete diffus an, die Atmosphäre so angespannt, dass man sie fast greifen konnte. Ich selbst stand irgendwie neben mir. Erst in der Halbzeit habe ich begriffen, dass ein Unentschieden gar nicht reichen würde. Dann der Pfostenschuss von Helmes. Näher an den Abgrund kann man nicht treten ohne hinabzustürzen. Und schließlich die siebzigste Minute. Josh Simpson, der sich kurz darauf einen dreifachen Mittelfußbruch zuziehen wird, macht das erlösende Tor. Elf Minuten später ist alles vorbei. Fritz Walter wird die Oberhand über das Wetter gewinnen, und ich werde Tränen in den Augen haben. So tief kann einen unser Sport berühren. Auch wenn das nicht häufig vorkommt. Unvergessen der Satz von Kuntz, dass jeder Spieler die einmalige Chance habe, in sieben Spielen zum Helden zu werden. Jeder Spieler? Nun ja, es ist so wie immer. Einige mehr andere weniger. Josh Simpson, der den Bann gebrochen hat und wegen seiner Verletzung zum tragischen Helden wurde. Axel Bellinghausen, der die Vorlage gab und wie kein Zweiter für Kampf und Einsatzwillen an diesem Tag stand und natürlich Marcel Ziemer, wie er vor der Westkurve salutiert. Das sind Bilder die ich wohl bis zu meinem Lebensende mit mir herumtragen werde. Gute Bilder. Und immer wenn ich daran denke, dass wir hinter der Westkurve eines Tages ein paar Bronzebüsten aufstellen sollten, dann denke ich an eine große für Kalli Feldkamp, eine genauso große für Otto Rehagel und eine vielleicht etwas kleinere aber ebenso wichtige für Väterchen Sasic. Das können Endspiele aus Fußballern machen. Oder But?
So sieht es aus, Berti! Auch wenn für die Bronzebüste von Väterchen Sasic bestimmt fast genauso viel legiertes Metall drauf geht wie für die beiden von Kalli und Otto, nur eben eher in der Breite als in der Höhe. Und ich gehe noch einen Schritt weiter: Wenn Franco mit uns den Aufstieg gegen die Jungs aus Hoppen… ähm… Hoffenheim schafft, dann wird zumindest sein linker Fuß in Bronze gegossen, um eines Tages eventuell auch ihm ein Denkmal zu bauen. Aber so ist das eben mit Endspielen und mit Helden. Wenn es los geht, dann werden die Zähler wieder auf Null gestellt, dann zählt das was vorher war nicht mehr. Fast so wie nach einer guten Beichte in der Kirche. Und ich bin schon gespannt, wer am Montagabend im Regen und Schein des Flutlichtes sein Heldenbild in mein Gedächtnis gravieren wird. Von manchen erwartet man es, manchen würde man es einfach gönnen und wiederum andere würden uns mit einer heroischen Tat zum Bundesligaaufstieg sicherlich überraschen. Wichtig ist im Moment sowieso nur, dass wir mit der frohen Hoffnung ins Spiel gehen, dass derartige Taten auch gegen die TSG möglich sind. Meine Batman-Maske und den wasserdichten roten Umhang stelle ich zu diesem Anlass dann auch gerne zur Verfügung.
Vergessen sollten wir trotzdem nicht, dass es sich um Fußball handelt und Fußball ist ein Mannschaftsport. Auch wenn es am Ende einzelne Menschen sind, die uns nach großartigen Erfolgen in Erinnerung bleiben, so sollten wir nicht jene vergessen, die ebenfalls dazu beigetragen haben. Ohne sie können keine Helden geboren werden, dessen sollten sich insbesondere die Helden selbst bewusst sein. Sie brauchen Geburtshelfer in verschwitzten Trikots. Dementsprechend wäre es fatal, wenn im Rückspiel der Relegation elf nach Anerkennung lechzende Alleinunterhalter über das Grün des Fritz-Walter-Stadions flitzen. Jeder braucht seinen Nebenmann und jeder muss für seinen Nebenmann da sein. Nur so können wir es schaffen gegen die moderne Version von Frankensteins Monster zu bestehen – aus Einzelteilen erschaffen, mit modernster Technik zusammengefügt und durch einen millionenschweren Blitzschlag zum Leben erweckt. Nun auf der Jagd nach Angehörigen der alten Rasse, um eine neue Gesellschaft zu errichten: Perfekt, angepasst und bis zur Unkenntlichkeit profillos. Ecken und Kanten unerwünscht. Das stößt bei manchen Menschen auf Sympathie und Gegenliebe, bei mir löst es allerdings nur ungute Gefühle aus, um es höflich zu formulieren. Ja, wir gehen in ein Endspiel, bei dem es für viele Fans um mehr geht als "nur" um den Aufstieg, für sie ist es auch ein Duell von zwei grundsätzlich verschiedenen Fankulturen, zwei verschiedenen Philosophien den Fußball zu leben und zu leiden. Wer den Betze kennt, der weiß, dass die Mannschaft in scheinbar aussichtslosen Situationen mit den Fans an ihrer Seite so einiges meistern, bewegen und erreichen kann. Oder etwa nicht, Berti?
Genau so ist es, But. Genau so. Außer dem eingangs Erwähnten hatten wir übrigens noch ein anderes Endspiel vor eigenen Fans, welches wir vermutlich nur wegen uns gewonnen haben. Ich meine wegen uns Fans. Es war im Sommer 1991 als wir unser Spiel gegen Gladbach unerwartet verloren. Und der große Traum in Frage stand. Denn Auswärtsspiele können wir einfach nicht so gut. Deshalb haben sich vierzigtausend Lauterer auf den Weg nach Müngersdorf gemacht und einfach ein zusätzliches Heimspiel erfunden. Wie das ausging weiß jeder. Und dieses Mal, müssen wir nichts neu erfinden. Denn wie es der Teufel will wird dieses Finale ohnehin am heimischen Betzenberg gespielt. Und das heißt für euch, liebe Hoffenheimer, dass ihr nicht nur gegen die elf Spieler auf dem Rasen antreten müsst. Nein! Ihr spielt gegen fast fünfzigtausend Menschen, die alles tun werden um diese Schlacht zu gewinnen. Und jeder einzelne davon ist vermutlich mehr Fan, als irgendeiner von euren Leuten es bisher sein konnte. Fan ist jedoch ein guter Anlass, um kurz vom Thema abzuweichen.
Dieser Tage hat uns einer verlassen, der uns gern und häufig in unserem Forum besucht hat. Die Rede ist von unserem alten Babbelpartner KSCdurlach. Er ist mit nur siebenundvierzig Jahren verstorben. "Noch immer nix los? Dann gratuliert halt eben der Durlacher dem Durlacher zum Aufstieg!" war sein vermutlich letzter Beitrag auf unserer gemeinsamen Plattform. Er stand für Weltoffenheit, er war FÜR etwas, nicht dagegen, er war ein sympathischer Mensch, der für einige von uns mit den Jahren zu einem, wenn auch virtuellen, Freund geworden ist. Er sitzt jetzt vermutlich neben unserem Fritz Walter auf einer (Regen)wolke und drückt uns (leihweise) seine Daumen. Kann der Fußballgott bei solchen Unterstützern anders als sich für unsere Farben zu entscheiden? Der Durlacher hat in unserer kleinen Forumswelt eine Lücke hinterlassen. Wir werden sein Andenken im virtuellen Raum bewahren. Das wird uns jedoch nicht daran hindern, konzentriert und gemeinsam eine Aufgabe anzugehen, bei der die große Mehrheit der deutschen Fußballfreunde mit uns fiebert. Lasst uns deshalb jetzt zusammenrücken. Alles vergessen was bisher war. Die Reihen zum letzten Mal für diese Saison schließen. So, dass nichts mehr zwischen uns passt. Und dann mit fliegenden Fahnen wie ein Mann an der Seite unserer Mannschaft kämpfen und der Mannschaft zurufen: Jeder von euch hat die einmalige Chance, in nur neunzig Minuten zum Helden zu werden. Macht das für uns, dann machen wir euch unsterblich. Die Fans des ruhmreichen 1. FC Kaiserslautern, dem Verein von Fritz und Ottmar Walter, Horst Eckel, Werner Liebrich, Hans-Peter Briegel, Stefan Kuntz, Olaf Marschall, Josh Simpson, Marcel Ziemer und so vielen anderen stehen hinter euch. Und wir haben gegenüber normalen Mannschaften einen entscheidenden Vorteil: Wir können Wunder. Und wir wissen das auch. Am Montag ist es wieder Zeit für eines. Lass die Hoffenheimer ruhig an ihren Erfolg glauben. Glaube mag Berge versetzen können, aber der Betzenberg ist immer noch da wo er hingehört. Und wenn wir es mit aller Kraft gemeinsam und geschlossen angehen, dann auch bald wieder in der ersten Bundesliga!
Ach so.
Berti & Butduma
Halt Berti! Da war doch noch die Sache mit der Vision. Was ist denn nun damit? Äh ja But, richtig. Hätte ich fast vergessen. Also der Hopp freut sich wie wahnsinnig über den Verbleib seines "Projekts" in der Bundesliga. Dann verebbt der Jubel langsam. Das Licht geht an. Der vierhundert Zoll Monitor geht aus. Der 3D-Superrechner der SAP stellt seinen Dienst ebenfalls ein und Dietmar Hopp fragt sich ein letztes Mal warum es in der Wirklichkeit nicht so gelaufen ist, wie er das hat planen lassen. Dann steigt er in sein Auto und fährt zum Saisonauftakt seiner TSG - Entschuldigung 1899 - nach Paderborn.
Das war's.
In der Couchingzone ist dann erst mal eine Weile Ruhe. Berti, Bahli, Kohlmeyer und Butduma werden sich die Schreibfinger massieren lassen und bei schmackhaften Cocktails ihre Freizeit genießen.
26.05.2013 - 23:26 Uhr
Berti, Butduma,
ich will gar nicht groß drum herum reden, die Kolumne ist auch heute wieder reinster Lesegenuss!
Vielen Dank dafür :)
Es grüßt,
Carlos
ich will gar nicht groß drum herum reden, die Kolumne ist auch heute wieder reinster Lesegenuss!
Vielen Dank dafür :)
Es grüßt,
Carlos
26.05.2013 - 23:26 Uhr
nach dem ersten Absatz stellte ich das Lesen ein..Hopp..Arme gen Himmel..1899..das war eindeutig zu viel :grrr
ne Spaß, guter Text. Wie eigentlich immer hier. Danke euch.
ne Spaß, guter Text. Wie eigentlich immer hier. Danke euch.
27.05.2013 - 09:36 Uhr
Exzellent - Wie kanns auch anders sein :grrr
Leute ich weiss nicht wie es euch geht, aber ich für meinen Teil bin heiss wie Frittenfett.
Leute ich weiss nicht wie es euch geht, aber ich für meinen Teil bin heiss wie Frittenfett.
27.05.2013 - 10:33 Uhr
Ich bin überzeugt das hätte unserem Durli gefallen, natürlich sitzt er heute Abend im Himmel, drückt euch die Daumen, neben Fritz Walter auf einem Logenplatz und babbelt ihm wahrscheinlich ein Ohr ab.
Danke Jungs, auch wenn mir jetzt schon wieder die Tränen rollen.
Danke Jungs, auch wenn mir jetzt schon wieder die Tränen rollen.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von happy1312 am 27.05.2013 um 10:35 Uhr bearbeitet
27.05.2013 - 11:11 Uhr
Wie immer ein Genuss!
Vielen Dank für die großartigen Beiträge, die diese Saison wieder den Weg über das Couching in unsere Augen und Hirne fanden.
Schönen Urlaub (nach heute abend!), ihr habt ihn euch verdient!!
Chapeau
Vielen Dank für die großartigen Beiträge, die diese Saison wieder den Weg über das Couching in unsere Augen und Hirne fanden.
Schönen Urlaub (nach heute abend!), ihr habt ihn euch verdient!!
Chapeau
28.05.2013 - 00:31 Uhr
Freunde, wir haben versucht die Mannschaft allein durch unsere Hingabe, durch unsere Liebe, durch unsere bedingungslose Unterstützung, in die erste Liga zu tragen. Das hat am Ende nicht ausgereicht weil unsere Mannschaft einfach nicht die Klasse hat um eine Millionentruppe wie Hoffenheim zu schlagen.
Wenn wir ehrlich sind, war unser Traum von der ersten Liga vermutlich in dem Moment geplatzt, als der Schiedsrichter das Dortmunder Tor zurücknahm. Die Hoffenheimer Mannschaft hat sich mit der durch die Spieler gesprengten Pressekonferenz als unglaublich respektlos erwiesen. Keine Seele, keine Tradition und keinerlei Achtung vor dem Gegner. Aber all das sind eigentlich Nebenschauplätze. Im Mittelpunkt heute Abend waren wir. Die Unterstützung, die man neudeutsch wohl als Support bezeichnet war nicht nur erstligareif, sie war über alle Maßen weltklasse. Wir haben heute Abend ein Zeichen gesetzt. Das war einfach phantastisch. Und mit allem Geld der Welt kann Dietmar Hopp das nicht kaufen. Ich bin unglaublich stolz auf uns alle.
Gruß Berti
Wenn wir ehrlich sind, war unser Traum von der ersten Liga vermutlich in dem Moment geplatzt, als der Schiedsrichter das Dortmunder Tor zurücknahm. Die Hoffenheimer Mannschaft hat sich mit der durch die Spieler gesprengten Pressekonferenz als unglaublich respektlos erwiesen. Keine Seele, keine Tradition und keinerlei Achtung vor dem Gegner. Aber all das sind eigentlich Nebenschauplätze. Im Mittelpunkt heute Abend waren wir. Die Unterstützung, die man neudeutsch wohl als Support bezeichnet war nicht nur erstligareif, sie war über alle Maßen weltklasse. Wir haben heute Abend ein Zeichen gesetzt. Das war einfach phantastisch. Und mit allem Geld der Welt kann Dietmar Hopp das nicht kaufen. Ich bin unglaublich stolz auf uns alle.
Gruß Berti
19.07.2013 - 12:25 Uhr
Jahrgang 4 - Ausgabe 1: Aus dem Bauch
Der Sommer ist die schönste Jahreszeit. Der Sommer riecht nach Biergärten, Kampf mit der T-Shirt Figur, er schmeckt nach Badesee, fühlt sich an wie ein Surfbrett mit dem man gleichzeitig Fahrt aufnimmt, mehr Wind im Segel hat als sonst und eine ordentliche Welle abreitet. Der Sommer ist jedoch auch Teil des Wortes Sommerpause, ein Paradoxon das Berti nie verstanden hat. Warum baut man für aberwitzige Millionenbeträge Heizungsanlagen in Fußballstadien ein um spielen zu können, wenn der normale Mensch Schnee schaufelt, macht aber dann, wenn die Sonne am verlässlichsten scheint eine Pause? Egal. Berti nutzt wie die meisten Fans jede nur denkbare Gelegenheit um diese Unterbrechung zu verkürzen: Europameisterschaft, Weltmeisterschaft, ja sogar Damenfußball ist willkommen. Moment, heißt das jetzt nicht Frauenfußball? Wen kümmert das schon. Die Sommerpause zu überbrücken ist ein Ritual. Etwas, dass zur Ausbildung eines jeden Fans gehört. Ich hätte nie gedacht, dass ich die mal vermissen würde.
Die Saison beginnt und damit öffnet auch die "Couchingzone" wieder ihre Pforten - die heute zum letzten Mal in dieser Form erscheinen wird, denn unsere Zone erhält ein neues Gesicht. Was sich wann und wie ändert erklärt euch Kollege Kohlmeyer in den nächsten Tagen. Aber Freunde, da ich ja nun heute hier noch schreibe, muss ich gestehen, dass ich mich selten so ratlos wie in diesem Jahr vor dem Saisonauftakt gefühlt habe. Zum einen war die Sommerpause wie bereits erwähnt sehr kurz. Zu kurz für meinen Geschmack. Blieb so doch keine Zeit den verpassten Aufstieg zu verarbeiten und sich eine Meinung zum Thema zu bilden. War es nun eine Niederlage, weil die Spieler zu schlecht waren um den Gegner zu besiegen? Oder war es am Ende doch ein Sieg, weil wir auf den Rängen mit all unserer Liebe zum Verein alles überstrahlt haben was jemand anderes mit nahezu unbegrenzten Mitteln zu kaufen versucht?
Ich bin mir nicht sicher. Aber wie eine Niederlage hat es sich im Stadion irgendwie nicht angefühlt. Vor dem Fernseher mag das anders gewesen sein. Zum anderen weiß ich außerdem noch nicht so recht, was ich von meinem FCK in diesem Jahr erwarten soll. Grundsätzlich können wir es als gutes Zeichen nehmen, dass die befragten "Experten" uns allesamt auf "dem Zettel" haben. Viele von ihnen zählen uns zum Favoritenkreis, einige sehen uns sogar ganz vorn. Ich hingegen weiß irgendwie gar nichts. Während der ein oder andere Fußballfreund der es mit unseren Farben hält, begeistert auf die Verpflichtung von Alexander Ring reagierte, stimmt die mich auch nicht eben euphorisch. Nicht weil er es nicht wert wäre, ich kannte ihn vor seiner Verpflichtung einfach überhaupt nicht. Und das gilt für fast alle Neuzugänge. Trotzdem habe ich ein gutes Gefühl in diesem Jahr. Ich denke zum Beispiel, dass uns der Abgang von Alexander Baumjohann nicht schwächer macht. Im Gegenteil. Ich glaube er stärkt uns. Sicher war er fraglos der beste Fußballer unter unseren Profis, aber er war eben auch oft genug einer der schlechteren Spieler auf dem Feld - und diese Aussage widerspricht sich nicht. Er hat sich und seine Fähigkeiten in meinen Augen oftmals überschätzt und machte deshalb den Eindruck auf mich, dass er nicht seine volle Leistung abruft. Und das reicht dann eben nicht. Nichtmal in der zweiten Liga.
Aber ein Abgang macht natürlich noch keine gute Saison. Und schon gar nicht, wenn man viele der Neuzugänge nicht, oder besser gesagt noch nicht, gut genug kennt um ein valides Urteil abzugeben. Was war denn eigentlich sonst noch? Der Vorstand plant laut Jahrespressekonferenz in diesem Jahr mit einem realistischen Zuschauerschnitt, was mir gefällt. Vielleicht können wir den dann, wenn es gut läuft, am Ende einfach übertreffen. Überhaupt scheint es so, als habe der FCK gelernt aus der letzten Saison. Er nennt nicht mehr den Aufstieg als Ziel, sondern gibt sich mit dem Kampf um die ersten Plätze zufrieden. Trotz dieser an sich löblichen Kurskorrektur wirkt diese Nummer irgendwie unglaubwürdig auf mich. Klingt ein wenig nach "gewollt und nicht gekonnt" oder schlichter gesagt nach "Eiertanz". Kurz, es macht den Eindruck, als wenn man sich nicht getraut hat, dass Kind noch einmal beim Namen zu nennen. Denken wir mal drüber nach. Der Vorstand betont, dass nahezu alle Ziele leichter oder ausschließlich in der Bundesliga umsetzbar sind. Er erklärt weiterhin, dass wir nicht noch einmal auf diesem (finanziellen) Niveau angreifen können, was wohl jeder, der sich mit der Sache ein wenig beschäftigt, gut nachvollziehen kann. Glaubt man aber den diversen Experten, so hat der FCK gut eingekauft. Der "Kicker" kommt, stellvertretend für andere sei er hier genannt, zu dem Schluss, der FCK verfüge über einen der besten Kader der Liga und sei ein heißer Aufstiegskandidat. Wäre man unter diesen Umständen tatsächlich mit Platz fünf zufrieden? Ist Platz vier wirklich ein Erfolg? Oder muss man nicht kompromisslos den Aufstieg anstreben, weil danach sonst zwangsläufig wieder ein Umbruch ansteht? Wenn man aber genauer hinhört was Stefan Kuntz da eigentlich sagt, dann nennt er das Kind am Ende doch beim Namen. Man wolle am dreißigsten Spieltag noch in der Lage sein, die Plätze eins bis drei anzugehen und dann angreifen. Unser Vorstandsvorsitzender skizziert somit lediglich den Saisonverlauf und bittet auf diesem Weg auch schon um Geduld, wenn es zwischenzeitlich nicht ganz so gut laufen sollte. Also alles in Ordnung. Und viel besser als letztes Jahr. Zumindest gefühlt. Und übrigens auch schon mal da gewesen. In unserer letzten Aufstiegssaison. Und da belegten wir am Ende den ersten Platz. Ein gutes Omen.
Fußball ist schließlich ein stimmungsabhängiges Geschäft. Kaum irgendwo machen sich Erwartungen, Hoffnungen oder Kritik so sehr am Bauchgefühl fest, wie bei der möglicherweise schönsten Nebensache der Welt. Wenn unsere Mannschaft an diesem Samstag ihr erstes Spiel in Paderborn macht, haben die Verantwortlichen in ihren Augen sicher alles getan was ihnen möglich schien, damit die Saison mit einem Erfolg beginnt. Bei diesem Saisonauftakt treffen wir dann auch auf unseren alten Kapitän Martin Amedick, der nach überstandener Erkrankung den Kreis geschlossen hat und nach Paderborn zurückgekehrt ist. Es ist schön, dass er wieder auf der Wiese steht. Und es ist auch schön, dass er sein erstes Spiel nach längerer Pause ausgerechnet gegen uns bestreitet. Willkommen zurück, Martin Amedick! Leider musst Du dich mit einer Niederlage zum Auftakt zufrieden geben, denn ich bin mir ganz sicher, unsere Spieler werden ihrerseits alles dafür tun, diese Spielzeit mit einem Sieg zu beginnen. Irgendwie scheint mir in diesem Jahr mehr als die Summe der Einzelspieler auf dem Platz zu stehen. Gelingt der Dreier zum Auftakt, kann vieles zum Selbstläufer werden, da die Dynamik des Augenblicks in unserem Sport oft sehr viel verändern kann. Geht es nach meinem Bauchgefühl, soviel sei verraten, bin ich deutlich optimistischer als letztes Jahr. Fragt mich nur bitte nicht warum.
Olé Rot Weiß.
Gruß Berti
Der Sommer ist die schönste Jahreszeit. Der Sommer riecht nach Biergärten, Kampf mit der T-Shirt Figur, er schmeckt nach Badesee, fühlt sich an wie ein Surfbrett mit dem man gleichzeitig Fahrt aufnimmt, mehr Wind im Segel hat als sonst und eine ordentliche Welle abreitet. Der Sommer ist jedoch auch Teil des Wortes Sommerpause, ein Paradoxon das Berti nie verstanden hat. Warum baut man für aberwitzige Millionenbeträge Heizungsanlagen in Fußballstadien ein um spielen zu können, wenn der normale Mensch Schnee schaufelt, macht aber dann, wenn die Sonne am verlässlichsten scheint eine Pause? Egal. Berti nutzt wie die meisten Fans jede nur denkbare Gelegenheit um diese Unterbrechung zu verkürzen: Europameisterschaft, Weltmeisterschaft, ja sogar Damenfußball ist willkommen. Moment, heißt das jetzt nicht Frauenfußball? Wen kümmert das schon. Die Sommerpause zu überbrücken ist ein Ritual. Etwas, dass zur Ausbildung eines jeden Fans gehört. Ich hätte nie gedacht, dass ich die mal vermissen würde.
Die Saison beginnt und damit öffnet auch die "Couchingzone" wieder ihre Pforten - die heute zum letzten Mal in dieser Form erscheinen wird, denn unsere Zone erhält ein neues Gesicht. Was sich wann und wie ändert erklärt euch Kollege Kohlmeyer in den nächsten Tagen. Aber Freunde, da ich ja nun heute hier noch schreibe, muss ich gestehen, dass ich mich selten so ratlos wie in diesem Jahr vor dem Saisonauftakt gefühlt habe. Zum einen war die Sommerpause wie bereits erwähnt sehr kurz. Zu kurz für meinen Geschmack. Blieb so doch keine Zeit den verpassten Aufstieg zu verarbeiten und sich eine Meinung zum Thema zu bilden. War es nun eine Niederlage, weil die Spieler zu schlecht waren um den Gegner zu besiegen? Oder war es am Ende doch ein Sieg, weil wir auf den Rängen mit all unserer Liebe zum Verein alles überstrahlt haben was jemand anderes mit nahezu unbegrenzten Mitteln zu kaufen versucht?
Ich bin mir nicht sicher. Aber wie eine Niederlage hat es sich im Stadion irgendwie nicht angefühlt. Vor dem Fernseher mag das anders gewesen sein. Zum anderen weiß ich außerdem noch nicht so recht, was ich von meinem FCK in diesem Jahr erwarten soll. Grundsätzlich können wir es als gutes Zeichen nehmen, dass die befragten "Experten" uns allesamt auf "dem Zettel" haben. Viele von ihnen zählen uns zum Favoritenkreis, einige sehen uns sogar ganz vorn. Ich hingegen weiß irgendwie gar nichts. Während der ein oder andere Fußballfreund der es mit unseren Farben hält, begeistert auf die Verpflichtung von Alexander Ring reagierte, stimmt die mich auch nicht eben euphorisch. Nicht weil er es nicht wert wäre, ich kannte ihn vor seiner Verpflichtung einfach überhaupt nicht. Und das gilt für fast alle Neuzugänge. Trotzdem habe ich ein gutes Gefühl in diesem Jahr. Ich denke zum Beispiel, dass uns der Abgang von Alexander Baumjohann nicht schwächer macht. Im Gegenteil. Ich glaube er stärkt uns. Sicher war er fraglos der beste Fußballer unter unseren Profis, aber er war eben auch oft genug einer der schlechteren Spieler auf dem Feld - und diese Aussage widerspricht sich nicht. Er hat sich und seine Fähigkeiten in meinen Augen oftmals überschätzt und machte deshalb den Eindruck auf mich, dass er nicht seine volle Leistung abruft. Und das reicht dann eben nicht. Nichtmal in der zweiten Liga.
Aber ein Abgang macht natürlich noch keine gute Saison. Und schon gar nicht, wenn man viele der Neuzugänge nicht, oder besser gesagt noch nicht, gut genug kennt um ein valides Urteil abzugeben. Was war denn eigentlich sonst noch? Der Vorstand plant laut Jahrespressekonferenz in diesem Jahr mit einem realistischen Zuschauerschnitt, was mir gefällt. Vielleicht können wir den dann, wenn es gut läuft, am Ende einfach übertreffen. Überhaupt scheint es so, als habe der FCK gelernt aus der letzten Saison. Er nennt nicht mehr den Aufstieg als Ziel, sondern gibt sich mit dem Kampf um die ersten Plätze zufrieden. Trotz dieser an sich löblichen Kurskorrektur wirkt diese Nummer irgendwie unglaubwürdig auf mich. Klingt ein wenig nach "gewollt und nicht gekonnt" oder schlichter gesagt nach "Eiertanz". Kurz, es macht den Eindruck, als wenn man sich nicht getraut hat, dass Kind noch einmal beim Namen zu nennen. Denken wir mal drüber nach. Der Vorstand betont, dass nahezu alle Ziele leichter oder ausschließlich in der Bundesliga umsetzbar sind. Er erklärt weiterhin, dass wir nicht noch einmal auf diesem (finanziellen) Niveau angreifen können, was wohl jeder, der sich mit der Sache ein wenig beschäftigt, gut nachvollziehen kann. Glaubt man aber den diversen Experten, so hat der FCK gut eingekauft. Der "Kicker" kommt, stellvertretend für andere sei er hier genannt, zu dem Schluss, der FCK verfüge über einen der besten Kader der Liga und sei ein heißer Aufstiegskandidat. Wäre man unter diesen Umständen tatsächlich mit Platz fünf zufrieden? Ist Platz vier wirklich ein Erfolg? Oder muss man nicht kompromisslos den Aufstieg anstreben, weil danach sonst zwangsläufig wieder ein Umbruch ansteht? Wenn man aber genauer hinhört was Stefan Kuntz da eigentlich sagt, dann nennt er das Kind am Ende doch beim Namen. Man wolle am dreißigsten Spieltag noch in der Lage sein, die Plätze eins bis drei anzugehen und dann angreifen. Unser Vorstandsvorsitzender skizziert somit lediglich den Saisonverlauf und bittet auf diesem Weg auch schon um Geduld, wenn es zwischenzeitlich nicht ganz so gut laufen sollte. Also alles in Ordnung. Und viel besser als letztes Jahr. Zumindest gefühlt. Und übrigens auch schon mal da gewesen. In unserer letzten Aufstiegssaison. Und da belegten wir am Ende den ersten Platz. Ein gutes Omen.
Fußball ist schließlich ein stimmungsabhängiges Geschäft. Kaum irgendwo machen sich Erwartungen, Hoffnungen oder Kritik so sehr am Bauchgefühl fest, wie bei der möglicherweise schönsten Nebensache der Welt. Wenn unsere Mannschaft an diesem Samstag ihr erstes Spiel in Paderborn macht, haben die Verantwortlichen in ihren Augen sicher alles getan was ihnen möglich schien, damit die Saison mit einem Erfolg beginnt. Bei diesem Saisonauftakt treffen wir dann auch auf unseren alten Kapitän Martin Amedick, der nach überstandener Erkrankung den Kreis geschlossen hat und nach Paderborn zurückgekehrt ist. Es ist schön, dass er wieder auf der Wiese steht. Und es ist auch schön, dass er sein erstes Spiel nach längerer Pause ausgerechnet gegen uns bestreitet. Willkommen zurück, Martin Amedick! Leider musst Du dich mit einer Niederlage zum Auftakt zufrieden geben, denn ich bin mir ganz sicher, unsere Spieler werden ihrerseits alles dafür tun, diese Spielzeit mit einem Sieg zu beginnen. Irgendwie scheint mir in diesem Jahr mehr als die Summe der Einzelspieler auf dem Platz zu stehen. Gelingt der Dreier zum Auftakt, kann vieles zum Selbstläufer werden, da die Dynamik des Augenblicks in unserem Sport oft sehr viel verändern kann. Geht es nach meinem Bauchgefühl, soviel sei verraten, bin ich deutlich optimistischer als letztes Jahr. Fragt mich nur bitte nicht warum.
Olé Rot Weiß.
Gruß Berti
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