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Die Couchingzone

13.08.2010 - 13:19 Uhr
Die Couchingzone |#661
16.02.2013 - 10:09 Uhr
Kohli, Bene heißt eigenlich Josef.... ;)

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Kaiserslautern Fußballclub olé
Die Couchingzone |#662
22.02.2013 - 12:04 Uhr
Jahrgang 3 - Ausgabe 22


Wann stinkt Stallgeruch?

Von Bahli


Wenn ich mir die Kommentare zum wenig berauschenden Spiel beim MSV Duisburg durchlese, dann wird offenkundig, dass FCK-Trainer Franco Foda zumindest ein erster rauher Gegenwind ins Gesicht weht. "Franco Schönreder, ein Trainer aus der österreichischen Bierliga, gewinnt mit seiner Schlafwagenfußballtruppe keinen Blumentopf", so oder so ähnlich sprangen mir etliche Beiträge am vergangenen Sonntag und Montag ins Auge. Wir - oder sagen wir einfach viele von uns - wollten einen Trainer mit Stallgeruch. Seit vergangenem Sommer haben wir endlich diesen Stallgeruch auf dem Trainersessel, aber zufrieden sind mittlerweile die wenigsten unter den FCK-Fans. Fangen wir einmal mit der Analyse dieses Stallgeruch an.


Wir wollten Stallgeruch, wir haben Stallgeruch - wirklich?

Bei Wikipedia kann man nachlesen, "dass Menschen mit dem „richtigen Stallgeruch“ als solche bezeichnet werden, die durch ihren Habitus, ihre Art zu reden, zu denken und sich zu verhalten, erkennen lassen, aus derselben Gesellschaftsschicht zu stammen, einer speziellen Gruppe oder einer politischen Partei anzugehören, über gleiche Ausbildung, gleiches Auftreten und gleiche Beziehungen zu verfügen und somit die Fähigkeit zu besitzen, von der gewünschten Zielgruppe als 'einer der ihren' wahrgenommen zu werden." Nun, folgt man dieser Definition, dann fragt man sich direkt, nimmt man Franco Foda wirklich als einen Menschen aus unserer Mitte wahr? Entpuppt sich der FCK-Cheftrainer durch sein Auftreten, seine Sprache und seine Art zu denken als einer von uns? Gut, Franco Foda spielte von 1987 bis 1990 beim 1. FC Kaiserslautern und wurde 1990 zusammen mit Stefan Kuntz Pokalsieger. Danach zog es ihn in die große Fußballwelt - Bayer Leverkusen, VfB Stuttgart. Ist das der Ursprung von Stallgeruch? Zur Erinnerung, Foda wurde in Mainz geboren, seine Jugend verbrachte er nicht nur fußballerisch genau dort. Diesen Stallgeruch wird niemand meinen, der Franco Foda als Menschen mit FCK-Stallgeruch sieht. Der korrekte pfälzische Akzent fehlt im darüber hinaus ebenfalls. Hans-Peter Briegel oder Dominique Heintz hätten diesen Stallgeruch, den wir alle suchen. Mit diesen zwei kann man sich identifizieren. Mit Franco Foda habe sicherlich nicht nur ich diesbezüglich ein Problem.


Ist es die Spielphilosophie, die Hoffnung gab?

In seiner Zeit als Spieler galt Franco Foda als Kämpfer und Antreiber. Er gehörte Ende der achtziger Jahre zu den Spielern, die die berühmten FCK-Tugenden Biss, Laufbereitschaft, Leidenschaft oder Zielstrebigkeit verkörperten. Und ich bin mir sicher, dass viele FCK-Fans die Rückkehr dieser Tugenden mit dem Namen Franco Foda verbanden. Der Cheftrainer des 1. FC Kaiserslautern gibt sich äußerlich gerne als moderner Trainer mit einer modernen Spielphilosophie. Mit Ausnahme einiger weniger Spiele vermisst man im Grunde diese klare Struktur im FCK-Spiel. Hat man ein klares System, setzt man dort die Spieler ein, die die entsprechenden Positionen beherrschen, eben spielen können. Bei Foda wirkt dies aber mitunter holprig. Warum spielt in einem 4-2-3-1 ein Albert Bunjaku im linken offensiven Mittelfeld? Am Anfang fiel das noch wenig ins Gewicht, weil Bunjaku und Mohamadou Idrissou nach Belieben trafen. Gegen Mitte/Ende der Vorrunde ließ diese Treffsicherheit aber stark nach. Mitunter mutete das System Foda fast schon so an, als müsste Wunschspieler Alexander Baumjohann mit aller Macht ins System gepresst werden. Die offensiven Außenbahnen zu beackern, versteht Baumjohann nicht unbedingt. Als offensiver Part der Doppelsechs fehlen ihm die oben genannten Tugenden Zweikampfstärke, Laufstärke und Biss. Bleibt die Position des Zehners - zufällig auch noch Baumjohanns Lieblingsposition - im System Foda. Oder die Bank. Aber für diese Entscheidung fehlt dem Trainer sichtbar der Mut. Mit der Personalie Baumjohann verbinde ich persönlich auch den wunden Punkt bei Franco Foda. Hält er wirklich so große Stücke auf ihn, dass er ihn quasi als unverzichtbar ansieht? Und das, obwohl Baumjohann keine der oben beschriebenen FCK-Tugenden verkörpert? Dafür steht er kurz davor, seinen neuen Spitznamen "Timber" auf das Trikot mit der Nummer 9 geflockt zu bekommen. Die Personalie Baumjohann mutet seltsam an und trägt zu Verständnislosigkeit bei.


Wer nicht (mehr) ins System passt, fliegt?

Was ist eigentlich mit den großen Hoffnungsträgern Konstantinos Fortounis oder Ariel Borysiuk passiert? Fortounis stieg nach der Europameisterschaft spät in die Vorbereitung ein, kam aber trotzdem zu zahlreichen Einsätzen. Borysiuk war in der Hinrunde im zentralen defensiven Mittelfeld ein echtes Faustpfand und steigerte sich von Spiel zu Spiel. Mit dem Start ins neue Jahr änderte sich deren Situation schlagartig. Sie waren aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr erste Wahl und fanden sich nicht mal mehr auf der Reservebank wieder. Dafür wurden sie aber öffentlich von Franco Foda für ihre mangelnde Motivation, die deutsche Sprache zu erlernen, kritisiert. Da muss man dann doch einmal nachfragen, was wirklich vorgefallen ist und wo genau die Probleme der zwei Jungstars liegen. Wenigstens hat sich das Gerücht, der FCK wolle Ariel Borysiuk an Volga Nizhniy Novgorod ausleihen, als haltlos erledigt. Trotzdem muss man bei beiden sehen, wie sie sich weiter entwickeln. Auch wenn Fortounis in der Vorrunde Einsätze hatte, zwei Tore erzielte und vier vorbereitete, gibt es gerade bei ihm noch viel Luft nach oben. Aber aufgemerkt, der Junge ist erst 20 Jahre alt. Da muss man - auch wenn er gerne als der Hoffnungsträger gesehen wird - mit anderem Maß messen. Mich stört bei ihm im Grunde nur seine extrem lahme Körpersprache. Dahinter vermutet man keinen Biss und nur wenig Leidenschaft. Da muss er sich ebenso wie im physischen Bereich noch mächtig strecken, um die bereits an ihm baumelnden Vorschusslorbeeren zu rechtfertigen.

Aber was ist dran an dem immer wieder kursierenden Vorwurf, die sportliche Leitung des FCK sortiere Spieler viel zu schnell aus, die scheinbar nicht ins System passen. Oder beim Pfälzer Zweitligisten einfach nicht klarkommen. In dieser Beziehung hat ein gewisser Ilian Micanski große Fußstapfen hinterlassen. Trotz guter Leistungen in den Vorbereitungen oder im Training, sah diese Beziehung seit seiner Ankunft in Kaiserslautern wie ein klassisches Missverständnis aus. Entsprechend wurde Micanski erst zum FSV Frankfurt und jetzt nach Ingolstadt abgeschoben. Nachfolger: Erwin Hoffer - jaja, der Stallgeruch. Leon Jessen traute wohl die sportliche Führung nicht zu, die defensive linke Seite dicht zu machen. Auch hier sprang Ingolstadt in die Bresche. Dafür wurde kräftig nachverpflichtet. Markus Karl, Mitchell Weiser, Christopher Drazan, Benjamin Köhler, Erwin Hoffer und Chris Löwe. Alles Namen, die große Hoffnung weckten, das fehlende Flügelspiel der Hinrunde zu verbessern. Die Realität sieht bislang aber ganz anders aus. Die offensiven Außenbahnen wirken nach wie vor verwaist, kaum eine brauchbare Flanke flog in München, gegen Dresden und in Duisburg in den gegnerischen Strafraum. Und da die Standards - egal wer sie tritt - auch mehr oder weniger wirkungslos verpuffen, fehlt kopfballstarken Spielern wie Mo Idrissou oder Markus Karl einfach das Futter. Das wirkt in weiten Teilen ausbaufähig und wenig einstudiert.

Insgesamt muss man Franco Foda für den Mut loben, dass er den Mut besitzt und die jungen Wilden ins kalte Wasser wirft. Dominique Heintz ist mittlerweile ein richtiges Juwel, Hendrick Zuck hat zumindest für vier Ligatore und eine siebenstellige Summe in der FCK-Kasse gesorgt. Steven Zellner sowie Denis Linsmayer waren während der verletzungsbedingten Durststrecke im zentralen defensiven Mittelfeld da und überbrückten den Ausfall von Enis Alushi und Pierre de Wit. Selbst ein total unbeschriebenes Blatt wie Sascha Wolfert wurde in eine Partie (beim 3:3 in Köln) geworfen, die damals auf des Messers Schneide stand. Der Mut im Umgang mit dem Nachwuchs verdient zumindest Respekt und Anerkennung.


Wann stinkt der Stallgeruch zum Himmel?

Eine Trainerdiskussion gibt es beim FCK meines Erachtens noch nicht. Kritische Fragen werden aber gestellt und das Murren der Fans wird lauter. Angesichts dieses wenig attraktiven und fast schon mutlosen Fußballs, den der 1. FC Kaiserslautern seinen Anhängern momentan bietet, muss man kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass das Fass sich füllt und bei weiterer Abwesenheit von Leidenschaft und Fußballlust irgendwann überlaufen wird. Ich für meinen Teil muss in dieser Saison nicht aufsteigen. Ich habe sogar nichts gegen Niederlagen, wenn die Mannschaft zumindest Leidenschaft gezeigt hat. In unserer momentanen Situation hätte ich auch nichts gegen ein 2:3 oder 3:4 - ich will mitgerissen werden. Die in den meisten Spielen dieser Zweitligasaison gezeigten Leistungen rissen kaum mit, wirkten teilweise sogar leblos und langweilten im Grunde über einen Großteil der 90 Minuten. Und das geht einfach nicht. Das ist auch nicht mit der angezogenen Handbremse zu erklären, die die Verwaltung des dritten Tabellenplatzes sichert, das wirkt mitunter wie das Fehlen sämtlicher klassischer Betzetugenden. Und selbst "Fußballkünstler" wie Alexander Baumjohann bringen kaum die Kunst auf den Platz, die die Fans eben dieser Tugend lieben. Die Aufbruchstimmung zu Beginn der Saison ist rückstandslos verpufft. Wo ist der neue FCK, das neue Spielsystem oder die neu erweckte Leidenschaft, die Franco Foda zu Beginn der Saison versprochen hat? Wo ist die Strategie und die klare Linie, die der FCK-Cheftrainer bei seiner Mannschaft sieht? Wo sind die taktischen Finessen, die gegen die tief stehenden Gegner den Erfolg bringen?

Ich erwarte in den nächsten Spielen eine eindeutige Antwort seitens des Trainers und der Mannschaft auf diese Frage. Nicht mehr und nicht weniger ...


Cheers
Bahli


In der Couchingzone schreiben nach wie vor die gleichen Nasen. Solange niemand mit dem Taschentuch dazwischenwedelt, rotzt dieses Quartett spätestens freitags um 12:00 Uhr oder an Spieltagen zur gleichen Zeit bei allen Pflichtspielen sein Nasensekret hier ins Forum.

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You want it darker
We kill the flame

Leonard Cohen (1934-2016)
Die Couchingzone |#663
01.03.2013 - 00:25 Uhr
Jahrgang 3 - Ausgabe 23: WIND OF CHANGE?


von Bertikoks



Es ist lange her, dass die Scorpions vom "Wind of Change" sangen und doch wird dieser Song von niemandem vergessen werden, der diese phänomenale Zeitenwende damals bewusst miterleben durfte. Ganz so episch kann es bei einem Fußballverein natürlich nicht zugehen. Und doch scheint ein leichter Windstoß aufzukommen in diesen Tagen. Alle Leser seien jedoch vorab gewarnt: Das wird länger heute. Und vermutlich vielen nicht gefallen. Aber das ist schließlich eine Kolumne und die darf bekanntlich polarisieren. Muss sie letztlich auch, denn die "Rheinpfalz" geht aktuell mit ihren Durchhalteparolen beinahe als zusätzliche Presseabteilung des FCK durch. Nahe an der Hofberichterstattung wie ich finde und das gefällt mir nicht.

Fangen wir also mit dem Spiel der Woche an. Das war herausragend geführt. Dazu noch Flutlicht und eine ausgefeilte, taktische Auseinandersetzung. Gut, das eine Gegentor hatte sich abgezeichnet und war letztlich nicht zu verhindern, zu übermächtig drückte der Gegner in diesem Moment, aber später konnte die Mannschaft zulegen. Ein echtes Leckerchen, bei dem sich alle Seiten fair verhielten. Schade, dass der FCK schon lange nicht mehr an solchen Spielen beteiligt ist. Verlassen wir also das Aufeinandertreffen von Bayern und Dortmund und widmen wir uns der Realität. Unserer Realität. Denn die stellt sich ganz anders dar.


Tiki-Taka

Während die Welt für Tiki-Taka (eigentlich: Tiqui-Taca) schwärmt, kriegt der gemeine Lauternfan hauptsächlich Kicki-Kacka vorgesetzt. Das mag ähnlich klingen, ist aber etwas ganz anderes. Wer jetzt darauf verweist, der FCK sei noch nicht richtig eingespielt und brauche lediglich Zeit, der möge sich einen Blick auf die Hinrunde gönnen. Je länger die Truppe zusammenspielte, je besser sie sich kannte, je mehr sie miteinander trainierte, desto schlechter wurde sie. Sprechen wir also heute darüber, obwohl ich eigentlich eine wunderschöne und ganz andere Kolumne im Ärmel hatte. Aber manchmal neigt die Tagesaktualität dazu, die schönsten Sätze zur Makulatur zu erklären. Sei's drum.

Der Fußball den unsere Mannschaft in Berlin gespielt hat, ist weder kreativ, noch effektiv. Er ist nicht unattraktiv, nicht wenig überraschend. Er ist schlicht destruktiv und einfach nur hässlich. Und dazu noch erfolglos. Zeitweise fühlte ich mich an die Sasice Langballtruppe erinnert. Allerdings ohne die sofortige Balleroberung in der gegnerischen Hälfte. Und natürlich ohne die Schüsse aufs gegnerische Tor. Dazu fehlen uns nämlich die Typen. Axel Bellinghausen, unser ehemaliger Kapitän spielt übrigens immer noch in der ersten Bundesliga. Und das gar nicht mal so schlecht. Letzte Woche hat er wieder mal einen "reingekämpft". Solche Beißer braucht eine Mannschaft. Typen die mit ihrer ganzen Körpersprache den Willen zum Sieg ausdrücken können und dabei die anderen mitreißen. Die fehlen uns offenbar. Mo Idrissou wirkt oft wie ein Fremdkörper der seine eigenen Bahnen zieht. Wie ein Planet. Allerdings umkreist er häufiger das Abseits als das gegnerische Tor. Und trotzdem ist er unser mit Abstand bester Stürmer. Was sagt uns das?


Mentalität

Zunächst jedoch zu einem anderen Problemfeld. Die Rede ist von des Trainers Liebling, Alexander Baumjohann. Ich habe schon häufiger darauf verwiesen, dass dieser Spieler für mich exemplarisch für jene steht, die nicht begriffen haben, dass Vereine und Spieler die in der zweiten Liga spielen auch zweitklassig sind. Viel zu oft werden mir da virtuelle Ausnahmen ersonnen, vom "gefühlten" Erstligisten, bis hin zum Bundesligaspieler der, besonders begabt und in Hülle und Fülle mit Angeboten ausgestattet, herabsteigt um diesem gestrauchelten Verein zu "helfen". Keine Rede davon in der Karriere in einer Sackgasse angekommen zu sein, keine Rede davon eine zweite Chance zu benötigen. Nein, immer wollen sie bloß "helfen", jene anderswo gescheiterten Charaktäre. So wie Bankangestellte immer bloß beraten wollen, statt die Produkte des Arbeitgebers zu verkaufen. Das ist ein Problem unserer Mannschaft in diesem Jahr: Die einzelnen Spieler überschätzen regelmäßig ihre eigenen Fähigkeiten und vergessen dabei völlig, dass man arbeiten muss um das durchaus vorhandene Talent in Leistung umzusetzen. Das gilt aber nicht nur für Baumjohann. Nehmen wir mal den oben angesprochenen Mo Idrissou. Nur beispielhaft versteht sich, denn es gibt auch andere Namen, die man an seiner Stelle nennen könnte. Dieser Idrissou ist fraglos ein begabter Stürmer. Für die zweite Liga. In der ersten Spielklasse hat es bei ihm nicht gereicht. Und was tut er bei uns? Klar. Er macht Tore. Und das ist gut so, denn ohne seine Buden wäre der FCK völlig aufgeschmissen. Aber verdammt, dieser in der Zweitklassigkeit so begabte Spieler steht immer wieder im Abseits. Er entwickelt sich nicht weiter. Stattdessen holt er sich laufend gelbe Karten ab. Warum? Vor allem weil der die Klappe nicht halten kann. Ist das professionell? Wohl kaum. Idrissou ist eben auch so einer der nur da ist um zu "helfen". Und wie er hilft. Nach jedem Training setzt er sich in seinen Porsche und fährt nach Frankfurt. Er tut wenig um sich zu integrieren und wirkt deshalb fast folgerichtig immer wieder wie ein Fremdkörper. Wohl auch einer der Gründe warum man bei Köhler und Hoffer zugegriffen hat. Integrationshilfe mal anders.


Mentalitätswechsel

Kommen wir zurück zu Baumjohann. Der hat bis zu seinem Platzverweis sein wohl bestes Spiel in der Rückrunde gemacht. Nicht, dass er gezaubert hätte. Aber er hat gebissen. Keine Spur von dem lethargischen Alibikicker, keine Spur von der gefallenen Diva, die am liebsten den "Sterbenden Schwan" zu geben pflegt. Gesehen habe ich eine gute halbe Stunde lang einen Spieler, der sich defensiv in die Zweikämpfe gewühlt hat. Einen der den Ball erobert hat, einen der ihn dann auch nicht gleich nach vorn drosch, sondern nachdachte, bevor er etwas damit unternahm. Es ist verdammt tragisch, dass wir diesen Baumjohann durch einen Platzverweis verlieren mussten. Natürlich musst Du den nicht geben. Mancher Schiedsrichter hätte es wohl bei "Dunkelgelb" belassen. Und vermutlich hätte nach diesen Kriterien das Opfer von Baumjohanns Attacke gar nicht mehr auf dem Platz stehen dürfen. Wer aber in der ganzen zweiten Halbzeit nicht nur keine Torchance aufweisen kann, sondern eigentlich gar keinen einzigen Torschuss auf dem Zettel hat, der ist aus meiner Sicht gut beraten, das tränenreiche Taschentuchel stecken zu lassen und einfach mal einzuräumen, dass er vor allem wegen einer unterirdischen Leistung verloren hat. Wer Grütze spielt kann nicht gewinnen. Völlig unabhängig davon was der Schiedsrichter macht.


Fehlinterpretation

„Eine Mannschaft, mit der wir auf Augenhöhe sein wollen und die selbst spielen will und nicht wie Duisburg nur Fußball verhindern will“.

(Stefan Kuntz, Vorstandsvorsitzender des FCK vor dem Spiel in Berlin über den kommenden Gegner und die Gründe für das Versagen beim MSV.)


Es werden immer häufiger die falschen Schlüsse gezogen am Berg. Jedenfalls wenn es um die Einordnung der eigenen Leistung geht. In Duisburg war der Sieg nicht möglich, weil der MSV lediglich destruktiv darauf eingestellt war, das Lauterer Spiel zu zerstören. In Berlin hingegen, wo man einen Gegner erwartete der "mitspielen" will, konnte man nicht gewinnen, weil der Schiedsrichter es verhindert hat. Nein Freunde, das geht so nicht. Berlin war ein Offenbarungseid. Spielerisch zumindest. Und sollte die Taktik nicht "hinten Beton und vorne hilft der liebe Gott" gelautet haben, dann auch taktisch. In Duisburg darf man sich gern die Undiszipliniertheit des eigenen Spielers bei der ersten gelben Karte und die Unfähigkeit des Trainers den drohenden Platzverweis zu erkennen, auf die eigenen Fahnen schreiben. Und wenn man das in den Griff bekommen will, dann muss man das Kind beim Namen nennen. Mit den immer neuen, peinlichen Statements macht man sich am Ende nur noch lächerlich. Vor der Öffentlichkeit und den eigenen Fans. Es ist Zeit für den Paradigmenwechsel. Aber das ist nicht alles.


Foda

Kommen wir damit zum Dreh- und Angelpunkt, dem Trainer. Ist Foda noch der richtige Mann am richtigen Platz? Die stellt sich so nicht. Ich glaube man muss aktuell eher fragen, ob Foda jemals der richtige Mann am richtigen Platz gewesen ist. Die Antwort darauf ist schwierig. Aber ich würde keine Kolumne - und schon gar nicht in der "Couchingzone" schreiben, wenn ich nicht wenigstens eine Annäherung versuchen würde. Schauen wir mal drauf und holen etwas weiter aus. Vielleicht hilft das dabei ein wenig Klarheit zu gewinnen. Im letzten Jahr in der Rückrunde, ist die Mannschaft auseinander gefallen. Seelenlos und leblos dümpelte sie vor sich hin, geführt von einem Trainer, dem die Antworten längst ausgegangen waren, der unter einem Sportdirektor/Vorstandsvorsitzenden arbeitete, der den Coach unter keinen Umständen entlassen wollte. Als der dann doch endlich bereit war die einzige Stellschraube zu drehen, mit der man den Abstieg noch hätte verhindern können, wollte er wieder anders sein als andere und zauberte ausgerechnet Balakov aus dem Hut. Ein Trainer ohne Erfahrung als Chef in Deutschland und mit sehr zweifelhaften Erfolgen im Ausland. Was auch immer Kuntz in ihm gesehen haben mag, es bleibt wohl sein Geheimnis. Es folgte der Abstieg, so sang- und klanglos wie nie zuvor in der Lauterer Vereinsgeschichte. Der Rest ist Vergangenheit und darf als bekannt betrachtet werden.

Man entschied den großen Umbruch anzugehen. Ob es wirklich so klug war alles über den Haufen zu werfen und ganz neu anzufangen sei dahingestellt. Es ist jedoch nicht so ungewöhnlich nach einem Abstieg den totalen Neustart zu wagen. Der FCK kaufte also ein. Spätestens nach dem Idrissou Transfer war die Fangemeinde vorsichtig optimistisch. Als Trainer wurde Franco Foda verpflichtet, der dem FCK bzw. Kuntz vorher schon zweimal abgesagt hatte. Als Saisonziel wurde - und zwar keineswegs nur vom Trainer - der sofortige Wiederaufstieg ausgegeben. Großer Umbruch heißt aber immer auch Geduld. Es dauert eine Weile bis sich die Laufwege aufeinander abstimmen und die Spieler sich finden. Trotzdem ging es, sehen wir von der Auftaktpartie gegen Union ab, eigentlich ganz gut los. Kein wirklich überzeugendes Spiel. Aber die Ergebnisse stimmten. Manchmal mit viel Glück, zum Beispiel im Heimspiel gegen Duisburg, aber vor allem deshalb, weil die für die zweite Liga hohe individuelle Klasse der Einzelspieler, vor allem die von Bunjaku und Idrissou, den Unterschied machte. Alles in Ordnung demnach. Da wächst eine Mannschaft heran, die bald, wenn sie sich erstmal gefunden hat, alles in Grund und Boden spielen wird, was in der zweiten Liga vorhanden ist. Mit Ausnahme von Hertha BSC vielleicht. Der FCK auf Kurs möchte man meinen. Mitnichten. Die Teufel wurden im Laufe der Hinrunde, je länger die Mannschaft Gelegenheit hatte sich kennenzulernen, sich aufeinander einzustimmen, je länger der Trainer mit ihr arbeiten konnte, immer schlechter.

Und wem das zu hart ist, der mag zumindest mit mir gehen wenn ich hier festhalte: Sie wurde nicht besser. Während Spiel um Spiel ins Land ging, entwickelte sich die Mannschaft nicht weiter. Und schlimmer noch: Das was am Anfang den Unterschied gemacht hatte, die individuelle Klasse von Idrissou und Bunjaku stach nicht mehr. Die Liga hatte uns beobachtet, analysiert und unsere Schwäche gefunden. Unsere Stürmer wurden aus dem Spiel genommen. Nicht selten mit einer simplen Abseitsfalle. Und da war es vorbei mit der Herrlichkeit. Also ging der FCK im Winter erneut auf Einkaufstour. Der Trainer bekam seine Wunschspieler. Und mit ganz viel Glück, gelang der Auftaktsieg bei 1860 München. Es folgte ein Heimsieg gegen eine streckenweise völlig überforderte Dresdner Mannschaft, bei dem mir ein Freund, mit dem ich das Spiel zusammen verfolgte die alte Fußballweisheit vom guten Pferd auflegte, dass eben nur so hoch springe wie es müsse. Ich erwiderte daraufhin, dass ich nicht glaube, dass die Mannschaft sich in dieser Metapher überhaupt als Pferd erkennen könne. Ich bin mir bis heute sicher, dass unsere Elf mit mehr Einsatz und Willen einen deutlich höheren Sieg hätte einfahren können. Danach Duisburg. Und schließlich der Offenbarungseid.

Ja ich weiß, ein häufig verwendetes Argument pro Foda lautet, dass der Trainer sie ja nicht selber reinmachen könne. Und das ist so richtig wie es blöde ist. Denn der Trainer ist am Ende dafür verantwortlich was die Mannschaft zeigt. Er allein ist für die Inhalte des Trainings verantwortlich. Er allein entscheidet, wer auf dem Spielfeld steht. Er allein entscheidet wer in den Kader kommt. Und er hat zumindest ein erhebliches Mitspracherecht, wenn es um Neuverpflichtungen geht. Und wenn eine Mannschaft, deren Kader individuell vermutlich der zweitbeste der Liga ist, Standardsituationen so harmlos vorträgt wie die Karnevalsabteilung einer Balletttruppe, dann darf man meiner Meinung nach auch klar benennen, wer dafür verantwortlich ist. Wer jetzt allen ernstes argumentiert, die vielen neuen Spieler, die der FCK im Winter geholt hat, erschwerten die Arbeit des Trainers, weil diese sich schließlich erst finden müssten, dem muss ich den virtuellen Vogel zeigen. Dieser Trainer hatte die Gelegenheit im Winter, zu einer ohnehin individuell gut besetzten Mannschaft im Ligavergleich, noch einmal in einer Art und einem Umfang einzukaufen, wie es den meisten Vereinen überhaupt nicht möglich gewesen wäre. Und das soll jetzt die Erklärung sein, warum die Truppe aktuell nichts auf die Kette kriegt? Das ist so lächerlich wie es absurd ist.


Kuntz

Unter diesen Umständen muss auch eine Frage gestellt werden, die bisher ein Tabu war. Denn die große, die übergeordnete Linie wird nicht vom Trainer festgelegt. Die bestimmt der Vorstand. Und es ist nicht zuletzt der Vorstand gewesen der das Ziel vom direkten Wiederaufstieg ausgegeben hat. Dass ein Trainer gewinnen will ist normal und wird von seinem Berufsstand verlangt. Wenn die leitenden Funktionäre ein solches Ziel ausgeben hat das allerdings eine andere Qualität. Eine an der man den Vorstand auch messen darf. Ist Stefan Kuntz also noch der richtige Mann? Um es vorab zu entschärfen, ich glaube ja. Aber auch er muss sich gefallen lassen hinterfragt zu werden. Und wenn man es fair und offen tut, muss das auch erlaubt sein. Was mich mehr beschäftigt als die Person des Vorstandsvorsitzenden ist allerdings eine Sachfrage.

Allenthalben verlautet derzeit, der FCK könne ohne Schwierigkeiten mit dieser Mannschaft noch eine weitere Saison in der zweiten Liga bewerkstelligen. Aber stimmt das denn auch? Zumindest gibt es Anzeichen die dagegen sprechen. Der FCK hat so gut wie kein Eigenkapital. Man hat bereits in der Saisonplanung verkündet, dass man mit einem deutlichen Verlust aus dem operativen Geschäft rechnet. Dazu kommt die Wintereinkaufstour und die Fehlkalkulation in der Zuschauerplanung. Die Fernsehgelder werden nächste Jahr bei Nichtaufstieg zwangsläufig zurückgehen. Wie realistisch ist also ein zweites Jahr auf diesem finanziellen Niveau? Ich kann es an dieser Stelle natürlich nicht endgültig beantworten. Es gibt schließlich immer noch die Möglichkeit eines oder mehrerer potenter Gönner im Hintergrund. Aus meiner Sicht tut der FCK jedoch gut daran, alles erdenkliche zu tun, um den sofortigen Wiederaufstieg zu realisieren.


Das NLZ

Abseits des Platzes, scheint man zumindest in einer Hinsicht auf einem guten Weg zu sein. Ich war zwar gegen eine Fananleihe, weil ich eine neue Verschuldung beim FCK für einen riskanten Weg halte, glaube aber mittlerweile, dass das neue Jugendleistungskonzept, mit dem Kopf Konrad Fünfstück an der Spitze, ein vielversprechender Ansatz ist. Da kann etwas Großes entstehen. Das haben dann wohl auch Fans und Anleger so gesehen: Die Anleihe war nach nur elf Tagen vergriffen. Mit Fünfstück hat uns Kuntz offenbar eine Spitzenkraft gesichert, die zusammen mit den neuen Rahmenbedingungen die mit der Anleihe geschaffen werden sollen, langfristig eine gesicherte Zukunft für unseren Verein bedeuten kann. Dieses Konzept erscheint schlüssig. Es ist, anders als andere Vorgänge, beispielsweise die Transferpolitik des Vereins, klar erkennbar und offenbar gut durchdacht. Dafür möchte ich dem Vorstand ausdrücklich danken und die Gelegenheit nutzen meinem Respekt Ausdruck zu verleihen.


Vorbildlich

Zum Abschluss noch einmal zurück zum Anfang. Es hat mich beeindruckt, wie Jürgen Klopp auf den Führungstreffer der Bayern reagiert hat. Während des Spiels mit einem anerkennenden Nicken. Und nachher, im Interview, mit dem Verweis darauf, dass man sogar einen Elfmeter hätte pfeifen können. Von diesem Sportsgeist könnte sich sein Nachfolger in Mainz durchaus mal eine Scheibe abschneiden. Der wittert hinter jedem Baum eine Verschwörung: Gegen ihn, gegen seinen Arbeitgeber und gegen das Gute für das er zu stehen glaubt im Allgemeinen. Damit macht er sich in ganz Deutschland zum Clown. Das mag in einem Karnevalsverein nicht weiter tragisch sein. Franco Foda hingegen ist gut beraten, dem Mainzer Kollegen an dieser Stelle nicht zu folgen.

Mir ist völlig klar, dass ich viele Fragen aufgeworfen, viele Entwicklungen beschrieben habe, aber so gut wie keine eindeutigen Antworten liefern kann. Wie auch? Wir alle sind geneigt die Augen offen zu halten, Ungereimtheiten zu registrieren, uns dabei bewusst zu bleiben, dass wir nie das ganze Bild sehen - und natürlich unserer Mannschaft weiterhin die Treue zu halten.

Die Mannschaft hingegen muss am Samstag ein Zeichen setzen. Ein Zeichen, dass sie verstanden hat. Ein Zeichen, dass nicht der Schiedsrichter die Spiele in Berlin oder Duisburg verloren bzw. vergeigt hat, sondern die Spieler. Ein Zeichen, dass sie weiß, dass sie selbst mehr sein muss als nur die Summe aller Einzelspieler. Und der Trainer muss aufhören, Versagen schön zu reden. Er muss aufhören, die Schuld bei anderen zu suchen. Kurz gesagt, er muss liefern. Denn die Geduld geht langsam zu Ende. Franco Foda ist meiner Meinung nach der Trainer, der im Vergleich mit den Chefs der letzten Jahre unter den besten Bedingungen arbeiten durfte. Jetzt ist es Zeit etwas zurückzugeben. Ein wenig davon war aber trotz aller Kritik bereits zu sehen: Die Abwehr steht mit dem Wechsel zu Löwe endlich sicher und der angedeutete Umsteuerungsprozess bei Alexander Baumjohann darf durchaus dem Chefcoach angerechnet werden. Allein das reicht aber noch nicht. Jedoch lässt es zumindest darauf schließen, dass noch nicht alles verloren ist. Also Teufel: Auf geht's!


In diesem Sinne.

Gruß Berti



EDIT: In der Couchingzone befinden sich neben Berti und Bahli auch noch Kohlmeyer und Butduma. Die Kolumne erscheint spätestens jeweils Freitag um 12:00 Uhr oder an Spieltagen zur gleichen Zeit bei allen Pflichtspielen.

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Bertikoks - Transfermarkt since 2003. Originalmitgliedsnummer 1686. Keine anonyme Kritik: FCK MGLD 2151

Dieser Beitrag wurde zuletzt von deuluxteufel am 01.03.2013 um 09:55 Uhr bearbeitet
Die Couchingzone |#664
01.03.2013 - 06:19 Uhr
But, bahli und Berti:
Spannend die Kolumnen nacheinander zu lesen und den Tenor mit der persönlichen Gefühlslage - Yeeeeeeees, Hmmmmmmh, Och neeee - zu vergleichen.

But:
Absolute Aufbruchsstimmung von der Mutter (sorry) aller Metaphern. Gelungener Rundumschlag über viele Themen mit einem Grinsen beim Lesen. Habe ich mich gefreut das von Dir zu lesen, gerade nach Deinen Andeutungen, die man auch anders auffassen kann.

bahli:
Ungewohnt pessimistisch anmutende Töne und das von Dir, der selbst in den dunkelsten Momenten noch das Positive sieht. Und damit meine ich nicht die Anerkennung für den Einsatz der jungen Spieler. Perfekt den Mythos Stallgeruch zerstört.

Berti:
Das mag für viele zu schonungslos und überkritisch wirken, ist es aber nicht. Bei aller Kritik wird auch hier die Anerkennung nicht vergessen, ganz ganz wichtig.
Chapeau für die treffende Beschreibung der Personalie Baumjohann und den Anmerkungen zum Thema "der FCK könne ohne Schwierigkeiten mit dieser Mannschaft noch eine weitere Saison in der zweiten Liga bewerkstelligen".
Schöner Schlusssatz.

Irgendwie kann der Klopp aber dann doch nicht aus seiner Haut:
http://www.transfermarkt.de/de/juergen-klopp-trainer/topic/ansicht_12_804355_seite131.html

Musikalisch breite ich gerne den Mantel des Schweigens aus, die Geschichte mag es mir verzeihen. ;)

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"Well, what did you expect in an opera? A happy ending?" (Bugs Bunny)
Die Couchingzone |#665
01.03.2013 - 10:52 Uhr
Da ich Beiträge noch nicht bewerten darf, auf diesem Weg ein dickes "lesenswert"!

Berti, Dir ist mal wieder eine klasse Kolumne gelungen, die auf Basis einer kritischen, aber dennoch stets fairen und sachlichen Perspektive die unterschiedlichen Ebenen unserer aktuellen Lage beleuchtet. Chapeau!

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"Dieser Verein ist so sensibel wie ein Kind. Man muss ihn streicheln und gedeihen lassen. Zwingen geht nicht. Wir sind nicht Bayern München. Wir sind auch nicht Hoffenheim. WIR SIND LAUTERN!“
[Björn, Schmidt: Das Leben ist ein Fußballspiel"]
Die Couchingzone |#666
01.03.2013 - 12:21 Uhr
Berti, das ist für mich deine beste Kolumne bisher. Klasse!

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Echte Liebe kennt keine Liga - Nur der FCK!

Miro Klose Fußballgott!
Fan vom Funker!
Durli - Unvergessen... R.I.P.
"Lautern hat den geilsten Boss der Welt. Daran gibt es keine Zweifel."
laudere - im Mai 2011
Die Couchingzone |#667
01.03.2013 - 13:02 Uhr
Berti, ich weiss wie schwierig solch eine Analyse ist. Vor allem, wenn man die eigene Meinung mit einfliessen lässt. Für die gemachte Mühe muss man Dich loben.
Inhaltlich sind wir an manchen Stellen anderer Meinung.

Grundsätzlich glaube ich ans "Schön trinken". Das Gegenteil ist derzeit der Fall. Ohne berauschenden Fussball sieht der gemeine Fan mehr als er eigentlich soll.

Und so wie im Erfolg übermässig gelobt wird, wird nun übermässig kritisiert. Sind wir wirklich schon "im" Misserfolg?
Da wird aus einem fabelhaften Individualisten schnell mal ein sprachfauler Integrationsunwilliger. Ich habe den Eindruck, nirgends geht das so schnell wie bei uns.

Und die Mär vom "wir haben uns alle ganz doll lieb"-Team mit Wohlfühlfaktor ... so viel Alkohol kann ich gar nicht trinken. Ich bezweifle, dass es es so etwas je gab und bin mir sicher, dass es so etwas nie geben wird.

Ein Team besteht aus Personen, sehr verschiedenen Leuten, die als maximale Schnittmenge das Ziel des Vereins vor Augen haben. Da gibt es Profis, Leute die sich nicht integrieren müssen, Leute die sich nicht integrieren wollen, Amateure ... so ist das nunmal. Und am Ende hat jeder seine Berechtigung.

Idrissou zb macht mich auch oft wahnsinnig mit seinem Abseits und bei jeder Entscheidung des Schiedsrichters ist er bei der anschliessenden Diskussion mit dabei.
Der kann aber 90 Minuten Nase bohren, wenn er in der 91. das entscheidende Tor macht. Seit er nicht mehr trifft ist er eben der lauffaule, ins Abseits rennende Nasenbohrer.
Was hilft? Wenn er wieder treffen würde. Oder eben mehr Alkohol.

Natürlich ist meine Sichtweise wenig populär, da sie konträr zu grossen Teilen der Fangemeinde steht, aber ich stehe dazu.

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Temporarily not available.
Die Couchingzone |#668
01.03.2013 - 14:05 Uhr
Berti, Respekt und Hochachtung. Eine großartige Analyse mit großer Weitsicht. Und natürlich kannst du als Fan keine Antworten geben. Aber du kannst die richtigen - und in diesem Fall - unbequemen Fragen stellen.

Und ganz ehrlich, ich weiß, wie schwer es dir fällt, solch eine Analyse schreiben zu müssen. In Zeiten des Erfolgs ist es leicht, den FCK hochleben zu lassen. Da ist dir dann auch der Applaus von allen sicher. In den problembehafteten und unruhigen Zeiten wie jetzt stellt solch eine Kolumne eine richtige Herausforderung dar. Und die hast du meines Erachtens meisterhaft gemeistert.

Danke dafür ...

Cheers
Bahli

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You want it darker
We kill the flame

Leonard Cohen (1934-2016)
Die Couchingzone |#669
01.03.2013 - 14:24 Uhr
Vorweg, gut analysiert Berti, ich kann fast allen Punkten zustimmen!

Zitat von Meininger:
Grundsätzlich glaube ich ans "Schön trinken". Das Gegenteil ist derzeit der Fall. Ohne berauschenden Fussball sieht der gemeine Fan mehr als er eigentlich soll.


Das ist doch mal eine positive Entwicklung. Der gemeine Fan macht sich seine Gedanken und lässt sich nicht von Tabellenständen einlullen. Der gemeine Fan lässt sich nichts vormachen, er sieht auch das, was er nicht sehen soll. Vielleicht kann man das Ganze ja auch mal so sehen. :)


Zitat von Bertikoks:
Die Teufel wurden im Laufe der Hinrunde, je länger die Mannschaft Gelegenheit hatte sich kennenzulernen, sich aufeinander einzustimmen, je länger der Trainer mit ihr arbeiten konnte, immer schlechter.


Passender Satz, den Eindruck habe ich auch...

Dies zeigt sich auch deutlich wenn man die Ergebnisse chronologisch verfolgt. Der Trend zeichnete sich schon in der Hinrunde ab. Die Auswärtsspiele in Frankfurt, Paderborn und Ingolstadt waren die ersten Symptome. Danach brach die Krankheit voll aus und man holte in den letzten 4 Spielen vor Weihnachten nur noch einen Punkt, schoss nur ein Tor. Im Winter verabreichte man dann dem Patienten ordentlich Medizin. Die sechsfache Dosis. So richtig gesunden will man aber nicht. In den letzten zwei Spielen gab es relativ heftige Rückschläge... Ich hoffe, dass der Krankheitsverlauf nicht erheblich mit den Methoden des Chefarztes korreliert...

•     •     •

"(...)was vorher nie denkbar war, das ist beim FCK möglich!" - Norbert Thines

Dieser Beitrag wurde zuletzt von FCKFAN am 01.03.2013 um 14:27 Uhr bearbeitet
Die Couchingzone |#670
01.03.2013 - 22:05 Uhr
Auch wenns lang war, es hat Spass gemacht, das Ding zu lesen. Es trifft auch mein Empfinden, viele Fragen und keine passende Antwort. Dafür aber viele Hinweise, warum ich mich emotional ein gutes Stück weit von der Truppe entfernt habe.

Falô
Mineiro

•     •     •

"Es geht nicht darum, um jeden Preis zu siegen. Nur wenige gewinnen. Du musst so spielen, dass dich das Publikum bewundert. Dann kannst du auch verlieren."

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"Gehirn: ein Organ, mit dem wir denken, dass wir denken."

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