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Die Couchingzone

13.08.2010 - 13:19 Uhr
Die Couchingzone |#641
16.12.2012 - 06:50 Uhr
Schöner Jahresausklang in Worten und die Vorstellung "But in Uniform" lässt bestimmt auch das eine oder andere Frauenherz höher schlagen. Emil steht da aber auch drauf.

Aber ob die Engel alleine die Heilsbringer wären ...

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"Betzi braucht bei seinem Besuch eine Möglichkeit sich umzuziehen und Kaltgetränke" (Anmeldeformular Betzi Buchen)
"You want it darker, Hineni, Hineni, I'm ready, my lord (Leonard Cohen).
"Well, what did you expect in an opera? A happy ending?" (Bugs Bunny)
Die Couchingzone |#642
17.12.2012 - 07:59 Uhr
Aus aktuellem Anlass: Kohlmeyer enthüllt - so war es wirklich

DIE WEIHNACHTSGESCHICHTE

"Mary?" - "Jo?" - "Wer war da eben an der Tür?" - "Ach, so drei Typen, die Geschenke gebracht haben." - "Geschenke? Für wen?" - "Für ihn." - "Rabäääh!" - "Da stinkt doch was zum Himmel! Du hast hoffentlich nichts unterschrieben?" - "Nee, die wollten wirklich nur Geschenke abgeben." - "Und was haben sie abgegeben?" - "Gold, Weihrauch und ein Ipad, mit dem der Junge ins Internet gehen und das neue Butduma-Couching lesen kann." - "Rabääh!" - "Echt? Gib mal her." - "Bitte." - "Nein, nicht das Gold, das Ipad, mit dem ich ins Internet gehen und das neue Butduma-Couching lesen kann." - "Rabääh!" - "Jupp?" - "Hhm?" - "Ich hab mir grad überlegt: Wir sollten das vielleicht nicht weitererzählen, das mit den drei Typen und den Geschenken. Jedenfalls nicht so." - "Hhm." - "Ich meine, das mit dem Gold und dem Weihrauch ist ja okay, aber ein Ipad, mit dem der Junge ins Internet gehen und das neue Butduma-Couching lesen kann?" - "Rabääh!" - "Kannst Du dir vorstellen, was da ihm Kindergarten wieder gebabbelt wird?" - "Hhhm." - "Guck Dir den Judenlümmel an, der kriegt immer alles, wir nicht. Du weißt doch: Neidgesellschaft." - "Hhm." - "Weißt Du, wir erzählen einfach nur was von dem Gold und dem Weihrauch nichts von dem Ipad, mit dem der Junge ins Internet gehen und das neue Butduma-Couching lesen kann. Da erfinden wir einfach was." - "Rabäääh!" - "Was hältst Du von Myrrhe?" - "Hhm." - "Okay, da weiß kaum jemand, was das eigentlich ist, aber das ist doch gerade gut, so ´ne Art Mystery-Element." - "Hhm." - "Sag mal, hörst Du mir eigentlich zu?" - "Hhm." - "Hallo?" - "Hhm? Tschuldigung, ich lese gerade das neue Butduma-Couching." - "Rabääh! Rabääh! Rabääh!" - "Sachma, kann der Balg nicht mal das Maul halten? Einfach mal das Maul halten? Gib ihm halt die Brust!" - "Ich glaube, der will jetzt keine Titten, der heißt ja nicht Kohlmeyer." - "Was will er denn sonst?" - "Sein Ipad, damit er ins Internet gehen und das neue Butduma-Couching lesen kann." - "Himmelarsch, darf ich's vielleicht zuerst mal zu Ende lesen? Ich bin schließlich sein Vater!" - "Nun ja, äh, also, offen gesagt ..."

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"Du kannst auf deinen Verein stolz sein, aber eigentlich nicht auf die Tatsache, ein Fan dieses Vereins zu sein. Denn die Fan-Werdung vollzieht sich bekanntlich ähnlich wie die sexuelle Orientierung: Da kommt etwas über dich, das du nicht beeinflussen kannst. (...) . Du kannst deinem Verein nicht einfach die Gefolgschaft kündigen. Du kannst deinem Verein nicht den Tritt versetzen. (...) Du kannst deinen Verein nicht einfach loslassen, denn er hält an dir fest."
Thomas Brussig
Die Couchingzone |#643
17.12.2012 - 08:57 Uhr
Was für ein geiles Kurz-Couching :D

Nun also auch noch schonungslose Enthüllungen über die tatsächlichen Ereignisse in Betlehem. Das zeugt von einer Kaltschnäuzigkeit, die unsere Rauschgoldengelchen auf dem Platz leider (hoffentlich nur momentan) missen lassen.
Vielleicht schaffen wir es ja mit Gottes Hilfe in der Rückrunde voll durchzustarten. Wenn jetzt schon sein Sohn ein iPad bekommen hat, um ins Internet zu gehen und das neue Butduma-Couching lesen zu können, sollte das ja klappen. :cool

Einer der 3 Typen, die die Geschenke gebracht haben - nämlich der, der das iPad übergab - hieß übrigens Steve. Der wurde dann in Melchior umbenannt, damit diese Geschichte auch ja nicht ans Licht kommt; aber dem investigativen Spürsinn von Kohlmeyer entgeht nun mal so schnell nichts.

In diesem Sinne ein fröhliches Rabäääh, äh Weihnachtsfest und nen guten Rutsch!

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Let's go Betze!
Die Couchingzone |#644
01.02.2013 - 11:14 Uhr
Zitat von Couchingzone:
Die aktuelle Ausgabe erscheint im Verlauf des Wochenendes, spätestens jedoch am Spieltag (Montag). Die doch recht umfangreichen Vorgänge in den letzten sechsunddreißig Stunden machen eine Neufassung notwendig, weshalb der Erscheinungstermin ausnahmsweise etwas nach hinten verschoben werden muss. Vielen Dank für euer Verständnis!

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Bertikoks - Transfermarkt since 2003. Originalmitgliedsnummer 1686. Keine anonyme Kritik: FCK MGLD 2151
Die Couchingzone |#645
03.02.2013 - 17:03 Uhr
Jahrgang 3 - Ausgabe 19

MEHR ODER WENIGER - DAS LEBEN DER ANDEREN.




Viel schlimmer hätte der Spieltag nicht laufen können bisher. Aber das soll nicht unser Thema sein heute. Nur soviel: Es ist schon ein Unterschied, ob man nach vorn oder hinten oder um es sportlich und damit im Bild der Tabelle auszudrücken, ob nach oben oder unten schauen muss. Zumindest dann, wenn man selbst nicht weiß wie stark man eigentlich ist. Bevor wir aber hinauf- oder hinunterblicken, wenden wir den Kopf und sehen, gewissermaßen über die eigene Schulter, ganz woanders hin. Der Sportplatz zur Nachtweide ist einer jener Orte, die bereits auf Bildern so einladend erscheinen, dass man dort gern den einen oder anderen Ball treten möchte. Wer jemals einen Blick auf den Platz geworfen hat, wer die großen ehrwürdigen Bäume sieht und sich vorstellt wie der Wind durch die mächtigen Kronen geht, der wird annehmen, dass es ein Vergnügen sein könnte dort zu spielen. Er vermittelt etwas bodenständiges, kraftgebendes. Ein Stück Heimat eben. Eines mit dem man sich gut identifizieren kann.


Das Problem was mich dieser Tage umtreibt ist jedoch keines, dass sich um schöne Orte dreht. Es ist vor allem die Unsicherheit, die mir Sorge bereitet. Wo stehen wir? Wie gut ist die beinahe runderneuerte Mannschaft? Zwar sehe ich einerseits, dass man bei der sportlichen Leitung durchaus bemerkt hat wo uns der Schuh vor der Pause drückte. Und natürlich freue ich mich, dass man entsprechenden Handlungswillen demonstriert. Aber wie es manchmal so ist, auf der anderen Seite ist mir auch der Albtraum des letzten Winters noch allzu präsent. Auch damals tat Kuntz alles um den drohenden Abstieg abzuwenden. So viele Neue. Soviel Hoffnung. Und dann so eine Rückrunde.


Dabei ist es nachvollziehbar, dass unser Vorstandsvorsitzender mit allen Mitteln versucht, unmittelbar wieder in die Bundesliga aufzusteigen. Alles, angefangen vom Konzept des Ausbildungsvereins bis hin zur Refinanzierung über Fernsehgelder und Sponsoren, geht deutlich einfacher wenn man Mitglied der ersten Etage ist. Und anders als letztes Jahr hat man den Fokus aktuell auf andere Qualitäten bei den Neuen gelegt. Gesucht wurden diesmal weniger gescheiterte Spieler, denen man zutraut bei uns wieder in die Spur zu finden, und auch keine ausländischen Talente mit Sprachschwierigkeiten, von denen man sich mittelfristig Rendite erwartet. Verpflichtet wurden vor allem Leute, von denen man sich verspricht, dass sie sofort weiterhelfen. Alles was getan wurde, jeder der verpflichtet wurde, ist geholt worden, damit unser Traditionsverein baldmöglichst wieder auf Kurs kommt und Platz drei gesichert werden kann.


So ein Traditionsverein ist auch Borussia Neunkirchen. Und dessen Vereinsgeschichte kann als Beispiel herhalten, wenn man sich einen Niedergang vor Augen führen mag. Zwar ist die Borussia fünf Jahre jünger als der ruhmreiche 1. FC Kaiserslautern, aber das macht den Braten nicht fett. Was viele, insbesondere die Jüngeren unter uns nicht wissen: Neunkirchen spielte eine zeitlang in der Bundesliga. Nach insgesamt drei Spielzeiten in Deutschlands Eliteklasse, unterbrochen von einem Abstieg in die zweite Liga, gefolgt vom direkten Wiederaufstieg, war jedoch Schluss. Neunkirchen rutschte Zug um Zug ab in Richtung der Amateurklassen. Gelegentlichen Gastspielen im Profifußball folgten meist unmittelbare Abstiege. Heute spielt Neunkirchen in der Oberliga Südwest, die allerdings durch diverse Liga- und Strukturreformen ihre einstige Strahlkraft ebenso verloren hat, wie jener Verein, der früher im heimischen Ellenfeldstadion beinahe der gesamten Bundesliga das Fürchten lehrte.


Zurück zum FCK. Bei aller Unsicherheit lässt sich eine Aussage ganz klar treffen: Die Mannschaft ist auf dem Papier deutlich stärker als vor der Winterpause. Aber reicht das? Reicht das um den gewünschten Erfolg auch zu einzufahren? Von den Einzelspielern her müsste es funktionieren. Aber diese Spieler müssen auch schnell zu einer Mannschaft werden. Es fehlte, zumindest bisher, an Seele. Dafür steht für mich keiner unserer Profis so sehr, wie Alexander Baumjohann. Als er kam weigerte er sich zur Kenntnis zu nehmen, dass der FCK nicht ohne Grund in der zweiten Liga spielt. Denn der FCK spielt dort, dass habe ich vom Altmeister Rehagel gelernt, weil er da hingehört. Er hat sich eindeutig selbst dafür qualifiziert. Um das aber zu begreifen, müsste Baumjohann verstehen, dass er ebenfalls in der zweiten Liga spielt. Und, dass er ebenfalls dort spielt weil er da hingehört. Er hat seine Karriere durch den fehlenden Leistungswillen im wahrsten Sinne des Wortes mittlerweile zweitklassig gestaltet.

Und er ist, trotz allen Talentes dabei, diesen Weg zu zementieren. Er ist nicht der strahlende Regisseur für den er sich selber offenbar hält. Nicht die Lichtgestalt die versucht Entwicklungshilfe zu leisten bei einem unverschuldet in die zweite Liga geratenen Erstligisten. Er ist in der Hinrunde allzuoft eine graue Maus gewesen. Einer der sich auf dem Feld versteckt, der sich fallen lässt, allzu schnell mit Erklärungen bei der Hand ist und das eigene Spiel und damit das der Mannschaft verlangsamt anstatt es zu beschleunigen.

Alexander Baumjohann hat alle Mittel, jedes Talent um die zweite Liga zu überstrahlen, mental und technisch hinter sich zu lassen, zum herausragenden Akteur zu werden. Dazu aber, müsste er zunächst einmal dort ankommen. Vielleicht sagt ihm das ja mal wer.


Ein Stück Seele, eine Identifikationsfigur der Hinrunde ist von unserem überforderten Manager und Vorstandsvorsitzenden am letzten Tag der Transferphase verscherbelt worden. Hendrick Zuck. Ein Junge aus der Region mit Bezug zum FCK. Ein Produkt unserer Jugend. Einer mit dem sich das Publikum identifiziert hat. Made by Betze. Aber stimmt das denn auch?

Nein. Leider nicht. Wie so oft wenn der Mob zu rasen beginnt, sei er virtuell, sei er physisch, sind die Mitglieder der wütenden Menge erstaunlich schlecht informiert. Was vor allem auch daran liegt, dass diejenigen die vorangehen, es entweder selber nicht besser wissen, oder etwas ganz anderes bezwecken. Hendrick Zucks Herz schlägt nicht am Betzenberg. Warum auch? Sein Herz dürfte vermutlich für den Sportplatz an der Nachtweide schlagen den ich oben erwähnt habe. Denn da kommt er her. Da hat er den Weg zum Fußballsport gefunden. Da hat ihn sein Vater trainiert. Und als es Zeit war hat er seiner Heimat den Rücken gekehrt und ist nach Neunkirchen gewechselt. Als ersten Schritt auf dem Weg nach oben. Da gerade die Jugend eine prägende Lebensphase darstellt, dürfte er vermutlich eine Bindung zu dem Verein entwickelt haben wo er sich das erste Mal bei den Erwachsenen durchsetzte und mehr als fünfzig Spiele in eineinhalb Jahren in der Oberliga machte.

Trotzdem befand der fleißige junge Mann irgendwann erneut, dass es an der Zeit war den nächsten Schritt zu tun. Er wechselte die Farben und versuchte es eine Liga höher, bei der zweiten Mannschaft des FCK. Auch hier schaffte er es sich durchzusetzen und erhielt im Sommer seinen ersten Profivertrag. Nach einer auffälligen Hinrunde kam das Angebot des SC Freiburg. Es ist konsequent, dass der Junge den nächsten Schritt zu gehen versucht. So jung ist er nämlich nicht mehr, in einer Zeit in der ein Fußballer mit dreißig Jahren als alt empfunden wird. Hendrick Zuck ist deshalb kein Abzocker. Er arbeitet lediglich konsequent für seine Ziele. Das hat er vor der Station beim FCK getan und das wird er, wenn er sich durchsetzen kann, auch danach weiter tun. Kann man es ihm vorwerfen?

Woher also die Wut bei den FCK Fans? Wieso beschimpfen sie Stefan Kuntz deswegen, ja fordern sogar seinen Kopf? Das lässt sich erklären. Aber nicht in allzu kurzen Worten. Ich habe jedoch beschlossen, dass wir die Zeit haben hier und jetzt darüber zu reden.

Das Problem Nummer eins ist der Wunsch, der zum Vater des Gedanken wird. Der Betzenberg giert nach eigenen Leuten. Nach einem neuen Miro Klose. Selbst wenn auch er den "zweiten Bildungsweg" benötigte um beim FCK zu landen. Wir wollen einen zu dem man aufsehen kann. Der aus dem eigenen Lager kommt. Einem, der die Farben des FCK, die einem selbst die Welt bedeuten, ebenfalls im Herzen trägt. Stattdessen werden ausländische Profis verpflichtet. Weil sie im Verhältnis billiger sind, als vergleichbare deutsche Talente. Der Lieblingsprofi der meisten Mitglieder der FCK Familie dürfte ein hochtalentierter deutscher Junge sein, aus der Jugend des FCK, der es als Ehre betrachtet, für den FCK zu spielen. Aber Leute, den haben wir doch! Und den hat Kuntz auch nicht verkauft - auch wenn er es tun wird (muss) wenn der Preis stimmt. Nur heißt der eben nicht Hendrick Zuck, sondern Dominique Heintz. Natürlich spielt der nicht diesen erfrischenden Offensivfußball wie es Zuck getan hat. Wie auch? Er ist ja Verteidiger. Entgegen der Plattitüde, der vorgefasste Medienmeinung über uns Fans vom Betzenberg, ist es jedoch nicht das reine Kampfschwein mit wenig Talent den Ball zu führen den wir uns wünschen. Nein. Kämpfen soll er. Aber er soll auch was können. Mehr als andere. Wir wollen endlich wieder mal einen Nationalspieler aus unseren Reihen. Einen Hochbegabten, auf den wir stolz sein können. Und wenn wir glauben so einen gefunden zu haben, dann sind wir offenbar mehrheitlich bereit die Fakten zu ignorieren. Wir schreiben dem Spieler die Eigenschaften zu, die wir so gern sehen wollen. Und je jünger die Anhänger um so heftiger die Übertragung. Glaube ich zumindest.

Problem Nummer zwei ist die fehlende Information. Wir wünschen uns diesen Nachwuchs. Aber wir interessieren uns nicht für ihn. Sonst hätten viele wohl gewusst, dass der Verein des Zuck'schen Herzens vermutlich nicht der FCK ist. Dass er eben nicht aus der eigenen Jugend kommt. Und, dass er konsequent ist, wenn er den nächsten Schritt geht. Beides zusammen zu sehen und einzuräumen ist für manchen wohl ein Sprung mit dem er sich überfordert fühlt. Vermeintlich verschmähte Liebe kann fürchterlich sein.

Und jetzt zu Problem Nummer drei. Und das ist gravierend. Das kann ich besonders gut nachvollziehen. Oder besser nachfühlen. Denn ich kenne das Gefühl nur zu gut. Es brennt in den Eingeweiden. Wäre es zum Beispiel der BVB der sich Zucks Dienste gesichert hätte, wäre der Aufschrei nicht halb so laut gewesen. Es ist für viele von uns aber offenbar unerträglich, dass es sich ausgerechnet um Freiburg handelt. Jenes Freiburg, dass den Begriff "Ausbildungsverein" nicht nur über Jahre geprägt, sondern im Prinzip erfunden hat. Volker Finke habe ich zuerst darüber reden hören. Viele können es nicht ertragen, dass unser Talent jetzt an einen Verein abgegeben wird, den sie jahrelang als kleiner, unbedeutender und weniger leistungsfähig empfunden haben. Einen Verein auf den sie, auch wenn die eigene Mannschaft dort selten etwas gerissen hat, herabgesehen haben. Das sei das Ergebnis von Kuntz "Kleinrederei" schrieb einer der Zornigen. Nein liebe Freunde. Das ist das Ergebnis einer Kette. Angefangen bei "Atze", fortgesetzt mit Jäggi und Göbel, endend bei Hans-Artur Bauckhage. Eine einzige Chronik des Niederganges.

Ich habe weiter vorn geschrieben, Alexander Baumjohann solle endlich begreifen, dass seine Karriere in der Zweitklassigkeit angekommen ist. Aber Freunde, wir müssen begreifen, dass auch der FCK längst zweitklassig ist. Ich glaube kaum, dass die Roten Teufel des Jahres 2013 in der Lage sind, den SC Freiburg der aktuellen Realität zu schlagen. Und unser Publikum, also wir selbst, ist nur noch in den Medien erstklassig. Es lebt vor allem vom Mythos vergangener Jahre und längst geschlagener Schlachten. Martialische Sprache, ich weiß. Es wird beschrieben mit Eigenschaften die es früher einmal hatte. Das liegt nicht nur am Umbau des Stadions und der Entfernung der Ränge zum Rasen. In den letzten Jahren haben wir den jungen Besuchern der Westkurve zunehmend die Stimmung überlassen. Und die haben sich selbst derartig zum Kult erhoben, dass sie glauben, sie seien nicht zu ersetzen. Da aber wir, die wir zum Teil mittlerweile sitzen uns offenbar lieber unterhalten lassen, statt selber für Stimmung zu sorgen, könnten sie sogar recht haben.

Es ist Zeit, dass wir etwas daran ändern. Unsere Erfolge, unsere Nationalspieler, unsere Meistertitel und die einmalige Atmosphäre sind Vergangenheit. Es bleibt der Blick in die Zukunft. Die können wir gestalten. Und sollten es auch tun. Dann werden wir vielleicht eines Tages wieder da stehen, wo wir uns so gern selber sehen. Ganz oben.


Zukunft gestalten heißt aber auch Veränderungen zu akzeptieren. Und so schlecht ist das ja nicht. Ich schrieb zu Beginn des Abschnitts über den SC Freiburg, ich könne das Gefühl nachvollziehen. Nachvollziehen wie es sich anfühlt einräumen zu müssen, dass ein kleiner Verein an unserem vorbeigezogen ist. Als Stefan Kuntz zum FCK kam, da waren es andere die uns überholt hatten. Scheinbar abgehängt. Leistungsfähiger und attraktiver. Namentlich galt das damals für den MSV Duisburg, Hansa Rostock und auch den KSC. Zwischenfrage: Wo sind die jetzt? Und wo sind wir - mit diesem Vorstandsvorsitzenden?

Noch etwas zu Zuck. Stefan Kuntz hat versucht ihm einen neuen Vertrag anzubieten. Schon im Herbst. Das hat mir damals eine der gewöhnlich gut informierten Personen mitgeteilt auf deren Wohlwollen in Sachen Information ich manchmal zurückgreifen kann. Laufzeit bis 2016. Bezüge verdoppelt, Erhöhung bei Aufstieg. Zuck hat abgelehnt. Was nachvollziehbar ist. Es ging dabei nicht bloß um mehr Geld. Zuck hat seine Chance gewittert. Und als sie kam wollte er sie Nutzen. Konsequent wie vorher auch. Glaubt wirklich jemand, der FCK verlängert mit Heintz und vergisst, dass auch bei Zuck zu versuchen?


Ich wünschte mir, der FCK würde diese Dinge ab und an veröffentlichen. Dann wäre die Kritik an Stefan Kuntz bei weitem nicht so umfangreich, weil alle wüssten, wann und was getan wurde. Was möglich war. Und was nicht. Transparenz ist ein wichtiger Schlüssel für gute Vorstandsarbeit. Andrerseits kann ich verstehen, angesichts der Wut die bei dem Transfer über Kuntz hereinbrach, dass man das dem Jungen nicht zumuten wollte. Schnell wird aus einem vermeintlichen Idol, der in Wirklichkeit jedoch nichts anderes ist als ein junger Fußballprofi, in den Augen derjenigen die ihm all die Eigenschaften, die Identifikation, das Herz für den FCK allein durch ihre Vorstellungskraft zuschreiben, ein kalter Abzocker.

Nein Freunde. Das ist er nicht. Nur ein junger Berufsfußballer der seinen Weg geht. Und Stefan Kuntz macht Fehler. Aber im Gegensatz zu dem was mancher vermutet, lernt er aus ihnen. In diesem Fall hat er, zum Wohle des Vereins dessen Vorstandsvorsitzender er ist, und nicht zuletzt zum Wohl des jungen Spielers, alles richtig gemacht. Wann wurde zuletzt für einen Zweitligaspieler mit einer so geringen Anzahl von Pflichtspielen soviel Geld bezahlt?

Der FCK fährt gut dabei und kann auf seinem Weg zurück zu altem Glanz jeden Cent der erzielten Ablöse gut gebrauchen. So geht das in einem Ausbildungsverein. In den achtziger Jahren, nach der Ära des Uefa Cups und vor dem Pokalsieg standen wir oft vor der Frage, ob wir einen Spieler halten würden können, der positiv aufgefallen war in der Liga. Manchmal konnten wir es nicht. Das war normal. Am Ende sind es jedoch nicht die Einzelnen, sondern die Mannschaft um die es geht.

Und damit sind wir wieder beim Thema. Alles in unseren Köpfen kreist um den Start nach der Winterpause. Und ich lande auch wieder bei unserem Altmeister Rehagel, obwohl es noch so vieles gäbe über das man schreiben könnte. Aber ich habe eure Geduld heute lange genug in Anspruch genommen. Gestern hat es eine Weile so ausgesehen, als wäre wenigstens der Plan des FC aus Köln, der übrigens eine ausgezeichnete Vorbereitung gespielt hat, zum Scheitern verurteilt. Erst in buchstäblich allerletzter Minute, in der Nachspielzeit, findet ein Fernschuss sein Ziel. So ein Moment kann alles drehen. Er kann alles verändern. Er kann darüber entscheiden ob eine Mannschaft am Ende aufsteigt oder nicht. Auch wenn Trainer so etwas nicht gerne hören. Die Dynamik des Augenblicks kann weitreichende Macht entwickeln. Insbesondere wenn man, im übertragenen Sinn versteht sich, das Messer schon am Hals spüren kann. Und weil das so ist, schließe ich diese, heute doch recht lange Ausgabe der Couchingzone, zumindest teilweise mit einer Erkenntnis von König Otto. Der Worte sind genug gewechselt, die Wahrheit liegt auf dem Platz. Also los!


Bis dahin.

Gruß Berti



In der Couchingzone befinden sich neben Berti und Bahli auch noch Kohlmeyer und Butduma. Die Kolumne erscheint spätestens jeweils Freitag um 12:00 Uhr oder an Spieltagen zur gleichen Zeit bei allen Pflichtspielen.

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Bertikoks - Transfermarkt since 2003. Originalmitgliedsnummer 1686. Keine anonyme Kritik: FCK MGLD 2151
Die Couchingzone |#646
03.02.2013 - 18:03 Uhr
Danke!! Gerade nach diesem Spieltag, den Diskussionen um Zuck die auch gleich sofort SK angekreidet werden, hat mir diese Lektüre gut getan
Die Couchingzone |#647
03.02.2013 - 18:06 Uhr
Sehr gutes Ding, Berti!
Meine Gefühle den Zuck-Wechsel betreffend zielsicher in meisterliche Prosa gegossen; so gut hätte ich es nie ausdrücken können. Danke dafür!

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Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein.
Die Couchingzone |#648
03.02.2013 - 21:46 Uhr
In meinen Augen eine hervorragende Zusammenfassung der Ereignisse um Zuck und ein zutreffender Ausblick auf die kommende Zeit.
Danke Berti

Gruß aus der Pfalz
Die Couchingzone |#649
04.02.2013 - 00:31 Uhr
Jetzt hast Du mich fast den Beginn des Super-Bowl gekostet, aber ich wollte mich nicht einfach mit einem "gut gemacht" hier verewigen.

Ob das Jugendkonzept nun wirklich nicht ausreichend kommuniziert wurde?
Darauf kann ich nur sagen: Wer die Augen öffnet, sieht so manches.
Jedes Jahr sollen 4-5 Kaderplätze mit Amateuren besetzt sein, man kauft auch ausländische Talente, man hat neue Eliteschulen des Sport (nicht mehr nur das HH-Gymasium) und nun erfolgt konsequenterweise der Erwerb und Neubau des Fröhnerhofs.
Wenn jedes Jahr 2 dieser Amateure wie Heintz und Zuck einschlagen würden, wäre der FCK schneller konsolidert als ich sagen könnte: Ja, wir müssen auch viele davon verkaufen.

Wer das nicht "sieht", soll dann den Zuck-Transfer richtig einordnen?

Der plappert dann eben lieber: Die wollen Geld für den Nachwuchs und verkaufen ihn dann.
Tja, das ist genau das Konzept.
Wir hatten einen Atze, einen konzeptlosen Jäggi, einen Göbel.
Was wir nicht hatten und haben, um solche "Präsidenten" auszugleichen, ist ein Hopp oder eben einen Sponsor wie VW. Oder glaubt jemand Hoffenheim oder WoB wären ohne die Millionenspritzen noch in der 1. Liga? Mit Sicherheit nicht. Auch sie müssten die Konsequenzen für Misswirtschaft oder Fehlentscheidungen tragen. Genau wie der FCK, bzw. Stefan Kuntz sie nun tragen muss. Also gewöhnt Euch lieber an das neue Jugend-Konzept, sonst brecht ihr in Zukunft in Tränen aus. 6 Mio, bzw. 10 Mio für das NLZ, das hat Atze früher in einen Djorkaeff gesteckt.

Du willst einen rasenden Mob zum Nachdenken bewegen. Die wollen Blut, oder ihren FCK aus den 90ern wieder, sonst nichts.

Da ist so ein Kuntz, der den Lieblingssohn beim erstbesten Angebot verscherbelt natürlich ein willkommenes Ziel.
Und Du erlaubst Dir darauf hinzuweisen, dass Zuck ein Profi ist und das beste aus seiner Karriere herausholen will? Er spielt nicht aus Leidenschaft für den FCK, dieser Junge aus unserer Jugend?
Sauerei.

Hätte der gute Herr Kuntz die gescheitere Vertragsverlängerung mit Zuck öffentlich gemacht, wäre der Mob aber nicht auf Zuck los. Das glaube ich weniger. Söldner halt, abgehakt. Sforza hat das mehrmals gemacht, hat ihm nicht geschadet.
Die wären vielmehr immer noch auf Kuntz los, weil er es nicht fertig gebracht hat mit Zuck zu verlängern,oder er sich nicht rechtzeitig nach Alternativen umgesehen hat.
Und da dem Mob eben dieses Wissen fehlt, fabuliert man sich halt zusammen, dass der arme Zuck gezwungen wurde (vermutlich mit Waffengewalt) zu gehen, weil man bereits einen Drazan und Weiser verpflichten konnte und keinen Wert mehr auf seine Dienste legte.

Diese Fans kommen nicht mal auf den Gedanken, dass Zuck bereits frühzeitig seinen Wechselwillen bekundet hat und sich Kuntz erst danach nach einer Alternative umgesehen hat.
Es kann nicht sein, was nicht sein darf.

Manchmal braucht man wohl ein Ventil zum Dampf ablassen. Und das war in diesem Fall Kuntz, der in 5 Jahren Regentschaft, die Misswirtschaft der vorhergehenden 10 Jahre beseitigen soll/muss.
Schuld ist immer der Chef. So einfach ist das manchmal.

Heintz sei uns gnädig. Da kommt noch einiges auf uns zu. Vor allem mit den Fans, die noch in 90ern leben.

PS: Und kaum schreibe ich meine Tirade, explodiert auch Kuntz und macht einiges zum Zuck-Transfer öffentlich. Mal sehen, ob jemand aus dem Mob den ***** in der Hose hat Heugabel und Fackel abzulegen.

Und Berti, Dir ein "gut gemacht".

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Dieser Beitrag wurde zuletzt von Meininger am 04.02.2013 um 00:38 Uhr bearbeitet
Die Couchingzone |#650
04.02.2013 - 07:32 Uhr
Berti, back with a bang, sehr durchdachte und besonnene Worte. Schön, dass Du hier (!) wieder so schreibst!

@Meininger
Guter Kommentar, aber der Mob wird Fackel und Heugabel nicht ablegen, geschweige denn sich die Zeit nehmen um mal 15 Minuten entspannt zu lesen.

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