Die Couchingzone
13.08.2010 - 13:19 Uhr
04.02.2013 - 07:37 Uhr
Guter Beitrag - allerdings ist mir das zuviel Konzentration auf Baumjohann - es stehen 11 auf dem Platz und nicht einer.
04.02.2013 - 09:31 Uhr
Danke, Berti, dass Du mir die Bedeutungslosigkeit meiner zweiten fußballerischen Liebe mal wieder vor Augen geführt hast. ;)
Aber davon abgesehen (mal wieder) ein Hochgenuss. Chapeau!
Aber davon abgesehen (mal wieder) ein Hochgenuss. Chapeau!
04.02.2013 - 14:28 Uhr
Sensationelles Comeback!
Sehr gute Einordnung der Dinge, nun kann der geneigte Leser aufgeräumter Dinge den Auftakt heute Abend entgegengehen - "die Zukunft gestalten".
Wirklich, wirklich gut! Die Analogie zu Baumjohann treffend pointiert! Eine nüchtern und realsitische Darstellung des Transfers von Zuck. Den Mythos als das gezeichnet was er ist: Vergangenheit und trotzdem Identität!
Chapeau! :)
Sehr gute Einordnung der Dinge, nun kann der geneigte Leser aufgeräumter Dinge den Auftakt heute Abend entgegengehen - "die Zukunft gestalten".
Wirklich, wirklich gut! Die Analogie zu Baumjohann treffend pointiert! Eine nüchtern und realsitische Darstellung des Transfers von Zuck. Den Mythos als das gezeichnet was er ist: Vergangenheit und trotzdem Identität!
Chapeau! :)
08.02.2013 - 09:51 Uhr
Jahrgang 3 - Ausgabe 20
MAL IN SCHWANENWELTEN SCHWELGEN - UND ENTSPANNEN
Kohlmeyer weiß: In seiner letzten Kolumne hat er für heute wieder eine geballte Ladung Nonsense, Sex, Drugs & Rock ´n Roll angekündigt. Schon allein deswegen, weil sie mitten in die Kappenzeit fällt, aktuell sogar auf den Freitag, an dem seine Wahlheimat traditionell sein Humorverständnis zur besten öffentlich-rechtlichen Sendezeit demonstriert. Ein Spon-Kolumnist hat diese Art von Sendungen und die darin gezeigten humoristischen Darbietungen unlängst übrigens als Brüderle-TV bezeichnet. Das fand Kohlmeyer witzig.
Mittlerweile sagt sich Kohlmeyer aber: Ich lass mir weder von ein paar brauchtumsverblendeten Narrenkappen noch vom Kalender vorschreiben, wann ich lustig zu sein habe. Und setzt lieber auf Entspannung. Zumal er in diesen Tagen auch gar nicht in der Narrenhochburg weilt, sondern auf seiner Lieblingsinsel, wo man sich - kein Witz - zu Karneval gegenseitig pudert. Um das zweideutige Verständnis, das Ösis mit diesemWort verbinden, soll es hier allerdings nicht gehen, trotz der derzeit grassierenden Ösimanie bei seinem Lieblingsverein.
Ganz entspannt hat Kohlmeyer beispielsweise unlängst ein Interview mit dem alternden deutschen Toreverhinderer Gerhad Tremmel gelesen, der den Spätherbst seines fußballerischen Daseins in Swansea verbringt, das gegenwärtig auch Lauterns stürmendes Sorgenkind Itay Shechter geleast hat. Und Kohlmeyer hat beinahe geweint vor Rührung und Wehmut angesichts des unprätentiösen Bildes, das der Goalie von seiner walisischen Wahlheimat zeichnete.
WO PROFIS NEBEN STUDIS DUSCHEN
Man stelle sich vor: Dieser Klub mietet sich für seine Trainingslager nicht in sauteuren südländischen Sporthotels, sondern in alpenländischen Schullandheimen ein. Unter der Woche wird auch mal in öffentlichen Sportzentren trainiert, wo sich auch Studis und einfache Angestellte körperlich ertüchtigen, so dass man als Profi nach dem Training unversehens auch mal neben einem Normalsterblichen unter der Dusche steht und mit diesem ein paar Takte plaudert - Herr Brüderle, bitte unterlassen Sie an dieser Stelle Ihre dummen Witze.
Obendrein gehen die Spieler auch mal mit ihren Fans bowlen oder pflegen die Tradition des gemeinsamen Feierabendbiers, die mittlerweile nicht mal mehr von deutschen Arbeitern gewahrt wird. Überhaupt wird in dem Klub längst nicht so viel Geschiss gemacht um das, was das kickende Personal so futtert und bechert. Und in der Kabine drehen die Jungs ihre schwarze Mucke bis hinten hin auf, um sich fürs Spiel in Stimmung zu grooven. Dem volksmusikgestählten Bayern Tremmel schließen sich dabei zwar manchmal die Ohren, doch bekennt er freimütig: So weiß ich immer, was angesagt ist, das hält mich jung ...
Und wohin führt dieses entspannte Fußballerleben, das hierzulande wohl sofort mit dem Etikett „unprofessionell“ beklebt würde?
Gegenwärtig auf Platz 8 der englischen Premier League - und dies, wohlgemerkt, mit dem geringsten Etat dieser Liga. Und gänzlich ohne abgedroschene Gallische Dorf-Metaphern oder Blut, Schweiß und Tränen-Ideologien, mit denen sich allenfalls Sasicscher Hauruckfußball fördern ließe. Nein, das Team kickt einen anerkannt modernen, ballbesitzorientierten Kurzpassfußball und lässt sich besonders gerne gegen die Großen der Liga zusätzlich einige taktische Winkelzüge einfallen, die diese mit schöner Regelmäßigkeit zur Verzweiflung bringen.
Gecoacht werden die Schwäne übrigens seit diesem Sommer von einem gewissen Michael Laudrup, der kurz bevor der Finanzbuchhalter Göbel Herrn Rekdal ans Ruder ließ, auch mal beim FCK im Gespräch gewesen sein soll.
WENIGER SCHWACH- DAFÜR MEHR SCHWANENSINN
In einem Land lebend, in dem sich die Menschen lieber über dümmliche Altherrenscherze eines greisen liberalen Trunkenboldes echauffieren, statt sich auch nur einmal zu fragen, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass der Wicht mit solchen Sprüchen tatsächlich eine Stern-Reporterin flachlegt, fragt Kohlmeyer sich im Stillen: Mensch, warum ist dein Verein nicht auch mal so schwanenmäßig entspannt drauf? Oder fürs Erste wenigstens mal ein bisschen entspannter?
Könnte man doch sein, nach einem Auswärtssieg zum Start ins neue Jahr. Der natürlich aus einem Gurkenspiel resultierte und vollkommen unverdient war. Aber sagt man Topteams nicht nach, dass sie genau diese Spiele dann doch gewinnen? Und das genau solche Erfolgserlebnisse es sind, die mentale Kraft geben?
Apropos Topteams: Die Parolen, dass es möglich ist, zu den beiden Erstplatzierten noch aufzuschließen, muss man ebenfalls ganz entspannt sehen. Herr K. und die Spieler müssen sie aus PR-technischen Gründen ganz einfach ausgeben. Kohlmeyer war nie ein Mathe-Genie, doch selbst er kann sich ausrechnen, wie wahrscheinlich ein direkter Aufstiegsplatz tatsächlich noch ist. Selbst wenn Braunschweig und Berlin aus den verbleibenden 15 Spielen nur noch 30 Punkte holen - was schon ein gewaltiger Leistungsabfall wäre, der gegenwärtig in keinster Weise abzusehen ist - müsste Lautern 40 Punkte plus holen. Das bedeutet: 13 von 15 Spielen gewinnen, mindestens, möglicherweise sogar alle 15.
Da ist es doch viel entspannter, die Relegationsspiele herbeizuspekulieren. Und statt sich jetzt schon auszurechnen, wie viel Bier zum Sedieren man sich in diesen 180 Minuten einverleiben müsste und was man gegebenenfalls zusätzlich an Herztropfen und Blutdrucktabletten benötigt, kann man sich doch auch einfach mal sagen, dass das doch irgendwie auch ein Riesenerlebnis wäre: Es wären die ersten Relegationsspiele, die der FCK im Profifußball spielt. So was will man als Fan doch auch mal erlebt haben, oder?
BERLIN IST KEIN GEKREISCHE WERT
Wohlwollend registriert hat Kohlmeyer übrigens, wie entspannt auch hier im Forum mit der Situation bei Hertha BSC umgegangen worden ist. Angesichts von 42 Millionen Euro Schulden wäre es ein Leichtes gewesen, sich das Maul darüber zu zerreißen, dass die Berliner in der Winterpause nicht ihre besten Spieler versemmelten, um ad hoc ihre Kassenlage zu verbessern - dadurch hätten sie sich sportlich geschwächt und die direkten Aufstiegschancen des FCK wohl unweigerlich erhöht.
Kohlmeyer erinnert sich nur zu gut, wie Osnabrücker und Koblenzer Fans 2007 hier herum greinten, als der Lauterer Stadtrat mitten im Überlebenskampf dem FCK die Stadionmiete kürzte - da wurde „Wettbewerbsverzerrung“ angeprangert gund auch der Rehbergsche Schwachsinn vom „staatlich subventionierten Pflegefall“ bemüht.
Gut, dass wir sowas anscheinden nicht nötig haben. Entweder schlagen wir die Hertha sportlich oder gar nicht.
Gut findet Kohlmeyer auch die Betze-Anleihe. Da sie fürs Nachwuchszentrum eingesetzt wird - und nicht etwa, um Transfers oder Profigehälter zu finanzieren. Das nämlich fänd Kohlmeyer grotesk, wenn der Verein Opel-Malocher anpumpt, damit sein Personal Porsche fahren kann.
Reichlich unentspannt findet Kohlmeyer allerdings hier manche Diskussionen im Forum. Über die Freuden und Leiden des jungen Herrn Z. ist ja schon in der Vorwoche in epischer Breite kolumniert worden. Dennoch muss Kohlmeyer nochmal nachhaken:
Er kann natürlich auch nicht persönlich hineingucken in einen jungen Kerl, der in der Zweiten Liga gerade positiv aufgefallen ist, der nun aber das finanziell sicher lukrativere Angebot eines Erstligisten annehmen will, welcher wiederum gegenwärtig alle Chancen hat, nächstes Jahr vielleicht sogar international zu spielen und der darüber hinaus in bestem Ansehen steht, seine Talente sachverständig weiterentwickeln - doch warum muss man dem unterstellen, er würde aus Enttäuschung über die jüngste Personalpolitik des Vereins wechseln wollen?
Kohlmeyer weiß auch nicht, wie viel Ablöse tatsächlich geflossen ist - aber warum muss man Herr K. unterstellen, er hätte zu wenig verlangt?
In diesem Zusammenhang sollte man auch mal sehen, dass unser Zuschauerschnitt gegenwärtig gewaltig unter dem liegt, was zu Saisonbeginn kalkuliert worden ist - ein Punkt übrigens, den man bei Herr K. zurecht kritisch anmerken darf und worüber man auch trefflich diskutieren darf. Es mussten also auch Transfererlöse erzielt werden, und für die, die man gerne loshätte, kriegt man selten gutes Geld, weil die anderen die in der Regel nämlich auch nicht wollen. Da muss man sich eben auch mal von einem Stückchen Tafelsilber trennen. Es ist sogar Pflicht und Schuldigkeit des Vereins, ständig neues Tafelsilber zu produzieren und zu verscherbeln, um die Kasse dauerhaft in Ordnung zu halten.
EIN FORUM - ZWEI FRONTEN?
Überhaupt scheint zur Zeit so etwas wie eine Frontlinie durch dieses Forum zu laufen: „Altuser“ gegen „Neuuser“ oder wie auch immer.
Vielleicht wär auch hier mal ein wenig mehr Entspannung angesagt. Die jüngere Generation scheint ihre Beiträge vorzugsweise in Iphones zu pollern, da ergeben sich nun mal mehr Flüchtigkeitsfehler, die hier nicht unbedingt fortlaufend von selbsternannten Deutschlehrern angeprangert werden müssen.
Umgekehrt sollte allerdings mancher Poster sich vielleicht auch mal überlegen: Wer seine Meinung in einem solchen Forum kundtun will, sollte sich wenigstens ein bisschen darum kümmern, dass diese auch einigermaßen konsumierbar ist. Und ein paar Satzzeichen und Groß- und Kleinschreibung machen Zeilen nun mal lesbarer.
Ob aktuell auch inhaltlich die Schmerzgrenze häufiger unterlaufen wird als früher, wie Kohlmeyer es in den Klagen einiger Altuser derzeit immer wieder herausliest, möchte er gar nicht mal bestätigen. Id.ioten und Volksverhetzer gab‘s hier auch früher schon, Stichwort: Der Fisch stinkt vom Kopfe her ...
Man sollte auch bedenken: Ein Diskussionsforum lebt halt auch davon, dass nicht alle einer Meinung sind. Kohlmeyer ist nicht immer der Meinung von Zweikampfmonster und so gut wie nie der Meinung des Users Nationalelf, aber gerade deswegen muss man diesen beiden zugute halten, dass sie sich immer Mühe geben, sich ordentlich zu artikulieren, wenn sie gegen den Forummainstream schwimmen - und daher sind auch sie für die Forumskultur wichtig.
Doch nun ist‘s genug der Predigt. Ab jetzt heißt es: Entspannen und auf heute Abend freuen. Kohlmeyer nutzt, um BL-Spielen ansichtig zu werden, auf La Palma übrigens obskure Internet-Livestreams. Interessant, auf was man hier so alles stößt: Das Spiel gegen Sechzig etwa sah der schlesischstämmige Kohlmeyer auf polnisch. Da braucht man sich wenigstens über keinen Potofski zu ärgern ...
Gruß,
Kohlmeyer
P.S.: Ebenfalls nachahmenswert findet Kohlmeyer übrigens die Idee nigerianischer ***** n, die Nationalspieler des Landes eine Woche frei poppen zu lassen, wenn sie den Afrikacup holen. Erst kicken, dann f.icken, das ist doch mal ´ne Marketingstrategie, die peppt. Und ganz sicher entspannt.
In der Couchingzone befinden sich ... wieder ganz die Alten.
MAL IN SCHWANENWELTEN SCHWELGEN - UND ENTSPANNEN
Kohlmeyer weiß: In seiner letzten Kolumne hat er für heute wieder eine geballte Ladung Nonsense, Sex, Drugs & Rock ´n Roll angekündigt. Schon allein deswegen, weil sie mitten in die Kappenzeit fällt, aktuell sogar auf den Freitag, an dem seine Wahlheimat traditionell sein Humorverständnis zur besten öffentlich-rechtlichen Sendezeit demonstriert. Ein Spon-Kolumnist hat diese Art von Sendungen und die darin gezeigten humoristischen Darbietungen unlängst übrigens als Brüderle-TV bezeichnet. Das fand Kohlmeyer witzig.
Mittlerweile sagt sich Kohlmeyer aber: Ich lass mir weder von ein paar brauchtumsverblendeten Narrenkappen noch vom Kalender vorschreiben, wann ich lustig zu sein habe. Und setzt lieber auf Entspannung. Zumal er in diesen Tagen auch gar nicht in der Narrenhochburg weilt, sondern auf seiner Lieblingsinsel, wo man sich - kein Witz - zu Karneval gegenseitig pudert. Um das zweideutige Verständnis, das Ösis mit diesemWort verbinden, soll es hier allerdings nicht gehen, trotz der derzeit grassierenden Ösimanie bei seinem Lieblingsverein.
Ganz entspannt hat Kohlmeyer beispielsweise unlängst ein Interview mit dem alternden deutschen Toreverhinderer Gerhad Tremmel gelesen, der den Spätherbst seines fußballerischen Daseins in Swansea verbringt, das gegenwärtig auch Lauterns stürmendes Sorgenkind Itay Shechter geleast hat. Und Kohlmeyer hat beinahe geweint vor Rührung und Wehmut angesichts des unprätentiösen Bildes, das der Goalie von seiner walisischen Wahlheimat zeichnete.
WO PROFIS NEBEN STUDIS DUSCHEN
Man stelle sich vor: Dieser Klub mietet sich für seine Trainingslager nicht in sauteuren südländischen Sporthotels, sondern in alpenländischen Schullandheimen ein. Unter der Woche wird auch mal in öffentlichen Sportzentren trainiert, wo sich auch Studis und einfache Angestellte körperlich ertüchtigen, so dass man als Profi nach dem Training unversehens auch mal neben einem Normalsterblichen unter der Dusche steht und mit diesem ein paar Takte plaudert - Herr Brüderle, bitte unterlassen Sie an dieser Stelle Ihre dummen Witze.
Obendrein gehen die Spieler auch mal mit ihren Fans bowlen oder pflegen die Tradition des gemeinsamen Feierabendbiers, die mittlerweile nicht mal mehr von deutschen Arbeitern gewahrt wird. Überhaupt wird in dem Klub längst nicht so viel Geschiss gemacht um das, was das kickende Personal so futtert und bechert. Und in der Kabine drehen die Jungs ihre schwarze Mucke bis hinten hin auf, um sich fürs Spiel in Stimmung zu grooven. Dem volksmusikgestählten Bayern Tremmel schließen sich dabei zwar manchmal die Ohren, doch bekennt er freimütig: So weiß ich immer, was angesagt ist, das hält mich jung ...
Und wohin führt dieses entspannte Fußballerleben, das hierzulande wohl sofort mit dem Etikett „unprofessionell“ beklebt würde?
Gegenwärtig auf Platz 8 der englischen Premier League - und dies, wohlgemerkt, mit dem geringsten Etat dieser Liga. Und gänzlich ohne abgedroschene Gallische Dorf-Metaphern oder Blut, Schweiß und Tränen-Ideologien, mit denen sich allenfalls Sasicscher Hauruckfußball fördern ließe. Nein, das Team kickt einen anerkannt modernen, ballbesitzorientierten Kurzpassfußball und lässt sich besonders gerne gegen die Großen der Liga zusätzlich einige taktische Winkelzüge einfallen, die diese mit schöner Regelmäßigkeit zur Verzweiflung bringen.
Gecoacht werden die Schwäne übrigens seit diesem Sommer von einem gewissen Michael Laudrup, der kurz bevor der Finanzbuchhalter Göbel Herrn Rekdal ans Ruder ließ, auch mal beim FCK im Gespräch gewesen sein soll.
WENIGER SCHWACH- DAFÜR MEHR SCHWANENSINN
In einem Land lebend, in dem sich die Menschen lieber über dümmliche Altherrenscherze eines greisen liberalen Trunkenboldes echauffieren, statt sich auch nur einmal zu fragen, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass der Wicht mit solchen Sprüchen tatsächlich eine Stern-Reporterin flachlegt, fragt Kohlmeyer sich im Stillen: Mensch, warum ist dein Verein nicht auch mal so schwanenmäßig entspannt drauf? Oder fürs Erste wenigstens mal ein bisschen entspannter?
Könnte man doch sein, nach einem Auswärtssieg zum Start ins neue Jahr. Der natürlich aus einem Gurkenspiel resultierte und vollkommen unverdient war. Aber sagt man Topteams nicht nach, dass sie genau diese Spiele dann doch gewinnen? Und das genau solche Erfolgserlebnisse es sind, die mentale Kraft geben?
Apropos Topteams: Die Parolen, dass es möglich ist, zu den beiden Erstplatzierten noch aufzuschließen, muss man ebenfalls ganz entspannt sehen. Herr K. und die Spieler müssen sie aus PR-technischen Gründen ganz einfach ausgeben. Kohlmeyer war nie ein Mathe-Genie, doch selbst er kann sich ausrechnen, wie wahrscheinlich ein direkter Aufstiegsplatz tatsächlich noch ist. Selbst wenn Braunschweig und Berlin aus den verbleibenden 15 Spielen nur noch 30 Punkte holen - was schon ein gewaltiger Leistungsabfall wäre, der gegenwärtig in keinster Weise abzusehen ist - müsste Lautern 40 Punkte plus holen. Das bedeutet: 13 von 15 Spielen gewinnen, mindestens, möglicherweise sogar alle 15.
Da ist es doch viel entspannter, die Relegationsspiele herbeizuspekulieren. Und statt sich jetzt schon auszurechnen, wie viel Bier zum Sedieren man sich in diesen 180 Minuten einverleiben müsste und was man gegebenenfalls zusätzlich an Herztropfen und Blutdrucktabletten benötigt, kann man sich doch auch einfach mal sagen, dass das doch irgendwie auch ein Riesenerlebnis wäre: Es wären die ersten Relegationsspiele, die der FCK im Profifußball spielt. So was will man als Fan doch auch mal erlebt haben, oder?
BERLIN IST KEIN GEKREISCHE WERT
Wohlwollend registriert hat Kohlmeyer übrigens, wie entspannt auch hier im Forum mit der Situation bei Hertha BSC umgegangen worden ist. Angesichts von 42 Millionen Euro Schulden wäre es ein Leichtes gewesen, sich das Maul darüber zu zerreißen, dass die Berliner in der Winterpause nicht ihre besten Spieler versemmelten, um ad hoc ihre Kassenlage zu verbessern - dadurch hätten sie sich sportlich geschwächt und die direkten Aufstiegschancen des FCK wohl unweigerlich erhöht.
Kohlmeyer erinnert sich nur zu gut, wie Osnabrücker und Koblenzer Fans 2007 hier herum greinten, als der Lauterer Stadtrat mitten im Überlebenskampf dem FCK die Stadionmiete kürzte - da wurde „Wettbewerbsverzerrung“ angeprangert gund auch der Rehbergsche Schwachsinn vom „staatlich subventionierten Pflegefall“ bemüht.
Gut, dass wir sowas anscheinden nicht nötig haben. Entweder schlagen wir die Hertha sportlich oder gar nicht.
Gut findet Kohlmeyer auch die Betze-Anleihe. Da sie fürs Nachwuchszentrum eingesetzt wird - und nicht etwa, um Transfers oder Profigehälter zu finanzieren. Das nämlich fänd Kohlmeyer grotesk, wenn der Verein Opel-Malocher anpumpt, damit sein Personal Porsche fahren kann.
Reichlich unentspannt findet Kohlmeyer allerdings hier manche Diskussionen im Forum. Über die Freuden und Leiden des jungen Herrn Z. ist ja schon in der Vorwoche in epischer Breite kolumniert worden. Dennoch muss Kohlmeyer nochmal nachhaken:
Er kann natürlich auch nicht persönlich hineingucken in einen jungen Kerl, der in der Zweiten Liga gerade positiv aufgefallen ist, der nun aber das finanziell sicher lukrativere Angebot eines Erstligisten annehmen will, welcher wiederum gegenwärtig alle Chancen hat, nächstes Jahr vielleicht sogar international zu spielen und der darüber hinaus in bestem Ansehen steht, seine Talente sachverständig weiterentwickeln - doch warum muss man dem unterstellen, er würde aus Enttäuschung über die jüngste Personalpolitik des Vereins wechseln wollen?
Kohlmeyer weiß auch nicht, wie viel Ablöse tatsächlich geflossen ist - aber warum muss man Herr K. unterstellen, er hätte zu wenig verlangt?
In diesem Zusammenhang sollte man auch mal sehen, dass unser Zuschauerschnitt gegenwärtig gewaltig unter dem liegt, was zu Saisonbeginn kalkuliert worden ist - ein Punkt übrigens, den man bei Herr K. zurecht kritisch anmerken darf und worüber man auch trefflich diskutieren darf. Es mussten also auch Transfererlöse erzielt werden, und für die, die man gerne loshätte, kriegt man selten gutes Geld, weil die anderen die in der Regel nämlich auch nicht wollen. Da muss man sich eben auch mal von einem Stückchen Tafelsilber trennen. Es ist sogar Pflicht und Schuldigkeit des Vereins, ständig neues Tafelsilber zu produzieren und zu verscherbeln, um die Kasse dauerhaft in Ordnung zu halten.
EIN FORUM - ZWEI FRONTEN?
Überhaupt scheint zur Zeit so etwas wie eine Frontlinie durch dieses Forum zu laufen: „Altuser“ gegen „Neuuser“ oder wie auch immer.
Vielleicht wär auch hier mal ein wenig mehr Entspannung angesagt. Die jüngere Generation scheint ihre Beiträge vorzugsweise in Iphones zu pollern, da ergeben sich nun mal mehr Flüchtigkeitsfehler, die hier nicht unbedingt fortlaufend von selbsternannten Deutschlehrern angeprangert werden müssen.
Umgekehrt sollte allerdings mancher Poster sich vielleicht auch mal überlegen: Wer seine Meinung in einem solchen Forum kundtun will, sollte sich wenigstens ein bisschen darum kümmern, dass diese auch einigermaßen konsumierbar ist. Und ein paar Satzzeichen und Groß- und Kleinschreibung machen Zeilen nun mal lesbarer.
Ob aktuell auch inhaltlich die Schmerzgrenze häufiger unterlaufen wird als früher, wie Kohlmeyer es in den Klagen einiger Altuser derzeit immer wieder herausliest, möchte er gar nicht mal bestätigen. Id.ioten und Volksverhetzer gab‘s hier auch früher schon, Stichwort: Der Fisch stinkt vom Kopfe her ...
Man sollte auch bedenken: Ein Diskussionsforum lebt halt auch davon, dass nicht alle einer Meinung sind. Kohlmeyer ist nicht immer der Meinung von Zweikampfmonster und so gut wie nie der Meinung des Users Nationalelf, aber gerade deswegen muss man diesen beiden zugute halten, dass sie sich immer Mühe geben, sich ordentlich zu artikulieren, wenn sie gegen den Forummainstream schwimmen - und daher sind auch sie für die Forumskultur wichtig.
Doch nun ist‘s genug der Predigt. Ab jetzt heißt es: Entspannen und auf heute Abend freuen. Kohlmeyer nutzt, um BL-Spielen ansichtig zu werden, auf La Palma übrigens obskure Internet-Livestreams. Interessant, auf was man hier so alles stößt: Das Spiel gegen Sechzig etwa sah der schlesischstämmige Kohlmeyer auf polnisch. Da braucht man sich wenigstens über keinen Potofski zu ärgern ...
Gruß,
Kohlmeyer
P.S.: Ebenfalls nachahmenswert findet Kohlmeyer übrigens die Idee nigerianischer ***** n, die Nationalspieler des Landes eine Woche frei poppen zu lassen, wenn sie den Afrikacup holen. Erst kicken, dann f.icken, das ist doch mal ´ne Marketingstrategie, die peppt. Und ganz sicher entspannt.
In der Couchingzone befinden sich ... wieder ganz die Alten.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Kohlmeyer am 08.02.2013 um 10:02 Uhr bearbeitet
08.02.2013 - 10:48 Uhr
Das ist mal ein Couching, das so geschmeidig daher kommt wie ein Schwan auf einem Sahnesee. Wobei auf Deiner Lieblingsinsel die Feder wahrscheinlich nur so übers Papier gleitet bzw. die Finger über die Tasten sausen, während Du an Deiner Sangria nuckelst und den Affen in den Palmen zuschaust - was machen die eigentlich da?
Schöne Analyse der Entspannung und ihrer Bedeutung für Sport, Beruf und das tägliche Miteinander, ganz im aktuellen Trend der Entschleunigung. Mein Gruß ergeht an dieser Stelle an die IPhone-Klopper. Zu der Karnevals-Puder-Tradition auf der Insel *** hätte ich gerne nähere Erläuterungen. Ein paar Inseln weiter springen die Mädels lediglich in sehr knappen Federkostümen durch die Gegend. Der Vorteil: Sie sehen erheblich besser aus als die durchschnittliche deutsche Weiberfaschingstante.
Zu den Bordsteinschwalben in Nigeria: Da würde ich als Spieler lieber drauf verzichten und den Cup-Gewinn ohne Syphilis & Co. feiern. Aber nun gut, man kann es auch als entspannende Motivation betrachten.
Schöne Analyse der Entspannung und ihrer Bedeutung für Sport, Beruf und das tägliche Miteinander, ganz im aktuellen Trend der Entschleunigung. Mein Gruß ergeht an dieser Stelle an die IPhone-Klopper. Zu der Karnevals-Puder-Tradition auf der Insel *** hätte ich gerne nähere Erläuterungen. Ein paar Inseln weiter springen die Mädels lediglich in sehr knappen Federkostümen durch die Gegend. Der Vorteil: Sie sehen erheblich besser aus als die durchschnittliche deutsche Weiberfaschingstante.
Zu den Bordsteinschwalben in Nigeria: Da würde ich als Spieler lieber drauf verzichten und den Cup-Gewinn ohne Syphilis & Co. feiern. Aber nun gut, man kann es auch als entspannende Motivation betrachten.
08.02.2013 - 10:59 Uhr
Derart entspannt lässt es sich leichter der Dinge harren die da kommen.
Am Ende der Kolumne hast du ja dann doch noch einen kurzen Abstecher zum Thema Nummer 1 geschafft, damit der Blutdruck nicht ins Bodenlose fällt vor lauter Entspanntheit, sondern sich auf einem Gesunden Level halten kann.
Vielen Dank dafür :)
Am Ende der Kolumne hast du ja dann doch noch einen kurzen Abstecher zum Thema Nummer 1 geschafft, damit der Blutdruck nicht ins Bodenlose fällt vor lauter Entspanntheit, sondern sich auf einem Gesunden Level halten kann.
Vielen Dank dafür :)
11.02.2013 - 07:30 Uhr
Diese Art der Gelassenheit kenne ich sonst nur von Helmut Schmidt. Rauchst Du? Und sicher, dass Du auf La Palma bist? Hätte eher auf eine Insel mit Reggae getippt.
Vielleicht sollten wir mal über einen schlesischstämmigen FCK Fan Club nachdenken. Übernehme zu 50 % die Sektion Myslowice.
"Pudern" IST Sex & Drugs & Rock'n'Roll, frag' mal die Buben vom Dorf.
Vielleicht sollten wir mal über einen schlesischstämmigen FCK Fan Club nachdenken. Übernehme zu 50 % die Sektion Myslowice.
"Pudern" IST Sex & Drugs & Rock'n'Roll, frag' mal die Buben vom Dorf.
14.02.2013 - 21:49 Uhr
Jahrgang 3 – Ausgabe 21: ERFOLGREICHE ZEITEN, SCHLAGENDE ARGUMENTE UND SPRITZENDE STERNE
von Butduma
ERFOLG IN HISTORISCHEN DIMENSIONEN
Wann gab es das zum letzten Mal? Der FCK gewinnt zwei Spiele nacheinander zu Null und nimmt innerhalb von 18 Stunden 2 Millionen Euro durch modernen „Ablasshandel“ ein. Für 100 Euro kann sich jeder geneigte FCK-Fan offiziell und per Schmuckurkunde verbrieft den Roten Teufel eintreiben lassen und sich damit seine Fahrkarte ins Betze-Paradies sichern. Und ein Blick in die Geschichtsbücher offenbart, dass der historische Ablasshandel und die letzten beiden aufeinanderfolgenden Zu-Null-Siege des FCK zeitlich nicht weit auseinander lagen: Im April 2011 konnten unseren Mannen das letzte Mal sechs Punkte und eine blütenweise Weste vorweisen. Das ist fast genau 22 Monate her… im Fussball eine halbe Ewigkeit. Nur zur Erinnerung, damals haben wir Schalke und St. Pauli verhauen. Der letzte 3:0-Sieg liegt übrigens noch weiter zurück, das haben wir 30.10.2010 gegen schwache Mönchengladbacher geschafft. Ein paar Wochen später rappelte es sogar fünf Mal in des Gegners Kiste – erneut waren es die Knappen aus Gelsenkirchen, welche uns die Punkte überlassen durften.
Ich behaupte sogar, dass unsere Mannschaft wieder die richtige Mischung aus Jungfräulichkeit und Casanovatum aufweist: Hinten niemanden einlochen lassen und vorne im richtigen Moment zustoßen. Wobei die eingefahrenen sechs Zähler durch die liegengelassenen Punkte der anderweitigen Aufstiegsaspiranten eine dicke, glänzende Schokoglasur erhalten haben. Nach hinten ist der Abstand auf sieben Punkte angewachsen, während sich vorne ganz langsam der pfälzische Klimawandel bemerkbar macht und die mächtigen Punktegletscher in Braunschweig und Berlin schmelzen lässt: Zehn bzw. acht Punkte lauten hier die magischen Zahlen. Wir haben uns vom Peloton abgesetzt und verfolgen die Ausreißergruppe. Statt Epo haben wir in der Winterpause allerdings auf ein Frischblutdoping in Form von Neuzugängen gesetzt – um es in der Radrennfahrersprache auszudrücken.
WENN LIEBE ZINSEN TILGT
Doch wir freuen uns aktuell nicht nur über den hervorragenden sportlichen Start ins Fußballjahr 2013, sondern auch über das vielversprechende Glockenspiel, welche aus dem Klingelbeutel von Stefan und Fritz erschallt. Nachdem die Fans vor gar nicht allzu langer Zeit bereits literweise Herzblut gespendet hatten (nein, auch das hat nichts mit illegalem Doping zu tun – es ging um akute Notfallhilfe), öffnen sie nun ihre Geldbeutel für die Sanierung des Nachwuchsleistungszentrums der jungen Teufel. Per Fananleihe kann man seine hart ersparten Euronen in Backsteine, Duschköpfe und samtigen Rasen anlegen und dafür bis zu 7 % Zinsen bekommen. Diese Zinsversprechungen klingen in Zeiten, in denen der Euro des Öfteren schlimmer wackelt als amerikanische Pappmascheehäuser in den stahlharten Böen eines Hurrikans, mehr als verlockend. Die FCK-Verantwortlichen dürften allerdings weniger auf die Gier nach Zinsen als auf die emotionale Sensibilität des gemeinen Fans spekulieren, welcher seine Liebe zur Schmuckurkunde entdeckt und diese nie mehr wieder von seiner getäfelten Wohnzimmerwand abhängen möchte.
KRITISCHE WOLKENKONSTELLATIONEN
Es lässt sich also gut an, doch wir wären nicht der 1.FC Kaiserslautern, wenn nicht doch gekrittelt würde. So wie in Frankreich die Esskultur oder in Italien die Bunga-Bunga-Kultur, so gibt es in Deutschland die Moserkultur, die man auch in der FCK-Gemeinde gerne ausgiebig zelebriert. Da heißt es dann, dass die Anleihe bei antiquadratischer Zinsentwicklung im Dividendendreieck von Singapur und gleichzeitiger Wettbewerbsschwäche der Blobfisch-Fischer von Sansibar vielleicht doch nicht die optimale Lösung des aktuellen Problems im Bereich des NLZ sei oder dass Micanski eventuell doch der bessere Idrissou ist, der zwar Tore schießt und durch seine schiere Präsenz die gegnerischen Abwehrreihen zum Wanken bringt, aber irgendwie doch nur im Abseits rumspaziert und weiter stoppt als der durchschnittliche Kreisklasse-Kicker. Mit Zuck möchte ich an dieser Stelle erst gar nicht anfangen – auch nicht an späterer Stelle, also keine Angst. Diese Diskussionen sind im Moment ungefähr so angenehm wie die grauen Wolken, welche sich ständig über die zaghafte Wintersonne der letzten Tage schieben.
Anders sieht es mit berechtigter und konstruktiver Kritik aus, von der wir hier im Forum ja auch des Öfteren eine deftige Portion serviert bekommen. Da gibt es viel Lesenswertes, das die grauen Zellen in Wallung bringt. Diese Beiträge zeichnen sich in der Regel durch ihre Länge, Struktur und das Fehlen bestimmter Schlagworte wie Lusche, Graupe oder Rumpelkicker aus. Respekt gegenüber dem kritisierten Sub- bzw. Objekt ist eben eine Tugend. Als Freund der Sonne, will ich auch an dieser Stelle wieder einen bildlichen Vergleich bemühen. Derartige Kritik ist eine flauschige Schafswolke, die an einem Hochsommertag die vom Himmel brennende Sonne verdeckt und uns damit vor einem hautfressenden Sonnenbrand bewahrt. Ja, so seid ihr, ihr konstruktiven Kritiker! Ihr seid unsere Sonnencreme Lichtschutzfaktor 1900. Also bitte weitermachen…
DIE SCHULD LIEGT BEIM SCHLÄGER
Und es stimmt auch… ganz so eitel Sonnenschein war der fußballerische Start ins neue Jahr in der Tat nicht. Dabei sind es vor allem Ereignisse abseits des Platzes, die am Freitag wie dunkle Wolken über den Betzenberg gezogen sind. Ich spreche von den radikalen Ausschreitungen, welche nach dem Spiel gegen Dynamo Dresden rund ums Stadion und auf dem Weg zum Marktplatz stattgefunden haben. War die erste Bilanz nach den Krawallen schon erschreckend genug, so kommen aktuell täglich neue Schreckensmeldungen ans Licht: Hetzjagden, Straßensperren, zerstörte Busse, Überfälle und Stiefeltritte gegen zwölfjährige Kinder. Es wäre ein Hohn gegenüber der Tierwelt in diesem Fall von einer Horde wild gewordener Affen zu sprechen. Derart asozial und brutal können sich nur Menschen benehmen.
Obwohl es sich bei diesen kriminellen Straßenschlägern sicherlich nicht um wahre Fans der SG Dynamo handelt, hat der Verein nun eine erste Reißleine auf dem steilen Fall nach unten gezogen: Für die Auswärtsspiele gegen Braunschweig, Union Berlin und Aue wird der Vereine keine Karten verkaufen. Das ist ein eindeutiges Signal mit größerer Aussagekraft als die 325te Gesprächsrunde oder der ständige Verweis auf die Verfehlungen anderer, mögen es die gegnerischen Fans, der Ordnungsdienst des Gastgebers oder die örtliche Polizei sein. Sicherlich ist im aktuellen Fall auch Kritik an der Strategie von Polizei und Ordnungsdienst unbedingt notwendig – dies fängt bei der mangelnden Fantrennung an und hört bei der Wahl der Wege für den Shuttle-Verkehr auf, allerdings ist nachvollziehbar, dass die Ordnungshüter mit der schieren Dimension der Gewalt überfordert und von deren Intensität überrascht waren.
Außerdem kann es nicht sein, dass gastgebende Vereine und Städte einen Hochsicherheitstrakt wie bei einem Papst-Besuch auf dem NATO-Gipfel in Davos errichten müssen, nur weil kriminelle Chaoten ihren Wochenendspaß unter dem Deckmantel eines Vereins zelebrieren möchten. Wenn wir diesen Zustand erreicht haben, dann können wir den Fußballsport zu Grabe tragen… und genau deshalb finde ich Rechtfertigungsversuche, die sich vorwiegend auf das Versagen der Ordnungskräfte stützen für schlichtweg falsch und der Sache undienlich. Wir sollten uns vielmehr damit beschäftigen, wie wir es schaffen, dass irgendwann keine Sicherheitskonzepte und Polizeihundertschaften mehr notwendig sind.
DIE KERZEN WUNDERN SICH, WARUM SIE PLÖTZLICH PYRO SIND
Der Sache ebenfalls undienlich waren die kratzbürstigen Aussagen des Herrn Pacult nach Spielende, in welchen er 1000° C heiße Pyrofackeln mit Wunderkerzen (noch harmloser als Sternespritzer bezeichnet) vergleicht, die ansonsten beim Kindergeburtstag auf der Sahnetorte unschuldig Fünkchen schleudern. Falls es die Szene nur ein wenig kennt, hätte er sich denken können, dass der massive Einsatz von Pyrotechnik nur das Vorglühen zu dem war, was folgen sollte. Sicherlich hatte er in der Sache recht: Verboten ist verboten. Doch für eine philosophisch-moralische Grundsatzdebatte über Sinn und Unsinn der vom DFB ausgesprochenen Verbote war der Zeitpunkt denkbar schlecht gewählt. Es hätte eine klare Ansage in Richtung der eigenen Fans gebraucht, gerne mit der Wut des 0:3 im Bauch.
Ich fand es übrigens hervorragend, dass trotz des Verbotes etliche Wunderkerzen die West erleuchtet haben, denn diese Vorgabe vom DFB war in der Tat lächerlich und für niemanden mit halbwegs funktionierendem Verstand nachvollziehbar. Ein wenig Widerstand mit Artikeln aus dem Kindegeburtstags-Fachbedarf, das hat Charme. Vielleicht handelt es sich sogar um den letzten kleinen Schutzwall der Résistance, bevor im Stadion auch das Anzünden einer Zigarette nur noch durch einen IHK-zertifizierten Zigarettenanzündungsfachmann nach dreijähriger Ausbildung erlaubt ist.
In diesem Sinne!
Ba beneen,
Butduma
In der Couchingzone befinden sich neben Berti und Bahli auch noch Kohlmeyer und Butduma. Die Kolumne erscheint spätestens jeweils Freitag um 12:00 Uhr oder an Spieltagen zur gleichen Zeit bei allen Pflichtspielen.
von Butduma
ERFOLG IN HISTORISCHEN DIMENSIONEN
Wann gab es das zum letzten Mal? Der FCK gewinnt zwei Spiele nacheinander zu Null und nimmt innerhalb von 18 Stunden 2 Millionen Euro durch modernen „Ablasshandel“ ein. Für 100 Euro kann sich jeder geneigte FCK-Fan offiziell und per Schmuckurkunde verbrieft den Roten Teufel eintreiben lassen und sich damit seine Fahrkarte ins Betze-Paradies sichern. Und ein Blick in die Geschichtsbücher offenbart, dass der historische Ablasshandel und die letzten beiden aufeinanderfolgenden Zu-Null-Siege des FCK zeitlich nicht weit auseinander lagen: Im April 2011 konnten unseren Mannen das letzte Mal sechs Punkte und eine blütenweise Weste vorweisen. Das ist fast genau 22 Monate her… im Fussball eine halbe Ewigkeit. Nur zur Erinnerung, damals haben wir Schalke und St. Pauli verhauen. Der letzte 3:0-Sieg liegt übrigens noch weiter zurück, das haben wir 30.10.2010 gegen schwache Mönchengladbacher geschafft. Ein paar Wochen später rappelte es sogar fünf Mal in des Gegners Kiste – erneut waren es die Knappen aus Gelsenkirchen, welche uns die Punkte überlassen durften.
Ich behaupte sogar, dass unsere Mannschaft wieder die richtige Mischung aus Jungfräulichkeit und Casanovatum aufweist: Hinten niemanden einlochen lassen und vorne im richtigen Moment zustoßen. Wobei die eingefahrenen sechs Zähler durch die liegengelassenen Punkte der anderweitigen Aufstiegsaspiranten eine dicke, glänzende Schokoglasur erhalten haben. Nach hinten ist der Abstand auf sieben Punkte angewachsen, während sich vorne ganz langsam der pfälzische Klimawandel bemerkbar macht und die mächtigen Punktegletscher in Braunschweig und Berlin schmelzen lässt: Zehn bzw. acht Punkte lauten hier die magischen Zahlen. Wir haben uns vom Peloton abgesetzt und verfolgen die Ausreißergruppe. Statt Epo haben wir in der Winterpause allerdings auf ein Frischblutdoping in Form von Neuzugängen gesetzt – um es in der Radrennfahrersprache auszudrücken.
WENN LIEBE ZINSEN TILGT
Doch wir freuen uns aktuell nicht nur über den hervorragenden sportlichen Start ins Fußballjahr 2013, sondern auch über das vielversprechende Glockenspiel, welche aus dem Klingelbeutel von Stefan und Fritz erschallt. Nachdem die Fans vor gar nicht allzu langer Zeit bereits literweise Herzblut gespendet hatten (nein, auch das hat nichts mit illegalem Doping zu tun – es ging um akute Notfallhilfe), öffnen sie nun ihre Geldbeutel für die Sanierung des Nachwuchsleistungszentrums der jungen Teufel. Per Fananleihe kann man seine hart ersparten Euronen in Backsteine, Duschköpfe und samtigen Rasen anlegen und dafür bis zu 7 % Zinsen bekommen. Diese Zinsversprechungen klingen in Zeiten, in denen der Euro des Öfteren schlimmer wackelt als amerikanische Pappmascheehäuser in den stahlharten Böen eines Hurrikans, mehr als verlockend. Die FCK-Verantwortlichen dürften allerdings weniger auf die Gier nach Zinsen als auf die emotionale Sensibilität des gemeinen Fans spekulieren, welcher seine Liebe zur Schmuckurkunde entdeckt und diese nie mehr wieder von seiner getäfelten Wohnzimmerwand abhängen möchte.
KRITISCHE WOLKENKONSTELLATIONEN
Es lässt sich also gut an, doch wir wären nicht der 1.FC Kaiserslautern, wenn nicht doch gekrittelt würde. So wie in Frankreich die Esskultur oder in Italien die Bunga-Bunga-Kultur, so gibt es in Deutschland die Moserkultur, die man auch in der FCK-Gemeinde gerne ausgiebig zelebriert. Da heißt es dann, dass die Anleihe bei antiquadratischer Zinsentwicklung im Dividendendreieck von Singapur und gleichzeitiger Wettbewerbsschwäche der Blobfisch-Fischer von Sansibar vielleicht doch nicht die optimale Lösung des aktuellen Problems im Bereich des NLZ sei oder dass Micanski eventuell doch der bessere Idrissou ist, der zwar Tore schießt und durch seine schiere Präsenz die gegnerischen Abwehrreihen zum Wanken bringt, aber irgendwie doch nur im Abseits rumspaziert und weiter stoppt als der durchschnittliche Kreisklasse-Kicker. Mit Zuck möchte ich an dieser Stelle erst gar nicht anfangen – auch nicht an späterer Stelle, also keine Angst. Diese Diskussionen sind im Moment ungefähr so angenehm wie die grauen Wolken, welche sich ständig über die zaghafte Wintersonne der letzten Tage schieben.
Anders sieht es mit berechtigter und konstruktiver Kritik aus, von der wir hier im Forum ja auch des Öfteren eine deftige Portion serviert bekommen. Da gibt es viel Lesenswertes, das die grauen Zellen in Wallung bringt. Diese Beiträge zeichnen sich in der Regel durch ihre Länge, Struktur und das Fehlen bestimmter Schlagworte wie Lusche, Graupe oder Rumpelkicker aus. Respekt gegenüber dem kritisierten Sub- bzw. Objekt ist eben eine Tugend. Als Freund der Sonne, will ich auch an dieser Stelle wieder einen bildlichen Vergleich bemühen. Derartige Kritik ist eine flauschige Schafswolke, die an einem Hochsommertag die vom Himmel brennende Sonne verdeckt und uns damit vor einem hautfressenden Sonnenbrand bewahrt. Ja, so seid ihr, ihr konstruktiven Kritiker! Ihr seid unsere Sonnencreme Lichtschutzfaktor 1900. Also bitte weitermachen…
DIE SCHULD LIEGT BEIM SCHLÄGER
Und es stimmt auch… ganz so eitel Sonnenschein war der fußballerische Start ins neue Jahr in der Tat nicht. Dabei sind es vor allem Ereignisse abseits des Platzes, die am Freitag wie dunkle Wolken über den Betzenberg gezogen sind. Ich spreche von den radikalen Ausschreitungen, welche nach dem Spiel gegen Dynamo Dresden rund ums Stadion und auf dem Weg zum Marktplatz stattgefunden haben. War die erste Bilanz nach den Krawallen schon erschreckend genug, so kommen aktuell täglich neue Schreckensmeldungen ans Licht: Hetzjagden, Straßensperren, zerstörte Busse, Überfälle und Stiefeltritte gegen zwölfjährige Kinder. Es wäre ein Hohn gegenüber der Tierwelt in diesem Fall von einer Horde wild gewordener Affen zu sprechen. Derart asozial und brutal können sich nur Menschen benehmen.
Obwohl es sich bei diesen kriminellen Straßenschlägern sicherlich nicht um wahre Fans der SG Dynamo handelt, hat der Verein nun eine erste Reißleine auf dem steilen Fall nach unten gezogen: Für die Auswärtsspiele gegen Braunschweig, Union Berlin und Aue wird der Vereine keine Karten verkaufen. Das ist ein eindeutiges Signal mit größerer Aussagekraft als die 325te Gesprächsrunde oder der ständige Verweis auf die Verfehlungen anderer, mögen es die gegnerischen Fans, der Ordnungsdienst des Gastgebers oder die örtliche Polizei sein. Sicherlich ist im aktuellen Fall auch Kritik an der Strategie von Polizei und Ordnungsdienst unbedingt notwendig – dies fängt bei der mangelnden Fantrennung an und hört bei der Wahl der Wege für den Shuttle-Verkehr auf, allerdings ist nachvollziehbar, dass die Ordnungshüter mit der schieren Dimension der Gewalt überfordert und von deren Intensität überrascht waren.
Außerdem kann es nicht sein, dass gastgebende Vereine und Städte einen Hochsicherheitstrakt wie bei einem Papst-Besuch auf dem NATO-Gipfel in Davos errichten müssen, nur weil kriminelle Chaoten ihren Wochenendspaß unter dem Deckmantel eines Vereins zelebrieren möchten. Wenn wir diesen Zustand erreicht haben, dann können wir den Fußballsport zu Grabe tragen… und genau deshalb finde ich Rechtfertigungsversuche, die sich vorwiegend auf das Versagen der Ordnungskräfte stützen für schlichtweg falsch und der Sache undienlich. Wir sollten uns vielmehr damit beschäftigen, wie wir es schaffen, dass irgendwann keine Sicherheitskonzepte und Polizeihundertschaften mehr notwendig sind.
DIE KERZEN WUNDERN SICH, WARUM SIE PLÖTZLICH PYRO SIND
Der Sache ebenfalls undienlich waren die kratzbürstigen Aussagen des Herrn Pacult nach Spielende, in welchen er 1000° C heiße Pyrofackeln mit Wunderkerzen (noch harmloser als Sternespritzer bezeichnet) vergleicht, die ansonsten beim Kindergeburtstag auf der Sahnetorte unschuldig Fünkchen schleudern. Falls es die Szene nur ein wenig kennt, hätte er sich denken können, dass der massive Einsatz von Pyrotechnik nur das Vorglühen zu dem war, was folgen sollte. Sicherlich hatte er in der Sache recht: Verboten ist verboten. Doch für eine philosophisch-moralische Grundsatzdebatte über Sinn und Unsinn der vom DFB ausgesprochenen Verbote war der Zeitpunkt denkbar schlecht gewählt. Es hätte eine klare Ansage in Richtung der eigenen Fans gebraucht, gerne mit der Wut des 0:3 im Bauch.
Ich fand es übrigens hervorragend, dass trotz des Verbotes etliche Wunderkerzen die West erleuchtet haben, denn diese Vorgabe vom DFB war in der Tat lächerlich und für niemanden mit halbwegs funktionierendem Verstand nachvollziehbar. Ein wenig Widerstand mit Artikeln aus dem Kindegeburtstags-Fachbedarf, das hat Charme. Vielleicht handelt es sich sogar um den letzten kleinen Schutzwall der Résistance, bevor im Stadion auch das Anzünden einer Zigarette nur noch durch einen IHK-zertifizierten Zigarettenanzündungsfachmann nach dreijähriger Ausbildung erlaubt ist.
In diesem Sinne!
Ba beneen,
Butduma
In der Couchingzone befinden sich neben Berti und Bahli auch noch Kohlmeyer und Butduma. Die Kolumne erscheint spätestens jeweils Freitag um 12:00 Uhr oder an Spieltagen zur gleichen Zeit bei allen Pflichtspielen.
15.02.2013 - 13:03 Uhr
Ich glaube, so viele verschiedene inhaltliche Facetten wie dieses hier hat noch kein Couching je gehabt. Hier wurde ja wirklich alles beleuchtet, was uns FCKler in den letzten ein bis zwei Wochen so bewegt hat. Die Lektüre dieses einen Posts macht jede Art von Presseschau rund ums Thema FCK überflüssig wie 'nen Kropf.
Wirklich sehr empfehlenswert. :)
Wirklich sehr empfehlenswert. :)
16.02.2013 - 10:01 Uhr
"Nein, in einer christlichen Welt, in der solch moraltheologisch-fundamentale Ausführungen nicht mit mindestens zwanzig Lesenswerter-Beitrag-Clicks belohnt werden, will ich nicht länger Papst sein. Ich kündige."
Josef Ratzinger, Last Pope Standing
"Tschuldigung, Pope, aber würde dieser Butduma so langweilig und verblasen daherschwätzen wie unsereins, würden die ihn wahrscheinlich zum Bundespräsidenten wählen. Und darauf habe ich keinen Bock, ich nicht!"
Joachim Gauck, ehemaliger Pastor
"People like Butduma first should themselves drink to dead - I´m sure: Then they would get the clicks they earn."
Amy Winehouse (+)
"Haben Sie eine Ahnung, durch wieviel langweiligen Dreck wir uns durchkämpfen müssen, bis wir mal zu Potte kommen? Könnten diese Ar.schlöcher nicht wenigstens mal bei Butduma abschreiben? Da hätten wir wenigstens ein bisschen Spaß, bevor wir ihnen ihre Doktortitel aberkennen."
Fakultätsrat der Uni Düsseldorf
"Würd ich seine Songtexte begreifen, würd ich sie glatt covern."
Heino, Plagiator ohne Doktortitel
"Hossa, Hossa, Hossa!"
Rex Gildo (+)
Josef Ratzinger, Last Pope Standing
"Tschuldigung, Pope, aber würde dieser Butduma so langweilig und verblasen daherschwätzen wie unsereins, würden die ihn wahrscheinlich zum Bundespräsidenten wählen. Und darauf habe ich keinen Bock, ich nicht!"
Joachim Gauck, ehemaliger Pastor
"People like Butduma first should themselves drink to dead - I´m sure: Then they would get the clicks they earn."
Amy Winehouse (+)
"Haben Sie eine Ahnung, durch wieviel langweiligen Dreck wir uns durchkämpfen müssen, bis wir mal zu Potte kommen? Könnten diese Ar.schlöcher nicht wenigstens mal bei Butduma abschreiben? Da hätten wir wenigstens ein bisschen Spaß, bevor wir ihnen ihre Doktortitel aberkennen."
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Heino, Plagiator ohne Doktortitel
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Dieser Beitrag wurde zuletzt von Kohlmeyer am 16.02.2013 um 10:13 Uhr bearbeitet
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