1. FC Kaiserslautern 1. FC Kaiserslautern
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Die Couchingzone

13.08.2010 - 13:19 Uhr
Die Couchingzone |#461
13.04.2012 - 14:21 Uhr
Tja But, so ist das eben im Leben. Über dem Erfolgreichen strahlt die Sonne, auf den Loser regnet es Gülle. Wahrlich schlimm ist es, dass viele unter uns mit Misserfolg nicht fair umgehen können. Da wird halt eben auch gerne mal der Absolutismus-Hammer rausgeholt.

Schöne Kolumne, hat Spaß gemacht, sie zu lesen ...

Cheers
Bahli

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You want it darker
We kill the flame

Leonard Cohen (1934-2016)
Die Couchingzone |#462
14.04.2012 - 17:54 Uhr
Danke But für diesen gelungenen Beitrag. War selbst im Osterurlaub und habe Heute auf der Heimfahrt den Spieltag erlebt. Auch ich muss leider sagen , dass mich dieser Abstieg zwar traurig macht aber komischerweise nicht so mitnimmt wie die beiden ersten. Vielleicht liegt es an der langen Serie der Niederlage. Für mich gilt auch das Motto des Resetmodus (Danke Hegermeister das beschreibt es sehr gut). Finde Euer Couching aber immer wieder Lesenswert.

Ist dass Wetter noch so trüb, immer hoch die Gelerüb !!

Gruß Koto

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Der Südpfälzer hat zu diesem physikalischen Phänomen ein ganz lapidares Sprichwort auf Lager: „Alles was de nuff schmeise duh‘sch, des kummd irschendwann ach widder runner.“ Alla hopp, so werd’s wohl sei.
Butduma im April 2012



Durlacher achso !!!
Durli Mai 2013
Die Couchingzone |#463
17.04.2012 - 09:40 Uhr
Vielen Dank für eure Rückmeldungen. Es macht mir Freude, dass viele ähnlich denken wie ich und zudem des Pfälzischen mächtig sind. Kann mich erst heute melden, da ich aktuell im Frankreichurlaub weile. Kann euch berichten, dass der Umbau des Vélodrôme Fortschritte macht, vom FCK habe ich nur das nackte Ergebnis mitbekommen. Im togolesischen TV kam allerdings die Übertragung vom Bayernspiel, in der Halbzeit wurde auch der sichere Abstieg des FCK besprochen - man hat Mitleid.

Sende euch sonnige Grüsse in die Couchingzone!!

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SAPERE AUDE
- Wage es, weise zu sein -

oder nach Immanuel Kant
"Habe Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen!“
Die Couchingzone |#464
19.04.2012 - 20:48 Uhr
Jahrgang 2 - Ausgabe 36


WANTED: Ein Alchemist

Von Bahli


Die Alchemie ist wohl eines der seltsamsten Denkgebäude des finsteren europäischen Mittelalters. Das wohl bekannteste Ziel eines Alchemisten bestand darin, aus einem unedlen Metall wie Blei ein edles Metall wie beispielsweise Gold herzustellen. Bestimmt wird diese Vorstellung von dem Wunsch, für jedermann verfügbare Materie in etwas wertvolles umzuwandeln. Als kickender Junge konnte ich alchemistische Züge natürlich bei meinen Kumpels und mir selbst entdecken - "drei Ecken, ein Elfer". Tja, wer kannte das nicht. Auch in der Gegenwart entdeckt man vor allem im Sprachgebrauch des Fußballfans - vor allem des frustrierten Typus' - häufig alchemistische Züge. Mit Sätzen wie "Aus Scheiße Gold machen" wird gerne die Aufgabenstellung eines Trainers, der eine Bundesliga-Mannschaft im Abstiegskampf in auswegloser Stituation übernommen hat, auf einen Nenner gebracht. Für den frustrierten Fußballfan wie mich bedarf es natürlich an nichts anderem als einem Trainer, der aus Scheiße Gold machen und dabei in die großen Fußstapfen eines Hermes Trismegistos, Paracelsus oder Cagliostro treten kann. Denn sind wir einmal ehrlich: Über Gold verfügt der FCK weder in materieller Form, noch im übertragenen Sinn in hervorragenden Fußballern, die zumindest auf dem Transfermarkt in alter alchemistischer Tradition zu edlem Baren auf dem Konto transmutieren könnten.

Ich weiß nicht, ob ich Krassimir Balakov dazu beglückwünschen soll, dass er den Trainerjob beim 1. FC Kaiserslautern übernommen hat. Und natürlich kann ich nicht beurteilen, ob alchemistische Züge beim neuen Trainer zu erkennen sind. Auf seinen Gesichtszügen spiegelt sich immerhin oft dieses Lächeln, das zumindest einen Menschen mit Humor erahnen lässt. Natürlich gehört der Humor zu den Grundeigenschaften, die einem Bundesliga-Trainer eigen sein sollten. Denn nur mit einer großen Portion Humor lässt sich die aktuelle Situation des designierten Absteigers aus Kaiserslautern ertragen. Gegen 1899 Hoffenheim machten auch die Fans davon Gebrauch und feierten sich selbst. Auf längere Sicht wird dieses hohe Maß an Sarkasmus dem Verein aber nicht weiterhelfen. Der FCK braucht seine Fans an der richtigen Stelle - mit der richtigen Begeisterung. Wie auch die Fans einen gestärkten FCK brauchen, mit dem sie sich identifizieren können. Aber wie geht das? Mit Alchemie?


Aus Grütze wird Häme

Betrachtet man die Spiele des 1. FC Kaiserslautern nach Marco Kurz, dann wird auch dem optimistischsten FCK-Fan schnell klar, dass ein alchemistischer Prozess nicht so schnell abgeschlossen ist. Da gibt es mehrere Phasen zu überwinden. Unser bulgarischer Ex-Spielmacher wird an der Seitenlinie sicherlich schon einiges an grauen Haaren zugelegt haben, wenn er die "Spielmache" seiner Spieler sieht. Wobei das fast schon ein Euphemismus ist - "Spielmache". Das suggeriert dem Leser wahrscheinlich, dass da Spieler am Werk sind, die es tatsächlich schaffen, ein Spiel zu machen. Mit Grütze ist dieses Tun sicherlich besser beschrieben. Ich habe Stimmen gehört, die beim Amtsantritt von Krassimir Balakov im Auswärtsspiel beim SC Freiburg so ewtas wie Licht am Ende des dunklen Tunnels gesehen haben wollen. Ich glaube ja immer noch, dass das ein verirrtes Fünkchen Hoffnung war, das kurz aufflammte. Sollte da wirklich etwas geglüht haben, dann wurde dieser Mikrokosmos spätestens bei Rodneis Aussetzer gnadenlos ausgeblasen. Pffft. Der Rest war ... Grütze. Der folgende Heimauftritt gegen einen ebenso desolaten Hamburger SV wird auch dem letzten verbliebenen Berufsoptimisten gnadenlos vor Augen geführt haben, wie es aktuell um diesen Traditionsverein bestellt ist. Richtig beschissen. Ein Albtraum für jeden FCK-Fan. Die älteren unter uns - mich eingeschlossen - haben bereits zwei Abstiege hinter sich. Der erste war eine Katastrophe und umgehend repariert. Mit anschließendem Wunder. In dieser Konstellation für jeden, der es erlebt hat, ein Traum. Der zweite war der grauenhafte Fall ohne Netz. Vier Jahre zweite Liga. Und als Höhepunkt dieser entsetzliche Blick in den Abgrund. Ich persönlich möchte da nie mehr reinschauen müssen. Dass letztendlich zwei Retter aus dem Nichts auftauchten und an einem legendären Sonntag im Mai 2008 ein weiteres Wunder mit diesem Verein vollbrachten, steht längst schwarz auf weiß in allen FCK-Geschichtsbüchern. Nun also der dritte Abstieg aus der Bundesliga. Aber das ist - gelinde gesagt - ein skurriler Abgang. Mit derartig viel Misserfolg war noch keine FCK-Saison gesäumt. Mittlerweile 21 Spiele ohne Sieg. Das ist für den FCK-Fan absolutes Neuland. 1996 und 2006 gab es "Abstiegsendspiele" in Leverkusen und Wolfsburg. 2012 gibt es seit Spieltagen nur Häme und Spott.


Die Häme gebärt einen Kieselstein

Aber weiter in der Aufarbeitung der Endphase dieser Saison. Zu Hause gegen 1899 Hoffenheim und in Leverkusen gab es den einen oder anderen Lichtblick. Das erste Bundesligstor von Julian Derstroff beispielsweise war wieder so ein Traumtor, bei dem es den Fan aus dem Sitz riss. Nur: Hat er uns wirklich aus dem Sitz gerissen? Oder sind die meisten von uns nicht bereits dieser Lethargie verfallen, die uns am Sitz festtackert und bei einem FCK-Geniestreich maximal noch den Zeigefinder der rechten Hand hochschnellen lässt? Gleiches gilt für den Treffer von Alexander Bugera gegen Hoffenheim. Früher ließ mir ein Tor in der 86. Minute auf dem Betzenberg den Puls sausen und den Blutdruck anschwillen. Aber jetzt? Ein lapidares "Jaa!" war das äußerste, zu dem sich der Bahli hat hinreißen lassen. Eine verkehrte Welt. Die Taktiker unter uns Fans haben bei beiden Spielen schon festgestellt, dass sich doch etwas geändert hat. Natürlich nicht die Misserfolgsserie, mehr die Spielanlage. Die FCK-Spieler bringen mehr Pässe an den Mann, haben so mehr Ballbesitz. Das letztendlich erfolglose Hoch-und-weit in den Endzügen von Marco Kurz' Amtszeit ist einem Kurzpassspiel gewichen. "Gepflegten Kurzpassspiel" hätte ich fast geschrieben. Aber das wäre des Guten sicherlich zu viel. Von gepflegtem Kurzpassspiel sind wir noch meilenweit entfernt. Erfreuen wir uns also an diesem kleinen Kieselstein, den dieser Jungspund Julian Derstroff ins Netz des Euro-League-Anwärters hämmerte.


Der Kieselstein wird zu einen Fünkchen

Ich muss ehrlich gestehen, dass mir die Begegnung gegen den 1. FC Nürnberg 40 Minuten lang sogar gut gefiel. Irgendwie hatte ich beim Betrachten dieser Spielphase das Gefühl, dass da doch ein wenig mehr Qualität in dieser Mannschaft steckt, als ich bisher zu glauben wagte. Der Ball lief streckenweise sogar richtig flott und es wurden ein paar Tormöglichkeiten herausgespielt. Ich muss mich aber an dieser Stelle einmal ganz ernsthaft über mich selbst wundern. Denn das, was ich hier schreibe, ist fast schon zu positiv, um wahr zu sein. Bin ich mittlerweile dermaßen degeneriert, dass ich mich an derartigen Kleinigkeiten festhalten muss. Ja, das bin ich wohl. Im Endeffekt waren uns die Glubberer in der gesamten Begegnung mit einem gefühlten durchschnittlichen Aufwand überlegen. Das Spiel gegen den Club war nicht mehr als ein Spiegel der gesamten Rückrunde. Man sieht immer mal wieder nette Ansätze, ist aber vom Bundesliga-Durchschnitt einfach meilenweit entfernt. Ich weiß nicht, wie ihr alle tickt, wenn ihr den FCK spielen seht. Aber selbst in Phasen der letzten Saison, als es nicht so rund lief, hatte ich immer Vertrauen in das Können der Mannschaft. Das lag zum einen an der Qualität einzelner Spieler (Lakic, Ilicevic, Tiffert, Rodnei, Trapp), aber auch auch an einem System, dass gut auf die Einzelspieler zugeschnitten war. Das ist spätestens mit dem Köln-Spiel der aktuellen Rückrunde wie weggeblasen. Möglicherweise verdecken partielle Erfolgserlebnisse hier aber auch den Blick auf die Spiele davor. Denn, dass es schon die ganze Saison über lauter und mal leiser knirscht, darüber brauchen wir sicherlich nicht zu diskutieren. Was mit dem Blick auf die 2. Liga gerichtet bleibt, ist dieses Fünkchen Hoffnung, dass der Kader stark genug sein wird, um den direkten Wiederaufstieg zu schaffen.


Das Fünkchen entzündet sich zu einer Flamme

Und damit sind wir bei der essenziellen Frage. Wie kann der 1. FC Kaiserslautern einen sofortigen Wiederaufstieg schaffen? Nicht, dass ich der erste bin, dem sich diese Frage stellt. Stefan Kuntz denkt wahrscheinlich schon seit Wochen darüber nach. Wahrscheinlich dachte er auch schon vor dem Aufstieg in die Bundesliga im Jahr 2010 über diese Frage nach. Was mich als FCK-Fan mit Blick auf die kommende Zweitliga-Saison beruhigt, ist die Tatsache, dass Kuntz dieses Szenario immer im Blick hatte. Wir steigen nicht wie im Jahr 2006 ins Bodenlose ab. Der damalige Absturz war ein Aufprall der katastrophalen Art. Nichts war danach noch in gelenkten Bahnen. Nahezu alle Leistungsträger suchten das Weite. Das ist 2012 zum Glück anders. Alle Leistungsträger haben gültige Verträge für die 2. Liga oder zumindest Ausstiegsklauseln, die die Chance bieten, ein wenig Geld in die leeren Kassen spülen. Bleiben Fragen, ob neue Hoffnungsträger wie Ariel Borysiuk gehalten werden können. Oder ein Itay Shechter, der stellvertretend nun für alle Neuzugänge herhalten muss. Die 2,5 Millionen Euro waren für diesen Königstransfer leider aus dem Fenster geschmissen. Das, was Shechter auf dem Platz zu leisten Im Stande war, hätte ein Sascha Mölders für einen Bruchteil der Shechter-Ablöse auch hinbekommen. Dass der Israeli kein Schlechter ist, konnte man in der Hinrunde gegen den FCA oder Mainz 05 sehen. Ein Itay Shechter in der zweiten Liga dürfte durchaus eine Verstärkung sein. Ein interessanter Neuzugang für das Unterhaus könnte Ilijan Micanski darstellen. 12 Spiele mit acht Toren zeigen eindrucksvoll, dass der Bulgare weiß, wer der Ball hingehört. Letztendlich wäre es ihm zu gönnen, wenn er nach zwei Jahren der Nichtbeachtung endlich den Durchbruch am Betzenberg schaffen würde. Interessant dürfte darüber hinaus sein, wie sich die jungen Spieler in der 2. Liga entwickeln werden. Julian-Maurice Derstroff, Konstantinos Fortounis oder Jakub Swierczok haben in dieser Seuchensaison durchaus auf sich aufmerksam gemacht. Ich traue ihnen auch in der 2. Liga zu, dass sie ihre Leistung stabilisieren und zu einem Erfolgsfaktor heranreifen können. Alles in allem bin ich der Meinung, dass Lunten an den richtigen Stellen gelegt wurden, um in der kommenden Saison eine Flamme zu entzünden, an der sich die gebeutelten Fans dieses pfälzischen Traditionsclubs wieder in hohen Maße erwärmen können.


Wird am Ende doch aus Scheiße noch Gold?

Klar, eine schwierige Frage. So eine richtige Antwort kann man darauf sicherlich frühestens im Laufe der Hinrunde geben. Der kommenden Transferperiode werde ich sicherlich auch mit größerer Aufmerksamkeit begegnen als der letzten. Je nach Anzahl der Abgänge wird eine ordentliche Zahl von Neuzugängen notwendig sein, um das Projekt "Wiederaufstieg" erfolgreich anzugehen. Man darf gespannt sein, wie groß der Schnitt sein wird, dem der aktuelle Kader unterzogen wird. Ich gehe von einem großen Schnitt aus. Kevin Trapp hat eine Ausstiegsklausel und wird den FCK wohl verlassen. Aber auch Spieler mit festen Verträgen wie Richard Sukuta-Pasu oder Leon Jessen stehen für mich auf Kippe. Keiner der geliehenen Spieler konnte überzeugen, keiner wird meines Erachtens in der 2. Liga gebraucht. Lucas und Thanos Petsos waren - gelinde gesagt - in ihrer Entwicklung stagnierend, Nicolai Jörgensen ein Offensiv-Phantom und Sando Wagner die personifizierte Torflaute. Stefan Kuntz ließ unlängst verlauten, dass er Dorge Kouemaha gerne fest verpflichten würde. Ob da etwas dran ist, entzieht sich meinem Wissen. Aber verstehen könnte ich diese Verpflichtung schon. Mit Interesse werde ich die Personalien Christian Tiffert, Pierre de Wit, Rodnei und Itay Shechter verfolgen. Alle vier können uns in der 2. Liga erheblich weiterhelfen. Bleibt die Frage, ob sie das wollen. Ganz oben auf der Prioritätenliste stehen für mich neue Spieler für die beiden offensiven Außenbahnen. Dass unsere Angreifer in dieser Saison sieben jämmerliche Treffer zu Stande brachten, ist leider an dieser Fehlplanung festzumachen. Die Außenbahnen waren nach dem Abgang von Ivo Ilicevic zum HSV einfach nicht mehr vorhanden. Die danach folgende Flickschusterei alles andere als von Erfol gekrönt.

Hier wird natürlich auch der neue Trainer gefordert sein. Anders als sein Vorgänger muss er bei der Auswahl potenzieller Neuzugänge ein glückliches Händchen besitzen. Denn auch im Unterhaus benötigt man ein System. Und ein System funktioniert nur, wenn ich die dafür erforderlichen Spieler im Kader habe. Das angesprochene glückliche Händchen wird sicherlich auch alchemistische Züge tragen müssen. Wie auch der Vorstandsvorsitzende alchemistisches Verhandlungsgeschick benötigt. Die Kassen sind nicht prall gefüllt und müssen mit Bedacht geleert werden. Wie aber alle Fußballfans wissen, hat Qualität ihren Preis. Der 1. FC Kaiserslautern ist finanziell immer noch nicht auf Rosen gebettet. Von daher wird es im kommenden Sommer darauf ankommen, transfertechnisch aus uneldem Material ein edles Metall entstehen zu lassen. Weg vom alchemistischen Sprachgebrauch heißt das nichts anderes, als ein paar kostengünstige Volltreffer im Kader landen zu lassen. Rohrkrepierer im Kader hatten wir in dieser Saison genügend. In diesem Punkt wird sich auch zeigen, ob der Vorstandsvorsitzende Stefan Kuntz aus den Fehlern dieser Saison seine Lehren ziehen konnte und in das erfolgreiche Fahrwasser der Jahre davor zurückkehren kann.

Der FCK-Fan wünscht sich sicherlich nichts so sehr wie wieder ehrlich gearbeiteten Fußball auf dem Betzenberg zu sehen. Daran werden auch die "Versager!" dieser Saison ihren Anteil beitragen müssen. In dieser Woche ist ein Satz des geschätzten Kollegen CoPrins in meiner Birne hängen geblieben. "Ich werde keinem Mitglied dieser Mannschaft auch nur eine Träne nachweinen", ein Satz, der genau die Gedanken von uns Fans widerspiegelt. Die Mannschaft hat kollektiv versagt und egal, wer von diesem Kader nach dem Abstieg das Weite sucht, er wird gnadenlos in den Herzen der Fans ausgelöscht. Im Gegenzug werden die Spieler, die die Ehre packt und die dabei mithelfen wollen, den FCK wieder in die Bundesliga zu bringen, eine faire Chance erhalten. Diejenigen, die nach einer Saison von Absteigern und "Versagern!" zu Aufsteigern werden, haben ihre Chance genutzt und sich in den Herzen der Fans einen Platz gesichert. Im Umkehrschluss zur Aussage von CoPrins würde ich daher auch formulieren: Vor jedem, der bleibt und sich der Herausforderung stellt, ziehe ich meinen virtuellen Hut.

Und um das Thema "Alchemie" zu einem würdigen Abschluss zu bringen, möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass derjenige, der in den Jahren 2008 bis 2011 mit alchemistischen Tugenden geglänzt hat, der Vorstandsvorsitzende selbst gewesen ist. Wenn der Satz "Aus Scheiße Gold machen" rund um den Betzenberg mit einer Person verbunden werden kann, dann sicherlich mit Stefan Kuntz. Der Kapitän der Meisterelf von 1991 hat bereits gezeigt, dass er in der Lage ist, mit geringen Mitteln das Größtmögliche herauszuholen. Es müsste viel passieren, damit Stefan Kuntz seinen Kredit bei mir verspielen könnte. Die Tatsache, dass er in dieser Saison einige dicke Fehler auf seine Kappe nehmen muss, möchte ich nicht dramatisieren. Sein Job bringt immer ein unkalkulierbares Risiko mit sich. Das sollte jedem FCK-Fan klar sein. Aber Stefan Kuntz ist ehrgeizig, er wird aus diesen Fehlern lernen - lernen wollen. Und hätte Kuntz während seiner bisherigen Amtszeit dieses Risiko des Abstiegs nicht immer im Auge behalten, dann stünden wir jetzt da, wie im Jahr 2006 - unvorbereitet, ausgebremst und bis ins Mark ernüchtert. Die Arbeit von Stefan Kuntz lässt bei uns Fans auch in der kommenden Saison zumindest eines zu: Wir können auf einen sofortigen Wiederaufstieg hoffen. Und das ist für mich DAS Gold der Stunde ...


Cheers
Bahli


In der Couchingzone befinden sich neben Berti und Bahli auch noch Kohlmeyer und Butduma. Die Kolumne erscheint spätestens jeweils Freitag um 12:00 Uhr oder an Spieltagen zur gleichen Zeit bei allen Pflichtspielen.

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You want it darker
We kill the flame

Leonard Cohen (1934-2016)
Die Couchingzone |#465
20.04.2012 - 08:31 Uhr
Du hast unsere Situation wieder sehr schön in ein passendes Bild gesetzt, lieber Bahli! Danke dafür.

Falô
Mineiro

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"Es geht nicht darum, um jeden Preis zu siegen. Nur wenige gewinnen. Du musst so spielen, dass dich das Publikum bewundert. Dann kannst du auch verlieren."

(Johan Cruyff)

"Gehirn: ein Organ, mit dem wir denken, dass wir denken."

(Ambrose Bierce)
Die Couchingzone |#466
20.04.2012 - 09:32 Uhr
Du sagtst also wir werden wie Gold sein, bahli?
Ich sage dir, du hast Recht! Und Klee hat es schon lange gewusst:

Im Dunkel der 2. Liga entflammt,
bleibt es zunächst noch unerkannt
doch dann geht’s hinaus in die Welt,
hinein ins Licht,
erst ein Tor, dann ein Sieg, Schritt für Schritt,
mit jedem Sieg geht’s ein Stück Zurück,
der FCK der größer ist als Du und Ich, als Du und Ich.

Er wird wieder wie Gold sein!
wird wieder wie Gold sein!
Er wird wieder wie Gold sein!
wird wieder wie Gold sein!
Mehr sein als Schein!

Durch die Tradition die uns umgibt, finden wir immer wieder zurück
zu dem ganz großen Glück
nicht allein, Hand in Hand, Schritt für Schritt, Komm mit, Komm mit (Komm mit,komm mit)
Wir werden wie Gold sein!
Mit jedem Sieg geht’s ein Stück zurück
wir sind Teil eines Ganzen, das größer ist als Du und Ich, Du und Ich.

Wir werden wie Gold sein!

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Nicht wir tragen euer Trikot - ihr tragt unseres!

Dieser Beitrag wurde zuletzt von CoPrins am 20.04.2012 um 09:33 Uhr bearbeitet
Die Couchingzone |#467
20.04.2012 - 09:32 Uhr
Wenn ich das so lese, glaube ich fast daran, dass aus Grütze Gold werden kann - zumindest in der nächsten Saison.

Und was Du (Ihr) hier Woche für Woche raushaut, ist angesichts der "Motivation" durch die Ergebnisse schon bemerkenswert. Wenn die Saison schon zum Vergessen war, die Kolumne ist es definitiv nicht. Freue mich schon auf die gebundene Ausgabe neben dem Thron.

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"Betzi braucht bei seinem Besuch eine Möglichkeit sich umzuziehen und Kaltgetränke" (Anmeldeformular Betzi Buchen)
"You want it darker, Hineni, Hineni, I'm ready, my lord (Leonard Cohen).
"Well, what did you expect in an opera? A happy ending?" (Bugs Bunny)
Die Couchingzone |#468
20.04.2012 - 09:50 Uhr
An dieser Stelle noch ein verschärftes Lob an den CoPrins, den einzig wahren Literaten hier!

Falô
Mineiro

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"Es geht nicht darum, um jeden Preis zu siegen. Nur wenige gewinnen. Du musst so spielen, dass dich das Publikum bewundert. Dann kannst du auch verlieren."

(Johan Cruyff)

"Gehirn: ein Organ, mit dem wir denken, dass wir denken."

(Ambrose Bierce)
Die Couchingzone |#469
20.04.2012 - 10:46 Uhr
Ich möchte mal ein grundsätzliches Lob an alle Kolumnisten aussprechen.

Habe ich schon seit dem Köln- / Bayern- / Mainz-Spiel die Mission Klassenerhalt so gut wie abgeschrieben, wurde auch Woche um Woche diesbezüglich auch mehr als bestätigt:

Machte sich bei mir Spieltag um Spieltag eine größere Gleichgültigkeit breit und nahm der drohende Abstieg immer mehr Kontur an:

Wurde auf den Platz nicht mal kämpferisch, läuferisch und mental dagegengehalten, was Grundtugenden sein müssen:

Ihr wart da, Ihr habt alles gegeben und habt euch nicht lustlos in's Couching geschleppt, weil es erwartet wird - nein. Ihr seid mit Freude, Kreativität und vorallem Hoffnung vorangegangen.
Auch jetzt, wo es keine kurzfristige Hoffnung mehr gibt - ihr blickt voraus und das Wort Hoffnung kann wieder in die Köpfe der Anhänger zurück.

Danke für eure ungebrochene Motivation und das Halten und Steigern des Niveaus, Woche für Woche! Ihr macht uns allen eine große Freude mit euren Worten.

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Bellinghausen trieb den Ball auf der linken Seite nach vorne und flankte. McKenna missglückte der Abwehrschlag, der Ball prallte Simpson vor die Füße, der aus elf Metern ins linke untere Eck einschoss (70.).
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"Die Security filzt jedesmal meinen Jutebeutel, aber sie finden nur feinste Demeter-Qualität." __Verkehrtfunk
Die Couchingzone |#470
20.04.2012 - 10:49 Uhr
Zitat von Mineiro:
An dieser Stelle noch ein verschärftes Lob an den CoPrins, den einzig wahren Literaten hier!

Falô
Mineiro

Yap, schon gestern hat er im Gebabb'l einen stilleren Trakl in hervorragender Dichtermanier gemalt ...

Cheers
Bahli

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You want it darker
We kill the flame

Leonard Cohen (1934-2016)
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