Die Couchingzone
13.08.2010 - 13:19 Uhr
26.04.2013 - 09:45 Uhr
Jahrgang 3 - Ausgabe 30
Ene, mene, muh und raus bist du
Von Bahli
Irgendwann ist für alles das erste Mal. Meinte schon die Bibel. Irgendwann findet irgendetwas immer zum ersten Mal statt. Meinte in Bahlis Jugend schon die Bravo. Aber dass man irgendwann keine Lust auf ein Spiel des 1. FC Kaiserslautern hat, ist eine völlige Unmöglichkeit. Dachte der Autor dieser Zeilen mehr als 30 Jahre lang. Am vergangenen Samstag gegen 12:30 Uhr begann dann diese seltsame Uraufführung - oder eben keine Aufführung. Der Bahli legte sich ins Bett und machte einen ausgedehnten Mittagsschlaf. Irgendwann gegen 20 nach zwei schaute er mal in der kicker-App wie sich sein FCK gegen Paderborn schlägt. 2:0 leuchtete auf dem Display. Gut, dachte der Bahli, da kann man komplett entspannt noch eine Mütze Schlaf nehmen. Irgendwann um drei stellte Bahli fest, dass sein ganz spezieller "Spezi" Alexander Baumjohann sogar noch einen draufgelegt hat. Aber irgendwie war das trotzdem eine seltsame Erfahrung. Irgendwie war das alles nicht real. Aber irgendwie war das in der Rückschau auch kein großer Verlust.
Jammern auf höchstem Niveau?
0:0, 1:1, 3:0, 1:1, 3:0, 1:1, 3:0 - sieben Spiele, 13 Punkte, keine Niederlage. In den letzten elf Spielen nach Ende der Winterpause kassierte der 1. FC Kaiserslautern ganze vier Gegentore. Da wären viele Fans anderer Vereine wahrscheinlich richtig froh, wenn ihre Mannschaft solch eine Bilanz aufweisen würde. Aber die FCK-Fans murren. Allen voran der Bahli. Und das schon seit Monaten. Da stellt sich Außenstehenden doch berechtigterweise die Frage, ob man da im Umfeld des vierfachen deutschen Meisters nicht auf oberstem Niveau - quasi ganz oben auf der Niveauleiter wie närrisch vor sich hinjammert. Objektiv gesehen sicherlich. Aber welchen Fan interessiert so etwas wie Objektivität, wenn es um seinen Lieblingsverein geht. Der Fan ist befangen. Ganz klar. Und das will er auch sein. Er ist daher in seinem Urteilsvermögen nicht nur eingeschränkt, er schießt auch gerne über das Ziel hinaus. Und genau an diesem Punkt befindet sich der Bahli. Wie gerne würde er sich diese überaus mäßige FCK-Saison schönreden. Wie gerne würde er Spiele wie in Aue oder Sandhausen als Ausrutscher reinwaschen. Wie glücklich würde er sich schätzen, wenn er grandiose Spiele wie das 3:0 gegen bockloses Hornvieh aus der Domstadt als den Normalfall bezeichnen könnte. Kann er aber leider nicht. Normal scheinen eher Grottenkicks à la Aue, Sandhausen, Bochum, Aalen, Union Berlin oder St. Pauli. Aber stimmt das auch wirklich? Der Bahli ist schließlich befangen wie Uli Hoeneß kautionslos glücklich. Sicher ist er sich da nicht.
Der neidvolle Blick nach Europa
Neid ist eigentlich etwas, was dem Bahli völlig abgeht. Hofft er zumindest. Aber was er und Millionen andere Fußballfans da am Dienstag und Mittwoch in der Champions League bewundern durften, hätte er natürlich gerne als befangener Fan erlebt. Ihm blieb daher nichts anderes übrig als in den objektiven Tenor einzustimmen, dass der FC Bayern München und Borussia Dortmund mit phantastischem Fußball die Aushängeschilder der Primera Division in Grund und Boden gespielt haben. Und so steht zu befürchten, dass der 1. FC Kaiserslautern am 23. Oktober 1991 mit dem FC Barcelona zum letzten Mal eines der europäischen Königshäuser fußballtechnisch verdroschen hat. Und wäre dieser Kopfballriesenzwerg Bakero nicht gewesen, hätte das damalige Fußballabenteuer womöglich ein ganz anderes Happyend genommen als den tränenüberfluteten Betzenberg nach dem schlimmsten und traurigsten Sieg in der FCK-Geschichte. Von derlei Abenteuern ist der FCK der Saison 2012/13 nicht nur tabellarisch Lichtjahre entfernt. Auch der Fußball, den man spielt, ist zwar hin und wieder mitreißend, meistens jedoch todsterbenslangweilig. Da schaut man eben neidisch auf einen FC Bayern mit seiner spielerischen Perfektion und die Borussia aus Dortmund mit ihrem erstklassigen Kollektiv. Ein erstklassiges Kollektiv war das damals 1991 auch - mit Stefan Kuntz, Gerry Ehrmann, Demir Hotic, Wolfgang Funkel, Marco Haber, Frank Lelle und wie sie alle hießen. Vergegenwärtigt sich der Bahli dieses 3:1 oder auch das 5:0 im März 1982 gegen Real Madrid, dann wird ihm ganz wehmütig ums Herz. So schwer damals in den Achtzigern die Vorstellung war, dass der 1. FC Kaiserslautern irgendwann noch einmal Deutscher Meister wird, so schwer ist heute der Glaube an eine rosige Zukunft. Aber - und da glimmt ein schwaches Fünkchen Hoffnung in Bahli auf - der FCK schaffte das Unmögliche und wurde 1990 Pokalsieger und ein Jahr später Deutscher Meister. Nichts ist unmöglich. Aber Geduld ist gefragt.
Ene mene meck, und du bist weg
Falsch. Beziehungsweise noch nicht ganz. Der Bahli ist noch nicht ganz weg. Zumindest gibt es noch die Chance, dass er eine weitere Kolumne - eine Relegationskolumne sozusagen - verfassen darf. Die Chancen sind weiterhin da. Trotz des epischen Rumgeheules im Fanumfeld. Jaja, rumort es sofort in Bahlis Gehirn, der Relegationsplatz ist natürlich noch drin. Aber da stellen sich andere Fragen. Beispielsweise, ob es aufgrund dieser extrem schwachen 2. Liga in dieser Saison nicht möglich gewesen wäre, direkt aufzusteigen. Nicht, dass die Relegation der indirekte - dafür aber sichere - Weg ist. Das wird - sollte er denn kommen - ein brutal harter Brocken. Nein, die Frage, die sich der Bahli stellt, geht eher in die Richtung, hätte man nicht mit den Überfliegern von der Hertha und dem Überraschungsteam aus Braunschweig punktemäßig mithalten können. Hat der FCK nicht einfach sackviel Punkte links und rechts ins Grün getreten? Irgendwie schon. Aber immerhin kann man sich in der Pfalz glücklich schätzen, dass das komplette Verfolgerfeld bzw. alle anderen Aufstiegsaspiranten famos auf der Stelle treten und noch mehr Punkte wie schales Bier in die Spüle kippen. Das gilt selbst für die spät - möglicherweise zu spät - erwachten Kölner. Kriegen fast mit dem Schlusspfiff noch den Ausgleich in Duisburg. So etwas kennt der FCK-Fan nur zu gut. Und deshalb hält es der Bahli für unangebracht, Häme über den Domstätdtern auszuschütten. Irgendwie hatte jeder hinter dem Führungsduo sein ganz persönliches "Aue". Von daher lässt sich auch der Schluss ziehen, Lautern ist immerhin der Primus unter den Vollpfosten. Ein äußerst fragwürdiger Titel, das weiß der Bahli. Schauen wir also am Montag nach Cottbus und stecken alle Energie in die Unterstützung unserer Mannschaft. Auch der Bahli wird dann wieder dabei sein. Die seltsame Erfahrung am vergangenen Samstag war notwendig - einfach auch um den in den letzten Monaten aufgestauten Frust und Ärger zu kanalisieren. Aber im Grunde will er ja auch, dass seine Mannschaft so schnell wie möglich in die Bundesliga zurückkehrt. Und ein Sieg in Cottbus wäre ein wichtiger Schritt.
Sollte der Fußballgott allerdings anders planen und der 1. FC Köln den Relegationsplatz erobern, dann würde "Ene mene meck, und der Bahli wäre weg" eintreten. Und zur Sicherheit - man weiß ja nie - möchte ich mich an dieser Stelle bei allen unseren Lesern für die unserer Kolumne entgegengebrachte Aufmerksamkeit bedanken. Und natürlich freut sich der Bahli schon wie Hulle auf die nächste Saison mit einer neuen Kolumnenreihe - in welcher Liga auch immer die stattfindet ...
... aber insgeheim ist er sich sicher, dass er noch einmal etwas schreiben darf ...
Cheers
Bahli
Auf dem Kolumnensofa essen alte, dicke Männer Chips, trinken Bier und labern in der gegend rum. Und das spätestens jeweils an Freitagen um 12:00 Uhr oder an Spieltagen zur gleichen Zeit bei allen Pflichtspielen. Aber Achtung, auf Armband- und Bahnhofsuhren kann dies auch ein wenig später werden.
Ene, mene, muh und raus bist du
Von Bahli
Irgendwann ist für alles das erste Mal. Meinte schon die Bibel. Irgendwann findet irgendetwas immer zum ersten Mal statt. Meinte in Bahlis Jugend schon die Bravo. Aber dass man irgendwann keine Lust auf ein Spiel des 1. FC Kaiserslautern hat, ist eine völlige Unmöglichkeit. Dachte der Autor dieser Zeilen mehr als 30 Jahre lang. Am vergangenen Samstag gegen 12:30 Uhr begann dann diese seltsame Uraufführung - oder eben keine Aufführung. Der Bahli legte sich ins Bett und machte einen ausgedehnten Mittagsschlaf. Irgendwann gegen 20 nach zwei schaute er mal in der kicker-App wie sich sein FCK gegen Paderborn schlägt. 2:0 leuchtete auf dem Display. Gut, dachte der Bahli, da kann man komplett entspannt noch eine Mütze Schlaf nehmen. Irgendwann um drei stellte Bahli fest, dass sein ganz spezieller "Spezi" Alexander Baumjohann sogar noch einen draufgelegt hat. Aber irgendwie war das trotzdem eine seltsame Erfahrung. Irgendwie war das alles nicht real. Aber irgendwie war das in der Rückschau auch kein großer Verlust.
Jammern auf höchstem Niveau?
0:0, 1:1, 3:0, 1:1, 3:0, 1:1, 3:0 - sieben Spiele, 13 Punkte, keine Niederlage. In den letzten elf Spielen nach Ende der Winterpause kassierte der 1. FC Kaiserslautern ganze vier Gegentore. Da wären viele Fans anderer Vereine wahrscheinlich richtig froh, wenn ihre Mannschaft solch eine Bilanz aufweisen würde. Aber die FCK-Fans murren. Allen voran der Bahli. Und das schon seit Monaten. Da stellt sich Außenstehenden doch berechtigterweise die Frage, ob man da im Umfeld des vierfachen deutschen Meisters nicht auf oberstem Niveau - quasi ganz oben auf der Niveauleiter wie närrisch vor sich hinjammert. Objektiv gesehen sicherlich. Aber welchen Fan interessiert so etwas wie Objektivität, wenn es um seinen Lieblingsverein geht. Der Fan ist befangen. Ganz klar. Und das will er auch sein. Er ist daher in seinem Urteilsvermögen nicht nur eingeschränkt, er schießt auch gerne über das Ziel hinaus. Und genau an diesem Punkt befindet sich der Bahli. Wie gerne würde er sich diese überaus mäßige FCK-Saison schönreden. Wie gerne würde er Spiele wie in Aue oder Sandhausen als Ausrutscher reinwaschen. Wie glücklich würde er sich schätzen, wenn er grandiose Spiele wie das 3:0 gegen bockloses Hornvieh aus der Domstadt als den Normalfall bezeichnen könnte. Kann er aber leider nicht. Normal scheinen eher Grottenkicks à la Aue, Sandhausen, Bochum, Aalen, Union Berlin oder St. Pauli. Aber stimmt das auch wirklich? Der Bahli ist schließlich befangen wie Uli Hoeneß kautionslos glücklich. Sicher ist er sich da nicht.
Der neidvolle Blick nach Europa
Neid ist eigentlich etwas, was dem Bahli völlig abgeht. Hofft er zumindest. Aber was er und Millionen andere Fußballfans da am Dienstag und Mittwoch in der Champions League bewundern durften, hätte er natürlich gerne als befangener Fan erlebt. Ihm blieb daher nichts anderes übrig als in den objektiven Tenor einzustimmen, dass der FC Bayern München und Borussia Dortmund mit phantastischem Fußball die Aushängeschilder der Primera Division in Grund und Boden gespielt haben. Und so steht zu befürchten, dass der 1. FC Kaiserslautern am 23. Oktober 1991 mit dem FC Barcelona zum letzten Mal eines der europäischen Königshäuser fußballtechnisch verdroschen hat. Und wäre dieser Kopfballriesenzwerg Bakero nicht gewesen, hätte das damalige Fußballabenteuer womöglich ein ganz anderes Happyend genommen als den tränenüberfluteten Betzenberg nach dem schlimmsten und traurigsten Sieg in der FCK-Geschichte. Von derlei Abenteuern ist der FCK der Saison 2012/13 nicht nur tabellarisch Lichtjahre entfernt. Auch der Fußball, den man spielt, ist zwar hin und wieder mitreißend, meistens jedoch todsterbenslangweilig. Da schaut man eben neidisch auf einen FC Bayern mit seiner spielerischen Perfektion und die Borussia aus Dortmund mit ihrem erstklassigen Kollektiv. Ein erstklassiges Kollektiv war das damals 1991 auch - mit Stefan Kuntz, Gerry Ehrmann, Demir Hotic, Wolfgang Funkel, Marco Haber, Frank Lelle und wie sie alle hießen. Vergegenwärtigt sich der Bahli dieses 3:1 oder auch das 5:0 im März 1982 gegen Real Madrid, dann wird ihm ganz wehmütig ums Herz. So schwer damals in den Achtzigern die Vorstellung war, dass der 1. FC Kaiserslautern irgendwann noch einmal Deutscher Meister wird, so schwer ist heute der Glaube an eine rosige Zukunft. Aber - und da glimmt ein schwaches Fünkchen Hoffnung in Bahli auf - der FCK schaffte das Unmögliche und wurde 1990 Pokalsieger und ein Jahr später Deutscher Meister. Nichts ist unmöglich. Aber Geduld ist gefragt.
Ene mene meck, und du bist weg
Falsch. Beziehungsweise noch nicht ganz. Der Bahli ist noch nicht ganz weg. Zumindest gibt es noch die Chance, dass er eine weitere Kolumne - eine Relegationskolumne sozusagen - verfassen darf. Die Chancen sind weiterhin da. Trotz des epischen Rumgeheules im Fanumfeld. Jaja, rumort es sofort in Bahlis Gehirn, der Relegationsplatz ist natürlich noch drin. Aber da stellen sich andere Fragen. Beispielsweise, ob es aufgrund dieser extrem schwachen 2. Liga in dieser Saison nicht möglich gewesen wäre, direkt aufzusteigen. Nicht, dass die Relegation der indirekte - dafür aber sichere - Weg ist. Das wird - sollte er denn kommen - ein brutal harter Brocken. Nein, die Frage, die sich der Bahli stellt, geht eher in die Richtung, hätte man nicht mit den Überfliegern von der Hertha und dem Überraschungsteam aus Braunschweig punktemäßig mithalten können. Hat der FCK nicht einfach sackviel Punkte links und rechts ins Grün getreten? Irgendwie schon. Aber immerhin kann man sich in der Pfalz glücklich schätzen, dass das komplette Verfolgerfeld bzw. alle anderen Aufstiegsaspiranten famos auf der Stelle treten und noch mehr Punkte wie schales Bier in die Spüle kippen. Das gilt selbst für die spät - möglicherweise zu spät - erwachten Kölner. Kriegen fast mit dem Schlusspfiff noch den Ausgleich in Duisburg. So etwas kennt der FCK-Fan nur zu gut. Und deshalb hält es der Bahli für unangebracht, Häme über den Domstätdtern auszuschütten. Irgendwie hatte jeder hinter dem Führungsduo sein ganz persönliches "Aue". Von daher lässt sich auch der Schluss ziehen, Lautern ist immerhin der Primus unter den Vollpfosten. Ein äußerst fragwürdiger Titel, das weiß der Bahli. Schauen wir also am Montag nach Cottbus und stecken alle Energie in die Unterstützung unserer Mannschaft. Auch der Bahli wird dann wieder dabei sein. Die seltsame Erfahrung am vergangenen Samstag war notwendig - einfach auch um den in den letzten Monaten aufgestauten Frust und Ärger zu kanalisieren. Aber im Grunde will er ja auch, dass seine Mannschaft so schnell wie möglich in die Bundesliga zurückkehrt. Und ein Sieg in Cottbus wäre ein wichtiger Schritt.
Sollte der Fußballgott allerdings anders planen und der 1. FC Köln den Relegationsplatz erobern, dann würde "Ene mene meck, und der Bahli wäre weg" eintreten. Und zur Sicherheit - man weiß ja nie - möchte ich mich an dieser Stelle bei allen unseren Lesern für die unserer Kolumne entgegengebrachte Aufmerksamkeit bedanken. Und natürlich freut sich der Bahli schon wie Hulle auf die nächste Saison mit einer neuen Kolumnenreihe - in welcher Liga auch immer die stattfindet ...
... aber insgeheim ist er sich sicher, dass er noch einmal etwas schreiben darf ...
Cheers
Bahli
Auf dem Kolumnensofa essen alte, dicke Männer Chips, trinken Bier und labern in der gegend rum. Und das spätestens jeweils an Freitagen um 12:00 Uhr oder an Spieltagen zur gleichen Zeit bei allen Pflichtspielen. Aber Achtung, auf Armband- und Bahnhofsuhren kann dies auch ein wenig später werden.
26.04.2013 - 10:02 Uhr
Ach Bahli, musstest Du die alten Wunden aus den Zeiten im internationalen Wettbewerb wieder aufreißen? Trotzdem (wie gewohnt) eine phantastische Ausgabe im wohl besten Thread bei TM.
26.04.2013 - 10:13 Uhr
Das mit dem "Primus unter den Vollpfosten" wäre doch auch ein sehr passabler neuer Gebabb'l-Titel.
26.04.2013 - 10:32 Uhr
Der bahli kanalisiert aufgestauten Frust und Wut beim Mittagsschlaf?! ;) Ich muss gestehen, dass mich diese grundvitale Einstellung zum Schmunzeln bringt und zugleich Erinnerungen an unsere Elf hervorruft.
Ansonsten wir immer ein prächtiges Ding: Viel Inhalt, viel Sinn und keine Rechtschreibfehler. Wahre Bahlitristik eben.
Ansonsten wir immer ein prächtiges Ding: Viel Inhalt, viel Sinn und keine Rechtschreibfehler. Wahre Bahlitristik eben.
26.04.2013 - 11:45 Uhr
Zitat von Zweikampfmonster:
Zitat von Butduma :
Ansonsten wir immer ein prächtiges Ding: Viel Inhalt, viel Sinn und keine Rechtschreibfehler. Wahre Bahlitristik eben.
Und wer ist bitte der sich freuende Hulle? Müsste der nicht Bolle heißen und aus Berlin stammen? Ick weeß nischt!
Abgesehen davon trifft aber vor allem der 1. Abschnitt mein Empfinden sehr, ich habe Samstag auch lieber den Tag mit dem Schwiegervater und dem Schwiegermonster genossen und bei der Autofahrt nichtmal dran gedacht das wir spielen. Ebenso emotionslos habe ich dann das 3:0 gegen 15:00 Uhr aufgenommen.
Scheint irgendwie ein Phänomen zu sein, ich war samstags unterwegs und kam erst 14 Uhr ca. heim. Da ist mir erst eingefallen, dass der FCK ja schon seit ner Stunde spielt, hab dann die Kicker-App verfolgt und mir später die Zusammenfassung angeschaut... sowas ist mir aber echt noch nie passiert, dass ich ein Spiel vom FCK "vergesse".
Dass sie dann gewonnen haben, freute mich dann aber doch, so ganz emotionslos bin ich doch (noch) nicht.
Ansonsten wir immer ein prächtiges Ding: Viel Inhalt, viel Sinn und keine Rechtschreibfehler. Wahre Bahlitristik eben.
Und wer ist bitte der sich freuende Hulle? Müsste der nicht Bolle heißen und aus Berlin stammen? Ick weeß nischt!
Abgesehen davon trifft aber vor allem der 1. Abschnitt mein Empfinden sehr, ich habe Samstag auch lieber den Tag mit dem Schwiegervater und dem Schwiegermonster genossen und bei der Autofahrt nichtmal dran gedacht das wir spielen. Ebenso emotionslos habe ich dann das 3:0 gegen 15:00 Uhr aufgenommen.
Scheint irgendwie ein Phänomen zu sein, ich war samstags unterwegs und kam erst 14 Uhr ca. heim. Da ist mir erst eingefallen, dass der FCK ja schon seit ner Stunde spielt, hab dann die Kicker-App verfolgt und mir später die Zusammenfassung angeschaut... sowas ist mir aber echt noch nie passiert, dass ich ein Spiel vom FCK "vergesse".
Dass sie dann gewonnen haben, freute mich dann aber doch, so ganz emotionslos bin ich doch (noch) nicht.
26.04.2013 - 11:51 Uhr
Nur Erfolgsfans halten Mittagsschlaf! Ansonsten gehört "Primus unter den Vollpfosten" auf das Aufstiegs T-Shirt (falls es ausgepackt wird).
Aue? Ich kenne kein Aue!
Aue? Ich kenne kein Aue!
26.04.2013 - 13:23 Uhr
Zitat von Vic Dorn:
Das mit dem "Primus unter den Vollpfosten" wäre doch auch ein sehr passabler neuer Gebabb'l-Titel.
Ich wäre eher für "Die Primeln unter den Vollpfosten".
Das mit dem "Primus unter den Vollpfosten" wäre doch auch ein sehr passabler neuer Gebabb'l-Titel.
Ich wäre eher für "Die Primeln unter den Vollpfosten".
26.04.2013 - 20:35 Uhr
Zitat von Butduma:
Ansonsten wir immer ein prächtiges Ding: Viel Inhalt, viel Sinn und keine Rechtschreibfehler. Wahre Bahlitristik eben.
Keine Rechtschreibfehler? Dann läufst du also auch orthografisch in der "gegend" rum - wie der Bahli. Du Blindfisch!
Zitat von CortoMaltese:
Aue? Ich kenne kein Aue!
"Aleschia? Ich kenne kein Aleschia!", heißt das Corto. LATÜRNICH! Aue, was ist Aue?
;)
Cheers
Bahli
Ansonsten wir immer ein prächtiges Ding: Viel Inhalt, viel Sinn und keine Rechtschreibfehler. Wahre Bahlitristik eben.
Keine Rechtschreibfehler? Dann läufst du also auch orthografisch in der "gegend" rum - wie der Bahli. Du Blindfisch!
Zitat von CortoMaltese:
Aue? Ich kenne kein Aue!
"Aleschia? Ich kenne kein Aleschia!", heißt das Corto. LATÜRNICH! Aue, was ist Aue?
;)
Cheers
Bahli
03.05.2013 - 13:30 Uhr
Jahrgang 3 - Ausgabe 31: WOCHEN DER WAHRHEIT
Von Bertikoks
Wie schnell sich im Fußball alles verändern kann durften wir am Dienstag beobachten. Zweiundachtzig Minuten lang hatte die Borussia aus Dortmund das Spiel im Griff. Dann traf Benzema. Und alles war anders. Als Ramos sechs Minuten später nachlegte schien die Mannschaft, die achtzig Minuten lang auf einem mentalen Supertanker durchs "Estadio Santiago Bernabéu" geschippert war, dann plötzlich und unerwartet in die Rettungsboote wechseln musste, auf einmal nur noch zu schwimmen. Aber es reichte doch: Die gute Vorarbeit entschied das Halbfinale am Ende für die Deutschen. Gut so.
"FC Bayern zerschreddert den FC Barcelona" (Marca)
Die Entwicklung, die diese Mannschaft unter ihrem Trainer Jürgen Klopp genommen hat ist umwerfend. In ihrer ersten Championsleaguesaison hatten sie trotz überragendem Meistertitel keine Chance. Und jetzt? Kontinuierlich nach vorn gearbeitet. Die Schwächen abgestellt, die Stärken verbessert. In der Lage, die besten der Welt zu schlagen. So wünscht sich das der Fußballfan. Auch wenn die Vorstellung der Bayern ungleich souveräner gewesen ist. Die fertigten den FC Barcelona, die bis dato wohl beste Mannschaft der Welt mit unglaublichen sieben Toren ab. Das war kein Fußballspiel mehr, sondern eine demütigende Vorstellung. Und auch der FC Bayern hat eine Entwicklung genommen. Einer der wichtigsten Bausteine auf diesem Weg war aus meiner Sicht die Verpflichtung von Matthias Sammer. Sicher ist Jupp Heynckes ein im Alter herausragender Trainer der bereits sehr viel erreicht hat. Und er hat dieses Team aufgestellt und eingestellt. Die gallige Siegermentalität eines Matthias Sammer, den sie als Spieler in Dortmund "Feuerkopf" nannten, schwebt jedoch über allem. Natürlich hat auch Christian Nerlinger keinen schlechten Job gemacht. Ihm fehlte vermutlich nur das Kompromisslose. Der Wille an Stellen zu beißen die andere nicht als Gefahr erkennen mögen. Der macht aber am Ende den Unterschied. Nichts empfinde ich im Fußball als schlimmer, als die Interviews eines Berti Vogts, der nach einem Grottenkick seiner deutschen Nationalmannschaft in Aserbaidschan wieder einmal in die Blöcke und Mikrofone schwadroniert, es gäbe keine "Kleinen" mehr im Weltfußball und deshalb müsse man mit einem knappen Rumpelsieg dort auch zufrieden sein. Anspruch und Wirklichkeit dürfen nicht permanent durch Realitätsverleugnung auseinander getrieben werden. Den Abstand gering zu halten indem man den eigenen Anspruch immer weiter nach unten schraubt, ist jedoch keine Lösung. Und damit sind wir da angekommen wo wir eigentlich lieber nicht hinschauen mögen in diesen Wochen: Beim 1.FC Kaiserslautern. Es ist Zeit für ein offenes Wort. Und wie es der Teufel will, es wurde gesprochen. Wenn auch von unerwarteter Seite.
"Wir sind einfach nur dumm, die dümmste Mannschaft der 2. Liga." (Mo Idrissou)
Müssen wir dankbar sein? Ich weiß es nicht. Ein Spieler der es nach all den Jahren als Profi nicht schafft, die Diskussionen mit dem Schiedsrichter zu unterlassen, hat sicher Grund genug sich an die eigene Nase zu fassen. Aber, um es gleich ganz offen zu sagen, ich bin dankbar. Dankbar, dass es endlich mal einer sagt. Mitten in diesem Haufen von weichgespülten Worthülsen spricht jemand für einen kurzen Moment das aus, was alle denken. Alle anderen zumindest. Während der überforderte Kapitän die immer gleichen Statements von sich gibt, der Ersatzkapitän, der im Winter wenigstens vorsichtig Zweifel am Kurs des Vereins anmeldete, ebenfalls blutleeres Geschwätz beiträgt und der Trainer ohnehin in seiner ganz eigenen Welt lebt, spricht dieser Idrissou aus, was jeder sehen kann, der so bekloppt ist, sich die Spiele der ehemaligen Roten Teufel über die volle Länge und auch noch in Serie anzutun.
"Manche Spieler hier haben keine Eier." (Mo Idrissou)
"Ich erkenne meine Mannschaft nicht wieder. Jeder macht, was er will, und das schon die ganze Woche über." (Mo Idrissou)
Nichts von dem was Idrissou sagt kommt für den Fan überraschend. Es ist zu sehen. Die einzigen die sich dieser Erkenntnis konsequent verweigern, sind der Trainer selbst und der Vorstandsvorsitzende. Der wiederum kann möglicherweise gar kein Trainerproblem erkennen. Stattdessen hatte er bereits nach dem Abpfiff versucht, Idrissou zu schützen und an seinen Aussagen zu hindern. Dass dieser trotzdem vor die Presse zog ist auch ein Statement. Während Idrissou im Lauf der Woche zurückruderte, vor allem wegen seiner hier bewusst nicht zitierten homophoben Äußerungen, trat ein anderer Spieler ungewollt in den Vordergrund. Jan Simunek wurde nach einem Gastronomiebesuch während der Woche vor dem Spiel in Cottbus suspendiert. Warum man das unbedingt mit viel Lärm veröffentlichen muss, hat sich mir nicht ganz erschlossen. Vielleicht war es als Ablenkung auch schon beinahe willkommen. Wobei wohl jeder gern auf eine zusätzliche Baustelle verzichtet hätte. Aber, wenn die schonmal da ist, kann man sie auch plakativ eröffnen, wenn damit ein paar andere Schäden auf der "Road to Bundesliga" völlig unbeachtet bleiben. Es ist schon ein interessanter Kurs der da gesteuert wird. Besonders Idrissous Aussage jenseits der Männlichkeit lässt aufhorchen. Jeder mache was er wolle, hält er vor den Medien fest. Das können wir als Außenstehende kaum beurteilen. Aber, dass es an Mut, Galligkeit, Siegermentalität und Entwicklung im Team fehlt, kann jeder sehen. Und alles wird immer wieder relativiert. Für jede Niederlage, für jede Fehlentwicklung gibt es Entschuldigungen. Und immer wieder neue. Hauptsache man muss nicht die Verantwortung tragen für eine teure Lehrstunde mit Namen Saison. Das ist erbärmlich. Und seltsamerweise wird mit zweierlei Maß gemessen. Die teilweise Leistungsverweigerung von Spielern und Trainer auf dem Platz, die Fehler auf dem Transfermarkt des Chefs, sie sind kein echtes Thema. Der Ausflug des bis dahin als mustergültig geltenden Profis Simunek hingegen wird plakativ durch die Presse gejagt. Um es deutlich zu sagen: Mit dieser Auffassung vom Beruf, mit dieser Einstellung zum Spiel, mit dieser Selbstdefinition des Vereins hätte es niemals über vierzig Jahre Bundesliga gegeben in Kaiserslautern. Und schon gar keine zwei Meisterschaften, oder die Pokalsiege. Die vorherige Ära Fritz Walter dürfen wir da schon getrost unberücksichtigt lassen.
Sie können es schaffen.
Um Missverständnissen vorzubeugen: Ich glaube die Mannschaft wird im Spiel gegen Frankfurt siegen. Sie wird gewinnen, weil sie große Spiele "kann". Was sie nicht kann, sind die kleinen. Die in Aue oder sonst wo. Die bei denen es auf den Charakter ankommt. Wo es um Siegermentalität geht. Um Galligkeit. Aber wie soll die aufkommen, wenn Trainer und auch Vorstandschef wöchentlich ein Klima schaffen, indem selbst die krudeste Leistungsauffassung noch beschönigt wird? Alles wird immer relativiert. Und was man nicht relativieren kann, wird tot geschwiegen. Nicht einmal haben Kuntz oder Foda erklärt, warum die Mannschaft so schlechte Standards spielt, obwohl sie von den Namen her zu den besten dieser zweiten Liga gehört. Selbstzufriedenheit an Stellen wo sie nicht angebracht ist tötet jeden Leistungswillen. Und objektiv betrachtet hat Kuntz bisher recht wenig erreicht in seiner Amtszeit. Wenn Mannschaft und Trainer den Aufstieg verpassen sollten, hat er für dann sechs Spielzeiten zwei Jahre Bundesliga, aber vier Jahre zweite Liga auf der Uhr. Wenn das in Kaiserslautern als ausreichend gilt, ist wenig übrig von dem Verein, dem sich der kleine Berti vor über dreißig Jahren anschloss. Selbstüberschätzung und überzogenes Anspruchsdenken waren Gift für unseren Verein. Selbstunterschätzung und die Aufgabe jeglichen Ziels sind aber genauso toxisch. Es hängt demnach viel ab vom Verlauf dieser Saison. Anders als so mancher in unserer großen Familie glaube ich jedoch, dass am Ende durchaus noch alles gut ausgehen kann. Wenn wir die Relegation erreichen, sind wir meiner Meinung nach alles andere als chancenlos. Große Spiele kann diese Mannschaft meiner Meinung nach nämlich, wie ich oben schon schrieb. Aber auch für diesen Fall gilt es die richtigen Schlüsse zu ziehen. Denn sogar nach einem möglichen Aufstieg ist keinesfalls alles in Butter. Die Bilanz dieser Saison und die fraglos völlig unbefriedigende Entwicklung setzt zwingend die Trennung vom Trainer voraus. Auch nach einem Aufstieg. Das kann und sollte man dann möglichst in gutem Einvernehmen erledigen. Indem man es als eine Entscheidung von Foda darstellt. Der hätte den Aufstieg erreicht, gilt damit als weiterhin erfolgreich und kann unbeschädigt nach Österreich zurückkehren. Gut für seine Entwicklung. Gut für unsere. Hoffen wir darauf.
Eine Fortsetzung der permanenten Relativierung unzureichender bis unzumutbarer Leistungen einer Mannschaft die sich regelmäßig als FCK verkleidet, wäre hingegen wie eine Art von Glasscherben in den Eingeweiden meiner Fußballseele. Mögen sie mir und euch erspart bleiben.
In diesem Sinn.
Gruß Berti
FCK Mgld. 2151
Die heutige Ausgabe hätte auch "Akku leer - Schnauze voll!" heißen dürfen. Um exakt 11:56 Uhr verweigerte mein iPad den Stromdienst. In der "Couchingzone" befinden sich neben Berti und Bahli auch noch Kohlmeyer und Butduma. Die Kolumne erscheint spätestens jeweils Freitag um 12:00 Uhr oder an Spieltagen zur gleichen Zeit bei allen Pflichtspielen.
Von Bertikoks
Wie schnell sich im Fußball alles verändern kann durften wir am Dienstag beobachten. Zweiundachtzig Minuten lang hatte die Borussia aus Dortmund das Spiel im Griff. Dann traf Benzema. Und alles war anders. Als Ramos sechs Minuten später nachlegte schien die Mannschaft, die achtzig Minuten lang auf einem mentalen Supertanker durchs "Estadio Santiago Bernabéu" geschippert war, dann plötzlich und unerwartet in die Rettungsboote wechseln musste, auf einmal nur noch zu schwimmen. Aber es reichte doch: Die gute Vorarbeit entschied das Halbfinale am Ende für die Deutschen. Gut so.
"FC Bayern zerschreddert den FC Barcelona" (Marca)
Die Entwicklung, die diese Mannschaft unter ihrem Trainer Jürgen Klopp genommen hat ist umwerfend. In ihrer ersten Championsleaguesaison hatten sie trotz überragendem Meistertitel keine Chance. Und jetzt? Kontinuierlich nach vorn gearbeitet. Die Schwächen abgestellt, die Stärken verbessert. In der Lage, die besten der Welt zu schlagen. So wünscht sich das der Fußballfan. Auch wenn die Vorstellung der Bayern ungleich souveräner gewesen ist. Die fertigten den FC Barcelona, die bis dato wohl beste Mannschaft der Welt mit unglaublichen sieben Toren ab. Das war kein Fußballspiel mehr, sondern eine demütigende Vorstellung. Und auch der FC Bayern hat eine Entwicklung genommen. Einer der wichtigsten Bausteine auf diesem Weg war aus meiner Sicht die Verpflichtung von Matthias Sammer. Sicher ist Jupp Heynckes ein im Alter herausragender Trainer der bereits sehr viel erreicht hat. Und er hat dieses Team aufgestellt und eingestellt. Die gallige Siegermentalität eines Matthias Sammer, den sie als Spieler in Dortmund "Feuerkopf" nannten, schwebt jedoch über allem. Natürlich hat auch Christian Nerlinger keinen schlechten Job gemacht. Ihm fehlte vermutlich nur das Kompromisslose. Der Wille an Stellen zu beißen die andere nicht als Gefahr erkennen mögen. Der macht aber am Ende den Unterschied. Nichts empfinde ich im Fußball als schlimmer, als die Interviews eines Berti Vogts, der nach einem Grottenkick seiner deutschen Nationalmannschaft in Aserbaidschan wieder einmal in die Blöcke und Mikrofone schwadroniert, es gäbe keine "Kleinen" mehr im Weltfußball und deshalb müsse man mit einem knappen Rumpelsieg dort auch zufrieden sein. Anspruch und Wirklichkeit dürfen nicht permanent durch Realitätsverleugnung auseinander getrieben werden. Den Abstand gering zu halten indem man den eigenen Anspruch immer weiter nach unten schraubt, ist jedoch keine Lösung. Und damit sind wir da angekommen wo wir eigentlich lieber nicht hinschauen mögen in diesen Wochen: Beim 1.FC Kaiserslautern. Es ist Zeit für ein offenes Wort. Und wie es der Teufel will, es wurde gesprochen. Wenn auch von unerwarteter Seite.
"Wir sind einfach nur dumm, die dümmste Mannschaft der 2. Liga." (Mo Idrissou)
Müssen wir dankbar sein? Ich weiß es nicht. Ein Spieler der es nach all den Jahren als Profi nicht schafft, die Diskussionen mit dem Schiedsrichter zu unterlassen, hat sicher Grund genug sich an die eigene Nase zu fassen. Aber, um es gleich ganz offen zu sagen, ich bin dankbar. Dankbar, dass es endlich mal einer sagt. Mitten in diesem Haufen von weichgespülten Worthülsen spricht jemand für einen kurzen Moment das aus, was alle denken. Alle anderen zumindest. Während der überforderte Kapitän die immer gleichen Statements von sich gibt, der Ersatzkapitän, der im Winter wenigstens vorsichtig Zweifel am Kurs des Vereins anmeldete, ebenfalls blutleeres Geschwätz beiträgt und der Trainer ohnehin in seiner ganz eigenen Welt lebt, spricht dieser Idrissou aus, was jeder sehen kann, der so bekloppt ist, sich die Spiele der ehemaligen Roten Teufel über die volle Länge und auch noch in Serie anzutun.
"Manche Spieler hier haben keine Eier." (Mo Idrissou)
"Ich erkenne meine Mannschaft nicht wieder. Jeder macht, was er will, und das schon die ganze Woche über." (Mo Idrissou)
Nichts von dem was Idrissou sagt kommt für den Fan überraschend. Es ist zu sehen. Die einzigen die sich dieser Erkenntnis konsequent verweigern, sind der Trainer selbst und der Vorstandsvorsitzende. Der wiederum kann möglicherweise gar kein Trainerproblem erkennen. Stattdessen hatte er bereits nach dem Abpfiff versucht, Idrissou zu schützen und an seinen Aussagen zu hindern. Dass dieser trotzdem vor die Presse zog ist auch ein Statement. Während Idrissou im Lauf der Woche zurückruderte, vor allem wegen seiner hier bewusst nicht zitierten homophoben Äußerungen, trat ein anderer Spieler ungewollt in den Vordergrund. Jan Simunek wurde nach einem Gastronomiebesuch während der Woche vor dem Spiel in Cottbus suspendiert. Warum man das unbedingt mit viel Lärm veröffentlichen muss, hat sich mir nicht ganz erschlossen. Vielleicht war es als Ablenkung auch schon beinahe willkommen. Wobei wohl jeder gern auf eine zusätzliche Baustelle verzichtet hätte. Aber, wenn die schonmal da ist, kann man sie auch plakativ eröffnen, wenn damit ein paar andere Schäden auf der "Road to Bundesliga" völlig unbeachtet bleiben. Es ist schon ein interessanter Kurs der da gesteuert wird. Besonders Idrissous Aussage jenseits der Männlichkeit lässt aufhorchen. Jeder mache was er wolle, hält er vor den Medien fest. Das können wir als Außenstehende kaum beurteilen. Aber, dass es an Mut, Galligkeit, Siegermentalität und Entwicklung im Team fehlt, kann jeder sehen. Und alles wird immer wieder relativiert. Für jede Niederlage, für jede Fehlentwicklung gibt es Entschuldigungen. Und immer wieder neue. Hauptsache man muss nicht die Verantwortung tragen für eine teure Lehrstunde mit Namen Saison. Das ist erbärmlich. Und seltsamerweise wird mit zweierlei Maß gemessen. Die teilweise Leistungsverweigerung von Spielern und Trainer auf dem Platz, die Fehler auf dem Transfermarkt des Chefs, sie sind kein echtes Thema. Der Ausflug des bis dahin als mustergültig geltenden Profis Simunek hingegen wird plakativ durch die Presse gejagt. Um es deutlich zu sagen: Mit dieser Auffassung vom Beruf, mit dieser Einstellung zum Spiel, mit dieser Selbstdefinition des Vereins hätte es niemals über vierzig Jahre Bundesliga gegeben in Kaiserslautern. Und schon gar keine zwei Meisterschaften, oder die Pokalsiege. Die vorherige Ära Fritz Walter dürfen wir da schon getrost unberücksichtigt lassen.
Sie können es schaffen.
Um Missverständnissen vorzubeugen: Ich glaube die Mannschaft wird im Spiel gegen Frankfurt siegen. Sie wird gewinnen, weil sie große Spiele "kann". Was sie nicht kann, sind die kleinen. Die in Aue oder sonst wo. Die bei denen es auf den Charakter ankommt. Wo es um Siegermentalität geht. Um Galligkeit. Aber wie soll die aufkommen, wenn Trainer und auch Vorstandschef wöchentlich ein Klima schaffen, indem selbst die krudeste Leistungsauffassung noch beschönigt wird? Alles wird immer relativiert. Und was man nicht relativieren kann, wird tot geschwiegen. Nicht einmal haben Kuntz oder Foda erklärt, warum die Mannschaft so schlechte Standards spielt, obwohl sie von den Namen her zu den besten dieser zweiten Liga gehört. Selbstzufriedenheit an Stellen wo sie nicht angebracht ist tötet jeden Leistungswillen. Und objektiv betrachtet hat Kuntz bisher recht wenig erreicht in seiner Amtszeit. Wenn Mannschaft und Trainer den Aufstieg verpassen sollten, hat er für dann sechs Spielzeiten zwei Jahre Bundesliga, aber vier Jahre zweite Liga auf der Uhr. Wenn das in Kaiserslautern als ausreichend gilt, ist wenig übrig von dem Verein, dem sich der kleine Berti vor über dreißig Jahren anschloss. Selbstüberschätzung und überzogenes Anspruchsdenken waren Gift für unseren Verein. Selbstunterschätzung und die Aufgabe jeglichen Ziels sind aber genauso toxisch. Es hängt demnach viel ab vom Verlauf dieser Saison. Anders als so mancher in unserer großen Familie glaube ich jedoch, dass am Ende durchaus noch alles gut ausgehen kann. Wenn wir die Relegation erreichen, sind wir meiner Meinung nach alles andere als chancenlos. Große Spiele kann diese Mannschaft meiner Meinung nach nämlich, wie ich oben schon schrieb. Aber auch für diesen Fall gilt es die richtigen Schlüsse zu ziehen. Denn sogar nach einem möglichen Aufstieg ist keinesfalls alles in Butter. Die Bilanz dieser Saison und die fraglos völlig unbefriedigende Entwicklung setzt zwingend die Trennung vom Trainer voraus. Auch nach einem Aufstieg. Das kann und sollte man dann möglichst in gutem Einvernehmen erledigen. Indem man es als eine Entscheidung von Foda darstellt. Der hätte den Aufstieg erreicht, gilt damit als weiterhin erfolgreich und kann unbeschädigt nach Österreich zurückkehren. Gut für seine Entwicklung. Gut für unsere. Hoffen wir darauf.
Eine Fortsetzung der permanenten Relativierung unzureichender bis unzumutbarer Leistungen einer Mannschaft die sich regelmäßig als FCK verkleidet, wäre hingegen wie eine Art von Glasscherben in den Eingeweiden meiner Fußballseele. Mögen sie mir und euch erspart bleiben.
In diesem Sinn.
Gruß Berti
FCK Mgld. 2151
Die heutige Ausgabe hätte auch "Akku leer - Schnauze voll!" heißen dürfen. Um exakt 11:56 Uhr verweigerte mein iPad den Stromdienst. In der "Couchingzone" befinden sich neben Berti und Bahli auch noch Kohlmeyer und Butduma. Die Kolumne erscheint spätestens jeweils Freitag um 12:00 Uhr oder an Spieltagen zur gleichen Zeit bei allen Pflichtspielen.
04.05.2013 - 09:52 Uhr
Dutes Ging, lieber Berti, auch wenn es weh tut, stellenweise. Deine Analyse ist knallhart, so wie man es kennt, weshalb ich in einigen Punkten nur 90 % mitgehe und nicht unbedingt 100 %, aber im Kern ist es schon wahr, was Du schreibst (frei nach Stefan Kuntz über Idrissou). Gut geschrieben ist das Couching allemal.
Der mentale Supertanker gefällt mir außerordentlich.
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