Die Couchingzone
13.08.2010 - 13:19 Uhr
23.04.2012 - 11:23 Uhr
Sehr gutes (!) Couching, das mir, wie wohl jedem stets gemäßigt optimistischen und rationalen FCK Fan (zu denen ich mich mal zähle), aus dem Herzen spricht! Wobei gemäßigt sich nicht (ganz und gar nicht) auf die Leidenschaft bezieht, sondern der Beurteilung und dem entgegengebrachten Vertrauen an der Arbeit der Verantwortlichen und der Entwicklung des Vereins.
Denke die nächsten 3-4 Monate bis Saisonstart werden sicher sehr spannend!
Denke die nächsten 3-4 Monate bis Saisonstart werden sicher sehr spannend!
27.04.2012 - 12:02 Uhr
Jahrgang 2 - Ausgabe 37: Kein Scherbengericht
Von Bertikoks
Während wir seit einer Woche wissen, dass unsere unmittelbare Zukunft ohne den FC Bayern, den BVB oder Werder Bremen stattfinden wird, hat irgendwo ein vermeintlich schlauer Mensch das Wort vom "Scherbengericht" in Umlauf gebracht. Allerdings bezweifle ich, dass der Schöpfer der Parole auch meinte was er sagte, denn ein "Scherbengericht" war im Stadtstaat Athen die Gelegneheit unliebsame Personen loszuwerden. Bei aller teils berechtigten Kritik an den Verantwortlichen ist ein Wechsel an der Vorstandsspitze allerdings keine Option für unseren FCK. Es fehlen echte Alternativen. Stefan Kuntz hat diesen Verein aus seinen Trümmern drei Jahre voran gebracht in einem Tempo, wie es viele nicht für möglich gehalten haben. Im vierten Jahr hat diese Entwicklung einen herben Rückschlag erfahren. Kein Grund aufzugeben. Aber auch kein Grund den Mantel des Schweigens darüber auszubreiten. Nutzen wir also die Gelegenheit und ziehen an dieser Stelle ein wenig kritische Bilanz.
"Sich zu quälen und aufzuopfern funktioniert leider nicht immer."
Christian Tiffert, Kapitän (Die Mannschaft)
Christian Tiffert zum Kapitän zu machen lag auf der Hand. Er war der Leader, der Kopf der Mannschaft, die im letzten Jahr so überraschend erfolgreich war. Und er war es eben nicht. Martin Amedick und Srdjan Lakic haben sich zusammen mit Tiffert ergänzt. Tiffert war ein Führungsspieler. Und mit der Rolle als alleiniger Kapitän offenbar überfordert. Das war jedoch von Außen nicht ersichtlich. Ich zumindest habe befriedigt genickt, als Tiffert nun auch offiziell wurde, was er in meinen Augen ohnehin schon war. Wobei man ihm zugute halten muss, dass er diesen Job eigentlich nicht wollte. In der Vorsaison in einem Interview darauf angesprochen, hatte er unter Hinweis auf möglicherweise fehlende Eignung dankend abgelehnt. Seine Saison war mies, seine Führungsqualitäten nicht ausreichend um einen Karren der tief im Dreck steckte mehr oder weniger allein herauszuziehen. Tatsächlich wurden der Mannschaft Spieler genommen, die eine Führungsrolle inne hatten oder zumindest wichtig für das Gefüge waren. Amedick und Lakic hatten zum Beispiel Tiffert als weiteren Leitwolf im Team, der ihre Position gestützt hat. Tiffert hingegen fehlten solche Säulen im Gefüge um gemeinsam die Krise zu meistern. Die Mannschaft erkannte in einem Anfall von Selbsterkenntnis das Fehlen von "Drecksäcken" im Team als zusätzlich Hürde im Abstiegskampf. Der Ab- oder Niedergang von Schlüsselspielern ist nicht kompensiert worden, sondern hat stattdessen ein Vakuum erzeugt, dass unseren Kapitän mehr oder weniger verschlungen hat. Und wenn wir über seine Leistung ein Urteil fällen müssten, im letzten Jahr noch bester Vorlagengeber der Liga, fiele dieses freilich negativ aus. Aber wir sollten es dabei nicht übertreiben. Nach etwa zwei Dritteln der Saison erwähnte ein Sky Reporter, das Tiffert in dieser Spielzeit der zweitbeste Torschussvorlagengeber der Liga sei. Auch seine bestenfalls durchschnittliche Leistung hätte also wenig Anlass zur Kritik gegeben, wenn da Stürmer gewesen wären, die seine Vorlagen in Tore umgemünzt hätten. Ich würde mich also freuen, wenn er verlängert. Er kann eine Säule sein. Wenn man ihm Vertrauen schenkt.
"Wir müssen das Glück erzwingen. Ich weiß aber nicht, wie."
Marco Kurz, Cheftrainer
Hinten Beton und vorne hilft der liebe Gott. Dieses Statement eines Löwenfreundes über unseren ehemaligen Cheftrainer, geäußert bei dessen Verpflichtung am Betzenberg, ist mir nie aus dem Sinn geraten. Aber ich fand es nicht sinnvoll. Kurz schien mit jeder Woche am Betzenberg besser auf die Trainerbank zu passen. Niemals Gejammere und dazu eine wachsende Identifikation mit dem Verein. Kein Versuch nach Ausreden zu suchen. Stattdessen die Betonung der Verantwortlichkeit des Trainers für die Leistung des Teams. Das ist ein Trainer von dem ich noch zu Beginn der Saison hoffte, er möge auch in zehn Jahren noch an unserer Seitenlinie stehen. Und es gab gute Gründe dafür. Zwei Jahre voller Erfolg für den Analysten auf der Bank, der zu trockenen Statements neigt. Als Cheftrainer war er in dieser Krisensituation jedoch eindeutig überfordert. Zunächst sein Faible dafür, Zentralspieler zu Flügelspielern umzubauen. Dann seine rätselhafte Weigerung Stürmer die offenbar ihr Handwerk verstehen, auch einzusetzen. Micanski und später Wooten sind gute Beispiele. Warum musste der sichere Abfangjäger Bilek gehen? Es gibt viele Fragen die zu stellen wären. Stattdessen mit dem Kopf durch die Wand. Und schließlich, vogelwilde Wechselspiele. Kurz hat der Mannschaft nicht die nötige Sicherheit vermitteln können, als diese ihre verloren hatte, stattdessen hat er zunehmend seine eigene Verunsicherung auf die Mannschaft übertragen und das Selbstvertrauen der wenigen verbliebenen Spieler die noch einen Rest davon hatten mit seinen Wechselspielen regelrecht demontiert. Konzeptlosigkeit, Ratlosigkeit und in den letzten Spielen sogar offenkundige Hilflosigkeit. Marco Kurz ist ein netter Kerl, aber ein wesentlicher Teil, im Mosaik des Niedergangs dieser Saison ist er auch. Und Verantwortung muss man eben nicht nur betonen, sondern sie auch tragen, wenn es an der Zeit ist. Und damit eben manchmal auch schmerzhafte Konsequenzen ziehen. Selbst wenn die in diesem Geschäft eher unüblich sind.
"Marco Kurz bleibt unser Cheftrainer. Wenn sich das ändert teilen wir Ihnen das mit."
Stefan Kuntz, Vorstandsvorsitzender
Hoch gepokert und verloren. Das könnte als Kurzbeschreibung dienen. Aber es ist wie viele Kurzversionen ein zu oberflächlicher Versuch zu beschreiben was eigentlich schief gegangen ist. Denn vordergründig trägt Kuntz die Verantwortung für die Transferpolitik und hat damit seinen Anteil am Zusammenbruch in diesem Jahr. Aber so einfach ist das nicht. Jedenfalls nicht aus meiner Sicht. Kuntz Anteil am Abstieg ist weniger an der verfehlten Transferpolitik festzumachen. Denn ich glaube, dass diese Mannschaft unter sachkundiger Führung gut genug gewesen wäre, um die Klasse zu halten. Haarscharf vermutlich, aber gut genug. Unsere Hinrunde war sehr mäßig. Aber hätten wir sie einfach wiederholt, so hätte das wohl mindestens Platz sechzehn bedeutet. Denn ich glaube kaum, das Hertha aus den letzten beiden Spielen sechs Punkte holt. Und alles andere hätte wegen der Tordifferenz nicht gereicht. Kuntz betont in letzter Zeit häufig, dass kein Spieler gegen den Wunsch oder zumindest das Einverständnis des Trainers geholt wurde. Und das glaube ich ihm auch. Deshalb sehe ich den eigentlichen Sargnagel, den Kuntz in die Holzkiste des FCK 2012 eingeschlagen hat, auch an ganz anderer Stelle. Sein unsinniges Festhalten an Marco Kurz, seine Weigerung die Realität wahrzunehmen, kurz gesagt, seine Verweigerung zu handeln in dem Moment in dem es unbedingt nötig gewesen wäre, dass ist der Rucksack mit dem Kuntz in die Zukunft geht.
"Vielleicht ist die Mannschaft nicht gut genug."
Dieter Rombach, Aufsichtsratsvorsitzender (Der Aufsichtsrat)
Der Aufsichtsrat hat in der Krise ebenfalls nicht das getan, was er eigentlich tun sollte. Während sich Professor Rombach offenbar als eine Art Erfüllungsgehilfe des Vorstandes versteht, fiel Dr. Martin Sester, ein Jurist (!) durch panikgebeutelten Fluchtinstinkt auf. Natürlich sind die Motive beider AR Mitglieder, wenn auch völlig gegensätzlich, zunächst einmal davon beseelt, Gutes für den FCK zu tun. De facto erreichten sie jedoch das Gegenteil. Sester, der an entscheidender Stelle offenbar kein Gehör fand, flüchtete unkoordiniert zu seinen Freunden von DBB und fiel, zusammen mit dem Rest des Kontrollorgans ausgerechnet durch eine rätselhafte Unkenntnis des Regelwerkes auf, die seiner Arbeit die Grundlage gibt. Gemeint ist die Satzung des FCK und das Vereinsrecht. Peinlich. Nicht weniger peinlich, Rombachs Versuch in aller Öffentlichkeit einem überforderten Trainer den Rücken zu stärken, um so den öffentlichen Schulterschluss mit einem in dieser Frage seltsam eigenwilligen Vorstandsvorsitzenden zu üben. Dass er damit einer verunsicherten Mannschaft das Vertrauen des Aufsichtsrates öffentlich entzogen hat, obwohl es am Ende nur diese Mannschaft sein konnte, die den Klassenerhalt für den Verein schaffen sollte, hat er dabei übersehen. Seit dem legendären Auftritt eines seiner Vorgänger im Doppelpass, der uns ein "Defizit an Durchblick" offenbarte, habe ich kein unglücklicheres Statement eines AR-Chefs am Betzenberg gehört. Sein Versuch zurückzurudern, nach Tagen der Kritik, klang halbherzig und nebenbei völlig unglaubwürdig. Hätte er wirklich nicht gesagt womit er zitiert wurde, hätte er es wenigstens nicht so gemeint, dann hätte er unmittelbar bei Erscheinen der ersten Zitate dieser Art gegengesteuert. Und zwar energisch. Rombach erinnerte mich an einen übermotivierten Schlumpf Schlaubi, der offenbar dermaßen darauf erpicht war Papa Schlumpf zu gefallen, dass er gar nicht gemerkt hat, was er mit seiner Schwätzerei vor den Journalisten eigentlich angerichtet hat. Und genau wie unser oberkluger blauer Freund, musste dann eben auch Rombach öffentlich zurückrudern. Na wenigstens hat er Papa Schlumpf nicht verärgert obwohl der, hätte er an dieser Stelle nicht selbst mit Gargamehls Fluch zu kämpfen gehabt, eigentlich stinksauer hätte sein sollen. Ich wünschte mir, zumindest Rombach würde zurücktreten. Er ist aus meiner Sicht nicht mehr haltbar im AR. Schon gar nicht als Vorsitzender. Ein Aufsichtsrat soll, wie der Name schon sagt, unter Kenntnis aller Fakten, die Aufsicht über den Vorstand führen, der das operative Geschäft leitet. Das hat er in dieser Saison unzureichend erledigt. Trotzdem warne ich davor, Rombach aus der Mitgliederversammlung heraus abzusetzen. Das würde als Votum gegen Kuntz gedeutet. Und zu dem gibt es, wie ich oben bereits schrieb, keine Alternative.
Fazit
Ich denke es ist klar, dass eben nicht nur der Erfolg, ein erneuter Dank an Johannes Ohlinger sei mir an dieser Stelle gestattet, sondern auch der Misserfolg viele Väter hat. Mit diesen Teilsegmenten wollen wir es an dieser Stelle dann bewenden lassen. Wer vom Rathaus kommt, ist schließlich immer klüger. Enden will ich jedoch nicht, ohne einen Ausblick auf die unmittelbare Zukunft zu wagen. Ich bin alles in allem guter Dinge. Ich glaube, dass Balakov in der Lage sein wird, eine spielstarke Mannschaft zu formen. Ich glaube außerdem, dass das Grundgerüst einer jungen und begabten Mannschaft bereits steht. Mit Sippel, Dick, Bugera, Tiffert, Borisyuk, Fortounis, Micanski, Kuba, vielleicht Wooten und natürlich Itay Shechter hätten wir schon ein paar ganz ordentliche Spieler für Liga Zwei beisammen. Vielleicht schafft Vermouth ja ebenfalls den Sprung. Und nachdem Kuntz schon häufiger bewiesen hat, dass er es eigentlich kann, und wir mittlerweile Wissen, dass er die Entscheidungen für Spielertransfers eben nicht alleine trifft, gehe ich davon aus, dass wir in der neuen Saison auch wieder mehr Spaß haben werden an unseren Neuverpflichtungen.
Auf der Mitgliederversammlung heißt es also kritische Aufarbeitung, dann die Reihen schließen und gemeinsam wieder nach vorn sehen. Und in Richtung Bundesliga sei ein lockerer Abschiedsgruß erlaubt. Vergesst uns nicht so schnell. Wir kommen wieder. Ganz sicher!
In diesem Sinne.
Gruß Berti
In der Couchingzone befinden sich neben Berti und Bahli auch noch Kohlmeyer und Butduma. Die Kolumne erscheint spätestens jeweils Freitag um 12:00 Uhr oder an Spieltagen zur gleichen Zeit bei allen Pflichtspielen.
Von Bertikoks
Während wir seit einer Woche wissen, dass unsere unmittelbare Zukunft ohne den FC Bayern, den BVB oder Werder Bremen stattfinden wird, hat irgendwo ein vermeintlich schlauer Mensch das Wort vom "Scherbengericht" in Umlauf gebracht. Allerdings bezweifle ich, dass der Schöpfer der Parole auch meinte was er sagte, denn ein "Scherbengericht" war im Stadtstaat Athen die Gelegneheit unliebsame Personen loszuwerden. Bei aller teils berechtigten Kritik an den Verantwortlichen ist ein Wechsel an der Vorstandsspitze allerdings keine Option für unseren FCK. Es fehlen echte Alternativen. Stefan Kuntz hat diesen Verein aus seinen Trümmern drei Jahre voran gebracht in einem Tempo, wie es viele nicht für möglich gehalten haben. Im vierten Jahr hat diese Entwicklung einen herben Rückschlag erfahren. Kein Grund aufzugeben. Aber auch kein Grund den Mantel des Schweigens darüber auszubreiten. Nutzen wir also die Gelegenheit und ziehen an dieser Stelle ein wenig kritische Bilanz.
"Sich zu quälen und aufzuopfern funktioniert leider nicht immer."
Christian Tiffert, Kapitän (Die Mannschaft)
Christian Tiffert zum Kapitän zu machen lag auf der Hand. Er war der Leader, der Kopf der Mannschaft, die im letzten Jahr so überraschend erfolgreich war. Und er war es eben nicht. Martin Amedick und Srdjan Lakic haben sich zusammen mit Tiffert ergänzt. Tiffert war ein Führungsspieler. Und mit der Rolle als alleiniger Kapitän offenbar überfordert. Das war jedoch von Außen nicht ersichtlich. Ich zumindest habe befriedigt genickt, als Tiffert nun auch offiziell wurde, was er in meinen Augen ohnehin schon war. Wobei man ihm zugute halten muss, dass er diesen Job eigentlich nicht wollte. In der Vorsaison in einem Interview darauf angesprochen, hatte er unter Hinweis auf möglicherweise fehlende Eignung dankend abgelehnt. Seine Saison war mies, seine Führungsqualitäten nicht ausreichend um einen Karren der tief im Dreck steckte mehr oder weniger allein herauszuziehen. Tatsächlich wurden der Mannschaft Spieler genommen, die eine Führungsrolle inne hatten oder zumindest wichtig für das Gefüge waren. Amedick und Lakic hatten zum Beispiel Tiffert als weiteren Leitwolf im Team, der ihre Position gestützt hat. Tiffert hingegen fehlten solche Säulen im Gefüge um gemeinsam die Krise zu meistern. Die Mannschaft erkannte in einem Anfall von Selbsterkenntnis das Fehlen von "Drecksäcken" im Team als zusätzlich Hürde im Abstiegskampf. Der Ab- oder Niedergang von Schlüsselspielern ist nicht kompensiert worden, sondern hat stattdessen ein Vakuum erzeugt, dass unseren Kapitän mehr oder weniger verschlungen hat. Und wenn wir über seine Leistung ein Urteil fällen müssten, im letzten Jahr noch bester Vorlagengeber der Liga, fiele dieses freilich negativ aus. Aber wir sollten es dabei nicht übertreiben. Nach etwa zwei Dritteln der Saison erwähnte ein Sky Reporter, das Tiffert in dieser Spielzeit der zweitbeste Torschussvorlagengeber der Liga sei. Auch seine bestenfalls durchschnittliche Leistung hätte also wenig Anlass zur Kritik gegeben, wenn da Stürmer gewesen wären, die seine Vorlagen in Tore umgemünzt hätten. Ich würde mich also freuen, wenn er verlängert. Er kann eine Säule sein. Wenn man ihm Vertrauen schenkt.
"Wir müssen das Glück erzwingen. Ich weiß aber nicht, wie."
Marco Kurz, Cheftrainer
Hinten Beton und vorne hilft der liebe Gott. Dieses Statement eines Löwenfreundes über unseren ehemaligen Cheftrainer, geäußert bei dessen Verpflichtung am Betzenberg, ist mir nie aus dem Sinn geraten. Aber ich fand es nicht sinnvoll. Kurz schien mit jeder Woche am Betzenberg besser auf die Trainerbank zu passen. Niemals Gejammere und dazu eine wachsende Identifikation mit dem Verein. Kein Versuch nach Ausreden zu suchen. Stattdessen die Betonung der Verantwortlichkeit des Trainers für die Leistung des Teams. Das ist ein Trainer von dem ich noch zu Beginn der Saison hoffte, er möge auch in zehn Jahren noch an unserer Seitenlinie stehen. Und es gab gute Gründe dafür. Zwei Jahre voller Erfolg für den Analysten auf der Bank, der zu trockenen Statements neigt. Als Cheftrainer war er in dieser Krisensituation jedoch eindeutig überfordert. Zunächst sein Faible dafür, Zentralspieler zu Flügelspielern umzubauen. Dann seine rätselhafte Weigerung Stürmer die offenbar ihr Handwerk verstehen, auch einzusetzen. Micanski und später Wooten sind gute Beispiele. Warum musste der sichere Abfangjäger Bilek gehen? Es gibt viele Fragen die zu stellen wären. Stattdessen mit dem Kopf durch die Wand. Und schließlich, vogelwilde Wechselspiele. Kurz hat der Mannschaft nicht die nötige Sicherheit vermitteln können, als diese ihre verloren hatte, stattdessen hat er zunehmend seine eigene Verunsicherung auf die Mannschaft übertragen und das Selbstvertrauen der wenigen verbliebenen Spieler die noch einen Rest davon hatten mit seinen Wechselspielen regelrecht demontiert. Konzeptlosigkeit, Ratlosigkeit und in den letzten Spielen sogar offenkundige Hilflosigkeit. Marco Kurz ist ein netter Kerl, aber ein wesentlicher Teil, im Mosaik des Niedergangs dieser Saison ist er auch. Und Verantwortung muss man eben nicht nur betonen, sondern sie auch tragen, wenn es an der Zeit ist. Und damit eben manchmal auch schmerzhafte Konsequenzen ziehen. Selbst wenn die in diesem Geschäft eher unüblich sind.
"Marco Kurz bleibt unser Cheftrainer. Wenn sich das ändert teilen wir Ihnen das mit."
Stefan Kuntz, Vorstandsvorsitzender
Hoch gepokert und verloren. Das könnte als Kurzbeschreibung dienen. Aber es ist wie viele Kurzversionen ein zu oberflächlicher Versuch zu beschreiben was eigentlich schief gegangen ist. Denn vordergründig trägt Kuntz die Verantwortung für die Transferpolitik und hat damit seinen Anteil am Zusammenbruch in diesem Jahr. Aber so einfach ist das nicht. Jedenfalls nicht aus meiner Sicht. Kuntz Anteil am Abstieg ist weniger an der verfehlten Transferpolitik festzumachen. Denn ich glaube, dass diese Mannschaft unter sachkundiger Führung gut genug gewesen wäre, um die Klasse zu halten. Haarscharf vermutlich, aber gut genug. Unsere Hinrunde war sehr mäßig. Aber hätten wir sie einfach wiederholt, so hätte das wohl mindestens Platz sechzehn bedeutet. Denn ich glaube kaum, das Hertha aus den letzten beiden Spielen sechs Punkte holt. Und alles andere hätte wegen der Tordifferenz nicht gereicht. Kuntz betont in letzter Zeit häufig, dass kein Spieler gegen den Wunsch oder zumindest das Einverständnis des Trainers geholt wurde. Und das glaube ich ihm auch. Deshalb sehe ich den eigentlichen Sargnagel, den Kuntz in die Holzkiste des FCK 2012 eingeschlagen hat, auch an ganz anderer Stelle. Sein unsinniges Festhalten an Marco Kurz, seine Weigerung die Realität wahrzunehmen, kurz gesagt, seine Verweigerung zu handeln in dem Moment in dem es unbedingt nötig gewesen wäre, dass ist der Rucksack mit dem Kuntz in die Zukunft geht.
"Vielleicht ist die Mannschaft nicht gut genug."
Dieter Rombach, Aufsichtsratsvorsitzender (Der Aufsichtsrat)
Der Aufsichtsrat hat in der Krise ebenfalls nicht das getan, was er eigentlich tun sollte. Während sich Professor Rombach offenbar als eine Art Erfüllungsgehilfe des Vorstandes versteht, fiel Dr. Martin Sester, ein Jurist (!) durch panikgebeutelten Fluchtinstinkt auf. Natürlich sind die Motive beider AR Mitglieder, wenn auch völlig gegensätzlich, zunächst einmal davon beseelt, Gutes für den FCK zu tun. De facto erreichten sie jedoch das Gegenteil. Sester, der an entscheidender Stelle offenbar kein Gehör fand, flüchtete unkoordiniert zu seinen Freunden von DBB und fiel, zusammen mit dem Rest des Kontrollorgans ausgerechnet durch eine rätselhafte Unkenntnis des Regelwerkes auf, die seiner Arbeit die Grundlage gibt. Gemeint ist die Satzung des FCK und das Vereinsrecht. Peinlich. Nicht weniger peinlich, Rombachs Versuch in aller Öffentlichkeit einem überforderten Trainer den Rücken zu stärken, um so den öffentlichen Schulterschluss mit einem in dieser Frage seltsam eigenwilligen Vorstandsvorsitzenden zu üben. Dass er damit einer verunsicherten Mannschaft das Vertrauen des Aufsichtsrates öffentlich entzogen hat, obwohl es am Ende nur diese Mannschaft sein konnte, die den Klassenerhalt für den Verein schaffen sollte, hat er dabei übersehen. Seit dem legendären Auftritt eines seiner Vorgänger im Doppelpass, der uns ein "Defizit an Durchblick" offenbarte, habe ich kein unglücklicheres Statement eines AR-Chefs am Betzenberg gehört. Sein Versuch zurückzurudern, nach Tagen der Kritik, klang halbherzig und nebenbei völlig unglaubwürdig. Hätte er wirklich nicht gesagt womit er zitiert wurde, hätte er es wenigstens nicht so gemeint, dann hätte er unmittelbar bei Erscheinen der ersten Zitate dieser Art gegengesteuert. Und zwar energisch. Rombach erinnerte mich an einen übermotivierten Schlumpf Schlaubi, der offenbar dermaßen darauf erpicht war Papa Schlumpf zu gefallen, dass er gar nicht gemerkt hat, was er mit seiner Schwätzerei vor den Journalisten eigentlich angerichtet hat. Und genau wie unser oberkluger blauer Freund, musste dann eben auch Rombach öffentlich zurückrudern. Na wenigstens hat er Papa Schlumpf nicht verärgert obwohl der, hätte er an dieser Stelle nicht selbst mit Gargamehls Fluch zu kämpfen gehabt, eigentlich stinksauer hätte sein sollen. Ich wünschte mir, zumindest Rombach würde zurücktreten. Er ist aus meiner Sicht nicht mehr haltbar im AR. Schon gar nicht als Vorsitzender. Ein Aufsichtsrat soll, wie der Name schon sagt, unter Kenntnis aller Fakten, die Aufsicht über den Vorstand führen, der das operative Geschäft leitet. Das hat er in dieser Saison unzureichend erledigt. Trotzdem warne ich davor, Rombach aus der Mitgliederversammlung heraus abzusetzen. Das würde als Votum gegen Kuntz gedeutet. Und zu dem gibt es, wie ich oben bereits schrieb, keine Alternative.
Fazit
Ich denke es ist klar, dass eben nicht nur der Erfolg, ein erneuter Dank an Johannes Ohlinger sei mir an dieser Stelle gestattet, sondern auch der Misserfolg viele Väter hat. Mit diesen Teilsegmenten wollen wir es an dieser Stelle dann bewenden lassen. Wer vom Rathaus kommt, ist schließlich immer klüger. Enden will ich jedoch nicht, ohne einen Ausblick auf die unmittelbare Zukunft zu wagen. Ich bin alles in allem guter Dinge. Ich glaube, dass Balakov in der Lage sein wird, eine spielstarke Mannschaft zu formen. Ich glaube außerdem, dass das Grundgerüst einer jungen und begabten Mannschaft bereits steht. Mit Sippel, Dick, Bugera, Tiffert, Borisyuk, Fortounis, Micanski, Kuba, vielleicht Wooten und natürlich Itay Shechter hätten wir schon ein paar ganz ordentliche Spieler für Liga Zwei beisammen. Vielleicht schafft Vermouth ja ebenfalls den Sprung. Und nachdem Kuntz schon häufiger bewiesen hat, dass er es eigentlich kann, und wir mittlerweile Wissen, dass er die Entscheidungen für Spielertransfers eben nicht alleine trifft, gehe ich davon aus, dass wir in der neuen Saison auch wieder mehr Spaß haben werden an unseren Neuverpflichtungen.
Auf der Mitgliederversammlung heißt es also kritische Aufarbeitung, dann die Reihen schließen und gemeinsam wieder nach vorn sehen. Und in Richtung Bundesliga sei ein lockerer Abschiedsgruß erlaubt. Vergesst uns nicht so schnell. Wir kommen wieder. Ganz sicher!
In diesem Sinne.
Gruß Berti
In der Couchingzone befinden sich neben Berti und Bahli auch noch Kohlmeyer und Butduma. Die Kolumne erscheint spätestens jeweils Freitag um 12:00 Uhr oder an Spieltagen zur gleichen Zeit bei allen Pflichtspielen.
27.04.2012 - 12:19 Uhr
Wie bei bahli letzte Woche wieder auch wieder eine hervorragende Aufarbeitung.
Und dieser Vergleich ist mein absolutes Highlight des bisherigen Tages. :)
http://s7.directupload.net/file/d/2873/3ipu8a29_jpg.htm
Und dieser Vergleich ist mein absolutes Highlight des bisherigen Tages. :)
http://s7.directupload.net/file/d/2873/3ipu8a29_jpg.htm
27.04.2012 - 12:33 Uhr
Hallo Bertikoks,
du hast mit deiner Aufarbeitung, dieser furchtbaren Saison, ins schwarze getroffen.
Ich finde es einfach nur schlimm, dass jetzt und die letzten Wochen aus jedem Loch irgendein Schlaumeier kommt und mir erzählen will, dass er das von Anfang an gesagt hat. Wenn ich dann noch die Dummköppe höre, welche Kuntz und den kompletten Vorstand rausschmeissen wollen, dann wird mir Angst und Bange. Was die meisten schon wieder vergessen haben ist, was Kuntz und Co die letzten Jahre für den Verein geleistet haben und man erstmal eine brauchbare Alternative finden müsste.
In diesem Sinne wünsche ich uns allen, dass diese Mitgliederversammlung ohne großen Schaden vorbei geht und wieder etwas Ruhe auf den Rängen und in den Vorstandsetagen einkehren kann. Diese werden wir für die nächste Saison gut brauchen können.
Wie heißt es doch so schön: "heute ist nicht aller Tage Abend, wir kommen wieder keine Frage..." Und das hoffentlich ganz ganz schnell.
du hast mit deiner Aufarbeitung, dieser furchtbaren Saison, ins schwarze getroffen.
Ich finde es einfach nur schlimm, dass jetzt und die letzten Wochen aus jedem Loch irgendein Schlaumeier kommt und mir erzählen will, dass er das von Anfang an gesagt hat. Wenn ich dann noch die Dummköppe höre, welche Kuntz und den kompletten Vorstand rausschmeissen wollen, dann wird mir Angst und Bange. Was die meisten schon wieder vergessen haben ist, was Kuntz und Co die letzten Jahre für den Verein geleistet haben und man erstmal eine brauchbare Alternative finden müsste.
In diesem Sinne wünsche ich uns allen, dass diese Mitgliederversammlung ohne großen Schaden vorbei geht und wieder etwas Ruhe auf den Rängen und in den Vorstandsetagen einkehren kann. Diese werden wir für die nächste Saison gut brauchen können.
Wie heißt es doch so schön: "heute ist nicht aller Tage Abend, wir kommen wieder keine Frage..." Und das hoffentlich ganz ganz schnell.
27.04.2012 - 23:35 Uhr
...und traurig klingt der Schlussakkord in Moll...
schließe mich dem Vorredner an, wieder eine sehr treffendes Fazit. Bleibt zu hoffen, dass die Jungs auf die wir mit dem genannten Gerüst setzen, den mentalen "Schalter" umlegen können!
Aber wie dem auch sei:
...denn heißt es Bühne frei, dann sind wir mit dabei!
Die Schau wird(!) weiter geh'n - Auf Wiedersehen!
schließe mich dem Vorredner an, wieder eine sehr treffendes Fazit. Bleibt zu hoffen, dass die Jungs auf die wir mit dem genannten Gerüst setzen, den mentalen "Schalter" umlegen können!
Aber wie dem auch sei:
...denn heißt es Bühne frei, dann sind wir mit dabei!
Die Schau wird(!) weiter geh'n - Auf Wiedersehen!
04.05.2012 - 12:15 Uhr
Jahrgang 2, Ausgabe 38: Raus aus dem Koma, wir wollen raus aus dem Koma ...
Fiiiiiiiiiinaaale, ohoo ...
Endlich! Nie hat Kohlmeyer einem letzten Spieltag so entgegenfiebert wie diesem. Obwohl: „Fiebern“ ist wohl das falsche Wort. „Entgegengedämmert“ wär´ wohl richtiger. Aber auch der Dämmerzustand ist einer, dessen Ende man entgegenfiebern kann. In Kohlmeyers Fall wird er langsam unerträglich. Eigentlich ist´s schon mehr Koma als Dämmerzustand.
Endlich wieder Fußball sehen, der sich über Freundschaftsspielniveau bewegt. Gespielt von Menschen, denen augenscheinlich so was wie Adrenalin durch die Adern pumpt. Endlich mal wieder selbst was spüren, wenn man diesem Fußball zuguckt. Endlich nicht mehr während eines Fußballspiels des 1. FC Kaiserslautern auf der Tribüne seufzen müssen: „O Herr, lass es enden, einfach nur enden.“
Nicht mehr während eines Spieles aus lauter Langeweile Fragen nachhängen wie: „Warum kicken eigentlich nur unsere unfähigsten Offensivspieler in knallorangefarbenen Schuhen?“ oder „Was soll es eigentlich bedeuten, wenn ein Unternehmen auf einer Bandenwerbung Open Source anbietet? Ist´s am Ende vielleicht nur ein Ar.sch, der da offensteht? Der des dafür zuständig Marketingkommunikationsheinis?
Kohlmeyer wär´ auch schon glücklich, wenn endlich das halbseidene Salbader über den künftigen Weg in Liga zwei endete, wenn endlich mal Hard Facts produziert würde, kein „Wir werden am Saisonende sorgfältig analysieren“ mehr, kein Gelaber „vom großen oder ganz großen Schnitt“.
Und wen eigentlich will ein Spieler ver.arschen, der sich bezüglich einer Vertragsverlängerung eine Entscheidungsfrist bis nach Saisonschluss ausbedungen hat? Nach Kohlmeyers Erfahrung ist es schon mehr als ein Fingerzeig, wenn ein Spieler NICHT in der Winterpause verlängert, sondern sich Bedenkzeit bis März oder April erbittet.
Und einer, der behauptet, er wolle bis nach dem 34. Spieltag überlegen, aber nicht ausschließen, doch zu bleiben ... der will doch erst recht weg und hat nur Schiss, in den letzten Saisonspielen ausgepfiffen werden. Und somit im Grunde noch weniger Eier als Jimmy Hartwig – aktuell, meint Kohlmeyer natürlich, denn in seinen aktiven Zeiten hatte Stinkfinger-Jim zwar auch schon nicht viel im Kopf, aber ohne Frage Cojones.
Herr De Wit, falls Sie gerade mitlesen und sich angesprochen fühlen: Kohlmeyer will gar nicht immer Recht behalten. Er würde sich sogar freuen, mal widerlegt zu werden.
Überhaupt: Die Charakterfragen. Die nerven den komatösen Kohlmeyer fast am meisten. In Zukunft soll wieder mehr auf Charakter und Persönlichkeit des Personals geachtet werden, das auf den Betzenberg gelotst wird ... wie bitte? Darf Kohlmeyer dem entnehmen, das unserem Management diese Eigenschaften total egal waren, wenn sie bis vor kurzem mit Ballspielprofis über ein Engagement verhandelten? Auf was hat man denn dann geachtet? Darauf, dass sie kicken können etwa? Aber das konnten die doch gar nicht!
Und wenn Persönlichkeit wichtiger als fußballerisches Können sein soll, wieso hat man dann in der Winterpause Martin Amedick weggeschickt?
Kohlmeyer hat sich in den vergangenen Wochen öfter dabei ertappt, wie er wohlwollend schmunzelte, wenn er den FC Augsburg spielen sah – und den flachsblonden jungen Mann, der da auf der linken Seite rauf und runter fegte. Nicht elegant, fußballerisch nicht eben anspruchsvoll, aber engagiert eben. Und effektiv. Vor Jahren hat ein Sportjournalist mal die gesamte Zweite Liga nach ihm benannt, weil sie sei wie er: Braver Kampf, ästhetisch aber Krampf. Dem FCK war er nicht mal mehr für Liga zwei gut genug. Nächste Saison nun spielt er weiter in Liga eins, der FCK aber nicht mehr.
Weht da, bei allem Abstiegsschmerz, nicht irgendwo auch ein Hauch von Gerechtigkeit?
War der FCK nicht mal der Verein eines Harry Koch? Einer, der fußballerisch schon in den 90er Jahren eigentlich nichts in der Mannschaft zu suchen hatte, die seinerzeit den Anspruch hatte, wenigstens um die UEFA-Pokalplätze mitzuspielen. Aber der trotzdem unbestritten Stammspieler war. Weil ein Typ war, ein ganzer Kerl mit Herz.
Okay, wer heute zur fußballerischen Creme gehören will, der braucht in der Tat ELF Spieler auf dem Platz, die auf engstem Raum mit höchstmöglicher Geschwindigkeit den Ball annehmen und weiterpassen können, und die die Sekunden nach dem Ballgewinn mit größtmöglicher Effizienz nutzen. Barcelona hat diesbezüglich in den vergangenen drei Jahren Maßstäbe gesetzt, Dortmund macht gerade in Deutschland vor, wie das auszusehen hat.
Das aber ist die Spitze.
Doch in der unteren Hälfte der deutschen Bundesliga? Da kommt man, wie diese Saison gezeigt hat, mit Kollektivbewusstsein und guten Typen immer noch ganz schön weit. Oder warum bleiben Augsburg und Freiburg drin und der FCK nicht?
Bestimmt nicht, weil ein Itay Schechter außergewöhnliche individuelle Fähigkeiten hat – sondern eher, weil die im Team nie zum Tragen kamen. Die Frage, ob das nun die Schuld eines Marco Kurz war oder nicht vielleicht doch auch des Spielers, wenigstens zum Teil, würde Kohlmeyer im Übrigen nie so eindeutig zu Ungunsten des Trainers beantworten, wie es hier im Forum viele tun.
Doch was soll´s. Der Blick geht jetzt vorne, und ab Sonntag werden hoffentlich Nägel gemacht. Über mögliche Zu- und Abgänge, wer bleiben soll und wer nicht, wer verkauft werden sollte und oder vielleicht doch verkauft werden muss, weil der FCK ein gewisses Plus aus Transfergeschäft erwirtschaften muss, wird in den entsprechenden Threads schon genug diskutiert. Drum möchte Kohlmeyer das jetzt nicht mehr groß durchkauen, zumal bislang auch noch nicht viel konkret ist.
Zwei Namen allerdings erscheinen sich schon ein wenig deutlicher: Azouagh und Bunjaku. In welche Richtung sie deuten könnten?
Zum einen scheint Kuntz ein wenig davon abzurücken, ausschließlich Spieler verpflichten zu wollen, die noch jung genug sind, dass sie noch weiterentwickelt werden und auf einen Marktwert gebracht werden können, der den FCK bei einem Verkauf wirtschaftlich auf ein höheres Level hebt.
Darauf nach dem Aderlass im Sommer 2011 AUSSCHLIESSLICH zu setzen, hat uns nach Kohlmeyers Ansicht nämlich das Genick gebrochen. Auch wenn die rund drei Millionen, die für Borysiuk, Fortounis und Swierczok investiert wurden, nach wie vor noch irgendwann fette Gewinn bringen könnten – zumindest die drei Millionen, die für Shechter und Vermouth bezahlt wurden, hätten für Ad hoc-Verstärkungen ausgegeben werden müssen, unter Umständen auch für 30-jährige, bei denen kein Gewinn aus einem Weiterverkauf zu erwarten gewesen wäre.
Azouagh und Bunjaku sind nicht nur im gestandenen Alter, sie repräsentieren ein ansprechendes spielerisches Niveau, erst recht für Zweitligaverhältnisse. Natürlich tragen sie das Stigma der Verletzungsanfälligkeit, aber das ist es halt, was sie für den FCK überhaupt erschwinglich macht. Mit einer starken Saison im Kreuz hätten beide nämlich Angebote aus der Ersten Liga.
Ihre Verpflichtung könnte außerdem darauf hindeuten, dass Balakov in der Offensive mehr auf Technik und Beweglichkeit setzt. Die täte vor allem auf den Flügeln Not. Was 1,90 Meter-Koffer wie Jörgensen und Sukuta-Pasu auf Außen suchen, ist Kohlmeyer ohnehin ein Rätsel. Flügelspieler müssen kurzbeinig und schnell sein, immer geil drauf, ins 1:1 zu gehen und vor allem in der Lage sein, sich darin zu behaupten.
Ebenfalls ein Hoffnungsschimmer: Das Interview, das Kuntz heute der Bild gegeben hat, nachzulesen im Pressethread. Das geht mal ein bisschen weg vom „sorgfältigen Analysieren“-Gebabbel der vergangenen Tage, sondern deutet auch mal eine konkrete Richtung an: Mehr als einen Mann im Scouting einsetzen, künftig mehr Meinungen einholen, bevor ein Spieler verpflichtet wird ... davon bitte mehr.
Damit Kohlmeyer endlich aus seinem Koma erwachen kann – und beim Betrachten eines FCK-Spieles wieder spürt, dass er lebt. Und sein Team natürlich auch.
Auf eine hoffentlich reanimierende Sommerpause
Kohlmeyer
In der Couching-Zone befinden sich ... die üblichen Verdächtigen.
Fiiiiiiiiiinaaale, ohoo ...
Endlich! Nie hat Kohlmeyer einem letzten Spieltag so entgegenfiebert wie diesem. Obwohl: „Fiebern“ ist wohl das falsche Wort. „Entgegengedämmert“ wär´ wohl richtiger. Aber auch der Dämmerzustand ist einer, dessen Ende man entgegenfiebern kann. In Kohlmeyers Fall wird er langsam unerträglich. Eigentlich ist´s schon mehr Koma als Dämmerzustand.
Endlich wieder Fußball sehen, der sich über Freundschaftsspielniveau bewegt. Gespielt von Menschen, denen augenscheinlich so was wie Adrenalin durch die Adern pumpt. Endlich mal wieder selbst was spüren, wenn man diesem Fußball zuguckt. Endlich nicht mehr während eines Fußballspiels des 1. FC Kaiserslautern auf der Tribüne seufzen müssen: „O Herr, lass es enden, einfach nur enden.“
Nicht mehr während eines Spieles aus lauter Langeweile Fragen nachhängen wie: „Warum kicken eigentlich nur unsere unfähigsten Offensivspieler in knallorangefarbenen Schuhen?“ oder „Was soll es eigentlich bedeuten, wenn ein Unternehmen auf einer Bandenwerbung Open Source anbietet? Ist´s am Ende vielleicht nur ein Ar.sch, der da offensteht? Der des dafür zuständig Marketingkommunikationsheinis?
Kohlmeyer wär´ auch schon glücklich, wenn endlich das halbseidene Salbader über den künftigen Weg in Liga zwei endete, wenn endlich mal Hard Facts produziert würde, kein „Wir werden am Saisonende sorgfältig analysieren“ mehr, kein Gelaber „vom großen oder ganz großen Schnitt“.
Und wen eigentlich will ein Spieler ver.arschen, der sich bezüglich einer Vertragsverlängerung eine Entscheidungsfrist bis nach Saisonschluss ausbedungen hat? Nach Kohlmeyers Erfahrung ist es schon mehr als ein Fingerzeig, wenn ein Spieler NICHT in der Winterpause verlängert, sondern sich Bedenkzeit bis März oder April erbittet.
Und einer, der behauptet, er wolle bis nach dem 34. Spieltag überlegen, aber nicht ausschließen, doch zu bleiben ... der will doch erst recht weg und hat nur Schiss, in den letzten Saisonspielen ausgepfiffen werden. Und somit im Grunde noch weniger Eier als Jimmy Hartwig – aktuell, meint Kohlmeyer natürlich, denn in seinen aktiven Zeiten hatte Stinkfinger-Jim zwar auch schon nicht viel im Kopf, aber ohne Frage Cojones.
Herr De Wit, falls Sie gerade mitlesen und sich angesprochen fühlen: Kohlmeyer will gar nicht immer Recht behalten. Er würde sich sogar freuen, mal widerlegt zu werden.
Überhaupt: Die Charakterfragen. Die nerven den komatösen Kohlmeyer fast am meisten. In Zukunft soll wieder mehr auf Charakter und Persönlichkeit des Personals geachtet werden, das auf den Betzenberg gelotst wird ... wie bitte? Darf Kohlmeyer dem entnehmen, das unserem Management diese Eigenschaften total egal waren, wenn sie bis vor kurzem mit Ballspielprofis über ein Engagement verhandelten? Auf was hat man denn dann geachtet? Darauf, dass sie kicken können etwa? Aber das konnten die doch gar nicht!
Und wenn Persönlichkeit wichtiger als fußballerisches Können sein soll, wieso hat man dann in der Winterpause Martin Amedick weggeschickt?
Kohlmeyer hat sich in den vergangenen Wochen öfter dabei ertappt, wie er wohlwollend schmunzelte, wenn er den FC Augsburg spielen sah – und den flachsblonden jungen Mann, der da auf der linken Seite rauf und runter fegte. Nicht elegant, fußballerisch nicht eben anspruchsvoll, aber engagiert eben. Und effektiv. Vor Jahren hat ein Sportjournalist mal die gesamte Zweite Liga nach ihm benannt, weil sie sei wie er: Braver Kampf, ästhetisch aber Krampf. Dem FCK war er nicht mal mehr für Liga zwei gut genug. Nächste Saison nun spielt er weiter in Liga eins, der FCK aber nicht mehr.
Weht da, bei allem Abstiegsschmerz, nicht irgendwo auch ein Hauch von Gerechtigkeit?
War der FCK nicht mal der Verein eines Harry Koch? Einer, der fußballerisch schon in den 90er Jahren eigentlich nichts in der Mannschaft zu suchen hatte, die seinerzeit den Anspruch hatte, wenigstens um die UEFA-Pokalplätze mitzuspielen. Aber der trotzdem unbestritten Stammspieler war. Weil ein Typ war, ein ganzer Kerl mit Herz.
Okay, wer heute zur fußballerischen Creme gehören will, der braucht in der Tat ELF Spieler auf dem Platz, die auf engstem Raum mit höchstmöglicher Geschwindigkeit den Ball annehmen und weiterpassen können, und die die Sekunden nach dem Ballgewinn mit größtmöglicher Effizienz nutzen. Barcelona hat diesbezüglich in den vergangenen drei Jahren Maßstäbe gesetzt, Dortmund macht gerade in Deutschland vor, wie das auszusehen hat.
Das aber ist die Spitze.
Doch in der unteren Hälfte der deutschen Bundesliga? Da kommt man, wie diese Saison gezeigt hat, mit Kollektivbewusstsein und guten Typen immer noch ganz schön weit. Oder warum bleiben Augsburg und Freiburg drin und der FCK nicht?
Bestimmt nicht, weil ein Itay Schechter außergewöhnliche individuelle Fähigkeiten hat – sondern eher, weil die im Team nie zum Tragen kamen. Die Frage, ob das nun die Schuld eines Marco Kurz war oder nicht vielleicht doch auch des Spielers, wenigstens zum Teil, würde Kohlmeyer im Übrigen nie so eindeutig zu Ungunsten des Trainers beantworten, wie es hier im Forum viele tun.
Doch was soll´s. Der Blick geht jetzt vorne, und ab Sonntag werden hoffentlich Nägel gemacht. Über mögliche Zu- und Abgänge, wer bleiben soll und wer nicht, wer verkauft werden sollte und oder vielleicht doch verkauft werden muss, weil der FCK ein gewisses Plus aus Transfergeschäft erwirtschaften muss, wird in den entsprechenden Threads schon genug diskutiert. Drum möchte Kohlmeyer das jetzt nicht mehr groß durchkauen, zumal bislang auch noch nicht viel konkret ist.
Zwei Namen allerdings erscheinen sich schon ein wenig deutlicher: Azouagh und Bunjaku. In welche Richtung sie deuten könnten?
Zum einen scheint Kuntz ein wenig davon abzurücken, ausschließlich Spieler verpflichten zu wollen, die noch jung genug sind, dass sie noch weiterentwickelt werden und auf einen Marktwert gebracht werden können, der den FCK bei einem Verkauf wirtschaftlich auf ein höheres Level hebt.
Darauf nach dem Aderlass im Sommer 2011 AUSSCHLIESSLICH zu setzen, hat uns nach Kohlmeyers Ansicht nämlich das Genick gebrochen. Auch wenn die rund drei Millionen, die für Borysiuk, Fortounis und Swierczok investiert wurden, nach wie vor noch irgendwann fette Gewinn bringen könnten – zumindest die drei Millionen, die für Shechter und Vermouth bezahlt wurden, hätten für Ad hoc-Verstärkungen ausgegeben werden müssen, unter Umständen auch für 30-jährige, bei denen kein Gewinn aus einem Weiterverkauf zu erwarten gewesen wäre.
Azouagh und Bunjaku sind nicht nur im gestandenen Alter, sie repräsentieren ein ansprechendes spielerisches Niveau, erst recht für Zweitligaverhältnisse. Natürlich tragen sie das Stigma der Verletzungsanfälligkeit, aber das ist es halt, was sie für den FCK überhaupt erschwinglich macht. Mit einer starken Saison im Kreuz hätten beide nämlich Angebote aus der Ersten Liga.
Ihre Verpflichtung könnte außerdem darauf hindeuten, dass Balakov in der Offensive mehr auf Technik und Beweglichkeit setzt. Die täte vor allem auf den Flügeln Not. Was 1,90 Meter-Koffer wie Jörgensen und Sukuta-Pasu auf Außen suchen, ist Kohlmeyer ohnehin ein Rätsel. Flügelspieler müssen kurzbeinig und schnell sein, immer geil drauf, ins 1:1 zu gehen und vor allem in der Lage sein, sich darin zu behaupten.
Ebenfalls ein Hoffnungsschimmer: Das Interview, das Kuntz heute der Bild gegeben hat, nachzulesen im Pressethread. Das geht mal ein bisschen weg vom „sorgfältigen Analysieren“-Gebabbel der vergangenen Tage, sondern deutet auch mal eine konkrete Richtung an: Mehr als einen Mann im Scouting einsetzen, künftig mehr Meinungen einholen, bevor ein Spieler verpflichtet wird ... davon bitte mehr.
Damit Kohlmeyer endlich aus seinem Koma erwachen kann – und beim Betrachten eines FCK-Spieles wieder spürt, dass er lebt. Und sein Team natürlich auch.
Auf eine hoffentlich reanimierende Sommerpause
Kohlmeyer
In der Couching-Zone befinden sich ... die üblichen Verdächtigen.
04.05.2012 - 12:36 Uhr
Ich möchte mich zum Saisonende herzlichst bei allen Kolumnisten bedanken. Es war mir immer eine Freude eure Beiträge zu lesen. Ich hoffe, es gibt den ein oder anderen Anlass, dass auch in der Sommerpause hier etwas zum Besten gegeben wird. ;)
Auch möchte ich hier die Gelegenheit nutzen um euch auf die Kolumne im KSC-Forum hinzuweisen:
http://www.transfermarkt.de/de/18-absaetze-94-zeilen-spieltagsvorschau-mal-anders/topic/ansicht_37_189717_seite4.html#last
Schließlich ist der Kolumnist77 nicht ganz unschuldig an der Entstehung dieses Plagiats. ;)
Auch möchte ich hier die Gelegenheit nutzen um euch auf die Kolumne im KSC-Forum hinzuweisen:
http://www.transfermarkt.de/de/18-absaetze-94-zeilen-spieltagsvorschau-mal-anders/topic/ansicht_37_189717_seite4.html#last
Schließlich ist der Kolumnist77 nicht ganz unschuldig an der Entstehung dieses Plagiats. ;)
04.05.2012 - 12:52 Uhr
Zumindest der Abschluss war würdig. Der erste Absatz bringt es so auf den Punkt.
Danke Kolumnisten für die Arbeit, das Versprühen von Optimismus, den Finger auf die Wunden legen, viele gute Lacher und mehr. Saisonziel mehr als erfüllt.
Einen mag ich noch los werden. Was mich wundert ist die geringe Anzahl der Wertungen. Kann ich absolut nicht nachvollziehen.
Freu' mich auf die nächste Saison.
Danke Kolumnisten für die Arbeit, das Versprühen von Optimismus, den Finger auf die Wunden legen, viele gute Lacher und mehr. Saisonziel mehr als erfüllt.
Einen mag ich noch los werden. Was mich wundert ist die geringe Anzahl der Wertungen. Kann ich absolut nicht nachvollziehen.
Freu' mich auf die nächste Saison.
04.05.2012 - 15:24 Uhr
Ich habe erst im Winter zum Couching gefunden und frage mich, wie ich diese Halbserie ohne euer aller Couching wohl verkraftet hätte.
Sie halfen mir immer wieder, den Glauben an ... - tja an was:
- die Mannschaft (über die letzten Monate rapide gen 0 tendierend, also nein!)
- den/die Trainer (zumindest an ersteren vielleicht zu lange, an den zweiten noch nicht bzw nur aus innerem Zwang, also eher auch nicht)
- die Funktionäre (prinzipiell ja, mit der Erkenntnis, dass sie auch "nur" Menschen sind)
- die Fans (das auf jeden Fall! Zumindest die Erleichterung, das es neben vielen Tieffliegern (Antisemiten und andere) und Gerüchtestreuern (Kurz, Ehrmann) und anderen "Heckenschützen" eben auch loyale und rationale Stimmen gibt, bzw ihr Kolumnsiten sie Ihnen gebt)
ach, der langen Rede (was ihr auf jeden Fall viel besser hinbekommt) kurzer Sinn:
DANKE!! für euer Couching!
Sie halfen mir immer wieder, den Glauben an ... - tja an was:
- die Mannschaft (über die letzten Monate rapide gen 0 tendierend, also nein!)
- den/die Trainer (zumindest an ersteren vielleicht zu lange, an den zweiten noch nicht bzw nur aus innerem Zwang, also eher auch nicht)
- die Funktionäre (prinzipiell ja, mit der Erkenntnis, dass sie auch "nur" Menschen sind)
- die Fans (das auf jeden Fall! Zumindest die Erleichterung, das es neben vielen Tieffliegern (Antisemiten und andere) und Gerüchtestreuern (Kurz, Ehrmann) und anderen "Heckenschützen" eben auch loyale und rationale Stimmen gibt, bzw ihr Kolumnsiten sie Ihnen gebt)
ach, der langen Rede (was ihr auf jeden Fall viel besser hinbekommt) kurzer Sinn:
DANKE!! für euer Couching!
04.05.2012 - 23:41 Uhr
Tja, was soll man noch sagen: Wie nicht anders zu erwarten, wird auch dieses Mal hier in der Couchingzone wieder großer Fußball geboten.
Euch Kolumnisten ein ganz dickes DANKESCHÖN für die viele Arbeit und Zeit, die ihr beim Erstellen der Kolumnen investiert! Im Vergleich zu dem Gegurke unserer Teufel, hat es mir diese Saison riesig Spaß gemacht, das Geschehen hier Woche für Woche zu verfolgen!
Ich hoffe doch sehr, lieber Berti, Bahli, Butduma, Kohlmeyer und Zweikampfmonster, dass ihr auch in der nächsten Saison die Couchingzone mit Leben füllen werdet.
Beste Grüße
WalterElf
Euch Kolumnisten ein ganz dickes DANKESCHÖN für die viele Arbeit und Zeit, die ihr beim Erstellen der Kolumnen investiert! Im Vergleich zu dem Gegurke unserer Teufel, hat es mir diese Saison riesig Spaß gemacht, das Geschehen hier Woche für Woche zu verfolgen!
Ich hoffe doch sehr, lieber Berti, Bahli, Butduma, Kohlmeyer und Zweikampfmonster, dass ihr auch in der nächsten Saison die Couchingzone mit Leben füllen werdet.
Beste Grüße
WalterElf
Dieser Beitrag wurde zuletzt von WalterElf am 04.05.2012 um 23:56 Uhr bearbeitet
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