Die Couchingzone
13.08.2010 - 13:19 Uhr
08.03.2013 - 18:28 Uhr
Mensch Kohlmeyer, da hast Du Deinen dicken Kolumnisten-Hintern mal wieder fett auf der Couch platziert. Das Couching ist dieses Mal zwar kein frivol-nostalgischer Gassenhauer, dafür führt es uns unbeschadet durch das Spannungsfeld zwischen realistischer Situationsanalyse, pragmatischem Realismus und praktischem Sachzwang im Rahmen der Personalie Foda.
Aber ein bisschen Traurigkeit schimmert dann doch durch, wenn Du zum Besten gibst, dass es in der Bundesliga und ihrer Umlaufbahn noch größere Sprücheklopfer gibt als den Kohlmeyer.
Du hast mich zudem zu einem spontanen Spaziergang mit Hirschgeweih und feschem Plastikrock inspiriert - eine gute Alternative zum Trauerspiel am Montag Abend.
Aber ein bisschen Traurigkeit schimmert dann doch durch, wenn Du zum Besten gibst, dass es in der Bundesliga und ihrer Umlaufbahn noch größere Sprücheklopfer gibt als den Kohlmeyer.
Du hast mich zudem zu einem spontanen Spaziergang mit Hirschgeweih und feschem Plastikrock inspiriert - eine gute Alternative zum Trauerspiel am Montag Abend.
15.03.2013 - 10:02 Uhr
Jahrgang 3 - Ausgabe 25: HABEN ODER BRAUCHEN WIR EINEN VOGEL?
FRÜHLINGSGEFÜHLE
Als ich am vorletzten Wochenende als Teil der Frustbewältigung nach einem erneut vergeigten Spiel der Roten Teufel ein gar hervorragendes Stück Wild verdrückt und mich anschließend auf einen Spaziergang durch die Weinberge aufgemacht hatte, fielen mir die zwitschernden Geräusche zahlreicher Baumbewohner auf. Es war nicht das groteske Twittern einer Lady Gaga oder eines Justin Bieber, das da aus den Bäumen und Büschen schallte, sondern der liebliche Gesang niedlicher Vöglein, der meine Gehörgänge wie süßlicher Morgentau benetzte. Die güldenen Sonnenstrahlen, welche zeitgleich meine Augen fluteten, waren ebenfalls Teil jener Sinnesboten, die dem Gehirn endgültig vermittelten, dass der Frühling ins Haus steht. Der Frühling. Zeit für Gefühle, die jedweder Logik widersprechen. Zeit des Aufbruchs und des Neubeginns. Der Gram über das fußballerische Gegurke vom Samstag war vergessen.
EIN VOGEL UNTERM FLUTLICHT
Die Vögel sind ohnehin ein munteres und zähes Volk. Selbst wenn die Sonne wieder hinter dicken Schneewolken verschwindet, singen sie mit ihren Liedern gegen den Winter an. So freute ich mich denn auch, als am letzten Sonntag ein Prachtexemplar eines Pfälzer Vogels unterm bzw. im Flutlicht sah. Zu meiner Verwunderung hieß die sprechende Gattung Heiko und nicht Elwetritsche und war obwohl real, dennoch nicht weniger fabelhaft – hatte er im Schweizer Exil doch spektakuläre Wundertaten mit dem FC Basel vollbracht. Dann passierte, was passieren musste: Zwei Dumme, ein Gedanke. Der SWR erkundigte sich beim Vogel, ob er sich ein Nest auf der Trainerbank des FCK vorstellen könnte – genau das schoss mir ebenfalls durch den Kopf. So langsam stelle ich mir nämlich die Frage, ob uns nicht irgendein Kuckuck ein falsches Ei untergejubelt hat.
ALPEN-DJ FRANCO UND SEINE AUSGELEIERTE PLATTENSAMMLUNG
Nun gut, ich ging ins Bett, um für das Topspiel am Folgetag ausgeschlafen zu sein. Und oh Wunder, auch die Roten Teufel präsentierten sich in der ersten Halbzeit ziemlich aufgeweckt. Ein Silberstreif am Horizont, frühlingshafte Knospen im winterlichen Geäst. Doch der Zauber sollte nur eine Halbzeit dauern, in Halbzeit Zwei ließ man die Braunschweiger Löwen gewähren, was folgerichtig zum Ausgleich führte. Nach dem Spiel wurde von Alpen-DJ Franco wieder die altbekannte Platte mit dem Lied der guten Leistung aufgelegt. Aber man weiß ja, wie es sich mit Schallplatten verhält, die man zu oft mit der Nadel malträtiert - sie bekommen Kratzer und werden zum Ohrengrauß.
Kein Wunder, dass so machen FCK-Fan die Nerven durchgehen, wenn er sich neben dem augenschädigenden Fussball auch noch an jedem Wochenende die selbe Leier von der guten Leistung anhören muss, obwohl seit zehn Spieltagen nur zehn Punkte zu Buche stehen. In solchen Situationen sagt der Pfälzer: „Die well’n uns doch fer dumm verkaafe!“ oder benutzt gar Sprichwörter in und um den A.rsch. Und irgendwie hat er ein bisschen Recht der Pfälzer.
„Also Danke, lieber Pfälzer. Du darfst jetzt wieder aufbrechen.“
„Alla guud, dann geh ich jetzt enn Schorle dringe.“
GROßER MIST
Die Trainerdiskussionen konnte der Auftritt in Braunschweig also mitnichten beenden, zumal sich viele Fans an den Anfang der Hinrunde zurückversetzt sahen: gut spielen, in Führung gehen, Offensivspiel einstellen, Gegentor fangen, Punkte teilen. Wobei Punkte teilen seit der Einführung der Drei-Punkte-Regelung tabellarisch großer Mist ist, das wissen insbesondere die Anhänger der Roten Teufel nur zu gut. Folglich ist auch das Endresultat der sportlichen Auftritte unserer Kicker großer Mist, obwohl da noch irgendwie der dritte Platz auf der Haben-Seite steht. Angesichts der Kaderqualität und der selbstauferlegten Ansprüche muss da mehr kommen… und das dürfen die Verantwortlichen auch gerne mal offen ansprechen. Das würde man ihnen im Gegensatz zu den immergleichen Litaneien zumindest abnehmen. Über den Sinn und Unsinn, die Wiedererlangung des Ist-Zustandes aus den Anfangstagen der Hinrunde als Erfolg zu zelebrieren, darf ohnehin jeder selbst sinnieren.
SO EINFACH IST DAS NICHT
Bezüglich der Frage, ob bzw. wie es mit Franco Foda weitergehen soll, zieht sich mittlerweile ein breiter Graben durch die Fangemeinde. Spalten, Gräben und sonstige Risse in der Fanschaft sind übrigens immer ein untrügliches Anzeichen, dass es nicht läuft bei einem Verein. Den Anhängern der Roten Teufel darf man dabei ein durchaus feines Gespür dafür attestieren, wann noch Geduld erforderlich ist oder wann das Ende der rot-weiß-beflaggten Fahnenstange erreicht ist. Man erinnere sich nur ein Jahr zurück: Marco Kurz, der sich die Tage per Aufenthalt in Didiland für den FCK-Abstieg nochmals selbst geißelt, hatte erheblich mehr Kredit. Vielleicht auch deshalb, weil er trotz aller Wucht des Gegners keine rhetorische Luftpumpe war.
Ein Problem habe ich mit der Einordnung der Befürworter eines Trainerwechsels als Foda-Gegner. Das ist so schön einfach, aber was zu einfach ist, ist in vielen Fällen nicht richtig. Eine Weisheit, die sicherlich auch König Otto gefallen würde. Den meisten Kritikern wäre es wohl am liebsten, wenn wir mit und durch Franco den Hebel umlegen und endlich erfolgreich (und bezaubernd) Fussball spielen könnten. Die Einfachheitsformel gilt natürlich ebenso für das Thema Trainerwechsel an sich. Dieser ist oftmals ebenfalls am einfachsten und vielen Fällen trotzdem nicht der Weisheits letzter Schluss. Sicherlich ist auch die Mannschaft in der Pflicht und gerade die alten, erfahrenen Haudegen sollten voran gehen und die Schäfchenhunde ins Trockene bringen… nur tun sie das nicht. Mit Taucherbrille, Spaten und Lupe kann man auf die Suche nach den Gründen dafür gehen. Ich befürchte es gibt eine Wagenladung davon.
WER HAT NUN DEN VOGEL?
Wir dürfen also gespannt weiterverfolgen, wie es rund um den Betze weiter geht. Neun Spiele sind noch zu bestreiten und vielleicht können wir uns bis zum Schluss die Köpfe darüber zermartern, ob die Qualität der Mannschaft und des Trainers für das erfolgreiche Absolvieren der Relegation und den Verbleib im Oberhaus ausreichend ist. Vielleicht gibt es in zwei drei Spieltagen allerdings auch gar keinen Grund mehr für derartige Gedankenspiele, da Geißböcke, Löwen und Eiserne uns zeigen wo der Teufel den Most holt. Und wenn DAS passiert, dann kommt möglicherweise bald weißer Rauch oben aus dem Stadiondach, der Stefan tritt auf den prachtvollen Betzebalkon und verkündet „Habemus trainam“. Dann holt er eine Gitarre aus seinem Rucksack und stimmt folgendes Lied an:
Kommt ein Vogel geflogen,
fliegt bei Nacht und bei Tag,
hat ein Zetterl im Schnabel,
von dem Stefan ein Vertrag.
Ladala…
So ist in diesen aufregenden Tagen nur eines sicher:
Ich hab einen.
Einen Vogel.
In diesem Sinne!
Ba beneen,
Butduma
In der Couchingzone befinden sich keine Kardinäle…
FRÜHLINGSGEFÜHLE
Als ich am vorletzten Wochenende als Teil der Frustbewältigung nach einem erneut vergeigten Spiel der Roten Teufel ein gar hervorragendes Stück Wild verdrückt und mich anschließend auf einen Spaziergang durch die Weinberge aufgemacht hatte, fielen mir die zwitschernden Geräusche zahlreicher Baumbewohner auf. Es war nicht das groteske Twittern einer Lady Gaga oder eines Justin Bieber, das da aus den Bäumen und Büschen schallte, sondern der liebliche Gesang niedlicher Vöglein, der meine Gehörgänge wie süßlicher Morgentau benetzte. Die güldenen Sonnenstrahlen, welche zeitgleich meine Augen fluteten, waren ebenfalls Teil jener Sinnesboten, die dem Gehirn endgültig vermittelten, dass der Frühling ins Haus steht. Der Frühling. Zeit für Gefühle, die jedweder Logik widersprechen. Zeit des Aufbruchs und des Neubeginns. Der Gram über das fußballerische Gegurke vom Samstag war vergessen.
EIN VOGEL UNTERM FLUTLICHT
Die Vögel sind ohnehin ein munteres und zähes Volk. Selbst wenn die Sonne wieder hinter dicken Schneewolken verschwindet, singen sie mit ihren Liedern gegen den Winter an. So freute ich mich denn auch, als am letzten Sonntag ein Prachtexemplar eines Pfälzer Vogels unterm bzw. im Flutlicht sah. Zu meiner Verwunderung hieß die sprechende Gattung Heiko und nicht Elwetritsche und war obwohl real, dennoch nicht weniger fabelhaft – hatte er im Schweizer Exil doch spektakuläre Wundertaten mit dem FC Basel vollbracht. Dann passierte, was passieren musste: Zwei Dumme, ein Gedanke. Der SWR erkundigte sich beim Vogel, ob er sich ein Nest auf der Trainerbank des FCK vorstellen könnte – genau das schoss mir ebenfalls durch den Kopf. So langsam stelle ich mir nämlich die Frage, ob uns nicht irgendein Kuckuck ein falsches Ei untergejubelt hat.
ALPEN-DJ FRANCO UND SEINE AUSGELEIERTE PLATTENSAMMLUNG
Nun gut, ich ging ins Bett, um für das Topspiel am Folgetag ausgeschlafen zu sein. Und oh Wunder, auch die Roten Teufel präsentierten sich in der ersten Halbzeit ziemlich aufgeweckt. Ein Silberstreif am Horizont, frühlingshafte Knospen im winterlichen Geäst. Doch der Zauber sollte nur eine Halbzeit dauern, in Halbzeit Zwei ließ man die Braunschweiger Löwen gewähren, was folgerichtig zum Ausgleich führte. Nach dem Spiel wurde von Alpen-DJ Franco wieder die altbekannte Platte mit dem Lied der guten Leistung aufgelegt. Aber man weiß ja, wie es sich mit Schallplatten verhält, die man zu oft mit der Nadel malträtiert - sie bekommen Kratzer und werden zum Ohrengrauß.
Kein Wunder, dass so machen FCK-Fan die Nerven durchgehen, wenn er sich neben dem augenschädigenden Fussball auch noch an jedem Wochenende die selbe Leier von der guten Leistung anhören muss, obwohl seit zehn Spieltagen nur zehn Punkte zu Buche stehen. In solchen Situationen sagt der Pfälzer: „Die well’n uns doch fer dumm verkaafe!“ oder benutzt gar Sprichwörter in und um den A.rsch. Und irgendwie hat er ein bisschen Recht der Pfälzer.
„Also Danke, lieber Pfälzer. Du darfst jetzt wieder aufbrechen.“
„Alla guud, dann geh ich jetzt enn Schorle dringe.“
GROßER MIST
Die Trainerdiskussionen konnte der Auftritt in Braunschweig also mitnichten beenden, zumal sich viele Fans an den Anfang der Hinrunde zurückversetzt sahen: gut spielen, in Führung gehen, Offensivspiel einstellen, Gegentor fangen, Punkte teilen. Wobei Punkte teilen seit der Einführung der Drei-Punkte-Regelung tabellarisch großer Mist ist, das wissen insbesondere die Anhänger der Roten Teufel nur zu gut. Folglich ist auch das Endresultat der sportlichen Auftritte unserer Kicker großer Mist, obwohl da noch irgendwie der dritte Platz auf der Haben-Seite steht. Angesichts der Kaderqualität und der selbstauferlegten Ansprüche muss da mehr kommen… und das dürfen die Verantwortlichen auch gerne mal offen ansprechen. Das würde man ihnen im Gegensatz zu den immergleichen Litaneien zumindest abnehmen. Über den Sinn und Unsinn, die Wiedererlangung des Ist-Zustandes aus den Anfangstagen der Hinrunde als Erfolg zu zelebrieren, darf ohnehin jeder selbst sinnieren.
SO EINFACH IST DAS NICHT
Bezüglich der Frage, ob bzw. wie es mit Franco Foda weitergehen soll, zieht sich mittlerweile ein breiter Graben durch die Fangemeinde. Spalten, Gräben und sonstige Risse in der Fanschaft sind übrigens immer ein untrügliches Anzeichen, dass es nicht läuft bei einem Verein. Den Anhängern der Roten Teufel darf man dabei ein durchaus feines Gespür dafür attestieren, wann noch Geduld erforderlich ist oder wann das Ende der rot-weiß-beflaggten Fahnenstange erreicht ist. Man erinnere sich nur ein Jahr zurück: Marco Kurz, der sich die Tage per Aufenthalt in Didiland für den FCK-Abstieg nochmals selbst geißelt, hatte erheblich mehr Kredit. Vielleicht auch deshalb, weil er trotz aller Wucht des Gegners keine rhetorische Luftpumpe war.
Ein Problem habe ich mit der Einordnung der Befürworter eines Trainerwechsels als Foda-Gegner. Das ist so schön einfach, aber was zu einfach ist, ist in vielen Fällen nicht richtig. Eine Weisheit, die sicherlich auch König Otto gefallen würde. Den meisten Kritikern wäre es wohl am liebsten, wenn wir mit und durch Franco den Hebel umlegen und endlich erfolgreich (und bezaubernd) Fussball spielen könnten. Die Einfachheitsformel gilt natürlich ebenso für das Thema Trainerwechsel an sich. Dieser ist oftmals ebenfalls am einfachsten und vielen Fällen trotzdem nicht der Weisheits letzter Schluss. Sicherlich ist auch die Mannschaft in der Pflicht und gerade die alten, erfahrenen Haudegen sollten voran gehen und die Schäfchenhunde ins Trockene bringen… nur tun sie das nicht. Mit Taucherbrille, Spaten und Lupe kann man auf die Suche nach den Gründen dafür gehen. Ich befürchte es gibt eine Wagenladung davon.
WER HAT NUN DEN VOGEL?
Wir dürfen also gespannt weiterverfolgen, wie es rund um den Betze weiter geht. Neun Spiele sind noch zu bestreiten und vielleicht können wir uns bis zum Schluss die Köpfe darüber zermartern, ob die Qualität der Mannschaft und des Trainers für das erfolgreiche Absolvieren der Relegation und den Verbleib im Oberhaus ausreichend ist. Vielleicht gibt es in zwei drei Spieltagen allerdings auch gar keinen Grund mehr für derartige Gedankenspiele, da Geißböcke, Löwen und Eiserne uns zeigen wo der Teufel den Most holt. Und wenn DAS passiert, dann kommt möglicherweise bald weißer Rauch oben aus dem Stadiondach, der Stefan tritt auf den prachtvollen Betzebalkon und verkündet „Habemus trainam“. Dann holt er eine Gitarre aus seinem Rucksack und stimmt folgendes Lied an:
Kommt ein Vogel geflogen,
fliegt bei Nacht und bei Tag,
hat ein Zetterl im Schnabel,
von dem Stefan ein Vertrag.
Ladala…
So ist in diesen aufregenden Tagen nur eines sicher:
Ich hab einen.
Einen Vogel.
In diesem Sinne!
Ba beneen,
Butduma
In der Couchingzone befinden sich keine Kardinäle…
15.03.2013 - 12:23 Uhr
Herrlich, But. Vielen Dank!
Und dem Kollegen Fox geht bei diesem Couching vermutlich wieder einer ab:
Zitat
Es war nicht das groteske Twittern einer Lady Gaga oder eines Justin Bieber, das da aus den Bäumen und Büschen schallte, sondern der liebliche Gesang niedlicher Vöglein, der meine Gehörgänge wie süßlicher Morgentau benetzte. Die güldenen Sonnenstrahlen, welche zeitgleich meine Augen fluteten, waren ebenfalls Teil jener Sinnesboten, die dem Gehirn endgültig vermittelten, dass der Frühling ins Haus steht.
Wer kann es ihm verdenken...?! :p
Und dem Kollegen Fox geht bei diesem Couching vermutlich wieder einer ab:
Zitat
Es war nicht das groteske Twittern einer Lady Gaga oder eines Justin Bieber, das da aus den Bäumen und Büschen schallte, sondern der liebliche Gesang niedlicher Vöglein, der meine Gehörgänge wie süßlicher Morgentau benetzte. Die güldenen Sonnenstrahlen, welche zeitgleich meine Augen fluteten, waren ebenfalls Teil jener Sinnesboten, die dem Gehirn endgültig vermittelten, dass der Frühling ins Haus steht.
Wer kann es ihm verdenken...?! :p
15.03.2013 - 13:18 Uhr
Leider kam meiner schriftlichen Lobeshymne schlicht die Mittagspause in die Quere.
Diese bildlichen Veranschaulichungen jeglicher Szenarien - ein Träumle mit Schäumle. Als blättere man ein Bilderbuch durch.
Leider werden die Seiten mit jedem weiterblättern dunkler und düsterer. Die Kost schwerer. Da trägt Butduma allerdings keine Schuld. Hoffen wir, dass künftige Bilderbücher wieder heller erscheinen und der Sommer von Meister Butduma in strahlendstem Lichte erzählt werden kann, wie es auch beim Frühling andeutungsweise gelang.
Tolles Couching, und Butduma, du bist unter den schreiben Couchisten (ist das eigentlich 'ne Religion? Couchismus?) einfach mein kleiner und sehr feiner Favorit. Wenn es Herzchen-Smilies gäbe, ich würde sie jetzt setzen.
Mittels 'Lesenswerter Beitrag' wurde dies meinerseits aber bereits kundgetan. :)
Diese bildlichen Veranschaulichungen jeglicher Szenarien - ein Träumle mit Schäumle. Als blättere man ein Bilderbuch durch.
Leider werden die Seiten mit jedem weiterblättern dunkler und düsterer. Die Kost schwerer. Da trägt Butduma allerdings keine Schuld. Hoffen wir, dass künftige Bilderbücher wieder heller erscheinen und der Sommer von Meister Butduma in strahlendstem Lichte erzählt werden kann, wie es auch beim Frühling andeutungsweise gelang.
Tolles Couching, und Butduma, du bist unter den schreiben Couchisten (ist das eigentlich 'ne Religion? Couchismus?) einfach mein kleiner und sehr feiner Favorit. Wenn es Herzchen-Smilies gäbe, ich würde sie jetzt setzen.
Mittels 'Lesenswerter Beitrag' wurde dies meinerseits aber bereits kundgetan. :)
15.03.2013 - 16:01 Uhr
But, Du bist echt ein Sonnenschein, klasse geschrieben und versuch' Dich mal an Kinderbüchern für Erwachsene.
Vinyltechnisch muss ich aber dazwischenfahren. Knackser und Kratzer auf Schallplatten haben durchaus ihren Reiz, nervig wird es nur, wenn die Platte immer an der gleichen Stelle hängt und man manuell eingreifen muss.
Pfälzer trinken keinen Schorle, de Schorle werd gepetzt.
Vielen Dank für "Didiland" und Gemeinde wurde erneut bestens unterhalten.
Vinyltechnisch muss ich aber dazwischenfahren. Knackser und Kratzer auf Schallplatten haben durchaus ihren Reiz, nervig wird es nur, wenn die Platte immer an der gleichen Stelle hängt und man manuell eingreifen muss.
Pfälzer trinken keinen Schorle, de Schorle werd gepetzt.
Vielen Dank für "Didiland" und Gemeinde wurde erneut bestens unterhalten.
15.03.2013 - 16:03 Uhr
Bin momentan so gefrustet von dem was wir momentan "FUSSBALL SPIELEN" nennen, dass ich mir zur Zeit nur diese Kolumen reinziehe. Respekt euch Kolumnisten, das ist literarischer Hochgenuss vom Feinsten! Ganz grosses Kino. Hätten unsere Dampfplauderer vom Berg nur die Hälfte eurer Qualitäten, Barca müsste sich warm anziehen.
DANKE DAFÜR
DANKE DAFÜR
17.03.2013 - 12:49 Uhr
Zitat von Butduma:
Die Trainerdiskussionen konnte der Auftritt in Braunschweig also mitnichten beenden, zumal sich viele Fans an den Anfang der Hinrunde zurückversetzt sahen: gut spielen, in Führung gehen, Offensivspiel einstellen, Gegentor fangen, Punkte teilen. Wobei Punkte teilen seit der Einführung der Drei-Punkte-Regelung tabellarisch großer Mist ist, das wissen insbesondere die Anhänger der Roten Teufel nur zu gut. Folglich ist auch das Endresultat der sportlichen Auftritte unserer Kicker großer Mist, obwohl da noch irgendwie der dritte Platz auf der Haben-Seite steht. Angesichts der Kaderqualität und der selbstauferlegten Ansprüche muss da mehr kommen… und das dürfen die Verantwortlichen auch gerne mal offen ansprechen. Das würde man ihnen im Gegensatz zu den immergleichen Litaneien zumindest abnehmen. Über den Sinn und Unsinn, die Wiedererlangung des Ist-Zustandes aus den Anfangstagen der Hinrunde als Erfolg zu zelebrieren, darf ohnehin jeder selbst sinnieren.
Hier fühlte ich mich direkt in die Zeiten um die Jahrtausendwende zurückgesetzt und hätte mir ein mögliches Erwähnen jener erfolgreicher Zeiten gewünscht, zu denen unser FCK Jahr um Jahr ganz weit vorne stand, während die Zahl in der Mitte des Dreiergespannes, dessen direkte Folge die Gesamtpunktzahl ist, immer mit oder die niedrigste der Liga war. FCK hieß damals Sieg oder Niederlage, 3 Punkte oder gar nichts, das waren noch Zeiten...
Ansonsten ein wirklich treffend formulierter und schön metaphorisierter Beitrag, auch wenn mich das Frühlingsgeschmachte am Anfang eher kalt ließ, was aber mit persönlichen Vorlieben und mitnichten mangelhafter Schreibeskunst zu begründen ist.
So viel von mir im Thread, dessen Existenz sich die meisten Phrasendrescher hier im Forum sicherlich nicht bewusst sind, der aber genau dadurch auch seinen besonderen Reiz erhält, so ganz ohne Diskussionen mit Mauerwerk.
Die Trainerdiskussionen konnte der Auftritt in Braunschweig also mitnichten beenden, zumal sich viele Fans an den Anfang der Hinrunde zurückversetzt sahen: gut spielen, in Führung gehen, Offensivspiel einstellen, Gegentor fangen, Punkte teilen. Wobei Punkte teilen seit der Einführung der Drei-Punkte-Regelung tabellarisch großer Mist ist, das wissen insbesondere die Anhänger der Roten Teufel nur zu gut. Folglich ist auch das Endresultat der sportlichen Auftritte unserer Kicker großer Mist, obwohl da noch irgendwie der dritte Platz auf der Haben-Seite steht. Angesichts der Kaderqualität und der selbstauferlegten Ansprüche muss da mehr kommen… und das dürfen die Verantwortlichen auch gerne mal offen ansprechen. Das würde man ihnen im Gegensatz zu den immergleichen Litaneien zumindest abnehmen. Über den Sinn und Unsinn, die Wiedererlangung des Ist-Zustandes aus den Anfangstagen der Hinrunde als Erfolg zu zelebrieren, darf ohnehin jeder selbst sinnieren.
Hier fühlte ich mich direkt in die Zeiten um die Jahrtausendwende zurückgesetzt und hätte mir ein mögliches Erwähnen jener erfolgreicher Zeiten gewünscht, zu denen unser FCK Jahr um Jahr ganz weit vorne stand, während die Zahl in der Mitte des Dreiergespannes, dessen direkte Folge die Gesamtpunktzahl ist, immer mit oder die niedrigste der Liga war. FCK hieß damals Sieg oder Niederlage, 3 Punkte oder gar nichts, das waren noch Zeiten...
Ansonsten ein wirklich treffend formulierter und schön metaphorisierter Beitrag, auch wenn mich das Frühlingsgeschmachte am Anfang eher kalt ließ, was aber mit persönlichen Vorlieben und mitnichten mangelhafter Schreibeskunst zu begründen ist.
So viel von mir im Thread, dessen Existenz sich die meisten Phrasendrescher hier im Forum sicherlich nicht bewusst sind, der aber genau dadurch auch seinen besonderen Reiz erhält, so ganz ohne Diskussionen mit Mauerwerk.
18.03.2013 - 14:05 Uhr
Dada, Gaga und Bimbam!
Pardon, dass ich mich erst so spät zu dieser wunderbaren Kolumne melde. Aber Grippe und Internetlosigkeit sind ein Paar, das man seinem ärgsten Feind nicht wünschen mag.
Und wunderbar, dass man beim Lesen dieser Kolumne diese frühlingshafte Geräuschkulisse hören und fühlen konnte.
In diesem Sinne,
cheers
Bahli
Pardon, dass ich mich erst so spät zu dieser wunderbaren Kolumne melde. Aber Grippe und Internetlosigkeit sind ein Paar, das man seinem ärgsten Feind nicht wünschen mag.
Und wunderbar, dass man beim Lesen dieser Kolumne diese frühlingshafte Geräuschkulisse hören und fühlen konnte.
In diesem Sinne,
cheers
Bahli
29.03.2013 - 10:18 Uhr
Jahrgang 3 - Ausgabe 26
Klapsfälle und andere Psychokisten
Von Bahli
Wie tickt eigentlich der Fußballfan? Eine delikate Frage. Der Bahli tickt mitunter ziemlich seltsam. Diese ureigenste Selbsterfahrung hat den Bahli sogar bereits einige Male komplett aus dem Gleichgewicht gebracht. Zumindest in den vergangenen Wochen. Da schreit er wochenlang Zeter und Mordio und was weiß ich noch alles in Richtung des Trainers seines Lieblingsvereins, um nach zwei ordentlichen Spielen mit vier Punkten in dieser Beziehung sich selbst gegenüber völlig unglaubwürdig zu werden. Seit dem vergangenen Sieg gegen biedere Ingolstädter fragt er sich nämlich, ob nun womöglich der Knoten geplatzt ist. Der Knoten im bislang komplett wirren Angriffsgeflecht des Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern wohlgemerkt. Da frage ich ihn gerne, ob er sich das nicht zu einfach macht. Ob die Tassen noch akkurat im Schrank stehen. Aber wie es eben bei Sturköpfen so ist, lässt er mich mit der Antwort hängen. Und noch schlimmer. Er scheint sich heimlich darüber zu freuen. Ein Fall für die Klapse. Kein Thema. Aber da ist er bei weitem nicht der Einzige ...
Dr. Bahli und Mr. Hype
Normalerweise ist der Dr. Bahli ein ganz besonnener Zeitgenosse - sagt man. Manchmal sogar seine Frau. Aber manchmal nimmt bei ihm der Wahnsinn über Hand. Sagt unter anderem schon seit 30 Jahren seine Mutter, und seine Frau ist mittlerweile der selben Meinung. Als Grund dafür wird bei beiden Damen sein Lieblingsverein gesehen. Läuft es beim FCK, läuft seine Psyche in wohlgeordneten Bahnen. Läuft es aber nicht auf dem Berg, läuft seine Psyche Pingpong und Amok. Und wie er hört, kann Dr. Bahli das mal überhaupt nicht kontrollieren. Also zieht Dr. Bahli aka Mr. Hype seine Laufschuhe an und begibt sich elektrisiert in den angrenzenden Ebertpark. Ganz besonders heikel mutet das zur dunklen und kalten Jahreszeit an, wenn Mr. Hype im Dunkeln unheimlich seine Runden zieht. Menschen, die sich dabei in seiner Nähe wähnten, berichteten von gurrendem Gemurmel, heiserem Fluchen und wilden Tritten gegen Äste, Steine und sonstige am Boden liegende Überbleibsel eines Parktages. Kehrt er nach Hause zurück, fragt sich Dr. Bahli viel zu oft, was er zur Hölle eigentlich im Park gemacht habe. Allein schon aus diesem Grund ist es gut, wenn der 1. FC Kaiserslautern auch mal wieder eine Strecke auf den Schultern des Erfolgs zurücklegt. Dann ist Dr. Bahli alleine und erfreut sich an den Erfolgen seines Vereins. Dann rechnet er sich auch gerne die kommenden Spiele schön. Aber wehe die kommen nicht. Dann zieht er die Laufschuhe an und irrt durch den Park auf der Suche nach dem Sinn dieses elenden Daseins. Was für ein elender Schlamassel. Im Grunde braucht niemand einen Mr. Hype. Der ist überflüssig wie Rotz am Ärmel. Nach einer Niederlage am kommenden Sonntag im Hardtwaldstadion sollte sich Dr. Bahli allerdings besser auf die Couch zu einem Spezialisten auf diesem Gebiet begeben. Nicht dass sich Mr. Hype beim Laufen und Treten im Park den Fuß verdreht und Dr. Bahli sich daraufhin kolumnentechnisch krank schreiben muss.
Cameroon Psycho
Blamiert ist man übrigens auch schnell auf anderem Wege. Das hat der Bahli in seiner Kneipe beim Spiel gegen den FC Ingolstadt hautnah - wenn nicht sogar knalleng - zu spüren bekommen. Nach dem 3:0 jubelte der Bahli "Mo Idrissou ist der Matchwinner!". Ein kurzer Blick in die Gesichter der Anwesenden offenbarte Unverständnis und sämtliche Kopfschüttel-Facetten von "Hast du sie noch alle?" bis "Dummschwätzer!". Einer der Exportexperten hatte da nur ein "Där drähmd doch seid Monade funn seim neie Handyvertrag doh vornne" übrig. Belustigung und Zustimmung in den Gesichtern der anderen Anwesenden zeigten dem Bahli, dass er deutlich über das Ziel hinausgeschossen ist. Und das ärgerte ihn vehement. Nein, viel schlimmer. Das verletzte ihn richtiggehend. War er es nicht, der in den letzten Wochen mit großem Fußball-Sachverstand in dieser Kneipe geglänzt hatte. Genau, dem einen erklärte er den Unterschied zwischen einem 4-4-2 und einem 4-2-3-1 und einem anderen erweiterte er den Horizont mit der Aussage "Weiser ist nicht Hoffer". Klar, geklaut. Aber wen kümmert das, wenn er Eindruck schindet. Aber zurück zu Mo Idrissou. Warum merkt der Kerl eigentlich nicht, wann es Zeit ist, seinen A.rsch schnellstmöglich aus dem Abseits zu bewegen. Und erzähle dem Bahli keiner, dass die Zuspiele zu spät kämen. Kämen sie früher, würde selbst der Osterhase erkennen, dass man da direkt mit der Fahne wedeln muss. Dem unverdorbenen Fußballfan wie der Bahli einer ist, schleicht vielmehr der Verdacht in die Denklappen, dass da auch irgendwie der Faktor Motivation in Mo's Birne rumrocken muss. Klarer Fall, der gute Mo ist ein Motivationspsycho. Und dann pfeifen auch noch die eigenen Fans gegen ihn. Frechheit. Die Folge: Jubellosigkeit nach seinem mit Nackdruck herausgearbeiteten 3:0 gegen den FCI. Und nach dem Abpfiff schleicht er wortlos und ohne Jubel direkt in die Kabine. Da drängt sich vehement die Frage auf, ist der äußerlich so unbeeindruckbare und knallharte Mohamadou Idrissou womöglich innendrin auch noch ein wenig weich? Ein wenig zu weich womöglich? Aber vielleicht fährt der Vizeersatz-Psychologe Bahli da einen komplett falschen Ansatz. Vielleicht aber auch nicht. Eines zumindest ist dem Psycho-Praktikanten Bahli nicht erst seit dem Spiel gegen Ingolstatdt klar. Der gute Mo ist ein besonderer Fall. Ein besonders schwerer sogar. Aber wie man seine Psyche dreht und wendet, er bleibt für den Bahli ein Mysterium. Unergründbar.
Psycho- vs. Sinnkrise
Kann man ihn draußen lassen? Kann man ihn einfach so auf die Bank setzen? Also der Bahli könnte das. Wenn er Trainer wäre. Trainer des 1. FC Kaiserslautern. Er würde Alexander Baumjohann nach seiner Rotsperre maximal als Einwechselspieler auf den Zettel schreiben. Klar kommen jetzt die Besserwisser, Bessertrainer und Trainervordenker und werden darauf hinweisen, dass Baumjohann ja das Herzstück des FCK-Offensivspiels ist. Aber ist er das wirklich? Drei Tore und drei Vorlagen in 17 Spielen sprechen eine andere statistische Sprache. Dem Bahli kommt beim Nachdenken über Alexander Baumjohann sofort sein alter schwedischer Tennistrainer Ralf Pedersen in den Sinn. Der hielt dem Bahli einmal im Trainingslager in Italien eine Predigt, die sich gewaschen hatte. Und das in seinem unnachahmlichen schwedischen Akzent: "Bahli, ist nicht wichtig, schön zu spielen. Viel wichtiger ist, den Schläger zu lieben und den Ball zu hassen." Diese Ansprache öffnete ihm die Augen. Wenn die fünfte wunderschöne Rückhand zwei Zentimeter ins Aus fliegt, sah das immer toll aus, aber Punkte brachte es keine. Also achtete der Bahli weniger auf die Ästhetik als vielmehr darauf, dass er diesen beschissenen Ball so oft er konnte ins gegnerische Feld prügelte - am besten ein Mal mehr als sein Gegner. Schade, dass Baumjohanns Trainer Franco Foda heißt und weder Schwede noch Philosoph ist. Aber schaut man sich Baumjohanns Vita an, merkt man schnell, dass er nie begriffen hat, dass für guten und erfolgreichen Fußball eben auch andere Faktoren wichtig, weil entscheidend sind. Was er am Ball kann, ist ohne Frage ganz groß - locker bundesligareif. Was er aber an Einstellung auf den Platz trägt, reicht höchstens fürs Dressurreiten. Diesen oben zitierten Hass - ein im wahrsten Sinne hässliches Wort - und diese oft zitierte Gier fehlen ihm komplett. Er scheint Fußball zu spielen wie ein Künstler - nicht der Sieg ist ihm wichtig, sondern der Applaus. Er ist ein Solist an einer Stelle, wo es keine Solisten geben darf. Auf dem Platz steht ein Team aus elf durchtrainierten Typen. Im Erfolgsfall spielen diese elf Typen wie aus einem Guss. Jeder rennt und kämpft für den anderen. Jeder bügelt Fehler des anderen aus. Wie passt hier jemand rein, der für die Galerie spielt? Nach Bahlis Meinung überhaupt nicht. Nach Bahlis unmaßgeblicher Meinung sollte das ein durchschnittlich begabter Trainer auch erkennen können. Die nächsten Spiele werden zeigen, ob der Bahli hier nicht einfach nur einen an seiner Psycho-Waffel hat oder ob diese Befürchtung Hand und Fuß hat. Gut, wenn sie Hand und Fuß hat, wird Dr. Bahli womöglich nicht daran vorbeikommen, seine Laufschuhe rauszuholen und in den Park zu joggen, um abendliche Parkbesucher zu erschrecken.
Apropos Schrecken und Psycho. Lebt eigentlich Norman Bates mit seiner mumifizierten Mutter noch in Sandhausen? Unlängst hörte der Bahli die Geschichte von einer Lila Crane Labbadia aus Stuttgart, die, nachdem sie drei Punkte in Frankfurt geklaut hatte, in einem schmuddeligen Motel in Sandhausen übernachtete. Das einzige, was in diesem Zusammenhang wieder auftauchte, waren ein Stück zerrissener Duschvorhang und ein blutiges Messer. Von Lila Crane Labbadia und den drei Punkten fehlt seit jenem Tage jede Spur. Unwohl sei dem, der irgendwann einmal nach Sandhausen muss ...
Cheers
Bahli
Auf dem Kolumnensofa geht es zu wie im Taubenschlag. Nach Berti schwingt Kohlmeyer die rabenschwarze und mitunter wunderbar versaute Feder, nach Kohlmeyer sinniert Butduma bei einem Glas Rotwein über das Leben an sich, nach Butduma labert Bahli meistens von der schönen Zeit vor 20 Jahren und danach redet wieder Berti ehrlichsten Klartext. Und das spätestens jeden Freitag um 12:00 Uhr oder an Spieltagen zur gleichen Zeit.
Klapsfälle und andere Psychokisten
Von Bahli
Wie tickt eigentlich der Fußballfan? Eine delikate Frage. Der Bahli tickt mitunter ziemlich seltsam. Diese ureigenste Selbsterfahrung hat den Bahli sogar bereits einige Male komplett aus dem Gleichgewicht gebracht. Zumindest in den vergangenen Wochen. Da schreit er wochenlang Zeter und Mordio und was weiß ich noch alles in Richtung des Trainers seines Lieblingsvereins, um nach zwei ordentlichen Spielen mit vier Punkten in dieser Beziehung sich selbst gegenüber völlig unglaubwürdig zu werden. Seit dem vergangenen Sieg gegen biedere Ingolstädter fragt er sich nämlich, ob nun womöglich der Knoten geplatzt ist. Der Knoten im bislang komplett wirren Angriffsgeflecht des Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern wohlgemerkt. Da frage ich ihn gerne, ob er sich das nicht zu einfach macht. Ob die Tassen noch akkurat im Schrank stehen. Aber wie es eben bei Sturköpfen so ist, lässt er mich mit der Antwort hängen. Und noch schlimmer. Er scheint sich heimlich darüber zu freuen. Ein Fall für die Klapse. Kein Thema. Aber da ist er bei weitem nicht der Einzige ...
Dr. Bahli und Mr. Hype
Normalerweise ist der Dr. Bahli ein ganz besonnener Zeitgenosse - sagt man. Manchmal sogar seine Frau. Aber manchmal nimmt bei ihm der Wahnsinn über Hand. Sagt unter anderem schon seit 30 Jahren seine Mutter, und seine Frau ist mittlerweile der selben Meinung. Als Grund dafür wird bei beiden Damen sein Lieblingsverein gesehen. Läuft es beim FCK, läuft seine Psyche in wohlgeordneten Bahnen. Läuft es aber nicht auf dem Berg, läuft seine Psyche Pingpong und Amok. Und wie er hört, kann Dr. Bahli das mal überhaupt nicht kontrollieren. Also zieht Dr. Bahli aka Mr. Hype seine Laufschuhe an und begibt sich elektrisiert in den angrenzenden Ebertpark. Ganz besonders heikel mutet das zur dunklen und kalten Jahreszeit an, wenn Mr. Hype im Dunkeln unheimlich seine Runden zieht. Menschen, die sich dabei in seiner Nähe wähnten, berichteten von gurrendem Gemurmel, heiserem Fluchen und wilden Tritten gegen Äste, Steine und sonstige am Boden liegende Überbleibsel eines Parktages. Kehrt er nach Hause zurück, fragt sich Dr. Bahli viel zu oft, was er zur Hölle eigentlich im Park gemacht habe. Allein schon aus diesem Grund ist es gut, wenn der 1. FC Kaiserslautern auch mal wieder eine Strecke auf den Schultern des Erfolgs zurücklegt. Dann ist Dr. Bahli alleine und erfreut sich an den Erfolgen seines Vereins. Dann rechnet er sich auch gerne die kommenden Spiele schön. Aber wehe die kommen nicht. Dann zieht er die Laufschuhe an und irrt durch den Park auf der Suche nach dem Sinn dieses elenden Daseins. Was für ein elender Schlamassel. Im Grunde braucht niemand einen Mr. Hype. Der ist überflüssig wie Rotz am Ärmel. Nach einer Niederlage am kommenden Sonntag im Hardtwaldstadion sollte sich Dr. Bahli allerdings besser auf die Couch zu einem Spezialisten auf diesem Gebiet begeben. Nicht dass sich Mr. Hype beim Laufen und Treten im Park den Fuß verdreht und Dr. Bahli sich daraufhin kolumnentechnisch krank schreiben muss.
Cameroon Psycho
Blamiert ist man übrigens auch schnell auf anderem Wege. Das hat der Bahli in seiner Kneipe beim Spiel gegen den FC Ingolstadt hautnah - wenn nicht sogar knalleng - zu spüren bekommen. Nach dem 3:0 jubelte der Bahli "Mo Idrissou ist der Matchwinner!". Ein kurzer Blick in die Gesichter der Anwesenden offenbarte Unverständnis und sämtliche Kopfschüttel-Facetten von "Hast du sie noch alle?" bis "Dummschwätzer!". Einer der Exportexperten hatte da nur ein "Där drähmd doch seid Monade funn seim neie Handyvertrag doh vornne" übrig. Belustigung und Zustimmung in den Gesichtern der anderen Anwesenden zeigten dem Bahli, dass er deutlich über das Ziel hinausgeschossen ist. Und das ärgerte ihn vehement. Nein, viel schlimmer. Das verletzte ihn richtiggehend. War er es nicht, der in den letzten Wochen mit großem Fußball-Sachverstand in dieser Kneipe geglänzt hatte. Genau, dem einen erklärte er den Unterschied zwischen einem 4-4-2 und einem 4-2-3-1 und einem anderen erweiterte er den Horizont mit der Aussage "Weiser ist nicht Hoffer". Klar, geklaut. Aber wen kümmert das, wenn er Eindruck schindet. Aber zurück zu Mo Idrissou. Warum merkt der Kerl eigentlich nicht, wann es Zeit ist, seinen A.rsch schnellstmöglich aus dem Abseits zu bewegen. Und erzähle dem Bahli keiner, dass die Zuspiele zu spät kämen. Kämen sie früher, würde selbst der Osterhase erkennen, dass man da direkt mit der Fahne wedeln muss. Dem unverdorbenen Fußballfan wie der Bahli einer ist, schleicht vielmehr der Verdacht in die Denklappen, dass da auch irgendwie der Faktor Motivation in Mo's Birne rumrocken muss. Klarer Fall, der gute Mo ist ein Motivationspsycho. Und dann pfeifen auch noch die eigenen Fans gegen ihn. Frechheit. Die Folge: Jubellosigkeit nach seinem mit Nackdruck herausgearbeiteten 3:0 gegen den FCI. Und nach dem Abpfiff schleicht er wortlos und ohne Jubel direkt in die Kabine. Da drängt sich vehement die Frage auf, ist der äußerlich so unbeeindruckbare und knallharte Mohamadou Idrissou womöglich innendrin auch noch ein wenig weich? Ein wenig zu weich womöglich? Aber vielleicht fährt der Vizeersatz-Psychologe Bahli da einen komplett falschen Ansatz. Vielleicht aber auch nicht. Eines zumindest ist dem Psycho-Praktikanten Bahli nicht erst seit dem Spiel gegen Ingolstatdt klar. Der gute Mo ist ein besonderer Fall. Ein besonders schwerer sogar. Aber wie man seine Psyche dreht und wendet, er bleibt für den Bahli ein Mysterium. Unergründbar.
Psycho- vs. Sinnkrise
Kann man ihn draußen lassen? Kann man ihn einfach so auf die Bank setzen? Also der Bahli könnte das. Wenn er Trainer wäre. Trainer des 1. FC Kaiserslautern. Er würde Alexander Baumjohann nach seiner Rotsperre maximal als Einwechselspieler auf den Zettel schreiben. Klar kommen jetzt die Besserwisser, Bessertrainer und Trainervordenker und werden darauf hinweisen, dass Baumjohann ja das Herzstück des FCK-Offensivspiels ist. Aber ist er das wirklich? Drei Tore und drei Vorlagen in 17 Spielen sprechen eine andere statistische Sprache. Dem Bahli kommt beim Nachdenken über Alexander Baumjohann sofort sein alter schwedischer Tennistrainer Ralf Pedersen in den Sinn. Der hielt dem Bahli einmal im Trainingslager in Italien eine Predigt, die sich gewaschen hatte. Und das in seinem unnachahmlichen schwedischen Akzent: "Bahli, ist nicht wichtig, schön zu spielen. Viel wichtiger ist, den Schläger zu lieben und den Ball zu hassen." Diese Ansprache öffnete ihm die Augen. Wenn die fünfte wunderschöne Rückhand zwei Zentimeter ins Aus fliegt, sah das immer toll aus, aber Punkte brachte es keine. Also achtete der Bahli weniger auf die Ästhetik als vielmehr darauf, dass er diesen beschissenen Ball so oft er konnte ins gegnerische Feld prügelte - am besten ein Mal mehr als sein Gegner. Schade, dass Baumjohanns Trainer Franco Foda heißt und weder Schwede noch Philosoph ist. Aber schaut man sich Baumjohanns Vita an, merkt man schnell, dass er nie begriffen hat, dass für guten und erfolgreichen Fußball eben auch andere Faktoren wichtig, weil entscheidend sind. Was er am Ball kann, ist ohne Frage ganz groß - locker bundesligareif. Was er aber an Einstellung auf den Platz trägt, reicht höchstens fürs Dressurreiten. Diesen oben zitierten Hass - ein im wahrsten Sinne hässliches Wort - und diese oft zitierte Gier fehlen ihm komplett. Er scheint Fußball zu spielen wie ein Künstler - nicht der Sieg ist ihm wichtig, sondern der Applaus. Er ist ein Solist an einer Stelle, wo es keine Solisten geben darf. Auf dem Platz steht ein Team aus elf durchtrainierten Typen. Im Erfolgsfall spielen diese elf Typen wie aus einem Guss. Jeder rennt und kämpft für den anderen. Jeder bügelt Fehler des anderen aus. Wie passt hier jemand rein, der für die Galerie spielt? Nach Bahlis Meinung überhaupt nicht. Nach Bahlis unmaßgeblicher Meinung sollte das ein durchschnittlich begabter Trainer auch erkennen können. Die nächsten Spiele werden zeigen, ob der Bahli hier nicht einfach nur einen an seiner Psycho-Waffel hat oder ob diese Befürchtung Hand und Fuß hat. Gut, wenn sie Hand und Fuß hat, wird Dr. Bahli womöglich nicht daran vorbeikommen, seine Laufschuhe rauszuholen und in den Park zu joggen, um abendliche Parkbesucher zu erschrecken.
Apropos Schrecken und Psycho. Lebt eigentlich Norman Bates mit seiner mumifizierten Mutter noch in Sandhausen? Unlängst hörte der Bahli die Geschichte von einer Lila Crane Labbadia aus Stuttgart, die, nachdem sie drei Punkte in Frankfurt geklaut hatte, in einem schmuddeligen Motel in Sandhausen übernachtete. Das einzige, was in diesem Zusammenhang wieder auftauchte, waren ein Stück zerrissener Duschvorhang und ein blutiges Messer. Von Lila Crane Labbadia und den drei Punkten fehlt seit jenem Tage jede Spur. Unwohl sei dem, der irgendwann einmal nach Sandhausen muss ...
Cheers
Bahli
Auf dem Kolumnensofa geht es zu wie im Taubenschlag. Nach Berti schwingt Kohlmeyer die rabenschwarze und mitunter wunderbar versaute Feder, nach Kohlmeyer sinniert Butduma bei einem Glas Rotwein über das Leben an sich, nach Butduma labert Bahli meistens von der schönen Zeit vor 20 Jahren und danach redet wieder Berti ehrlichsten Klartext. Und das spätestens jeden Freitag um 12:00 Uhr oder an Spieltagen zur gleichen Zeit.
04.04.2013 - 23:01 Uhr
Jahrgang 3 - Ausgabe 27: Intermezzo
Überraschung: Heute gibt es die wohl kürzeste Ausgabe der "Couchingzone" seit sie erscheint. Und das hat seinen Grund. Der lautet aber nicht, dass ich ja grundsätzlich mit Überlänge arbeite und deshalb etwas gut machen müsste. Nein, der Hase liegt an anderer Stelle im berühmten Pfeffer. Vier Mal habe ich die heutige Ausgabe geschrieben. Vollständig. Von Anfang bis Ende. Und mich dann doch entschlossen, wieder von vorn zu beginnen. Denn, obwohl ich die Karte fürs Pauli Spiel auch schon auf dem Schreibtisch liegen habe, jede einzelne Variante, jeder Versuch geriet mir sehr schnell viel zu negativ. Dabei steht eigentlich ein Feiertag an. Der FC kommt, das Haus ist ausverkauft und es geht um viel. Allein, ich halte Foda für den falschen Trainer. Fritz Grünewalt spätestens seit seinem Interview (wieder) für einen fragwürdigen Finanzvorstand und schließlich mehren sich auch meine Zweifel an meinem großen Idol und letztem echten Helden auf dem Platz: Stefan Kuntz. Von dem ich einfach nicht will, dass er so arbeitet, wie es mancher Fetzen Wahrnehmung, schließlich sehen wir nie das ganze Bild, vermuten lässt. Über allem schwebt dann noch ein Aufsichtsrat, der möglicherweise vergessen hat, was es bedeutet Aufsicht zu führen. Das sind keine guten Rahmenbedingungen um eine launige Ausgabe der "Couchingzone" zu liefern. Vier mal also habe ich eine komplette Ausgabe der heutigen Kolumne verworfen. Diese fünfte, das Fünfstück sozusagen, das soll dann doch anders werden. Und ist auch deshalb kürzer.
Ich will euch vor einem so wichtigen Spiel nicht mit all diesem Mist konfrontieren. Ich will gute Laune haben, die gute Bratwurst riechen, mich im Flutlicht sonnen, mich am Gegner freuen - schließlich habe ich es nicht weit in die Stadt am Rhein und natürlich ist ein Gastspiel des FC etwas anderes als ein Auftritt von zum Beispiel - bei aller Freundschaft - Ingolstadt. Und meine Seele lechzt am Ende danach frustrierte Kölner zu sehen. Sorry - aber die Phrasen vom Mitgefühl sind an dieser Stelle doch nur aufgesetzt. Ein wutentbrannter Stanislawski würde mir persönlich einen Heidenspaß bereiten, wie jeder Kölner Spieler oder Funktionär der hinterher nach Ausreden und Erklärungen suchen muss. Das ist dann so etwas wie die dritte Halbzeit. Was mich aber noch nie davon abgehalten hat anschließend mit irgendeinem Kölner Bier trinken zu gehen und unsinnige Hypothesen über alternative Spielverläufe anzustellen. Und davor? Das entscheidende Tor vor ausverkaufter Hütte, das Beben der Westkurve beim herbeigesehnten Schlusspfiff, das Gefühl des Sieges, errungen auf des Messers Schneide, das sind die Emotionen die den Fan in mir so unvergleichbar glücklich machen können, wie ich es jemandem, dem unser Sport fremd ist, niemals vermitteln könnte. Und egal wie es auch weitergeht, was auch immer kommen mag: Diese Liebe zu unserem Verein, diese nahezu bedingungslose Verbindung zu denen, die unser Trikot auf dem Feld tragen dürfen, sie ist nicht austauschbar. Lasst uns also noch einmal alles zurückstellen, wenigstens für diese neunzig Minuten, lasst uns ungeachtet aller Differenzen zusammenrücken, bedingungslos hinter unserer Mannschaft stehen und schließlich eine Schlacht gewinnen, die so viele von uns im Kopf eigentlich schon verloren glauben. Also Freunde, tief einatmen, Kopf hoch, Bauch rein, Brust raus und auf sie - mit Gebrüll!
So und nicht anders.
Gruß Berti
In der "Couchingzone" befinden sich neben Berti und Bahli auch noch Kohlmeyer und Butduma. Die Kolumne erscheint spätestens jeweils Freitag um 12:00 Uhr oder an Spieltagen zur gleichen Zeit bei allen Pflichtspielen.
Überraschung: Heute gibt es die wohl kürzeste Ausgabe der "Couchingzone" seit sie erscheint. Und das hat seinen Grund. Der lautet aber nicht, dass ich ja grundsätzlich mit Überlänge arbeite und deshalb etwas gut machen müsste. Nein, der Hase liegt an anderer Stelle im berühmten Pfeffer. Vier Mal habe ich die heutige Ausgabe geschrieben. Vollständig. Von Anfang bis Ende. Und mich dann doch entschlossen, wieder von vorn zu beginnen. Denn, obwohl ich die Karte fürs Pauli Spiel auch schon auf dem Schreibtisch liegen habe, jede einzelne Variante, jeder Versuch geriet mir sehr schnell viel zu negativ. Dabei steht eigentlich ein Feiertag an. Der FC kommt, das Haus ist ausverkauft und es geht um viel. Allein, ich halte Foda für den falschen Trainer. Fritz Grünewalt spätestens seit seinem Interview (wieder) für einen fragwürdigen Finanzvorstand und schließlich mehren sich auch meine Zweifel an meinem großen Idol und letztem echten Helden auf dem Platz: Stefan Kuntz. Von dem ich einfach nicht will, dass er so arbeitet, wie es mancher Fetzen Wahrnehmung, schließlich sehen wir nie das ganze Bild, vermuten lässt. Über allem schwebt dann noch ein Aufsichtsrat, der möglicherweise vergessen hat, was es bedeutet Aufsicht zu führen. Das sind keine guten Rahmenbedingungen um eine launige Ausgabe der "Couchingzone" zu liefern. Vier mal also habe ich eine komplette Ausgabe der heutigen Kolumne verworfen. Diese fünfte, das Fünfstück sozusagen, das soll dann doch anders werden. Und ist auch deshalb kürzer.
Ich will euch vor einem so wichtigen Spiel nicht mit all diesem Mist konfrontieren. Ich will gute Laune haben, die gute Bratwurst riechen, mich im Flutlicht sonnen, mich am Gegner freuen - schließlich habe ich es nicht weit in die Stadt am Rhein und natürlich ist ein Gastspiel des FC etwas anderes als ein Auftritt von zum Beispiel - bei aller Freundschaft - Ingolstadt. Und meine Seele lechzt am Ende danach frustrierte Kölner zu sehen. Sorry - aber die Phrasen vom Mitgefühl sind an dieser Stelle doch nur aufgesetzt. Ein wutentbrannter Stanislawski würde mir persönlich einen Heidenspaß bereiten, wie jeder Kölner Spieler oder Funktionär der hinterher nach Ausreden und Erklärungen suchen muss. Das ist dann so etwas wie die dritte Halbzeit. Was mich aber noch nie davon abgehalten hat anschließend mit irgendeinem Kölner Bier trinken zu gehen und unsinnige Hypothesen über alternative Spielverläufe anzustellen. Und davor? Das entscheidende Tor vor ausverkaufter Hütte, das Beben der Westkurve beim herbeigesehnten Schlusspfiff, das Gefühl des Sieges, errungen auf des Messers Schneide, das sind die Emotionen die den Fan in mir so unvergleichbar glücklich machen können, wie ich es jemandem, dem unser Sport fremd ist, niemals vermitteln könnte. Und egal wie es auch weitergeht, was auch immer kommen mag: Diese Liebe zu unserem Verein, diese nahezu bedingungslose Verbindung zu denen, die unser Trikot auf dem Feld tragen dürfen, sie ist nicht austauschbar. Lasst uns also noch einmal alles zurückstellen, wenigstens für diese neunzig Minuten, lasst uns ungeachtet aller Differenzen zusammenrücken, bedingungslos hinter unserer Mannschaft stehen und schließlich eine Schlacht gewinnen, die so viele von uns im Kopf eigentlich schon verloren glauben. Also Freunde, tief einatmen, Kopf hoch, Bauch rein, Brust raus und auf sie - mit Gebrüll!
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Gruß Berti
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Dieser Beitrag wurde zuletzt von deuluxteufel am 05.04.2013 um 10:26 Uhr bearbeitet
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