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Die Couchingzone

13.08.2010 - 13:19 Uhr
Die Couchingzone |#691
05.04.2013 - 20:27 Uhr
Zitat von Bertikoks:
Lasst uns also noch einmal alles zurückstellen, wenigstens für diese neunzig Minuten, lasst uns ungeachtet aller Differenzen zusammenrücken, bedingungslos hinter unserer Mannschaft stehen und schließlich eine Schlacht gewinnen, die so viele von uns im Kopf eigentlich schon verloren glauben. Also Freunde, tief einatmen, Kopf hoch, Bauch rein, Brust raus und auf sie - mit Gebrüll!

So und nicht anders.

Gruß Berti


Berti, der Hellseher! :cool

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Die Couchingzone |#692
12.04.2013 - 10:03 Uhr
Jahrgang 3 - Ausgabe 28

ERFOLG MACHT SEXY: VOM "FIGGE" UND ANDEREN OBSESSIONEN

Selbst nach den trübsten Spielen hält ein Betzenberg-Besuch für Kohlmeyer stets einen beglückenden Moment bereit: Wenn er nach dem Genuss einer politisch herrlich unkorrekten Pferdewurst in den Treppenaufgang der Haupttribüne hinabsteigt und sich den dahin gekritzelten Sprüchen auf den kahlen, schmucklosen Betonwänden widmet.

Seine absoluten Favoriten: "Ich will em Sforza sei Fraa figge" sowie "Samir ist schwul (stockschwul)." Ewig schön. Kohlmeyer hat den Aufgang jetzt allerdings schon länger nicht mehr benutzt, kann sein, dass irgendein Simple Mind diese großartigen Auswüchse literarischer Hochkomik entfernt hat, ignoranterweise.

Zwei Sätze, die nur bei sehr oberflächlicher Betrachtung pubertäres Saugeniggel darstellen. Denn wer einen Moment innehält und die Worte durch sein Gemüt gleiten lässt, ihrer Melodie lauscht - etwa, indem er sie leise vor sich hin spricht -, und wer sich auch die Mühe macht, die Tiefe ihres Sinns zu durchtauchen, der wird feststellen, dass er von nicht mehr und nicht weniger nascht als vom Nektar der Erkenntnis höchstselbst: Über das Wesen der Welt, der - in diesem Fall eher körperlichen - Liebe, dem Leben, dem Tod und dem, was wichtiger als alles Vorgenannte: dem FCK.

Dabei müssen wir uns gar nicht mal lange mit der filigranen Stilistik dieser Ausführungen aufhalten. "Ich will em Sforza sei Fraa figge" - dieses rüde, aber gleichwohl sehr gebräuchliche Tätigkeitswort in der Mitte mit zwei "g" zu schreiben: Erhält die Assoziation des mit dem Wort verbundenen Aktes dadurch nicht etwas unvergleichlich Spielerisches, Entrücktes, ja Überirdisches, wie es dem Akt an sich ja durchaus auch zu eigen sein kann, wenn er von Könnern vollzogen wird? Dazu auch noch das "n" am Ende wegzulassen, ist weit mehr als nur dem Pfälzer Dialekt geschuldet, es ergänzt und unterstreicht die Kohlmeyersche Interpretation vielmehr auf Deutlichste. Dabei wird lediglich etwas Weggelassen - ein brillantes, konsequentes Umsetzen des "Weniger ist mehr": das Setzen eines i-Tüpfelchens durch Reduktion. Einfach genial.

Und dann "Samir ist schwul (stockschwul)." Kohlmeyers Deutschlehrer salbaderte einst, Klammern im Aufsatz seien unmöglich - was für ein armseliger Geist, was für ein beschränkter Horizont. Wie ließe es sich eleganter als mit einer Klammer andeuten, dieses "Ich will's eigentlich nicht sagen, aber ich tu's doch", welches dann prompt eine Ergänzung folgen lässt, die es in sich hat: Nein, er ist nicht nur schwul, er ist sogar stockschwul. Das zuvor Gesagte wird noch getoppt, es wird buchstäblich noch was draufgesetzt, getreu dem Motto „Einer geht noch“: Hast du noch nicht genug? Dann nimm auch noch das! Das ist „Form follows function“ in Reinkultur.

Doch am Ende zählen die Inhalte, oder, wie der dickste aller deutschen Kanzler einst sagte: „Wichtig ist, was hinten rauskommt.“

„Ich will em Sforza sei Fraa figge“ und „Samir ist schwul (stockschwul)“ - betrachten wir beides bewusst nebeneinander, öffnet sich hier ein Abgrund, über den zu treten wir uns nicht zu scheuen brauchen, da er uns geraden Wegs in einen Ozean an Weisheit stürzt. Gerade weil es der Autor mit einer fast schon beiläufigen Selbstverständlichkeit dahersagt, keimt in uns gar nicht erst so etwas wie ein Gedanke auf, ob die Aussage auch nur eventuell diskussionswürdig sein könnte: Die sexuelle Disposition eines wahren FCK-Heroen ist nicht nur niemals fragwürdig, nein, selbstverständlich ist dem Helden auch ein Weib zu eigen, welches dem gemeinen Fan in seinen kühnsten Träumen begehrenswert erscheint, ja, erscheinen muss.

Der schlimmste Fehleinkauf der Vereinsgeschichte hingegen - nicht einmal, weil er so viel kostete, sondern weil ein paar Schwachköpfe tatsächlich dachten, er könne den ebenso einzig- wie großartigen Miro Kadlec (bestimmt auch ein guter Figger vor dem Herrn) ersetzen - wird folgerichtig verdächtigt, der Männerliebe zu frönen, und zwar ohne Wenn und Aber („stockschwul“). Okay, das ist politisch inkorrekt, um nicht zu sagen intolerant, aber innerhalb der Gemütswelt des einfachen Fußballfan gedanklich einfach konsequent entwickelt.

Und auf den Punkt gebracht bestätigt des einmal mehr die simple, aber doch unumstößliche These:

„Erfolg macht sexy“.

Und zwar heterosexy, um es klar zu sagen.

Erleben wir diese Sexyness nicht auch gerade wieder am eigenen Fanleib?

Hand aufs Herz - oder wohin auch immer: Welcher wahre FCK-Fan spürte ihn nach den 90 Minuten gegen Köln nicht endlich wieder mal in seinem Inneren tanzen, den endorphinen Square Dance, dieses aphrodisierende Hochgefühl, das süchtig machen kann - und zwar da, wo er schon seit Wochen nichts mehr gefühlt hatte?


War es nicht zum rollig werden?

Erstmals in dieser Saison volle Konzentration über 90 Minuten, erstmals kein Betteln um den Ausgleich nach einer Führung, im Gegenteil, erstmals ein konsequentes Nachsetzen und Pressen gerade auch nach einer Führung. Tolle Kombinationen, sogar ein paar gefährliche Standards waren zu sehr, und herrlich dieses flexibel rochierende Mittelfeld mit Azaouagh, Fortounis und Baumjohann, von denen jeder mal in der Mitte, mal auf den Flügeln, mal links, mal rechts. (Nein, Kohlmeyer wird hier nicht ketzerisch nachfragen, wenn Foda dieses Spiel tatsächlich kultivieren will, warum wollte er denn dann den stets stur an der linken Außenlinie klebende Drazan? Und wenn er‘s tut, wird er‘s in Klammern setzen).

Kohlmeyer dachte prompt an eines seiner großen menschlichen Vorbilder, den von Dennis Hopper dargestellten Frank Booth in David Lynchs Kultstreifen „Blue Velvet“, wie er sagt: „Es war zum Fi.cken schön“. Zugegeben: Frank Booth würde es nicht mit zwei „g“ schreiben.


So kann es weitergehen.

Um bei Erfolg nicht nur sexy zu sein, sondern es auch zu bleiben, sollte man sich aber auch in Bescheidenheit üben. Wer das Maul gleich wieder zu weit aufreißt, wer mit seinem Charme allzu aufdringlich kokettiert, der ist ihn auch nur allzu schnell wieder los. Nach einer einzigen starken Leistung die Kritiker der vergangenen Wochen - ob nun alle gemeint waren oder nur ein paar Mo-Beschmutzer, sei dahingestellt - zu „kleinen Ratten“ zu erklären, die nun wieder in ihre Löcher kriechen müssten, ist nicht nur daneben, sondern auch uncool und - sic! - unsexy.

Wie sagt schon Sean Connery zu Nicolas Cage in „The Rock“: „Nur Versager stellen sich hinterher hin und erklären, sie hätten ihr Bestes gegeben - Gewinner gehen einfach nach Hause und figgen die Ballkönigin“. (Anm. der Red.: Im Original sagt er „vög.eln“, in diesem Kontext aber muss es „figgen“ heißen, Stilisten werden es verstehen.)

Jedenfalls: Stefan und alle anderen - schaut Euch mal ein bisschen mehr von Sean ab. Fast alle Mädels, die Kohlmeyer kennt, kriegen bei dem immer noch weiche Knie, wenn sie ihn sehen, dabei ist er schon über 70. Eine solche Ausstrahlung kommt nicht von ungefähr.

Mit Sicherheit noch keine Ballkönigin gefiggt hat ein gewisser Michael Ashelm, der für die angeblich altehrwürdige FAZ schreibt. Dem TM-User Co Prins dagegen ist dies durchaus zuzutrauen - Kohlmeyer erinnert sich gerade in diesem Zusammenhang auch an einen erquicklichen TM-Dialog mit ihm über so genannte „Dreck.sauschlampen.“

Denn Co Prins hat den jüngsten Auswurf Ashelms einfach damit gekontert, in dem er zu den im Pressethread veröffentlichten Artikel einfach noch ein paar Links zu Ashelm-Ergüssen der vergangenen Jahren stellte - und so auf lakonisch-trockene Weise aufzeigte, ohne zu polemisieren oder zu pointieren, sondern den Ungut sich eigentlich nur selbst entlarven zu lassen: Der Herr Ashelm spermt schon seit Jahren immer denselben Artikel über den FCK in die Welt - stets im gemessenen Abstand von einem Jahr, damit es sein vermutlich debiler Redaktionsleiter nicht merkt.

Ist es Zufall, dass sich mit dem Namen Ashelm nicht nur trefflich „Alzheimer“ assoziieren lässt, sondern auch so ein Wortgebilde wie „Ass Helm“? Also so etwas wie Scheizzekübel?

Doch der Blick soll nun noch nach vorne gehen. Wie Kohlmeyer schon unter der Woche postete: Ein wenig mehr Anspruchsdenken würde Gebüschjosef und Co. gut zu Gesicht stehen, und eine Schwalbe macht noch keinen sicher verwandelten Elfmeter: Drum zeigt in Aue noch mal, wo Holzmichels Hammer hängt.

Macht uns geil - und wenn wir dann eure Weiber figgen wollen, ist das keine Respektlosigkeit, sondern ein Kompliment. Denn nur seiner Helden Weiber will der gemeine Fan ... nein, jetzt ist es oft genug gesagt.

Gruß,
Kohlmeyer

In der Couchingzone befinden sich mutmaßlich ausnahmslos gute Figger.

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"Du kannst auf deinen Verein stolz sein, aber eigentlich nicht auf die Tatsache, ein Fan dieses Vereins zu sein. Denn die Fan-Werdung vollzieht sich bekanntlich ähnlich wie die sexuelle Orientierung: Da kommt etwas über dich, das du nicht beeinflussen kannst. (...) . Du kannst deinem Verein nicht einfach die Gefolgschaft kündigen. Du kannst deinem Verein nicht den Tritt versetzen. (...) Du kannst deinen Verein nicht einfach loslassen, denn er hält an dir fest."
Thomas Brussig

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Kohlmeyer am 12.04.2013 um 10:14 Uhr bearbeitet
Die Couchingzone |#693
12.04.2013 - 10:18 Uhr
Chapeu monsieur!
Da bekommt man echt Frühlingsgefühle.

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Der Pfälzer ist ein triebgesteuertes Euphorieschwein (bahli77 - 20.12.19)
Die Couchingzone |#694
12.04.2013 - 10:45 Uhr
Also Kohlmeyer, ich musste beim Lesen des Artikels oft nigge, so groß war die Zustimmung, die sich stellenweise durch meine Halsmuskulatur gezogen hat.

Gute Analyse der sexuellen Natur des Erfolges zudem, sie ist maskulin und viril (stockviril). Man verbindet sie mit schweißüberströmten Männerkörpern, deren Muskeln und Sehnen sich zu einem drahtigen und steinharten Ebenbild des alten Kriegers formen. Wobei hier die Rutschgefahr Richtung samireske Gefühle erheblich ist. Drum lassen wir’s dabei und nigge einfach kräftig.

In diesem Sinne!

Weitermachen…

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SAPERE AUDE
- Wage es, weise zu sein -

oder nach Immanuel Kant
"Habe Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen!“
Die Couchingzone |#695
13.04.2013 - 07:48 Uhr
Kohlmeyer, Du wirst immer mehr zu "Notes of a dirty old man". Wenn Du so weitermachst muss tm die Alterskennzeichnung für Beiträge einführen.

Bin gespannt auf weitere menschliche Vorbilder.

Und schöne Anmerkung zum Thema "selbst entlarven".

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"Betzi braucht bei seinem Besuch eine Möglichkeit sich umzuziehen und Kaltgetränke" (Anmeldeformular Betzi Buchen)
"You want it darker, Hineni, Hineni, I'm ready, my lord (Leonard Cohen).
"Well, what did you expect in an opera? A happy ending?" (Bugs Bunny)
Die Couchingzone |#696
13.04.2013 - 10:23 Uhr
Zitat von Kohlmeyer:

Und dann "Samir ist schwul (stockschwul)."


Das gleitet ja fast in eine Tautologie ab. Jetzt sind sogar schon die sprachlichen Mittel versaut. Vielen Dank, Dein Deutschlehrer wäre sicher stolz auf Dich.

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Dieser Beitrag wurde zuletzt von Meininger am 13.04.2013 um 10:24 Uhr bearbeitet
Die Couchingzone |#697
14.04.2013 - 13:34 Uhr
Herr Kohlmeyer: Herzlichen Dank für Deine henscheideske Prosa. Zum Zungeschnalzen.
Die Couchingzone |#698
18.04.2013 - 21:27 Uhr
Jahrgang 3 - Ausgabe 29: WER WAGT VERSETZT BETZENBERGE
von Butduma


DICKE MÄNNER IN VORBILDFUNKTION

Hat ein Couchist eine Vorbildfunktion? Also jene Schreiber, die in eurer Vorstellungswelt nur als dicke Männer existieren, die den ganzen Tag auf dem Sofa sitzen und von dort aus alles rund um den Fussball im Allgemeinen und den FCK im Speziellen kommentieren? Quasi eine Vorbildfunktion von chipsverschlingenden, kaffeesaufenden, besserwisserischen Altherren… ehrlich gesagt mag sich das kaum einer vorstellen und doch ist es so. Zumindest in einer Hinsicht. Auch nach Spielen, die so bodenlos schlecht waren, dass sie zu Beschämtheit ausarteten, obliegt es dem Couchisten zu Feder und Tintenfass zu greifen und seine fußballerischen Gedanken auf handgesiebtem Wordpapier in den Bildschirm zu ritzen.

Einer muss ja die Stange halten, also versuchen wir es. Zugegeben, manchmal verheben wir uns, aber das gehört zum Geschäft. Nur wer wagt gewinnt oder Versuch macht klug – was meinen Sie, Herr Foda?


WER WAGT GEWINNT

Nein, ich hielt es nicht für sehr gewagt, Orban den 34. gegen Aue ins defensive Mittelfeld zu stellen, auch wenn die Auswechslung des gelbbelasteten Mimoun Azaouagh angesichts der defensiven Instabilität im Zentrum berechtigt, wenn nicht gar absolut notwendig war. Nichtsdestotrotz wäre es eher ein kluger Versuch gewesen, Weiser zu bringen und Baumjohann auf die 8 zu ziehen oder eben Köhler positionsgetreu einzuwechseln. Nun gut, das sind Planspiele und jeder wird nachvollziehbare Argumente für seine Sichtweise finden, zumal man das Spiel mit einer 1 zu 0 Führung im Rücken auch so hätte gewinnen können.

Leider hielten es unsere roten Fußballverwaltungsfachangestellten gegen zehn und dann neun kämpfende Erzgebirgler mit dem Trainer und wagten lieber nicht, um zu gewinnen. Nein, man wollte stattdessen die Statistik im Bereich Ballbesitz verbessern und spielte so furchtbar langweiligen Sicherheitsfußball, dass sogar die Fans der Veilchen verwelkten bzw. pfeifen mussten. Da es trotz Bundesliga-Ansprüchen stellenweise nur zu Kreisklasse-Pässen reichte, kam es wie es kommen musste. Ballverlust, Foul an der Strafraumgrenze, Freistoß, Tor für Aue. Wer wagt gewinnt! Zumindest einen Punkt.


VON ARROGANZ UND SCHAM

Die Euphorie nach dem 3 zu 0 über die Kölner Geißböcke ist verpufft, im Lauterer Lager ist Ernüchterung und sogar Wut (zumindest erweckte Foda den Anschein) eingezogen, Schlagworte wie „Arroganz“ bahnten sich ihren Weg durch das SKY-Mikrofon. Ich weiß nicht genau, ob der Lauterer Verwaltungsfußball 2012/2013 nur ein Zeichen von Arroganz ist oder auch in fragwürdigem Leistungsdenken begründet ist, eines tut er sicher, er zeugt von mangelndem Respekt gegenüber dem Gegner und dem eigenen Anhang. Und ja, er bringt auch zu wenige Punkte ein, um das ausgerufene Ziel zu erreichen. Zweitliga-Spieler, die nur im Rahmen einer Erstliga-Atmosphäre ihr volles Potential abrufen können, haben ein Einstellungsproblem. Und ein Trainer, der das nicht oder bestenfalls zu spät erkennt und keine Mittel und Wege findet, um der Problematik entgegenzuwirken, ist kein guter Trainer.

Gerade mal ein Spieler hat medial verbrieft das zum Ausdruck gebracht, was viele Fans während dieses Spiels und bereits bei so manch anderer Partie gedacht haben: Für derartige Nichtleistungen sollte man sich eigentlich schämen. Dass es mit Chris Löwe ausgerechnet ein junger Winterneuzugang und nicht ein bundesligaerfahrener, alter Haudegen war, der sich vor Scham am liebsten zwischen Rasenheizung und Drainage verbuddelt hätte, spricht Bände über die aktuelle Situation und die Selbstwahrnehmung einiger Spieler.


DER MANNSCHAFTSGEIST WIRD ZUM PHANTOM

Sicherlich war Löwe mit seinem naiven Foul an der Straufraumgrenze einer der Mitverantwortlichen für das Gegentor, nur fiel so etwas früher, als die Teufel noch diesen Namen verdient hatten, nicht ins Gewicht. Hatte ein Spieler ein Gegentor verursacht, dann sind die anderen zehn umso mehr gerannt, um die Scharte auszuwetzen und den Teamkameraden nicht im Regen stehen zu lassen. In nostalgischen Büchern zur Fußballgeschichte findet man den Ausdruck Mannschaftsgeist… das waren noch Zeiten! Ohne arroganten Verwaltungsfußball, der selbst Hardcore-Beamte vor Neid erblassen ließe, hätte es zu dem Zeitpunkt ohnehin höher als 1 zu 0 gestanden und wir müssten heute nicht über ein Unentschieden in Aue diskutieren.


RATTEN HAUSEN IN HOHLEN PHRASEN

Es verwundert nicht, dass unserem Vorstandsvorsitzenden nach diesem Spiel die zuvor getroffenen „Ratten-Aussagen“ gleich wieder um die Ohren flogen. Denn schon Oma wusste: „So wie man die Ratte in den Wald wirft so kommt sie wieder heraus.“ Eine Bummerratte. Auch wenn sicherlich nicht alle angesprochen waren, die sich letztendlich angesprochen fühlten, hätte sich Kuntz als cleverer Strippenzieher denken können, dass eine derart missverständliche, polemisierende Aussage im Kontext vorwiegend dürftiger sportlicher Leistungen ein Schuss ins eigene Bein ist. Sie ist sogar Wasser auf die knatternden Mühlen der wahrhaftigen Gegner.

Das Gros der Fans lechzt stattdessen nach ein paar klaren Worten. Sie wollen weder verklausulierte Anschuldigungen noch die immer gleichen hohlen Phrasen hören. Sie wollen wissen, was los ist und wie der Fahrplan aussieht. Ich halte es für einen taktischen Fehler im Angesicht einer Serie von schlechten Leistungen das Schweigen zu kultivieren und beim ersten sportlichen Glanzlicht die rhetorische Keule zu schwingen. Das verursacht nicht nur bei Nagetieren Kopfschmerzen, sondern auch bei jenen, die durch Zusammenhalt Berge versetzen sollen.


GLAUBE SOLL BERGE VERSETZEN

Glaube kann in der Tat Berge versetzen… auch jenen mächtigen Betzenberg, der jahrelang für seine Wundergeschichten bekannt war. Gerade deshalb ist es so wichtig, dass die verantwortlichen alles dafür tun, um diesen Glauben zu kultivieren und am Leben zu halten. Gegen Paderborn wäre es mal wieder Zeit…

In diesem Sinne!

Ba beneen,
Butduma

In der Couchingzone riecht es nach Chips und Kaffee.

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SAPERE AUDE
- Wage es, weise zu sein -

oder nach Immanuel Kant
"Habe Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen!“
Die Couchingzone |#699
19.04.2013 - 02:06 Uhr
Zitat von Butduma:


RATTEN HAUSEN IN HOHLEN PHRASEN

Es verwundert nicht, dass unserem Vorstandsvorsitzenden nach diesem Spiel die zuvor getroffenen „Ratten-Aussagen“ gleich wieder um die Ohren flogen. Denn schon Oma wusste: „So wie man die Ratte in den Wald wirft so kommt sie wieder heraus.“ Eine Bummerratte. Auch wenn sicherlich nicht alle angesprochen waren, die sich letztendlich angesprochen fühlten, hätte sich Kuntz als cleverer Strippenzieher denken können, dass eine derart missverständliche, polemisierende Aussage im Kontext vorwiegend dürftiger sportlicher Leistungen ein Schuss ins eigene Bein ist. Sie ist sogar Wasser auf die knatternden Mühlen der wahrhaftigen Gegner.


Ich mag Persönlichkeiten. Die grössten dieser Art sind am wenigsten fehlerfrei.

Hoeness, Watzke oder Kuntz - denen alle schon mehr als einmal der Kragen geplatzt ist, sind mir wesentlich lieber als geschniegelte und gebügelte Präsidenten, die vor jeder Aussage ihren Medienberater konsultieren.

Foda, der sich lieber in Allgemeinsätze flüchtet, ist (in diesem Fall) das genaue Gegenteil von Kuntz.
Von Foda werden mehr Emotionen erwartet, von Kuntz weniger - vielleicht sollten sie die Posten wechseln.

Jawollja.

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Die Couchingzone |#700
20.04.2013 - 06:57 Uhr
But, Du machst mich schmunzeln. Und "Fußballverwaltungsfachangestellte" trifft es wirklich. Aber "Stange halten" aus Deinen Fingern wundert mich dann doch schon.

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"Betzi braucht bei seinem Besuch eine Möglichkeit sich umzuziehen und Kaltgetränke" (Anmeldeformular Betzi Buchen)
"You want it darker, Hineni, Hineni, I'm ready, my lord (Leonard Cohen).
"Well, what did you expect in an opera? A happy ending?" (Bugs Bunny)
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